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Full text of "Des Pedanios Dioskurides aus Anazarbos"

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DES PEDMIOS PIOSKUEIDES - 

AUS ANAZARBOS 

ARZNEIMITTELLEHRE 

IN FÜNF BÜCHERN. 



ÜBERSETZT UND MIT ERKLÄRUNGEN VERSEHEN 



TON 



PROF. DR. J. BERENDES. 







STUTTGART. 
VERLAG VON FERDINAND ENKE. 

1902. 

-ri 



^^737 



Draok der Union Dentsohe VerUffsgeseUaobaft in 8tattg>rt. 









HERRN GEHEIMEN MEDICINALRATH 



PROFESSOR D« WILHELM WALDEYER 



TN TREUER JÜGENDFREUNDSCHÄPT 



DER VERFASSER. 



Vorwort. 



»Die Aufrechthaltung and Verbreitung unserer Ideale ist dasjenige^ 
wBfi erstrebt werden muss.* 

Diese denkwürdigen Worte richtete Se. Majestät der Deutsche Kaiser 
im Juni dieses Jahres zu Bonn an einen Kreis junger Männer« aus dem 
zum Theil dereinst die Vertreter der Wissenschaften und die Träger der 
bficbsten Staatsämter berrorgehen werden. Diese Worte sind aber um 
so b«deutungsTolIerf als gerade Se. Majestät auch den techoiscben Fächern, 
dea Realien Überhaupt das grSsste Interesse zuwendet. Seinem klaren 
und scharfen Blick ist es nicht entgnngen, dass da, wo der reine Mate- 
rialismus — ein nicht wegzuleugnender Zug im Streben der Gegenwart — 
die Oberhand gewinnt, das Leben der Seele verkümmern muss, dass da, 
wo die Ideale zurückgedrängt werden, das geistige Leben seine pro- 
dactire Kraft und seine Leistungsfähigkeit verliert. Und ist es nicht 
gerade das deutsche Volk, welches die Energie zu seinem materiellen 
Aufschwünge, zu den Erfolgen auf allen Gebieten des Wissens und 
KünnoDS der Pflege der Ideale verdankt? Niemand wird den Nutzen 
unierschätzen, welchen die Industrie durch ihre Erfindungen und gross- 
artig«D Unternehmungen 1^ die Entwickelung der Nation geschaffen 
hat« Niemand den Werth verkennen, welchen die Ausnutzung der Natur- 
krifU fQr das ganze Wirfchschaftsleben des Volkes hat; sollen aber alle 
diese Errungenschaften nur dem Streben nach materiellem Besitz und 
Kocht und der Befriedigung gesteigerter Lebensansprüche zu Gute 
kommen, so verliert das Volk bald seine sittliche Kraft, seinen inneren 
Hftit Das Geistige muss dem Materiellen die Woge halten, und dazu 
bilft die Pflege des Idealen. 



Ideale hat jedes Gebiet;, mögen sie dem eigenen oder einem fremden 
Volke, der ruhmreichen Neuzeit oder einer grossen Vergangenheit an- 
gehören. Für das gesammte Gebiet der Heilkunde liegen sie unstreitig 
zunächst im griechischen Aiterthume, dem auch das vorliegende Werk 
augehört. Leider aber werden gerade diese so wenig gewürdigt; klagt 
doch auch Kobert 1889 in der Vorrede zu seinen Historischen Studien: 
„Ihre (der Medicia) Äugen sind unverwandt auf das rein Praktische 
und die Gegenwart gerichtet; das, was dahinter liegt ^ und was nicht 
direct in der Praxis mit Nutzen verwerthet werden kann, straft sie mit^ 
wie sie meint, rerdienter Verachtung." Und doch ist die Geschichte 
der Medicin und Pharmacic ein grosses Stück Kulturgeschichte, Die 
Früchte des gewerblichen Abäolutismus und der Vorwerfung der Ideale 
zeigen sich an den auf dem Felde der praktischen Heilkunde herrschenden 
augenblicklichen Zustünden. I 

Schon vor lilngerer Zeit beschäftigte mich der Plan, die Materia^^j 
medica des Dioskurides, das vollkommenste und bedeutendste Werk^^ 
des griechischen Älterthums über die einfachen und zusammengesetzten 
Heilmittel zu übersetzen und sachlich zu erklären, aber zögernd 
stand ich vor einer Arbeit, welche so viele verschiedene Gebiete be- 
rührt, um so mehr, als ich abseits der grossen gelehrten Heerstrasse 1 
und fern von den Stapelplätzen der Wissenschaften auf die Liebeus- 
wUrdigkeit einiger Bibliotheken angewiesen war. Erst als die alten 
Sprachen, besonders die griechische, im Schulunterricht eine Einschriin- 
kung erfuhren, als auch den Abiturienten der Kealanstalten das Studium 
der Medicin eingei^umt wurde, habe ich, der Aufforderung hochstehender 
Medicohistoriker folgend, das Werk begonnen. 

Zu Grunde gelegt ist der SprengeTsche Text in der Ausgabe vow 
Kühn. Die Ucbersetzung ist durchaus wörtlich gehalten, um den Eigen- 
thümlichkeiten des Autors treu zu bleiben ; dabei sind die verschiedenen 
Lesarten insoweit berücksichtigt, als sie nictt rein philologisches Inter- 
esse haben. Die Zahlcnbezeichnungen der Capitel sind die des Textes. 
Die [] gehören dem Texte an, die () beziehen sich auf Zusätze des 
Uebersetzers. Die Synonyma sind, soweit es ging, ohne Zwang zu 
deuten versucht. 

Zu Vergleichungen wurden in erster Reihe Tbeuphrast und Pliui 
der Zeitgenosse des Dioskurides, herangezogen. 



In ilen Erkläningen, dem Commentar, nehmen den breitesten Raum 
ein die Deutungen der Pflanzen- und Drogennamen. Um die Bestimmung 
Lond Identificirung der Gewächse hat Dr. med. C. Fraas, der sich acht 
iJahre in Griechenland, der Halbinsel mit so eigen thilmli eher Hoden- 
'gcsiattung zu rein botanischen Studien aufgehalten und keine Spalte 
und Kluft der Berge ununtersucht gelassen hat, sieb die grössten Ver- 
dienste erworben. Denn, haben auch ältere Botaniker bis Sprengel, dem 
benrorragenden Kenner des botanischen Älterthums, und Link viel MUbe 
und Zeit auf die Aufstellung einer vollendeten Flora verwandt, so kann 
es doch keine Frage sein, da£s das autoptische Studium der Xatur jener 
Heimathl ander der alten botanischen Schriftsteller, sowie gewisse örÜichu 
UeberlJeferUDgen in bestimmten Grenzen die beste Aufklärung und an- 
dnAhemd sichere Anhaltspunkte geben können. 

Fr»R8 stützt seine Forschungen auf die Bestimmungen des unermüd- 
lichen Sibthorp, der in den ehedem griechischen Ländern ausserordent- 
lich reiche Sammlungen angestellt hatte und diese bei längerem Auf- 
enthalte daselbst zur grössten Vollendung gebracht haben würde. Kr 
musste jedoch Anstand nehmen an den vielen angeblich erhaltenen alt- 
griechischen Pflanzennamen, welche sieb thatsächlich in das Tagebuch 
zur Flora graeca (Prodromus florae graecae) des grossen Reisenden ein- 
geschlichen hatten und auf falsche ßenchte zurückzuführen sind. In 
dem jungen Königreiche, dem man im Auslände grosse Sympathien ent- 
' gcgenbrachte , dessen Bewohner aber zu zwei Dritttheilen fremde Ein- 
wanderer waren, sucht« man nämdich, wie Fraas sagt, den von ver- 
^gftngener Grösse umwobenen Namen «Hellenen* und deren Erbschaft 
^ gegen die Ausländer auszubeuten, besonders durch Aneignung und Ver- 
breitung der alten Sprache. ,,So war es denn," führt er weiter aus, 
.zu Sibthorp's Zeiten und auch später ein Bestreben der griechiscb 
redenden Bewohner namentlich der Städte, und darunter vorzüglich der 
Acfxte und Apotheker, altgriechiscbe Namen wieder aufzuwärmen, welche 
sie dann oft genug falsch anwandten." Er zeigt dies an einer Reihe 
Ton Beispielen. 

In kritischen Fällen sind, soweit es möglich war, die Pflanzen be- 
, «cbheben. 

Im R«iche der Drogen ist Altmeister FlUckiger der sicherste Führer. 
Endlich sind kurze historische Angaben eingeflocbten. 



YTTT Vorwort. 

Dass die vorliegende Arbeit einen nur beschrilnkten Interessenten- 
kreis finden wird, verhehle ich mir keinen Augenblick; um so grössere 
Anerkennung verdient die hochangesehene Firma Ferdinand Enke in 
Stuttgart, welche sich zum Verlage und zur Herausgabe derselben er- 
boten hat. Man sagt so oft, derartigen Werken fehle jeder Anschluss 
an die neuere Zeit; gewiss nicht, denn wer Augen hat zu sehen, wird 
darin gerade auf dem Gebiete der Arzneimittellehre imd der engeren 
Pharmacie viele und interessante Anknüpfungspunkte finden, es sei nur 
auf die Bereitung der Extracte (Ol 7) und auf die Darstellung und 
Reinigung des Wollfettes (II 84) hingewiesen. 

Gern statte ich den Verwaltungen der Königlichen Universitäts- 
bibliotheken zu Göttingen imd Marburg, sowie der Direction der Kaiser- 
lichen Universitäts- und Landesbibliothek zu Strassburg, welche stets 
in der entgegenkommendsten Weise durch Bachersendungen mich unter- 
statzt haben, meinen verbindlichsten Dank ab. 

Goslar, im October 1902. 

J. Berendes. 



Einleitung. 



Dioskurides — Ändere nennen ihn Dioskorides, auch bei Erro- 
(Exposit. Toc. Hippocr. p. 214) und Galen an verschiedenen Stellen 
hatBit er so; welche Lesart die bessere und richtigere int, wissen wir 
nicht, doch wird die erstere vorgezogen, weil man sie als die dialektische, 
die andere als die gemein-griechische betruchtet. Statt Pedanios lesen 
Manch«' Pednkios, die besseren Codices haben die erstere Bezeichnung; 
ditf Griechen nahmen, wenn sie in römische Dienste traten, häu6g den 
X«inen eines Patriciergescbl echtes an, und so hat unser Schriftsteller den 
der gena Pedania adoptirt. Anazarbeus heiR.st er von seiner Vaterstadt 
Ana2arba oder Anazurbos — heute Ainvana — in Kilikien, einer Land- 
»diaft Kleinasicns, welche im Osten au Syrien und im Süden an dos 

Jtlelmcer grenzte, bei Galen (tora. XIII p. 8.^7 ed. Kühn) auch Tarseus 

Tarsos. der Hauptstadt der genannten Landschaft, in deren Nähe 

»ein Heimathstädtchen lag. Uaas hier unser Schrift-steiler gemeint ist. 

■terliegt wohl keinem Zweifel, da Galen angibt, er (Dioskurides) habe 
IfctD Asklepiaden Areios — der nümliche. welchem er sein ganzes Werk 
gewidmet hat — ein Arzneimittel gegen Blutspeieii initgetheilt: Fabricius 
(Bibl. grmec.) hält gar das Wort Tarseus für corrumpirt aus Anazarbeus. 
Ucber das Leben des Dioskurides wissen wir nur das, was er selbst 
aittheilt, und das ist herzlich wenig. In der Vorrede zu seiner Materia 
oii'dicft äugt er, da«s er iu seiner kriegerischen Laufbahn — wie Sprengel 
mh K«cht vermuthet, als römischer Militärarzt — viele Länder gesehen, und 
daaa er von .lugend auf fDr die Naturwissenschaften begeistert gewesen sei. 
Wo er allerwart» gewesen ist. gibt er weiter nicht uu; die Uümer waren 
damals unt«r Claudius (41 — 54) und Nero (54 — ti8) in Mauretanien be- 
«rhrsRiul und begannen die Unterwerfung von Britannien. Seine Studien 
iiu^''tit^- er wahrscheinlich zu Tarsos mit seiner höheren Lehranstalt für 

Ph'Io'^ophie und Grammatik und iu Alexundrien, dem damals berühmtesten 

od blühendsten Sitze der Wissenschaften. 






IUI?' 



Seine Lebenszeit kann mit absoluter Sicherheit nicht bestimmt 
werden, da feste Zahlen darüber fehlen. Meyer (Qesch. d. Bot. 
S. 96) setzt ihn iu die Mitt« des erst«u Jahrhunderts u. Cbr. und stUt 
sieb dabei auf Salmasius (De homonymis hyles iatricae)« le Clerc (Hia 
de lu medecine), Kabricius (Bibl. graeca, ed. Harles). Ackermann un3 
Sprengelf welche ihn zu einem Zeitgenossen des PÜnius machen, di 
Abfassung seines Werkes legt er in die Jahre 77, 78, also kurz hevc 
auch Plinius die letzten Bücher seiner Naturgeschichte schrieb. Diosku- 
rides widmete seiue Arzneimittellehre dem Freunde und Kunstgenosseo 
Äreios, dem Schuizlinge des Laecanius Bu»sus. Dieser Kunntgunosa^H 
kann wohl nur der Asklepiade Areios sein, von dem Galen spricht, uq^H 
der nach Tacitus (Äunal. XV 33) unter dem Consulate des Laecanin^^ 
Bassus, im Jahre (U, lebte. Einer bestimmten Aerzteschule scheint Dioa-^ 
knrides nicht angehört zu haben. 

Werfen wir einen Blick auf die damalige Zeit, so machte sich 
Rom der tiefe Verfall des geistigen Lebens auch auf dem medicinischc 
Gebiete geltend. Nicht in der versumpften Hauptstadt, die doch als Em- 
pore der Wissenschaft und Bildung leuchten sollte, sondern in der Abge* 
schiedenheit entlegener Provinzstädte (der auch um diese Zeit lebeiid 
hervorragende Agronom Columella war Spanier, Guleti wie Dioskuride 
Asiat«) wurde hie und da geistiges Leben gepflegt und erhalten. «Die 
literarischen Producte waren," wie Baeser (Gesch. d. Medic.) sagt, «auf 
die Gunst des grossen Haufens berechnet, di.-m die Medicin nichts al^J 
ein Gewerbe, ihre Hauptaufgabe die Sammlung nützlicher Recepte isl^H 
Am meisten werden die gepriesen, die es verstehen, von ihrer Waare 
den grössten Gewinn zu ziehen." Die medicinischen Schriftsteller dieser 
Periode beschäftigten sich daher fast nur mit der Beilmittellehre, von denen 
die wenigsten Anspruch auf wissen. schattliche Autorität haben. Es gab eini 
grosse Zahl Männer, und darunter gekrönte Häupter, welche die Arznei! 
mittellehre und besonders die Toxikologie aus reiner Liebhaberei betrieben? 
die glaubten, durch sie am leichtesten und bequemsten sich einen Namen 
und wissenschaftlichen Ruhm erwerben zu können. Neben anerkannter 
Tüchtigkeit herrschte viel oberflächlicher Dilettantismus; dabei war dem 
Abergliiuben und allen möglichen Abgcschmatktbeiton ein breittT Kaum 
gegönnt. Jeder suchte ein Mcdicament oder ein Gegenmittel von wunder- 
barer Wirkung zu ertinden, und eine solche Erfmdung an seinen Namen 
lu knüpfen. 

Unter allen den Schriften dieser Zeit ragt das Werk des Anazar- 
beera wohlthuend und erhaben nach jeder Richtung her^-or, die in für 
BUchern abgefa.sste Arzneimittellebre iat die umfangreichste und beste d€ 
ganzen Alterthums. Golen, der als Kritiker mit seinem Lobe sehr zurOckJ 
haltend ist, sagt {Xi p. 79*1): »Aber der Anazarbeer Dioskuiides bat iq 



Kl 

I 



<■*»■ 



ftaf BOi^hern Qber die gesanimtc Ai-zueimitWllehrt) in nutzbringender 
^ -chriebcn, indyiu tjr nicht nur die Kräuter behandelt, sondern 

- i.- Bäume, Früchte, die natürlichen und künsüichen Säfte und 

; iiet die Metulle und tbierischen Substanzen anscbliesst. Mir scheint 
a in der That die Xiehra von den Heilmitteln Ton Allen am volt- 
horamc-nsten vorgetragen zu haben.* 

ItiiMkuride» hatte sich die Aufgabe gestellt, die gebräuchlichen 
Armehnittel aus uUen drei Naturreichen nach Gestalt und Wirkung zu 
' 'en: diese Aufhübe hat er dem Standpunkte seines Zeitalters ge- 

i:... . .Utöndig gelüst und sich dadurch das unbestrittene Verdienst er- 
worben, die zu einem unQberseh baren Chaos von Com Positionen ausge- 
artt'te Heilmiltellehr« vereinfacht, die sogen. Polypharm acie in ihre 
ntbügea Grenzen beschränkt zu haben. 

Di« grosse Bedeutung des Dioskurides'schen Werkes liegt auf zwei 
Ocbieteu, auf dena botaniachen und pharmakologischen, doch muss 
bei «f^erem st«tü im Auge behalten werden, doss Dioskurides keine Bo- 
taaSc, sondern eine Arzneimittellehre zum Gebrauche fQr die Aerzte. aUo 
«in Arzneibuch achreiben wollte. £s ist das reichhaltigste des Alter- 
tlmms an speciellcr Botanik und galt lange Zeit für vollständig. Wie 
er in der Vorredt* angibt, will er abweichend von seinen Vorgängern die 
Pflanzöo weder nach dem Alphabet ordnen, weil dadurch nothwendig 
ZoBunmenbängeudcs auseinander gerissen wird, noch nach Art der Dog- 
iBfttiker dieselben nach der Formverschiedenheit, welche durch die Ver- 
«hi«denheit der Urkörper (fi'ptwv) bedingt wird, abhandeln, sondern er 
fwOt sie nach dem äusserlichen Habitus in Gnippen zusammen, so dass 
wir die Labiaten, PapUionaceen, ümbelliferen, Compositen u. s. w. bei 
ttoander 5ndeu, wobei allerdings wunderliche Missgri^^ nicht befremden 
ood wir uns nicht wundem dürfen, die Ranunculaeee Delphinium, die 
Compowte Anthemia Pyrethrum zwischen den Umbelliferen zu finden. 
Fr' gewisse Zusammstellung bedingt auch die Wirkungsweise, so Hnden 
'»K 7- B. im IH. Buche eine Anzahl scharfer Pflanzen zusammen, aber mit 
•olchen, welche Liebesmittel sind. Das Wichtigste bei den Pflanzen — die 
Mineralien und Thiere sind in dieser Beziehung ziemlich stiefmütterlich 
l>*'bftndeU — ist die Beschreibung. Jeder PBanze, wie überhaupt jedem 
Artikel ist ein Capitel gewidmet. Nach dem Namen kommen die Sjn- 
oeynia^ denen meist die Angabe der Heimath und darauf die Be.schreihung 
folgt; die Wirkung, Zubereitung, Anwendung und Dosirung machen den 
SdiliUB. Die Beschreibung von der Wurzel bis zur Blüthe und Frucht 
gTflndci sich selbstverständlich nur auf die äusseren Kennzeichen und 
Merkmale des Gewächses, aber man vermisst vollständig eine Vorstellung 
Ton der Organisation desselben und bestimmte Ausdrücke für bestimmte 
Fwrmen der Pflunzentlieile, besonders für die vielfachen Gestaltungen der 



»--■■*>■-■ 



Blätter, sie werden nur durch Vergleicliung mit den Blättern anderer be- 
kannter Pflanzen angedeutet. Bei der BlUthe mOssen wir uns mit der 
Angabe der Farbe begnügen, selten wird eine besondere Eigenschaft der 
Kronenblätter^ vielleicht Grösse, Form oder dergleichen angeföhrfc. Das- 
selbe ist bei den Früchten und Samen der Fall, oft erfahren wir nur 
ihre Farbe. Trotzdem hat Dloskurides es verstanden, einige Pflanzen su I 
genau zu beschreiben, dass sie sich ohne jede Mühe erkennen lassen, bei | 
der Mehrzahl muäs die mediciniscbe Anwendung, der Standort, das Vor- I 
kommen Überhaupt sowie die Tradition und die jetzige Benennung zu j 
Hülfe genommen werden. Man Uiuin wohl iinnchmen, dass in dem Zeit* | 
räum von 2000 Jahren manche Pflanze im Kampf ums Dasein, wie schon j 
Theoplirast dieses (De caus. V 15. 4 sqq.) angibt, und bei Ausrottung der | 
Wälder zu Grunde gegangen oder bei fortschreitender Cultur verändert i 
ist, dennoch haben die unermüdlichen Forschungen einer K«ihe um die 
Pflanzenkunde verdienter Männer uns der Identificirung der Gewächse des 
DioskurideR nahe gebracht. ^^ 

Die nächsten Verdienste gebühren Oribasios, welcher im Sfl^ 
Xn. und XlII. Buche seiner .Synagogai* die Arzneimittellehre des Dios- 
kurides wiedergegeben und interpretirt hat, femer Serapion, welcher 
in seinem syrisch geschriebenen .Aggregnfor" die Geschichte der Heil- 
mittel aus Dioskuridus und Galen bezieht, sodann dem Bischof Hermo- 
laue Barbarus zu AquUeja (Corrolaria ad Dioscoridem, Cölc 1530), 
weiterhin den Botaniken] am Ende des Mittelalters, den sogen. Vätern 
der Botanik, besonders Matthiolus (Comment. in Dioscor, 1558), Janus 
Cornarius (1557), Clusius (1601), RuelUus (De nat. stirp., 1537X 
Leonh. Fuchs (Paradoxa medicinae, Basel 1535). Nicht unerwähnt 
bleiben dUrfen A n g u i 11 a r a (Seroplici dell' eccellente Luigi Anguil- 
lara etc. da M. G. Marinelli mandati in luce, Vinegia 1501), welcher 
botanische Studienreisen durch Griechenland, Makedonien und Illyrien 
gemacht hat, Valerius Cordus, dessen Annotationes in Dioscoridem 
von C. Gesner (Frankfurt 1561) herausgegeben siad, Fabius Columna 
(Kcphrasis stirp., Rom 1015) und der durch Gelehrsamkeit und in der 
griechischen wie der arabischen Literatur gleich bewanderte Salmasius i 
(Exercitationes Plinianae, adjunctis exercit. de homonym, hjleü iutricne, 
1689), welche zumeist von Bau hin et Cherler (Unirersalis plantarum 
historia, 1650) fleissig cittrt werden. 

Nach diesen ist es den mühevollen Studien neuerer Reisender, wieu. 
Tournefort, Sibthorp (f 1706, Flora grueca), Koch (Reise durch 
den kaukasischen Isthmus, 1842 — 43, Wanderungen durch den Orient. 
1846 — 47), K. Sprengel, dem gründlichen Kenner der Flora der Alten, 
und Dr. med. C. Fraas (Synopsis plant, florae classic, 1845), ge- 
lungen, den bei weitem gröB.sten Tlieil der Dioskurideä'achen Pflanzen 



u m ^ 



aiit voller Sicherheit oder doch mit grosser Wahrscheinlichkeit 2U be* 
OimnieD. 

Gltfich grosser Ruhm wie als Botaniker gebührt Dioskurides als 
Phsmuikologen. Sowohl bei den selbst bereiteten Präparaten als auch 
hä deo vom Auslände bezogenen Drogen, welche wegen ihrer Kostbar- 
k«it und des hohen Preisea yerfHlschungen und Nachahmungen ausgc 
Rixt wurn, folgt nach der Beschreibung die Prüfung auf Äechtheit und 
6lU«. tmd die Unterscheidung der besseren und schlechteren Sorte, wo- 
bei »her ateta die Anwendung der besseren empfohlen wird. Die Dar- 
etfUmig der Präparate, der zusammengesetzten Mittel zum innerlichen 
fti« äußerlichen Gebrauche, gescliieht mit sorgfältiger Angabe der Oe- 
wkbi«, mit peinlich genauer Bezeichnung des Verfahrens und Beschrei- 
bung der anzuwendenden Apparate, so das» wir Dioskurides als einen mit 
tflchtiger Sachkcnntniss ausgerQsteten Praktiker ansehen müssen. 

Die Wirkung der Arzneimittel äussert sich bei ihm unter dem £ün- 
ftasK der vier Eiern entarqualitäten, des Kalten, Warmen, Feuchten und 
Trockenen, aber die von Galen spater philosophisch-speculativ durch- 
gvf&hrte Wirkungsintensität nach Graden oder Stufen kennt er nicht. 

Bei den giftigen und stark wirkenden Mitteln ist er besonders vor- 
suehtig in der Dosirung, es wird die Art und Weise, wie die Wirkung 
iieh äussert, beschrieben und gleichzeitig das geeignete Gegenmittel und 
Heilrerfahren empfohlen. Wie frOher bemerkt, hatte sich Dioskurides 
knner der ans Älexandrien hervorg^angencn medicinischen Schulen, au 
dfrm Spitze Heruphilos und Grasistratos standen, angeschlossen. Die 
Krankheiten sind, ähnlich wie bei den Hlppokratikern, nur in der Minder- 
zahl mit beatimmten Namen bezeichnet. 

Ein hcrTorragender Zug in der ganzen Arzneimittellehre unseres 
SehnftsttiUers ist, dass er sich frei hält oder wenigstens frei zu halten 
fucht TOD allen abergläubischen und abgeschmackten Dingen, wo er den 
Gebrauch ron Drogen zu Amuletten u. dgl. anfUhrt, setzt er, um die 
Vt-nintwortung von sich abzuweisen, hinzu: »Es wird erzählt", oder: 
.Knige behaupten*. 

Einige Worte über die Synonyma. Sie werden meist in Register- 
form angeführt und theils ganzen Völkern, theils einzelnen Personen zu- 
gwchrieben; zu ersteren gehören die Äegypter, Afrikaner, Arme- 
nier, Athener, Barbaren (gemeint sind die KQstenbewohner des fiothen 
M««rTc«), Besser, Böotier, Dakier, Dardaner, Euböer, Galater, Gallier, 
Italer. Kappadoker, Kilikier, Kyprier, Leukanier. Mysier, Pouter, 
Bftmer, Siknler, Spanier, Syrier, Thusker, zu den letzteren Andreas, 
KxatfOA«, Oatbanes, die Propheten mit ihren Geheimnamen, Pytha- 
goras, Zoroaster. Die Frage, ob die Synonyma sämmtlich oder auch nur 
tam Thuil von Dioskurides herrühren — dasä er sie auf seinen Reisen 



■**■ 



i 



gesammelt habo, ist wohl von vornherein ausgeschlossen — , ist eiue 
offene und wird auch eine offene bleiben. Wie schon früher angedeutet. 
bcBchäftigben »ich einige Schriftsteller besonders mit der Nonienclatur 
der Pflanzen, die *AvttypiCovrsc (die das Eine durch das Ändere aus- 
drücken), wie sie sich selbst nannten, oder die TfpdfJHJtvtfc tAc Ävotnotaiat^ 
Tüv 'faf^Ltixuv (welche die Namen der Mitel verzeichnen)« wie Qalen {XLX 
p. 105) sie nennt, von denen Xenokrates, Pamphilofi die beknnnteüten 
sind. Auß den Schriften dieser, so nehmen Manche an, sei dieser Wort* 
Schwall von später Hand zunächst an den Rand der Dioskurides-Hand- 
schriften gefügt und allmählich in den Text selbst gekommen, da äie in 
einem Theile derselben wirklich fohlen oder als Glossen am Kande stehen. 
Lambecius (Comraent. de bibl. Caesar. Vindobon. ed. Hutler, II p. 259) 
behauptet, sie stammten aus der Pflanzengescbichte des Pamphilos, d 
Galen (XI p. 792 sqq.) nicht viel Rühmliches ins Stammbuch schrei 
,,Er verlor sich in Ammenmärchen und läppische ägyptische Gaukelei 
und Zaubersprüche, beim Einsammeln der Pflanzen herzusagen, und be^ 
nutzte 7,u Amuletten und anderen Zaubereien nicht allein allerhand wundecr 
liehe Dinge, die mit der Medicin nichts zu thun haben, sondern ai 
viel Erlogenes." Ackermann (in Fabricii hibl. graec IV p. 681) hl 
sie früher fOr acht, später erklärte er sie für Excerpte aus der Pflanze) 
geschichte eines angeblichen Apulejua Platonicus, der nach Meyer (Gesc h. i 
d. Bot. n 316) wahrscheinlich im 5. Jahrhundert lebte. Saracenl^| 
rechnet sie zu den Nothis, d. h. er betrachtet sie als unächto Z^^ 
Sätze. Sprengel tritt im Vorwort zu seiner Dioskuri des- Ausgabe voll 
und ganz für die Aechtheit der Synonyma ein, er stützt seine Behaup- 
tung auf die Beziehungen der Römer zu den verschiedenen fremden Völ- 
kern und sagt: «Nomina ergo plantarum apud eas gentes vulgata sciem 
collegit Dioscorides (mit Geschicklichkeit sammelte Dioskurides die 
diesen Völkern gebräuchlichen Pflanzennnmen),* femer darauf, dass 
selben zum Theil auch bei Plinius und Galen, bei Oribasios und Al^tto« 
von Amida sich finden, und dass die in den alten Codices euthalteu 
ohne Unterschied von der hervorragenden Aldina aufgenommen sind, 
setzt sie als Zeichen des Verdachtes meist in Klammern. Bei dem nie! 
wegzuläugnenden Zusammenhange zwischen der altägyptischen und grii|y 
chischen Medicin haben die aus dem NiUande entlehnten Namen ein 1^^ 
sonderes Interesse. Von manchen Seiten sind daher auch Versuche ge- \ 
macht, die ägyptischen Pflanzennaraen mit denen in griechischer Um- I 
Schrift bei Dioskurides zu identiticiron, so von Lüring, Wiedemann, 
v. Oefele, welcher auf zwei Tafeln (Lose Blätter zur attägypt. Medicin)^ 
Ol Synonyma zusammenstellt. Es ist aber nicht viel dabei herausi 
kommen; LUring selbst (Die Ober die medicinischen Kenntnisse 
alten Aegypter berichtenden Papyri, Leipzig 1888) spricht sich si 



ue^ 
icE^ 



EinleituBg. 



AtpÜAcii Ober Aw Möglichkeit der Mentificirung aus. Dabei ist zu he- 
ItekM, wetche Entstellungen die Namen ku erleiden hatten, bis sie nach 
rODecfavnlaod kamen, theils nuch weil nw von DioBkurides seihst vielleicht 
[neht recht TerstAndeo, theiU weil sie von späteren Abschreibern falsch 
I «iedcrgegeben wurden. Auch kommt hin und wieder derselbe Name. be-J 
(voaders bei den Propheten, fDr verflchiedene Pflanzen vor, so n'.^ka ^llp-x- ' 
l Blut des Herakles) für Crocus und Centaurium, «tpia 'A^eük (,Blut 
|de> Area) fUr Asarum uud Liliiim regium. 

Ein Rligfmelnes, fest bejfründetes ürtheil über die Aechtheit oderJ 

fTJoichtheit der Synonyma ist bei dem jetzigen Stande der Diosknrides- i 

Fondiviig nicht mdf^lich gewesen ; Welloiann (Hermes 1898 , Die 

PSuizcnnamen des Dioskurides. S. ^360} ist zu dem llesultat gekommen, 

i^MS di« griechiscben Synonyma alle, die lateinischen Kum Theil acht sind. 



Wie Dioskurides selbst versichert, hat er die Gelegenheit seiner 

CD zur eigenen Beobachtung lebender Pflanzen und Huderer Heil- 

ittel fleisäig benutzt. Die Beschreibungen der Pflanzen sind ja auch 

dass man annehmen muss, er habe die Mehrzahl denselben ent- 

cb der Natur selbst entworfen oder sie ergänzt und verbessert. 

er ab«r auch seine Vorgänger viel herangezogen bat — er nennt 

i nur wenige, den Krateuas und Andreas, einen Qallos, Nikander — 

axia den vielfachen Uebereinstimmungeu mit PUnius hervor^ dessen 

jfiaDptgewäbrBmann Niger ist. Die oft wörtlichen Parallelstellen bei Pli- 

baben schon frOb die Frage angeregt, ob die beiden Zeitgenossen 

I gekannt und der Eine den Anderen benutzt habe, ohne ihn zu nennen; 

i«oU namentUch PHnius des Plagiats beschuldigt werden? Gewiss nicht; 

Dcher wQrde dieser, der seine Autoren gewissenhaft anführt, den Dios- 

pde«, hätte er dessen Werk gekannt und daraus geschöpft, als Quelle 

not haben. Die Materia medica des Anazarbeers war aber so epoche- 

t machend, dass, sobald sie bekannt wurde, der Verfasser in der Gelebrten- 
«dt Aufseben erregen musste. 
Plinius sagt XXXVl 145 heim llämatiies, wo der Text mit dem 
143. Cap. des V. Buches des Dioskurides in der Anwendung viel Deber- 
«ifistirnfflendes hat: ,Ha«e est sontentia eorum, qai nuperrime scnpsere, 
dies ist die Ansicht der neueren Schriftsteller*, und diesen Scblusssatz 
b«M>g Salinasiu» (Exercitat. Plinian. p. 290) früher auch auf Dioskurides, 
änderte seine Meinung aber später (De homonym, hylae iatric. in pro- 
iegoa. p. 10) und »etzte hinzu: »Sicher hatte also Plinius sein (des 
Dioekuridea) Werk weder gesehen noch davon gehört.' Unter den »neueren 
.Schriftitelleru" sind vitlmehr Pamphilos, Diodotus, Xenokrates, Niger 



oder Sextius Niger, von dem er sagt: qui graece scripsitf zu verstehe: 
Aber auch Dioskuridea hatte sei bstverständ lieb von den Arbeiten d 
Pliniu8 keine Kenntniss, beide haben vielmehr aus gleichen Quellen g 
schöpft, nämlich Dioskurides aus Krateuat;, Plinius aus Sextius Ni 
dieser aber hat sein Werk :rsi>i oXijc, de materia (medica) auf dem lihiz* 
tomikon des Kratcuu.s uufgebaut, wie M. WuUmanu (Krateuas, 180 
aus dem fQr die Julia Anicia angefertigten Codex Constantinopolitan 
welcher die unzweifelhaft ächten Fragmente des Krateuaa neben de: 
Texte des Dioskurides enthült, mit Evidenz uachgewiesen hat. Er fQh: 
einige Beispiele an, von denen nur da« Capitel über Anemone herau; 
gegriffen sei (Const. foL 26'): 

Kpateiii^. 'Ave(ttöv/j -^ ^otvixlj. 'Av£|ui»v7] S&vaiuv ?-/at 3pi[isr» 

jfEtoa S'-?j p»iCa S^et «pX^ita* s^|*^jv^si^a ^h ^X'^xei xal xacarXaooo(i.£vi] otp^i 

xaoXol 3'jv6<yr,ä'Ävr« Ättadvfj x«l iol^:ö[J.sva ^äXa xattowff^* ^^ «poo*: 
Ö* StJL[iir]ya ä^et ■ xatanXao^siaa ak X^Rpa; i'f iatTjOtv. 

Dioskurides II 207. ('AvsfuüvTj [ot £i a^rf/tav, oi S& (leXaiVi 
xoXoöar, xat ivE{i.(üvT]v !potvtx>]v . . .] Staini], t^ (a^v ä^pia, "^ 3^ ^[ASpoc . • • 
ttfi Y^jispot) :fj jJLev ti? f oivtxÄ ^äpsi rÄ äv*7], ifj U üitöXsox« ij ^ciXaXTECovta 
nop^opd* (püXXa iS& xopLoetS^, XsTtoc^toSatspa xpi; rg 7-^ . . .), A6va| 
fi* g^ooat 5pi(Ji.6tav dc[Lcpöt6pat' S&ev x^»^^ ^^i? pECt?? ait&v ptvt ^yX'* 
apö? Ä£tpaX*?j; xädapaiv apjLoCs'.' xal (laoTjr^Eiaa S" i^ ptC« äyc!, yXfr)f|xa- crj* 
ÄEtaoc 5' kv yX'jxsE xa: xataÄXaoooniv?) 6^»>oX|jLii)v (pXeTiJLOvä? Idctaf xai tii 
ev wpftaXjiOlc O'jXä? xat äjnßXuuicia; iff03[i.i^sc ivaxaÖ'aipe'. 54 ta pr)xapa töy 
sXxiäM • TÖt 5e yüXXa xai o[ xauXoi oovs'JiT^ö'ivta ]crtadiv(] xal so^töp-sva ^iXa 
xotooÄ^ ■ £*' "pooft^^) 5' ^(iftTjva ÄYSi* xatajrXaotfevta os Xsrepac ayEarTjTtv. 

PltniuB XXI 104. Duo ejus genera; prima silvestris, altera in cultis 
nascens, utraque sabulosis. Uujus plures species; aufc enim pfaoeniceum 
Sorem habet, quae et copiosissima est, aut piurpureum aut lacteum. Hamm 
trium folia apio similia sunt, nee temere semipedem altitudine ex- 
cedunt ..... Prosunt anemonae capitis doloribus et iiiflummationibus, 
volvis mulierum, lacti quoque; et menstrua cient cum tisana sumtae aut 
rellere appositau. Radix commanducata pituitam trabit, dentis sanat, de^ 
cocta oculorum epiphoras et cicatrices. 

Bei dieser Pflanze, welche Dioskurides und Plinius in eine zalime' 
und wilde unterscheiden, Krateuas dagegen nach der Farbe der BlUthe 
(liXatva und yotvtxf^ nennt, sind wir, um die Worte Wellmann's (der 
aber die Stelle bei Dioskurides und Plinius kQrzer angibt) zu gebrauchen, 
in dtr glacklichen Lage, mit Hülfe der purallelen üeberlii'ferung bei 
Plinius ein sicheres ürtheil über die Arbeitsweise des Dioskurides zu ge- 
winnen. Die üebereinstimmung, die zwischen beiden Autoren sowohl in 



tt 




GinleituQ^. 



y 



BesclkreibaDf^ als auch im pliormokologischen Theil besteht, beweist, 

der PUnianUche Berirht uus Sextius Niger entlehnt ist. Andcrer- 

tntt aber in dem pburmukülogischen Theile der Dioskurides'schen 

Bffehr«ibung dem Plinius gegenOber eine viel nähere, nicht bloss auf die 

der UeilwirkuDgen, sondern auch auf die Fassung seiner D.ir- 

15 bi» io die einzelne Wendung hinein bezügliche Uebereinsfiramung 

■ fateuas so deutlich zu Tuge, daati diu directe Benutzung dieses Hhizo- 

baia durch Dioikurides als eine unanfechtbare Thatsache bezeichnet 

vtroen hiubs* 

Wenn wir bei Krateuas die Beschreibungen der einzelnen Pfianzen 
muBseOi so finden wir die Erklärung dafllr bei Plinius XXV 8; er 
Mf^: ,Die griechischen Schriftsteller, unter diesen Krateuas, Diouysius 
ODd Metrodorus haben die Materie in bestechender Weise behandelt, sie 
hibefi uäniHch die PÖanzen Bbgebildet und die Wirkungen darunter ge- 
•duicbeo." 

Üebriguns ist, wie Well mann weiter nachweist (Das älteste Ki^uter- 
bodi bei di-u Griechen; vgl. uuch Berendus. Die Rbizotomen u. s. w. 
Apotb.-Ztitg. 18V'9, Nr. 15 a. 1Ü) auch Krateuas nicht die letzte Instanz, 
•ondern das Khizotomikon des Diokles von Karystos (die erhaltenen 
BnichstQcke hat Wellraann in seiner Fragnient^aramlung griechischer 
Aerzte, Berlin 1001, zusammengestellt), welcher kurz nach Hippokrates 
ab Arzt in Athen lebte and dort in grossem Ansehen stand, so dass er 
Biach ViDdiciiinus Hippokrates der JUngere genannt wurde. 

Die PQanzengescbichte des Theophrast scheint Dioskuridea nicht ge- 
kannt zu haben, er erwähnt ihn nur an zwei Stellen. II 79 bei Libanotis 
und V 124 heim Bimstein. beide Male am Knde des Capitels, so dass die 
^ — iuthung nahe liegt, es seien spätere Zusätze. Die verhältntss massig 
dr-n Beschreibungen der Pflanzen bei Theophrast sind so ausführlich, 
im ihre Berücksichtigung wohl am Platze gewesen wftre, andererseits 
•bfl- weichen sie so sehr von denen des Dioskurides ab. dass, hätte dieser 
Binncht in das Werk des Ercsicrs gehabt, er diese Verschiedenheit wohl 
kaum unerwähnt würde gelassen haben. Die Uebereinstimmungen bei 
beulen lassen sich auf Krateuas oder einen anderen benutzten Schrift- 
«U*IW zurtlck fuhren. Gewiss würde, wie auch Meyer meint, die Be- 
kamitacban; mit Theuphrast dem Werke unseres Schriftstellers ein ganz 
•adcres Gepräge gegeben haben. 

Was bei Dioskurides auf eigener Forschung beruht, was er seinen 
ToTi^gvrn verdankt, welchea und wie viel Eigenes er dem von jenen 
l\r"riieferten hinzubnichte , lässt sich schwer uud höclistens in einigen 
4on Fällen mit Sicherheit darthun. Von eigenem Beobachten spricht 
<u»dr&( klich nur an einer Stelle , 11 75 , wo er den Kintluss des Ge- 
whädUcher Pflanzen auf die Milch der Tbtere angibt: «wie von 




10 



Sinleitnng. 



mir in den vestinischeii Bergen (den heutigen Abruzzen) wahrgenonimer 
ist." Er acheint die Flora Ituliens g^enauer gekunnt 7;u haben als di< 
Griechenlands, da die Pä»Dzen jener im Ganzen besser bcschriobcn sind^ 
Pie Schreibweise des Oiosknridea ist einfach, klar und leicht verstand'' 
lieh, ohne stylistische Feinheit und rhetorische Schönheit, es ist der Styll 
oiues Arzneibuches, welches keine Unterhaltung gewähren, sondern An-J 
leitung bieten soll. Wenn Galen (De fac. simpl. XI p. 330) dem Dios- 
kurides gar vorwirft, er habe die eigentliche Bedeutung (la oir]{t«iyd|uva] 
der griechischen Wörter nicht gehörig gekannt, da er dem Ziegenfett eine^ 
sehr adstringirf^nde Eigunschaft zuschreibe, was er eigentlich nicht habei 
sagen wollen, so muss man dies nicht allzu tragisch nehmen, da nv 
wenige Schriftsteller vor seiner Kritik Gnade finden. Uehrigens hält erl 
ja mit seinem Lobe Ober das Werk selbst nicht zurtlck. Galen, naclr 
Uippokrates der bedeutendste Arzt des Alterthums, hatte sich die grosse 
Aufgabe gestellt, das wissenschaftliche und künstliche Gebiet der Medioin 
durch das Band der Philosophie zu verknüpfen (vgl. K. Sprengel, Briefej 
über Galeu's philosophisches System, in dessen Beiträgen zur Geschichte j 
der Medicin, Halle 1794, I S. 117 ff. und Daremberg, Galien consideräj 
comme philosophe, m dessen Fragments du commentaire de Galien sur lej 
Tim^e de Piaton S. S. 353 Nr. 27). Dioskuhdes besass nicht die Uni-| 
veraalität des Galen, sein ganzes Streben widmete er als Specialist einem^ 
besonderen Zweige der Medicin, der Arzneimittellehre; die Schwächen 
aber, welche ihm von Neueren vorgerückt werden könnten, beschränken 
sich einzig auf die polypharmaceu tische Richtung, und diese beherrscht ja j 
gerade in der aufdringlichsten Weise die Ueilmittellehre der Gegenwart.^| 

Die Arzneimittellehre des Dioskurides behauptete in der Medicin des ^ 
Mittelalters bis in die Neuzeit eine fundamentale und tUhrende Stelle, 
und noch heute hat sie bei den Türken dieselbe hohe Bedeutung wie die 
Schriften Galen's bei den Persern. 

Die wichtigsten Handschriften des Dioskurides sind bell 
Sprengel 1. der Codex Constantinopolitanns = C; 2. der Codex] 
Neapolitanus = N — beide zu Wien; 3. der Codex, welchen Joh.j 
Sambucus bei seiner Herausgabe des Dioskurides benutzte, Sprengel 
bezeichnet ihn als Cod. X; 4. zwei Codices der Medic ei sehen Biblio- 
thek zu Florenz, von denen einer ein sehr hohes Alter haben soll; sie 
dienten Marcellus VergÜius als Unterlage zu seiner Dioskurides- 
Interpretalion, welche 1529 zu C(iln in Polio erschien nnd von Sprengel 
benutzt wird; 5. Andreas Lacuna aus Segovia in Spanien, Leibarzt des , 
Papstes Julius III., bezeichnet als Vorlage seiner Arbeiten einen aas-j 
gCÄeichneten. wahrscheinlich im Vaticnn befindlichen Codex. 

Wellmann (Krateuns S, 11) gruppirt dieselben in folgender Art:' 

Cod. Parisin. = P, Pergamenthandschrift: Cod. Marc. = V, gleicli- 



I 




Üb Pergamenthandschrift (beide unvolUtändig); Cod. taur, = F, voll- 
Ood Vatioono-Pnlatinnfl -"^ H, ititperpolirt; dazu die beiden 
keaer Uaadachriften C und N, und als dritte Clix.^e, die mit HUlfe 
lüpbab«tiscben Dioslcurides interpoliri ist, Cod. Paris. = p (9. Jahrh.) 
Cod. Marc. = v^, beide aus derselben Quelle; sie liefern die fQnf 

ir in ursprünglicher, nicht aiphabetischer Anordnung. 

IHe beiden wichtigsten Uandfcbriften sind der Constantinopoli- 
Uftus und NeapoHtanus, beide als älteste Vertreter der alphabetischen 
Ihiarbcitung des Textes und Abschriften eines Archetypus, welcher zwi- 
4^0 Qalen (12. Jahrb.) und Oribasios (4. Jährh.) geschrieben ist. Der 
ovtere wurde durch den Gesandten Busbecq von einem Patricier Ant. 
Kantakxizenos zu Constantinopel beschafft und nach Wien gebracht. Es 
m eine kostbar ausgostatt^^te . fllr Julia Anicia, die Tochter des Kaisers 
Fl*viu8 Anitlus Olvbrius (f 472) angefertigte Pergaraenthandschrift aus 
dm Ende des 5. Jahrhunderts. Sie enthält die Beschreibungen der 
PSaszen in alphabetischer Reihenfolge nebst stylisirteu Abbildungen, dabei 
u&Ut dem vielfach gekürzten und umgearbeiteten Texte des Dioskurides 
TQo derselben Hand, nur in kleinerer Uncialschrift (welche als mehr ab- 
gerandete Form aus der Capitalschrift hervorging) Parallel Überlieferungen 
ftas Knieuas und Galen. 

Ebenso ist der Neapolitanus alphabetisch geordnet und reichlich 
ünitnrt; er stammt aus dem 7. Jahrhundert, seine Entstehung füllt aber 
■H dem Constan tinopol itanus in dieselbe Zeit. 

Die beste Ausgabe ist die Aldina« gedruckt bei Aldus Manutius 
n Venedig im Jahre 1499, aber wenig bekannt geworden; Sprengel, 
velfUer aie besass, nennt sie kunst- und glanzvoll. Sie hat nur wenig 
FflUf r. die Acceote sind richtiger als in allen früheren Ausgaben , auch 
entbmt sie die besten Lesarten. Es gibt eine zweite Aldi na, welche 
Saracenufl, da er die erste nicht kannte, als die (einzige) AJdina be- 
mrlmrt Sie erschien zu Venedig 1518 von Fr. Asulanus, dem Schwager 
dts Aldus, unter Mitarbeit von Hier. Rosci, Arzt zu Padua; sie wird 
von Sprengel verurtheilt. 

Janas Cornarius, wie er sich selbst nennt, uder Junus Cornarus, 
wie er gewöhnlich geachrieben wird, gab im Jahre 1529 den Dioskurides 
hens«. Es ist fast der Text de» Asulanus, nur mehr geläutert, und 
20 Jahre spSter erschien der Dtoskurides von Jac. Qoupylus mit der 
Dfberwetzung von Ruellius. Beigefügt sind die verschiedenen Lesarten 
der Pariser Codices, 

Di« letzte gründlich revidirte und mit lobenswerthem Fleiss be- 
arbeitete Ausgabe rülirt von Jan. Saracenus (Frankfurt 1598) her. 

Lateinische Uehersetzungea des Dioskurides sind nach E, Fuchs 
(6Mcb. der Heilk. bei d. Griechen 1901 S. 350): 



a) Dioäcorides de herbis femininid: eher eine Bearbeitung der 
gleichen Quellen als eine Uebersetzung, stets iUustrirt und nur 72 Capitel 
stark; b) die gleichfalls illustrirte, aber wörtliche Uebersetzung uns dei 
Gothenzeit (493 — 555 n. Chr. Rose, Äuecd. II 115 sqq.)t in der MQni 
ebener Handschrift mit 500 Bildern mehr versehen als in der der Wiener" 
Bibliothek, also in dieser Beziehung im Mittelalter erweitert, in sogen,, 
longobardischer Schrift; c) die aus der salcruitaniscbeu Schule henror^ 
gewachsene, im Mittelalter überwiegende Uebersetzung .Dyascorides", auf 
C beruhend^ aber aus Oribasios, Gargilius Marcialis, Pseudapulejus. Galenua 
ad Paternum, Isidorus etc. bereichert und alphabetisch geordnet. Die 
letztgcnannto Compilation beftteht aus Bildern des Krateuas, aus der 
Synonymenverzeichniäscn eines den Pamphilos ausbeutenden Interpolators 
und aus dem Dioskurides-Text mit Parallelstelleu aus Krateuas und Galen«, 

Die ächten Dioskurides- Texte mit der ursprQn glichen Anordnung biq^ 
im 14. Jahrhundert ausgegraben. Die Vorliebe für die alpbabetischfl 
Reihenfolge erklärt sich daraus, dass Dioskurides als Schulbuch benut 
\mrde und äie dazu bequemer war. 



Die Hoasse uud Gewichte. 



Welches Maass- und Oewichtssystem Dioskurides in seinen Hecepten 
angewandt hat, ob es das griechische, und zwar das attische (ein Gemisch^ 
von Decimal- und Duodecimalsystem) oder daa römische mit griechischei« 
Bezeichnung ist, lässt sich mit absoluter Ge^vissheit nicht sagen, da er 
selbst Über diese fUr eine Arzneimittellehre so wichtigen Momente keinerlei 
Angaben macht. 

Die Kfimer haben, wie Hultsch (Griechische und römische Metro- 
logie S. 81 ff.) nachweist, ihre Hohlmaasse nach dem attischen normirt; 
um so leichter war es daher, diiss, nachdem Griechenland unter die Üer 
Schaft der Römer gekommen war, ein Maass des römischen Systems 
das griechische überging. Das griechische Gewicht brachte man in de^ 
Kaiserzeit mit dem römischen in Verbindung, Bei den griechischen' 
Aerzten war die Drachme, opa/jnj, im Gebrauch, in Rom war es der 
Denar« und auf diesen wurde die Bezeichnung Drachme Übertragen. 
Pliniua XXI 185 spricht sich darüber so aus: »Und weil wir bei den 
Maassen und Gewichten uns häufig der griechischen Namen bedienet] 
müssen, wollen wir hier ein für alle Mal ihre Erklänmg hersetzen. Di4 
attische Drachme — denn die Aerzte richten sich so ziemlich nach de 
attischen — hat das Gewicht eines Silberdenars, sie macht Obolen Ge-fl 
wicht aus, der Obolus hält 10 Chalci, der Becher (Cyathus) wieg 
10 Drachmen. Wenn man ron dem Maass Acetabulum spricht, so U 



a der Tierte Theil der Hemine, d. h. 15 Drachmi-n. Die Mna, weiche 
vir Mioa Dennen, enthält 100 attische Drachmen." 

Drachme (i5j5«-/ti,>j) wird nach den Grammatikern nhgeleitei von 
mit der Dand greifen, opi;, eine Hand voll; Mnu, das hebrülsche 

ist vermuthlich babylonischen oder ägyptischen Ursprungs, es scheint, 

«ir Hultach meint, anfänglich bloss der Ausdruck für Zahl oder Summe 
pwwen und erst fip%t«r auf ein bestimmtes Gewicht übertragen zu sein. 

Die Gewichtstafel des Dioskurides ^). 

Dieses, mein Lieber, die Abhandlung Über die Gewichte und Maässe, 
«obei ich , mit dem Kleinsten beginnend ^ durch Vervielfälligung zur 
Hme komme. 

Das Keraiion hat dasselbe Gewicht wie der Chalkus. 

Der Obolos hat 3 Chalkoi, daher V* Obolos 1'/? Keratia Gewicht. 

Das Gramma enthält 2 Oboloi, das sind 6 Chalkoi, 

Die Drachme, auch Heike genannt, enthält 3 Grammnta, d. s. 
C Oboloi. 

Die Unze hat 8 Drachmen oder 24 Grammata. 

Das Pfund (Xitfra) hat 12 Unzen, d. s. 9ü Drachmen. 

Die Mine der Aerzte enthält Iß Unzen, d. s. 128 Drachmen, in 
Ukljen 18 Unzen oder 1*/* Pfund oder 1-14 Drachmen, die alexandriniscbe 
20 Unzen oder 160 Drachmen. 

(Keration {xspditov^ ist der Johannishrndsame, die römische Siliqua. 
Hotke tiiK'A-fi) heisst ursprünglich Gewicht und wird selbst in dieser all- 
gemeiueu Bedeutung von Dioskurides Öfter als .nach Gewicht' den An- 
gilben beigefügt. Der Chalkos (y^alxoiK;) war eine Kupferscheidemünze der 
Athener, nach welcher der Obolos getheilt wurde, hier in 3, sonst in 8, bei 
Plüiius 1. c. in 10 Chalkoi, in einer anderen Tafel (Quarta tabula pond. bei 
HaltBch, Metrol. Script. Reliq. p. 223) in Chalkoi; dort werden auch 
nf die attische Unze 7 Drachmen, auf die italische dagegen 8 Drachmen 
gvrecboet. Da« Gramm» (ipA^^) war das römische Scripulum oder 
Scnptulum, der Skrupel.) 



Die Maasse für Flüssigkeiten [Wein, Wasser und Essig]. 

Es enthalten: 

das Keramion HO Pfund; 
die üma 40 Pfund; 




*) Holtich, Melrologiconun 8criptonini Reliquine I p. 239. 



}4 Einleitung. 

der Chus, d. i. 1 Kongion, 10 Pfund; 

das Hemikongion 5 Pfund; 

der Xestea 1 Pfund 8 Unzen; 

die Hemine oder Kotyle 10 Unzen: 

das Tetarton ( V* Xesfces) 5 Unzen ; 

das Oxybaphon, d. i. V* Kotyle, 2V» Unzen; 

der Kyathos (Becher), d. i. V« Kotyle, P/^ Unzen und 4 Gram- 
mata; 

die Gheme (V« Kyathos) 3 Drachmen und 1 Gramma. 
Dies ist das Gewicht von Wasser und Essig; man sagt aber, dass 
das Gewicht von Regenwasser zur Bestimmung am zuverlässigsten sei, 
der Chus enthalte 720 Drachmen. 

(Das Keramion war gleich der Amphora, latinisirt aus ap-^opeüc, 
und wie diese ein grosses irdenes zweihenkeliges Gefäss zum Aufbewahren 
von Wein oder Oel, während der Chus (xoö? oder X°^^)' *^ Krug oder 
eine Kanne, zum Ausschenken diente.) 

Für Oel. 
Es enthalten : 

das Keramion 72 Pfund; 

die Urna 36 Pfund; 

der Gbus oder das Kongion 9 Pfund; 

das Hemikongion 4Vt Pfund; 

der Xestes IV« Pfund; 

die Hemine oder Kotyle 9 Unzen; 

das Tetarton 4V> Unzen; 

das Oxybaphon oder V Kotyle 2 Unzen und 2 Drachmen [oder 

21/a Unzen]; 
der Kyathos, so viel wie ^e Kotyle, IV» Unzen; 
die Cheme, V* Kyathos, 3 Drachmen. 

Für Honig. 
Es enthalten: 

das Keramion 120 Pfund; 

die Urna 00 Pfund; 

das Kongion 15 Pfund; 

das Hemikongion 7^ji Pfund; 

der Xestes 2»/! Pfund; 

die Hemine 1 Pfund 3 Unzen; 

das Tetarton ÖV» Unzen; 



das Oxjbnpfaon 3'ji Unzen 2 Draclinien; 

il*-r Kvathos 2\t Unzeit; 

dir ('hem*j oder '/i Kyathos 5 Drachmen. 

Mit den hier angegebenen Gewichten und Maassen stimmt das Frag- 

des Oalen ilberein. 

Was die Tuttitn betriOlt so läast die Anrede un einen Freund, die 
fidniung, darauf scblieäsen, d&ss die Abhandlung über die Miuisse und 
Gewichte auf besondere Veranlassung, vielleicht zur Lösung einer schon 
^■Btab schtTphendt^'n Frag(> abgefas^^t hi. Hiiltsch (Griech. und rom. 
Xctiologie) ^etzt diL' Kutätehung der Dioskurides't^chen Gewicht^tafeln an 
dMa Rode des I. Jahrhunderts; dies dürfte ivolil nicht zutreffen, son- 
dern sie scheinen dem 4. .lahrbundert anzugehüren, das bestätigt die 
hsndgreifliche Debcreinstimmung mit der Tafel des Oribasios, welche, 
wie die Ueberschrift ,x«ä ^finsif-iotv 5öy.*.]j,ov, durch den Versuch er- 
VMMfi* auf Grund von Versuchen festgestellt wurde. Auch würde mau 
•o knrz nach dem Tode des Dioskurides — wann er gestorben ist, weiss 
BUi nicht — wobt kaum sofort zu einer derartigen Ergänzung Heiner 
Scliriftifn geschritten sein. Die Gewicbt.stabellü beginnt mit dem griecbi- 
«cbeo ;(a/.xGüi; und xspdtttov, welche beide in der Materia medica des Dios- 
kurides rorkommen, dagegen fehlen das Tp»t(ößo>.ov (Triobolon = 3 Oboloi) 
und mehrere kleinere Gewichte, die weiteren grösseren Gewichte sind 
ttiaaaeh. 

Di« Hohlmaasse sind nach dem specifischen Gewichte der FlUssig- 
kiteo ßetrenni. Das Kongion, Hemikongion und die Hemine finden sieb 
b«i Diocknrides nicht, dagegen fehlen in der Tabelle von den kleinen 

frn das xoyXtdpiov (Kochliarion , Löffel) und das aöotpov (Mystron), 
»pu< (Bohne), xäpüov (Nuss), ebenso die yoivü (Choinix), ursprünglich ein 
Getreidemaasa , so viel wie 2 Sextarii oder 4 Kotylai, d. h. so viel ge- 
wöhnliches Getreide, ala Tageskost auf einen Menschen gerechnet wurde, 
ood das Tjjuyo'.vfy.tov (Hemiclioinikion), eine halbe Choinix, sowie mehrere 
ander«, die Hälften grü.sserer Gewichte bezeichnende Ausdrücke. 

Man nimmt an, dass Dioskurides das römische (duodecimale) Ge- 
wichts- und Huasssystero gebraucht habe; dies ist auch sehr wahrschein- 
lich, dmn es finden sich häutig rein römische Ausdrücke, wie Urna, die 
anderen Bind einfach Uebersetzungen, 2. B. Keration für SUiqua, Xestes 
für Sexturius, Tetarton für Quartarius. 

An einigen Stellen, rermuiblicli an solchen, die scblechtliin grie- 
cbiicken Autoren entnommen sind, nennt er ausdrücklich die griechischen 
Gewichte und Maasse, so Y 102 die attische Drachme — 4,36 g und die 

be Choinix = 1,094 1, U 80 die attische Mine =^ 4:116,6 g. Ver- 
hlich ist an allen Stellen, wo die Choinix, eine rein griechische Be- 
bonng, vorkommt, die attische zu verstehen. 




-** 



Die Tafel der Gewichte bei Dioskurides wDrde sein: 

xspir-QV (Keration), röm, Siliqua (nach Hultsch) . . . = 0,189 

i^Äpfio; (Tliermos), Same von Lupinus = 2 Kcratia . . = 0,378 

oßoXo? (Obolos), röm. Obolus = 0,568 

xöa|xoc alv'jJCTioc (ägyptische Bohne) = 1 '/« Oboloi . ^ 0,852 

7pA(ijjLa (Grammii), röm. Smputum, Scriplulum, Scrupulum = 1,137 

■:fitw|5oXov (Triübolou, 3 Oboloi) = 1,794 

^('9^X'^% 6Xxi^ (Drachme, Holke), röm. Dracbm» . . . . = 3,411 

xdpQGy TTÖvttxov (Haselnuss) = 3,40 

y.äpiiov ßaoiX'xöv (Wallnuss) = 13,044 

oü^yta (Unchia), röm. Uncia . ^ 27,288 

$6aTT|7 (Sestes), ^'t Pfund, röm. Sextans = 54,58 

titapTov (Tetarton), '/* Pfund, rÖm. Quadrans . . . . = 81,86 

Xitpa (Litra), 1 Pfund, röm. Libra = 327.45 

jtvä (Mna), röm. Mina =436,6 

Das am meisten vorkommende, für die Dosirung der Arzneien vor'] 
zugsweise benutzte Gewicht war die Drachme. 

Die Tafel der Maasse: 

•/TiliT) (Cheme) = 0,01141* 

xüado^ (Kyathoa, Becher), röm. Cyathua = 0,0450 

ö$6ßayov (Oxybaphon, Essignäpfchen), röm. Acetabulum . ^ 0,0684 

^IrapTov (Tetarfcon), röm. Quartarius ;= 0,137 

xotüXtj (Kotyle), tpDßXtov (Trvhliou) ^), rÖm. Hemina . . =^ 0,274 

SifjrTjc (Xestes), röm. Seitarius = 0,547 

Xotvt£ (Cboinix) (attisch) — 1,094 

•/oöc (Chus), röm. Congius . = 3,282 

o^jv« (ürna), röiu. ürna =r 13,130 

ojt'fopsüi; (Ämphoreus, Krug), x«pa|J.t<>v, röra. Amphora . = 26,260 
jtetpTJnrjc (Metretes), röm. Metreta =39,360 

Weitere kleinere Maasse, deren Grösse sehr achwankt, sind da 
jtbflTpov (Mystron), und zwar das groaae Myatron, etwa ;= 0,06S I., das i 
kleine etwas mehr als die Hälfte davon. In einer Tabelle bei HuUscl!^^ 
(Metrol. Scriptor. Analecta p. 249, Nr. 74) wird das Mystron = 3 Eiagia" 
(1 Exagion = 18 Keratia) = 4*/» Drachmen angegeben. Diese Tabulla^ 
stutzt sich, wie Hultsch (I. c. p. 183) bemerkt, zum grössten Tlieil au^| 
die Oewichtstafel des DioHkurideji. Damit stimmt auch das C-v^<T7pa!^H 

') Nach attiscbem Haftes und Gewicht; im Kteopatra-Fragment (Hti1tBch,_ 
Metrol. Scnjit KeÜq. I p. 2Sß) ist tlas Trybiion - Oxy bitphoo, im Kusebius-Fro^^i't 
(Haltsoh, L c p. 277) - 4 üniun. Das Tcyblioa kommt bei D iniD-knri.lft«) nu^ 
zweimal vor (IV 69 u. 136).* 



itnm) der Tafel des Oribasioa, welcher gleichzeitig das Miiestron 

3 " - I oder Stagien, deren *t auf eine Unze geben, angibt. 

I'; »'S nur My.stron schlechthin kennt, so durfte die^e 6e- 

itsaanabine den Vorzug verdienen. Nach dem Galen'schen Frag- 

i Ut das grosse Mystron = 3, das kleine =i IV Oxybapha. Eh 

trtgenllicb ein FtUssigkeitsmaa^ä, Dioakurides gebraucht es auch für 

trvckene Dinge, z. B. 1 132. Das xoy^täp'.ov (Kochliarion), Coclear oder 

Var der R^mer, Löffel, ist in der Tafel der Kleopatra ^ 1 Drachme, 

üei Uölnroell» (De re r. XII 21) = Vi Cyathus = 0,012 1, nach Galen 

«o ««I als die Kotylo ^ 0,274 I, bei Oribasios ^ 7 Drachmen. 

Neben diesen besiinunten Maasson kommen iiuufig auch solche vor. 
die auf einem Vergleich mit menschlichen oder tbierischen Gliedmaassen 
Wrtihen, ao SBpi SixrjXov zb ffa/o?, fingerdick, ::8pl jitxpöv 3ixr>Xov xb 
rar/«, von der Dicke des kleinen Fingers, a:r'&a[j.aroc, Stamdaiiaiic, eine, 
twm Spannen lang, mjyjjaco;, eine KUe lang (von der Handwurzel bis 
IBBI Armgclenk), ^oz zo5<Sc, von der Hübe eines Fusses (III 1213) u. ä. 
Teraer äatpdraXo^ f>6;, von der Grösse des Sprungbeines des Schweins. 
Üb whr wenig auszudrücken , beisst es /övSpo; , ein Körnchen , ein 
StOckchrn. 

Zum Abmessen bediente man sich des Pfundhorn». xipot; >.ttpaiov; 
m yrnr ein aua Hom gefertigtes, durchsichtiges Gefaas, an dessen Au^isen- 
•di« Kreise eingeritzt waren, welche die (metrischen) Unzen bezeichneten. 
Oalea (XIII p. 894) sagt, er habe nach eigener Bestimmung gefunden, 
liufl 12 solcher metrischer Ünzun = 10 Gewichtsunzen seien. Dieses 
Pbmdhom hejsst auch Oelpfund; es ist aber nicht nach dem Gewicht 
TOD Oel berechnet, da es kein römisches Hohlmaass gibt, dea»en Oel- 
^wiciii 10 Dnzeu beträgt, auch in allen sonstigen Fälieii das Wasser 
als Xorm genommen wird. Es passen 10 Unzen nach dem Wasser- 
gvvicht auf die Hemino, deren ZwöHfaches der Congius ist, welcher 
m Pfund oder 120 Unzen wiegt (vgl. Hultsch, Metrol S. 93). 



Sarvs^ti, AiupioiiUeUehT« dcj Dloskorldct. 



Abkürzungen der wichtigsten Autorennamen. 



Ach- = Acharius. 


Hook. = Hooker. 


Ait = Alton. 


Jacq. = Jaoquin. 


All. = Allioni. 


Kit. = Eitaibel. 


Amor. = Amoreux. 


Kregl. = Kreglinger. 


Berte] . = Bertoloni. 


Labill. = Labillardi^re. 


Bibr. = Bibron. 


Lam. = Lamarck. 


Biv. = BiTona-Bemardi. 


Lath. = Latham. 


Blum. = Blumenbach. 


Latr. = LatreiUe. 


Bonap. = Bonaparte. 


Laur. = Laurenti. 


Brisa. = Brisaon. 


Licht. := Lichtenstein. 


Cl. = ClauB. 


Lour. = Loureiro. 


Crntz. = Crantz. 


Matth. = Matthioli. 


Curt. = Cartis. 


Merr. = Merrem. 


Cut. = Cnvier. 


Hill. = Miller. 


C, V. = CuTier et Yalenciennea. 


PaU. = PaUas. 


D. C. = De CandoUe. 


Pers. = Peraoon. 


Deaf. = Desfontaines. 


Poir. = Poiret. 


DesT. = Dearanx. 


R. Br. = Robert Brown. 


Dum. = Damäril. 


Bchb. = Reicbenbach, L. 


Ehrbg. = Ehrenberg. 


Retz. = Retzins. 


Fabr. = Fabriciug, Joh. Chr. 


Rdael = ROsel von Rösenhof 


Fiach. = Fischer. 


Seh. = Schäffer. 


Flem. = Fleming. 


Schreb. = Sehreber. 


Forak. = Forskai. 


Scop. =: Seopoli. 


Ctärtn. = Gärtner. 


Sibth. = Sibthorp. 


Gaud. = Gaudin. 


Sm. ~ Smith. 


Geoffr. = Geoffroy St. Hüaire. 


Spr. = Sprengel. 


Haesk. = Haeskel. 


Sw. = Swartz. 


Hanskn. = Hausknecht. 


Vaül. = Vaillant. 


Hoffin. = Hoffmann. 


ViU. = ViUars. 



Die Arzneimittellehre des Dioskurides. 



Vorrede, 

Wiewohl Viele, nicht nur Äeltere, sondern auch Jüngere über die 
Zob^reitung der Arzneimittel, some über ihre Heilkraft und Prüfung ge- 
•cftLri^eo haben, theurer AreiosO* werde ich dir doch zu beweisen suchen, 
Am» kein rergcbliches und grundloses Streben mich zu dieser Abhand- 
lttD0 «cranlasät bat, weil die Einen derselben nichts geleistet, die Anderen 
das Meiste nach der Erzählung aufgezeichnet haben. Denn lolas von 
B^tb^nieii und Uerakleides von Tarent ") haben dieselbe Materie wohl 
kurxhin behandelt, aber unter gänzlicher VemacUlässigung der Botanik, 
Ifetall« und Gewürze haben sie sämmtlich gar nicht erwähnt. Kra- 
5*) dagegen, der Fthizotoin, und der Arzt Andreas*), diese nüralich 
•cbeinen sich eingehender als die Uebrigen mit diesem Gegenstände be- 
KhäfUgi zu haben, haben viele sehr nützliche Wurzeln und auch manche 
Pflanzen unbeschrieben gelassen. Uebrigens muss den Alten bezeugt 
werden, da&s sie auf das Wenige, was sie hinterlassen, auch Sorgfalt ver- 
wandt haben, wogegen dun Jüngeren, darunter Bassos Tylaios^), Nikeratos^ 
.ind Petrouios, Niger und Diodotos^, gämmtlicb Asklepiaden, nicht Bei- 
fall gespendet werden kann. Diese haben zwar den Allen vertrauten und 
iiekannten Arzneischatz einer einigermassen sorgfältigen Behandlung werth 
gehalten, aber die Kräfte der Arzneimittel und die Merkmale ihrer Aecht- 
beit haben sie nur oberllachlicfa angegeben, indem sie ihre Wirkung nicht 
durch Versucbe feststeliteii, sondern mit leerem Gerede Über die Ursachen 
}edM derselben auf Verschiedenheiten der L'rkörper zurückfuhren und 
' 'lies das Eine mit dem Anderen verwechseln. So behauptet Kiger, 
iUi doch der bedeutendste unter ihnen zu sein scheint, dass das Euphor- 
btum der Saft des in Italien wachsenden Zwergölbauma sei und das An- 
^rosaimon leiste dasselbe wie das Johanniskraut, die Alo@ sei ein fossiles 
Product Jud&aa, und Anderes dergleichen mehr fabelt er, oö'enbar der 
Wahrheit entgegen, ein Beweis nicht für eigene Anschauung, sondern 
:ür Nttcbenählen tou falsch Verstandenem. Aucb in der Anordnung 
vtilten eie, die Einen, indem sie nicht unter einander verwandte Kt& 



zusammeabringen, die Änderen dügegen, nach dem Alphabet aufzüblend,] 
trennten das nach Art und Wirkung Qteicbartige, damit es dadurch leichtec 
im GedächtiuRs behalten werdo^). 

Wir aber haben sozusagen von der ersten reiferen Jugendzeit 
unablässig mit einem gewissen Verlangen , tue Materie kennen zu lernen 
und nach Durchwaiiderung vieler Länder — denn du kennst unsere mili'« 
tärische Laufbahn — den Gegenstand in fünf Büchern bearbeitet, unj 
zwar auf Betreiben von dir, dem wir auch die Arbeit widmen, erwidernd 
das Wohlwollen^ welches du uns bewiesen hast, der du ja deiner Nat 
nach alle die zu deinen Freunden zählst, welche wissenschaftlich gebilde 
sind« besonders aber diejenigen, welche mit dir dieselbe Kunst betreiben 
in hervorragender Weise jedoch uns selbst. Kein geringer Beweis 
deine Rechtschaffenheit ist aber die Zuneigung des hochachtbaren Likaniofl 
Bassos^) fttr dich, die wir im Verkehr mit euch erkannten, wo wir das nach- 
ahmenswerthe Wohlwollen unter euch beiden gegen einander beobachteteuJ 

Wir bitten aber dich und die Leser dieser Schrift, nicht atif unser 
Geschicklichkeit in der Darstellung zu sehen, sondern auf die der Sache 
selbst :£ugleich mit Erfahrung gewidmete Sorgfalt. Denn wir haben mit 
äusserster Genauigkeit deu grössteu TheiP*') aus eigener Anschuuunf 
kennen gelernt, Einiges laut der bei Allen übereinstimmenden £rzähliinf 
und Forschung nach dem, was bei den Einzelnen einheimisch ist, zUTer 
rassig erfahren und werden nun versuchen, sowohl eine abweichende An^ 
Ordnung anzuwenden « als auch die Arten und Kräfte eines jeden Mittel 
zu beschreiben. 

£3 leuchtet wohl Jedem ein, dass eine Belehrung Qbcr die Arznei« 
mittel nothwendig ist, welche sich Über die gesammte Kunst verbreitet un^ 
jedem Theil derselben eine unschätzbare Hülfe gewährt. Sie (die Kunst] 
kann deshalb auch nach den Zubereitungen, den Mischungen und den be 
den Krankheiten angestellten Versuchen gefördert werden, weil die Kennt-" 
niss eines jeden Arzneimittels sehr viel dazu beitragt. Wir werden auch 
dazu nehmen die allgc^mcin bekannte und verwandte Materie, damit die 
Schrift vollständig werde. 

Vor Allem ist es notliwendig, mit Sorgfalt bedacht zu sein auf di 
Aufbewahrung und das Einsammeln eines jeden (Mittels) zu der ihm ange 
passten geeigneten Zeit. Denn davon hängt es ab, ob die Arzneien wirk 
sam sind oder ihre Kraft verlieren. Sie rallssen nämlich bei heiterer 
Himmel gesammelt werden; denn es ist ein grosser Unterschied darin,1 
ob die Einsammlung bei trockenem oder regnerischem Wetter geschieht, 
wie auch, ob die Gegenden gebirgig, hochgelegen, den Winden zugüngig, 
halt und dUrr sind, denn die Üeilknifte dieser (Pffanzen) sind stärkerij 
Die aus der Ebene, aus feuchten, schattigeu und windlosen Gegenden sind 
zumeist kraftloser, um so mehr, wenn sie zur ungeeigneten Zeit einga 



Mmmelt oder aus Schlaffheit hingewelkt sind. Auch ist freilicli nicht 
•Bner Acht zu hissen , d&ss sie oft durch die gute Boden be.schaffcnheit 
tad dfts Verhalten der Jahreszeit früher oder später ihre volle Kraft 
kftbvD. Ginige haben die Eigenthnmlichkeit, dass sie im Winter BlUthen 
und ßlütlt^r treiben, andere blühen im Jahre zweimal. Wer hierin Er- 
falLTUOf; sammeln will, der muss dabei sein, wenn die neuen Sprossen aus 
der Erde kommen, wenn sie sich im vollen Wachstbum befinden und wenn 
litt Terblnfaen. Denn weder kann der, welcher zufällig nur das Uenror- 
«prieasen beohnchtet, die volle Kraft (der Pflanze) kennen lernen, noch 
der, welcher nur eine vollblühende Pflanze gesehen hat, diese beim Hervor- 
«prieAaen erkennen. Daher verfallen wegen der Veränderungen au den 
BUtt«rD, an der Grösse der Stengel, an den BlOthen und Früchten und 
wegen ii^end anderer RigenthUmlichkeiten diejenigen Über dieses und 
jenes in grossen Irrthum, welche nicht in solcher Weise Beobachtungen ge- 
macht haben^ Aus diesem Grunde wenig3t«ns haben einige Schriftsteller 
nch täuschen lassen, wenn sie behaupten, einige (Pflanzen) brächten weder 
eine BUthe, noch einen Stengel, noch eine Frucht hervor, wie beim Grase, 
beim Huflattich und Fun ffiuger kraut. Wer diesen Dingen oft und an vielen 
Orten begegnet ist, wird von ihnen am besten sich Kenntniss verschaffen. 
Weiterhin muKs man wissen, dass einige Pflanzenmittel viele Jahre sich 
halten , wie die weisse und schwarze Nieswurz , die übrigen zumeist auf 
Irei Jahre hin brauchbar sind. Die zarten Pflanzen, z. B. Schopflarendel, 
heller Gamander, Polei, Eberreis, Seebeifuas, Wennutli, smyrnäischer 
Dosten und Aehnliches muss man sammeln, wenn sie im Samen stehen, 
die Blnthen aber vor ihrem Abfallen, die Früchte, wenn sie reif sind, und 
die Samen, wenn sie zu trocknen beginnen, vor dem Ausfallen. Die 
Pflaoxeusäfte muss man bereiten aus den Stengeln, wenn sie eben aus- 
■dÜAgen. Aehnlich verhält CS sich mit den Blättern. Die ausflicssenden Säfte 
aber und die Tropfen au sscheidungen (Thiünen) muss man gewinnen, indem 
man die Stengel anschneidet, wenn sie sich noch in voller Kraft befinden. 
Die zum Aufbewahren und zum Saflausziehen , sowie zum Abziehen der 
Kinde bestimmten Wurzeln (sammelt man), wenn die Pflanzen anfangen, 
die Blätter zu verlieren. Dabei (muss man) die reinen sofort an nicht 
fttociiten Orten trocknen, die mit Erde oder Lehm behafteten in Wasser 
»bwaaeben, die Blüthen aber und, was Wohtgerüche enthält, in trockenen 
JQstttD Ton Lindenholz aufbewahren. Manches gibt es, was vortheilhaft 
Papier oder Blätter eingehüllt wird zur Erhaltung der Samen. 

FOr die flüssigen Arzneien eignet sich ein durch und durch dichter 
Bdi&lt«r (StoflT) aus Silber, Glas oder Hora verfertigt, auch ein irdener, 
nidii porusier*') ist dazu pa-ssend und ein hölzerner, wie er besonders aus 
Bochabuuro verfertigt wird. Die erzenen GefUsse sind angebracht für 
Angcn- und feuchte Mittel, besonders für solche, die aus Essig, aus Theer 



und Cederuharz bereitet sind, 
aufbewahrt werden. 



Fett« und Mark rnUäsen in Zinugefässei] 



') Der Asklepiade Areiof, ein GfinttUng des Laeoanius Busua. Dioskuride« nenni 
ihn seinen KunstgenoMen. Es ist wohl derwibe. aen Galen tom. XUI p. S<)1 erwähn' 
*) Schüler dei> Maniiut> (250 v. Chr.). wird als YerfaHser eines Werkes Ober die 
reituDg und Prüfung der ArziiPimitti;! (ntpl Guuasia^ xal SQx-.ftasto^ ffa(>[t^iuuv) kowh 
eines atpat'.ürrjg betitolicn Buches, welches jedenfalls die Behandlung der erlu-&nkteik,| 
Soldaten im Felde zum Gegenstände hiitte, bezeichnet. (Tgl. Galen tom. XII p. 989«| 
445, 638, G9I. 835, 347, Geis. V 25.) *) Leibarzt dea KOm^s Mithridat^s Kupato: 
(1. Jahrb. v. Chr.), der Rhizotom xot' i^o/Vjv und bedeutendste Schrinflteller ü 
Arxneimittel seiner Zeit. Galen bf^ieht sich häufig auf ihn (XI p. 795 , 797 , X 
p, 71. ebenso PHnius (XXV 8, XIX 165, XX 63 u. a. 0.). Olme Zweifel hat D. den Kr: 
ieuaä fleisaig benatzt, zwar ohne ihn zu nennen. *) Wird von Plinius oft citirt (X 
200. XXII 102, XXXn 87). *) Heilst bei den Römern Tullius oder .Tuliuu Basaa«^^ 
Pliniua sagt im Qaellenregi^ter zu Buch XX von ihm nur: qui grnece «cripsit. Cfcli 
Aurelianus nennt ihn Tullius, bei Scribonius Largus und Plinius te«en wir Joli 
Baasas. Hey e t (Gesch. d. Bot. II S. 23) hält Tullius fQr richtiger, weil die Grieche: 
Tullins häufig mit einem T, Julias aber mit Ol' schrieben. ilIbo eine Vorwecluel 
beider Namen durah die Abschreiber weniger niQglich war. Nach demselben Schri: 
iteller war er Freund des jQngeren Niger und hat bei Galen XIII p. 1033 den 
charakterifltischen Namen 6 Stmiito^, der Stoiker: er achrieb übtr Pharmakologie. 
*)Wird bei Plinius einmal erwähnt XXXII 101, wo er Frösche mit Meerzwiebelabkochung 
gegen Dysenterie empßehlt. ^ Pliniua (XX 77) führt einen PetroniusDiodotus, qui antho- 
logomena scripeit, auf, ebenso XXV 1 10, dagegen XX 145 und XXIV 147 einen Diodotus, 
dem er empirica cnschreibt. Wittstein (Die Naturgechicbt« de« Cajas Plinius »ocundus. 
Bd. 4 S. 33) hält dieselben für ein und dieselbe Person, so dass Diodotua nclleicht durch 
Adoption in das Geschlecht der Petronier den Namen Pelronius erhalten habi 
Dieser Vermuthnng, das« Pltnius aus zwei Namen einen gemacht habe, tritt Krrotian' 
entgegen, der jedem ein besonderes Werk beilegt: Qstptüvto; Iv &>.iitatc xa't Ac^d 
iv ß' tut&oXD^txüiv. Meyer (Gesch. d. Bot 11 S- 47 ff.) will Petronius Musa lesen, e: 
Botzt ihn in den Anfang des 1. Jahrb. n. Chr. Dasa an unserer Stelle EWei 
verschiedene Schriftsteller gemeint sind, erhellt schon daraus, dasi swiachen beid< 
Namen ein anderer, Niger, steht, *) Wie weit diese scharfe Vemrtbeilung der ge* 
nannten Schriflsteller zutrifft, läni sich nicht prQfen, da ihre Schriften sämmtlicl 
verloren gegun^en sind. Sie passt aber jedenfalls nicht auf Niger. Pliniua nennI 
ihn ala Gewikhramann an unzilhligen Stellen; im Buch XX 226 nennt er ihn äexti 
Niger, ebenso im Schriftatellerventeiclinis» zu diesem Buche, sonst durchweg Sextius 
er bezeichnet ihn (XXXII 26) dtln .diligentissimus medicinae', Galen, der ihn einfac! 
Niger nennt, stellt ihn unter den besseren Schrifletellern Aber Herakleides nn> 
Krateuas (tom. XI p. 797). Ohne Zweifel hat ihn D. selbst häufig benutxt; 
rergleiohe Plinius (XVI 50. XXIX 74, XXXII 26) und D. (IV 80, 11 67, II 26), 
das. was ersterer mit ausdrUck lieber Beziehung auf Niger Ober die Giftigkeit d 
Taxus in Arkadien, Ober die angebliche Uuverbreunlichköit dea Salamanders, Üb 
die Gewinnung des Bibergeüs sagt, auch bei letzterem ohne Quellenangube sich findet. 
'f Nach Tacitna (Annal. XV cap. 33) im Jahre 64 Couaul. Die Aldiua und andere 
Ausgaben schreiben Acxtvtou, Ltcinü; tuu richtigsten wird wold Laeoanius Baoius ge- 
lesen. '*) Im Texte steht xi p,iv Xotsoi. Das Uebrige gegenüber dem Wenigen, was 
D. aus Nachrichten geschöpft h&L Einige wollen cXsfota. dos Meiste, lesen. *^} äpatö;, 
offenbar im üegensata zu coxvöf, dicht. 





Erstes Bnch. 



C»p* 1. Uspi "Ipido^. Iris. Dte Iris [die Einen nennen sie die 
iUrrisdie, die Anderen Thelpide'), die bimnilische, reinigende, wunder- 
Imr«, die Römer marica^), auch Gladiolus, Opertritos, Consecratrix^), die 
AegypUr Nar*] iak nach der Aehnlichkeit mit dem Regenbogen benannt. 
Säe hat der Siegwurz tüinlidie Blätter, aber grösser, breiter und glänzender. 
Die Blfithen stehen auf Stielen in gleicher Entfernung^, sind zurllck* 
^bogea, verschieden artig gefärbt, denn man sieht weisse, blassgelbe, 
pwparfarbige oder bläuliche, darum wird sie wegen der Farbenverschieden- 
heit dem Regenbogen am Himmel verglichen. Die Wurzeln darunter sind 
gegliedert, fest, wohlriechend; dieselben werden abgeschnitten, im Schatten 
r^'-'>cfcnet und, auf eine Schnur gezogen, aufbewahrt. Die beste ist die 
itche und makedonische, und unter diesen verdient den Vorzug die 
mit WOnelchen dicht besetzte, hie und da verstammelte ^) , schwer zn 
bncheode Wurzel, welche von hellgelber Farbe, sehr wohlriechend ist 
und aof der Zunge brennt, [welche einen reinen Geruch hat und nicht 
fbockt ist]^, und beim Zerstossen Niesen erregt. Die hT)y8che ist ge- 
ringer an Kraft, hat eine weisse Farbe und bitteren Geschmack. Beim 
AfiltäTwerden verfallen sie dem Wurmfrasse, werden aber wohlriechender 
mid haben erwärmende Kraft, vertreiben, mit doppelt so viel weisser Nies- 
wTtfx aufgelegt, Sonnenbrandflecken und Leberflecken. Sie füllen die Ge- 
•diTQre mit Fleisch aus, verdünnen die schwer auszuwerfenden Flüssig- 
k«it«a und benehmen einem verderbenbringenden Kittel die Kraft, wenn 
mit Honigmeth genossen werden. Sie sind aber auch schlaf machend, 
eben Thränen und heilen Leibschneiden. Mit Essig genommen sind 
ine denen heilsam, die von giftigen Thieren gebissen sind, ebenso auch 
llGhsQcfatigen und denen, die an Krämpfen leiden, die von Kälte und 
|Jbctidiauem ergriflen sind und denen, die an Samenfluss leiden. Hit 
Puin genommen, befördern sie die Katamenien, auch ist die Abkochung 
mvon zu Bähungen für Frauen sehr geeignet, indem sie die Stellen 
Einreicht und Öffnet. Mit Honig als Paste ^) eingeführt, ziehen sie den 



Embryo heraus. Sie erweichen auch Drüsen und alte VerhärtungBn, went^f 
sie gekocht umgeachlagen werden. Ferner sind sie wohlthuend bei Kopf-^ 
schmerzen, wenn sie mit Essig und Rosensalbe aufgestricben werden. 
Endlich werden sie auch den Zäpfchen*), Pflaulem*") und Satben^O ku^ 
gemischt; überhaupt sind sie zu Vielem nützlich. 

') C. C. hat dalh-KiSi] (Thijpjde), welchem eich von fräXsity, erw9mi(<n, ableitenl 
l&Bfi« *) Statt marictt, vieUeicht corrumpirt aus amaricoas. dcnu narh Theopfa 
{de o(ior. VII 32) ist die frische Wuracl »ehr bitter und ruft auf den Händen Ge 
schwüre herror, liest Marcelluä naronica wegen ihrei häufigen Yorkonunens 
Naron, einem Flosa in Dalmotien (vgl. anch Plinios XXI 40). ') Die Ueüigerin, r 
aie beim Darbringen der Stthnopfer gebraucht wurde, daher auch die Bezeichnund 
.reinigende*. *) Feuer. *| ävÖti tni xliaviiuv napäÄXi^i.a wird von Ruelliua and 
Anguillara mit .abwechselnd an den BlUthenschäften" übersetzt, die« dürfte D. woW 
eher durch xat' öiK)i-(])>a ausgedrückt haben. ') 6;;oxiXo^c kOiinte man auf die ah 
gestutzte Wursel beziehen, ich denke, dura eher die durch das Abfallen der Bl&tb 
und Wurzeln inn Rhizom entstandenen Narben damit bezeichnet werden süHen 
wohin auch da» dem xöXoßoc vorgeaetzte 6x0 zu weisen sctieint Wir hätten 
wohl mit einem mehrjährigen Hbisom xu thun, bevor dcascn eige&thümliche Ve 
zweigung eintritt, von der D. nichts sagt. ') Der eingeklammerte Satz fehlt iu 
C- N. ') xoX/.öp:ov, Brödcben, von der Form im frischen Zustande. Bei der Au 
bewahrung wurden sie trocken und pulverig, bei der Anwi^ndung daher mit irgend 
einer Flüssigkeit angefeuchtet. UnprQnglich waren sie Augcnmittel (heute sind äi 
die Bezeichnung für dickflflssigc Augensalben), vertraten aber häufig die Stelle von' 
SuppOKitorien und wurden bt'i Fisteln, zum Einbringen in den Cterua, Mastdarm q.s.w. 
gebraucht. ') nsssot. iZbnglichrunde Zäpfchen aus Wolle, Seide oder Leinen, Wacb 
oder Harz od. dgl. mit den betreffenden Arzneimitteln gemischt, damit bestricheo 
oder darin eingetaucht. ^°) \uikii^axa, eigentlich erweichende Umscfal&ge. Aron 
tische Kräuter wurden gestossen und mit Fett, Wachs oder Harz zu einer pflaster-^ 
oder ^albenarligen Masse verarbeitet. Auch kochte man schleimige SubstAnzen 
(Malven, Foenum graecum] und setzte Fett, Bonig, Butter od. dgl. zu; a. auch Cap. 52 
") QEXona {a. priv, und xino;, schwach), stJirkende Mittel in Salbenform. Sic bestandea 
ursprünglich au» reinem Oel, si^ter wurden alle möglichen Substanzen, Galbanv 
Opoponax. SUphium, zugeaetzt; in der Folge bekam daa Wort Oberhaupt die 
deutung für Salbe. 

Von den älteren Scbriflsti-llern ist es besondet« Tbeophnut, welcher Ober dtn 
Iria viel berichtet, im Ganzen übereinstimmend mit D., diies sie von den Gewflnt-^ 
pflanzen die einzige sei. welche in Europa, und zwar nur in wärmeren G^enden wHchfiey^| 
nnd dass ihre Güte nach dem Standorte verschieden sei (bist. p). IV 5. 2: IX 7, 3 
und 4; de c»uii. pl. VI 18, l^), daaa »ie in klüteren Gegenden keinen Geruch habe 
und dass diecer sich erst nach dem Trocknen entwickle ; recht kr;ifh'g werde sie erab^l 
nach drei Jahren (de cans. pl. VI 11, 13; de oder. S4). Pliniua unterscheidet drei^l 
Arten» von der illyrischen zwei Sorten, die Raphanitis, wegen der Aehnlicfakett 
mit dem Bettig. und den Ithizotomos (Wurzelgrilber) , der rOthlicb aasi<ieht und 
der beste int. Nur die Wurzel wird gebraucht und zwar zu mediciniscbcn Zwecken • 
Kindern werden sie beim Zahnen und beim ITuaten unigehftngt (XXI 140). Wenn 
man sie graben will, giesst man drei Monat« vorher Homgwasser um ^ie her, un^ 
durch dieses Besänftignngi^mittel die Erde gleiclisam zu rertChnen , zieht mit de 
Schwerte einen dreifachen Kreis nnd hält die ausgestochen« Wurzel zum Himmc4| 
empor (Theopfanut Iftsst dieses b<:i der Xiris geschehen). 



I. Buch. Cap. 2. 



25 



frisprrmaniea lu. I. flargutina ii. ilTu\tt.ceü*>). Deu tsc he und Floro nt i niBcbe 
».«ertiiliv. Sie wüclist in Ünecbenland und lUlien wild, dort betsüt sie heute 
hier Iride piiTotuizza oder Ginggiolo. 



Cnp. .i. n«fil 'Axöpo'). Akoron. Das Äkoron [Einige nennen es 
I apbrodisiaa'X die Uömur Venerea*), auch Hadix nautica^), die Gallier 
encium*)] bat Blätter deneu der ScbwcrtLilie äbulicb, aber Hcbniater, 
ad ihr nicht nniibnliche Wurzeln, die aber mit einander verflochten und 
ntchl gerade gowacbsen sind, sondern schief ^ zu Tage treten und durch 
Ahältio unterbrochen sind^), weisslicb, mit scharfem Oeächmack and nicht 
iBuujgeoehinem Geruch. Den Vorzug verdient das dichte und weisse, 
siebt (von den WUnnem) zerfressene und duftreiche. Ein solches ist das, 
velches in Kolcbis*) und Galatien Splenion^) genannt wird. Die Wurzel 
b»t erwirxneude Kraft. Eine Abkochung davon getrunken treibt den 
Hiim, ist auch ein gutes Mittel bei Lungen-, Brust- und Leberleiden, bei 
LcÜMchneiden , Zerreissungen ") und Krämpfen. Sie erweicht die Milz, 
kilft den an Harnzwang Leidenden und den von giftigen Tbieren Qe- 
lösAeneo, und eignet sieb wie die Schwertlilie zu Sitzhadem bei Frauen- 
krankheiten. Der Saft der Wurzel vertreibt die Verdunkelungen auf der 
Pupille'); mit Vorlbeil wird aber auch die Wurzel den Gegengiften zu- 
cwDiscnt. 

*> BeUifl oder Reigen der VmiuirpflunKe. *) VenuspflanKe. ') Schiffiiirunel, weil 

tiftUcicbt ruDi Kolffttcrii der Sf^hifre, zum Abdichten i]er Fugen gebraucht vurde. 

Apvkljiia will dafQr Piper upium teceu, weil die Pflanze in den Bienenstock gelegt 

Afandnrftnnen der Bienen rerhindere: Banbin abernetzt Piper aqueum. Waaser- 

pltflvr. ') Du Rhizom tH aaa etwa« fluchen Tiieben gegliedert *) Kolchia, Land- 

•cfaA »n der OfltkßHt*' de« Schwuren Meeres, das heutige CiouTemement Kut4ii» im 

nwauelKa Trauikaukasien and Trapt-zunt umfassend, Galatien, etwa die heutige 

fUftmnhatbinwl '') Ein Mittel geg^n Milz- (oicA-i^y) Leiden. *) ^ij^|L«ttt , innere 

fftpUmi , *) T9I ric(7X0T6övTa ta[< tho^^i^, ein dem D. eigenthnmiicber Ausdruck. 

RUm (XXV 157) nennt die Wurzel von Oxymyi'sine {Riuctu acultatus h., Mäuse- 

d«B oder StechmjFrie) auch Acoron, weshalb Kinig«, um Verwechselungen vorzu- 

beocen, dteitcii lieber wilde« Acoron nennen wollten. Im Uebrigen beschreibt er die 

PltBW nach Qeetiüt und Wirkung wie D., sagt aber statt dp^^Cov npö; ^r^ff"^^^* 

nftk ooagnium .ruotu facilit*. leicht Aufstonen bewirkend — ob abBicbtlicfa oder 

Wi ab«tflftchlichein Hdren des Vorleben dazu geführt, wie es ihm 5fter geschieht? 

B^reflif der Identität des Akonm hat es an Controventen nicht gefehlt, be- 

"faitn da D. in Cup. 17 noch eine Pflanze als CalamuB aromaticii« beschreibt. 

Dir SchriflJleUer des 16- Jahrb. sind getheilter Meiniuig. Bauhin iHIator. 
rl-r.t uniren. auctor. J, Banbioo et Cherlero, 1651, lib. XIX p. 7351 sagt: Bei den 
M'ftrn gilt f'alamu9 odoratu» für da» Akoron, wiewohl Garcia abHorto (De 
ifi.niit- it <,n\\,\. medic. apud Indos na«, bist-, 1574) und Äcosta {Hist. .■timpl., 
^cuf- PS t>ri<nte trannfer., 1520) bemerken, da>>a es der Caiantu» ceru» seit indicu* 
'-'■■■'• tti. Ebenso nrtheilt Sjrivius: der wahre Acorus ist nach dem Urtheile Vieler 
- b:f Anderes ali die in allen Aiiotheken Kuropas ata Catamua aromalicuä bezeichnet« 
V'urzcl. Clniius (Rarior. plant. hisL, 1576): der Kalmus unserer Offltinen Ist nichUt 



l 




26 



DiV Aivii<!!!rntipll»>>ire il*»« DiOHbiiride!«. 



Anderes als die Wurzel, auf <Ue alle Kennzeichen det^ Acorum der Alten am dcbAnv 
pasen. In gleiclier Weue spricht sieb 0. BrunreUiu« (Hist. stirp. tribna tofl 
absot, 1636) aus. A. Lonicerua (Herbar. gerni. Plant,, 1.^82) dagttgen bält 
Akoron des D. fQr Irig lutea, ebenso Yulerius Cordu» im Dii^pemiitorium; H. Tragt 
(der latiniBirte Xame fQr Hieronymua Bock) (Hut. herb, cum %., 1552) un| 
Lobel (M. de TObel. Hut. plant, cum 6g., 15Tri) sprechen es als Iris Paeudaear 
an (Tgl. Baubin et Cberlcr, L &). Den letzteren scbliessen sieb Sprengel 
Koiteletzky (Allgem. medtc. Flora. 133L— 1836) an, weil, sagt Sprengel. 
Akoron nacb Serapion eine gelb« BlQthe hat und noch dem Zeugnisse de« Apulejfl 
nie an culttvirteu Orten, in Gärten und auf Wiesen wächst. Acorus Calamus ab 
nur wild vorkooiml, 

D. beschreibt das Akoron unverkeanbar ab Accrtu Caiamui L. {i 
Gewürzhaftpr Kalmus, vofQr ea auob ron KlUckiger und Fraat 
halten wird. 

Trotz seiner grossen Verbreitung kommt der Kalmus in Oriechenland, wo ü 
Sibtborp in Itaknnia noch fand, nicht mehr vor, auch ist, wie Fraas sagt, ael 
Gebrauch dort unbekannt; D. gibt ja die Hcsugsquollen iiuch an. In Norditalil 
wäobst er an manchen Stellen im flieMenden und stehenden WasMr vild. Bei Dan 
und Stettin wird er gebaut. 

Als die Heimath des Kalmus wird Asien botrachtet> von wo er ans Rothe SCe^ 
gelangte und durch Arabien nach Europa kam. Duss die PSanzc durch Mensche 
bände verbreitet worden sein soll , ist kaum anzunehmen , da sie sich meist se 
entfernt von menschlichen Wohnungen ansiedelt. Deutscher Kalmus (Calamns 
stras) ist seit dem 17. Jahrb. bekannt, als solcher findet er sich in der Apotheker 
von Halberstadt 1697. 

Der wichtigste Bestandtbeil des Khizoms i>^t ätherisches Oel, auch ent 
es daa von Tfaoma daraas hergestellt« bilt*^re Acorio, Es ist ein gescliAtci 
Stomachicnm und Tonicnm. 



Cap. 3. Hspl MtJgo. Bärwurz. Das sogen, atbaraantische *1 
Meon wachst sehr häufig in Makedonien und Spanien, an Stengel uc 
Blättern dem Dill ähnlich, aber es ist dicker [kürzer] als der Dill, 
erreicht eine Grösse von etwa zwei Ellen, ist [auch oft]*) unten besetzt mr 
zarten, querlaufenden und geraden, langen, wohlriechenden, auf der Zunge 
brennenden Wurzeln. Diese, mit Wasser gekocht oder auch ungekocht-, 
fein zerrieben und genossen, lindem die Schmerzen bei Blasen* un^ 
Nieren Verstopfung und sind ein gutes Mittel gegen Harnverhaltung, gegefl 
Aufblähen des Magens und Leibschneiden, auch bei hysterischen Zustünde 
und Gclenkloiden. Fein gerieben mit Honig als Latwerge dienen sie gege^ 
Brustrheumatismus, als Abkochung zum Siizbade verwandt leiten sie da 
Blut ab durch die Menstruation. Auf die Schamtheile der Kinder ge- 
legt, treiben sie den Harn. Wird es mehr, als nüthig ist, genommen, 
so verursacht es Kopfschmerz. 

*) Diese Bexeiohnung leitet Plinius (XX 258) ab von Athama«, dem Sohnq 
des Aiolos, der es zuerst gefunden haben «oll, oder von Athamas, einer Landscha 
im sOdliehen Thessalien, wo da^ beete Meum vorkomme. *) Nach Cod. G. und K. 

Meum athamantieitm Jacq. AihamanUt Jdtum L. (ümbelliferae). Mutter- ode 




Birwun. Bärenditl oder B&renfenoh el, eine Pflanze der Yoralpen Earopaa, 
lieferte die frOber ofBciuelle, stark gewür2hart und scharf sobmeckende Radix Uei 
ehre AaHhi uriini, seu Foeoiculi iireini. 

Op. 4. lUpl KoKfiipou. Cyperngras. Der Kjpeiros — Einige 
rillen ihn gerade so wie d^n Aspoluthos Erjsiskeptron ') [die Römer 

Dwurzel, auch Binse]. Er hut Blätter wie der Lauch, aber länger 
dflnner [und härter]'), einen Stengel von zwei Ellen und mehr Höhe, 
kantigf der Binse ähnlich, nn dessen Spitze sich ein Ansatz von kleinen 
BUtichen und Samen be&ndot. Die Wurzeln darunter , von denen auch 
Gebrauch gemacht wird, sind längUcb wie Oliven, unter sich zusamiuen- 
h&ngend oder auch rundlich, schwarz, wohlriechend, etwas bitter. Er 
wlch»t aber in bebauten und sumpHgen Gegenden. Die beste Wurzel ist 
die »ehr schwere und dichte, vollkräftige, schwer zu brechende, rauhe, 
die einen mit einer gewissen Scharfe verbundenen Wohlgeruch hat; eine 
solche ist die kilikiscb» und syrische, und die von den kykladischen 
iDcelo. Sie bat eine erwärmende, eröffnende, harntreibende Kraft, hilfl: 
Rn BUsenstein und Wassersucht Leidenden und ist auch ein gutes 
littel gegen Skorpionstiche; femer ist sie in der Räucherung' heilsam 
bei Erkältung und Verstopfung der Gebärmutter') und befördert die Men- 
struation. Trocken fein zerrieben heilt sie Geschwüre im Munde und 
fressende QeschwUre. Femer wird sie erwärmenden Umschlägen zugesetzt 
ood eignet sich besonders zum Verdichten *) der Salben. Es wird be- 
ridit«t^ dass in Indien noch eine andere Art Kypeiros'^) vorkomme, dem 
Ingwer ähnlich, welche sich beim Zerkauen safranfarhig und bitter er- 
WfidL Eingesalbt aber vertreibt sie alsbald die Haare. 

*) neraasg^zogeDe« Scepter (Ipöui und 3it'f]KTpov) , HeayohiiiB will iptdnvtnTpov 
Iambi (2p«t3«i und arf)stoov), sich etUtceades 8cepter. ron der Gestalt des mit einem 
Ami tu venebenen BlOttieoBcbafieB. ') Cod. Coiut. *) npi. |iY|if>a(, cigcntlicli Peri- 
nctrinm. '^I vt6\i^a\9, eine Maase, nm Oelc zu verdichten, dan sie den Wohlgenich 
ULBger halten« ^) t'ureuma longa h„ riiniai nennt sie C/l'ii'a Zingiberifl effigje, kurz 
rorlirr redet er von Cjjnnu, einem Gladiolus mit zwiebehirtiger Würzet, 

Cfpmu rotnmiiui L. Ct/perun longuM L. (Cyixtraceae). Runde« (und lauge«) 
CyperngrMB. Die Ptltinxe hat eine kriechende Wurxel mithafielnuasgroaaeo eirunden, 
■ niiii bmnnen und innen weissen an den Fasern hßngenden bitterlichen . sobwaoh 
«romatMohen Knollen. Die Blätter sind alle grundatändig, schmal Unealiach, BchSn 
gifln. Das Ifcngfite der ungleichen HQllbllltter ist etwas länger al» die vier- bis «cohs- 
itiahlige Dolde, di^ A'^liren aind gcbraal, tpitz, die Frucht ist drpikantig, braun. In Ort- 
(niecitmUnd und iiuf dea Inseln beute nach Fraas ein uii vertilgbare« Unkmut. Die 
Wturuln sind ttine btfUebte Speise der ärmeren DeTMkemng. 

Cap. 5. IIspl Kapds|ji(ii[iou. Kardamomon. Das beste Karda- 

wird aus Komagene, aus Arabien und vom Bosporus bezogen; 

• :^'i r in Indien und Arabien. Man wähle das, welches schwer 

tu tv: ', voll und rasselnd') ist [denn was diese Eigenschaft nicht 



hat, ist zur umrt'chten /.eit gebammelt]« welches einen betäubenden Gerach 
und scharfen , hittcrlicheu Geschmack hat. Es hat erwärmende Krart«! 
Mit Wasser genommen wirkt es gegen Epilepsie, Husten, Ischias, Faru-I 
lyse« Zerreissungen , Krämpfe« Leibschneiden und treibt den Baudwurnn 
ab. Mit Wein genommen ist es ein gutes Mittel bei Nierenleiden, Ham-j 
verhaltung, gegen Skorpionstiche und alle Bisse giftiger Thiere. Mit 
1 Drachme') von der Wurzelrinde des Lorbeers getrunken zertrlirame 
es den Blasenstein. In der Rüucherung lOdtet es den Embryo, und mit 
Essig eingerieben vertreibt es die Krätze. Es wird aber auch den Salben 
zum V^erdichten zugesetzt [ebenso den anderen Gegenmitteln]*). 

') Ein Zeichen, dsss die Samen in der Kapsel reif sind. *) l Drachme = 8,411 g\ 
■) Die eingeklammei-leu Worte nur bei Saracenua. 

D. scliätzt die Droge narh der Handels- bezw. ßezug^^end. Komagene tsl 
die nQrdllclut« Provinz rou Syrien. Die Produete Indiens worden theilj auf de 
Land-, tbeils auf dem Seewege zum Abendlnnde gebracht. Die Karawane setzte eich^ 
von Attok am Indus aus in Bewegung nach Kabul, der Hauptstadt des heutigen 
Afghiinii^taDK. Von hier Hihrte eine Strattse über Kandahar durch das Gebiet der 
Partber. durch da« kaBpi^^cho Thor nach Kkbutana in Medien, dem heutigen Hamadan. 
Ton da zog der Kaufmann entweder iQdväris über Suaa zu ilen Mündungen des 
Eujihrat und Tigris oder Überschritt den Tigris auf einem weltlichen Wege, uin 
nach Babjlon, dem Hau ptstapcl platze, zu kommen. Dann ging es entweder zu SchifT 
auf dera Kuphntt oder Iftngs seiner Ul'er nach Syrien und Armenien, wo In Kumagene 
der FIuss ilberseh ritten wurde, durch den Poiitus euxinus (Sehwaneee Heer) und den 
Boeponu nach Bjzanz (Constantinopel). Andererseits konnte man durch Syrien mit 
seinen Hafenstädten Tyrus, Sidon und Heliopolis leicht zu den eurü|>äiscben Mittel- 
meertändcrn kommen. 

TheopbraHt (Uist. pl. IX 7. 2, 3) l&Ht daa Kardnmomon theili ans Indien, theils 
ans Medien kommen, er nennt va beisaend» 2^ttxQv, Nach Flinius (XII 50) «rilehf^i 
ee sogar in Medien; er nennt es dem Namen und der Oegtalt des Strauches 
ähnlich dem Amomom ond unterscheidet vier Sorten: die sehr grtlne, fette, scb 
kantige und schwer zerreibliche als die beste, die räthlichu, dann die kürze 
BchwärzHche ond als schlechteste dte gedeckte, leicht zeiTeibUohe und schwach' 
riechende. M.m muss bei den botanischen Angilben des PLiniui« sich aber bewusst 
bleiben, da^^s dieselben nicht absolut sicher und ausschlaggebend sind. 

Die Beschreibung der Droge ist sehr karg, da« Wenige, was D. sagt, stin 
aber sehr gut, so dass wir wohl mit einiger Sicherheit annehmen können, daas 
Kardamom d^r Alten die Frucht von tHettarta Cafttainomum White et Maton Alpinü 
Cardamomum Roxb. (Zingiberaccae), einer Pflanze der feuchten Üebiig^wülder de 
MalabftrkQste ist. Daas auch Arabien als Heimath der«elben angegeben wird, dar 
uns nicht wundt-rn, da der Zwischenhandel in den Händen der Araber tag und. wi« 
bei anderen Producten Indiens, so auch hier Arabien als Stammland angesehen wurde. 

Scrihonius Lurgns, ein ZeitgenoHse des D., wendet gleichfalb das Kardamom 
an und Alexander von Trallcs, um die Mitte des 6. Jahrb., verordnet es ftuaserlich und 
innerlich in twdif Reoepten, in einem Falle (bcsondera gegen Nierenleiden) schreibt 
er das entfaQlste (x. UTivttfnsfiivov) vor. Die Pflanze selbst beschreibt I>. nicht. 

Der wirksame Bestandibeil des Kardamom ist ätherisches Oel, welchee 
ihm einen kräftig gewlirsshaften, milde kampferartigen Geruch und einen etwas 
brennenden Geschmack verleibt. 



I. Buch. Csp. ß. 



29 



-lAl.;ir-Kanlani<iiin?D klammen im Handel noch TordieCejlon-, Siara-, 
I'' l'i-ngali.'tchen Kurdauiümen. 



Cap. 6. Ilspt NdtpÄo'j. Narde, Es gibt zwei Arten Narde, und 

heisst die eiob die indiscbef die andere die syrische, nicht aber weil 

in Syrien gefunden wird, sondern weil die eine Seile dus Gobirgea*), 

u ilem sie wächst, nach Indien, die andere nach Syrien gerichtet ist. 

f^a der als syrische bezeichneten ist diejenige die beste, welche frisch, 

it, reichdoldig, gelbfarbig und sehr wohlriechend ißt*), und zwar im 

a{le dem Cyperugriuse gleicht, wulcfae eine dichte Aebre'), einen bitteren 

chmack bat, die Zunge austrocknet und den Woblgeruch ziemlich lange 

Jt. Eine Art der indischen heisst Gangitis von einem gewissen Flusse 

lii Xamen Ganges, welcher an dem Gebirge*), wo sie wächst, vorbei- 

fii«Mt. Sie ist an Kraft schwächer, weil sie ans feuchten Gegenden 

stuomt, ist auch länger und bat viele aus derselben Wurzel spriessende 

doldige und unter sich verflochtene Äebren mit stinkendem Geruch'^). 

gebirgige*) dagegen ist dunkler, wohlriechender, hat kürzere Aehren 

ähttelt im Geruch dem Cypemgrase; dabei hat sie die übrigen Eigeo- 

Wn der als syrischt; bezeichneten. Eine Art lieisat auch die sara- 

ritische'^), sie ist sehr kurz und nach ibrer Heimatb benannt, mit 

Aehren, in deren Mitte sie zuweilen einen helleren Steugel mit 

aSsaig starkem Bocksgerucb treibt; dieser muss weggeworfen werden. 

wird aber auch ausgesogen in den Handel gebracht'); dieses erkennt 

daran, dass die Aehre weiss und dürr ist und keinen Flaumbesatz 

Dt. Sie verfäläcben sie auch durch Imprägniren mit Schwefelantimon 

Wasser*) oder Palmwein, damit sie compacter und schwerer wird. 

. Gebrauche muss man, wenn Schmutz an den Wurzeln bangen sollte, 

entfernen und den Staub absieben, welcher zum Wascbwasser der 

nde verwandt werden kann. Sie haben erwärmende, austrocknende, 

Dtreibende Kraft, weshalb sie genossen aucli den Stuldgung und, in 

pfcben eingelegt, die Ausfiüsse aus der Gebärmutter stellen, sowie die 

in Ordnung bringen. Mit kaltem Wasser genommen helfen sie 

?D Uebelkcit, Magenschmerzen, Blähungen, Leberleiden, Gelbsucht und 

ITiercnleiden. In Wasser abgekocht und zum Dumpfsitzbade angewandt, 

sie die GebärmutterentzUiiduDgen. Ferner wirken sie gegen die in 

'. j^»'n abgesonderte, die Augenlider faulende Flüssigkeit, indem sie 

■ üipeni kräftigen und verdichten, auch dienen sie zu Aufstreupulver 

feuchte Körper. Weiterhin werden sie den Gegengifteu zugesetzt. Zu 

teln aber werden sie mit Wein fein zerrieben, geformt und in 

urerpichten neuen Gefässe aufbewabrt. 

'I Der Piiropamisus (Hinrlakuichgebirge); die Alten nannten alle jecseit« de^ 
UegVDtlen Länderstrecben . Cbtna mit inbcgiiffen , Indien. '] Hier iollU man 



■ 



30 



Die Ansneimiltellehre Uett Dioskuridtw. 



anueliracn, D. rede vou der Wurzel, »nf welcbe die Eigenschaften i:|>4i'fa^o;. fri« 
noötp-Tj, leicht, BoX6»0(Jioc, vielhaarig, mit vielen Würzelcben, SävtKj. gelb, «6«»8t]5 Sf^ 
sehi' wohlriechend, am besten in betiehen wären- ') AI« Aehre {ord^u^ üi der 
ValerianfU-'een eigene BlUthenstand , die Trugdolde oder doldig erscheinende Bti 
XU verliehen; D. nennt ihn sonst sxtdStov, *) Das Himalajagebirf^e. ') PUiu| 
(VI! 42) nennt die Ozaeuitla von ÖC«cvst, ein Qbelrieche&der Polyp. ") Im OegenBu 
XU dvr Ton nassen Plätzen: eine hpnvri v<EpSo<; wird in einem besonderen Capit 
besehrieben. *) Die Bezeichnung wird abgeleitet von Sapphar, der Reeidena 
indischen Fürsten in der 'VVeihraucbgegend an der SudfipitE« Arabiens (Safa 
') Unter &Roßfßf>cT^vYi, dem Feuchtsein der Handeläwaare, ist unzweifelhaft die dar 
AuAziehen ihre^ WohlgeruchB beraubte und dabei feucht gebliebene Narde zu ve 
stehen, dal>ei i^t der Flaumbesiits , die statt des Kelihei bei den Ynlei-iaBare 
befindliche Haarkronc (Pappns) zerstört und noch die Farbe verändert. *) Das In 
prfigniren kann wohl nur auf die Wurzel bezogen werden . es wird dazu 
schwarze Schwerelantiuioii iSUnimi) gebraucht, welches schon die alten Aegypter we^^ 
der Selt(!nheit und Kostbarkeit durch ächwefelblei ersetzten. 

Narde war das feinste und Tomefamste Aroma des AtterthUDis (Hohelied 
U Tulgata). Galen (de fac. simpl. Vlil p. 84) nennt die Pflauxe väp2ou vcä^oi (NanJ^ 
stacbjs), entfiprechend dem Pliniauischen Spica nardi, welches wir in dem Ausdt*ucl 
Speik- oder Spikenard für Valeriana ceJtica wieder finden. 

D. dcheint sich selbst über die Sache nicht ganz klar gewesen zu sein, so da 
die Narde jedenfalls zu den Pflanzen gehört, welche er nach Berichten beschreih 
Auffallender Weise wendet er der Wurzel wenig Aufmerksamkeit xu, da sie dod 
vorzugsweise der Träger des Aroma» t^ein soll. Arriauns (Exped. Alexaudri VI 
beriohtei, daas Alexander auf seinem Zuge viele von den Phünikem gesammellj 
wohlriechende Nardeowurzeln vorgefunden habe, welche von dem Heere in »otcti 
Menge zertreten wurdt-n, dass die ganze Gegend dimach roch. 

Tbeoplirast sagt von der Narde nichts, PUnius dagegen (XIl 42) handelt au 
fahrÜL-h darüber. Die indische beschreibt er als einen Strauch mit schwerer» dicke 
kiuzer, schwarzer and obwohl fetter, doch zerbrechlicher Wurzel, die gleich d< 
Cyi)eru«wurzel nacli Schimmel riecht und herbe schmeckt. Die Bl&tter sind k\vkA 
und stehen dicht. Cacumina in aristas se ppiirgunt; ideo gemina dote nardi tpic 
ac folia celebraiit, Übersetzt Wittstein: »Der oU'ntte Tlieil (df*r Wurzel) trö 
rundum grannenartige Füden ; man preist daher vorzüglich zwei Theile an der Pflanz^ 
die fthren&buliche Wurzel und die BIBtter.* 

Die indische Narde i^-t Vairriana oder Patrinia Jaiamami Jones, die ayrisc 
Patn'nia 8cahiomrfolia Fisch. (Yalerionaceae). Die eratere I^anze ist raeeuartig, 
Wurzel federkieldirk oder 6ngerdick . nach unten viele Fysern , nach oben bi^ 
drei Keime treibend, welche sich Ton Jahr zu Jahr verlängern und dann, von de 
faserigen braonrOthlicben Blattreststieleu bedeckt, einem borstigen Schweife gleiche 
Die wohlriechende Wurzel mit einem Stongelre^to ist im südlichen Asien heutzut 
ein berühmtes Mittel. Die gebirgige dunklere indische Narde wird für Valtrian 
ffardteickii Wall, gehalten. Die Wurzel ist kleinßngerdick. Heischig, nach oh 
mehrkOpfig, wohlriechend. Sic itd in Indien ein geschiiutes Arzneimittel. 



Cap. 7. Ilepi xaXTixfj; NäpSoo. KeUisclie Narde. Die keltisch^ 
Nnrde wachst wohl in deu Alpen LiguricDs, wo sie landläufig Saliunc 
genannt wird. Sie wächst aber auch in Istrien. Es ist ein sehr kleinel 
Strauch, welcher sammt den Wurzeln in Btlndelu wie eine Handvoll ge- 



I. Bach. Cap. 7. 



31 



(UDinrlt wird. Sie bat längliche« etwas gelbliche Blätter und eine boch- 
''■'*'. Mur die Stengel und Wurzeln stehen im Gebrauch und 
i^lgenich. Deshalb muss mtin die BUiitlel , nuchdeui man dos 
entfernt bat, am erst«n Tage mit Wasser besprengen und sie an 
feuchten Orte auf untergelegtem Papier hinlegen und sie am fol- 
Tage reinigen ; denn mit der Spreu und Nichtdazugehörigera wird 
den KinHuss der Feuchtigkeit das Brauchbare nicht zugleich mit 
biwvggmomraen. Sie wird aber Terrälscbt durch ein mit ihr zusammen 
•ugenipft«». ihr ähnliches Kraut, welches man nach dem Geruch stin- 
bndes B^ckchen ') nennt. Die Erkennung ist jedoch leicht, denn die 
Mutz« hat keinen Stengel, ist heller und hat weniger längliche Blätter, 
aeb bat sie nicht eine bittere und aromatische Wurzel, wie es bei der 
idrten ist. Will man sie (die Narde) auf bewahren, so soll man daher die 
8ie^dcbeD und Wurzeln, indem man die Blätter wegwirft, absondern, 
M. fein lerneben, in Wein aufnehmen und zu Zeltchen formen und sie 
ii einem neuen irdenen Gt-fiisse wegsetzen, dieses sorgfältig verschliesaend. 
Dt* beste ist die frische und wohlriechende, die wurzelreiche, nicht leicht 
mbrechliche und volle. Sie hat dieselbe Kraft wie die syrische, ist aber 
Kxh hamtreibendur und magenst'ärkender. Sie hilft auch bei Leberent- 
dDdoDgen, bei Oelbsuclit und Aufblühen des Magens, wenn sie mit Wer- 
Bslbabkochung getrunken wird, in gleicher Weise bei Milz-, Blasen-, 
Hierenleiden and gegen den Biss giftiger Thiere, wenn sie mit Wein 
pDommen wird. Auch wird Hie den erwärmenden Umschlägen, Tränken 
nd Salben zugesetzt. 

*) tp«Tov hat Sprengel frfther (Oeich. d. Bot. I S. 14ft) far Saxifmga 
Slmibn L. geholten, wie dies auch Wittitcin in -einer Pliniufl-UeberBeizunjr Unit, 
tau er, and zwar mit Rectt, diese Deutung fllr irrig erklart, denn dieser 
nWecb ist eine Moor- lyid Sumpfpäante dea nOrdlioben Deutschland«, besonder» 
nui nnd hat einen aufrechten Stengel bis zu 25 cm Hohe. Kr vennuthet 
br onter -cpa^ov Valeriana Bozatilia L., allerdings unter der Annahme, dus die 
ctavn beim Ktnfunmeln die Stengel entfernt und dann die Pflanze der ächten 
Sttfl« togemiicht b&ilen ; ihre Warzeln Imben einen starken, aber nicht angenehmen 
ENilL Bei Qippokrate« findet sich ein Tfx^tov, welche« als Hy/tfricum hirdnum L. 
Q^Hpruchen wird. PUnitu nennt diene Nardensorte die galliüche, sie wird mit den 
Vuidn uoBgezugen. in Wein abgewaschen und bDndetwei(ie in Papier gewickelt. 

Die Anweisung: zur Reinigung de« Pilänxchens macht D. alle Ehre; er laust 
iiiarfbe B*ch oberflächlicher Knlf«?miing der anhiLsgenden erdigen Theile mit Wasser 
cn, damit besonders die uirten Wurzeln beim nacbberigen Auslesen der 
per nicht zu trocken sind and dann leicht zerbreclien. 
VaUriana celtica L. Keltische Narde, Spikenard, Keltischer 
Btldrian. 

Da£ »Chief in der Erde liegende, mit braunen schuppigen Blattatielresten dicht 
bvelttc Bhüom treibt nadi unten lange Fasern. Auf den hÖcbKten Alpen Uittel- 
■fopaa. Sie bildet als S p e i k nuch beute einen wichtigen Handelsartikel der 
Üpcalindct ober Triest oadi dem Orient, wo sie «u Salben und Bidem gebranoht 



32 



Die AnroeimitUlIehre de« Dioskuridej*. 



wird. Mciat kommt lie in nutden oder platten Btindela mit sLarkem Baldiiange 
in den Ilundel. 

Cap. 8. Ilsfil öpE'.vTjc N»f*5ou. Bergnardc, Die Ber-rn.trd« 
TOD Einigen auch Thylakiils ') und Neris^) genannt, wächflt in Kilikit 
und Syrien und hat Blätter und Stengel wie Eryux^), aber weicher [t 
lieh nicht rauh und stachelig]. Die Wurzeln darunter sind schwarz, wol 
riechend, zwei oder mehrere, wie die des Äsphodelos, aber schmaler uc 
viel kleiner. Weder Stengel noch Frucht noch BlQthen nutzen etwa 
iiber die Wurzel hilft gegen Alles, wogegen die keltische Narde (g 
braucht wird). 

') ftoX-axLii« (*uXax&>i84i?) von der Aehnlichkpit de« Worzclstocket mit gftckc 
(ftüXoxot), auch die Wurzeln des Atphodelos werden ron D. als eichelfQrmig bd 
Bcbricben. ^ Neris soll sie nuch ihrem Entdecker, dem ägyptischen König Neiri^ 
vielleicht aucii nncb dem Volksstamm der Neri an den Pyrenäen benannt seil 
') Welche Päanr-u unter -»ipuf; zu Tcrslelicn eei, bedarf noch iler Aufklärung; Kra« 
zieht Seahiosa traitMylranica, wekhe der Valeriana taherom ähnlicli Lf;t. liierher, d^ 
Aehnliohkeit mit Eryngium , welches Fab. Colnmna darunter verstehen will, 
2U entfernt. 

Baratts tubero»a L. Kno Ilenwarxeliger Baldrian. Das Bhixom 
etwas fieiscbig, länglich oder rundlirh, gelblichgrau. Ym treibt ganz kurze Auslaufe; 
welche nach oben Blätter entwickeln , nach unten eine Art Knollen bilden. 
Stengel ist bis 30 cm hoch, die Wurzel blätter sind mannigfach gestaltet, die Steng 
blätter in zwei biti drei Pua reu, am Grunde etwas zuHammengewachaen, die unter 
mit ein bis drei Paaren zeitlicher und einem viel grosseren lanzettlichen Endlnppea 
Die Doldentraube ist halbkugelig mit blassrosenrothen wohlriechenden BlQthen. D^ 
Wurzel hat starken Baldriangemrh. An trockenen riteinigen Oraspllitzen HOdeuropa 

Cap. t*. IIspl 'Aaäpo'). Haselwurz. Die Haselwurz, welct 
Einige auch wildo Narde nennen [die Propheten*) Blut d&s Mars, Osthane 
Thesa, die Aegypter Kereeran, die Römer Peripresa *), Ändere auch Bakchar*) 
die Thusker Succinum, auch BanernnardeJ, [eine wohlriechende Krac 
pflanze]*), hat Blätter ähnlich dem Epheu, aber viel kleiner und rundet 
Die Blütlien /wischen den Blättern dicht über der Wurzel sind purpur 
färben, denen des Bilsenkrauts oder der OranalblUthe'') ähnlich, der Same 
gleicht den Weinbeereukernco. Die Wurzeln*) darunter sind zablreichj 
gliederig, schräg wie bei Ägrostis, aber viel dünner und wohlriechend] 
erwärmend, auf der Zunge beissend. Ihre Kraft ist harntreibend^ er 
wärmend und Brechen erregend, ein gutes Mittel für Wajtsersüchtige un^ 
solche, die au chronischer Ischias leiden; sie befördern auch die monut-3 
liehe Reinigung. Mit Bouigwasser (Honigmeth) iu einer Gabe roj 
6 Drachmen getrunken führen sie ab. wie weisse Nieswurz. Sie wert)« 
auch den wohlriechenden Salben zugeraischt. 

Sie (die Haselwurz) wächst an schattigen Bergen, am meisten ir 
Pontus^ und Phrygien. in Illyrien und bei den Vostinem**) in Italien. 



t. Bach. Cap. 10. 



33 



'; Die ProphnUii Hiud ä^yiituiche Priester, speciell solche, die unter Begleitung 
no Ofbeten die Arzueiea und Woklgerüclie fQr die Gdüer und Meiiüchen herstellten, 
mi vrleb«, am den. Laien die Bekanntschaft mit den Mitteln ronueutbalten und 
Mr Vcnttadigong ant«r den Priesterftrzten der verschiedeneu Districte fQr die 
■MCiwa Ißttel Gcbeimnamen und zmtr mit Vorliebe Bestandtlieile göttlicher Per* 
mtm •d«r derm !:jmnbilder ciufQhrtän. *) Vielleicht abf^'eleitei von mpiiip'^fhu 
iiyff I, ijii). ringsherum anzündt^n, wegen der liochrothen Blüthe, Peripressa des 
K&ii» (XXI 132). ") Baccar bei Ovid <EcIog. rv^ 19). PliniuB ontersrheidet Baccar, 
& «t ftacb wilde Karde nennt, und Asarum, welches flUsctüicb so beaeicfanet verde. 
Uta KAffles Asamm )ü und 3<i{>du>, £aapoc. ungefegt, schmutzig) habe die Pflanze, weil 
m nicht n Kr&nzcn gebraucht werde (XII 45, XXI 29). Bauemnarde, Nardoa 
rvtl?t ist bei Bacoharig abgehandelt Sonst bmchreibt er die Pflanze nach AuHsehen 
rknxig fa<t wörtlich wie D. *) Nur in Aldin.. Cod. C und bei Comar. "} Die 
«ciiBii[;hkeit bezieht lich auf die Farbe des uu««en bräunlichen , innen blutrothen 
ftafosa. *) Die Wurzelfasem dea wagerecbt unter dem Boden lüokriechenden ge- 
gfMMrtea BhiEoma ') Eine LandKchaft Kleinasiena am Schwarzen Meere. ") Eine 
*^>nr'^**1 Italiens am Adriattacbeo Meere. 

AM TMm wuropa*um L. (Ariatolochiaceae). Gemeine Ba^elwurK. In Italien 
Wal lie oach PoUini (Flora veronens. II p. 91) Aaaro, bei Verona Bacchcra und 
Bbotan. 

Cap. 10. Hfipl 4>oü. Pbu. Das Phu — Einige nennen auch dieses 
wilde Narde — wachst in Pontus und hat BlÜtter ähnlich denen der wilden 
pMlioake oder des Pferdseppich, einen ellenlangen oder höheren Stengel, 
ihtt, weich, etwas purpurfarbig, innen hohl und durch Gelenke etwas 
i^elfaeill. Die BlUthe kommt auf die der Narde hinaus, ist aber grösser 
ttid sorter und rom weissen Grunde aus purpurartig gefärbt. Die Wurzel 
Int am oberen Theile die Dicke des kleinen Fingers, sie hat aber daran 
fwUofcnde Würzelchen wie etwa die Binse oder die schwarze Nieswurz, 
BUtcr einander rerflochten, gelblich, wohlriechend, an Duft der Narde 
IkaclBd, aber mit einer gewissen stinkenden Strenge. Trocken genommen 
birt es die Kraft, zu erwärmen und den Urin zu treiben; auch seine Ab- 
kochung leistet dasselbe und wirkt gegen Seitenschmer?.. £s befördert 
& Kaiamenien und wird den Gegengiften zugemischt. Es wird ver- 
fiÜicht durch Beimengung der Wurzeln der Stachelmrrte; ihre Erkennung 
nt tber leicht, denn sie sind härter und schwerer zu zerbrechen und ohne 
Wnhigemcb. 

Die Beecfareibung der Pflanze ist ziemtich klar: die Blatter werden mit den 
'^dwib gefiederten Bl&ttem zweier Umbelliferen. .Smynti'wifi (MusatTtim L. und PoKtinaca 
■Im I.., verglichen, die Wurzeln mit den gleichen Gebilden vonHeUtboru* nigerh. 
^Hsini (XII 45) h&lt Pha f^r Nardu» cretiea L., bei Valeriu.>4 Cordus i^t es VaUriatia 
■*•» L. de>4M?n Wurzeln den ächt^'n Baldrianwui-zelu untergeschoben werden. Haw- 
ta^Ba^ der Reiaebe^teiter Sibthorp's, fand in Kleinasii'n uine Species, iiul welche die 
^Hvdireibimg des D. am besten zu piissen schien, und bezeichnete da^ l^u ala 
F TdIrfviM IHosctfridif. Sprengel hält da« Phu de« D. fQr Valtriana offidnali» L. 
I (Tttsnaaaccae), Gemeiner Baldrian. Uebrigen« hat dieser sich im ganzen gemäisigten 
I ^äm bb Japan das Bürgerrecht erworben. Schon BrauBfelsius und Fab. Colnmna 
Bfre«d«t. ArKnelmlttcIlttkr« de« DiMknrläfl^ 3 



welcher Hich darch den Gebrauch der Wurzel von der Epilepsie befreite, t^ben 
Fho für ^'oleriama offic. L. aas. Bei Fraas Ut es Vateriaua Uieacoridis Hftwk. 

Als Verflllschung ^ibt D. die Wurzel von Bwrcug aculeatus L. m. 

Der wirksame Bestandtbeil der BaJdn an würze I ist ätherisches Gel, weicht 
Baldriansäure, RaaigHäure, Ameisens&are, ein Terpen und einon Alkohol enthüll. 



Cap. 11. ii£/>i MaXaßddpoj. Malabafcbron. Einige nehm« 
an, das Malabathron sei das Blatt der indischeu Narde, verleitet da: 
die Aebnlichkeit im Geruch; es haben nämlich viele Pflanzen einen nani 
artigen Geruch, rric das Phu, die Hasolwurz, Neris. Die Sache ve; 
hält sieb aber nicht so. Es ist eine besondere, in den indiscben Sdnipfi 
wachsende Art, indem es ein Blatt ist, welcbes auf dem Wasser schwimm 
gerade so wie die auf den Sümpfen sich findende Linse'), obne dass 
eine Wurzel hat. Die Sammler ziehen es rasch auf eine Leinenscbn 
zum Trocknen und bewahren es auf. Man sagt, dass, nachdem das W; 
durcb die sommerlicbe Hitze verschwunden ist, der Boden mit Stram 
werk gebrannt werde, denn, wenn dies nicht stattl^nde, wachse es nich< 
Gut ist es , wenn es frisch , beim Einweichen wcisslich , nicht zerbr< 
lieh und ganz unversehrt ist, wenn es einen durchdringenden Duft 
lange anhaltendem nnrdenartigem Woblgeruch und dabei keinen salzi 
Geschmack hat. Das schwache und zerbröckelte*), welches einen muffi, 
Duft von sich gibt, ist unbrauchbar. Es hat dieselbe Kraft wie die Narde; abi 
jenes leistet Alles kräftiger. So hat das Malabathron eine harntreibendere 
und mngcnst'ärkcndere Kraft, auch gegen AugcnentzUndungen eignet ea 
sich, wenn es mit Wein behandelt*), fein zerrieben und eingestrichen 
wird. Es wird aber auch unter die Zunge gelegt zum Wohlgeruch des 
Mundes und zwischen die Kleider, denn diese schQtxt es vor (Motten-) 
Frasa und macht sie wohlriechend. 

*) fcivöc, gemeiot ist faxb^ b inX tüv u^.^iäxtuv, Lmtna minor L., Wotterlinae. 
*) d. h. folia in fragmentis. ') üwoCts&rv, aufgelebt, d. h. wenn die Bliltter durch 
Wein wieder angefriacht werden. 

Kacb Pliniua (XII 129) lachst das Malabathron oder Malobathroo in Syrien, 
häufiger in Äegyjjteu. .Kh üst ein mich Art der Waseerliuse in SQmpfen wachsender 
Baum mit eingerolFten Bl&ttera von der Farbe trockener Bl&tt«r, nus denen ein Oel 
HD Salben gepreast (gemacht] wird, die ain meisten geschätzte Art Bndet «ich in Indien- 
Oieaea Malabathron i.ot dunkler, rauh, hat einen angenehmeren Qemcb als Saf] 
der besonders beim .anfeuchten mit Wein hervortritt, es schimmelt rotch.* Sowol 
D. wie Phnius htiben offenbar nach Hßrensogen berichtet. 

Als Stammpflanze wird Latirwi Cassia L. (Laarineae), Kanienlorbeer, betrach 
ein Baum Chinas und Coohinchinas. Die Blätter sind I{üigUah-elli])tisch, v[}italii 
unten bogig, geädert, mit drei starken Nerven , beiderteitx mit kurzem grauem Fila' 
bedeckt, untorseits graugrttn, lederartig, dick, bi^ zu 20 cm lang und 7 cm breit, 
welclie dann, wie man annimmt, Tom Winde auf die fl&sMe und Seen getrieben 
werden. Im .Periplus d» erTthriiacheu Meeres* von einem unbekannten Tcrfauer, 
dessen Abfteimg in die Zeit deg D. gesetzt wird, heisst es ^ 5G: .Jedes Jahr kommt 



4 




^ K&he d«r Stadt Thina {im beutigen Siani) ein Volkntainin, die Beuiden ge- 
akr kleine Menschen mit breitem Geeicht und vollst&niliger StumptnOBe, den 
Ihnlich. Sie eracheinen mit Weib und Kind, milcbtige üuUen und Körbo 
. Fteciitwerk, den Weinreben äbnlicb. trugend und bleiben dort, Fc«tc feiernd, 
Ta^. IHe K{lrbe dienen ihnen ztmi Lager. Dann ziehen sie in ihre Heimath 
nieraof wartend gehen die Bewohner der G^end hinzu and eammebi die 
jener. Sie ziehen an« den Gtrflcchten, die sie Petoi nennen, die Rippen 
wickehi die Blätter zunaromen tmd urafestigen sie durch die Fnscni der 
TU Kugeln. £■ werden drvi Sorten gemacht: ans den gröescren BlUttem da« 
klregclige ^lalabathroB, aus den mittelgroasen das mittehnilggige und aus den 
en Blütteni da« feinere, dann wird e« von den Yerfertigem selbst nach Indien 
i :.* AU weitere Stamm pftanEen des Malabathron werden angenommen CiHnamo- 
.iu*a Neea (Ceylon)i Cinnarnnmum aroinat. Nee« (China) und mit grösserer 
Wn^ncbeinliclikeit Cinnamomum Tmnala Nee? (Ostindien), dessen Bl&tter noch heute 
B bditn hiLofig gebraucht werden. Die Blätter eind groxs. länglich-lanzettlich. 2u- 
fMpvot. dreifach benerrt, obcrseib; sattgriln, Unterseite bogig fein geädert und «eegrün. 
hid die oben angegebene Weiafititzigkeit der Bl&tter kennte das .beim Erweichen 
vriaKrh werden' de« D. betogen werden. 

Bei den sp&teren Griechen, z. B. Nicolaus Myrepeoe, hiessen »e ^ öXIn fioXaßd* 
^v> od«r 9. ly^tiÄ, Malabathron oder indische Blätter, bei Plutarch und Valeriua 
Cbrdi» einfach fäXXa, Blatter, die daraus bereitete Salbe hiess nngnentom foUa- 
tot In Indien heirat nach Garcia das Malabathron Tiuualaba thron (Taniala und 
IktkniD. Blatil. 



Oap. 1*2. ÜE^it KAoalai;. Kansia. Von der Kasnie gibt es mehrere 
SorUa, welcbu in dem gewOrzlie fern den Arabien w&cbsen. Sie hat einen 
fiekrhwligen Zweig, Blätter wie der Pfeffer. Wähle die ins Gelbliche 
^l^nde, gut aussehende, korallenähnliche, sehr dünne, lange und feste, 
£• voll von Röhren Ist*), die einen beisscnden und zu^ammunziehenden, 
Bgleicb einen einigermaaseu brennendeo. wDrzigen Geschmack und einen 
■ci&artigen Geruch hatv, Üje so beschaffene wird von den Eingeborenen 
Adiy*) genannt. Bei den Kaufleuten in Alexandrien führt sie den Namen 
Dsphnitis^). Dieser steht aber voran die dunkle und purpurfarbene, dichte, 
jRiannt Ztgir*), die einen Kosenduft hat und am besten zum medicini- 
•cfaen Gebrauche sich eignet. An zweiter Stelle dann kommt die vorher 
gnannte. Die dritte ist der sogen, mosylitiscbc Zweigt), die übrigen 
iW dod tninderwerthig, wie die Äphysemon*^) genannte dunkle, uuan- 
siHtehm riechende, mit dünner oder auch rissiger Rinde, oder wie die als 
Kiito ') lind Dakar bezeichnete. Es gibt aber auch eine ungeheuer ähn- 
lidie f&lsche Kaasia, welche durch den Geschmack erkannt wird, der 
vedtf scharf noch gewürzhaft ist; sie hat die Kinde, welche dem Mark 
Mgrenzt^). Es wird aber auch eine breite Köhre angetroffen, zart, leicht, 
■ rtlink, welche wob! den Vorzug vor der anderen hat. Verwirf aber die 
ilidte, krätzig aussehende"), die einen bockartigen Geruch hat, und die» 
' keine dicke, sondern eine krätzige nnd schwache Röhre liat. Sic hat 
vwinnende, harntreibende, austrocknende und gelind adstringirende Kraft. 




Sie eignet sich sehr zu Äugenmittelu fUr Scbarfsicbtigkeit und zu Un 
schlagen. Mit Honig eingesalbt« entfernt sie die Leberflecke, tnoerlic 
genommen befördert sie auch die Menstruation und hilft den von de 
Otter Gebissenen, getrunken fenier hilft sie gegen alle inneren GntzUn- 
duugen und endlich den Frauen im Sitzbado und in der Räucherung ku 
Erweiterung des Muttermundes. Die doppelte Menge den Arzneimittel 
zugemiscbt, wenn Kinnamomon mangeln sollte, tetstet dasselbe. Oar seb 
ist sie endlich zu Vielem nützlich. 

*) Besieht ri<^ auf die Handelawaare, auf die ineinacdergesteckteu Röhre 
') Acfay FDhrt man curflck auf da« hebr. PIN. Ach oder tfl^. Achu, was &ene«. 41, ! 

Schilf bedeutet, also stcli auf den feuchten Standort des Baumes bexOge. ^ Dap 
nitis soll sie nauli Sprengel von einem Hafenorte Dachaus dei Arabtichea Me 
buacni beiuen , Andere, darunter Pltniue. haben Diiphnoides wegen der Aehnltcli 
keil mit dem Lorbeer, iAfvr^. *) Garcia (J. Baubin et J. H. Cberler^ lib. IV p. 45] 
int der Aniicht , dius Zigir oder Ginir die Bezeiriinung sei fQr Ceylon, dessen 
geborene, die Shingalesen, von den Persem und Arabern Zongca (Scbvarzc) gena 
seien. Zuverlässiger wird e« ron der ägyptischen Bozeiclmung Khisithols 
Zinunt hergeleitet, welches nebut anderen Kostbarkeiten aus dem Lande Font gehe 
wurde, Ks ist du? hebrttieclie HN^Vp' ^^'^' ^^'^''^'^^^^^^hitiche Kassia enlvtand 

') Benannt nach dem Hafenorte Mosylon. *) Aphyscmon , ohne Hauch oder aa 
ohne autgebiaaen zu i;ein, oline Rühren. iVnderc Lesart iät ä^]i(uv (aphemon), schleohlj 
') Statt .Kitto* steht bei Graten und im Periplus .Moto*. ') Also noch den Holzthe 
besitzt. •) Könnte leicht auf die Kinde von Cantlla alba Murr, bezogen werde 
den weissen Zimmtliaum Westindiens. 

D. unterscheidet zwischen Kussia («aaCa Theophr. and Ca«ia Plin.) und Kin 
nainomon ala zweier verücbiedener Froducte und hS.It aie nach damaliger Ansic 
fQr Erzeugnisse Arabiens, während sie nur durch den Zwischenhandel der Ar« 
Über Malao (Bcrbera) , Ocells (OcÜia Plinii] und Mosylon an der OstkQste Afrik 
sowie vom Vorgebirge Arom»ton (Guardnfui) ausgeführt wurden. Es hiitt« «ich um die 
kostbare Gewürz ein gauzed Uewebe von Fabeln gebildet. Die Gegend, wo der ! 
wachse, die r^gio cinnamomifern (Aethiupien) sei von giftigen Dflnsten schwanger i 
wimmele von giftigen Siegenden Schlangen. Nach Herodot IV 111 and Aristot 
(Bist. anim. IX U, 2) sollen der PhOnix und andere VOgel die Zimmtspähne in 
Nest tragen, aus denen sie herabfallen und geeammelt werden u. s. w. Plinius XU H 
gibt schon zu, dass solche Erdichtungen ConcurrenzmanÖrer seien und nur daaij 
dienen tf>ollten, die Preise hoch zu halten (Qarcia enähli dasselbe aas eigener Er 
führung von den Chinesen); er sogt weiter, dass die Araber keinen Zimmt 
keine Casia hätten. Theopbrast (Uist. plant. lY 4, U; IX 8, 2 a. 3; IX 5, 1) er 
die Kflsia unter den Ue würzpflanzen, welche nur in den heisreren ticgenden Asien 
in Arabien, Syrien und Indien wflchsen; die Zimmt* und KasiaatrRucber (er ve 
gleicht sie mit Vitex iignus CAstut<) wurden vollständig aus der Krde gerissen un^ 
in fünf Theile gesondert, ron denen die oberen die beste, die der Wurzel an 
nichsten die schlechteste Sorte lieferten. Es gebe eine schwarze und eine 
Sorte. Die Zweige der Kaiia würden in zwei Finger lange Stücke genclinitten 
in frische Tliierhäute eingenaht, die sich bildenden Wflrmer ftftnen du« HoU 
und Hessen die ihnen zu bittere lUnde zurück. Ebenso Püntus XII 85 »qq. Dij 
Casia, sagt er, wachse in der Niihe der Zinuntfelder. werde aber auf Berg 



ikker^ Vom erk-ten Hervümpries&en bü su 1 Fu»s erscheine sie weiss, dünn 
rMhlicb nnd znlet/t «chw&rx, die weisse werde ven^'orfen. Er neuDi die beste, kurz- 
HArig«, purpurfarbige Lada, die r-weite Sorte Cuia Rolfiamodefl und eine dritte 
delvwu&rt: Daphnoides; reriUIscbt werde wie mit Stjrax und dünnen Lorbeer- 
Dic eigentliche tleinuit des Zimmts war den Alten unbekiuint- Nach dem 
ipiuM wurden von Malao zwei Sorten Kassia. die härtere und die Dnoku hu8- 
die weisse kam TOn Mosjlon; vom Vorgttbir^e Aromaton stammen fünf 
Sorten: Üixeir, Asyphe, Aroma, Mogia und Moto. 

D. bat ohne Zweifel mehrere Sorten (iISy|) Zimmt gesehen, Eaaia und Kinna- 
momon «cheJnt er für zwei Arten (f ivv)) zn halten, Ekbrigena ebenso wie Theophra«t 
mä PlinJus groweatbeils naeh Hörensagen zu berichten. Die Blatter sollen gleich 
dvacn des PfeflferB «ein. Sie biiben »llerdinga dieselbe Grösse und sattgrüne Farbe. 
■iad Iftnglich-eirund und in eine ätumpfe Spitze auslaufend, oberseita gläjizend, nnter- 
Mit» blftulichgrQn und kurz weichhaarig und dreinervig, während die Blätter des 
PfeAsn breit-eiförmig und in eine scharle Spitze ausgezogen nnd fOnf- bis sieb«n- 
aerng sind. Und nun gar Pliniiis, der die Blatter mit denen des Origanum ver- 
glciiiht; die letzteren sind vier- bis fünfmal kleiner und haben nur eiiiou Mittel- 
mit lablreichen sich abzweigenden Seitennerven. 



Cftp. 13. Ilepl Ktvvaittt)(fcou. Zimmt. Vom Zimmt gibt ea 
mehrere Sorten, welche nach dem ürsprungslande benannt werden. Den 
Vorzug verdient der Mosylon, weil er eine ziemlich groaae Äehnlichkeit 
mit der Mosylite.s genannten Eassia aufweist, und von diesem der frische, 
dnokelf arbige, auf weinfarbigem Orunde aschgraue, der dQnne und glatte 
Zweige und zahlreiche Knoten ^) hat und sehr wohlriechend ist. Denn 
sonächst hängt die Beurtheilung für grösste Güte von der EigeuthOm- 
lic^keit de» Wohlgeruches ab. £& findet sich nämlich bei dem besten 
imd ganz ächten ') , dass der Geruch auf den der Raute hinauskommt 
oder dem des Kardamom ähnlich ist. Femer noch (verdient Vorzug) 
«ach der beim Kosten brennende und beisseude und der zugleich mit 
Wärme etwas Balzig schmeckende, der beim Zerreiben nicht sclmell zu- 
kmmenbackt^), lieini Zerbrechen staubt und glatt ist zwischen den Knoten. 
Qfe ihn aber, indem du von einer Wurzel den Zweig nimmst, denn 
le solche Prüfung ist leicht auszuführen. Man trifft nämlich Mischungen 
TOD Bmchstücken, welche, indem sie gleich im Anfange der Untersuchung 
du Bessere mit ihrem Hauch umgeben und den Geruch vollständig aus- 
nUen')* die Erkenntniss des Schlechteren erschweren. Es gibt aber auch 
«aCD Bergzimrat, dick, kurz, von hellgelber Farbe; dann einen dritten 
Mosylon nb, dunkel und »ehr wohlriechend, gut schlank und ohne 
Knoten. Ein vierter ist weiss, locker, knollenartigen Aussehens 
UBd sciiwach, dabei leicht zerbrechhcfa und mit einer grossen, der der 
sia niwiu Ülinlichen Wurzel, der fünfte, mit durchdringendem Geruch, 
boUgelb und hat auch eine Rinde, ähnlich'') der der gelben Kasaia, 
aiuranUilen, nicht sehr faserig, und eine dicke Wurzel. Was von 
nacii Weihrauch, Myrte, Kassia oder Ämomum riecht, ist schlechter. 



Verwirf*) den weissen, krätzig nussebenden. den mit runzeliger Rinde und 
den nicht glatten , auch den liokigen aus dei* Nähe der Wurzel scheide 
als unbrauchbar aus. Es gibt auch noch etwas anderes Äehnliches, 
sogen. Pscudokinuamomon ; es ist minderwerthig, von nicht kräftigem Oe 
ruch und geringer Kraft; es wird aber auch Ziugiber genannt und ist da 
Uolz des Ziniints, es hat eine gewisse Achnlichkeit mit dem Zimmt. 
ist aber ein heller Zimmt, welcher lange und kräftige Zweige und eine 
viel geringeren Wohlgerucb hat^. Von Einigen wii-d behauptet, dass auc 
der Abstammung nach das Zimmtholz vom Zimmt sieh unterscheide» indes 
es von anderer Natur sei. 

Sämmtlicher Zimmt hat erwärmende, harntreibende, erweichende, diä 
Verdauung befördernde Kraft. Genossen befördert er die Menstmatioi 
und treibt die Frucht ab, und mit Myrrhe aufgelegt hilft er gegen gifb-^ 
bissige und todtbringende Thiere; auch entfernt er die Yerdunkelungen 
der Pupille, er erwärmt zugleich und verdünnt. Mit Bon!g aufgeslricheu, ver 
treibt er Leberflecke uud Sommersprossen; er wirkt auch gegen Hust 
und Katarrh, gegen Wassersucht, Nierenleiden und Harnverhaltung. Ati 
wird er den kostbaren Salben zugemischt, ist überhaupt zu Vielem nUt 
lieh. Für längere Zeit wird er aufbewahrt, indem er zerstossen in Weilj 
aufgenommen und im Schatten getrocknet wird. 

*) Je langer die RAfaren, desto mehr Knoten (BUti- oder Zweignarbcn). Ya 
Corduft (Comment. ad Diovcor.) »m0, es werde nur eine Sorte zu uns gebraaht; 
welche die Araber DsTseni, die Griachcn Charakion (/tüpa^i bui^r Pfahl) nenne 
'I \t\&(io^o<;. ') d. b. der den gehörigen Grad von Trockenheit besitst *) d. h. 
dem sie mit ihrem penetranten Geruch den feinen des ächten ZiDuutB verdecke 
*) Vielleicht die schon genannte Rinde von Canella olbn. welche theila in aiark 
Rohren, theils in platten unförmlichen Stücken in den Handel kommt; besonde 
die letzteren habtn eine an Kratz« erinnernde ranzehge OberQäcbe. FUniiu (Xu I 
sagt, dasa unter dem Kaiser Veapaaianus Atignstus eine grosse Wurzel des Zimial^ 
baumea su Rom im Tempel auf dem Capitol aufbewahrt sei, aus der Tropfen aa 
treten, welche alsbald erhärteten. Diese konnte nur von Canella alba, als eine 
Guttifere, herrühren. *} Bauhin (1. c. p. 442) übersetzt hier «leiiXEfoo mit deligito^l 
wähle auB, was jedenfalls nicht zu billigen ist. ') Xylooassia, die ganzen Zwei^ 
des Zimnitbaumea. 

Die medicinische Anwendung des Zinunts bei B. ist 7on der heutigen 
verschieden, z. B. bei Frauenleiden. 

Die Bezeichnungen Kasia und Kiunamomon haben seit den ältesten Zeiten biä 
zum späten Mittelalter bei den Schriftstellern eine verschiedene Auslegung gefunde 
und daher eine reichhaltige Literatur hervorgerufon. Die Einen wollen eine 
generellßn Unterathied machen zwi^icben beiden P6un7en. Andei« halten beide 
gleich oder nahezu gleich. Schon Galen (De antid. I cap. 13) macht darauf 
merksam, dass man Kassiabäamc finde, aus denen Kinnamomoazwei}re hervor 
So sei auch, sagt er (Theriac. ad Piaon. cap. 12) zwischen Eassia uud Kinnamoo 
kein wesentlicher Unterschied. 

Job. Actuarius (13- Jahrh.) verstand unter Gaaia ausdrücklich die Rflhrea^ 
halse von Cossta Fistuia L.; Linnä stellte deshalb in seinon Oeneru Planlorum 



I. Buch. Cap 14 



39 



tStias C*4B% (Lognminoaae-Cuiieae) aui (s. FlQckiger, PhariDakogn. 8. 597), 

a.l«fiDi Cordui (Annotat. is Dioecor. 1561) sohreibtt die Co^aia sei oln dem Cinna- 

.sia renrendter Baum, dessen Ae»te und Zweige mit der Rinde ali XylocoMia 

' 4ca äuideL It&mea, die Binde ohne Holz sei die Caaaia fistulari« ( röhren Rinnigs 

'imV OiwsiA nnd Cinnamomum seien einande)' »o Stmlich, da» die eine in die 

; Mlt«D degeneiire. 

\ >;af Lntitaoa« (In quinque Dioecor. HUrog enarrationefl 1554) berichtet, 

^ dv Ciagebora&en koioen üutentchied machieo zwischen Oaasia and Cinnamomum, 

>>adera beiaa FUten and SchUJen der B&nme beide zuKunmeo in BQndel packten. 

AttdresH Thrvetn« d&Kegen tritt in seiner Koamographie (ir»50} denen, besondere 

u.ftrcift, «otogen, welche Cnssia nnd Cinnasoomom für daaaelbe halten. 

Kielit geringe Verwirrung iüt dadurch enUtanden, das« Bnnhin, Oarcia, 
VaL Oordai, Oberhaupt die meinten SchrifUteUer dee 16. J&hrfa. das Oinnaniomum 
■ ftaalln nennan. 

A. Tbevtftns theilt noch mit, änm die Wurzel Ton Ooana sehr nützlich eei« 
ack aiad«r der ans dem B&nme aoBfliessende Saft. Dies weist aaf Canella alba. 
U hat fnnf Sorten Kaasia nnd etwa sieben Sorten Kinnamomon, welche mit 
iaKO doa bentigen Handels zu identißciren, ein vergebüclies Bemühen nein würde, 
imamim da Verpflanzungen und Cultur nothweudig Verändeningen bewirkt haben. 
Die heutigen flczeichnnngcn der Hundelfwiiarä und recht unbestimmt Caasia 
ftn hl«H ftüber der chinesische Zimmt zom Unterschiede ron den HoUea der Cassia 
lUttla L. So hetnt er noch beute in den Hiifenplfttzen Hollands, ebenao wird aber 
tack der UaUbar-Zimmt benannt. Cassia lignea. ursprünglich die ganzen Zweige, 
käit in England, in den Ver. Staaten Amerikas und in Hamburg sowohl der ohine- 
ädH ali auch der Holabar-Zimmt. 

Wir haben e« mit der Zweigrinde Terschicdener B&umo der Gattung Ciuna' 

ae ean su der Familie der Lanraceue zu thun. In Betracht kommen Lauriut ('antda 

"uidmomuni eeyianicum Brejn., Cejlon-Zimmt, Cinnamomum Ca/nria Blume, 

.....etlicher ZimmL Die eigentliche Hclmath ist China, culUnrt wird er auf 

Jna, Somalia, Ceylon nnd Molnbar. 

Xetat beginnt die Ernte au Becl^j&hrigen StAnunen mit einem Burcbmeaser 
na tlwm 36 mm. Nur wenige B&ume läast man zehn Jahre alt werden zur Oe- 
' TOB Samen. Solche mögen wohl einen sehr feinen Ziramt liefern, der in 
L nlir g«Kb&Ut wird, aber nicht zum Kxport gelangt (FlUckiger, Pbarmakogn. 

Der weaentUcfae BeitondUieil des Zimmta irt das Htharische Oel (nach 
CAaig 1.15N), dessen Güte von einem grOsaeren oder geringeren Gehalt an Zimmt- 
ilMfd abhSngt. 

Der Zimmt gebdrt zu den ältesten QewÜnen und Heilmitteln. Die Äegypter 
■ttclUB ihn durch Vennittelung der PhOniker; noch er^^hnt J. Dümichen (Die 
notte einer Ogjpttachen Königin) unter den au£ Pnnt geholten Kostbarkeiten eine 
liede, welche man für Zimmt hAlt. In ilen Kräuterbüchem der Chinesen Gndet er 
•tiar S^teUe 2700 Juhre vor unserer Zeitrechnung. Bis auf unsere Tage hat er seinen 
fnUa Raf ob Aixneiroittel und Oewiln: bewahrt. 

Cap. 14. UtpX 'AiLÜfLOu. Amomum. Das Amomum ist ein 
UcbeET Strsuch, gleichsam eine aus dem Rohe in sich verwickelte Traube^). 
Il hMk eine kleine BlQthe, wie die Lerkoic, Blätter iUmlich deneu der 
IvBTflbe. Das beste ist d&s armenische, goldfarbige, mit duiikelgelbem 
Hefact »ehr wohlriecfaende. Das medische dagegen ist, weil es in flacbea 





und nassen Gegenden wuchst, schwächer. Es ist gross, grDngelb, weifl 
anztiftlhlen und hat faseriges HoLe, an Geruch ähnelt es dem Dosten' 
Das poetische ist gelblich, nicht gross und nicht schwer zu zerbreche 
traubenförmig, voUfrüchtig und von betäubendem Geruch. Wähle 
frische und weisse oder röthliche, nicht das zusammengedrückte oder gi 
presste^) , sondern das entfaltete und ausgebreitete, welches voU vo 
Samen ist'), der den Weiutraubenkernen gleicht, das schwere, sehr vok 
riechende, von Schimmel (Moder) freie, schari'e, beissend schmeckend 
welches eine einfache und nicht bunte Farbe hat^). 

Es hat erwärmende^ zusammenziehende, austrocknende, schlafmachend 
und, auf die Stirn gestrichen, schmerzstillende Kraft, bringt Geschwüls 
und bösen (wabenartigen) Kopfausschlag ^) zur Reife und zortheilt si^ 
Mit Basilienkraut zusammen aufgestrichen, hilft es den vom Skorpion 0^ 
bissenen; es ist beilsam den an Podagra Leidenden und heilt zusamme 
mit Rosinen Äugen- und Eingeweideentzün düngen. Mit Vortbeil 
es bei Frauenleiden auch zum Sitzbade angewandt. Der Genuss eint 
Abkochung davon ist Leber- und Nierenletdenden und Podagrakrankfl 
zuträglich. Ks wird aber auch den Gegengiften und den kostbarsten d« 
Salben zugesetzt. Einige verfälschen das Amomum mit der sogeB 
Amomis, welche dem Ämonium ähnlich, aber geruchlos und ohne Fructi 
ist, welche in Armenien wächst und eine BtOthe hat ähnhch der dl 
Dooten. Bei der Untersuchung derartiger Dinge muss man die Bruoii 
stücke vermeiden. Wähle aber dos aus, welches von einer einzigen Wurzd 
Btnmmeudo tndeltoBe Triebe hat. 

') Die«eA kann nur auf den ßtuthen- bezw. Kruchttttand bezogen werden; 
Hol« muM luui die Bhlthen zweige betrachten. *) öpifaviCov, bei Späteren iTTjfavtCo 
der Kaut4> ähnlirii. *) Plinius XU 48 sagt: Man Baumelt das Amomum mit d|| 
Wurxol und jedesmal wird eine Handvoll bebataam zaiammengelegt, weil es 
Uioht lerbricbt *) Jede einzelne Pmoht musg also mehrere Samen enthalten. *) Aa 
Mtt Kardamom wird da« buntfarbige, scheckig verworfen. *] Tinea favosa. 

Du Amüinum der Alten (Amomum vei-um) iat als Pflunzc und Frucht nur noa 
<t(MB Nunsn nach bekannt, da schon zur Zeit des Hitttilalters da^tselbe ano de 
Uwdtfl ver^hwunden war und verSL-hiedenc (iewOrze (die Früchte von Jfgr 
I L., f^iof* amomum L., Piper Cub^Mt L., Eugenia eatyophj/Uata Thuobg.) 

wurden. 
Du Nameu will man von Om, Hom. Doma, der heiligen Panacee der Fe 
und Nioolaua Maronea (Comment de Amomo. etwa 1600) hlllt das Wo 
1^ «k^tMckm Unprungt. 

\fm tiMtihreibung der Pflanze läast erkennen, daea D. ilieselbe wohl nie 

Wyk* d* mut oft nicht wei^, ob er die ganze Pflanze oder den Fnichtfrtaxi4 

im4 ai^vwandl wissen will, während PlinJos geradeso zogt, das« nur da 

«nh Attomi. im Gebrauch ist Ab Heiaiathaat&ttep werden Annenieo 

pievlai genannt, wahrscheinlich sind di«iieH nur Besugsl&nder der in 

P^«e. Plinius XVI 135 bemerkt . das» da« Amomum ein Ver-^ 

aach Arabien nicht vertrage. Clntini (ExoÜc. I uap. 17) 





M^ im Jahre IfiOl die FrQcbt« und Blä-tter einer Pitanse von Garet in London; 
Mdi der bei Bnuhin et Che r 1er (lib. XV p. 194) gcgobenen Abhildung und Bc- 
idttcihttng a\a Amomum Quorundam odore CaryopbylU sidU ee die Früchle von 
KmirnUa offictmali» Linde. An dereelben Stelle gibt er die gleichfalls Illustrirk Be- 
«chmbang von Prflchien, die er ini Jabre 1605 von J. Pona, Äpotboker in Verona 
Kfaallcs luitte, ftbi Amomum verum Cardamoroi l'acie Riva rac«mus Indicas. Die 
dunenachnle ist dick und weise, angestreift; die Samen eind mit einem zarten Haut- 
tktn (Arüloa) umgeben, schwarz, länglich, doppelt so gross als die von Cardtun. minus, 
gttaMDd« «ehr biirt, mit vii^lem Mark, sie hüben eine ^wisee Schärfe ohne Bitterkeit, 
dpranft^l neigt der Ansicbt zu. daa Amomum der Alten sei Cissu/i vitiginea L. 
(l '!?). eiu kleiner, sich hoch windender Strauch mit zottigen, faot rier- 

lu:---_, _ i^weigen imd ubwechaelnden, am Ende eckigen, fa^t drei- bis fOnflappigen, 
in der Jngend beideneit« filzigen Blättern. Die Tmgdolden cind graulich, drei- 
iknlilig, die UlüLhcn r5thlich. Die Früchte sind hlUuIichschwarze, scharf riecliende 
«ad schmeckende erbsf^ngrosse Beeren. Für Amomis hält er Citfms inodora oder 
Tldlqcht ifryoMia dioica. Die Wahrecheinlicbkeit l&sst «icb nicht abstreiten, dasü das 
Ap o bb imu dea D. eine Kardomoincnart war. Flückiger (Phanuakoga. S. 959) hält 
Ihr da« Amomum verum geradezu die Früchte Ton Ammtum Cardamomum . die 
Siam-Kardamomen mit kugeligen , gerundeten , dreikantigen , licfatgrauen, 
brflcfaigen Samen. Die«e kamen früher aU CarJamomum racemosum in ganzen 
P^iKfatat&oden nach Europa. 

Cnp. 15. UtpX KösToo. Kostus. Den Vorzug verdient der ara- 
bische Kostus, der weiss und leicht ist und einen kräftigen und ange- 
nehmen Geruch hat. An zweiter Stelle kommt der indische, welcher 
dunkel ist und leicht wie Ferula. Der dritte ist der syrische;, er ist schwer, 
Ton boxbnuniähnlicher Farbe und durchdringendem Qeruch. Am besten 
ist der friscbef weisse, durchweg volle, dicht«, harte, nicht von WUnuem 
_utgefr«weii6, der keinen Üblen Geruch hat, beissend und brennend 
neckt. 

Er hat erw&rmende, harntreibende, die Menstruation befördernde 
Krsft aud iat bei Gebärmutterleiden heilsam in Zäpfchen, Bähungen und 
Bäucberungen. Genossen hilTb er den von der Otter Gebissenen, mit 
Wein und Wermuth auch gegen Krämpfe und Blähungen; mit Konigwein 
reizt fr zum Liebesgenuss; mit Wasser aber treibt er den Bandwurm ab. 
Mh Oel ala Salb« dient er gegen Fieberschauer vor den Anfällen, und 
gegen Lähmungen; mit Wasser oder Honig aufgestrichen vertreibt er die 
SonMabniodflecken. Er wird auch den Salben und Gegengiften zugesetzt. 
Bhuge mengen aber die stärksten Wurzeln des komageniscbeii Alant dar- 
notcr, um ihn zu verfälschen. Die Erkennung ist aber leicht, denn der 
Alant hat weder den feurigen Geschmack noch den kräftigen durch- 
dringenden Geruch. 

D. ngt nicht, wiw er unter Koetott versteht, nimmt vielmehr als selbstrer- 
Nftadlidi aa, dut di« Wurzel gemeint sei. Tbeopbrast (De odor. 28] bemerkt zu 
Eoitcii: .Deiui lio oennen ne die Wurzel.* Als Heimath werden Arabien, Indien 
OU 5jricn genannt; richtiger iiagi. Pliniu« XII HB: «Die Wurzel des Kostus hat 




42 



Die Arxn<jimitteUchre des Dtoslnirides. 



einea brcimetiden Gescbmaok lud vortrefflichen Oerucb, der Steogel aber ist an 
brauchbar. Gleii'h beim ersten Eintritt des Kluases ladua, bei der InsaL Fatale (e 
Tbeü von Sind zwischen den Iiidusmllu dangen) waoheen swei Arten desselben , eine 
schwarze und eine veisae, bosacre." Arabien und Syrien sind nar die Transpor 
linder. Nach dem Peiiplns vnr Kostiu ein Aasfubntrtikcl von Minnngarn am nnUir 
Indui (heute TattA) und Ton Barygasa (Baroach oder Baroche). Die Alteren arabij 
sehen Schriftsteller folgen D. und Pliniaa, eo Avicenna, Serapion; Meaue mit 
acheidet Costus dulci.» und amarus. Val. Cordus beschreibt nur den arabische 
und 8}'rischen KoBtns, den indischen habe er noch nicht xu Gefiiobt bekommen. 
warnt die Apotheker, sehr voruchtig beim Einkauf zu Hein, damit sie den Hebt 
erhielten. 

MatthioluH eagi. der meiste Koetui} der Of6cinen t»ei nnSoht, man BoUe 
mAts der Anweisung Galen's Ammoniacam oder Helenium dafür subRtitairen. TJn 
die Zeit des Mittelalters äohcint der lichte Kostos achon aus üem Handel to: 
itcbwunden zu sein. Ctianlpinus (um lÜ^O) hält den bnxbaam farbigen 
Zedoaria, statt dcü achten Koatus würde die Wurzel von Feruhi verkauft Nao 
Brunfelsius waren Uauptersatzmittel die Wurzel von Inula Ctimpona , nt 
Anderen die Wurzel von Mentha roracenics und Angelioa Arcbanglica. Banhii 
(Uh. XEX p. 749) zeichnet und beschreibt den Kostus seiner Zeit (1550) al« dauc 
dicke, 4 — 5 cm lange Wurzel mit voretehenden Höckern, ähnlich dem Ingwer,! 
er ist wie dieser iiuanen und innen weini, ebenio consiütent und faserige mit ange- 
nehm bitterem, hinterher scharfem Geschmack. 

O a r c i a behauptet , es gebe nur eine Art Cosbu , den Cost oder Cael der 
Araber (indisch Kcu oder Kusht'ha) ; er sehe ans wie Sambucue und habe eine wohl* 
rieohendn DlQthe. Das» die Araber einen süäs^'n und bitteren iinterHcheidcn, komme 
daher, dau er friacb nicht bitter und sehr weias sei, mit dem Alter aber bitter und 
dunkel werde. 

Costun Hpfcio«\44 I*am. oder C. arahieu» L. (ScitamJneae). Seh /Ine od vi 
arabische Kostwart. Ein iinsdauemder Strauch Oetindienä. Viti» Rhizotn 
wagerecht, auch über die Erde nich erhebend, uus vielcu Knoten bestehend, innfl 
weiss, nach unten aehr faserig. Der Stengel int von den Blattscheiden ganz umgebe 
nach deren Abfallen nackt, 120—180 cm hoch. Die Blätter sind sitzend, unteij 
eeits bl&dB, weich, die Deckblätter concav, die Blumenrohre einschlieesend , an d« 
Spitze rothlich, die Blütlten sehr gross, wohlriechend, die Krone ist fletschroth odä 
> faet weissHch. die Lippe herabhängend, darauf liegt der Staubfaden. Kajieel dre 
^kantig, Samen glänzend, echwarz. 

Der seltene ArzneikOrper besteht aus dünnen, zuweilen aber auch 4 om dick 
und 5 — 8 cm langen, aussen grauen, innen blasseren oder weissen Stücken, 
auf dem Brnche strahlenförmige Zellen zeigen, welche mit einer eng dnrchlficherte 
Hasse erfOllt sind; der Gemch ist angenehm Tüilchenoriig, der Ocschmack aehr 
bitter und scharf. 

Unter Coatug dulcü versteht man in neuerer Zeit die hie und da noch 
briluobliche Canella alba, die Rinde von CcHtUa aV»a Murray. 



Cap. 16. Ilspl £x^^^^^- Bartgras. Eine Art Bartgras wach 
in Libyen, eine in Arabien, eine andere im sogen. NabuthUcrlunde'). Diese 
iai daa beste. An zweiter Stelle kommt dafl ombisclie, welches Einijj 
das babylonische, Andere Teucliitis*) nennen. Das libysche ist aber natat^ 
los. Wähle das frigche^ röthliche, vielblQtbigi*, da« beim Sp&lton purp« 



wmss ist, einen rosenartigen Wohlgeruch hat, venn es mit 
Binden gerieben wird, un<I mit vielem Füuer auf der Zunge bremil. 
Gebrauch suht die Blüthe, der Halm und die Wurzel. Es hat harn- 
id«, die Üdeostruation befördernde, die Winde vertheilende, schwere 
enen Terursachende, massig adstringirende, dabei auch nährende, 
V'-r^aaung befördernde und eröffnende ^} Kraft. Der Trank von der 
-t daher heiUam gegen BluUturz und Magen-, Lungen*, Leber- 
Nierenleiden; sie wird auch den Gegengiften zugemiscbt; die Wurzel 
stlrker adfitringirend , deshalb nird sie auch bei Ekelempfinden des 
, sowie bei Wassersucht und Krämpfen gegeben, 1 Drachme mit 
^Hchviel Pfeffer einige Tage hindurch. Die Abkochung derselben ist 
Sctabad bei GebürmutterentzÜnduugeu ein zuträgliche« Mittel. 

^ NabAthfter. ein im sU'iuigen Arabien mit der Hauptstudt Petra ansfiAiger 

TiftMUmm: «r leitet nch üb vou Nebagot, einem Ka<:hkommen Ismaels (Genes. 

iicliitii übereetzt Wittstein der GevaSiiete (tiö-//.?, B«flt«eug); das 

' über nucb rin Geschirr oder Oef^w, und ea liegt di« Deutung nahe, 

in auaenUtch ilie Blumen, die Feine Waare in Oefässen verpackt tarn Vankwi 

^rata. ') äva3T0^ivctxf,v, die Gef&sae anregend und erSffbend. 

Tbeopbmfit (tlist. p1. IX 7, 1: De catu. p1. VI 11, 13; 18, 1) rcchaei den 
' ' r die Sumpfpflanzen den Thale« xtri-Hchen Libanon und AnÜHbanon am 
■ - ' I 1 . I nach ist er ohne Tjenicb, nur der syriscbo wird nach dem Trocknen 
vofedriecfaead. Er unterscheidet wnet noch drei Arten , den scharten und gtertlen, 
4a fruchtbaren , Melanicrania genannt, und den HoloBchoinof) (RisL pl. IV 12, 1). 
h ^cxBcIben Weise apricbt sieb Pliniui aus; neben die«eu drei Arten beschreibt er 
teJnc» odomtus SyricnB, von dem die bette Sorte die Teucbitia ist-, dunu kommt 
tu tob^hmische and zuletzt die afrikanische. Beide SchrülateUer loben alao im 
lur—lif sa D. den uTriBchen als den besten. Den Beinamen .babyloniscb' hat 
•- «^1 nur Tom Hauptfftaijelptatze Babylon. 

Bei den 8cfaril1tiitellera des späten Mittelalters heisst das Bartgras auch 
e>3ocaaathiu . tusammongecogen aus ox^ivo; und £vfk»; , and dieses eomunpirt 
älünaUnu, aneh Eameelhen. Yal. Cordaa berichtet nämlich, daes die Korawanen- 
&brtr dM Grax von des Kameeleo abweiden lassen , beim Aufbruch einen veiteren 
Yvrtllt davon aLt Futter Hlr die Thlere mitnehme» und den Rest bierroD in Ale- 
aa4na verinafcn. Die BlQthe kommt weniger nach Kuropa, weil nie leicht abfUllL 
b «n4 aber aocb von den Kaufleaten zu Schiffe in BOndeln versandt, damit man 
liäA iiti»hr laufe, solches zu bekommen, welches den Kjimeelen ab Streu gedient 

Bei einigen Autoren, z. B. Angoillara, Amatus, Sylviua, Kronenburg, 

du BartgTUJ anch Juncu» odoratos. Schon um die Zeit des Kpäteren Hittel- 

kam duBclbe nur wt-nig nach Kuropa, ea worde dafSr Alpinia Qalanga «ub- 
(Biiobin lib. XVIII p. 516 nqq.l. 

Amär^i^>eyon Sehotnanthue L. (Gramineae). Wohlriecbendes Bartgras. Ei 
fai 40—70 CB hohe Lstige Ualme, welche eine verlängerte Rispe mit eifdroug-l&ng- 
tK^ea Aefarea Ingen, and ein fast bolziges Bkizom. Sein Geruch ist ang-nebm 
vlnig, der Geicbuiack stark gewOrzIiafL Daa ätherische Oel daraus war frflber als 
n fyro beikaABt. 

Ga|). 17. Ilipi KaXdp.ou. Kalmus. Der gewürzbafte Kalmus 
vickft in Indien; als schönster ist derselbe rötblich, dicht mit Knoten 








besetzt und beim Brechen vielsplitlerigf den Halm aogeftült mit Spinn- 
gewebe^), weisälichf beim Zerkauen zähe'')^ adstringirend, etwas scharf. 
GenosAen vermag er den Harn zu treiben; darum Ist er mit Quecken 
oder Petersüiens&men gekocht und getrunken WaesersQchtigen , Nieren- 
kranken, an Harnzwang Leidenden und bei inneren Hupturen wirksam. 
Die Menstruation befördert er getrunken und in Zäpfchen eingelegt'. Den 
Husten heilt er als Räucherung angezündet sowohl allein ab auch mit 
Terpentinharz, indem der Rauch durch ein Kohr in den Mund gesogen wi: 
Er wird aber auch zu Sitzbädern für die Frauen abgekocht. Dann 
er auch den Salben und Uäucberungen zum Wohlgeruch zugesetzt. 

*] DaB gci^areiche parencLymatische Gewebe mit groeseii InterceUuIurräome 
*) Für -fXtgxpDC haben wir kein genau entsprechendes Wort , es ist dos latetn 
Tiscoaus. 

Kaltnua gehört zu dun Qitc-tften Gewürzen. B«i II. Mos. 30, 23, Jerem. 6, 
Hohelied 4, 14 dient daa .duftende WQrzrohr* zur Bereitting des Salbttig. 

Theophraxl berichtet Ober den KalainriH (Hiit. pt. IX 7, 1), er wachse mit dem 
Bartgrase in einem Sumpfe zwischen dem Libanon und einem anderen kleinen Beri; 
der aber nicht der Antilibanon sei; frisch habe »r keinen, getrocknet aber eii 
tthr feinen, wenn auch nicht weit reichenden Geruch. Und weiter (De odor. 
33, 34) bei«it es, er werde den wuhlriechenden Salben beigemischt, daa Bartgras 
scblLrrer und heisaer . . ., beide rcrlSren sehr bald ihre Kraft. Plinius XII 105 
Toru Calamus odoratus dasselbe nnd ffthrt dann fort: der Calamus bat einen tot- 
trefflichen Geruch , der schon aus der Feme einladet, . . . Die bessere Sorte bricht, 
weniger leicht und mehr spahnurtig aU wie der Kettig. Im Rohntengel bcflndi 
sich ein spinngewebelibnliches Mark, welches die Blume heisst, je reichlicher ca vofl 
h&nden ist. um so ausgeEeichneter ist er u. s. w. 

Theophraet »agt ni<-ht8 van der Wurzel, und Pliniua nennt au!<drUcklich de 
oberirdischen Theit der Pftuue als den werthvoUen. Auch D. würdig ganx gflwia 
da er den Kalamos in der Folge so oft als GewOrz verwondnt, die Wunel al« 
wirksamsten Thcil beschrieben oder, wie beim Kypeiro«, wenigstens auch deren 
brauch erwähnt haben, wenn er unter KalamoH nicht den blähenden Spross 
stehen wollte. Diese Ansicht wurde sowohl von den »piltereu Griechen, Äi^tius 
Amida, Paulmi von Aegina (Anfang des 7. Jahrb.), aXa auch von den ScbriftHtellcr 
des 16. Jahrhunderts vertreten. Fuchs (Paradoxa n. Commcnt. in bist. sUrp. cu 
6g., 1M2) sagt: .Der wahre würzige Kalmus wird in unseren OfBcinen nicht ge 
denn was i<ie unter diesem Namen verkaufen, ist nicht das Rohr, sondern die Wnr 
nach fehlen ihm die Eigenschaften, die ihm von 0. beigelegt werden.' AL Ut 
della (Annotat in Examen stmpl. Brastivolae, l.^äÜ): .Ich sehe nicht ein, wie 
Beschreibung des Calamus hei D. auf den gewöhnlichen Kalmus bei der gro 
Verschiedenheit passen soll; deshalb zweifehi wir, daaa es der wahre de» 
ist* n. s, w. 

Sylvius: Was in den Apotheken verkauft wird, ist nicht der Calamus (dl 
Rohr), sondern die Wurzel, und auch nicht die de« Calauins, sondern irgend eine 
anderen Pflanxe, auch wird sie nicht aus Indien bezogen, weil rie tu billig und o^ 
frisch ist 

Cordus: Allgemein findet sich in den A[K>thekQn der Calamus aromntion 
Über er hat keine AebnUcfakeit mit dem wahren Calamus n. t;. w. 

Matihiolus (Comment- in Pio^cor. 20). welcher im Jalire |.^0A ««in» Kalmo 



von 



l. Buch. Cap. 18. 



jhMtt dioik den dsterreiefaucben Gesandten in Co&sUntinopel erhielt und dt«- 
Ae sMöldcte, bUt gleichfalls dafür, dass der oberirdiscbe 'Vheil derselben g«- 
wbA m. 

i»aa> Cornarins (Emblem, ad Diosc, 15^7) bezieht die Beschreibung dei 
& ^mk ftof den oberirdischen Tbeil der i'flanse. theils auf die Wurzel irgl. fiauhin 
ltCh«rlsr Üb. XL\ p. 735 sqq.). 

Wir haben ako aUe.r Wahrscheinlichkeit nach anter CaUmos aromaticua des 
Lvfaae v'U Aeomi Calaroos Ter»chiedene Pflanze zu betrachten. 

FIQckigcr (Pharmakogn. S. 854) sagt: Wohl mag ursprünglich darunter 
r Calamos aromatJcu^J ein wohliiecbeodes indisches Gras auä dem Genus Audro- 
I^Mi fent&nden worden »ein, wie z. B. Triniue (Clarie Agrostograph. antiq^ 1382, 
kltt-15). Dierbacb {Archiv XXV 161. !828). Royle (Kaaay on tb« antiq. of 
l»lw Med.. 1837. 84, 82). Dulaurier (Journ. osiat IS4Q, Vlll 186) angenommen 
hka, »A aber wiu-den, beacmden in neuerer Zelt, jene Bezeichnungen auf Acorus 
'^*'n~' fiberiragen. 

B»nbin (lib. SEX p. 737) schreibt: Im Jahre 1574 sah Clu^ius caerst die 
VttMiir PfianzA mit sehr wohlriechenden Blättern zu Wien , velcht^ durch Mit- 
fitAtt der Gevandtfli-hafl beim türkischen Sultan dorthin gekommen war. Er selbst 
llfei rie in Stattg&rt, Paris und Straasborg Qppi^ gedeihen sehen. Sie erfordere 
caiiiligen Boden mibe bei Wasser, sie werde alle Jahre aus dem Boden ge- 
M^Htn und, nachdem die Wurzeln abgeechnitten sind, wfirdeu die Summitatet; in 
koAxüter Entfernung ron einander in ilen Boden gesteckt, wodurch sie reichlich 
■iwlirt werde und schon im zweiten Jahre blühe. 

Ko»teletik7 h&li die Pflanze für Ändropogon Kardua L. (Gramineae), Narden- 
ftingraft. 

Beim Kolmos sagt er: Von Acorus Calomus L. findet sich im ganzen südlichen 
ite eine auffallende Varietät, die rielleicht bei genauerer Untersuchung als eine 
«psw Speeie« sich bewähten dQrfte (6. E. Ruraph, Herbar. umboinense, 1741—50. 
Ttl. V T. 72 Fig. 1). Sie ist in allen Theilen Tiel kleiner, die Wurzel dünn, brauner, 
«h&ifer. Die Blätter sind lö — SO cm hoch, schmal und fester, auch der Schofl mit 
IB knrxer Spitze. Der Kolben ütt 4 cm lang, federkieldick, d<>n Kiltr-chen Ton Corylos 
Adich. Die Wurzel ist unserem Kalmus an Wirksamkeit gleich und war bis zum 
U Jtbihiindert der Calaiuus aromaticus der meisten europäischen Aerzte. 

C*p. 18. Ilspl BaXodcjtoo. Balsam. Der Baum erscheint von 
4(r Grtese des Ljkions oder Feuerdoms ') und hat Blätter denen der 
&HUe ähnlich, aber vie[ heller und mehr immergrUn, er wächst nur in 
Um in einem bestimmten Thale und in Äegypteii. 

Sie (die Bäume) unterscheiden sich von einander durch Rauheit'), 
fttoe und Schlankheit. Darum wird das Dünne und üaarförmige des 
Btrindwe der Schnitt genannt, jedenfalls weil es, da es schlank ist, leicht 
■ tcbnetden ist Das sogen. Opob&lsamon') wird gewonnen in der Zeit 
icr Hitttdatagsbiize, indem der Baum mit eisernen Werkzeugen ange- 
fc*"»!*^?! wird. £s Siesst jedoch spärlich, so dnss zu jeder Zeit nicht 
iMfer als scclu bis sieben Cbus'') gesammelt werden; es wird aber in 
iirtigtr Gegend um das Doppolte Silber verkauft'^). Gut ist aber der 
Bifi, wenn er friäch ist, einen kräftigen Geruch hat und unverfälscht ist, 
■KfUch schmeckt, leicht Aiesst, blank und zusammenziehend ist und auf 



46 



Die Arzneimittellehre des Dioalcaridea. 



der Zunge massig beisst. Er wird aber auf mancherlei Weise verTälscb 
Die Einen mischen nämlich Salbale daninter, wie Terpentin, CyperngrasJ 
Mastix-, Lilien-, ßebenöl, Bittermandelöl, Honig, sehr flüssige Myrten* ode 
Cypemgrassulbe. Ein solcher wird aber leicht durch die Prüfung crkant 
Wird nämlich der reine Balsam auf Wolkeug getröpfelt, so hinterläe 
er nach dem Auswaschen weder einen Fleck noch Schmutz, der Terfdlschii 
aber bleibt. Ferner auf Milch getröpfelt macht er diese gerinnen, wa 
der getiUschte nicht thut. Wird weiter der ächte auf Milch oder Wassc 
getröpfelt, so zerfliesst er rasch und milchig, der verfälschte dageg 
schwimmt darauf wie Oel, in sich zusammengeballt, dann sternförmig sie 
ausbreitend. Mit der Zeit jedoch verdickt sich auch der ächte, er 
Ton selbst schlechter. Diejenigen irren aber, welche glauben, daas de 
seihe, wenn er acht ist, auf das Wasser getröpfelt zunächst zu Bodti 
sinke, dann als leicht zerfliesslich aufwärts dringe. 

Dax Holz, welchem Xylobalsamon genannt wird, ist geschätzt, we 
es frisch ist, dünne Zweige hat und röthlich und wohlriechend ist, uc 
kurze Weile nach Opobalsamon duftet. Von der Fruclit, denn auch di« 
steht im nothwendigen Gebrauche, wähle die gelbe, volle, grosse, schwe 
mit beissendem und brennendem Geschmack, die massig nach Opobalsamc 
riecht. Von Petra aber, wo die Finicht verfälscht wird, kommt ein San 
dem .lohanniskr.iiit ähnlich, diesen wirst du daran erkennen, daas 
grösser, leer und kraftlos ist und nach Pfeffer schmeckt 

Der Saft hat sehr stark wirkende Kraft, da er in hohem Grade ef 
wärmend ist, die Verdunkelungen auf der Pupille vertreibt und die E« 
kältungen der Gebärmuttergegend heilt, wenn er mit Rosenwachssalhe eil 
gelegt wird. Er befördert die Menstruation, treibt die Nachgeburt uo 
den Fötus aus und löst eingesalbt die Erstarrung. Auch reinigt er 
Wunden von Schmutz. Getrunken ferner ist er die Verdauung befßrde 
und harntreibend, den Engbrüstigen zuträglich, mit Milch auch done 
die Akonit genossen haben und den von wildeu Thiereu Gebissenen, 
wird auch den Salben , Pflastern und Gegengiften zugemischt. Und 
ÄUgemeinen hat die kräftigste Wirkung der Balsamsaft, die nächste 
Frucht, die schwächste das Holz. Dio Frucht, getrunken, ist für die ei 
gutes Mittel, welche an Seitenstechen, Lungenentzündung, Husten, Lende 
gicht, Fallsucht, Schwindel, Äthemnoth, Leibschneiden. Haruverbaltua 
leiden, die von giftigen Thieren gebissen sind; ferner eignet er sich 
Räucherungen ftlr Frauen, und in der Abkochung zum Sitzbade 
Öffnet er den Muttermund, indem er die Feuchtigkeit in sich zieht. Dj 
Holz hat dieselbe Kraft wie die Frucht^ nur schwächer. Es hilft in dfl 
Abkochung mit Wasser, getrunken, gegen Verdauun^scliwäche, Krürapfl 
den von giftigen Thieren Gebissenen, von Krämpfen Befallenen, auo 
treibt es den Harn und ist mit Irissalbe eingerieben bei Kopfwunde 



Idaun; (Utin aber auch zieht es (Knocben-)3pIitter aus und wird end- 
bb il«ii Verd ich tun |G^ mittel u der Salben zugesetzt. 

') !> rukaolha , Crtttagffus OxyacanlJta L., mit rothea Beeren. •) Der Rinde. 
% IaI de» Strancb wohl selbst nie gesehen, sondern basdireibt ihn nach Berichten; 
«fibruacht hiiT iIm Wurt tpa^^TTi;. *) hniz ß(iXsd|u>u, BalRamsafl. *) Die ganze 
tohnti tu jeder Erntezeit wOrde also 19,CS~22.96 1 butmgen haben. ') d. h. er 
•rde mit dem doppelt««» Gewichte con Silber aufgewogen. 

Der BatAunfttruucb soll nach Pliniua XII 111 swei Ellen hoch ocin und, wie 
■rik aräi Vor^&nger Theophrost sitgt fIlifit. plant. IX ö), nnr in Syrien im Tfaale 
•tnera Landctriche datlich des Jordans, wo neb zwei Anpflanxun^n befinden, 
i«n, und xwar theiU wild, theila culÜrirt, Strabo (Geograph, lib. XYl p, 434) 
, da» der dem x'Jtt^o; (Medicago arborea) oder der Terebinthe ähnliche 
.Dch in Saba. also im sQdlichen Arabien, wachse, auch Prosper Alpinus 
fltnl. Aeg3'pt. p. 49) ist dieser Aadcbt, und nach Klavia« Jooephus (Antiq. 
G^ 6) »11 eine Königin von Saba seine Cultnr nach Paläitina Übertragen 
Wenn et ober üeneaiB 37, 20 heisst: .Sie sahen üanaelitiMsbc Kaoileute Ton 
bericonunen, deren Kameele Specereien, Bul6am und Myrrbenhnrz tmgen, 
fi* Bach Aegyptea xogea,* w mnw inun wohl bedenken, daoa die urabiscben 
tmwaaea die Producte Palludinai anfnuhmen und nach Acgypten führten. In 
war dffr ßalBamitraach nicht heimiHch , er wurde ent Bp&ter dorthin ver- 
SioieoQ 9eth, etwa um 1070 (De cibor. facult. p. 9), und Abd Allathif, 
12S1 lAegypU p. 13), hüben den ätmuch bei UicropoHs gefunden und Petr. 
oainv (D« arboribuB eoniferis, ISß.S) sab ihn in dt<n (lärteti von Kairo. 
ftmiiu gibt noch all weitere VerTdlscbungen Hans, Galbanum und Gummi an, 
MMhe ihn whr brüchig und trock(>n. Weiter sagt er, der mit Wachs ver- 
Ibbi bilde beim Verbrennen rine schwarze Flamme, der, welcher Honig 
locke die Bienen an. Er sowohl wie Tbeophrast behnnpten, reiner Balsam 
aieftil nach Europa. 

Wie Flav. Josephus (Antiq. jud. 14, 4). Tocitos (tiist 5, 5|, Plinius SIT 115 
4^libcB. dorfie der Baum nicht mit einem Kijen verletzt werden, wenn er nicht 
liifiiiea toU«. üondem nur die Rinde, und nur diese darfe mit einem Instrument 
^ Giu, Stein odt^r Knochen angeritzt werden, 

Nadi itllon Beschreibungen und Ansfaben, dass Holz und Zweige wohlriechend 
M. niiMii wir annehmen, dnss der Balsam ein natOrüches Prodnct der Pfiiinze. 
ili» ia Off fertift gebildet enthalten ist. Der au;aflie88ende Saft ist nach PlinioB zu- 
■Idit wtam, dann rOthlich und durchscheinend (>.eio<;, glatt, sagt Dioak.), wird 
tltUlA Wolle in kleinen nOrncm aufgefangen und mus diesen in neue irdene Go- 
tiäm gcthan. Kach seinem Zeugnisse haben die Juden wider den Strauch ge- 
•Ute, d. b. entweder Ranbbaa getrieben oder ihn au^ Hais gegen die BSmer ans- 
Mtttea Temcht. bis die Kaiser für seine Schonung und Cultur sorgten. 

Schon xor Zeit des Miitelallers war der äehte Balsam aus dem Handel ver* 
^Rvaden and an seine Stelle da« patbob^gisclie Produi^t von Toluiftra fWeirae 
(UL gtlrcAen, so dass, als der in der katholischen Kirche zum Chrisma gebrauchte 
lüfte Babani nicht mehr zu haben war, Papst Pius T. durch eine Balle vom Jahre 
die Verwendung von Balsamum pemriaiium gestattete. 
BmUamodmdron giteadense Kunth oder Am;/riM gilraitnti* L. (Terebiuthinaceae- 
\), Aechter Bal«amst rnuch, ist nach der Beschreibung von Vahl (Sfm- 
b«t«B. C»«c. IH) ein kleiner Baum mit sparrig abstehenden, glatten, aschgranen 
mwl dres- bis fQnEzahlig gefiederten Blüttem, sie sitzen auf «ehr kurzen Aestchen. 
ttl B&tt^hpti ftind kaum n>erklich weichhaorig, verkohrt-cii'önni^ oder keilförmig. 




48 



Die Arzneimittellehre dea Dioskorides. 



bisweilen etwa« spitz, daa mittlere ein klein wenig grOseer als die «eiüichen. 
kuTzgestielten kleinen BlQtlieii einzeln oder mehrere beisammen am Kndc der BL 
btchen. Kelch glockig, Blamenblätter weiss^ so lang vie die Staubf34en. Ste!^ 
fnicht eiförmig, erbtengro««, glatt nod braun. 

Der Balsam entiiiÜt nnch Wigand zwei Harze and iLtberüchea Oel. 



Cap. 19. Ilspt 'A3-aXä&oi>. Aspalathos. Der AspalaÜwi 
[Einige nennen ihn Erysiskeptron '), Andere Sphagnon, Phasganon*), dd 
Syrier Diaxylon*)] ist ein holziger Strauch mit vielen Domen, welcher n 
Istros, Nisyros^), sowie auch in Syrien und auf RhoduH wächst^ und de 
die Salbenbereiter zum Binden des Wohlgeruches gebrauchen. Gut ia 
der, welcher schwer, nach dem Entrinden etwas röthlich oder purpur 
farbig, dicht, wohlriechend und bitter von Geschmack ist. Es gibt davc 
aber auch eine zweite Sorte, weiss, holzig imd geruchlos, die aber 
schlechter gilt. Er hat erwärmende und zugleich adstringirende Kmf 
darum dient er mit Wein gekocht und damit gespült gegen Mundausfic 
(Soor)*) und als Einspülung gegen fressende und schmutzige GeschwC 
an den SchamtUeilen; den Zäpfchen buigemischt zieht er den Fötus berav 
Die Abkochung davon hemmt den Durchfall und den BlutSuss, bef 
auch Ton Harnverhaltung und Blähungen. 

') Siebe Cypcmgnu' Cap. 4. ') fai-^'xvovf Dolch, Schwert, weil die Domen 
scharfe Verwundungen verursachen. ') StäiyXov, eigentlich Querholz, Kreuzholz, 
von MarceltuH, dem Interpreten *\es D. (1525) alu mediolignom, da« mittlere Hb]] 
beseicimet. *) Istros iat wie auch NiE^ros (Niaari) eine zu den Kykladen gezählt 
Insel. *) Aphthen. 

D. spricht sich nicht daräbcr aus, ob er das Holz oder die AVursel meinl 
während PHniusXIl HO sqq. «Dgt, dass der Aspalathus, ein weisifhohcr Domstraoo 
mit dem Cjrperngrane in denselben DiatricteD wachae, ein Baum mit rosenroib« 
BIflthe, dessen Wurzel 2u Salben diene; nur die Sträucber, auf welche sich d^ 
Regenbogen hcrabkrQmme, erhielten den an^fnehmen Duft, aeine gnte ÜesohafTeabe 
bestehe in der rothlichen Farbe, in der Diulitipkeit des HoIm» und im Cienich 
Bibergeil. An anderer Stelle (XXIV 112) rerwecbaelt er ein DomjjewUchfc, de 
»ch die WaUct-r bedienen (Dipsacus fnllonura L.) mit Attpaluthus. 

TJeber die Identität dieser Pflanze sind nur Vermuthungen angestellt, 
meisten weichen die arabischen Schriftsteller von D, ab, welche den Aspalathq 
als einen domigen Baum beschreibi-n. Seit dem 15. Jabrh. hat man keine Kund 
mehr von dem wahren Äapalathos gehabt. Sowohl Matthiolus aU anch Jani 
Cornarius ^ehvn an, diisB er sc-hon Itlngst in den Glycinen fehle: uls Subtrtit 
galten das wohlriechende Aloeholz oder Santelbols. Job. Pona beschreibt die 
(Comment. simplicium in monte Saldo oresc.) folgenderm.i«3en: das Holz iftt c«m{] 
und schwer, die Süssere Rinde gmuschwarz, etwas scharf und odutringirend ; 
ihrer Entfernung zeigt sich eine faserige Membran, welche sehr wirksam ist. Zie 
mau diese ab, so encbeiut das Holz aussen purpurfarben, nach iuueu blanfl 
werdend. Der innere Tbcil ist schwäi-zlich. Das ganze Holz ist adstringirend , bl 
einen sehr scharfen Geruch wie Bibergeil. Sprengel hält Cytiswt lantger ode 
Spartium vUloaum Vabl (Papiliooaceae) fQr den wohlriechenden Aspalathos und 
die andere Sorte Spartinm horridam Vahl oder i\fti3us »pinottta L(un. Frat 



I, Ba«h. Gap. 21. 



49 



4ax enWrcn AäpaUtho5 aJs 'Jtnisuj acantU'fhd» I). 0. Stacbelginsteri 
nftcfa abgetogeaer Rinde rOthlirb mid Anch bitter fand, »bor nicht vobl- 
i)«n nndtfreu lUi Calprvlome rillosa Link (S/Mirtium riUonum Vabl). 
In 4«c ÜswtcbKhftusem wurdt-n Tcracbiedentt Arten Aipalatboa als Zierpflansen 
Ai^. citiariß L., Afp, ericatfol. L., Atp. argent. L. 



Cip. 20. Ilipl Dpöou. Bryon. Das Bryoa wird von Einigea 
mk üpUchnon gununnt, es findet sich auf Ceder- . Pappet- und Bicb- 
ttus«n. Den Vorzug verdient das der Ceder, dann kommt das der 
dal v)i>litnf<:beQd8te davon und das weisse iat ^t, das schwarz- 

ist »chlf-chUr. Es hat adstringirende Kraft, hält die Mitte zwischen 
Vinn und Kalt, wirkt in Tränken und Sitzbädern gegen Gebärniuttcr- 
hiUa. Ks wird auch den Behensulhen und Salbölen wegen seiner zu- 
•BDefkKieiienden (verdichtenden) Wirkung zugesetzt, eignet eich auch zur 
Bereitang von Uaucherungen und kräftigenden Salben. 

P^iiM Xn 108 nennt das Brjron Spbachuos, graue Zotten an den Bäumen, 
^> lifn Hieben; da» beste wä<7bsi in Kyrene. dann kommt das kypriscfae und 
-T St«U>: dfw pbOnOciAche. Ks wächst auch an PeUen. An anderer St«IIe 
Üe Traubv der iretueu Pappel, das beste wachse in Knidos und Karion, 
Sorte auf dtt Ceder in Lykien. Weiter (XIII 137} nennt er auch daa 
BryoiL 
Viie hab<m es hier mit einer wohlriechenden Flechte.' zu thun, wahrächeiolicb 
itt der Familie der Uaneacca«. Sie «ind etwas bitter und zuflammenziehead und 
wieft gcg<eii Schleitu- und Bhitf)üK.-(e, gegen Kubr und Uagenschv&cfae angewaudt, 
Sil AUitüri» Armbum Ach., doa OfM^hnah der alUm arabiitchen Aoritc, ein Product 
far kcMMB Zone, os hat einen ambraartigen Qcnich. 
Nach Fraa» i^t es Utnta floridn Ach. 



< ap. 21. Qspl 'A7aXXö/ou. Ägallochon. Das ÄgaUochon ist 
«n mu Indien und Arabien hergebrachtes Holz, ähnlich dem Thuja-Holze'), 
pe^renkeli, wolilriechend, heim Kosten etwas zusammenziehend zugleich 
uk riner gewissen Bitterkeit, mit lederartiger und gefleckter Rinde. Es 
Üsot zerkaut und in der Abkochung als Spülwasser zum Wohlgeruch des 
Vandes, auch ist es ein ParfQm (Streupulver) für den ganzen Körper, 
li wird statt des Weihrauchs zum Räuchern benutzt. Die Wurzel davon 
V l Drachme genommen lindert die ScblatFbeit, Schwäche und HitJte des 
ligcnä. Denjenigen, welche an Seiten- und Leberachraereen, welche an 
[KMrnt«rie oder Leibschneiden leiden» hilft es mit Wasser getrunken. 

I Nach Sprengel Y'Au/o artieulata Vahl; den Vergleich bezieht er auf die 
Bowicn o^«r HaaerkrOpfe, föipfpot, die sich hier wie beim Alo'rxylvit Agallochum 
ftadvn BuUen. 

Da« Wort Agallochum entspricht nach demselben Sprengel dem .Ahalolh' 

rBtbtter (Hobel, i. U: Paolm 44, 9) und dem .ÄgaUadschin*. «pateren ^AUowath' 

4ir Araber. Dos AhaloUi liegt dann dem Alo^bolK ku Grunde. Bei Plinioa XU 98 

^äaA n Tarum. a war eins der koitbonten KAuchorwerke. tiimeon Selb (De 

B>trnJ.. A rrnrimittcUillirr ilsft DtotkiridM. 4 




tüimentornm fuoalt-) nt>Qnt es SoXcÜLÖt], AloCxyloo. A]o?hols fMejer, Gesch. <1. Bot Hl 
8. 364) uod zählt zehn veracbiedene Sorten auf. 

in der Beschreibung dvr SUmmpAunae und tler Droge weichen die «Itereii 
Botaniker nicht tmwetentlich von einander ab. U a. r c i u stLfgi fi«t Qbereiuiiinmiend 
mit Anderen: Der Baum wichvt nur in Indien. Arabien ist nur das DorcbgongKlaad. 
Er hat die GrOsee de« Oelbaums. ilie Rinde ist dick and ohne (remch, das IIoU 
überhaupt ittt frincb genirhlua, der angi^niihnie Duft entwickull sich vni beim 
Trocknen und i>it dem Marke (cordi) /.u am htftrksten. Die Eingeborenen rcisscm ent- 
weder die Rinde ab, che sie das Holz in den Handel bringen, oder »ie graben dv* 
Btftmme in die Erde, wo «ich beim Verschwinden der Rinde der Wohlgemoh eut* 
wickelt. Sie nennen den Banm (nach Lud. Homana«, Navig. in Oriente) Catampat 
(vgl. Biiuhin et C herler Üb. IV p. 477 sqq.). Ramph (De plantis exotic, um 1750) 
•agtk es gebe zwei Sorten AluL-hol/., Kalambak und GaroS malaka; alu Stamm- 
pflaacen werden Alofxtfhn Affallochum Lonr. (Leguminosae-Caesalpin.) und Aijuitttria 
tHotaetmin Lam. (Thjmelaeac.). ansehnliche Bäume Hinterindieni und der benachbarten 
Inseln bezeichnet. 

Neuerding« haben sich Hanbury (Science papera 1876 p. 268), Oreahoff 
(Schctsen van Nuttige Indische Planten) und Prof. J. Mßller (Lignuw Aloes und 
Linalo^bolz, Pharm. Post iSSti. Separatabdr.) mit dem Agallochum beschäftigt. Han- 
bury kennt dasselbe nur als Product von Aquilaria Agallceha Roxb. «Das Holz*, oagl 
er. ist in seinem gewöhnlichen Zustande von blasser Farbe, leicht und geruchlos und 
wird als Droge nicbt geschätzt. Unter gewissen Bedingungen findet jedoch eine üm- 
ändemng in einzebien TheJlen sowohl des Stammes als der Zweige statt, indem das 
Holz von einer dunklen, haraigen, gewOrzhaTten FlQs&igkeit erfüllt wird und ein 
höheres spec. Gewicht erlangt. ... Es sind dJeH Theile des Holzes, welche die fraf:- 
Ucbe Droge bilden und die um so höher geschiltzL werden, je schwerer und je reiche 
sie an hareiger Masse sind. ... Beim Suchen nach ,Aggar', wie das geschAisti 
Holx genannt wird, entfernen die Sammler die Rinde und hauen in das Hobt so tie 
bis sie dunkelfarbige Adern bemerken, welche die NiLhe des werthvoUen Holaea 
«eigen. Diesem findet sich gewöhnlich in nur geringer Entfernung vom Centrum de 
Stammes oder Zweiges. In einigen DiHtricten herrscht die Qewohnhait. die 
winnung des harzigen Holzes zu erleichtem, indem man Tbeile de« Holses in 
feuchte Erde vergräbt oder den giinxen Baum, nachdem er niedergehauen, eü 
Zeit liegen läMit; die Wirkung davon i^t, dasi^ das nicht hanige Uolz ubstirbt na^ 
dann mit eisernen Werkzeugen entfernt werden kann.* 

Jn der Tamilsprache heisst das AloShoIz .Aghil*, woraus die Portugiesen da 
Wort «Aguila* bildeten. Von Lamarck wurde diefte« weiter xum fit'nnsname^ 
.Aquilnria' geformt, wcloher zu der missrcrstündlichen Uehcrsetzung .Adlerhotz' 
führte. Die feinst« Sorte kam wohl kaum in den Handel, sondern blieb an den 
Höfen der Forsten; aber auch das gewöhnliche Alo6lio)z wurde sehr gest^bätxU Naclt 
der Taxe der Stadt Ulm vom Jahre 1596 kostete eine halbe Unxe {\h g) 40 Kreuzvx 
(TgL Flockiger, Fharmakogn. 3. 217). 

Eingehende und auf klftrende Untersnchungoi verdanken wir H Oller. Er I 
eine ganze Reihe sogen. AluShOlxer untersacbt und kommt au folgendem Schlu 
Das iUihte Alo^holx Mammt von Aquilaria-Arten. Es scheint seltener nach Europ 
gekommen xu sein, als ein änderet, dessen Abstammung nicht ermittelt 
konnte. Dieses stammt vielleicht von jener unbekannten Leguminose, weiche vo^ 
Loureiro At^^x^lon Agallochum genannt wurde. wuhrscheinUcher von OoHOstjrlH 
Miquelianua, einer TliynieUeacce. Das AquilahuhoU ist leicht urkennbi^r itn 
iBtraxylären PhloemstrtLngen. da dieAe bi^e<r bei keinem BoUe gef\]ndm wurden. 



I. Bnct. Cap. 33. 



51 



Ih« uOBfttMchen Stoffe, denen du Aquilariabulz Beim) Aawendiui)^ verduakt, 
im Prodoei eiaer Altersdegeneration. Sie treten sun&chBt als allgemeiner Zell- 
tkA utt ottd fuhren endlich zar ZflrstÖrong der ZeUmembraneu oud damit der 
MiBbiUns. 

Dfeü Bolx Ton Jquilaria AyaUoeha Koxb. (aus den Royal Botau. Gard. in Kew) 
[lalttl namkbraun, xicmlicb hart, nicht nchver, gut spaltbar, gerocblos, beim 
eigenartig schwach riechend. Am Querachnitte sind OeHisse and Mark- 
^]bst nnter der Lupe icbwer za onterscheiden, dagegen siebt man deutlich 
UageiUiale Stricbelung von dunklen zarten Linien, der Ausdruck der Phlo^m- 
ditt im älteren Ho'ze itArk in die Quf^re gK>slre(:kt sind. Ihr Parenchjrni ist so 
Mt mh bminer Inhalt«mafise erltlllt, dosä die PbloCuuUänge, anter Waaeer gesehen, 
ifciMipMie MaMe erscheinen, aas welcher die gelben Bastfasern hervorgl&naen. Dea> 
■ftca Inhall ftHuen auch die Markatrablen und stellenweise oach die trachealeu 
Batate. Die Gefftsse sind iaolirt oder zu wenigen grnppirt. Parenchym kommt 
•■V den Fhloftnsträngen wenig vor. Die Fafiem tiind breit, m&srig verdickt, mit 
«■Öiat. aber deutlich boboften TQpfcln bcsettt. 

INe in allen Nuancen braane, bernsteingelbe bis beinahe lohwarEe Inhaltfi- 
■M aDer Zellen iet onlOaticb in Wasser, Alkohol und Aetber, löslich in Alkalien, 
■riUiadiger in L'hloralfaydrat. Auf Qerbetoff reagirt sie nur schwach. 

Nach Djmock zeigen die besten Stücke des Holzes, die in Wasser onter- 
■hea, sahlreicbe mit Harz erfüllte Heilungen. Gekaut wird das Holz zwischen den 
BhlM weich, ea schmeckt bitter und aromatisch. Angecündet verbreitet es einen 
■yfitw Tn Geruch. w-Itirend doK foUche Alo^holz wie verbrannter Kautschuk riecht. 
Das xweite, nach der Uäufigkcit eeinea Vorkommens zu schliessen, dem üchtcn 
«U ttt gicichwerthig erachtete Alo6ho)z ist viel hftrter und hat einen von Aquilaria 
pu Tcnebiedenen Bau. 

Cap. 22. i[t'/\. Naoxdf^^o'j. NaskaphthoD. Naskaphtbon, nach 
i&deren Narkaphthon, auch dieses wird aus Indien gebracht. Es ist 
öidetiartig. ähnlich dorn vom Maulbeerbaum Abgeschälten, wegen seine« 
Wdilgeniches wird damit geräuchert, auch wird es den zusammen- 
IMrixtec Räucfaermitteln zugemtscht. In der Räucberung hilft es auch 
Jifn Oebärmutterverstopfung. 

Haalriphthott ist dne nicht bestinunte Masse. 

Gap. 23. Ilepi Ka^xäitoi). Kankamon. Das Kankamoa ist die 
ftiliM eines arabischen Baumes, in gewisser Weise der Myrrhe »hnlicb, 
NB widrigem Oeachmack , welche man als ein Ruuchermittel verwendet; 
aui rmachert nämlich die Kleider damit zugleich mit Myrrhe und Styrax. 
Ii loU eine die Fetten abmagernde Kraft haben, wenn es in der Menge 
wa 3 Obolen mit Wasser oder Sauerhonig einige Tage hindurch ge- 
WMD wird. £8 wird auch an der Leber und an Epilepsie Leidenden 
ttl AiUunatikem gegeben; ferner befördert es mit Uonigwasser die Men- 
ibHtion. vertreibt rasch die Narben in den Äugen und heilt mit Wein 
IllnidiiltdieSchw&chsichtigkeit. Gegen ZahnBeisch faule und Zahnscbmerzea 
vitb C8 wie kein anderes MitteL 



Bei TbeopUraai unJ Qalen finden wir Qbcr Kunkumoo nicbU, bei PUnias nur. 
dum es neben Tanim durch das Gebiet der nftbathüischen Tfoglodjrt«D eingeführt 
verde. Sprengel versucht die Mentificirung der Droge durcli Vermütelung des 
ArAbischeo. Rbazes hat nämlit'h dafür den Nuneii Lakh und sagt, der Baum, 
dem ea fliesie, gleiche der Sorbu» domtJttica. Avieenna berichtet vom Lakh 
aelbe irie vom Kankehar oder Kankeham, dem arabiairten %i-fH«^ov. Weiter 
Sprenge], in Afrika wachse ein der äorbua domestica ähnlicher Baum, Amyri$* 
Kataf Forsk., welcher xur Regenzeit ein rothea, wohlriechende« Pulver atuschwilxc, 
da« die Frauen «ich auf das Haupt stroneten. Das Holz davon diene in Acgypten 
daxn, um mit seinem Rauch die irdenen WasserkrQge zu iiuprügntren. Da« Gummi 
habe abfflhrende, also entfettende Wirkung und befördere die Uenstruation. 

Die Schriftsteller des Itf. Jahrhunderts hielten, den Arabern folgend, daa Kan^ 
kamon für Lacca; diese entsteht aber dureh den Stich der SohildlanB, Coeeta fjac^a, 
in die jungen Zweige von Älturitett laeeifera Willd. (Euphorbiaccae), von rcrfichiedenea 
Ftouii^Arten (Artocarpeae), Butta fronäoao Roxbg. (Papilionaceae) und anderen B&umen 
Ostindiens, indem der MtlcliHufl auafliesat und erhärtet (Lacca in granis und in baculis). 
Das Produßt wurde früher gi-gen Krankheiten der MundhSblc und des Zahn&eia 
gebraucht. Auf glühende Kohlen geworfen riecht es etwas angenehm. 



Cap. 24. Ilept Rütpsug. Kyphi. Kypbi ist die den Qtftiera gi 
nehmst« Bäucbermiscbung, die Priester in Aegypteu wenden sie sehr häufi| 
an. Es wird auch den Gegengiften zugemischt und in Tranken den 
Asthmatikern gegeben. Es werden mehrere Zubereitungsarten desselben j 
angegeben, eine davon ist die folgende: (Nimm) */« Xestes Cyperngras, I 
ebensoviel reife Wachholderbeeren , 12 Minen entkernte saftige Kosinen, 
5 Minen gereinigtes Harz, gewUrzhaften Kalmus. Aspalathos, Schoinos^^H 
▼on jedem 1 Mine, 12 Urachmeu Myrrhe, !» Xestes alten Wein, 2 Minei^^ 
Honig. Die Rosinen stosse nach der Entkernung und verarbeite sie mit 
Wein und Myrrhe und das andere stosse und siebe und mische es dann { 
diesem zu und lasse es einen Tag auf einander einnrirken; nachdem du | 
dann den Honig bis zur Leimcunsistenz gekocht hast, mische von<ichti{ 
das geschmolzene Harz z% darauf dos Uebrige, nachdem du es sorgfölti, 
gestossen hast und bewahre es in einem irdenen Oefasse auf. 

Das Kyphi war das berOhmtette Bfluoherrecept des ägyptischen Alterthumit 

Die Anfertigung geschah in einem besonderen haborutorium, dem asi-t oder Hn 

Zimmer, wie büniichen diesen Tempelraum nennt und von besonderen Pnesb 

deren einer (Prophet) während der Arbeit Oebet« recitirtc. Die beiden honroii 

ragendfiten ßecepte oind das im grossen Oriiris-Texte aas dem Tempel xu Dender 

welches aus zwölf Ingredienzen besteht, und das de« Papyras Ebers (£in Kyjil 

Beeept au» dem Pap. Kben, ZeitJM^hr. f. ägypt. Sprache u. Altcrthunuk. 1874. S. lO^j 

Kypbi (Kepll berritdl. um angemihm xu machen, den Geruch das Hauaea oder dfl 

Kleider : 

(inti SU (Myrrhe, trockenel 

pert sän (Wachhol derbeeren) 

ueter sont^r (Wäibrauob) 

kau (Cyperas) 

chet en theicps (Mastixjtweigi?! 



I. Buch. Cap. 25- 



53 



lelKt (Bockshorn) 

oebat nt tahi (Kalmos ron NordsyrieD) 

inekuzieu (?) t'emten (Boainen) 

ken ninben (ätj-nucsaA) 
HT.- i-cri . jrV'iiTfD BD einer SabfUns, f^ben dort otu Feuer. Anders zu machen 
ri- Mr Fi-^DPi hivon: gehen dietes Recept nach Vorechrift dieser mit Honig, kochen, 

KQgelchen. R&uohem damit nnter ihnen, sodann machen sie 

iQS ihnen, um aogeoehtn lu machen den (terach de« Mundes 
«« iham. «DcB Hundes* nncli Joachim und Ebers (Die Moiisse und das Capitel 
'-- J > Aai^eokrankfaeiteB), während v. Oefele (Die nicht pathologische Gyn&koloßie 
n Aeg7pt4*r. rnauguraldiMertation. IK94) da« ro, hierogl. <:iz>, welches jede 
tWffaTjag beseichnen kann, uiit vagina Qbersetzt In Rttcksicht anf die bei den 
■Dnmaiimien gefibte Pflege der Genitalien. Statt Mnndpillen eind et dann Vagintd- 
tafris- Die kostbare Mane wurde von den Priesttei^ Apothekern in einem be* 
■riixcB BAocfaerkaaten ans rotbem Holz, sati-yet pu ran, aufbewahrt; er war 3 Palma 
■I 8 Fingfr («twa 60 cm) Inog nod breit 

Cap. 23. rispl Kpöxoo. Safran. [Kinif^e nennen ihn £Lastor*), 
Andere Kjnoraorphos')« die Propbeten Blut des Herakles.] Der bessere 
■t der kor^Viscfae in Kilikien^). von dem dortigen Korykos^), dann kommt 
1er lykische*) von dem Olymp dort» der dritte ist der von Äegis*) in 
AmIis. Der kyrenfiische ') aber und der sicilische sind schwächer in der 
Wirkung, obwohl saftreicher und leicht zu zerquetschen, deshalb täuschen 
m auch Viele. Zum niedicinischen Gebrauch ist am besten der frische 
ttd der «ine hübsche Farbe und wenig Weisses^) hat, der etwas länglich, 
pga. unverletzt, voll, beim Reiben wohlriechend ist, aber beim Befeuchten 
fii Häode färbt, der nicht schimmlig und etwas bitter ist. Der nicht so 
Uiihiiffi IUI i.st entweder unreif oder veraltet oder aufgeweicht. Er wird 
TCfffUscht durch untermischtes Krokomagma <*) oder indem er nach dem 
ftefeachten mit eingekochtem Most, durch zerriebene Bleiglätte oder 
Ik^bdaina'"), um das Qevricht zu erhöben, gemischt wird. Dieses wird 
•ber dadurch erkannt, dass Staubariiges oder der Geruch von eingedicktem 
Kost auftritt und das» er befeuchtet den reinen Wohlgeruch nicht von 
wA gibt. Thessalos nun behauptet, er habe einen eigenartigen Wohl- 
gtrvdi. Andere sagen, 3 Drachmen davon mit Wasser werden als ein 
tödilictieit Gift gegeben. In Wahrheit ist er harntreibend und etwas ad- 
itiingirend, deshalb wirkt er mit Wasser als Salbe gegen Rose und 
mgen Augen- und OhrenflDsse. Mit Milch wird er den Ohren- und 
- ibndnlben zugefügt. Er wirkt auch gegen den Rausch. Die Wurzel 
4er I^AQze, welche ihn liefert, mit sQssem Traubenwein genommen treibt 

Urin. 

') Kactor ist der grosse leuchtende Stern der Zwillinge. ') Der Hundsgestal tiga. 

^Laadacfaaft im sfidUcken Kleinasien. *) Vorgebirge mit einem tiefen Thale, wo 

rSmtrui wuchs, heute Knrku oder Korghos. ^) Landschaft im sadwestlichen Klein- 

*] Jetzt (tiizel-Hiasar im PaMbnIik Aidin. ^ Kyrene, beute Kurin in der 




Landschaft Kyrene an der NordkQste Afrikas. ') Die heUf^lben Griffel. *) Safran*] 
Uig. der Rackstand naoli dem Aogpremen bei Bereitung der Safraosalb«. "} Xt^Ap 
fopo?. Blei- oder Silberglälte, Bleioiyd, (loXüßiotw halt Lenz (Mineral der alt 
Griechen und Römer S. 72) für den von der Gl&tte durchdrungenen Mergel 
Treibbeerde«. Plinias XXXIV 173 macht keinen wesentlichen Ijntereobied zwigchenl 
Molybdaena. Litbargrum and Galena (rgl, auch V 100). 

Tbeophnwt (Hiut. pl. VII 7. 4; VI 8. 3) untoracheidet drei Sorten Safran, d« 
wohlriechenden, tlen weissen und domigen, von denen die beiden letzten ebenso wen 
wie der heilige Gerunh bähen. Im Gegensätze zu D. bezeichnet er den kyrenäiaobe 
als die feinst« Sorte (Hiet. pl. VI 6, 5; De caua. pl. VI 18. S). Pliniug XXI 
nennt den wildwachsenden den besten; er wird in Italien nicht mit Voriheil geban 
da er die Aecker ku aebr aussaugt. Der beste ist der kJUkische vom Berge Corjc 
der lichte doli in der Hand rauschen, der angefeuchtete gibt dem Drucke der 
nach. Ans Oesichl gehalten soll er die Haut und Augen beissen. 

Es sind die gcriittigt braunrothen Narben von Crocua aativua L. (Irid 
Croooideae), Aechter Safran; sie xind heute noch ofScinell. 

Per Gebrauch des Safrans ist sehr alt; im Papyrus Ebera wird Berg- 
Nordsol'ran genannt; im Hohenliede Salomons (4, 14) ist er eins der kostbare 
Gewürze. 

Der Name Safran wird vom arabischen asafra*, gelb abgeleitet. 

Die Araber liaben ihn zu den Völkern des Westens gebracht Im Mittelali 
blühte die Sarmncullur besondere in Italien, Spanien and Oesterreich. In G&tinoi^ 
wurde sie erst im 17. Jahrhundert eingeführt. In Griechenland wächst er 
Hetdreich (Die NutzpflanEen Griechenlands, I8ß2) und Fraas wild, am liebsten i 
BcrgabhlLugcn und auf trockenem knlkbaltigem Boden, Da« eigenthOm liebe Arou 
verdankt der Safran nach Flückiger einem ätherischen Oele CtoH)«; er enlb 
eisen Farbatoff Crocin und einen kryatallinlsehen Bitterstoff Ptcrocrociu. 



Cap. 2G. Hsfil Kpoxoii.dt7|i«To;. Krokomagma. Das Krokc 
magma stammt her von dem Safransalböl, indem die Gewürze auage 
presst und geformt werden. Out ist das, welche« wohlriechend, et 
nach Myrrhe duftend, schwer, dunkel, nicht holzig ist, beim Auseinander 
zieheu eine ziemliche Sairanfarbe hat, fein, etwas bitter ist, Zahne un^ 
Zunge kräftig und viele Stunden anhaltend förht; ein solches ist das au 
Syrien. Es hat eine die Verdunkelungen auf der Pupille reinigendfl 
harntroibende, erweichende, die Verdauung befördernde und erwärmend^ 
Krafl. Im Ganzen entspricht dieselbe der Kraft des Safrans, denn 
be«toht zum grössten Theil daraus. 

Dm Krokumagma. der Safranteig, war der ROckaioad bei der Bereitung 
Safiruitalbe, er bestand aus Safran und fein gesiebter Myrrhe, welche mit Oel an 
geaogen wui-den. 

Cup. 27. n«f.t 'EXavioo. Alant. Der Alant [Einige nennen ik 
Syniphyton, Andere Persika, Medika, Oresbeiou, Nektarion, Kleonia, idü 
aob»n Strauoh, idäischea Wollkraut, die Reimer Terminalium oder Inula caniH 
pann. die Aogypter LenesJ hat Blätter ähnlich denen der 8chmalblätteri| 
Köuigskenc, aber rauher und länglich. Er treibt einen rauhha 



^uoh 



»p. 3a 



55 



dBg«l, zwei EUeu hoch uod höher, kantig, er hat die Blätter nicht in 
IBHBeo Abständen und an den Knoten gewisse Aufwüchse nach dem 
Mvter der Blätter gestaltet. Aus jeder Achtiel (koroiuen) hochgelbe 
PUhen und darin ist die Frucht wie die der Künigi^kerze , welche beim 
Berühren Jucken erzeugt. Einen Stengel aber treibt er in gewissen 
(■geuden nicht, eine gelbliche, wohlriechende, grosse, etwas scharfe, weich 
mfthlende Wurzel, von der wie bei der Lilie und dem Natterwurz 
lAftige ScfaCsslinge zum Fortpflanzen genommen werden. Er wäch8t 
aktr ia bergigen, beschatteten und feuchten Qegenden. Die Wurzel wird 
■ Sommer gegraben und zerschnitten getrocknet. Die Abkochung davon 
lltnmkcn treibt den Urin und die Menstruation. Die Wurzel selbst mit 
LTciam uud Honig genommen hilft gegen Husten, Engbrüstigkeit (Ortho- 
(■(e), innere Rupturen. Krämpfe, Bltihungen, gegen den Biss giftiger Thiere. 
nUm 9ie sich Qberhaupt als wärmend erweist. Seine Blätter mit Wein ge- 
tcacht werden mit Erfolg den an Ischias Leidenden aufgelegt. In SUsswein 
\chi ist sie (die Wurzel) wohlschmeckend. Die Einpöckeler trocknen 
' '■ ^1 «in wenig, kochen sie dann und tauchen sie in kaltes Wasser, 
' .'■ dieselbe in die eingeengte Abkochung legen und zum Ge- 
nufbewnhren. Zerstossen und genossen hilft sie denen, die an 
S^sUUirz leiden. 

Der Nunc lU^iov wird &iif sÄo;, feuchte Wteae, oder auch auf -^Xtsg, Sonne, 
Hgea der ^roctsen BtT«hIi(^cn BlQthe zurückgeführt. Helenion soll anch die Päanie 
liiaiB, -wen ae wu den Tfaränen der Belenu Ober den Tod des K.inopos, des äteuer- 
mam <!«■ Üeatlao«. enUpronen eei; im sehr tosen Zusammenhange mit diesen mag 
«dt ^ Bezeichnan^ Oreirijon (OreiitM) titehen. Syinphyton lieisst sie jedenfalltt von 
% achten Bewurselun^, Nektarion von di'r ii(\H8Kenuicht«n Wurzel, Kleoni», die Be- 
4hB4«. wfU n? fiohon »ehr frflh ge«hatzt wurde, die penische und modische Tom. 
UliafliLfciid»'. ebeniü ■f'f.ö)Lo<; Ratio; . idäi.-tcher Strauch, auch nimbeerstrauch. Hubua 
^teoi, weiten ihrf^ Vorkommens »m Berge Ida und Innla campana als ein Gewächs 

PÜnJu,. welcher XIV 108 dieselben Synonym« aufufthlt, antemcheidet XIX 91 
nd XXI 59 zviscfaen Inula und Helenium, verwechselt aber beide mit einander, da er 
Hdiunm «iuen Strauch mit xpaonenlangen an der Erde lic-gendcn Zweigen und 
fKodfilarligen Btätttirn aU Kranzpfianze und an anderer Stelle die mediciniMche 
ViHcaag^ beBchreibt. D. nennt den St4>ngel kantig, er hat dies wohl nur auf die 
p m li d i ttarhen Kiefen bezogen; die Aufwüchse, HeiTorraguogen au den Stengeln 
ktaaen TiflUeiefat die unteren Lappen der itengelumfa^enden BlÄtter »ein. 

/m/a Utttnium L. (CumpOHitae-TubnIiflürae). Aechter AUnl. Die Alant- 
wtrwA üt noch heute ein beliebte« Bittermittel; sie enth&lt in reichlicher Menge 
te h» Stirke rwtretende I n q li n . teraer etwa« ätherisohf^a Oel. d.-is wenig 
«aBtttüehe AIiint9iureanbydrid. Helenin (Alantkampffr) iiud AlantoL 

C»p. 28. flsfii 'EXevIou «lYUXTlotj. Äegyptischer Ä.lant. Ein 

Alant, erzfihlt Krateuas, wachse in Äegypten. Es ist eine kraut- 

Pflaaze, welche ellenlange auf der Erde liegende Zweige hat, wie 




der Quendel. Blätter denen der Linse übnlichf aber grÖBSor*) und zahlreic 
an den Zweigen, eine blasse Wurzel, von der Dicke eines kleinen Fingers, 
unten dünn, oben dicker, mit einer schwarzen Kinde. Kr wäcbat in der 
Nähe des Meeres und an sandigen Stellen. Eine Wurzel mit Wein ge- 
nommen hat die Kraft, den von Qiftthieren Gebissenen zu helfen. 

') Anguillara (Seuiplici dell* eccell- M. Luigl Anguillara etc. daM. G. Mitrued 
manilati in luce, 1561) HeBt nach dem Texte dea Kratenaa }U«fätt[>a, kleiner. 

Die SchrifUtelter des 16. Jabrhtmderts haben für diese PBaoze mancherlei Käme 
es ist ohne Zweifel die Kranzp^anze Heteniiim deü Plinitis und Tbeoplirost (Ilil 
plant- 6, 1, 2 und De caua. pl. B, 18). der das Heleuium zu den kteinblAtterig 
und Pflanzen mit gerucliloscr BlQthe reclmet. Sprengel bUlt die Pflanze 
Ttuerium Afanim L.. wahrscheinlicher ist es aber Thijmua imeami» Sibth. 

Cap. 29. Ilspt iXaiou üiLOTpißoüc. Oel aus unreifen Olivei 
Das beste Oel zum Gebrauch in gesunden Tagen ist das aus unreifen 
Oliven, welches auch Omphakion genannt wird. Dabei hat den Vorzug 
das frische, nicht scharfe, gut riechende; ein solches eignet sich aber auch 
gut zur Bereitung der Salben. Es ist auch dem Magen bekömmlich 
wegen seiner odstringirenden Kraft, heilt Wunden und befestigt dts 
Zähne, wenn es im Munde gehatten wird, auch hält es den Schweia 
zurllck. 

Dtm Omphakiott wird bereitet aus den Frflchten von (H*a turopata L. (Oleaceaej 
Pliniua XJI lllö und XV 9 «af^: Es wird ans solchen Oliven hergeBtellt, die nool 
weiss — also eehr jung — sind, das ist die bessere Sorte; die geringere liefert di 
Drappu. ra beisst die Olive, bevor sie zum Essen reif ist, aber ihre Farbe schon vi 
ündert hat. Die Frficbte werden entweder in Körben oder zwischen Platten ai»' 
gepresst; das zuerst ausflieesende Oel ist das beste, sp&tcr nimmt es immer mehr an 
Gate ab. 



itorfl 

I 



Cap. 30. ITspl lXa£ou xotvoö. Gewöhnliches Oel. Daa ili 
aber und fettere Oel ist für die Verwendung zu Arzneimitteln geeignet. Im 
Allgemeinen ist jedes Oel erwärmend und das Fleisch erweichend, den 
Körper vor zu starker AbkQblung schützend und zur Arbeit erfrischend 
Kr hat auch die Eigenschaft, offenen Leib zu machen und zu erweichen 
dabei mildert es in der Mischung die Kräfte der beissenden Mittet. Auch 
gegen tödtliche Gifte wird es gegeben, wobei es anhaltend getrunken und „ 
wieder erbrochen wird. Zu 1 Kotyle mit gleich viel Gerstenschleim oder^| 
Wasser genommen fUhrt es ab; den an Krämpfen Leidenden wird es zu^ 
6 Bechern mit Nutzen in einer Äbkochimg von Raute gegeben. Auch 
die Würmer treibt es nb. Ganz besonders aber wird dasselbe gegei 
Darmverschlinguug eingtgossen. Das alte ist aber sowohl erwärmende 
als auch stärker abführend. Ks ist eine Salbe für Scbarfsichtigkeit' 
Sollte das alte Oel aber miingetn, so wird es auf diese Weise hergestell 



\m Toriiftudeuem Gele giesse das bessere in einen Kessel, koche, bis es 
it Cbuistenz des Honigs erhalten hat und gebraacfae es, denn es besitzt 
fiwelbe Kraft, wie das vorher genannte. 

*i d. h. uxn daa Sehen zu eiiiürfen. 

Cup. 31- n«pi iXaio-i sx rfjC iTpCac sXaiac. Oel des wilden 

llbaames. Das Oel des wilden Oelbaumes ist adstringirender, Hir den 

Qabrauch in gesunden Tagen kommt es an zweiter Stelle. Es wirkt gegen 

löp&chmerzen an Stelle des Rosenöls« halt den Schweiss KUrUck und Ter- 

kiBJert das Ausfallen der Haure. Es vertreibt Schorf, bösen Grind und 

^obnUx*). auch verzögert es, jeden Tag eingerieben, das Qrauwerden der 



') Unter xi«^ lat nicht die unheUbaiv Leprn nodosa, eondern eine Art Bände 
■ Tcrateben. welche die Haut rauh und schuppig macht. 

Cap. 32. 'EXaiov Xbux<Sv. Weisses Oel. Das Oel wird auf 
finllgcode Weise weiss gemacht: Nimm solches von weisser Farbe, welches 
wAk Ober ein Jahr alt ist, und giesse es in ein neues irdenes, weithalsiges 
fliftaft, es sei ein Haass von 100 Kotylen. Dann setze es an die Sonne und 
ttlft e« jeden Tag um Mittag mit einer Muschelschale um, es aus der 
Bfifae herabströmen lassend, damit es durch das fortwährende Bewegen 
mi Stürzen umgerUhrt wird und schUumt. Am achten Tage feuchte 
5ö Drachmen reinen Bockshornsanien mit warmem Wasser an und wirf 
im aageweicht, ohne Aas Wasser auszudrucken , in das vorgenannte 
Oel. Weiter gib hinzu von äusserst fettem , fein gespaltenem Fichten- 
hab gleich viele Drachmen und lass es ebenso acht Tage auf einander 
■Bvirken: nach diesen schöpfe das Oel mit einer Schale um. Das Ganze 
Dan, wenn die Operation beendet ist, bringe in ein neues, mit altem Wein 
njgcspQltes Gefass, nachdem vorher 11 Unzen Steinklcesträucher und 
Aento viel Schwertlilie hineingestreut sind, und setze es bei Seite; wenn 
•ber oicfat (es gut geworden ist), setze es wiederum au die Sonne. Und 
las ist zu thun, bis es weiss geworden ist. 

Di« ganze hierbi^i angewandte Operation läuft darauf hinaus, da« Oel von 
Atm SebleinUheüen eu befreien. Die wohlriechenden Htrüucher von Melilotus und 
irii toUm dem Oele sogleich etwa« Wofalgeruch verleihen. Der Oelbaum, Qrsprftng- 
hk im Alien beiiniKh, wurde seit den ältesten Zeiten in Nordafrika und Sudeuropa 
afttrirt; «r >«4asd aoier dem Schutu der Athene. 

IHfl Alten scheinen nur an* dem Frucbtfleiacfa da^ Oel gewonnen zu haben. 
iHnkil jetit auch die Sumenkcme mitbenutKi werdeu. Jenes, kalt geprestt, ist da.<t 
OttmOl. diewa nennt maa BaumDl (•. Cap. l&ä ff.). 

Cap. 33. ricpl oLvuiovcotj iXaio'). Sikyonisches Oel. Nach 
la Variiergesagten läsat sich das sikyonische Oel auch so bereiten: In 
Mmo weiten verzinnten Kessel giesse 1 Chous frisches weisses Oel von 



58 



Die AntTitiimittellehre des Dinäkurirle^. 



unreifen Oliven und '/» Chous Wasser und koche bei gelindem Feu6 
unter schwachem Umrühren. Nach zweimaligem Aufkochen ziehe da 
Feuer darunter weg und nnch dem AbkUhten schöpfe das Oel mit ein« 
Schale aus. Dann gib anderes Wasser dazu und koche es damit, macl 
das Uebrige, wie eben angegeben ist, und stelle es bei Seite. Dieses wir 
aber vorzugsweise in Sikyon*) hergestellt und Sikyonion genannt. Es 
aber eine gewisse erwärmende Kraft und ist angezeigt bei Fiebern 
Nervenleiden'). Die Frauen gebrauchen dasselbe auch beim (jlänzend 
machen (der Haut). 

■l Sikjou ist eine Landschaft in Achnja mit der gleicbnamifren Haupti 
welche durch blühende Industrie, sowie durch eifrige PBege tob Kunst und Wi 
Schaft eine gewisse Berühmtheit hntte. Der dortige Boden war nach Liviu» XXV11 
tUr die Cultur (lei> Oelbaumea besonders geeignet. Die späteren griechischen Aenli 
(Paulus \on Aegnia, ACtJus von Amida u. A.) Ktellten das Sikyoninro mit Gorlts 
safl oder Gurkeowurzel dar; ^ie schreiben daher mxoövtcv und nicht wie IX atvtMÜv 
■) vtOpa sind theil^ die Ner^-en , theils die Sehnen. Di*^ Hippokratiker warf« 
die Nerven fortwährend mit den Sehnen, zum Theil auch mit den Gentssen 
sammen, und aucb bei Aristoteles sind die Nerven Ton den fuerigeu Gebilden keiae 
wegt streng geschieden. Krasistratos (geet 280 v. Chr.) unterschied zwar schon 
]ifiudungs- und BewegongsneiTCn, trennte sie aber nicht Ttillig von den Sehnen. Kr 
Hufua von Ephesua um die Mitte des 1. Jahrhundert*» theilte den Ner«n nicht an 
die Kmp&ndung und Bewegung, sondern ancb alle HiÜtigkcit {a&oa k^&vjZ) <les ESr* 
per» zu. Galen endlich lieferte auf Grund von TUieivcrsuchen äne anatomische Be- 
BObreibung des Nervensystems, er suchte durch Vivisectionen die Verrichtungen des 
Oehinu. der Rflokeimiurkjncrven zu erforschen (vgl. Haeser. Gesch. d. Med.). 

Cap. 34. 'P6«oc ßacXavitojv. Der Schmutz der Bader. Der 
in den Bädern geflaramelte (Schmutz) hut die Kraft zu erwärmen« zu er- 
weichen , zu zertheilen , auch dient er in Salben gegen Risse imd Ge- 
schwülste (Kondylome). 

Beim Baden wurde in besonderen Zellen der Schweiss. oft mit Salböl ge- 
mischt, mit dem Sobabeisen (otV.«7f t?), einem krummen Instrumente, nicht selten aus 
•dlom Metall oder Elfenbein, abgeschabt. 



Cap. 3r». 'l*i)ro; £X c"^? KaXaicrfiat?. Der Schmutz aus den 
Rlngplätzen. (Der Schmutz,) der sich aus den Ringplätzen den Sand 
daiu genommen hat, gleicht dem Schmutz (der Bäder) und ist aufge- 
legt heilsam bei QelenkanschwelluDgen : er hilft warm aber auch denen, 
diM «u IsohiaH leiden, wenn er statt einer Salbe oder Bähung onge- 
WHodl wird. 

Pip Kingk&nipfer wurden, bevor sie in den Kampf gingen, in dem äÄttrvtipcov 
oUi (M g«salbt, um den KOrper geschmeidig zu machen, und dann auf dorn < 
|dat««- Aw H»¥t3Tp<i, mit feinem Sand beworfen, um die GUt«chigkeil wieder 
iMb- 1 uts Sand, Oel und Schweiss bestehende Sohmutx wurde abgetchabt no^ 

4li I I Mhr KOicUlt>t> 




I. Boch. Cap. 37. 



59 



Cap. fMi. 'Pbicoc 7'j^vaota)v. Der Schmutz der Turnplätze. 
dor Schmutz Tou den Wänden der Turnplätze und der von den 
Imi arwännt und erweicht und zertheilt unreife Ge«chwUre, auch 
er heilsam bei Hautabschälungcn und alten Wunden, 

£• iit der an den WTinden und Büdsäalen durch Anlehnen, Berühren n. ». w. 

IhlfVietsle Scfatnniz von Schvreies, Oel ood Staub. Den der Bildsäulen will nun aaf 

I «aUrtich« AuKchwiUungen xurÜckl'Ohren. Hieophroet (HUt planL V 9, 8) sagt, dan 

As aai Cedcni- tmd ahnlichem Holz TerferÜgten Bildsäulen Peachtiglceit aouchwitzea. 

wmi dic«e mit SUob gomi^cht soll abgekratzt aU Ueiimittel dienen. 

Cap. 37. IIspl 'E>,«totiiXttQ;. UonigOl. Das Honigöl fliesst in 
4«r Gegend toq Palmyra in Syrien aus dem unteren Stammende der 
Oeihäumef dicker als Honig, von süssem Geschmack, welches, in einer 
Hea^ Ton 2 Bechern mit 1 Kotyle Wasser genommen, daä R«he und 
Gallige auü dem Bauche abführt: kraftlos und schlaff aber werden die- 
jenigen, welche es nehmen, was jedoch keine Furcht einflössen darf, man 
no» diese aufmuntern, dass sie nicht in Schlafsucht vcrfallcu. 

Das Oel wird auch aus dem Fette der Zweige bereitet. Das beste 
dftToo st das alte, dickliche, fette und nicht trübe. Es erwärmt aber 
und wirkt eingestrichen ganz besonders gegen die Verdunkelungen auf 

I der Pupille , heilt auch als Salbe Aussatz und Neuralgien (Sehnen- 

[ffditDercen?). 

Pliniw XV 32 sagt bei PecbOl : An der EQste von Sjrrien eneagt es sich von 
I lalbfft nad heim Oelhonig. Ea fliesst aus Bäumen, ist fett, dicker als Honig, dünner 
I Hatx und Ton sfiHem Geschmack. XXin 96 gihl er übereinstimmend mit D. 
!iC«r die Ei^jivnschaften, Anwendung und Wirkung an. 

Pie i^chrül4«Uer des späten Hittelalten kennen die Ma«w nicht; Hattbioliis 
|t» daas «r osLer allen Produi-ten ISjriens dieselbe nie gesehen oder je davon ge- 
IsritBrt habt, Vul^rtu^ Cordua hält sie für ein dem Oleum ßetulae oder Queraus 
freiwillig austretendoa PniducL, welctit^!- sich auch künstlich au» den 
' Sveigek gewinnen liesee. Andere buken die Substanz für eine Manna-Art. 

Pcoa nnd M. de Lobel (Adrersar. Opui) (bei Bauhin et Cberler üb. VT 
p. 24; beriditeB, du« sie in der That beobachtet hätten, wie aus Oelbäumen in den 
Wcing&rten freiwillig und nach Verwundung eine honigarUge FlUasigkeit aoatrete. 
D, ackeint ielbct über die Sache wenig uuternclitct gevt^^'n r.a »ein, da er nicht 
«■■Mal die künstliche BerL'itongswcifte angibt. 

Dw Ilcmigöl ist jedenfalU ein pathologisches Product. In der Gegend von 
Bft*At, einem iJorfe Uansooraha in Unterägyiiten. steht eine grosse Anzahl von Oel- 
Wwmrn, welciie im Sommer reichliche Mengen einer der Manna ähnlichen SubstanK 
■ladwitua, die Kingeburenen nennen sie Assal zitoun, Oelhonig. Nach Babhandier 
(VtolL TOEnm.. M&rz UK)1) bf«teht die Hasse aus 52^<) Mannit, 7,8V reducirendem 
lBdi<r (Oltikoae), 9,3 V» durch Alkohol milbaren Stoflen, 12,2",« RcBten von Insecten 
lad mmtügn Veninreinigungen, 13^"/o Waaner. 

Die Binme, welche diese Substanz absondern, zeigen durcbgllngig Krimkheits- 
iocfcnamtgen. Die Abscbeidung geht hauptH&ehlich am Stamm und »n den etär- 
te«B Aerten vor licli und wird wahrscheinlich durch eine Bactericnart hervorgerufen, 
fc tD Cambimu vegetirt und so den Baum krank macht. 



Cap. 58, Hepl xixivou sXatou. Ricinusdl. Das Riciousöl 
auf diese Weise hergestellt: Nimm beliebig viel reife KrotonfrOch^ 
trockne sie in der Sonne, nachdem du den Platz mit einer Horde belc 
hast, bis die äussere (umschliessende) Rinile nbrällt; dann sammle 
Fleisch , wirf es in einen MOrser und stosse es sorgfältig und bringe 
in einen vemnnten Kessel mit Wasser und loas e.s Über untcrgcleg 
Feuer aufkochen. Wenn es s'ämmtliche in ihm enthaltene FlUssigli 
abgegeben hat, hebe den Kessel vom Feuer, schöpfe das aufschwiramenj 
Oel mit einer Muschel ab und setze es bei Seite. Die Aegypter, wi 
sie es reichlich gebrauchen, bereiten es auf andere Weise. Nach de 
Reinigen nämlich geben sie die KrotonfrÜchte auf eine Mühle und mahll 
sie florgfäitig. Das Gemahlene bringen sie in Flechtkörbe und drück« 
es mit einer Presse aus. Reif sind aber die Früchte, wenn sie von 
sie einschliessenden Hülsen sich loslösun. 

Das KicinusÖl wirkt gegen btisen Grind^ Krätze und Entzündung« 
am Gesäss, ferner gegen Verstopfung und Verdrehung des Uterus, weit 
gegen hässliche Wundnarben und Ohrenschmerzen. Den PBastem 
gemischt macht es dieselben wirksamer. Getrunken führt es das W8 
durch den Bauch ab und treibt auch die Würmer aus. 

HicfntiA communia L. (Enphorbinceac-Crotonoideae). Gemeiner Wnndei 
bäum, ein bei una gepflegter Zieratraucb, wird in seiner Heiniatfa ein bis 8 m hofa 
Baum und liefort rundliche dreieeitige, igelstachelige SpringfrQchte von Hasclati 
grOsse, welche drei ovale, bobnenf^iinige, Olreiche Samen enthalten. 

Dati RicinuBÖl, kikt, war nach Herodot (U 94) bei den Aegyptern ein viel 
gewandtes Mittel, de^ueii Gebrauch und Namen von den Griecben öbernomme» wur 
Die Darstellung des^clbf^n geschieht beute noch durch Pressen ^ku^gelesener enthüls 
Samen, welche aus den Culturcn der Mittelmecrilindcr, Amerikai und Indiens tae 
stammen; die europäischen sind grösser als die amerikanischen. Alle eaUuUti 
ein starke« Gift, das Ricin, ein eiweissartiges Ferment, welches beim Aospr 
aber nicht in da» fette Oel mit übergeht. Das frischgepi-easte Oel wird, am es to 
der ihm ofl eigenen drmtischeii Wirkung zu befreien, mehrmals mit Wasser geko 
wodurch die Kiweissstoffe coagulirt werden, durch Erwilrmen vom Wasaer b« 
und nach dem Absetzen filtnrt. Die Hippokraiiker acheinen die abnihrende Wirk 
dea Ricinusöls nicht gekannt zu haben. 



Cap. 39. rie^l ctfuuYSaXtvou iXatoo. Mandelöl. Das Mandelöl 
welches Einige Metopion nennen, wird so dargestellt: i Choinikes*) reit 
imd trockene bittere Mandeln stosse flott mit einer hölsemen Keule 
einem Mörser, bis es ein Teig geworden ist, dann gib 2 Kotylen heissc 
Wasser hinzu » lass eine halbe Stunde *) einwirken , von nun an reil: 
wieder kräftiger, dann drücke es aus und presse es zum flachen Küche 
und streiche das von den Händen ab in eine Muschel. Dann gib zu dei 
Presskuchen wieder l Kotyle Wasser, und nachdem du sie hast einwirk« 
lassen, thue da&selbe. Es geben aber die 4 Choinikes 1 Kotyle. 



1. Buch. Cap. 41. 



61 



vrst aber gegen Sclimerzgefübl in der Geb&rmutter uud bjstefUche 

iiinpfe, gegen VerdrehuDgen und EntzQudungen derselben Steilen, weiter 

ladt g^ea Kopfscbmerzen, Obrenleiden« Ohrensausen und Ohreiiklingen. 

hilft auch den Leberkranken, denen, welche schwer harnen and an 

Icidvn. den Asthmatikem und MÜzkrHnken. Es vertreibt ferner auch 

Honig und Lilienwnrzel und Cypemgras- oder Uosenwachssalbe ge- 

die Male, Sommersprossen und Runzeln aus dem Qesicht; auch 

IkuMtigt es die ScbwachBicbtigkeit. Mit Wein aber entfernt es bösen Schorf 

|«d Kleingtind. 

M Nftch attischem Maaj« rund etwa 4,4 1. ') Die Zeit wurde bei den Griechen und 
Mhch bei den RJ)m«m mittelst einer Art WoMembr, «Xt-iöSpa, KlejMydra, ge- 
be! der Waaser durch eine nebarti^re Torrichtung trüpfenweiite durchfiel. 
D. Ift«t auch hier du fette Oel, wie bei allen «olches enthaltenden Samen, aus den 
d«at Sunen von Amy^iiatu$ eommuni« L. (BoEaceae-Pronoideae) nicht durch 
sondem durch he)K>e>j WiL^er ausziehen. Dadurch erhält das Oel allerdings 
[Ih fnoe Aroma des Biltermondet&li: (UenziUdelivd-CyanwowerBloff). Dauelbe iat in 
liitteren Mandeln — nnr »otche werden verwandt — nicht fertig gebildet vor- 
Bondem es iit ein Zenctxungiproduct. Die bitteren Mandeln enlhaltea ein 
Am^gdalin, welcbea unter dem Einflüsse des im Sameneiweiu der Mandeln 
vortiandeaen, fermentartij^ wirkenden Emulainä bei Gegenwart von Wauer 
I Th«ttft>aitiicker ojid Bunzaldehjd-CjHn Wasserstoff zersetzt wird. 

Wenn aon auch ein gi-oner Theil de» Kmulnns durch das beiase Waeaer xer- 
|<Mil wird, fco kommt doch stets lo viel xur Geltung , da» ein hinreioheudes Aroma 
wird. 
Doi (feitci Mandelöl ist nach dieser Bereitung in einer Emulsion vorhanden, 
iK Ca tst in mikroskopisch feinen Tröpfchen mittelst des in den Samen enthaltenen 
und Schleinu> in Waaeer vertheilt und bildet eine mehr oder weniger dick- 
HasML 

Ik vo die eigentliche Abscheidung des Maudelßla beginnen soll, briebt D. ab, 
[^BiAl äch nach Qber die Äussere Beschaffenheit desselben nicht näher aus. 

Cap. 40. Ile.ot ßotXavtvou £Äa{o'>. BehenSl. Auf gleiche Weise 
rin] das Behenrd bereitet. Es hat die Kraft , Male , Leberflecken, 
Vmami und das Dunkle der Narben zu vertreiben, auch den Bauch zu 
niaigen. Dem Magen iät es nicht zuträglich. Mit Gänsefett eingetröpfelt 
blft es gegen Ohrenächmerzen, Ohrensausen und Ohrenklingeu. 

Die BcbeimQnet ßdXavQi jL-ypc^tx«; , Glaudee ungu(;ntariae , sind die gerundet 

nUgeo. »diwanbraonen Samen von J/ortMjra oMfera Lam. oder M. pterygo- 

I Oaerta. (Moringaoeae), eines etwa 9 m hohen, im afrikanischen Wüstengehiete 

vielfadi, besondere in Ostindien, der Samen wegen cttltirirten Baumes. 

Ko^edonen enthalten ein nicht ranzig werdende» fettes Oel und gleich- 

'viltt wie die übrigen llieile der Pflanze, einen scharfen StolT. 

Cap. 41. 'EXaiov oijaÄjtiov xai xapütvov. Sesam- und Wall- 
I. Sie werden auf ähnliche Art wie die vorher genannten dargestellt, 
das äesamC! aus Sesamsamen, das WulLuuasöl aus den Walluüs saa , 
wird. Sie haben dieselbe Wirkung wie das Bebenöl. 





Da« SesaiDöl spielt »choo im ülUn Ae^j'pten ein» bedimtende Kolte. Kbea-j 
•0 berichtet HeroOut I 198. dass es in ÄBsyrien die Stelle des OlivenQU ver 
trete. Die Ffla.nxe, Ikaamum orientaU L. (Pedaliaoene) , wird jetzt in allen heis 
und warmen I>a.ndäin cultivirt. Der Wullnusabaam Jugtans regia, L. (Jagl&odacesc)) 
BuU in Peraien heiiniscli sein, wird jetzt durch ganz Sfid« und Mitteleuropa culU-| 
firt Die äuasere Satnenechale liefert einen Bitteratoff and FarbstofT, der Same eil 
mildes, stt»^«, fett^a Oel. 

Cap. 42. Ilspl {»oaxuafiiCvoo eXatoo. BilsenöL Das BilsenOlj 
wird 80 bereitet: Nimui den weissen« trockeneOf frischen Samen, zerstoea 
und mische ihn mit heissem Wasser, wie es beim Mandelöl angegebe 
ist. Während du in der Sonne arbeitest, mische die od den Händen ge 
trockneten Theile dem Ganzen wieder zu, und dieses thue, bis es dunke 
und Obelriechend wird. Nachdem du es durchgeseiht und uacbgepr 
hast, setze es bei Seite. Gs hilft Reffen Ohrenleiden, wird auch den 
Zäpfchen zugesetzt, da es erweichend wirkt. 

Bei der Durstellunf; des Bilienöls zeigt D. auch in Kleinigkeiten den Pr 
Uker; so ISfist er die Masse enji durch ein CoUrtuch laufen und dann nachpreasen 

Die Samen von Hyoiteyamua albun L. (Solanaceae) — denn diesen meint 
hier — enthalten, wie die von U. niger, etwa 28% fettes Oel nnd jedenfalls anc 
wie jene die giftigen Alkaloide Hyoscyamin und Scopolanün. Auch das fette 
der Samen enthält etwa« Ilyoacyamin. 

Gap. 43. lUpi KvcSsXatou. Knidinches Oei. Aehnlich wii 
auch dieses aus den ausgemachten und gestossenen knidtschen Kömer 
hergestellt. Getrunken hat ea eine den Magen reinigende Wirkung. 

Die xöitxot xviSui: uder jvicltoi, knidische Beeren, sind ilie Krflchte von ihijii^u 
oder xWjGTpov, fJaphne (inidium L. (Thjmelaeaceae), Rispenblüthiger oder Italic 
DiBcher Seidelbast; es ist ein meterhoher Strauch SUdeuropas. welcher die eif&r 
migen, cugespitzten, rotbcn Beeren, EellerhaUkömer , tr&gt. Sie wurden früher 
Orana Gnidii gegen Ruhr, Waseersucht und Keuchhusten angewandt; »e enthalt 
ein icharfee, drastisch wirkendes Princip. 

Cap. 44. ÜEpii KvExeXatou. Saflor5l. Ganz ebenso wird aacl 
das Safloröl gemacht; es bat dieselbe Kraft, wie das aus den koidischeij 
Körnern, aber viel schwächer. 

Das Oel ans den Samen von CartiiamM tinetor. L. (Composibie) . Aeoht 
Saflor, einer in Oetindien heimischen, in SQdeuropa cultivirten Pdanze mit ^Ireiche 
h'cbliessfrüchten. Sie diente gegen Gelbitacht, jetzt bau|>u>ächIioh als Material 
einem Farbstoff. 

Cap. 45. Ospl 'Pa^oiviXaEoo. Betfcigöl. Das Rettigöl winl 
den Samen desselben (des Rettigs) bereitet wie die Übrigen. Es ist eil 
gutes Mittel für die, welche nach Siechtbum an Läusekrankheit leidenJ 
auch glättet es die Rauheiten im Gesicht. In Ägypten gebrauchen sU 
68 aber, um es mit dem ZugemUse zu kochen. 



Cap, 46. IIspl MsXotvJteXaioT). Seh warzkümni elO). Auch das 
SchwanlcQmtDelöl hat dieselbe Kraft und wird bereitet wie das Rettigöl. 

Di« Samen von tfigeUa sativa h. (Riuiuncutacea«) eaihalien lO^a fettea und 
OJfi*,'* fttheriBobes Oel, welch«« ihnen einem schwach aromatischen Oenich 
NrtcStt. 

Cap. 47. lUpl StvazaXaio'j. Senföl. Das Senfol wird bereitet, 
iodem fein gestossener und mit Wasser angefeuchteter Senfsamen mit Oe! 
gemischt und ausgepresst wird. Es wirkt gegen chronische Leiden, indem 
durch Oeffoung der Foren die schlechtea Säfte abführt. 

In tlen SenfBaiuen, von Brassica nigra L. (Cniciferne), ist das wirlwame Princip 
b form eines LtlakoKiils, den Sinigrins oder mjronsaurea Ealtoms, fnthalten. 
tonvelbe serf^lt unter dem Einflüsse toq Mjrrosin, einem fennentartigcn Körper. 
fe ScnfMf Traubenzucker und Kaliumbisulfat, und xwar findet die Spaltung durch 
daa MjTOäitn, abweichend Ton anderen Glukosidcn, ohne Aufnahme von Wasser statt 
{t. Oadamer, BestandtheÜe de« Seofsameiis, Archiv d. Pharm. 1897, Heft I). Dat» 
ScftfAl wird dann vom zugesetzten fetten Oel aufgenommen. 

Die Wirkung des SenftllB nennt D, ^oaüfxpi'/ov. Dieser Ausdruck ist der 
Tberapie der methodischen Schule entnommen, deren Stifter Asklepiadea unter Ver- 
Richt auf LDoerc Arxneimttt«! nach dem Grandsatze Cito, tute, jncnnde die Krank- 
Etilen durch Diät, körperliche Uebongen und äussere Reizmittel, zu denen das Senf&l 
gelifirt, XU heilen suchte. 

Jetat wird dan ütiicrische Secföl durch Destillation gewonnen, kann auch »ya- 
ÜMtüch dargevtellt werden. 

Cap. 48. flspi MnpotVEXaiou. Myrtenöl. Das Myrtenöl wird 
Dno so dargestellt: Nimm die zarten Blätter der schwarzen oder der 
irildan oder der zahmen Myrte, stosse und presse sie; dem Safte setze 
ebttüflo riel Oel ron unreifen Oliven zu, erhitze Über Kohlen bis zum Kochen, 
iodem du dann das Obenaufstehende abnimmst. Leichter ist aber die 
Dant«llang. die zarten zeratossenen Blätter mit Wasser und Oel zu kochen 
und das Obenan (stehen de abzuheben. Eigenartig aber ist die Methode, 
die in die Sonne gelegten Blätter mit Oel zu behandeln. Einige ver- 
dichten *) das Oel vorher durch Grunaläpfflachalen, Cypresse, Cypeni- 
gns und Strandbinse. Wirksamer ist aber das von bitterem Geschmack, 
daa ölige, hellgrüne, durchscheinende, nach Myrte riechende. Es hat 
•dutriDgirendo hartmachendc Kraft; daher seine Wirkung, wenn es den 
in zum Vernarben beigemischt wird, ebenso gegen Verbrennungen 
lit Feuer, gegen bösen Grind, Schorf, Hautausschlag, Wolf, Risse, Condy- 
Er^chluflung der Gelenke. Es stellt den Schweiss und findet Überall 
Anwendung, wo eu sich um Zusammenziehen und Verdichten handelt. 

D. untervchcidL-t hier drei Arten Myrte , die schw;irzt! , wilde und zahme 
165) tii^nnt er nur swei Arten, sulira {nigra und Candida] und aitvealris, 
isi BoKCui. Theopbrast (UisU pl. U 2. 6} bemerkt, dasi dk Ujrte in 



der Farbe der Fmdit ofl degenerirc ; ackon Ovld ^ingi vod den schwarzen uud wu 
Um RClblicbe spielenden) Frachten: MTrtea ailva subcst bicoloribai obsita baccis. 
Bei der Darstellung des Oels aus den Blurtern kam ei darauf an, du in da 
selben enthaltene iltherische Üel in diis fette Oel aufzunehmen. 

Cap. 49. üsfil AotyvfiAaio'j. Lorbe«röI. Das Lorbeerül wir 
aus dea Lorbeeren hergestellt, wena sie überreif sind, indem sie mil 
Wasser gekocht werden. Sie sondern nämlich aus der umliegende 
Schale ein gewisses Fett ab, welches man mit den Händen abtr^ 
und in Muscheln aufnimmt. Einige verdichten vorher Oel von unreife 
Oliven mit Cyperngras, Strandbinse und Kalmus, werfen danach die 
Lorbeerblätter hinzu und kochen es zusammen; Andere mischen auc 
Lorbeeren zu, bis der richtige Geruch entsteht, noch Andere Stvrax ua^ 
Myrrhe. Am besten zur Bereitung ist der bergige und breitblättert^ 
Lorbeer*). Den Vorzog beim Lorbeeröle bat aber das frische, von he 
grüner Farbe, dos sehr bittere und scharfe. 

Ks hat erwärmende, erweichende, anregende, die Erschlaffung auf 
bebende Kraft. Ka ist ein gutes Mittel bei allen Neuralgien, Ohrenleide 
und katarrhalischen Zuständen. [Denjenigen, welche durch Erkältung 
der Leber leiden, ist es als Salbe heilsam, wie kein anderes Mittel]^). Qt 
trunken aber ist ea brechenerregoud. 

*) Wdil der rultivirte. 1 Dieser Sats fehlt in einigen jflugeren Godlctts. 

Dos Oel a.\i(i den Frachten von Lautus nohilis L. (Lauraceae), Lorbee^ 
haum. Das dickliche, grüne, gewUrzhaÜ riechende Oel wird noch beute wie 
mals durch Auskochen der Früchte mit Wasser gewonnen. 

Cap. 50. Hspt tii'*^\o.iti'i. Oel des Mastixbaumes. Dl 
Oel des Mastixbuumes wird ähnlich wie das Lorbeeröl aus den reiffl 
Früchten durgestellt, vorher verdichtet^); es heilt die Krätze des Zugrieh« 
und der üuude. Auch wird e« den Zäpfchen, Salben und Aussatzmit 
mit Vortbeil zugesetzt. Es hält den Schweiss zurück. Aehnlich 
auch das Terebintheu(]] bereitet; es trocknet aus und adstringirt. 

') d. li. mit vorher verdichtetem Oel. 

Fiatacia Lentitcwt L. (Anacardiuccoe) , Mastixbaum, ein Strauch oder 
tlriger Baum der Mittelnicerl^der mit erbsengrooMn, anfangs rothen, sp&ter suhwa 
Früchten. Kr wurde von Alters her auf Ghios besonders cultivirl Daher 
auch das daher stammende Oel , sowie der durch Rtnflohnilte in die Rinde 
Baumes gewonnene Ma.süx hoch gCMcliillzt. 

Das TercbinthoDöl ist das aus den Früchten von PiMada Terebinthm {Ana 
diaceae), Pistacienterebinthe, bereitet« Oel Ks ist gleichfalls ein mittelgro 
Baum in den Mittelmeerländern. Kr lieferte auch durch Einschnitt« in di<- 
den aehr gesohfttsten i'yprischcti Terpentin von Chios. 

Cap. 51. Mastixharzöl. Das Mastixharzül wird aus Kerriebune 
Mastix bereitet. Es ist wirksam gegen alle Gebärmutterleiden, mü 



r. Bach. Cjip. 52, 



adstringirend. erweichend, wirksam gegen die den Magen Qber- 
Verhärtangen ')f Bauchschmerzen und Dysenterieanfälle; auch 
das Angesicht und bewirkt eine gesunde Farbe. 

*) ■nl^atfA, rethirtetes GaichwOr, welche« nach Plinius VU 63 periodische 
bewirkt. 

Cvip. 52. riEpt ^uvde'3i(ü; |xüpwv. Die Zusammensetzung der 

SAlböle. Da nun auch die Salböle bei einigen Leiden von guter Wir- 

kng sod als Zusätze zu Arzneimitteln, zum Einträufeln oder zum 

>iarh<iB| so halten wir es für folgerichtig, auch der hierfdr Überlieferten 

Amrasongeo zu gedenken. Diejenigen , welche dieses erproben wollen, 

das im Auge haben, ob jene Substanz, mit der die Mischung der 

t Sübfile geschieht, dem Gerüche gemäss wirkt. Eine derartige Probe ist die 

[iMBle. Bei einigen wird solches freilich nicht wahrgenommen wegen des 

lUeberwiegena der kräftigeren Zumischungen, wie hei der Majoran-, Safran-, 

iBodcabomsalbe und anderen ^iiilichen. Dieses ist aus der Uebung darin 

btfmrtfaeilen. 

1^0 Bezeichnungen der alten Griechen iOt Salben decken sich nicht ganz mit 

|4aB jotetffea Namen. Die Salben hBtt«n eine mehr dicke oder danne Consiatenz — 

|^Jl|»jL(i^ri ri nennt letztere D, an dietier Stelle — and wurden durch verschiedene 

rerdickt, am besonders, wie man fjlaubte, den Wohlgeruch länger eu binden. 

fäfnv war üowohl die Bexeichnung fllr wohlriechende, von selbit ausdies»ende 

I pfl>aM»bandlte aU auch für solche künstliche Zubereitungen. Kti iat da« nngnen- 

dcr rOmiachen Aerste, feines Sulbdl, Balsam, sp&ter dann Salbe überhaupt 

m-rjpMtfta. Wacbisalbe, bestand aus Wachs und Oel, ei wurden aber auch andere 

Irtrr***. al» Terpentin, Pech, Kupfer u. «. w. zugesetzt. 
£urs«< (& prir. und köso;, akopos, ohne Schwäche), ein stärkendes Mittel in 
dafliCttforxn. UrtprQnglich wurde darunter ein feines Ocl verstanden ; später kamen 
TaJlin aU Galbanum, Silphium, Opoponax etc- hinzu, bo dus es in der Folge auch 
ftr Satbe flberhaopt gebraucht and nach den Zua&tzen benannt wurde. 
pÄXopia (B£alagma). erweichender Umschlag, sehr häufig durch .\bkochungen 
««■ Krltttem bereitet, wurde aber auch im Sinne von Salben gebraucht, un^er 
I Ibtaplacnia. Auch ist ea sehr wahrscheinlich, das, wie bei den alten Juden, Umsohläge 
4arvh Kanea von Getreide oder Feigen hergestellt wurden (vgl. II Kün. 20, 7; 
Im um SS» 21 ; Talm. Miachn., Kelim 28 M. 3). Kambam leitet Malagma von .Male 
Itganb*, mundToIl, ab, weil jed'>«mal so viel Weizen oder Feigen zu einem frischen 
Hinf hlifl gekaut wurden. Der Fseudodioskuridea [I>ie giftigen Tbierc Cap. I) wendet 
^■khfalU gekautes Getreide an. 

f)MÄ«9C()ev. Emplastron, trockene oder angefeuchtete und wieder getrocknet« 
AxnecuBittel; sie worden in einem Rohre. vd^ptHjC. aufbewahrt. Sie entsprechen also 
mitkA iiinrrnm heutigen Pflaster. 

-wUl&piev, KoU^ott, Br6dchen, eine teigartiga, trockene Haue, die dann ver* 
beMnden hei Angenkrankheiten gebraucht wurde. Collyrium ist später der 
kmärmk f%r At^enmittel geworden. 

Kiaaot, K^oeN^i-ata, ßöXavot, PeiKii^ Prostbcmata, Balanoi, Zäpfchen, Stuhl- 
^yJihuj . Vaginalkageln , bestanden entweder aas Wolle, Leinen oder Seide, in 
«■leb« die betreffenden Mittel eingewickelt oder mit denen aie bestrichen wurden 
1lffi«a««t. AnMfaittcUehr« du Dios>1iBrliles. 5 




oder die wirksainec Mittel vurdcn mit Fett, tlonig, Wachs oder dergleichen ffcnii 
and gefoniit, vor dem EiDfübren mit Galle oder Honig bestrichen. 

atu-^at(, Itt^idsamentum, ist wie }üpoy, Un^'ueutum. von Dalsamconiistuix. 

PUnius XIII 16 sagt: Myrrhe macht die Salhen dicker, Koetua and Amoma 
Boh&rfer, Safran zum Arznei^brauch besser. 

Cap. ö3. Def-i poStvoo ixe'iotat«?. Die Bereitung de 
RosODöU. Das Rosenöl wird so gemat^ht: 5 Pfund und 8 Unzen zcj 
sohnifctenes und mit Wasser zerstampfies Bartgras koche unier Umrüfa 
mit 20 Pfund und 5 Unzen Oel. Dann , nachdem du es duroligesei 
hast, wirf in die 20 Pfund und 5 ünzeti Oel die Blätter von 1000 trocken 
Rosen') [oder 1 Pfund Cypemgras, 1 Pfund Alant, l Pfund Kalna 
ö Xeetes Oel, 1 'i*a Xestes Rosen]"), und nachdem du die Hände mit wol 
riechendem Honig bestrichen hast, rUhre es unter öfterem Drücken eizi< 
Tag lang; nachdem du es dann die Nacht Über hast stehen lassen, presse 
ans. Wenn sich aber das Hefenartige abgesetzt hat, wechsle da." A 
nahmegeföss und gib es in einen mit Honig ausgestrichenen Mischkrug 
Die ausgepresstcD Rosen wirf in ein Foss und giesse 8 Pfund und 3 Un; 
Terdicbtetes Oel dazu und presse es wieder aus. Dieses wird dir 
zweite Sorte Oel sein, und wenn du willst, giesse bis zum dritten 
vierten Male Menstruum auf und presse aus. Es entsteht so eine e: 
zweite, dritte und vierte Sorte Oel. So oft du dies aber thust, strei* 
die Krüge vorher mit Honig aus. Wenn du aber eine zweite Auf. 
herstellen willst, so wirf in das zuerst ausgepresste Oel die gleiche Z; 
frischer trockener Rosen und rühre mit den Händen, die vorher mit Huni 
bestrichen sind, um, und presse aus, und dies thue zum zweiten, drii 
und Tierten Male in der gleichen Weise auspressend. So oft du dii 
aber thust, wirf frische Rosen dazu, sie mit den Nägeln zerpflückend; 
denn es wird kräftiger. Bis zu einem siebten Auszuge liUst da« Oel den 
Zusatz von Kosen zu, dann aber nicht mehr. Auch die Presse werde 
mit Honig ausgestrichen. Sorgfältig muss das Gel von dem (wässerigen) 
Safte getrennt werden, denn wenn das Geringste davon zurückbleibt, ver-™ 
dirbt das Oel. Einige pressen die Rosen für sich allein und befaande^H 
sie dann an der Sonne mit dem Oel, und zwtir Unzen mit 1 XesteBI 
Oel , indem sie es acht Ttige hindurch umrUhreu und vierzig Tag« bia 
Eum dritten Auszuge an der Sonne stehen lassen. So bewahren sie e« 
auf. Einige verdichten ferner das Oel unter Zusatz von Kalmu:} und 
Aspalathos, Ändere geben Änchusa*) zu wegen der hübschen Furbi» und 
Salz, um die Verderbniss zu verhindern. Ks hat aber ndstringirendt-, 
kühlende Kraft, ist sehr geeignet zu Besprengungen und zu Mischungeu 
weicher Salben. Getrunken öffnet es den Leib und mildert die Hitze dos 
Magens, ist ein Nährmittel für hohle Geschwüre*) und besänftigt die bO^ 
artigen, es ist ein Mittel gegen Schorf und Ausscblag, dient im Anfanjt 



dB rmwhlag gegen KopCschm erzen, als SpQluug gtigen Zohnsciimerzeii. 
k Agwtricfaen wirbt es gegen Verbürtungeu der Augenlider und ist als 
^"QfiAier mit Erfolg zu gebrauchen gegen Reize der Eingeweide und der 

Abftrrautter. 

') So muai, vte SaracenoB mit Recht bemerkt, uad Sprengel auch Dber- 

miK, vohl irelesen werden, d. h. sitoXa x^""^ Itihtov, die Blätter von 1000 Boaen 

ma *itaX^ x^^ ^&8u>w, 1000 Boeenbl&tter, du diese zu 20 Pfund und 5 Üuzeji. naoh 

iMMtttt Gewicht 7 Kilo 350 g Oel in keinem VerhAltoiaa etcheo wOrden. ') Nooli 

' Ob^ X o. Aaal. *) t^Arrji,, in welcliem nach grienhtüclier Sitte der Wein mit Walser 

^BJicftii imd dann in die Becher gefüllt vorde, alio ein Krag mit engem H&Isc. 

^ , t »dfcM»a tinetoria L. Alkanna. *) d. b. es bewirtet eine AusTDllnng der CavemeD. 

Die von den Alten gebrauchte Rose ist die blaBarothe Jiosa centifolia L. (Kosot^eae). 

Bei allen feineren Helen und Salben lisst D. die Gefäas«^, Werkaeuge udiI, wo 

[ 4ät H&nde mit der Maase ielbat in Berflfarung kommen, auch diene mit Honi<; be- 

fCraiebes; e« geschieht diei, um jeden fremden Ocruch ab- und gteichKeitig da« 

Aroma de« Bonigi mit zu erhalten. Um die Rosen zu onchGpfen, soll das Ausziehen 

wiederholt werden, wobei natürlich sieU ein Bchvächeres Product entsteht. 

BiD eoBembirtea Oel xu ge-vrinnen, I&est D. sa dem ent«n Aiuange, wt^lcher M^hoii 

BotmdnJt enthalt, nochmalH frische Rosen Koaetken und dann wie frflher ver- 

[ fifcxen. Er nennt daa eine .zweite Auflage', wflrtlich ein .zweites Hineinwerfen*. 

siebten Annuge ist da« Oel mit dem Bosenduftc vollständig geaftttigt. 

Die Trennung des OeU von der untenstebeDden wässerigen Masae eull vor- 

[ «eheige ge«cbeben, weil durch die letztere das Oel ransig wird. 

Cap. M. Flspi tXativoD oxsoatatac. Die Bereitung des 
Slstenöla. Zerquetsche und zerreisse die Spatha und wirf sie in ein 

< Fns und giesse Oel von unreifen Oliven darüber drei Tage hindurch. 

! «dkOpfe e« dann heraus in einen Korb und presse aus. Beides sollen aber 
gleiche Gewichtstheile sein. Nachdem du es dann in einem reinen Qe- 
ftwe bei Seite gesetzt hast, gebrauche es. Es hat eine dem Hosenöl Öhn- 
lidie Kxmft, den Bauch aber erweicht es nicht. 

Klate. Uittrr], ist im gewöbnlicbeo Sprachgebrauch die Tanne. Pinne Picea L. 
i,JU4m ftHinattt J>. C), »elt^ner bedeutet es die Spatha, die gemeinsame Holle, welche 
4m BIOÜKnkolben, Spadix bei den Palmen im Knospenzuitaade umgibt. Die^e Be- 
dbnteag bat es ohne Zweifel hier and rermuthiich ist nicht die Spatha allein, 
■*«^^ra <li« ganxe Inflorescenz gemeint. 

Iliajus, der seiner Sache nicht gane eicher ist, sagt XTI 134 : .Ausserdem gibt 
• tkoch eisen Baum, der zu denselben Salben dient und den Einige Elate. wa^ bei 
■H Tuae bcütt. Andere Spathe nennten*, uod XXIH 99: .Von der Palme FJate 
tdm Spathe gebraucht man die Knospen. Blätter an<l Rinde in der Medicin". 

HUta D. eine C-onifere gemeint, so würde er sicher die zu behandelnden Theile, 

t ^Samen) oder Triebe genannt und nicht eine allgemeine Bezeichnung gewählt 



Cap. 53. Ü8pl iiTjXivo'j oxsüaoiac. Die Bereitung de« 
liiienOla. Das QnittenÖi wird auf diese Weise hergestellt: <5 Xestes 
mische mit 10 Xeates Wasser, gib hinzu 3 Unzen zerstosaene Spatha 



und 1 Qnze Bartgras, laas es einen Tag stehen und koche es da 
Nachdem du duuu das Oel abcoHrt' hast, gib es in ein weithalsiges Q« 
^s; dann lege ein Geflecht »us Rohr oder eine weitmaschige Binse 
matte darüber und breite Ober diese Quittenäpfel aus, bedecke 
mit Decken und lasB eine genügende Anzahl Tage stehen, bis das 0^ 
die Kraft von den Quitten angezogen hat. Einige schlagen die Quit 
zehn Tage lang in Decken ein, damit der Wohlgenich sich verdichte 
sich nicht verflüchtige, danach maceriren sie dieselben mit dem Oel z* 
Tage und NüchU% pressen es dann aus und setzen es weg. E» hat 
stringirende, kühlende Kraft, wirkt gegen krätzige Geschwüre, Kleiij 
grind, Frostbeulen, kriechende Geschwüre und als Injection gegen Ved 
wundungen in der Gebärmutter, stellt als Injection das zu häufige Harne 
und hält den Schwciss zurück. Es wird getrunken gegen Kantharide 
Buprestis und die giftigen Fichten raupen. Em Beweis itlr seine Gttte 
der Geruch nach Quittenäpfelu. 

Du Oel der QuitteDäpfel . iler FrOchte von C^nta vtägarh Pen. (Kotac 
Prunoideae), der ächten Quitten. 

Gap. 56. riepl otvavdivo'> axEOotatac. Die Bereitung d< 
WeinbtUthenöls. Die wohlriechende BlQthe des Weinstockes 
welken, wirf .sie in Oel von unreifen Oliven und röhre und scbUttel] 
durch; lass zwei Tage stehen, presse es dann aus und setze es vre 
Ks hat adstringirende Kraft ähnlich dem Rosenöl, ausser dass es den L« 
nicht öffnet und erweicht. Der beste Beweis für seine Aechtheit ist dl 
Auftreten des Geruchs nach Weinblüthe. 

Bas Oel wird bereitet aus der BtUthe von Vitis viniftra L. (Titaceae). 
Weinrebe. 

Cap. 57. (Ispl TTjXtvou oxsoaalac* Die Bereitung de| 
Bockshornöls. Ü Pfund Bockshorn, 5 Pfund Oel, 1 Pfund Kalme 
2 Pfund Cypemgrai« macerire sieben Tage, indem du es jeden Tag dreil 
mal umrührst, dann presse es aus und bewahre es auf. Einige lasse 
statt Kalmus Kardamom, statt des Cypemgrases Balsamholz mit ausziehe 
Andere verdichten damit vorher das Oel, maceriren dann das Bockshor 
und pressen es aus. Es hat die Kraft, Ablagerungen (Abscesse) zu 
weichen und zur Reife zu bringen; in hohem Grade wirksam ist es gege 
alte Verhärtungen der Gebärmutteruragobung (des Perimetriums), wi 
schwer Gebärenden injicirt, wenn die Theile durch die ausgetretene 
Flüssigkeiten sehr trocken geworden sind , ferner dient es bei Aftereut 
zUndungen und wird bei Stuhlzwaiig mit Erfolg im Elystier gegeben; 
vertreiljl Schorf und Grind, ist mit Wachs heilsam gegen Verbrenuunge 
und Frostbeulen, bringt Sommersprossen weg und wird unter die Mit 
zum Glänzendmachen (der Haut) gemischt. Wähle aber das frische 



dWf welches nicht zu sehr den Bockshomgeruch hervortreten lässt, welches 
die Hände glättet und bitiersÜBsen Geschmack hat , denn solches ist 
ilas best«. 

D. Uost um im UDgcwüsen, ob die gante Pflanze, THgontila Fomum graecum L. 
(Lc^mitiüfiuo-PuijilioDacea«) oder der Same angewandt wurde; jedenfalts kommt 
00 der letztere als Trftger des Aromas und der Bitterkeit in Frage, 

Cap. öB. Uiy. aa[i.(J*o/ivou axe-ja^ia?. Die Bereitung des 
MajoranGls. Quendel, Ziiumt, Beifusfi, Wasseruiiuzeublüthe , Myrten- 
blftlt«r, Majoran, nimm von jedem unter Berücksichtigung seiner Kraft 
dem Zwecke gemäss (das Nöthige), stosso Alles zusammen und giesse so 
riei Oel von unreifen Oliven darauf, dass die Kraft dessen, was in das- 
■elbe zum Ausziehen gelegt ist, nicht Überwältigt wird, lass es vier Tage 
■teben und presse aus. Und wiederum behandle dieselbe Menge derselben 
frwciien Subslan/ die gleiche Zeit (im selben Oel) und presse aus'), denn 
■ ist krüftiger. Wähle aber den dunkelgrünen Majoran, der lange duftet 
und massig scharf ist. £s hat erwärmende, verdünnende und scharfe 
&sil; es hilft gegen Verstopfung und Verdrehung des Uterus, treibt die 
Menstmation, die Nachgeburt und den Fötus aus und beseitigt die Mutter- 
krtmpfe; es lindert auch die Schmerzen in den Huften und geschwollenen 
SchamdrQsen. Mit Honig lässt ee sich besser anwenden, da es durch 
hefligtift Zusammenziehen die Stellen verhärtet; eingerieben hebt es die 
Enchlafiiing auf, auch wird es mit Vortheil den Salben für die an 
Opistfaotonie') und sonst an Krämpfen Leidenden zugemischt. 

') D. sagt hier sehr kurz, da« das ernte Oel durch Ausziehen von frischer 
hibitan2 aogereichert werden loU. ') Opisthotonie , eise Krankheit, bei der die 
GEtder durch gewalUames Zucken rflckwärta gezogen mxd steif werden. 

Die PlUiue, welche dem Oele den Namen gibt, ist Origanum Miyorana L. 

D. Qberl&ut bei Dar«tellan<r die^ee OeU die Wahl der MengenverhiUtnissc dem 
Oatdit&kon and der Erfahnuig de« Lahoranteo. Er soll die einzelnen Substanzen 
im der Zukam mensetzung nehmen, doss eine gewisse Harmonie in Wohlgeruch and 
Wirkung stattfindet, er soll aber auch aar so viel Oel anwenden, daut di(^ Kräfte der 
lfBas«B zur Gcltang kommen. 

Cap. 69, riEpt toxL(L£vo*> aTteoaoiocc- Die Bereitung des 
Basilieumöls. Nimm 20 Pfund Oel, 11 Pfund und 8 Unzen nach Ge- 
wicht Baailicumkraut, pflücke die Blätter ab und macerire sie einen Tag 
und eine Nacht in dem Oel. dann presse es aus und setze es weg. 
Kacbdem du sie (die Blätter) aus dem Presskorbe genommen hast, giesse 
«»d*rmn die gleiche Menge Oel darauf und presse aus; es ^vird dies aber 
Site Si)rte genannt; denn einen dritten Auszug lassen sie nicht zu. 
imm gleichviel frisches Basihcumkraut, macerire wieder, wie es 
'Ol getagt ist, indem du das schon zum Ausziehen benutzte 



Gel aufgiessest uud die gleiche Zeit stehen tässt, presse aus uud bewa 
es auf. und wenn du es zum dritten oder vierten Haie machen wiUa 
dann macerirc, indem du stets frisches ßasilicum hineingibst. Es kar 
aber auch aus Oel von unreifen Oliven hergestellt werden; jedoch ist 
besser auf jene Art. Es hat dieselben Wirkungen ine das Majors 
nur wt^niger kräftig. 

Du Oel aiu ftfimHin B<mlicHm L. (Labiatae). Basilienkraut. Ood. 
und Aldin. beginnen das Capitel so: (uxiC'V üicifuyov stsaäittrti ^nvtf i« xficptvov, 
tiasilicumöl wird bereitet wie das (Ueona* oder) LawaonienöL 

Gap. 60. Ilsfi* aßpoxov(vo'i axBOsata;. Die Bereitung de] 
Beifussöls. Beifussöl. In 9 Pfund ^) des zu Cyperngrasöl gewUr 
Oels wirf 8 Pfund (Beifussblätter), laas einen Tag und eine Nacht steL 
und prerae aus. Wenn du es aber fUr lauge Zeit haltbar machen wi 
nimm die ersten Blätter heraus, wirf andere hinein und macerirc uu 
presse aii^. Es hat aber erwärmende Kraft, ist wirksam gegen Vc 
stopfungen und Verhärtungen in der Gebärmatter, befördert die Me 
struation und die Nachgeburt 

'j Nach Cod. X und Äldin. 8 Pfund. 

Die hier benatxte Pflanze i«t Ariemitiia Abrotanum L. (Compoiitae-Li^liflora^ 
Stabwnrs, Beifnss, Eberraute. 

Cap. Öl. Ilept ävTjdlvou oxsoastac. Die Bereitung d< 
DillOls. 8 Pfund 9 Unzen Oel, 11 Pfund 8 Unzen DiUblUthe'), macerii 
sie in dem Oel einen Tag lang« dann presse mit den Händen aus ut 
setze es weg. Wenn du aber ein doppeltes Pressöl machen willst, macer 
frische DillblUthe auf eben dieselbe Weise. Es hat die Kraft, die Gc 
bärmuttergegend zu erweichen und zu eröffnen, ist wirksam gegen 
Wechseltieher. erwärmt, hebt die Erschlaffung, und ist heilsam 
Gelcnkschmcrzen. 

') Dieses offenbare MissTorbUtniss in den GewivhUn verbessert OribuiuB dn 
«oXaioü Xccp«; ta' o-itf^ia^ yj', ävi^u ävfrou^ t6 ab-^6. 1 1 Pfuod 8 Unxen ultes 0«! 
gleichviel DiUblüthe. 

Anethum ffrartotettM L. (ümbeUiferae). Di IL 

Cap. 62. llef/i oouslvou axetiaota;. Die Bereitung d* 
susischen Salböls. Das susische Oel, welches Eioigu auch Lüienfl 
nennen, wird so durgestellt: 9 Pfund 3 Unzen Oel, Tj Pfund 3 ür 
Kalmus, 5 Uu^ceu Myrrhe mische mit gewürztem Wein und koche. Na 
dem du dann das Uel abcolirt hast, giease es mit 3 Pfund (i üna 
gestossener und mit Regenwosser macerirter Kardamomeu wieder da 
über, laas auf einander einwirken, nachher presse es aus. Und nir 
3^/! Pfund von diesem rerdicht^eten Oel, lege an Zahl tausend zerpflück 



I. Buch. Oap. 62. 



71 



lÜien in ein breiieft« nicht tnefes Fass, giesse das Oel darauf und rQhre 
bH d«n vorher mit Honig b^trichenen Händen durch. Lass es einen 
T«g und eine Nacht stehen und nachdem du es in der FrtlUe in eine (Presa-) 
BOchse gebracht hast^ presse es aus. Das obenstehende Oel trenne schleu- 
nigst TOn dem mit dem Oel zugleich ausgepressten Wasser, denn gerade wie 
Am Rosenfil vertrügt es dasitelbe nicht; damit erwürmt aber »cbäumt es 
anf and wird faulig. Giesse es aber öfter in andere mit Honig ausge- 
Ktrich^ne Gcfässe uro, indem du feines Salz dazu streuest und die ge- 
Bammelte Unreinigkeit rorsichtig wegtummst. Wenn du nun das aus- 
gepresste Gewürz') »us dem Pre»skorbe in das Fass gebracht hast, giesse 
wiederum eine der fUheren gleiche Menge gewürzten Oels hinzu und 
wirf gleichiteitig 10 Drachmeu gestossener Kurdaraomeu hinein, rühre 
mit den Hunden tüchtig durcli und presse in kurzen Pausen, das Ab- 
Biessende reinige dann. Und wenn du ein drittes Mal aufgiessest, thue 
wieder dasselbe, indem du auch Kardamon) und ebenso da^ Salz dazu- 
gibet und die Hände mit Uoiiig bestreichest und pressest. Und es wird 
des zuerst ausgepresste (t>ol) das beste sein, dann (folgt) das zu zweit 
eriultene, das dritte ist das letzte. Und wiederum nimm tausend Lilien, 
serpflUcke sie und lege sie hin; nachdem du das zuerst ausgepresste Oel 
dannfgegossen hast, verfolge das Verfaliren, indem du dasselbe thust, 
vi« du beim ersten Male gethan, dass du auch Kardamom zumischest 
und dann auspressest. Dasselbe thue ein zweiteja und drittes Mal, indem 
du auch Kordamom zugibst [darauf presse aus und thue dasselbe]. Je 
öfWr da aber frische Lilien macerirst, ein desto kräftigeres Salböl wirst 
da haben. Wenn es dir am Ende genug zu sein scheint, mische jedem 
Fräparutc 72 Drachmen ausgesuchte Myrrhe , I H Drachmen Safran, 
75 Drachmen Kardamom-) zu. Einige geben auch gleichviel Safran und 
2immt mit Wasser iu das Fass. Dann giesse das zuerst ausgepresste 
Oel dazu und, nachdem du ea kurze Zeit hast stehen lassen, fllUe es in 
kleine, trockene, mit Gummi oder Mvrrhe, sowie mit Safran und Houig, 
itiv mit Wasser behandelt sind, ausgestrichene Gefäuse. Dasselbe thue 
auch bei der zweiten und dritten Pressung. Einige bereiten es einfach 
aas Beheu* oder einem anderen Oel und Lilien. Den Vorzug scheint aber 
das in Pbonikien und Aegrpten hergestellte zu verdienen. Am besten 
davon ist diu, welches nach Lilien riecht. Es hat erwärmende, erweichende, 
fegen Venftnpfung und Entzündung der Gebärmiiiterumgebung gerichtete 
Knfl [und überhaupt ijt es von allen am nützlichsten bei Frauenkrank- 
Wten: ea ist ein gut^s MitU'l gegen bösen Grind, Geeich tsausschl^, 
SclKirf^ Ekzt'me; ßlut^triemen vertreibt es sehr bald und stellt eine gleiche 
f.--"' ' r Haut) her)*). L'eberhaupt macht es locker. Getrunken führt 
ti . le durcli den Bauch ab, treibt auch den Urin; es ist aber dem 

Hage» schädlich and «mtgt üebelkeit. 



') Spm^, statt dessen will Saracenus |xä'f|L«, so viel wie Krokomigma. Pro 
rQckataod leaea. ') Hier dürfte nach Saracenus btatt «ap2ä;ia>^Dv beeser %iwäfia 
Zimtnt, zu lesen sein, da das Kardamom schon hinreii-'hend zuKesetxt iitt, uni f^o meh 
als in dem folgenden Satze bei d(T abweichvnden Darstellung gleit'hfulls Zimmt ver 
wandt wird. ') Der eingeklammerte Sats fehlt im Cod. C. 

Dos auaiscbe Salböl bat seinen Namea von der Stadt Susa, weil dort, so 
in Pulästina und Fbönikien eine ausgedehnte Lüieacultur betrieben and das 
Oel bereitet wurde» nach Cinsiuti, weil von Susa die erste Lilie, eine Zwiebel, 
Samen, nach Constantinopel gebracht sei. 

Es ist Lilium candidum L. (Litiaceue). unsere weisee, wohlriechende LIHe. 

D. gibt zu diesem kostbaren Oel eine besonders genaue und umständlie 
Vorschrift, Die einzelnen Substanzen l&aat er ihrer Natur nach besonders ausziehed 
SD Myrrhe mit gewürztem Wein, Kardamom und bezw. Safran mit WaiMer, SaÜ 
setxt er der Haltbarkeit wegen zu, dasselbe entw&ssei-t das Oel. 

Cap. 63. TlEpl v«pxcGa(vo)> oxeuaata^. Die Bereitung dei 
Narciseensalböls. Das Narcissenöl wird so dicht gemacht: 70 Pfand 
5 Unzen gereinigtes Oel, 6 Pfund 2 Unzen Aspolatboft; stosse und macerir 
diesen mit Wjwser, mische dann den dritten TheÜ Oel zu und koch« 
Nimm dann den Aspalathos heraus und gib 5 Pfund 8 Unzen Kalznu 
zu. Stosse und aiebe ein Stückchen') Myrrhe und verrühre es mit alten 
gewürztem Wein« mische es zu und koche. Wenn es aber zusamme 
aufkocht, setze es ab und colire das erkaltete Oel. Dann nimm toi| 
dem Oel*) und giesse es in ein Fass, wirf möglichst viel Narcissenblütfc 
hinein und rUhre zwei Tage um, wie bei dem susiscben Oele, presse unj 
giesse es häufig um, denn auch dieses neigt zur Fäulniss. Es wirkt gege 
Geb&rmutterleiden , indem es die Verhärtungen daran und die V« 
stopfungen beseitigt. Es veruntacht aber Kopfschmerzen. 

*) Im Texte steht sp-üpvif)« x^**P°*> C"" Körnchen Myrrhe. '} D. läast aafa 
den dritten Tbcil des gereinigten (nBnXü^ivou). d. h. mit Wasser und würzigen Ki^nt 
behandelten Oels gebrauchen, sagt von den anderen zwei Drittheilen nichts; die 
dürften nun wohl das an dieser Stelle gemeint« Oel sein. 

In Frage kommen hier Nareiastia potticui h.. Weisse Narcisse, and 
Tazetta h. (Liliaceae), Tazette; beide im südlichen Europa heimisch. 

Oap. 64. ilept xpoxtvou oxeuaoiac. Die Bereitung del 
Safransalböls. Zur Bereitung des Safranöls wirst du dos Oel Ter 
dichten, wie es beim susischen Oele gesagt ist^ nach demselben Mengen 
und Gewichtsverhältniss beim Mischen. Nimm von dem zum susisoh« 
Oel verdichteten Oele 3'/« Pfund, gib 8 Drachmen Safran hinzu und rül 
öfters im Tage um, und dieses thue fünf Tage hinter einander; am sechst 
nun giesse das Oel vom Safran rein ab, auf den Safran selbst aber gil 
die gleiche Menge Oel und rtlhre drei Tage um. Darauf giesse 
ab und mische 40 Drachmen gestossene und gesiebte Myrrhe zu und 
in einem Mörser tüchtig um, dann setze es vreg. Einige verwenden 



sieich« Menge des gewürzten Oels wie zum Hennaö] auch zum Safranöl. 
Dw beste daTon ist das reichlich nach Safran duftende, en eignet sich 
an annctlichen Gehrauche. Das zweite ist das nach Myrrhe riechende. 
Bt bat enr&rmende, schlafmachende Kraft^ darum ist ee« oft damit be- 
»txt, oder darauf gerochen, oder auch in die Niu^enlöcher gestrichen, 
bei den an Phrenitia Leidenden angezeigt. Es ist auch eitermacbeud 
sfid die Wunden reinigend, hilft femer gegen die Verhärtungen und Ver- 
itopfixag«Q in der Gebärmutter und gegen die bösartigen Geschwüre in 
denelben mit Wachs. Safran, Mark und dem doppelten Oel, denn e;; 
■ndii gar (reift) , erweicht, feuchtet und lindert; ea wirkt gegen be- 
^naenden Staar'), wenn es mit Wasser angewandt wird. Ihm entspre- 
chend wirkt die sogen. Butter-, Onyx-*) und Styraxsalbe, welche sich nur 
Inreli die Namen unterscheiden, nach der Bereitung und Wirkung aber 
dzu^aos gleich sind. 

') iKoilaöxant^ ') Onjx iit die BeKelchnung für ein feines Gewürz, wetchea 
mkan bei Sirach 34, 21 neben S^tux, Galbonum and Stakte aU duftendes Raucliwerk 
fnanat wird. Es eoll eine Kammmueichel, «.tu«, des Indischen Meeres sein, deren 
Ualea aof Kohlen gestreut einen sehr lieblichen Duft rerbreiten {rgl. Bauhin 
« Ch*rler üb. IX p. 818). 

Cap. 65. Rtpl xoicp(voo otö^ciöc xal axBoaola^ eXatot). Die 

Verdichtung und Bereitung des (Law8onien-)Hennasalböls. 

&a Tbeil gereinigtes Oel von unreifen Oliven, anderthalb Tbeile Regenwasser: 

iBriCT gi««se theils zum Oel, theils Terrühre es mit den hineinzuwerfende!) 

GrwOnen. Dann nimm .^Vi Pfund Aspalathos, 6\'« Pfund Kalmus, 1 Pfund 

Vyrrbe, 3 Pfund 9 Unzen Kardamom und 9 Pfund 5 Unzen OeP). Den 

A»p«hithofi stosse, lege und macerire ihn in Wasser und koche ihn mit 

itm (VI bis zum Aufschäumen. Die Myrrhe zerlasse in altem gewUntem 

Wem, den zerschnittenen Kalmus rühre mit der Myrrhe zusammen und, 

MaefadecD du den Aspalathos herausgenommen hast, wirf das Kalmus- 

pMiil^h hinein. Wenn es mit diesem kocht, nimm es ab und seihe vor- 

■dftig das Oel aus dem Kessel ab, giesse es zum gestossenen und mit 

dea flbrigen Wasser angeriebenen Kardamom und rUhre mit einem S]>atel 

n, ohne Aufhören, bis e« erkaltet ist. Dann colire das Oel ab, wirf in 

fi» 28 Pfand Oel 40 Pfund 8 Unzen Lawsonienblüthe , lass einwirken 

nd pmnoi es im Presskorb aus. Wenn du aber mehr wünschest, so gib 

las den frischen Blüthen die gleiche Menge zu und presse in derselben 

WöK aus, auch wenn du eine zweite und dritte Maceration machen 

«ilit; deon es wird kräfliger. Man muss aber das wirksame wählen 

wd da^, welches durchdringend wohlriechend ist. Einige mischen aucK 

ZnBnt zu. Es hat erwärmende, erweichende und die Gefästne eröffnende 

Izaft, ist ein gutes Mittel gegen Gebärmutter- und Nervenleiden , wie 

^Bh gegen Lungenleiden und Brüche, sowohl für sich allein als auch 




tnit Wacbssalbe gemischt. Ee wird auch den Sdben zugemischti welche 
fUr die angezeigt sind, welche an Opisthotonie uud Athemnoth und an 
EntzOcdung der Leistendrüsen leiden« ebenso den kräftigenden Sulben. 

1) Nach Cornarius becser iXtvlou, Aiant, vUitl iXoEou, Ocl. 

K&cfio(, LatrsoHta alba L. (L7tlirao«ae} . der Uennatitr auch Aegyptetu 
SUdasieuü, dessen Blätter die gol<l>;elbe Farbe liefem, womit sich die Orieutaten, au 
die Elosnier und Walachen die Nägel, die Frauen, bewnders der TUrkeo. aoch HJLo 
Fflwe und Haare fUrben. 

D. gibt anfangs die Menstrua Ocl und Wiuaer in unbestimmtem MaaM 
3pftt«r redet er von bestimmtem Gewicht, wodurch die gauxe Vorschrift nndeatlioh 
wird. l'nverstJlndiich int, wie 46 Pfund 8 Unseo BlQthen mit nur 28 Pfund Oel au»-, 
gesogen werden sollen, umi^kebrb würde das VerhUltniB« phannaceutiiieb richtig 
im folgenden Satze wird dann CTentuetl nur die glei<;he Menge ßlQthen sugesei 
Für die zweite und djitte Bdaceration muM die früher angegebene Bercitunga' 
ergänzt werden. 

Cap.66. lUfjt -Jt^tj.«»!!; iptvoo. Die Verdichtung des Schwert^ 
I il i en G 1 s. 6 Pfund 5 Unzen möglichst fein zerschnittener Spatha, 
73 Pfund 5 Unzen Oel mische mit 10 Kotylen Wasser, gib sie in einen 
kupfernen Kessel und koche, bis ea (das Oel) den Geruch davon ange- 
nommen hat, dann colire es in einen mit Honig ausgestrichenen Krug. 
Mit diesem piirfUniirten Oel wird das erste Schwertlilienöl Iwreitet, indem 
die Schwertlilie mit dem verdichteten Oele macerirt wird, wie ee unten 
angegeben wird, oder so: 70 Pfund 5 Unzen Oel, 5 Pfund 2 Unzen zer- 
schuittenes Balsamholz, wie berichtet wird, koche zusammen; dann nimm 
das BaUamholz heraus und wirf V> Pfund 10 Unzen zerschnittenen Kalmus, 
ein Stückchen in altem gewürztem Wein zerlassener Myrrhe hinein, dann 
nimm von dem verdichteten uud parfUmirten Oele 14 Pfund, macerire 
darin ein gleiches Gewiclit zerHchnittener Schwertlilie zwei Tage und 
NSchte hindurch, dann pre.tso kräftig und stark aus; und wenn du es 
kräftiger haben ivÜlst, so macerire auf gluiche Weise ein zweites und 
drittes Mal dasselbe Gewicht und presse aus. Als bestes erweist sich 
dasjeuige, welchea keinen anderen Geruch als den der Schwertlilie verrath. 

£Iin solches ist das zu Perga in Pnmphylien und zu EUs in Achaja') 
hergestellte. Es hat erweichende, erwilrmendo Kraft, nimmt Wundschorf, 
Fuulniss und Schmutz weg, ist ein gutes Mittel bei kraiikhaftcu Zust&nden 
der Gebärmutter, aU Entzündungen und Verstopfungen, treibt den Ftitua 
aus, öffnet die Hämorrhoiden, hilft mit Essig, Kaute und bitteren MaO' 
dein gegen Olu^ngeräusche und in die Nasenlücher eingerieben gegen, 
chronischen Katarrh und gegen Nasenpolypen. Zu einem Becher g< 
trunken reinigt es den Bauch, wirkt bei Darmverschlingung und treiV 
den Harn. Ferner ist es angebracht bei schwer Erbrechenden, indem di 
Finger oder den Brechrei/ bewirkende Gegenstunde damit bestrichi 
wurden. (Nützlich itt es) denen, die an Athemnoth leiden, wenn c 



gerieben oder mit Honigwasser zum Gurgeln gebraucht vrird, und bei 
Baubeit der Luflrührc. £s wird endlich denen gereicht, welche Schier- 
img, PiUe oder Koriander*) genossen habeu. 

') Pergft^ diu lieutiice Karaliiasar; Pampliylien , eine flache, schmale KQsten- 
ixD eÜdUchext KleiDasien, ein Theil de« lieutigen Pas^halik Tekbe. Klis, 

PalaeopoU, Stadt in Achaja, der nördlicbaten Ltiudschaft dtm Pclopoonei 
ma korinthischen Meerbusen, ^te zerfiel in 12 Districte mit je einer Hauptstadt. 
Die Rainer theilten Griechenland nach der Untcrwerfang in zwei Provinzen, Make* 
doni«n und Achaja. letzteres umfusst« den g&Dzen Peloponnes und Hellas. *) Der 

ider wurtle von D. für nicht ungiftig gehalten, vielleicht wegen des im frischen 

ide ihm eigenen Geruches naob Wau/eii. Der äauie in grOsaeren Doauu tioUte 
4a) Ventand angreifen. 

Cap. 67. Ilspi fXfiuxivoo oxenaatac- Die Bereitung des 
U o s t ö t lt. Das einfocliti Mostöl wird bereitet aus Gel von unreifen 
Oliven, Bartgras, Kalmus, keltischer Narde, Spatba, Äspalathoa, Steinklee, 
Kostwurz und Mui^t, indem die Tresier um das Gefass, welches die Ge- 
wfiizc, den Wein und das Oel enthält, herumgelegt werden. Dreissig Tage 
luodorcb, täglich zweimal, wird umgerUhrt, danach wird es (das Oel) 
•nsgepresst und weggesetzt. £s hat erwärmende, schlaffmachende Wir- 
kong, hilft gegen Froätschauer, gegen alle Neuralgien und GebÄrmutter- 
laden; es ist wirksamer als jede Salbe, da e» erweicht. 

We^D dee zarten Aromaa des Moates Iftaat D. die Uasäe nicht kochen, sondern 
nar bei der durch üähning der Treitar enengten WlUrme digeriren. 

Cap. 08. Uspl a^apaxCvo'j. Amarakinon (Majoransalböl). 
Da« beste Amarakinon wird in Kjzikon gemacht. Dargestellt wird es 
WOM Oel Tou uurtifen Üliren und ßehenöl, welche mit Balsamhobs, Bart- 
gras, Kalmus verdichtet, mit Majoran, Kostus, Amomum, Karde, Biilsnra- 
■uucii und Myrrlie parfUmirt sind. Die, welche tu aber kostbarer machen 
«oUen. mischen auch Zimmt zu. Zum Ausstreichen der Gefässe wird 
Honig und zum A nreiben der zerkleinerten Gewürze wird Wein ge- 
Doiomen. ßs ist erwärmend, ächlafinachend , die Gerüäse eröffnend, er- 
weichend, brennend, harntreibend, dann auch heilsam bei fauligen Ge- 
iwüren, Fisteln und WasserhodenbrUchen nnch chirurgischen Eingriffen; 
zerreiHst auch rings herum den Wundschorf und die bösartig gewor- 
Geschwttre. Gegeu Harnverhaltung hilft es rund um den After 
Mogei^tnchen und gleicbfitlls eingesalbt gegen Entzündungen daran und 
gBgeu Verstopfung der HümoiTboiden. In die Gebärmutter als Zäpfchen 
«sgeftlbrt regt t-s die Menstruation an und zurtheilt Verhärtungen und 
(M«ni« in der Gebärmutter, hilft auch bei Scham- und Muskelverwun- 
dnogeij, wenn *•> in weichen damit benetzten Bäuschchen aufgelegt 
wird« [K« giU nuch ein gewisses Oel , welcbe^ in Arabien und Italien 
UtOrlich und freiwillig aus Felsen fliesst, mit einer gewissen Schärfe 



76 



Die Anneimittellehre des Dioelrandes. 



wohlriechend, ku Vielem gut verwendbar. Es hat die Kraft, au82utrockiie 
und zu verstopfen und die Sehnen zusammenzufügen. Es hilft ge 
Krätze und Geschwürariiges, es lindert und bewältigt die Blähuugen.J 

Kjzikon in Kleinasien wird als eine der achöiuteit Stftdta gMchildert. 

AmurucuB (ä)iä(>axoc) ist eine andere Bezeichnung für Majoran, D. hat die 
selbe auch als Bynoym dafür (111 •}!)■ Pliniua XXI (it sft|ifl: AmarncuR nennen 
Arzt Dioklcs und das eiciHanische Volk, wiui die Aegjpter imd S^Tier Sampsuchmi 
heiseen. Theoptini^t (De Odor. VI 27 und 30) berichtet: Das Amarakinon wurde aq 
Wurzeln hergestellt, aber ohne Amarakon, denn die Salbenbereiler gebrauchten die 
kostbare GevÜrx nie, die ßezeichnimg sei also falsch. 

Der letxto Üatz itit uoKlreitig eine sp&tere Zugabe von fremder Hand, od« 
D. hat rein nnch Hörensagen berichtet, ohne das SteinOl, Petroleum zu kennen, wn 
würde er es nicht vohtrieobend nennen. Allerdings heisst es bei Vitravitu — etn 
10 V, Chr. — (De arcbiteet. 8, 8): .Auch bei Karthago ist eine QaeUe. die Oe| 
fOlurt, welches wie geriebene Citronenschale riecht: man pfl^t mit diesem Oel auo 
diu* Vieh zu salben." 

Oap. 69. Ilept (ie^aXelou. Megalion. Das sogen. Alegalion 
wurde frUher allerdings dargestellt« nun ist es verschwunden. Zur Voll" 
ständigkeit der Geschichte ist es nicht unangebracht, auch Ober dieses zu ' 
berichten. Die Bereitung ist dieselbe wie beim Amarakinon, es enthält 
aber sehr viel Harz» und dadurch unterscheidet es sich. Es ist gelinde 
erweichend. Das Harz wird nun aber den Salben weder der besseren 
Haltbarkeit noch der Annehmlichkeit wegen zugesetzt, sondern der Farbe 
und der dichteren Consisten?. halber. Es wird auch der Terpentin, 
kocht bis er geruchlos wird, zugemischt; die Art, ihn zu kochen, 
in dem Capitel , Terpentin* besprochen werden. 

Den Niimen hat dieaes S&lbül nach Plinius XlII 13, von seinem hohen Rnfef 
es heisst die „lirosse, ^c^tiXir], Megale', nach Anderen soll es den Namen vom 
Bnder Megaies aus Syrakua erhalten haben. Nach Theophnut (De üdor. VI 30) 
stand es aus Behcnöl, gebranntem (geKchmolzenem} Harz, Kasia, Zinimt und MyrrtiQ 
wobei das Oel zehn Tage und Mchte gekocht wurde. Plinius lässt es aud RefaenG^ 
Balsam, Kalmus, Bart^nu, Balsamholz, Cosia und Harz darstellen; seine besonder 
Eigenschaft, sei die gewe^ien, dass, wenn es beim Kochen so lange gerQhrt werdfl 
bis cfl ohne Geruch sei, es denselben nach dem Erkalten wieder erhalte. 

Durch dos anhaltende Kochen des Terpentins verliert er das TerpentinQl 
bleibt als Harz (Kolophonium) zurück. 

Daä Megalium ist hiernach eine Mischung von der Consisteaz unserer Salbe 

Cap. 70. rispi y^Sbypou. Hedychron. Dos sogen. Hedychronl 

welches in Kos hergestellt wird, hat dieselbe Kraft und wird bereitet wii 

das Am&rakinon, es ist aber wohlriechender. 

Der Naroe dieser Salbe ist Busammengeselst aus 'i\titi, säsa and jfioa, Farfa 
TOn wohlthuender Farbe. 

Cap. 71. rispl (Lscuntoo. Metopion. Es wird aber auch ii 
A^^ten ein Salböl bereitet, welches dort allgemein Metopion genannl 



wegen der Zumischung von Galbanum, denn der Baum, aus dem 

I Galbanum fliesst,' beisgt Metopion. Es wird hergestellt aus Oel von ua- 

nfaa Oliven, bitteren Mandeln. Eardnmom, Bartgras, Kalmus, Bonig, 

fön und Myrrhe, aus BaUamsamen, Galbanum und Harz. Gut ist das- 

welches scharfen Geruch hat und fett ist, mehr den Geruch des 

[»ms und der Mjrrhe als gerade den des Galbanuras erkennen läüst. 

«rwttrmt sehr, erhitzt und eröfiiiet, reizt und reinigt die Geschwüre. 

Kft irirkt bei durchnittenen Sehnen und Muskeln, ebenso bei Wasserhoden- 

mit faulniasbes eiligen den Mitteln. Es wird auch den Kataplasmen 

Wachssalben zugesetzt, ist dienlich denen, die von Frostschauem und 

iDptsthoionie geplagt werden, ruft Schweiss hervor und öffnet die Gefäsae 

di« Gebärmutter herum und erweicht die Härten derselben; es hat 

rhaapt ein« erweichende Kraft, 

Xelopion wird ab(;eleitet tou ^twKov, die Stirn, weil die Salbe vonugsweüe 
I SÜfBMlbe diente. Die Bezeichnung selbst ist rein griechisch, nnd wenn 0. sagt, 
die Salbe im^tapEtoc d. h. von den Einheimischen (Aegjpiena) Metopion genaDot 
•o wird sich diuee wohl nur aaf die grifrchischen Colonisteu beziehen. Eine 
BcKcicbnung ist v^u»kov. Netupon. Plinius XIU 8 und XV 26 sagt, du 
L lei ein Oel, welches in At-gypben aus gedOrrten, zerstoascnen und mit Wasser 
I (Tgl. Cap. 39) bitteren Mandeln gepresat werde und dem dann die ttbrigen 
sugesetit werden. (Durch d;w Dörren wurde ein Theil des Emulsina zer- 
I Uieb aber noch genug unzetftetzt. um mit dem Amjgdalin und dem zu- 
tmwtiiatcu Wasser Bittermaadelöt zu bilden.} 

Cap. 72. Hifil MsvSTjatou. Mendesion. Auch das sogen, mende- 
be Salböl wird aus Behenöl^ Myrrhe, Easaia und Harz bereitet, 
geben nach dem Abwägen (dieser Substanzen) kurzen Zimmt hinzu, 
Zweck, denn er gibt keine Kraft ab an das, womit er nicht zu- 
ekocbt ist. Es hat aber eine dem Metopium ähnliche, jedoch 
"^feniigere Kraft, 

DsB Namen hat das Salböl tou der Stadt Mendes, dem alten Didet, etwa in 
ICtie de« Nildelta gelegen, wo es am besten hergestellt wurde. 

Cap. 73. Uept ocaxTf}«. Stakte. Stakte heisst das Fette der 

Myrrhe, wenn sie mit wenig Wasser angerieben und in der Presse 

'mgepresBi wird. Sie ist seKr wohlriechend und kostbar und wird an 

nA ftkr .nich ein Salböl genannt*). Am besten ist sie, wenn sie nicht mit 

Od gemischt ist und in der geringsten Menge die grösste Kraft besitzt, 

VBta sie erwärmt und der Myrrhe und den enrärmenden Salben ent- 

l,ift«cli«Dd wirkt. 

*) Gewöhnliche Lesart ist: itoXtrtii.Y|; ia-ct, %o\ Äa8-'iou>ri'jv otwav (lüpov tö xoÄoö- 
9Pi«Ti^. sie ist kostbar und bildet fUr sich allein ein SaJbOl, die sogen. Stakte. 
Mach Tbeophnwt (Hist. plant. IX 4. 10) und PUnius XII HS ist Stakte die frei- 
aaifentnde noch nicht verhärtete Mjrrrhe. 




i 



Gap. 74. rispl xtvvap.u{t{vou. Zinimfcsalböl. Das ZimmUiilbfl 
wird bereitet, uns dem Behenöl und dem VerdicfatungstnatcriHl B)i1>:at 
holz, Kalmus, Bartgratt uud den Gewürzen Zimmt. Baleamsamen und d« 
Vierfachen vom Zimmt Myrrhe, Es wird auch Honig 2ur Mischung 
geben. Gut ist es, wenn es einen nicht scharfen , sondern weichen Ge 
rucb bat und dabei den nach Myrrhe zeigt, dick und wohlriechend 
und sehr bitteren Geschmack hat; denn ein solches hat die Ckinsisb 
nicht vom Harze, .sondern von der Myrrhe. Das Harz verleiht we 
Bitterkeit noch Woblgeruch. Es hat eine sehr scharfe, erwärmende uni^ 
bittere Kraft; es eröffnet also auch durch Erwärmen, zertheilt, zertrenn 
und zieht die Feuchtigkeit und die Winde an. Es verursacht aber Kopf 
.«tchmerzen. Gegen Gebärmutterleiden wirkt es mit dem Doppelten 
Wachs und Mark; denn so verliert e« viel von seiner Schärfe und wirli 
erweichend, anders aber verstopft und verhärtet es nm stärksten von all« 
dicken Salbölen. Es wirkt auch kräflig gegen Fisteln und Fäuloi« 
femer mit Kiirdaniom bei Wasserhodenbrüchen, Karbunkeln und Giin^ 
ebenso bei Vrostschaueni, Wechsfl fiebern, Zittern und als Salbe bei de 
Ton giftigen Thieren Gebissenen, endlich uls Aufschlag mit gequetschte 
Feigen bei denen, die von Skorpionen und Spinnen gestochen sind. 

Cap. 75. (Ispl vapdivo9 [i.6po'j. NardensalbÖl. Das Nardeij 
salböl wird auf mannigfache Weise mit Malabothronöl und ohne dasselll 
hergestellt. Zumeist wird dem Beben- oder dem unreifen Olivenöl Ba 
gras zum Verdichten des Oels, zum Woblgeruch aber Koätu.s, Amomu 
Narde, Myrrhe, Balsam zugemischt. Geschätzt wird das weiche, 
scharfe, welches den Geruch nach trockener Narde und Amomum ha 
Es hat verdünnende, durchdringende, reinigende, die Feuchtigkeit (SS 
verdünnende, erwärmende Kraft. Es ist flQssig, aber nicht zähe, w« 
es nicht Harz enthält. Es wird auch eine geringe Sorte aus Oel to 
unreifen Oliven und Bartgras» Kalmus, Kostns und Narde bereitet. 



Cap. 76. ÜKpl MaJ.apaa-ptvo'j. Malabatbronsalböl. 
Malabatbronsalböl enthält dieselben Verdichtungssubstanzen wie die Narde^ 
aber mehr Myrrhe. Damm ist es erwärmend, in der Kraft Übereil 
stimmend mit dem Safranöl und dem Amarakinon, 

*) Im Text viifftoc: richtiger ut wohl su lesen v^Stvov, Nardennlbt. 

[lUpl ^laa}L£Xatou. JasminOl. Das sogen. .lasminöl wird b| 
den Persern ans den weissen VeilchenblUtheu bereitet, indem 2 Unzt 
davon in einen italischen Xestes Sesamöl geworfen werden unter Bi 
obacbtnng des AuswecJiselns oder Ausziebens, wie es bei der Lilien 
salbe angegeben ist. Der Gebrauch desselben bei den Gastmähler 



Ifeii bei den Persem den Woblgerucbes wegen Platz gegriffen. Eb ist 
B giuiz«n Körper nacb dem Bade bekÖmmJich bei denjenigen, weicht^ 
' ErwärmuDg und Krholung bedürfen. Es hat aber einen belästigenden 

I WaUgerucb, so dass Viele sich desselben nicht gern bedienen.] 

Sttr gaau Ab«ats Aber das JasmiDOl ist. wie Sprengel angibt, dem ersten 
de« Astin« (ßi^^^i Utoiii'j Hx^t'^ma) entnommen, 

£«iir anwafanThcinlicb i»i, dAta zur Daretelliuiff die weissen VeilcbenbtQthen 
rt werden «ollen; eher darfton die ßlQtlien vom Jaeminum offieinalt h,. dem 
I m BMusen heimiBcbm, jetzt in Europa weit verbreitet«» Strauche mit den durch- 
^tä^cad duftenden weissen Blüthen dazu verwandt sein. Dieses zeigt auch der letzttr 



dp. 77. Iltpt £tLÖpvT]c- Myrrbe. Die Myrrhe ist die Tbr&ne 

MB in Arabien wachsenden, der ägyptisclien Akazie äbnliehen Baumes. 

m dem nach der Verwundung die Thrilnen tbeils auf untergebreitete 

' Valtai flienen, tbefls aber am Stamm erhärten. Eine Art davon wird 

Ae feHe der Ebene') genannt, von der durch Auspressen die Stakte ge* 

«ooncn wird, eine andere die Gabirea'), sehr fette, welche auf frucht- 

Unm fettem Boden wächst, und auch viel Stakte liefert. Alle übertrifft 

£e troglodytische^), so geuannt von dem Lande, wo sie wächat; sie ist 

{rOnlichgelb, beissend und durchHichtig, Eine gewiKse feine Art wird 

uch gesamcnelt^ welche gleich auf die troglod^ tisch« folgt, etwas weich wie 

iM Bdelliium, Ton Qblem Geruch ist und in sonnigen Gegenden wächst. 

fioe weitere Art wird Kaukalis*) genannt, sie ist veraltet, dunkel, mager. 

Die geringste von allen heisst Ergasime*), sie ist mürbe und mager, 

nlkerf und gummiartig, sowohl dem Aussehen^, wie der Kraft nacb. Auch 

jie Acninaia^) genannt« wird nicht geschätzt. Es werden aus ihnen Press- 

Hss&gv gemacht, nämUch aus den fetten wohlriechende und fette, aus 

4m trockenen aber dürre und geruchlose, sie nnd kraftlos wegen des zu 

ihrer Herstellung hinzugenommenen Oels. Sie (die Myrrhe) wird verTäkcht 

4Bre& Zamischen von Gummi, welches mit einem Aufguss von M^irbe 

^■etri ist. Wähle die frische, zerreibliche, leichte, allerseits gleich farbigt-. 

fie aaf dem Bruche innen weisf^e, onyrartige, glatte Streifen zeigt, aus 

Unaeo Stücken beisteht, bitter, wohlriechend, scharf und erwärmend i.st; 

Cb acbwere und pechfarbige ist unbrauchbar. Sie hat erwärmende [die 

?tone zurückhaltende], betäubende, verklebende, austrocknende, adstrin- 

girendft Kraft; sie erweicht und öffnet die verschlossene") Gebärmutter, 

bfodeii rasch die Menstruation und den Fötus, wenn sie mit Wer- 

wA and einer Lupinenabkochung oder Hautensuft im Zäpfchen ein- 

frfllhrt wird. Sie wird auch als Pille Ton Bohnengrösse genommen 

pfta chronischen Unsten, Orthopnoe gegen Seiten- und Brustschmerzen, 

pgtm Eiarken Durchfall und Dysenterie und Nierenleiden, wie das 

Ueltiam. Sie stellt die Frostschauer, besonders die Tiertagigen, wenn 



sie zwei Stunden yor dem Eintritt mit Pfeffer und Wasser bohnes 
j^oss genommen wird. Die Rauheit der Luftröhre und die Heis 
keit der Stimme benimmt sie, wenn sie verflUsäigt und unter die Zung 
gelegt wird. Sie tödtet ferner die WUrmer und wird gegen üblen 6< 
nich des Mundes gekaut. Gegen Erschlaffung der Achsein wird sie 
trockenem Alaun eingesalbt; mit Wein und Oel als Spülung macht 
die Zähne und das Zalmfleiscb fest. Aufgestreut verklebt sie auch 
Kopfwunden, heilt mit Seh necken fleisch eingestrichen zerschlagene Ol 
und blossgelegte Knochen, mit Meconion, Bibergeil und Glaukion®) eiter 
dQssigti und entzündete Ohren. Gegen Finnen wird sie mit Kassia 
Honig eingesalbt, Flechten vertreibt sie mit Essig, ausfallende Haare 
festigt sie eingestrichen mit Ladanum , Wein und Myrtenöl , chronische 
Katarrh lindert sie als Salbe in die Nasenflügel eingestrichen, Geschwüre iiH 
den Augen füllt sie aus, vertreibt die weissen Flecken und die Verdunke- 
lungen der Pupille und glättet die Rauheiten. Es wird aus ihr auch wie 
aus dem Weihrauch ein Russ gemacht, wie wir zeigen werden, welc 
dieselben Wirkungen hat. 

*) nt2»t3ta;, campestris, die in der Ebene wächst, Theopfarast unterscheid 
davon die Gebir^mjrrhe. ') Giibirea leitet Sprengel aus dem Arabtscfaen 
wo es sehr mächtig bedeuttit, also die an Myrrhen reichste Gegend sein soll, ') Tr 
glodyten, Höhlenbewohner an der KUdte von Nubien und Hab^acb. der Myrrhen- 1 
Weihrauchgegend. *) KaukaliB, eine geringe Sorte, D. nennt sie überreif, hTipmpni^ 
d. h. sie hat nicht mehr die guten Eigenschaften der frischen und jüngeren Hyrrhe- 
*) Ergasime, ip-fa3!jiT|. eine verarbeitete, also verfälschte Sorte. ') Cod. N. und 
haben &3p,^, dem Geruch na<.'b, statt ö'^itt. '') Andere SchriftHtuIter haben Minaea, 
ixt die Gegend von Mekka. FHniiia XII 68 aortirt die Myrrhe anders: Allen vor 
steht die Stakte oder Tropfenmyrrhe. welche aus dem wilden Baume von seihst 
fliesHt; die bette ans dun wilden Bäumen ist dann die troglodytiache , dann kon 
die Minaea, dann die CoUaUtia, die ziit>ammengetragene , in dickeren Stflcken* 
ftinfle ist die sumbracenisvbe, hü genannt von der in der Nlüie der Sab&er gele 
Stadt, die sechste die dusaritiscfao. Eine weisse Art wird nur an einem eintigen 
Orte gewonnen und nach Messalum (Idosylon) gebracht ") ^(umutav. eigentlich 
brüllende, dröhnende, dumpfes Geräusch machende. ') Gl&ukion ist der Saft einer 
Pflanze Syriens, man hält dafür Glaueium luteum Scop., den gelben Humklee. Vg 
auch II [ 90. 

Die Myrrhe ist da« GQmmiharz von Hahaniea Mjfrrha Engl., HaUamotUnd 
Myrrha Nees v. Ks. (Buraeraceae) , *:inem dornigen kleinen Baume oder Strauche i^ 
dem 'arabischen und afrikamnchen Küstengebiete des rothea Meeres. Den Nau 
hat sie von dem arabischen mur, bitter. Nach dem Periplus wurde die Droge vo 
Aaalites, einem Landungsplätze der Homeriten, nach den Uafenorien Ocelis 
MuzB (heute Ghela und Mauschid) gebracht, etwas kam auch von Bfcwylon; 
feine Waare kam ans Muza, von hier auch die Stakte. 

Die Myrrhe fliesst theils freiwillig aus (M^n-rha utillaticia) . und dieae wurde 
stets ahi die beste angesehen, theili nach Einschnitten in die Rinde, erh&rtet aber 
sehr bald an der Luft. 

Die Uyrrke enthalt 40— 67*'/o Gummi, 2,0— 6,5> ätheriaches Oel (Uyrrfaol) 
und 28—35"/« Haxz, sie ist also theil« in WiuHier, theils in Alkohol Idslieh. 





Wt« cebr dt« Mjrrrfae im ttel'«U:n AlUrtham K^ch&Ul wurde i^wohl als Arznel- 
Bfttel -was auch x\b Gewürz, geht au.« den altägypüschen Tempelrecepten , wo ■ä\e 
iatä in, tixHÜtenfü Mjrrbe genannt wird, und aus vielen Stellen der Bibel hervor: 
IL Mo«. 3t, 28 soU ron der .ersten und Ausgesuchten Myrrhe* zu 8albdl genommen 

■■iJnt. BoheL S, 5 heiut e»: »Meine H&nde trftufelten von Myrrhe (I^V ^)*2) und 
aoiae Finger bedeckte feinste M/rrhe." was aaf die Tropfeiuuyrrhe zu deuten ist 
Heate iat die Yerwendaag der Hjrrbe eine sehr beschtftzikte. 

Cap. 78. ÜBpl ßoiwTtxfj? ajidfivrj;. Böotische Myrrhe. Die 
WMncfae Hjnrbe ist die von eiuem gewissen in Böotien wachsenden 
Bmne «l^eschnittene Wur/el. Wühle die, weicht: der Myrrhe an Wohl- 
gcmcb ähnlich ist. Sie hat erwärmende, erweichende, lösende Kraft. 
HÜ Vortheü wird sie auch den ßSucheruugen ziigemiscbt. 

D. ndei von der Wuncel aU der myrrden^Lbnlichen Subatanx, w&hrend lIieophraAt 
CSwt. i>Uot. VII 6, S) beim Hjposelinon ^gt: ,£!s wird au^ der Wurzel eine Thritne 
«n w ig t fthnlicb der Myrrhe.* Wenn wir TheophniH folgen, io wftre die PBnnze 
Smgrmimn\ OiHBatrum L.. Pferdseppicli, Beim ni))po8eliiiQn aber erwiLbnt D. die 
ia der Wurzel entbaltnnde Mjrrhe nicht, er logt nur. die Wurael aei wohlriechend, 
«ein. vohUchmeckcnd, nicht sehr dick nnd werde roli and gekocht gcgetscn. 

Valerius Cordua. welcher behauptet, diese Mjrrhe müsse auf jaden Fall 
«9 Senrettoniproduct sein, will die»e St«lle n^ich dem Texte des Serapion Indem: 
Jlber die Mjrrlie, welche aus dem Lande stammt, diis Laptoteno (Büotieii) heisst, 
wird am der Wurzel eines Baumes geschnitten, der in jenen I^Jidem wiLchst (rgl. 
Raohin et Cherler lib. IX p. 314). 

Cap. 79. Hepl !üt')^^xoc. Styrax. Der Styrax ist die Thräne 
«AM gewissen, der Quitte ähnlichen Baumes. Den Vorzug verdient der 
gelbe und fette, harzähnlicbe, welcher weissliche Kömchen enthält, mtig- 
Uebst lange den Woblgeruch behält und beim Kneten eine eigene honig- 
ibnbehe Feuchtigkeit abgibt. Ein solcher ist der gahaJitische, pisidische 
und Idlikische. Schlecht iät der schwarze ^ zerreibliche und kleienartige. 
Es findet sich aber auch eine Thrilne, ähnlich dem Gummi, durchscheinend, 
ntfnhenarüg; diese bildet sich über weuig. Sie verfiUschen ihn durch 
VfnnischeQ mit dem Holzmehl des Baumes, welches von AVUrmeru auf- 
gebohrt wird, mit Honig und dem Bodensatze des Schwertlilienöls und 
■Bderen Substanzen. Einige parfUmiren Wachs und Tulg, kneten es iu 
fo brennenden Sonnenhitze unter den Styrax und drücken es durch einen 
vciiloehigen Durchschlag in kaltes Wasser, indem sie so gleichkam 
Wlrmchen bilden . und verkaufen es als sogen, Wurmstyrax. Die ün- 
«ailigen lassen einen solchen a!.s iicht gelten, indem sie nicht nuf die 
SUike des Geruches ihr Augenmerk richten, denn der unverfälschte ist 
••kr scharf. Er hnt erwärmende, erweichende, verdauende Kraft, ist 
«vbam gegen Husten, Katarrh, Erkältung, Heiserkeit und Verlust der 
«öttM, ist femer ein gutes Mittel gegen die Verstopfungen und Ver- 
hirtongen in der Gebärmutter und befördert, innerlich genommen und in 
Bar«s4«i, ArraK^imUtcUekra de« PIoiknridM. 6 




82 



Die Arxneimittellehre den Dioflkuriflra. 



Zäpfchen, die Menstruation, erweicht auch, eine Kleinigkeit mit Tor- 
pentinharz genommen, sanft den Leib. Mit Nutzen wird er auch dei|^ 
vertheilenden UraHchlügen und den stÄrkenden Salben zugemificht. Sfl 
wird aber auch angezQndet, gedörrt, verbrannt und zu Russ gemacht, 
wie der Weihrauch. Sein Rus.« eignet sich zu Allem dem, wozu der des 
Weihrauchs angezeigt ist. Das aus ihm in Syrien bereitete StyraxsalbGl 
erwärmt und erweicht kräftig, jedoch verursacht es Kopfschmerzen, 
Schwere (der Glieder) und Todtenschlaf. 



'te^ 




Der StjTiUc des D. ist diu Harz von Stjfiax afficin. L. fStyraceae). tls iit 
kleiner Baum oder Strauch Syriens, Italiens und Urieobenlanda mit rundlichen, un 
geits weiwfilzigen Blattern, velohe sowohl von D. wie auch von Pltnius mit denen 
des Quitten Raumes verglichen werden; noch heute beissi er ia Griechenland ft-fp& 
nututvcÄ, wildE? Quitte. Der Strauch liefert jetzt ki?in Harz mehr, doili berichtet 
Hanbur}' (Science Paimr» S. 8), dnss or an einem in Mortola an der Riviei 
zogenen Bäumeben die wohlriechenden HarzklUmpchen geaehen habe. Gabi 
eine Stadt in Syrien (D^ebail), PEmdien eine Landschaft im südlichen EHeinanen. 

Der kleiennrtige und nach E^inius XII 125 mit Schimmel überzogene 
ist wohl unser Styrax Calamita, der mit dem Stjrax ofticinalie aber nichts 
mein hat, sondern ein Gemengsei von S^tyrax liqaidiis mit Sfigemehl int; denn 
yiückiger's ÄusiÜhrungen (Fhormakogn. S. 133 ff.) ist es wnhrsclieinlich . 
auch flQssiger Styrax (von JJquidambar orimtal. Mill.) schon in früher Zeit 
Wonnen ist. 

Fraas fand den Strauch wild am attiuclien Kephiasos und am westli 
Pentele, wo er mit Flutanengebüach, Vitex a>rnus and Krombeeren geniischt vorkomml 
aber auch mit UDverkenubnren Anzeiclieu ehemaliger Anpflanzum am Farnes 
etwiL 250 m Hohe und im Peloponnes. aber ohne Harzabsonderung ; dieselbe soll erst 
uuf Kypem atatULaden. Penu und Lobel (Adversaria stirpium nova, 1570) be* 
richten, da«s der Baum auch in Frankreich vorkomme und zwar hüufig bei der Stadt 
Fr^Qa (Forum Julii) im Arrondissement Narbonne. 

Cap. 80. nspl BesXXloo. Bdellion. Das BdeUion — Einige 
nennen es Madelkon, Ändere Bolchon — ist dh Thräne eines arabischen 
Bnumes; gut davon ist dasjenige, welches bitteren Geschmack hat, durch- 
scheinend, dem Sticrleim ähnlich, tief nach innen fett ist, leicht weich 
wird, frei von Holz und ünreinigkeiten , in der Räucherung onyxähulich 
wohlriechend ist. Es gibt aber auch ein zweites, unreines und schwarzes 
in festen Klumpen, getrockneter Feigenmasse ähnlich, welches aus Indien 
gebracht wird. Von Petra kommt auch ein trockenes, har&älinliches, 
etwas schwärzliches, das an Kraft geringer ist. Verfälscht wird es durch 
Zumischung von Gummi; aber ein solches hat nicht annähernd den bitteren 
Geschmack und ist beim Anzünden nicht so wohlriechend. £a bat er- 
wärmende, erweichende Kraft, kann mit nüchternem Speichel') ange- 
rührt A''crhärtungen, Kropf bildungen und WasserhodenbrDche vertheUen, 
in Zäpfchen und als RänchBrung üÜ'net es auch die Gebärmutter; es zieht 
den Fötus und alle Feuchtigkeit heraus. Getrunken zertrammart es den 



1. Buch. Cap. 81. 



88 



iraifat den Drin und wird mit Kutzen den an Husten Leidenden 
fon giUigea Thiereu Gebisseaen gereicht. Qut ist es femer gegen 
a) ZerreissungeUf Krämpfe, BrusUcbmerzen und verschlagene Winde. 
i vird wreiter den Salben zugemischt , welche gegen Verhärtungen und 
der Sehnen dienen. Gestossen wird es angewandt, indem Wein 
warmes Wasser dazu gegossen wird'). 

N Der Büchteme, d. h. der im nUcbternen Zustaiide abgcaonderte Speichel wur 
lAltezthoTQ ein geschäUt«s Arzneimittel (rgl. Tacit liist. IV 8: lialen. De nimpl. 
. )X p. 185). Pliniiu, welcher denselben bei mancherlei Gebrechen fOr wirksAiii 
i (XXVIII 35i. empfiehlt hesonden den nüchternen Speichel der Frau bei Augen- 
(1. c. 761- Aach heute nimmt er in der Volksmedicin eine wichtige 
li»; die Nntnr scheint uns lolbrt: darauf hinzuweisen, sehen wir doch die Thiere, 
Bondi!, OeachwOre und Wunden durch Belecken zur Heilung bringen, 
ebemiaohe ZuaammeniwtxnnK ist: Schleim, Kiweiss> Chlomatrium, Natrium- 
Ammoniak, Kalk und Spuren von Cyan. ^j d. h. heim äebraucbe wird es 
und mit Wein oder warmem Wasser angerührt. 
BdelUom ist das bis zu 70^o Harz enthaltende Gummiharz von Commiyhora 
n) atrieana Rngl. (Durseraceae), einem Baume Senegambiens und KorJofuu. 
I XII 8>5 beschreibt ihn als von der Or&ase des Oelbaames mit Kichenblätiem, 
und übrigen Eigenschaften nach dem wilden Feigenbaum ähnlich. Schon 
harter Zeit rechnete man das Bdellium zu den wohlriechendsten Specereien 
PltDa.SO, 34. wo es H/H^ hcisstl. Durch Commutation, meint Sprengel, sei das 3 

verwandelt und so »ei Madelkon entst&ndeu. Kbenso 8ei aus demselben Worte 

Bolchon hervorgegangen. 
Dm schwarze klumpige hält Sprengel für Benzot>. wohl mit ROcksicht auf 
Xn 36, der es das baktrianische nennt, weil m die Baktrier uns Indien holten, 
I M^: ,E* hat einen trockenen Glanz und viele weisse i^tellen fcandidi ungues), 
ein eigenthOmliches Gewicht, welches nicht zu leicht und nicht zu schwer 
I darf.* Cr ttbereetzt also Onyx, övu^ mit unguih. Naget, und bezieht das ,onyx- 
auf die Farbe der Fingcm&gcL Es ist aber wohl das ostindische Bdellium, 
^daaktere, mehr unreine, von Bahtamodendron Commiphot'a Roxb. oder B. Mukul 
<• wnrde nach dem Periplus von Minnagara aus als Kdckfracht mit ge- 



C»p. Öl. lls'/\ Xißivoo. Weihrauch. Der Weihrauch wird in 
I ^ibien erzeugt, in der Gegend, welche die weibrauchtragende genannt 
vsd. Den ersten Platz behauptet der niännliche')^ sogen. Stagonias*), 
«n Natur rund. Ein solcher ist klein, weiss und auf dem Bruche innen 
fttt, xam Räuchern angezündet rasch verbrennend. Der indische ist hell- 
{db bid dunkelfarbig. Er wird aber auch künstlich rund gemacht'); 
tk idlDeiden ihn nämlich in viereckige StUcke, werfen diese in irdene 
TSjrfe nnd rollen sie, bis sie die runde Form angenommen haben. Mit 
br Zeit aber wird er gelb, er wird der geschnittene oder sy^rische') 
■nnfc. An zweiter Stelle kommt der Orobias*) und der geschnittene*), 
Einige Kopiskos '') nennen , der kleiner und gelber ist. Eine 
iNle wird auch Amomites'O genannt; er ist Übrigens weiss und beim 



Kneten nachgebend wie Mastix. Jeglicher Weihrauch vrird kQnstlicb 
Ficbtenharz und Ounirai Terfäläcbt. Bie UntDrsuchung ist aber leicht 
machen. Diis Gummi nämlich brennt beim Anzünden nicht an, das Hn 
verqualmt in Eiauch, der Weihrauch dagegen entzündet sich; aber auc 
der Geruch thut dasselbe kund. Er hat die Kraft zu erwärmen, zu 
stringiren, die Verdunkelungen auf den Pupillen zu vertreiben, die hohl« 
Stellen der Wunden auszufüllen und diese zu vernarben, blutige Wund« 
zu verkleben, jeden Blutflus», auch den aus dem Gehirn, zurOck/uhalt 
Zerrieben und mit Milch auf Charpie gestrichen, besänftigt er die bc 
artigen Geschwüre um den After und die übrigen Theile; auch vertreil 
er, mit Esäig und Pech aufgetfirichen im Anfange die Warzen und Flecht 
Mit Schweine- oder Gänseschmalz heilt er femer die ausgebrannten 
schwüre und die Frostschäden. Bösen Grind heilt er zusammen 
Nitrum (Soda), Paronychie (Nebennägel) mit Honig. Obrenquetschung 
mit Pech aufgestrichen, gegen die Übrigen Ohrenleiden hilft er mit süsaejj 
Wein eingegossen. Entzündungen der Brüste von der Geburt hur be 
er als Salbe mit kimolischer Krde und Rosenöl. Auch wird er mit Nut 
den Arzneien für die LuftWJhru und die edlen Eingeweidetheile zugeset 
Genossen hilft er den an Blutspeien Leidenden; dagegen ist er Wahnsic 
erregend, wenn er von Gesunden genommen wird*), reichlich mit Weil 
getrunken, wirkt er gar tödtlicb. 

Der Weihrauch wird gebrannt, indem er in eine reine Musohe 
schale gethan und durch ein Korn an der Lampe entzündet wird, bis 
ausgebrannt ist. Gegen Knde der vollständigen Verbrennung musH mi 
ihn mit irgend etwas bedecken, bis er ganz ausgelöscht istf denn 
diese Weise wird er nicht ganz verascht. Einige aber stülpen Über di 
Schlichen ein vertieftes erzene^^ Gefäas, welches in der Mitte zur Auf 
nähme des Rauches durchbohrt ist, wie wir in der Abhandlung über de 
Weihrauchruss zeigen werden. Andere werfen ihn in einen rohen To[ 
den sie mit Lehm verschmieren und verbrennen ihn im Ofen. Auch wir 
er in einer neuen Schale über glühenden Kohlen erhitzt, bis er sich nicl 
mehr aufbläht und weder irgend eine Fettigkeit noch Rauch von sie 
gibt. Gebrannt lässt er sich leicht zerstosseu. 

') £^f.T]v. männlich heisst er nach Pliniu^ XU 55 entweder wegen der Defa 
l^enheil seiner guten F.tgenachafWu oder von der Gestalt mancher Körner, vrele 
zosammengebacken die Form der Tcstikel haben. ') Tropfen- Weih rauch. *) 
Hauptwerkstätton ftlr künsth'chen Weihranch bestanden in Alextindrien. *) Vom Va 
l^birge Syogroa (Cnp Siiugra Fartaach) an der KOi'te von Hadrauant. *) 
Kichererbse iSftoßo;) ähnlich. ') Cod. C. und N. tv ä}j.Uf ; Sancen. iv &)ji}.i{i, Aid 
u. Cornar, iv j|k:}.ifi iit der Form des Samens eim-r Schotenfnicht. *) Kopiäkos 
abgeleitet werden von xos-'c, Messer; es bezeichnet aber nuob hei den Lakedllmonie 
die festliche oder Hauptmahlzeit, wobei der Weihniucb als R&iicherwerk 
wurde. ^ 2|i<»|io^, tadellos, so pÜ&gte man jede borrorragcnd gute und miver 



%tciiinl ra ucnncn, Nach He«ychiua sind Amomum und Libanoto^ (Wcibraucli) fast 
ywyia. 'l In Coil. C und N. flteht hier statt ö-i'.'j^-f'Jvtav, der Ge&unden. ttfwvt- 
Iftnn, der W^tUAnpfer, die dadurch ennnüii^ und angcfenert werden sollten. 
Ifrcaffel hat aber di« entere Leaart beibehalten. In den von Photias auf- 
l«vtfart*9 Fragmenten der Geographica de» Af^atharchideB findet ticb nftmlich dit: 
äMf^hm^ äam bei des Sabäern der anhaltende starke Genich de« Weihrauchs 6e- 
>ibiy oad Ohntnacbten bevirke, daxa si» denselben daher mit Aiphali und Books- 
Ivt lTf«-;ccm-;u>v, TragaiiotjiiH eroeifot. L.) milderten. 

Z>eT Weihrauch. OUbanom, ist das Gummiharz von BostcfUia «acta FlQcktger 
«iB B fm^t ß ia Carierii (Buneraceae) im Lande der Somnltaiämme im SunerBteo Oiten 
ibäa» ooii in den fiQdÖ«tlicheD KQsteuätricben Arabien«, Hadramaut, Schebr und 
Erat »eil. 11^46, der Reise Carter's in die dortigen Gegenden iet diT Baum 
he«driel>en und abgebildet (Schweiz. Wochenschr. f. Pharm. ll^M Nr. 20). Kr 
■of den Kalkbergen in Höhen von 500 — 2000 m, wird etwa 6—7 m hoch 
mA bti knoM Fiederblättchen und dunklen Stamm. Anuerdem wurden von 
B*gg«oaat:her I^Reise ina Somaliland. 18TÖ) und Hildebrandt (Oeaellscfa. 
■Isrfiiruli. Freunde >a Berlin^ Sitxungi^ber. vom 19. Nov. 1878) andere klüsere 
Mnoe mit krummem Stamm und schirmförmig herabhängenden Zweigen gefanden, 
wJ i i w «ebr ergiebig Weihrauch lieferten. I>ie ßSume haben in den verecbiedeneu 
fiittricIaB verschiedene Namen; unsere Eenntniss Ober sie ist noch recht beschrilnki. 
Ov Weibrauch wird zweimal im Jahr«) durch F.inBchnitte in die Rinde gewonnen; 
■ tJcnt dann ein weisser MÜcheuft au», dt.*r in bald erh&xtenden Tropfen (Thrünen) 
m Btmmme henibfickett, und theibi von diesem, thcils von der Erde gesammelt 
vird. Der im Herbst und von den SUlinmen gewonnene ist der be^te. Von den 
ttKsrrvn Seeplfttzen wird er über Aden nach Eoropa verschifft. 

Der bogen, indische Weihrauch ist daa (Tummibarz von BoneeUin thurifera 
r«}l«br. oder B. $errata i^takb.; ca hat einen weih rauchähnlichen Geruch, erhärtet 
Oll ucb J^resfnst and wird in den nördlichen centralen Districten Indiens ge- 
l^fnilUeh statt dea Weihrauchs gebraucht. 

Xach Djmok |Mat med. of Weatem Ind.. IftRS) und Zimmer (Altind. Leben. 
1979: 28. 6S) ist dieses Product dort kaum zu finden, es wird daher mit Unrecht 
w iadifcbem Weihrauch gevprochcn, der aus Indien selbst stamme (vgl. FlQckiger, 
fkarwakftipi. S. 52 und Histoire des Drogues por Flockiger et Uanbury, Paris 
ISJS 1 p. 2r.9 sqq.). 

Sdion Garcia spricht sich dahin aus, diua in ganz Indien kein Weihrauch 
■a taden »ei; die Araber pflegten schwarz mit indisch gleichbedeutend zu nehmen, 
SS m Thaa indicum f&r die dunkle Sort« entstanden. 

Der Weib rauch ist eine der ältesten und kostbarsten Specereien. Nach 
^BBtebcn (Die Flotte einer ilg3rptiscben Königin, Taf. 2 q. 18) wnrden Weibrauch 
«d Weiknachbänmchen in Kabeln aus dem Lande Punt (Ursitz der Ph^niker an 
4» Kfiate d«a Rothen Heeresi und Arabien geholt Nach der Bibel (II. Mos. 30, M; 
iMiw tiO, 6: Jemn.: C, '«iOi fehlte er bei keinem Rauchopfer; Weihrauch war neben 
%Blie and Gold die Weihgabe, welche die morgenländischcn Forsten dem neu- 
KOnige der Joden darbrachten. 
Die Namen fUr den Weihrauch !«ind von dem Ausfliessen de« liarzaaftes ge- 
dttB faebr. n^13% Lebouab beisst weiss (Moses nennt den feinsten Weih- 

dorcbsiebttg). davon dos griech. Libanos and das latein. Olibanum. Thu» wird 
tma, opfern, abzuleiten sein. 
Theopfanut (Bist, plant. IX 4) und PUnins XU 55 Bqq. beschreiben den Weih- 
nacfa den Erz^lungen dieser und jener — gesehen hat Um tod sämmt- 




86 



Die Ärzneiniittellehro des Dioekorida«. 



UclieD SchrifUtellera des Altertbnins tmd des MilUIalteri keiner ^ in vflrtchlede 
Weise, berichten ftber beide aehr aiuf5hrlick fiber den Weihraach. 

Das beate OUbanum bildet unreKelmäjisi^, loae, kageli^e KOmer oder keule 
finnige Stalaktiten oder trau bea förmige ätScke, denen oft noch Rindentheile 
hängen. Die Farbe achwankt zwiacbcn gelblichweiw imd r&thlieh mit weiswer 
stAubang. Die geringexen Sorten sind dunkler, nuammenhängend und mit Pfla 
retten reranreinigt. Der Weihrauch besteht ans SO—SS**/« (iummi, 7",'o ätheriao 
Oel und 63—70% Harz. Seine Hauptverwendunf; findet er als Zusatz so PQa«ter 
nad als Räacherwerk in der katholischen und griechischen Kirche. 

Cap. 82. IlEpl yXo'.oö Ätßdvou. Weibrauchrinde, Die Rind^ 
des Weihrauchs wird als Torzüglich angesehen, wenn sie dicht, fett uns 
wohlriechend, irisch und glatt« dabei nicht ilechtig und häutig ist. Sie 
wird verfälacbt durch untergemengte Rinde der Fichte und Pinie. Di 
Erkennungsmittel für diese ist daa Feuer; denn die anderen lünden, zu 
Käuchern angezilndet, verbrennen nicht, sondern entzündet verqualmen sii 
ohne Wohlgenieb. die Weihrauchrinde dagegen verbrennt und gibt eine 
woblriech enden Rauch. Sie selbst wird aber auch wie der Weihrauch ge 
brannt. Sie hat dieäelbe Kraft wie der Weihrauch, nur ist sie stärke 
und odetringirender. Deshalb eignet sie sich im Trank mehr für difl 
welche an Blutapeien, im Zäpfchen für die, welche an BlutflQssen leides 
Sie leistet auch Dienste bei vernarbenden Wunden im Äuge, gegen 
vemen und Schmutz; geröstet hilft sie gegen Augenkrätze. 

Cap. 83. Tlspi ji^wt]; Xißävo'j. Manna des Weihrauchs. Dm 
Manna des Weibraucbs ist gut, wenn sie weiss, rein und körnig ist. Si| 
bat dieselbe Kraft wie der Weihrauch, aber viel schwächer. Zur Vep 
fälschung mischen Einige gesiebtes E^nienharz und Weizenmehl oder da 
Aeussere des geschnittenen Weihrauchs') darunter; auch dieses thut da 
Feuer dar, denn niemals wird es einen dem reinen Dampf ähnlichen odc 
gleichkräftigen Rauch geben, sondern einen unreinen Russ machen. Atio 
hat der Wohlgeruch einen (fremdartigen) Geruch beigemischt. 

*} Der Text hcisst ipXotöv Xtßavtuioü xsvi>fji[uvou , Rinde des getichnitteae 
Weilirauchfl. Xtßavo; ist der Banm und daa Product. Xi^ava^i^ nur letzteres. _ 

Unter Manna des Weihr^ucbB hab«n wir nichts Anderee als das beim 
Rollen des Weihrauches, um künstlich Kömer zu erxeogen. abfallende Pulver ode 
die kleinen Splitter so verstehen. Plinius XII 62 sagt: »Die Brocken, welche 
gesprungen sind, nennen wir Manna.** 



le a^H 



Cap. 8*1. Ilfipt at*dX7jc XtßotvwtoO. Weihrauchruss, Den 
Weihrauchruss mache auf folgende Weise: Mittelst einer Zange entzOnde 
jedes Weihrauchkorn für sich allein an einer Lampe und l^e es in einen 
neuen vertieften irdenen Tiegel. Dann decke darüber ein gewölbtes 
kupfernes Gefäss, welches in der Mitte dorchbotirt und sorgfältig abge* 



r. Bacb. Cap. Btf. 



87 



ist. Auf einer oilt^r uuf beiden Seiten lege SteJocbeu vier Finger 
dftninter, um sehen zu können, ob es brennt, und damit Raum sei, 
iMb andere Körner nachzulegen, bevor das erstere Korn vollständig er- 
^■•ciun ist, und dies thue, bis du glaubst, genOgend Russ gesammelt 
u kttbcn. 

CnauRgesetzt aber umstreiche das Aeussere des Kupfergeiasses mit 
mfm Scbvramm aus kaltem Wasser; denn so, wenn dasselbe nicht sehr 
Uh Ut* setzt sich Etämmtlicher Russ an ; durch seine Schwere aber herab- 
ffbUeo vrOrde er sich mit der Asche des verbrannten Weihrauchs ver- 
mtchea. Nachdem du nun den ersten Russ abgestrichen hast, thue das- 
mUm, m oft es dir gut scheint, nimm aber auch die Asche des verbrannten 
W«hraucliiü fOr sich heraus. 

Er hat die Kraft, die Entzündungen in dt^n Augen zu lindem, Flßsse 
iBrfickznhalten , Wunden zu reinigen, Cavemen auszufüllen und Krebs- 
gMcbwOre za heilen. 

In tier ganzen alten und initielalterlicheD HeUkuiule war es ein behebtea Yer- 
thbren, pflanzliche und thierisckc, auch mincraUscbe Subaluuzen vor ihrer .\nweudung 
m xMn, zu verbreiiDen oder zu verkohlen. In üen meisten Fällen Imtteu die 
Aisrte diibei wohl im kxxge. dieselben kaustiach zu machen. Warum D. das Auf- 
aduBCgeläK für den Ruu durchbohren liUstV wohl nnr, um den 2ug nach oben 
m IraktiL 

Cap. 85. flspl "K'.fvfyo^ axEoaota;. Bereitung des Kusses. 
Auf die nämliche Weise wird aus der Myrrhe, aus dem Uarze, aus dem 
Shrax der Russ bereitet. Man gebraucht ihn zu denselben Zwecken. 
Aach aa.i den übrigen Tliriinen gewinne den Russ auf gleiche Weise. 

Cap. 86. Ilepi sit-joc. Pinie. Die Pinie ist ein bekannter Baum ; 
n dcräviben Art gehört auch die sogen. Fichte, welche an Aussehen von 
tbr verschieden i.it Die Kinde beider ist zusammenziehend, als Pulver 
aidgestreut ist sie ein gutes Mittel bei Wolf, desgleichen mit BleiglÜtte 
md Manna 'l bei Granulationswucherangen und ausgebrannten Wunden. 
Hit Hyrtenwachssalbe zusammengemischt, vernarbt sie Geschwüre auf 
BrierHaut, mit Kupfervitriol /UHaniniengerieben, hält sie um sich greifende 
Gachwflre auf. AU Uäucherung treibt t^ie den Embryo und die Kach- 
fsbort aus, getrunken stellt sie den Durchfall und befördert die Harn- 
•biQDdenmg. Auch ihre Blätter, zerrieben und aufgelegt, lindem die Eut- 
itadimgen und bewahren die Verletzungen vor Entzündung. Gequetscht 
nä ts Essig gekocht, besänftigen sie als warme MundspUlung die Zahn- 
■bneRen. Auch Leberleidenden sind sie zuträglich, 1 Drachme Blätter 
Vt Wasser oder Honigmeth getrunken. Dasselbe leisten auch getrunken 
C( Hinde und die Blätter de.s Strobilos (Kiefer); auch die daraus fein 
SHehiut(«nen Kienspähne lindem mit Essig gekocht die Zaimscbmerzen, 




wenn die Abkochung am leidenden Zahn behalten wird. Auch wird daraofl 
ein Spat«! gemacht, geeignet zur Bereitung von Salben und Zäpfchen. ^ 
Femer wird aus Ümen nach dem ÄnzUnden der Kuss gewonnen zur , 
Bereitung von schwarzer Tinte« der auch zur Augenschminke dient un^l 
gegen angefressene Augenwinkel , sowie gegen PtiloBts ') und Äugen-^ 
triefen. 



*) Muma ist die im Cap. 8S beBchriebene Weihraachmanna. ") Entzflnd 
der Ränder tler Aagenlider, wobei die Wioipern verloren geben. 

Mit diesem Capitel betritt D. das «elbtit lieate u(K:h in der NomencUtur ei 
anklan* Gebiet der Coniferen. Kr nennt drei Arten: 1. kUuc wird fQr Piniu Pinta 
(Abietincae), Pinie gehalten, ibre Zapfen aind (Ue xw/ot; die Samen, ictTu-ic;, 
Pityiden, Pinien oder Piniolen (pignoli). Sie war der Cybele geweiht. 2. mixtj ist Pi 
maritima Ait 3. otpö^iXoc. In ieiner allgemeinsten Bedeutung iit arpößdo«; (strobi]< 
jedenfalls der noch junge Zapfen von einigen Piniu-.<Vrten, so von P. narili} 
und Larieio Poir. der ächwarzkierer, von P. haUpensig Ait der Strandkiefer. aoi 
vielleicht von P. Pinea. An dieser Stelle ist es die Bezeichnung fOr den Bai 
selbst . Kinige Schriftsteller , Sprengel, Lenz, Wiltstein halten ihn 
PinuM Ctmhra L.. die Zirkelkiefer oder Arve, wohl mit Rücksioht auf Plinius XII 7 
der vom Baume t>troba8 bei den Carmanen redet. Fr aas (S. 2ti&) tritt die«er 
licht entg^en; auch kommt /*. Om&ra in Griechenland nicht vor» sondern i<t 
Bewohner der Alpen. Ganz gewisa iat auch nicht an die in Nordamerika beimi 
Weymoutekiefer. Pittus SirohuH L. zu denken. Theophnmt (HiüL pl. III 9, 1) k( 
«ttuc ^Tpia, /'(NU« sihfe^tritf L. (in Griechenland selten), kiüxy], Pinws maritima, 
zwar eine zahme^ n. r^k^a. und eine wilde, r. i^pta. Von der letzteren gibt e^ 
Abarten, n. t)ata (P. Larieio) und r. ftapaUa; (P.halepensis); bei ersterer sind di 
Zapfen lILnger und grOner, klaffen auch weniger. Weiter nennt er iXdrf| &^\ 
Pinus Pictn L. und s)^rfj d-f^Xtia. Pinw Abie* (L C. I 8, 2; MI 9. 6). Die 
Verwirrung richteten die spltmiltelaiterlichen fiJchrirtetcller an, indem s. B. alm^ des 
TheophrHBt bald mit Larix, bald mit Pinus, bald mit Picea, sogar mit Abies Qi 
setzt wurde (vgl. Baahin et Cherler, lib. IX p. 245 sqq.). 






Cap. 87. JUpl 3CiTr>tScov. Pityiden. Pityiden werden die Sam< 
der Pinienfichte und der Strandkiefer, welche in den Zapfen sich be- 
finden, genannt. Sie haben verdauende und eiiiigermassen erwärmend 
Kraft. Sie helfen auch gegeu Husten und Brustleiden fUr sich allein od 
mit Honig genommen. 



Cap. 88. Hspl OTpoßEXoiv. Zapfen. Die Zapfen, so rein geJ 
nossen oder mit sQasem Wein oder Qurkensamen genommen, sind uria« 
treibend und lindern die Blasen- und Nierenschmer7.en. Mit Portulaksafi 
genommen besänftigen sie Magenstechen, helfen der Schwache des Körp«i 
auf und wirken der Verderbuiss der Säfte entgegen. Die ganzen 
friäch von den Bäumen zerquetäcbt und in süssem Wein gekocht sind 
gutes Mittel gegen reralteten Husten und Scbwindsuciit, wenn der Trankj 
aus ihnen in der Gabe von 3 Hechern jeden Tag genommen wird. 



Mach Uaien (De alimeot faculL Hb. TT) ist af^ö^tXo; die Bezeichnung Für di« 
KacM. irelche die lUtereD Uriecben iumvo{ nannten: Appellimi autetn nunc ipenm 
fßöL tnebam) Onteci non »Avov sed otpÖ^Iov. 

4^p. 8i). Ilspl ^ytvou. Schinos. Die Mastixpistacie , ein be- 
kaikBt«r Baum, alle seine Theile sind zusamraenTiehend ; denn sowohl die 
Fhirfct derselben, aU auch die Blätter und die Rinde der Zweige und der 
Worzel haben dieselbe Kraft. Es wird auch ein Saft aus der Rindet 
ans der Wurzel und den Blättern bereitet, wenn sie genügend mit Wasser 
gekocht sind, indem dann die Flüssigkeit, nachdem die Blätter zu Ende 
4« Kochens beseitigt sind , wieder bis zur Ronigconsisten?. eingekocht 
«Üd* Als Adstringens wirkt er getrunken gegen Blutsiurz, BanchBuss, 
Z)jBcotene. sowie gegen Blutfluss uns dem Uterus und gegen Gebär- 
■mtUr- und Mastdarmvorfall. Ueberhaupt lässt sie (die Mastixpistacief 
■eh statt der Akazie und Hypokistis ') gebrauchen. Dasselbe leistetauch 
ier ausgepresst© Saft der Blätter. Die Abkochung derselben femer als 
BUmog fUUt hohle Stellen aus und verursacht an den nicht verwachsenen 
Enocben die Callusbilduug, stellt auch den Gebärmutterfluss, hält fressende 
OttdtwQre auf und ist harntreibend. Sie befestigt auch als Mundspill- 
wamtr lose Zähne. Die grünen Holzsplitter, mit welchen statt Zahn- 
itodMni die Zähne gerieben werden, machen diese glatt. Endlich wird 
•Da der Frucht selbst ein adstringirendes Oel bereitet, geeignet für alle 
«äa Adstringens benöthigenden Fälle. 

f\/tinua Hypochti». L. 

i^ann Lmtitcut L. (Anacardiacea«)» (^b Mastixpistacie, ist ein bis hm 
BaUB oder ein sehr ftatiger Strauch mit ganz kahlen, glatten Blättern in den 
era am du Mittelmeer. Die BlQthen 8tohj?:n in zusitnimcnt^setzbcn, aufrechten. 
knrven« aebselständif^en Tranben , die männlichen sind rdthlicbgelb , die veibtichen 
l&Qgtt gertieli. Die erbsengrosen Früchte Bind anfangs lotb. später Bchvarz. 

C»p. 90. rispl pTjTivTj? oxivtvT,;. Mastixharz. Von derselben 

■taasit aneh ein Harz Schinine, von Einigen dagegen Mastix genannt. 

walchtt mit Vortheil gegen Blutsturz und veralteten Husten im Trank 

gebraucht wird. Es ist auch dem Magen wohlbekömmlich« da es Auf- 

rioan bewirkL Fon)eT wird es den Zahnmitteln und den Gesichts- 

fomdtn als glänzend machendes Mittel zugemischt. Es verklebt auch die 

Biare tn den Augen, bewirkt gekaut Wohlgerucb des Mundes und zieht 

4» Zthnfieisch zusammen. Das beste und meiste wird auf der Insel Chios 

«f«*u^; den Vorzug darunter verdient das glänzende, an Helle dem 

^TTiienischen Wachs ähnliche, das rolle, feste, leicht zerreibliche und 

Diüriechendef das grüuliche dagegen ist minderwerthig. VeHälßcht wird 

«nrdi Zumischung von Weihrauch und Strobiloshnrz. 

Dm Harr tritt an den Zweigen vun selbit tropfenförmig aus, am Stamm wird 
' ^ MUikrcchten Eiiuchnitten in die Rinde abgelassen, wobei ei sehr bald zu kage- 



-mt -**' 



Ugeo Kömfrn enstarrt, welche aaf ootergele^en Steinplftttea gesaminelt werden. 
Die Kröte finJet von Mitte Juni bis HiUe Aof^iurt »Utt Die feinere Waare bildet 
klctjoe darchnchtige Kfirner oder wenig rerl&ngert« btmf5niuge Sfe&dcdieo , velche 
friach durch nutgefOhrteti Chloropfa/Il einen Stich ins Grünliche haben, allmählich 
hell, hart tmd spröde, beim Kaoen jedoch knetbar werden und beim Erw&rmen eiaen 
balounitcfaeD Oenich entwickeln. 

Chioi (äkio) war zu allen /.eiten das hanpt^chlichate Prodoctiottsland , ^pftter 
kam aarh Mastix ron KTpern (Hejd, Der Levant«handel IT S. 17) nnd von Samoa 
{Meyer, Geub. d. Bot UT S. 299]. Da« wohlriechende Harx gehörte besoiidera ii^ 
Utttelalier zu den hochgeechätsten Specereien und wurde auch ameiUch vielfa^jH 
rerwandt, Val. Cordoe gibt eine Menge Recepte. in denen Mutix enthalten M, 
viele davon stammen tod arabi^bea Aerzten. Jetzt wiril es noch wenig gebraucht. 

Der Hoitix besteht ans etwa 80*/« eines in kaltem nnd etwa 10*/» eines 
kochendem Alkohol Ittalidien Harsei nebst etwas ätherischem Oel und Bittei 
Stoff. 

Cap, 91. Ilepl TBpjiivdo'i. Terebinthe. Die Terpentinpis 
ist ein bekannter Baum; seine Blätter, Frucht und Rtnde sind zusammen- 
ziebend und ei^en sich zu dem, wozu auch die Mastispistacie dient, wenn 
$ie auf gleiche Weise zubereitet und angewandt werden. Ihre Frucht ist 
essbar, dem Magen (aber) schädlich, harntreibend, erwärracud, sie ist das 
beste Reizmittel zum Liebesgenus.s. Mit Wein getrunken dient sie gegen 
den Bi8$ giftiger Spinnen. Das Harz aus derselben wird aus dem steinigen 
Arabien bezogen; es entsteht aber auch in Indien, Syrien ^ auf Kypern, 
in Libyen und auf den kykladiscben Inseln. Den Vorzug verdient das 
mehr durchsichtige, weisse, an Farbe dem Glase ähnliche und dunkel- 
bläulich schiinraemde, wohlriechende, nach Terpentin duftende, unter 
allen Harzen nimmt aber das der Terebinthe die erste Stelle ein, nach 
ihm kommt der Mastix, dann dos Fichten- und Tannenharz, nach dieseq 
zählt das Kiefeni- und Strubiloshans. 

Säiumtliches Harz ist erweichend, erwärmend, verbreitend^), reinigend 
dienlich bei Husten und Scli windsucht als Leckmittel fUr sich allein oder 
mit Honig, es ist auch ein Kxpectorans. Femer ist es harntreibend und ver- 
dauend und erweicht den Leib. Weiter dient es zum Zusammenkleben 
der Haare au den Augenlidern und mit GrÜnspahn, Kupfervitriol und Na^ 
tron gegen Aussatz, mit Honig und Oel gegen eiterige Oliren und gege 
Jucken an den Geschlechtstheilen. Es wird auch den Pflastern, Uu 
schlagen und Salben zugemischt. Endlich hilft es auch bei Seiten 
sclimerzen fUr sich allein eingeschmicrt oder aufgel^. 

') 2ia-j((»TcxYj, etwa die Dionmose b^flnfltigcnd. 

Pietacia Terebinthue h. (Attocardiaceae), Tcrpentinpisiacle, ist ein mit 
grosser Baum der Mittelmeerl&nder mit sieben- bis neunc&hlig ge6eflerten DlMi«r 
und lanxettUchen bin runden, «tachelspitzigen Blätteben, welcho in det Jugend nchC 
rotb. äpUter dunkelgrün sind. 

Der nub Einschnitten in die Rinde auaßiessende Harzsaft iat der feinste Ter 
pentin. Er bildet sich in schizogenen , inlercellularen SecretbehlUtem de-s Rinden- 



■Bd jaagercD HoUtbeüea des Baumes, s&mmelt licb dann m cigeuen Harzgängen 
nd <rrgi««t sich in Hohlrftume der Rinde oder des Holzes. Der Name, untprflnglioh 
nr dem Harze der Terebinthe eigen, ist auf die Harzsäfle der Conlferen überhaupt 
i fcwti aggii. Betreffs der Güte der einzelnen Sorten spricht sich Oalen (De comp. 
Md. sec. gen. 111 ]>. ^90) in demselben Siuoe wie D. aus, sofern es sich um die 

als solche handelt; wenn aber die Qualit&tcn, der Grad der W&rmc bcrOok- 
werden, so sei der Harzsafl des Strobilos der beste, dann komme der der 
Pkbtt; und an dritter Stelle der Mastix. 

Der Terpentin der Alten war nieht die heutige Terebinthina eotnmuniit, bod- 
dexa unsere T. laridna oder te»etiana , der Lärchen- oder venctianische Terpentin. 

Cap. 02. lltpi pTjTivtov oiXXtov. Andere Harze. Es gibt ober 
ein flüssiges Fichten- und Kiefernharz, welches von Gallien*) und Tyr- 
rhcoien') hergebracht wird; auch von Kolophon') wurde es früher wohl 
cmgefQhrtf daher hat es den Beinamen Kolophonia erhalten, ebenso aus 
dem an den Älpen gelegeneu Golutieu^l, welches die Bewohner desselben 
in ihrer Sprache Larix nennen und welches in der Latwerge und für sich 
nllein rorzUgliche Dienste leistet gegen chronischen Husten. Auch diese 
sind nach der Farbe verschieden, denn das eine ist weiss, das andere 
OUrtig, ein anderes gleicht dem Honig, wie die Larix. Es gibt aber 
aacb ein flüssiges Cypressenharz, welches gegen dieselben Leiden dient. 
Von trockener Art ist theils das Strobilos- und Tannenbarz, theils das 
Kiefern-, theils das Fichtenharz. Wähle aber von allen das wohl- 
riechendste und durchscheinende und nicht dllrre, noch das sehr feuchte'^), 
irieliDehr das wachsähnliche uud leicht zerreibliche. Den Vorzug unter 
fluten verdient das Fichten- und Tannenharz, denn sie sind wohlriechend 
nnd weihrauchähnlich. In feiner Qualität werden sie von der Insel 
Pityusn*), welche in der Nähe von Spanien liegt, gebracht. Das Kiefern-, 
Strobilos- und Cypressenharz ist minder wer thiger und besitzt nicht in 
Reicher Weise die Kräfte wie jene; sie werden aber gegen dasselbe an- 
gewandt wie jene. Das Maatixharz ist jedoch dem Terpentin gleich- 
werUiig. 

'f (Ünneint ist hier wohl Gallia. iransalpina (der R^mer). Frankreich, wo noch 
harnte in den westlichen DünenlundschofY-cn viel Terpentin von Phiu» Pinatter So- 
t»ad«r r. mnrilima Poir.. dfr Pinaster- oder Strandkiefer, gewonnen wird. 
ha 16. Jahrfauu'Ierl und früher war der Strassburger Terpentin (T. argentorensis) 
PtmuM Pkta L .16/«« pretinata D. C. dor Edeltanne, sehr geschätzt *i Tyr- 
rtMBleo oder Ktruricn, jetxt Toscana. ') Kolophgn, eine Stndt Junions, einer Laud- 
i^afl. ia Klninosien, heute Digilx. Nach dem trojanü^chcu Kriege wanderte einer der 
Her Rauplstil-nimu der Griechen nach der KQtite von Kleiniu^ien aus und ^Qndete 
<l0rt Colonit^ii. deren Bewohner Torzuffsweiüe .Tonier hiessen. *) Galatiu kann wohl 
da« hpotifj*« Oborituljt'n sein. Eine keltische Völkerschaft, zwischen Rhein nnd 
*«s onprfknKlich kttzend , wanderte im Ü. Jahrh. v. Chr. nach Kleinaaten aus 
*** in einem TbeÜe von Phrygien die Landschaft Galatia (Gallograecia). 
> früheren Landsitze dieser Galater im Auge, da er sogt: 
'A).)U'3tv. Sprengel Qbersctst daher schlankweg Galatia 




mit Gallia eubalpina. !□ Ycnelien und Südürol liefert die L&rcbe (/^iWx dtcidu 
Mill., £>. europaen L.) den Terpentin. In Venedig» dem Mittelpunkte Aet mitt 
alterlicben Drogenbandeb , erhielt der aiu den Atpenländern and dem eigene» 
biete kommende Terpenthin den Namen .venetianischer". *) d. fa. n dnrf nicli 
lähe &ein. *l Die Piijasen. 

Dm Riiii»amme]n des Strawburger Terpentins var eine sehr mühevolle Arbei^ 
Nach Tachiich (Archiv d. Pharm. IBOO S. 390 u. 413) wurde er von Bäumen in 
Alt£r von 25— &0 Jahren und einer OrAsse swiaohen 8 nnd 15 m gewomien. 
selbe befindet sich in erbsen- bin bohnengrossen Harxbehältern (Beolen, daher »acfl 
der Name Beali^nharx), Der Sammler, mit einem kleinen Becher, welcher einen 
Henkel und einen Schnabel hatte . verBohcn , kletterte mittelst Steigeisen am Bauta 
herum, stach mit dem Schnabfl des Bechers die Beule auf und fing den Balsam an 

In Tirol werden im FrQHJahxe die Stämme möglichst nahe nm Boden 
immer an der thalabw&rts gerichteten iSeit« mitteUt eines Bohrer« von 2.b~— 
Durchmesser achrilg abw&rts bis in dan Centmm Angebohrt, daü Bohrloch wird tq 
den Bobr.<prihnen sorgfiUtig gereinigt un<l mit einem 7 — 10 cm aua demselben 
vorstehenden Zapfen aus gut getrocknetem Lärcbenholze vervcblouen. In den Md 
naten Juti bis Ende Auguttt wird der angesammelt« Terp«ntin mit einem piissende 
Hohleisen herausgenommen. Kr iat ziemlich durchsichtig, kliu- und schwach Hu^ 
reacirend, dunkelgelb bi:ii gelbbraun, riecht kräftig aromntisch und schmeckt ett 
bitter. Er löst »ch vollständig in Aether. Aetbyl-, Meth)-1- und Amylalkohol. Chio 
form, Aceton, £ises.<ig und Tetrachtorkohlenstoff, theilweii»e in Petrol&tber und Sebwefd 
kohlenstoir, die alkoholische hasnng reagirt «huer. 

Cap. 93. Ilepl toü xü^ 6sC xaittv tYjv ^ijclvr^y ^). Die Art un^ 
Weise, das Harz zu brennen. Jegliches flUssige Harz wird in einem Kea 
gebrannt, der viermal no viel t'aäst, als die Menge der eingegosAenei 
Flüssigkeit beträgt. Man iuukh 1 Chüus Har/. und 2 Chaus Hegenwass 
in den Kessel giessen und unter bestündigem RQhren gelinde Ober Kohl« 
kochen, bis es geruchlos, leicht zerroiblieh und trocken wird und deil 
Fingerdruck nicht mehr nachgibt. Das Verbleibende muss man nach de 
Abkühlen in ein irdenes ungepichtes, das heisst nicht verpichtes^) Gef 
abfiillcn, es wird dann sehr weiss. Doch muss man jedes Harz vorher 
schmelzen und coliren^), damit .sein Schmutz abgesondert werde. Sie 
werden auch ohne Wasser über Kohlen zuerst leicht erhitzt, wenu sid i 
aber beginnen sich zusammenzuballen, kräftig, und anter Zugabe vo^| 
viel Kohlen und Kochen ohne Unterlasa drei Tage und NUchte hindurcli^^ 
bis sie die vorgenannte Beschaflenheit erlangt haben. Setze sie d: 
weg, wie angegeben ist. Bei den trockenen jedocli wird es hinreiche: 
sie einen ganzen Tag zu kochen und sie dann wegzusetzen. Die 
brannten finden nützliche Anwendung zu wohlriechenden Pflastern 
Salben uud zum Färben der feinen Pomaden. Es wird auch der Huas 
des Harzes dargestellt, wie beim Weihraucli (angegeben ist), welcher 
Verschönerung der Augenlider, hei ringi^uni angefressenen Augenwink 
bei triefenden Lidern und thräuenden Augen dient. Es wird daraus 
Tinte gemacht, womit wir schreiben. 





I. Buch. Cap. 94. 



93 



*l So Uiit«t die üoberachrift in den besseren Codices, gegenüber der rulgftren: 
Api LtT««*< ^^vT)^ R1166 des Harzes. *) Im Texte heüst es ifftlov ^üvtgtov, voot- 
im» issooBm. Das Grundwort in ^iühtcov, xüvo^, heistt etpjntltch Kegel, ferner 
hfCea der Kiefern und Fichten, dann Pech. Zur n&heren KrkläruDg setzt D. noch 
itharnnv hin^u ') Wörtlich: mösaen die Schmelzenden jedes Harz vorher ooUren, 
i. h. Tor dem Abfölten 

Frflber kanule uiuere ArcDeimittellehre einen gekochten Terpentin 
T^whiiilhMtt oocim; et war der RQokftand bei der DestiI[»tion des TerpentinSis aus 
Tvebto&luaa communis, ein gelblichem, zerreiblicbes Harz. Es ist ein reineres 
KwtopboQium, welches letztere gleichfalls bei der Destillation des TerpentinOlt 
Mbr WaueniuaU gewonnen wird. 

Restna Pini (burgundica). Fichtenharz ist ein Froduct baupt«&chlich der 
v«KfruLxA«i«cben Seeetrandskiefer und von Pi'hm Picta , /'. ahU» L., Abies ^xcelta 
D. C: wenn der Terpentin r.n flieioen aufhOrt, sammelt sich an den Wundründem 
«fe iMUltch rasoh erhärtendes. Alärmeres Harz, welche« auch als »Galipot* in den 
Budel kommt 

Cap. QA. lUpt ztddij; bYC>d;. Flüssiges Pech. Dos flüssige 

PMh (der Tbeer) nun, welche« Einige auch Konos nennen, wird aus den 

fBttc«t«n Hdlzeru der Kiefer und Fichte gesammelt. Als schön aber gilt 

h$ gtenzeDde, glatte und reine. Es ist wirksam gegen tödtliche Gü^, 

Vi Scbwiadsucht, LtmgeDgeschwUren , Husten, Asthma, bei schwerem 

Aaswerfen von Schleim (Flüssigkeiten) aus der Brust, wenn es in der 

Gtbe eines Hechers mit üonig aufgeleckt wird. Es wirkt auch als Salbe 

gIgBO Anschwellungen der Mandeln, des Zäpfchens und gegen Entzündung 

iit inneren Schlundmuskeln (Braune), femer bei eiterflOssigen Ohren mit 

HtMBnlbe und gegen Schlangenbisse mit fein zerriebenem Salz uufge* 

•dnöert. Mit gleichviel Wuchs gemischt entfernt es schorfige Nägel» 

Mtbeilt Geschwülste der Gebärmutter und Verhärtungen des Afters. Mit 

Qentenmehl und Knabenurin gekocht zerreisst es ringsum die verhärteten 

Hdidrttoen. Mit Schwefel oder Fichtenrinde oder Kleien eingestrichen 

Ük es kriechende GeschwUre auf. Mit Manna und Wnchssalbe gemischt, 

Tvklebt es die Fisteln, auch bei Schrunden an den Füssen und Fingern 

^iM es als Salbe heilsam. Ebenso füllt es die Geschwüre aus und 

ffinigt sie mit Honig; mit Rosinen und Honig zertheilt es ringsum die 

Kttfaaokeln und eiternden Geschwüre. Mit Nutzen wird es auch den 

liÜDias widrigen Mitteln zugemischt. 

Die Bereitcng de« Theers gibt D. nicht an . wir erfahren sie von Plintns 
tn 52. Das Holz wird in Stücke gesägt und in einem Ofeu, der von aussen allent- 
Wks mit Feaer umgeben ist, gcvchweell. Das snerat Uebei^ebende (der Holsessig) 
^l wie Wasser in einer Rinne ab, heisst Cedriam und besitzt eine solche Kraft, 
Im man in A<^pten menschliche Leichname damit Qbergiesst and dadurch oon- 
*Rit Die nachfolgenJe dOssi^keit ist schon dicker und liefert den Thecr. 

Aqs der vielfachen Verwendung des Theers geht hervor, welchen W^th 1). 
*^<lbcn bftUc^ie. Aach in neuerer Zeit hat der Tbeer in der Tlierapie keine un- 
^■ttigff Rolle gespielt, es sei nur an die Qbertnebenen Hoffnungen erinnert, welche 



man eeioer Zeit an die Thecrkap^eln Gnyot'e zur Heilong der Schwindsucbt knnpf 
Als ännerliches Mitt«! iat er noch jetzt im ßebraiich. 

Cap. 95. ITepi IltoosXaioy. Theeröl. Aus dem Theer 
auch ein TfaeerSl hergestellt, indem das Woaserartige abgeschieden wird ; 
dieses steht darüber, wie Molken über der Milch ^) und wird nun bein 
Kochen des Theers erbalten, indem reine Wolle durüber ausgebreitet wir 
welche, wenn sie aus dem aufsteigenden Dampfe gesättigt ist, in ein 6e 
fäss ausgedrückt wird. Dieses geschiebt die ganze Zeit hindurch, in 
welcher der Theei* gekocht wird. Es leistet dasselbe wie der Theer, 
öerstenmohl aufgestrichen, befördert es den Haarwuchs bei der Fuchs-" 
krankbeit (Älopekie, Haarschwund). Dieselbe Heilkrafl besitzt ancli der 
Theer, wemi er eingerieben wird, bei Geschwfiren und Räude des Viehes. 

') Eigentlich sollte es beiasen ,nber dem Käse'. 

Do« Waaserartige ist HoUeamg, velcher im WeseDtlichen aas Metlivlalkotic 
und RssigsOare beiteht D. erhüt durch die einrachc ManipaUtion die flüchtige 
Theerbentandtbeile . welche vir durch die DestiUfttion gewinnen: es sind banpt^cb- 
lieh KohIeawa««enitoffe, Benzol, Toluol, Xylo! u. «. w., Körper von niedrigem Siede- 
punkte (l<^i'-bte8 TliecnJl), vielleicht bei stärkerem Erhitzen auch Phenol und Kreoeot 
(Kchwcros llieerGl). ■ 

Cap. 06. Ilgpi Xt^vDoc t^c l£ vTfpäc «'-^aTjC. Russ des Theer». 
Der Russ aus dem Theer wird auf diese Weise gewonnen : In eine neue, 
mit einem Dochte versehene Lampe gib etwas Theer, zünde ihn an und 
bedecke die Lampe mit einem neuen irdenen klibanosähn liehen *) Gefässe, 
welches nämlich oben rund und eng ist. unten aber geradeso wie du 
Klibanoi ein Loch hat, und Um brennen. Wenn die erste Fiüssigkej| 
verzehrt ist, giesse andere auf, bis da hinreichend Russ gebrannt ha 
und gebrauche ihn. Er hat scharfe und adstringirende Kraft. Verwende 
wird er aber zur Verschönerung der Augenlider und auch zum Bestreichen' 
ringsum, auch wenn triefende Wimpern neue Haare bekommen sollen. , 
Ebenso ist er gut zu gebrauchen bei schwachen, thränenden, hosondet^| 
bei geachwUrigen Augen. ■ 

viXEjäavc; (Clibanua) ist ein eisernes oder irdenes Geschirr, welches unten weit 
als oben int nnd ale Form zum Brodbacken diente. Ks war unten mit einer od" 
mehreren Oeffnungen verHchen. um die Hitw. eindringen zu liuwcn. Das Brod wnr 
in der Form heisa aufgetragen, also ähnlich wie bei uns der nogen. Aufhnif. 

Cap. 97. II:pl i-^jp«« zifiifii. Pech. Das Pech wird nun du 
durch Kochen des Theers bereitet. Dasselbe wird von Einigen n 
Palimpissa') genannt. Eine Sorte davon ist klebrig, Boskas genannt, die 
andere trocken. Als schön gilt da« reine, fette, wohlriechende, hellgelbe 
und harxartige. Ein solches ist das lykische und bruttische*), sie habe 
beide Naturen, die des Pechs und zugleich des Harzes. E» hat 



«Imeade, erweichende, Eiter machende, GeBchwUlste und Drüsen geschwtlre 
■rtbniende tud OeschwUre ausfüllende Kraft. Mit Nutzen wird es auch 
Im Wundarzneien zugemischt. 

^ Wi«d«>r g«kochtc-B Pech. ') Plinios XVI 53 neimt das klebrige , lähe Pech 
kallä, der Thwr wird in kupferne Pfannen gegossen und durch Ks^ig verdickt: 
«■■ er geronnen üt, bat er obi^n Namen. Dieser leitet eich ab von den Bruttiern, 
«ll^ aa der südlichen Spitxe Italiens, im fiuBBersteu Theile von Calabrien wohnten. 
Biiy war rin Wald , Sila , mit be»onden Eur Pechbereitung geeigneten Bäumen hv- 
ikadeiL Sprengel nennt sie Pinue brutto Tenor., eine der P. maritima und halt- 
fmri» Unliebe Speoiei. Das Pech eignete neb besonders zum Verptchen der FfttMr. 
Dm g«BOU«ii« feinere Pech bieas CnipuUa (l'liniua XIV, 127). 

Cap. ft8. Ilsftl Cwiti-soTj?. Zopissa. Zopissa, sagen Einige, sei 
im xtigleich mit dem Wachs von den Schiffen abgekratzte Harz, welches 
im Einigen auch Apochyma*) genannt wird und vertheilend wirkt durch 
fii BcspDlong mit dem Meerwasser. Ändere nennen so das Fichtenharz. 

') iKDxorui. das Ab- oder Ansgegoascnc. 

Püiüiu XVI 5S rQbmt die Wirkung der Zopiato, beaonders wenn sie mit Säle 
SMrtot wird. 

Ci^. 99. Ilepl ä^fiXtou. Asphalt. Der judische Asphalt ver- 
£tDt den Vorzug vor den übrigen. Als schön gilt der purpurfarbig 
^bumde, durch Geruch und Schwere ausgezeichnete, der schwarze und 
Kfafflntzige ist schlecht; denn verfälscht wird er durch zugeraiscbt^s Pech. 
8r wird auch in Phünikien, Sidon, Babylonien und Zakjmthos^) erzeugt 
imd entsteht auch bei Ägrigeni ') , einem Landstrich auf Sicilien , wo er 
ib Flüssigkeit auf den Quellen schwimmt; sie gebrauchen ihn statt de.*» 
OcU auf l.«anipen und nennen ihn inihümlich sicilisches Oel. Ba iat aber 
eae Art flüssigen Asphalts. 

■) Zaathe. *> Girgenti. 

PUnius XXXV 178 drückt «ch aber den Asphalt übereinitimmeDd mit D. aus. 

Im Papjmu Ebera (v. Oefele. Pharm. Post 1897 Nr. 2) kommt der As- 
pWt iuit«r dem Namen , Stein vom Monde des Wanserri' (iner n ro-mu) oder .Stein 
*a der Lippe des WaMen* (iner n septrma) , aliio ein vom Wasier aoageapieene.« 
Kaenl, in mehrertm Balbenrecepten bei Unterleibskrankbeit, Alopekie, Gebärmutter* 
kWo tt. g. w. iror. 

WHt und breit bekannt war im Alterthum der jOdischo A8|pbalt de* Todtcn Meeres, 
^ Ueos afiphoititea; der von Babylon, wo er als MQrtel benutzt werde, sagt Plinius. 
^*lin: in Zakjnlbos werde er mit RohrbUscheln zu Brennzwecken aufgefischt; er 
^^ »fldi «um Anstreichen der Bildsäulen und zum Uebendehen eist-mer Gerfttbe 
nd Ntgel. In den meiaten Fällen iet es wohl unreine? Petroleum gewesen. Man 
'iviL Oft , daai der Asphalt durch eine Verharzung de« Petroleums entstanden sei. 

Cap, ll)0. lUpi l!tTt«ii(p4XT0a. Pissasphalt. Eine Art wird 
"ftdi Piiaasphalt genannt, welche zu Apolbnia *) in der Nähe von Epi- 
^uukm'^ erzeugt wird. Dieser wird von den kerauniscben Bergen durch 



die Gewalt des Flusses') herabgefQhrt und an die Ufer ausgeworfen« ist 
in Klumpen zush mm engebacken und riecht nach Asphalt und Pt;cb zw 
gleich. Der Pisäasphalt wirkt dasselbe, wie Pech und Asphalt xusammeo 
gemischt. 

'} Apollonia, jetzt Polina, eine Stadt in lUjrrien. ') Heute Durazto. ') Ei 
ieit dies der ''Aüa;, Aous, heute Yojuza genannt 

Pimispbalt ist Asplialt tiiit Tbeer. Plinius XXXV 179 beseichoet alle Sorten 
Asphalt mit dem gemeinjounen Kamen Pissa«pha]t; der tob Apolloaia int auch 
ihm flüssig. 

Cap. 101. Usplväs*«?. Naphtba. Eine Art heisst auch Nuphtha 
welche das Abgeseihte vom babylonischen Asphalt ist; sie ist von weil 
Farbe, doch wird auch eine schwarze gefunden, und hat die gierige Kraf 
de» Feuers, »o dass sie dieses schon aus der Ferne an sich reisst. Sie er- 
weist sich heilsam bei Slaar und HomhautÜecken (Leukomen). Sämmt- 
licher Asphalt hat eine entzQndungswidrige, verklebende, zertheilende, er- 
weichende Kraft, ist wirksam bei Gebärmutterkrämpfen und -Vorf^len 
als Zäpfchen, Riechmittet und Käucherung, er bekämpft auch die epi- 
leptischen Anfälle als Räucherung geradeso wie der Oagatstein. Mit 
Wein nnd Bibergeil getrunken befördert er die Periode, hilfl bei chro- 
nischem Husten, Asthma und Engbrüstigkeit, gegen Schlangenbiss, bei 
Ischias und Brustschmerzen. Den Magenleidenden wird er im Bissen ge- 
reicht und geronnenes Blut (Thromben) löst er mit Essig getrunken, 
Kuhrleidenden wird er mit Gerstenschleim verdUnnt als Klyatier verab* 
reicht, Katarrhe heilt er als Räucherung, Zahnschmerzen lindert er ala 
Umschlag: tiocken in einem OiirlöflVl erhitzt verklebt er die Haare, 
Mit ungeröstetem Schrot, Wachs und Natron hilft er als ümAchlag den 
nn Podagra, Oicht tmd Schlafsucht Leidenden. 

D. hiit die irrtliQmliche Vorstellung, 'lit»» die Napfatha, dz* KrdSl. aus ein« 
Mischung mit Asphalt bestehe Tind von diesem, als dem festeren BBgtandcheüe. durob 
Coliren abgwchieden werde. 

Vom Üagates, der Glanzkohle oder G^atkohle, einem festen Erdpech, 
Pliniiu XXXVI 151: ,Er bat den Namen vom Flnase Qages in Lykien, ist schva 
fla^, bimst«inart)g , leicht zerbrechlich ond riecht unangenehm. Wu man 
auf irdeaet Geschirr itchreibt, geht nicht ans; beim Bnjnneo entwickelt er eiaea < 
mdi nach Sehvefel. Herkwürdiger Wei^c facht ihn Waiiser an, Oel dagegen Ifl 
ihn ans. Die Magier gcbniucheu ihn bei der eogen. Axinoraantie, der We 
aas Aexten, nur Entdecknng einer gefllhTlichen Krankheit und cum Nachweis dsr 
JongfemschafL* 

Cap. 102. IIipl KuxciptaaGo. Cjpresse. Die CypresM ad" 
stringirt und kühlt; ihre Blatter mit sUssem Wein und etwas Mjrrhe g9- 
getninken helfen bei Blaaeurheumatismus (Blasenkatarrh » und HaraTor-a 
haltung. Die gestossenen Früchte mit Wein genoaaen erweisen «ie| 



tm bei Blutsturz, Dysenterie, Buuchrlmumatiämus, Orthopnoe und 
BD. Auch ihre Abkochung leistet dasselbe. Mit Feigen gestossen 
■ichea tue Verhärtungen und heilen den Nnsenpolyp. Mit Essig kräftig 
und mit Lupinen zerrieben ziehen sie krätzige Nägel heraus. Im 
bringen sie DarmbrUclie in Ordnung. Diu Blätter leisten das- 
Die FrOchte mit dem Laub zum Räuchern angezündet sollen die 
ken Tertreiben. Die zerriebenen Blätter aufgelegt verkleben die 
runden ; sie sind aber auch blutstillend. Mit Essig fein zerrieben färben 
LÜe Haare. Dann werden sie für Kich allein und mit Oer^tengraupen 
IroMartigen HautenUEÜndungen und Bläächenuusschlag, bei Karbunkelu 
AugeneatzUndungen im Umschlag angewandt. Mit Wachssalbe ge- 
und aufgelegt stärken sie den Magen. 

CmprtMut »emperviren» L. (Arauc&riaceae*Cuprei»inea«), Cypresic. Theo- 

(Biik. plant. III 1, 6) (^bt hIb Heiaiath der Cjpreisie Kreta an, wo sie auch 

irabk und Haine bildet (I. c. II '2, '.'), eonnt findet sie sich auch in anderen 

i Gegenden ; heute wird ne um das ganze MitteImcpT gezogen. Sie war bei 

AJten der Bauni der IVanei'; in Rom, wo sie nur mit MQhe eingefOhrt wurde 

\ md gedieh (Plin. XV] l3v)( . war sie dem Äeskulap und Pluto geweiht. Das Holz 

Cypnme wurde im Alt«rtham aU werthToUn Bauholz geschätzt (Hum. Od. 

M0>. Die weibliche Cy)>resE« hie« Meta, yx-A, vermuthlich , weil die Früchte 

iedenen Stadien, nach einander, reil'en (vgl. Ptin. SVI 1'25]. Dae flÜKsige 

der Cn>re»e rangirte seinem Werthe »ach hinler dem Maetix (Plin. XtV 122). 



Cap. 103. Ilipl 'A;>Xi6*o'j. Wachholder. Eine Art Wach- 
Icr ist groH, eine aber klein. [Die Einen nennen ihn Arkeutbis*), 
Üc Änderen Mnesitheon'j, Akatalis^), die Afrikaner*) Zuorinsipet, die 
Libium^ die Römer Juniperus, die Gallier Joupikelluson. Der 
ist den Meisten bekannt, er i«t ähnlich der Cypresae und wächst 
a rauhen and Meeresgegenden.] Beide sind scharf, urintreibend und er- 
lend, als Räucherung angezündet vertreiben »ie die wilden Thiere. 
Frucht wird bei der einen Art von der Qrüsse einer Nuss gefunden, 
der anderen ist sie gleich einer pontiscfaen Nuss, rund, wohlriechend 
od beim Zerkauen süss, dabei etwas bitter, sie wird Wachhol derb eere 
(ArkeuthiÄ) genannt, ist massig erwärmend und zusammenziehend, dem 
tUgfu wohl bekömmlich. Getrunken wirkt sie bei Brustleiden, Husten, 
ISibungeu , Leibschneiden und gegen den Biss wilder Thiere. Sie ist 
•dh norintreibend , daher dient sie auch bei Krämpfen, inneren Zer- 
anongen und bei Mutterkrämpfen. 

t Wachholderbeere. «) fSotleMiugedenk. *) Akatalifi, rielleicht abgeleitet 
•t iutoliYj-f u> , unaufhörh'ch , immergrQn, *) 'A^pe^, Afri Kind die Afrikaner, be- 
tadtt« aber die Bewohner des Gebiets Ton Karthago. 

n. aenat xwei Arten Wachholder, eine gr&Here, c^rpreisenAhnlicbe, welche von 

m»i dU Jumiytru» phortttetm L., Cypreseen-Wachholder , angesprochen wird. 

Bt Vontoit lo pjl wie keine andere Art fort in rauhen Gegenden und in der Nähe 

>*r*»4«t. ATuietimticIieliie de» niutkuriilir« 1 



nige 



de« Meeres, war die b&ufigst« und diente am moisten als Br^nnmateriaL Die ande 
»o\i JuniptiruM OzycMlna h., Grosi er Stachelwachholder, sein, sie üt viel kleio 
als die Torige und ein eigentlicher Stranch. Dieee hat gTdasere, jene klein 
Früchte. x^fiDOv hei»>t im Allgemfeineii die Num, im Be«onUeren vird darunter 
eabSiache, die Wullnu^. auch die Kastanie verstanden. Die ponlts4:he Noh ist 
Haaelnuas. Kax avellana. 

Theophratt (Bist plant. IfT 12, 8) kennt schon die Zweifa&angkeit des Jq 
pema und die iwegährige Beifeseit. 

Bus wirksame Fzinoip in den Frachten nnd der PSanze selbst ist dai ftll 
rische Oel, Ol. baccaram Junipf^ri und ein Ol. Ugni Juniperi. Auch tie 
der Wacfaholder ein 01. Joniperi empyreumaticam. 

Cap. 104. Ilepl Bpdtduoc Sadebaum. Deo Sadebaum nemi< 
Kinige Barathron [Andere Barjton oder Baron, die Römer Uerba Snbina 
Es gibt zwei Arten davon; die eine ist näralich in den Blättern üholi 
der Cypresse, nur domiger, stark duftend, scharf und brennend, der Baum 
ist aber kurzgedrungen und mehr in die Breite »ich ausdehnend; Einige 
wenden die Blätter zum Räuchern an. Die andere ist in den Blät 
der Tamariske ähnlich. Die Blätter beider hemmen um sich fressen 
QeschwQre nnd lindem im Umschlag EutzÜndungeD, reinigen, mit Hon 
aufgeschmierfc, von schwarzen Massen und Schmutz und reissen ringsum 
die Karbunkeln auf. Mit Wein getrunken fubrcu sie auch das Blut durch 
den Urin ab und treiben den Fötus aus; in Zäpfchen und in der Räuche- 
rung wirken sie dasselbe. Sie werden auch den erwärmenden Salböl 
zugemischt, besonders dem MoetÖl. 

Juniperw Sabina L. (Äraucariaceae-Capreasinese), Sadebaum oder Seve 
bäum. Alton unterscheidet dem Texte des D. entapreehend swei Varietäten, eu^ 
gifolia und taman'scifotia : die entere ist nach Fraas der Baum in jan^eren. 
andere im älteren Stadium. 

Das wirksame Princip ist aoch hier ein ätherisches Oel 

Cap. 105. \\t(A Kedpoo. Ceder. Die Ceder ist ei« grosser Baui 
aus dem das sogen. Cederaharz gewonnen wird. Sie hat eine Fruc 
ähnlich der der Cypresse, aber viel grösser. Es wird auch eine ander 
Ceder genannt, klein, dornig wie Wnchbolder, die eine runde Fruc 
trägt von der Grösse der der Myrte. Das beste Cedernharz ist diel 
und durchscheinend, stark riechend, welches beim Ausj^esseri in Tropfe 
bleibt und nicht auseinanderläuft. Es hat die Kraft, lebende KC 
in Fäulniss zu bringen, todtc dagegen zu conserviren. Deshalb habe 
Einige auch dasselbe das Leben des Todes genannt. Auch Kleider 
Pelze zerstört es durch das heftige Erwärmen und Austrocknen, 
eignet sich sehr zu Augenmitteln, indem es eingestrichen das Sehe 
schärft und Leukome und Narben (entfernt. Mit Essig eiiigetrOpfel 
tödtet es die Würmer in den Ohren , mit Hysopabkocbung eingegossei 
beseitigt es Ohrenklingen und Ohrensausen. In hohle Zähne geste 



1. Bach. Cap. lOb. 



99 



maläti m zwitr di« Zähne, vertreibt aber die Zahnschmerzen, mit Esaig 
ili Jfnodapül Wasser thut es dfteRelbe. Das SchamgUcd vor dem Bei- 
«Ulfe damit eingesulbt, verhindert es die Empfängniss. Bei Entzündung 
im ianeren Schlund muskeln (Brftune) ist es ein Einsalbun^niittcl und 

auch bei Mandelent/Ondungen. Eingescfamiert tödtet es Läuse and 

Gegen den Blas der liomscblange leistet es als Aufschlag 

Gegen genossenen Meerhaseu 'J hilft es mit aOssem Wein ge- 

len» auch den an Elephantiasis Leidenden ist ea heilsam. AU Leck- 
■itte] oder als Salbe reinigt es die GeschvrUre an der Lungo und bringt 
m in der Q»be eines Bechers geschlürft zur Heilung. Im Klystier an- 
(fvsndt iddtet es Spulwürmer und Askariden, adeht auch den Fdtns 

£• wird auch ein Oel daraus gemacht, welches vom Harz durch 
WoOe ftfageschieden wird, die wie beim Fech während des Kochens darüber 
ff nnt wird; es hat dieselbe Wirkung wie das Cedernharz. Insbesondere 
Wt das Oel, kräflig eingerieben, aber die Räude der VierHlssler, der 
Bknde and Ochsen und tödt«t ihre Zecken, bringt auch die beim Scheeren 
ftnnacikten Geschwüre zur Vernarbung. Den Kuss desselben macht man 
»» den des Pechs, er hat dieselbe Wirkung wie dieser. Die FrOcbte 
iMidben (d. b. des Baumes) werden Kedriden genannt. Sie haben er- 
«hnende Kraft, dem Hagen sind sie schädlich. Sie helfen bei Husten, 
Cfirnpfeo. inneren Zerreissungen. Harnzwang, befördern, mit gepulvertem 
ftdEor genommen, die Menstruation und werden auch gegen genossenen 
KNfhaMO mit Wein genommen. Sie verscheuchen die wilden Thiere, 
«ran der Körper zugleich mit Hirschtalg oder Mark eingerieben ist Sie 
VBiden auch den Gegengiften beigemischt. 

^ ApSjftia tUpäanM. 

Die OripDtiruog bei diesem Capikl itt eine recht schwierige , weil die alten 
fitiidwB und RJSmer die Bezeichnungen Cedcr und Wachholder -- xi^po; und £fiuD- 
K — mit c^tumder renrechselteD. Dies sagt schon Theophriiit {Rist. pl. 111 12, 3): 
M fibt Leute, welche den Arkeathos (Waobholder) ebenso gut EedrM nennen. h9ch- 
<^ iMM Sie darcb eine Randbemerknn^ zu xt^po; noch *04öxi2f>o( (Ozycedras) 
Unaf&gen.* Auch Pliniua XIU b2 redet von einer gmaen and kleinen Cedur, Die 
M«e Doifit er Cedrelate. 

D. kennt zwei Arten Cedem, eine grosse, den Baum, tmd eine kleine; die 
Mtov hi.tt Fraat mit Becht fQr Juniptrw exeelta M. Biberstein, die kleinere fUr 
^■'P»«* eemmunü L. Jnnipenu excelsa kommt noch bis zu 1300 m als 7 tu hoher 
■Ca vor, JimipeniR conun. ist in Italien bäo&g, in Gri<^chenland aoT die HOhcn der 
^rt bMobrftnkt- 

Th»wphTart iHiit. pl. TV 5, 5 und V 8. I) rühmt die Ceder, welche in Serien 

und dicke Bäame bilde, Ki2po( ifvSpov i« Sopi^ iPinus Cedni» L) und 

: benotzl verde iregeo ihre« fe«ten . wohlriechenden , der Verwesung 

n HoUi^H. Dauelbe bcgtAtigi Plinius XVI 197 betreffs der Ccdrelate. 

9r«i.ten die ('«dem des Libanon, welche in der biblischen Qeschieht« als 

: ta den Toraehmstcn Bunten dienten. 



Die xtipift (bei QaIhv und Pautuu von Aeg-ina Cedrea) . ein wohlriecliendi 
dem Hand&rak ähnlichen Hin, fand Fraa& nur au JuniperuM photnieea L. und 
cfUa, im den Bbrigen .luniperui;- Arten, vo t.>s als krankhaftes Exsudat Stämme 
AcHle aberzog, war es Gummi. Die Vervendun^; des Cedemal« tum Kinbalsaniir 
der Todten le«n wir auch bei PliniuB XXIV 17, der ea kuccu» Cedri nennt. a)ii 
den Baum, aus dem e« gewonnen wird, nicht näher beftchreibl, and bei Diodfl 
Sicul. 1, 91. Es ist hier in erster Reihe wohl WochholderSl. 

Cap. 100. llspi Ää^vv]!;. Lorbeer. Die eine Art Lorbeer 
schinolbltitterigf die andere breitbliiltteng. Erwärmend und erweichend 
sind beide; deshalb eignet sich ihre Abkochung zu Sitzbädern bei Gcbüc^ 
mutier* und Blasenleiden. Die grUnen Blätter adstringiren gelinde, ae 
rieben und uufgelegt heilen sie Wespen- und Bienenstiche. Sie reij 
mögen auch jede EntzQndung zu lindern, wenn sie mit Q ersten graupen ui 
Brod umgeschlagen werden. Getrunken aber beschweren sie den Ma 
und erregen Erbrechen. Die Früchte (Lorbeeren) sind erwärmender 
die Blätter; «ie wirken daher im Leckmittel mit Honig oder süssem We 
gut bei Phthisis und Orthopnoe und Kheumatismus der Brust. Mit We 
werden eie gegen Skarpionenstich getrunken, auch beseitigen sie 
weissen Hautflecken. Der aus ihnen geprcsste Saft hilft bei Ohren 
schmerzen und Schwerhörigkeit, wenn er mit altem Wein und Uosec 
eingeträufelt wird. Er wird auch den Salben, sowie den erwärmend* 
nnd vertheilenden Umschlägen zugemischl. Die Rinde der Wurzel 
zertrümmert den Stein und tödtet die Frucht; sie ist auch Leberleidende 
heilsam, wenn sie in der Gabe von 3 Obolen mit gewürztem Woin 
trunken wird. 

Daphne, die schöne Tochter des Flusagotle« Laon oder Peueiu hatte 
Apollo auserkoren, aber die Mutlar Qea verwandelte sie in einen Lorbeerbaa 
welchem Apollo den Numen Daphne ^^ab: .Meine üattin kunnst du nicht sein, ab 
mein Baum «ollst du weni^'etunB sein. Imnierjfrün eet dein Laub, an dir hau 
meine Ciiher, mein Köcher' (Ovid., Metamorph. I, S52). So war der Lorl>eer de 
Apollo f^weibt. Kr wäctut in Griechenland auf Uügeln und Bergen bis m 800 j 
HShe und in achattigen Schluchten wild, Haine und kleine Wälder bildend, 
über auch vielfach cultivirt, namentlich dQrflv kaum ein Klosterhof oder -Qart^n 
finden «c-in , der nicht seinen Lorbeerbaum hat. Auch in Italien kommt er wild 
högelreichen Getfenden vor. 

Die beiden von D. ani^egebenen Arten ßnden «ich «owofal beim wilden 
beim cuttivirten Lorbeer. Seine anmeiliche Verwendung iat heute eine aehr 
»chrftnkttf. 

Laitrm nobflk {Laurineae), Lorbeer. 



Cap. 107. riEpi nXatdtvou. Platane. Die zarten Blätter dt 
Platane in Wein gekocht und umgeschlagen hemmen den AuKenÖua 
sie besänftigen aber auch die Oedemc und Entzündungen. Die Kinde utj 
Essig gekocht bildet ein HundwoAser gegen Zahnschmerz. Die grüne 



I. Buch. Cap. 109. 



10t 



feigtlipBa Früchte mit Wein getrunken helfen g^en Schlangenbiäs, in 
fdBt vxfgenommen heilen sie die Verbrennungen mit Feuer. Der Flaum 
m Buttern und Früchten ist eingedrungen (in Ohren und Äugen) dein 
Mör und Gesicht schädlich. 

Pie Platane, PlataHU» oritnUdis L. (Platauoceae). ist im Orient heimisch; 

ein den (jenien bfili^r Biium und «oll zu Delphi von Agamemiion'i Hand 

:kt Min. PliuiuH XIT 6 lä«8t sie Über das Jouische Meer uach Sicilieii whii« 

Itn. von wo «e nach Italien nod dort apäter zu so hoben Khren kam. dass man 

•i* ^.'l Wein begosi. Durch ei^nthfimliche Fortpflanzung und ßeschnoidung , sagt 

. erxwin^ man die anglflckliche YerkrQppeluns^ der Zwergplatane. Theo- 

pl. I 9, 5) berichtet, da«» auf Kreta bei (.«ottyna eine Platane stehe, 

:.•• Blätter Terliere, unter ihr habe iteuB mit der Kuropa der Liebe ge- 

Iddq^ Uma aehäicte die Platune allgemein wegen ihrer ichattens] »endenden Krone. 

Gftp. 108. Ilepl MsXiac- Manna-Esche. Die Esche ist ein be- 
knater Baum; der Saft seiner Blatter und diese selbst mit Wein ge- 
tnokm und im Craschinge helfen denen , die von Schlangen gebissen 
od. Die gebrannte Kinde heilt mit Wasser aufgeschmiert den Aus- 
■II Die Drehspähne dea Holzes, genossen, sollen tt)dtlich wirkend sein. 

flrasiiiM« f>rHu« L. (Oleaceae), Manna-Eiche. Theophraat kennt auüser 
^tmt Art noch (Ue Berge und Bergabhänge Hebende gemeine Kaohe (ßauiuXioi), 
Ikhhuur crtWn'or I... welche wegen ihre:) hurten Holz&< geschätzt wurde. Nach 
IMmt (IL [I 5341 lieferte sie, ein der Nemesii geweihter Baum, daa Hols zti Lanzen- 
idißra und Schwellen. Pliniu« XVI 62 halt dasselbe dem Cedemholüe to äbnltch, 
hm e* kmnm davon xu unleoobeiden ist. 

Die Hlnnna-Esche »«t ein bia zu 10 ni hoher Baum mit drei- bis vierjochig- 
npMrig geliedorlen Blättern und grosMn riBpenförmJgen, wohlriechenden Blüthon. 
Dil FlftgelfrOchte »nd gelblich brann. die FlOgel abgemndet mit Sta^rfael^itze. Ihre 
Böaalh ut FCletnasieD. sie geht aber von Tnrkestan bU nach Sadtirol. Sie liefert 
fil Vasna, welche durch Kin^chnitte in die Rinde aufifiicaat und eintrocknet; diese 
*ind aur von culttvirteii Bäuinen gewonnen . hauptiächlich bei Palermo und Cefala 
(■ der NordktUte Stciliena, und kommt in zwei Sorten in den Handel, ala Köbren- 
— Uli. Manna connellata, und al« gemeine Mannu . Manna communis oder Gerace, 
<är reclir oder weniger veraoreintgte Matee. Von letzterer untcmcheidet man Manna 
1 und Manna electa. lUe aufgesuchten KOmer. Gute Manna enthält 80 bis 
w r iiannit. 

Cap. 100. riEpl AsDXTj;. Weisspappel. Die Rinde des Pnppel- 
Wnnes in der Gabe von 1 Unze getrunken hilft gegen Ischias und Harn- 
Bug. Ks wird auch gesagt, das« sie mit der Niere vom Maulesel ge- 
*aen Unfruchtbarkeit bewirke; es heiset auch, dass die Blätter nach 
«wm Äbfülirmittel rait Wein dasselbe leisten. Der Saft der Blatter, 
hovarm eingi-trSufelt, hilft gegen Obrensch merzen. Die beim Hervor- 
Wbtti der Blätter ent^iteh enden rundlichen Gebilde') heilen, fein ge- 
I^M««!), mit Honig als Salbe die Schwachsichtigkeit. Einige herichtenf 



'-*■*» 



dau die Kinde der Weis»- und Schwarzpappel in Stücke zerschnitten unj 
in gedOngt« Garteubeete gestreut zu jeder Zeit essbare Pilze erxenge. 

') Di« kugoligen Qobilde, af«tf{«, sind wohl nichti Andere« ali die Kao 
Oammae, nicht, wie Sprengel meint, die K&tzcben, Ameota. GevlM ist ei nie 
wie Uatthiolus glaubt, ß(>'J«v, eine Art Moos oder Flechte. Plinios XIT 132 ae 
ttbrlgoni Br^on diu Uva populi , die BlflUieniraube, das Efitzcben. Die Pappel 
dem Herkulei geweiht. 

l'op'tlu» nihil L. (Satic&cene), Weiti- oder Silberpappel. D« »afcj 
rtrebeade Baum war dem Herakles heilig. 

Cftp. 110. Ilspl At78(pou. Schwarzpappel. Die Blätter d« 
Schwar/.pappel mit Essig aufgelegt helfen bei Po dagraschm erzen. Das 
Harz dersolben wird den Salben zugemischt. Die Frucht mit Essig 
trunken hilft, den nn Epilepsie Leidenden. Es wird erzählt, das« di| 
Thräne, welch« am Flusse GridanoB^) aus ihr quillt, erhärte und zu de 
sogen. Bernstein werde, der bei Einigen auch Chrysophoron heisst. Behi 
Keiben ist sie wohlriechend und hat eine goldige Farbe; wird sie feifl 
gerieben getrunken, so wirkt sie gegen Dysenterie und BauchSuss. 

') Eridunos ist der mythische Name für einen Ftaas im Uamersten Nortiv 
Kiiroptv, ii|)ttter übertrug man ihn auf den Po, auf die Rhone, den Rliein mid m^ 
letxt gur iiuf ilio Radaune bm Dßnzig. 

Pltniu» XXXVII 4i bemerkt, dasn der Po (Padus) mit in do-i Mikrchen ve 
Dochten Koi, habe keinen anderen Grund, iil» «eil noch heute die Bauemweiber je 
■eil« doi Po den llern^tein in SchnCireu als Schmuck und ata Medicament um de 
Hall trflgcn. Nach nnderci- LeMirt hatten die Kunfleutc uu» Concurrenxrilckaiahta 
die Elektriden. die iM'Juitcinliefci-ndnn Inseln, in diu Adriatiache Meer, nah« bei dt 
Mttnilung de« Po, verlegt. Plinins XVII 242 lagt. die weisse Pappel gehe lawwla 
ia die Mhwartc aber. 

Die Schwarzpappel, PojmUs niifm I... untencbeidi-t sich roo der w(9> 
Art dadurch, duM die fajat deltaffinui^eu tilfittcr auf der UnlenHule grdn »ind , 
der WeittHimpiud haben diu melir henntrnugen rundlichen Blätter auf der Untrr 
vdwn roi'hr oder weniger graufiltigen UeberEug. Dtc Blattknonpen »ind btd jenl 
hantig klebrig, boi dtefler weiwlich belogen. Auch die«« war dem Heraklci b«Ui| 

VlP Abkunft des B«nuiteiQ>« von der Pappel wird auf eine Fabel zarfickgcftdll^ 
die uns Pliniui XXXVII 4ä en&hlt: IHe Schwestern dm rom Btittc eraeblagflB 
PhiiOtlion »eien durch das Tide Wrincn in Pappeln Terwmndett and als ihre Thcftsoa 
nou« noch alle Jahre aeboa dem PIosm Kridanua der Bernstein , welobtr de^alb 
Elretron hoiMe, wnü di« Sonne den Names Klecior tühtr. 

Klectron v ^dich der Name tax eine MtAChaag aas vierTbeil« 

und einem Theil - u, XXIII ^0). AU man spftter d«a Bcnwteia de 

PhAaiker kennen Icniie, mag gleiche Fatb« und gleiche WefH»ch*iiqag den 
ühgflB^ten haben . dem f (emitein deuMlUm Kamea beisalegta. Pli&ioi oamt 
Sorte Goldberntttia, (brTMlectroa, der UorgeDs am K bB art an aoeaclit oml 
mnX feaergfllUuliah Ist 

Ton der Wcia^kappd war Mhat di« (MUciabaltitR) Biade, Cortrx Ptj|i«It 
«IBomU. toq brideo. beftihiten roa der ^khwvtpaptiel . gCibraocht man tö» in di« 
»Hirt» Xah die Knospea, GomiHli Popaü. BasDfallicfa tar Bereciang vg« CnKnaatam 





I. Bach. Cap- 113. 103 

Cup. 111. lUpL Mi)tsp.o(. Mnkir. Makir ist eine aus dum Aus- 
uonr bfZPgeiie Itiailö. gelblich, fest, im Gescbmack stnrk arlstringirend. 
Sii wird gegen BluUpeieu, Dytienterie und Bauchäuss getrunken. 

.Vidt Ptiniu» XU 32 and Oaleo (De fiic simpl. TU p. ß6) ist Makir di« Rinde 
; < - ! : -. [. n.iime Indiens; sie bildet« nach dem Pi>rii»luii des li^rj-thrfti» 
. - . , . _: A . 1 braitikel aus Maloo anter dem Numeu ji^xstp. 

ö>ntiin (bb. tfi p. 262) ea^ er habe als Student der Medtoin zu Lyon von 
nm Apütheker, Rieb. Sermesiäe xu Antwerpen, ein Stück Rinde erhalten, wetchei 
4» ftls Pbarmakc^noH bekannte Apotheker V. Dowrez zu Lyon als Makir be- 
«JElftet habe. 

Chr. Aco«ta betchreibt die Mntterpflanxe als einen wtlaton, riel&stigen Bautn 
JklftbAn. grOiMT als die Cime mit 11 — 1*2 cni langen und 5 cm breiten (an der Bam) 
tg iiarin ig zagespilzten Blfttlem . die oberseita matt-, anierseits lebhaft grfln nnd. 
tim Btktbe und Frucht habe er nicht, »oudera in der Mitte eines Blattes bilde sich 
■■ iDtbbraaner, («mUelnerviger, hinsenf firmiger Schlauch, dem der Ulme nicht un* 
Abtii^, welcher die Samen enthalte. Dies» oeien herzförmig, gelb, tart, von der 
(Mat» eine« Denars, mit einer zarten weissen Haut bedeckt und rom Geschmack der 
flnddikernc oder ilondeln. Der Baum sei milchsaflroich , ebenso die groue. kraf- 
ti|t, weitverxweigte , mit einer dicken rauhen Rinde bedeclite, innen weisse, aussen 
pui> Wori^l. Die Sjianter nennen ihn Arbore de loä Camaras, Arbore sancto, die 
•iaHtboreufo Christen Arlwre de sancto Ttiome. Irrthümlich hat man die Bezeich- 
uofn Macer, Macir, Maoas auf Macis, den Samenmantel der Maskatnuss. Übet- 
ttVfft (Tgl. Flnckiger et Hanbnry, Hist de« drog. II p. 213). 

Cap 112. tlspl HteXI«;. Ulm*'. Die Blätter, Aeste und die 
iaät der Ulm« sind /.ueammen ziehend. Die fein zerriebenen Blätter mit 
fang wirken aU Umsching bei Aussatz, verkleben auch Wunden, mehr 
*hei die Rinde, wenn sie als Verband darum gewunden wird, denn sie 
*i4 riemenartig^), Die dickere Rinde mit Wein oder kaltem Wasser in 
der Gabe von 1 Unze getrunken filhrt den Schleim ab. Die Abkocbuug 
<Ur Blfttt«r oder der Wurzelrinde als Bähung heilt Knochenbruch durch 
bsiKühleunigte Callusbilduug. Die um die Zeit des ersten Hervorspriessens 
in ivn Bläschen sich findende Feuchtigkeit macht eingerieben das Antlitz 
^lozcod; trocknet diese Feuchtigkeit ein, so rerwandelt sie sich io mQcken- 
•rtig« Thit're')' Die frischen Blatter werden gekocht als Zukost wie die 
OhbAm Terwandt. 

1) d. h. ehMti-icb. Ks ist die im Frfl^iahre von den mittleren St&ramen ge- 
waaoeo« Rind^, welche vom Bast hefreit ist, hauptüächlich die seciind&rt> Rinde. 
blkcT als Coriex ITlini int^^rJor offiiin)*]!. *) «äoxat. Ks sind die durch Insccten- 
Ürht hrwirlheD Gallen, in denen nach D.* Ansiebt durch die gencratio aequivoca 
«■ it' '.neten, etwas schleimigen Feuchtigkeit die BiQcken entstehen. Bei 

TWi.hrj... ^. , j,l, II 8, 3) heisaen sie xöiiapo-.. 

Llmu» camptttri» L. (Dlmaceae), Ulme oder FeldrQster. 

Csp. ll^t. Ilspt oaff(>4tii]to? i6Xci)v. Faule des Holzes. Die 
*<B alt«» HöUern und Stummen wie Mehl gesammelte Fäule reinigt um- 



geschlagen die Qeschwilro und bringt nie zum Vernarben; fresHonde 
schwUre hiilt sie mit gleichviel Anis und Wein gemischt auf, wenn 
fein gepulvert in Leinwand eingeschlagen und aufgelegt wird. 

B. kann hier sowohl das faule Höh selbst, wie es schon boi den alten Acgyp- 
tem angewandt wurde, zum Aufsaugen der WundflUsaigkeit , ola auch — und 
scheint nicht unwahrscheinlicli, weil er va^^t: Aitö Tmv ^uXimv naXatwv — die auf de 
selben angenedelten Mikroorgauismen gemeint haben. Es sind dies vorKÜglicfa Hdj 
losiphou bynsoidtt, Vl»urococcua vulgnrü, Tetrentnpoblia JolUhtu. 

Cap. 114. Ilfifd KaXdp.cüV. Kohr. Eine Art llohr wird 
massive') genannt, aus der die Pfeile gemacht werden, eine andere 
weibliche, ans der die Zungen fOr die Flöten^) hergestellt werden; ei: 
weitere, da.s Pfeifenrohr'), ist markig, mit vielen Knoten versehen, ge- 
eignet zum Schreiben; eine fernere ist fest und hohl, wachst an den 
Flüssen, wird auch Douax'i und voa Einigen das kyprische genannt 
Noch eine andere Art hcisst Phragmites''), zart, weisslicb. Allen bekanm^' 
deren Wurzel fein zerrieben für sich allein und mit Zwiebeln als Um- 
schlag Splitter und Dorneu herauszieht. Mit Essig aber lindert sie Vi 
renkungen und Hüftschmerzen. Die zerstossenen grünen Blätter heil 
aufgelegt roseartige und andere Entzündungen. Der Phleos*), gebrannt 
mit Essig aufgeschlagen , heilt die Fuchskrankheit. Der BlUthenbüsc! 
der ilohre, wenn er in die Ohren gelangt, ruft Taubheit hervor. D 
selbe vermag auch das sogen, kyprische Kohr zu bewirken. 

*) KdXcii|io; vast4c, Anittdo nastos. geben die spätmilteJal tertichen SchrifUteller 
für Cantta indiea aue (v^l. Bauhin et Cherler lib. XVUI p. 487). *) Daa Flötenroi 
wird fOr Saecharum Havfnnae L. (ürumineue) gehultcn. *) Arundo fijuttiiaris 
*) Arundo Donax L., Pfeilrohr. *) Arundo Phragmite» L., Gcmoince Rohr. ') Pbl 
(fiMoif oder ■fXxiif), Saecharum etflindricHm Lam., eine letzt« Art. 

Tbeophrost (Hist. pl. IV 11) stimmt in der fluupt«ache mit D. Überein , 
aber in der Be«chreibaug der Rohre »yfitematischcr r.n Werke. Im AlIjTemei 
thetlt er dieselben in zwei Claasen. x. aü/.T.Ttmi;. das Flötenrohr, nnd iL etßpft?, dl 
gemeine Rohr. Dos letztere ist dann theils fest (dicht), tfaeils zart und «ohwa< 
Du fedte, /apanco;, Pfahtrohr, weil e» zum .Statten der Reben dient, wächst auf 
sogen. Äwfi!>*s(;, torfartig gebildeten Inseln der Sümpfe und Seen, welche fruchtbw 
Boden haben, doch findet sich auch hior zuweilen doa fett« FIOt«aruhr. Die and 
Sorte, K. nWiiiöc. das Flec^htrohr ^Schilfrohr) irilchsi auf den itXodfia;. Tnieln. 
enttitehen und wieder vnrscbwinden. Die achlcchtest« Sorte ist Donax (?cvo(4). Rie 
buschig und w&chst vorzugsweiai? an Flüssen nnd Seen. Kine beiondere Sorte 
das Pfeilrohr oder kretische Rohr, x. io;uic oder «prtixöt. Kr unterocheidet 
die Rohre vorzugaweiae nach ihrem Standorte: .Am meisten Venrchiedmheit i< 
Rohr zeigen , je nachdem es auf trockenem Boden oder im Wasser K^wuchsen iift.* 

Phleos diente nach Herodot lib. III 98 bei den Indem dazo, um Klcid<>r oicb 
Art der K^rbe daraus zu flechten, bei Plinins zum Fleclitt^n von Matlon und cnBt 
Bedecken der Dächer, seine Blütheurispe bei Theofihraat ala Wedel zum Tfint' 
der Wüjide; sie wurde auch dem Kalk zugemieclit als Bindemittel heim Verputz« 

Plinius XVI 159 sqq. cluwificirt die Rohre nach ihrem Habitus und ih 




1. Buch. Cap. 115. 105 

(iMthtST. aad ent dann nach ihrem Standort«. Weitläufig Tcrbreitet er sich Aber 

fr Balif^'^bllMfae de* orchomenucben Sees. Daä dickere nennt er auch Characian, 

fhbtnllr, daa flcbwftcbere Ploiiaa, daa der scbwinitnenden Inseln, da« besonder?' 

m Rdtaa gebriUichlichä Aniudo tibialis oder auleticon. Bei langdaucmder 

Mtnttbvmuninig bekommt da« Rohr mehr Stärke, es heiast dann Zeugitea, 

«ItnfaJts »:atätebt da« dünne .Seidenrohr, Bombycia. welches da« beste Material 

o dm norm U^-ferte. Den Vorzug verdiente dasjenige, welches vom Ccphisstu beim 

faSa«e in deA S«e bcsp&lt wurde. Das unterste Ende eignete sich am besten fllr 

ie Hake, dos ob«re für die rechte der DoppelBfite. Jene hatte mehr Locher and 

nrde Tom Pfeift;r in der linken Hand, di»te mit weniger Lochern in der reichten 

flwl geJi&It«n, sie war langer und hatte tiefere TfJnc. Das Flöteurohr musste stark 

irii. damit die Zangen lur Ahttimmung sich verschieben liessen. Alle drei Autoren 

Btencfaeiden dabei das Rohr nir die Hirtenpfeifc (3Üpr,'£, fistnla), und die FlSte als 

lonkinstrument {ctiXö^ tibla). Wahr»cheiaJich wurde sowohl A. Donax, dem Silvan 

uA Priapna bnlig. als auch Sacch. Ravennae da^u benntzt. Jenes findet sich durch 

!>N!bcnland, dieses nur vereinzelt, in besonderer Qualität aber am orchomeni- 

>? an der Mündung de^ Cephtssus. Das weibliche Rohr ist wahrscheinlich 

' 'aiamaffroKti» U (vgl. Fraas S. 298). 

Cap. 115. Ilspt IlaÄÖpo'j. Papyrus. Der Papyrus, aus dem 
hu Papier gemacht wird , ist Allen bekannt. Er eignet sich sehr wohl 
aa Gebrauch in der Medicin, zur Oeffnung von Fisteln, wenn er durch 
Iie«ration zubereitet und in Leinen eingeschlagen ist bis zum Trocken- 
nrdcn. Denn dicht gemacht und hineingelegt füllt er sich mit FlUssig- 
bit an, und anschwellend öffnet er die Fisteln')- Seine Wur/el hat nucb 
fioen gewissen NUhrstoff; die Aeg^'pter kauen sie daher, saugen den Safl 
na and speien das Ausgesogene aus. Sie verwenden ihn auch als Holz, 
I^ zu Asche verbrannte Papyrus aber kann fressende Geschwüre im 
Ibade and an jedem Theile aufhalten. Besser leistet dieses gebranntes 
^ier. 

'I D. macht aan Papyrus eine Art freischwamm. 

Cfptnu Püpynts L. iCyperaceae), Papierstaude. ist eine specifiHche Pflanze 
ii^ffitoiu, wo sie in der frühesten Zeit massenhaft vorkam: bei der voranachreiten- 
fa Bodeocoltur konnte sie sich als Spontanpflanze nicht halten, sie musst« aus den 
4älieh gelegenen Nubaländem, um den Bedarf zu decken, bezogen werden. 

Zar Anfertigung des Papiers wurde naeh Prof. Schenk die äussere Rinden* 
■äntlil tntfemt , dann das Fibrova«algewebe mit dem umgebenden Parenchyra in 
4hM LäogMlrciren geschnitten, welche nach Ausscheidung der im Gewebe ent- 
MitMn 8t&rke mit üammi uneinandergeklcbt wurden (Plinitu schreibt als Elebe- 
Mdf HeU mit Wasser und Ksiigzusatz vor . weil Gummi zu hart sfi). iHirüber 
bn kmicwetst: noch eine zweite oder dritte Lage. Die Bogen, von der ursprüug- 
^ea Dicke eines Mesaerrtickens wurden durch Klopfen (Pressen) und nnchherige« 
9dkt(en lo dfinn und ghitt wie Schreibpapier. Die Farbe ist dunkelgelb bis braun. 

AI« Medicanient wenden die alten Aegypter nach dem Berliner und dem Pa- 
jijTwKluTe den angebauten (e terra) und den wihlwachBenden (Oyperu» "loa Sarapfej») 
^mw und die Früchte an. Theophrast (Hist. pl. IV 8, 2) und Plinius XIII 71 
^^nchtea sawerdem noch von der Verwendung des Papyrus zu den Terschiedensten 
"VR^nu Die Wunel dient zu Brenn- und Nutzholz, aus dem SchaFte werden Fahr- 



r.euge, aus dem Basle Segel, Kleider, Matratzen ub<1 Stricke geßochten. Vgl. 
Herodot U 92 aqq. 

Cap. 116. IlB/>i MopExTjc- Tamariake, Die TamariBko ist ei 
bekunnior Buum, welcher an SOmpfen und stehenden 6ewäsaera wSchl 
eine Frucht trägt, welche einer kätzchenartifif zusamiu engesetzten BlQtl] 
ähnlich ist. Eine cuUivirte Art wächst auch in Aegypten und Syrit 
in Allem der wilden gleich. Sie trügt eine Frucht älmlicli dem Gali 
apfel, ungleich adätringirend im Geschmack, welche sich at^tt des Gallapfels 
zu Mund- und Äugenmitteln empfiehlt, im Trank auch gegen Blutspeiei 
ferner für Frauen, die am Magen und Flusse leiden, wie auch hei öeU 
Bucht und 8chlungenbiss. Im Umschlage heilt sie Oedcme; aber nuc 
die Rinde leistet dasselbe wie die Frucht. Die Wnrzclabkochung 
Wein getrunken erweicht die Milz, hilft als Mundwasser bei Zahl 
schmerzen, als Sitzbad ist sie den an Fluss Leidenden, als Begiessui 
denen, welche Läuse und Nisse erzeugen, von NutzeJi, Die Äsche 
Holzes im Zäpfchen stellt den Gebärmutterfluss. Einige verfertigen at 
dem Stamme auch Becher, welche Milzkranke als Trinkgefässe gebram; 
indem so der Trank daraus heilsam ist. 

D. hat zwei Arten, die wilde. Tamarix africatta Dcsf. (Tamarioftceae), Afri- 
kaoisclie THUiaiiske. welche in allen MeeieHnicdertingen und Sümpfen vorkommt 
tich ahf-r nie weit vom Meare cMitfemt, dtir Uauni de« Apollo, und die r.iihme, T. nrtieulata 
Vahl, Gegliederte Tarnariake, ein Baum 0berä(O'I''*'°*'> Die eixtere beschreibt Clu- 
Biu!<, Qbereinetimtnend mit Ko^^teletxky, uIb einen kraftit'en Strauch, der oll <iu eiut'm 
wtliten ßanme heranwächst Die Rinde des Stammea ist rauh, die Aeste §ind rOtUlich, 
die BUU.ter denen der Cyiirease ilhnlich, grAnlichgran, die BlQthe, un der SpiUi; der 
Zweig«, int traubenartig gebliuft. oft eine sehr grosse Ridpe bildend. Sie kommt 
Boch in ItiUien und Frankreich (Gallia Narbonuensis) in der Nähe von FlQweii vor. 
Die ciiltivii-te ist der anderen ähnlich , docb sind die Btätt«r tänj^er und ücfalanke^ 
Die Früchte sind grün, hart, holzi«, von Nusii^'röaae, aber meist alle verschieden fflj 
staltet (vgl. Baiihin Hb. X p. H.'iO). Pllniui MIl 37 und XXTV 41 ragt, die TamH 
riske heisre in Äcbaja die wilde Brya , nur die cuUivirte trage eine dem Üatlnpfel 
ähnliche Frucht; der gemeine Mann nenne jenen Baum unglücklich (infelix aHid 
weil er nichts trage und nicht gepflanzt werde. 

Von der in Araläcn, hnt«onder8 am Sinai wat^hsenden Tamarix maanifti 
Khrbg. wird eine Art Mannu gewonnen; mehrere Arten und in Sudeuroim hcis 

Cup. 117. Depi 'Epiiv.Tjc Heide. Die Heide ist ein atrad 
chiger Baum, ähnlich der Tamariske, aber viel kleiner. Ihre ßlUtbe 
nutzen die Bienen zum Sammeln eines nicht besonders guten M Honi^ 
Das Laub und die BlUthen derselben als Umschlag heilen Schlangenbis 

*) oi> siouZaiov: C. N. dagegen hat iv g;toD^i^, mit Kmi^igkeit; Qbrif?ens wird au 
heute der meimt im Frühjahr aus Clarten- und Wiettenblüthen geKuiiiiui?llo lloui^* da 
hcrbfitlichen Heidehonig vorgexogen. 

J^nVa nr&orea L. (Krieaceae), Baomartige Heide. In Oriechenland gibtwmfl 
tlifl den nördlichen (regenden eigentbümUchen BeideBilchen, ne werden onettt du 



Ariiotiu Bod Androchlo Hoiae, doch kommen di? »iaiEolnen Arten Heide aach gc- 
(•^cfatAÜcli vor, K. arborta als BOache von 3 tn Höhe. 

Cap. 118, lUpl 'Axax4Xt5o;. Akukalis. Akakalis ist die 
Frocbl emea in Äegypten wuchseüden Strauches, in mancher Weise der 
Trncbt der Tamariske äholich. Der ÄuTguss davou wird den Augenraitt-eln 
Hf Scharfsichtigkeit zugemiscbt. 

Pie MutteqiSanze Ton Akakulis dem Ke^meiem der Antbor und Türken, ist 
x\M >«1[Annt; die von Proaper Alpinus (De plant, aegypt. p. 32) bescbriebene nnd 
[ . <let« Pflflnie wird fär Tamarix oritntalh oder ariicuiata gchulteo. 

^P C»p. 119. Ilspt Täjiwo«. Wegdorn. Der Wegdom [Einige 
I umiea iho Persephonion ^), Andere Leukakantha*), die Römer Spina alba, 
-^pina cerbalis*), die Afrikaner Atadir] ist ein in Hecken wachsendtT 
u mit aufrechten Zweigen und spitzen Dornen wie Oxjakantlia, 
leinen, länglichen, etwas fettigen, weichen Blättern. Es gibt aber 
• ine zweite weissere Art und eine dritte schwärzere mit breiteren, 
r-,^ay. iDS Rothe gehenden Blättern und etwa 5 Ellen ^) und mehr langen 
^niigeo Zweigen, er hat aber weniger feste und spitze Dornen. Die 
ist breit, weiss, zart, beinahe beutelfQrmig, ähnlich einem WirteL 
I Bluter aller wirken als Umschlag gegen roseartigen und Bläschen* 
Es heisst aber auch, dass die Zweige desselben vor der ThUr 
drausden hingesetzt den schädlichen Einfluss der Gifte abhalten. 

*) Ton Persepboae oder rroserpina. der Qattin den Herrschers in der Unter- 
Pluto, wftil der Wegdom bei den Todtenopfem gebraucht wurde. ') Von 
li; und Äx^^da, weisser Dom. ') Weiuer Dorn, cerbnlis oder ('ervalis. hirschartig, 
*uhl weil die Domen wie Hirecbzu'.ken sieben. *\ s^x^ ^^ bängemaass ursprQng* 
I rtwa IV* FuBs, «pSter die ganze Klle, zwei Fusa. 

D. ontencheidet drei Arten Wegdom; die erste wird für Rhamnut i^eoidu L. 

aeae). Oelbl&tteriger Wegdorn, gehalten. Es ist ein grosser Straucb mit weis«- 

_ ' Rinde and zusammeogesetxten Dornen. Die ßl&tler sind länglich, ähnlich den 

VridB- oder Of^Ibaumbl&ttera, xn zweien oder dreien stehend, hrflchig, wei^glich tmd 

fittif. Die sp&rlichen BlQthen änd klein. In Italien heisst er Spina aanto oder 

i^tüo di Christo, well aus seinen Zweigen die Dornenkrone Christi geflochten sein 

f, daher auch wohl der Name .Kreuzdom', und dient vielfach als Zaangewächs. 

I tweitc Art, die weiBsere. wird nuf Ithamnuji saxaiiUs L- Zwergkrenzdorn be- 

Sie int kleiner, vieläittig, und bat eine weissere Binde, die Itlätter stehen zu vier, 

1 klein, «afliger, auf drr Oberseite weLseer und haben einen etwas salzigen Üe- 

Die dritte Art wird als Faliuru» australia G&rtu. {RhamMu» Faliurua L.). 

ir Wegdorn, ungesprochen. Es ist ein Stniucb, der aber auch Baum* 

bt, mit aufrechten Äesten und abstehenden Zweigen, welche mit zarten 

' spftzen Domen reichlich besetzt sind. Die Blütter sind breiter als die der 

Art, aber viel kleiner, dreinenig und stehen abwechselnd. Die Blüthen 

(litte ■(«mfSmitge Krone und sitzen neben den Blättern. Die Fracht ist breit» 

drflckt. mit einer Art schwammigem Mark, zwei- bis drelfficherig mit 

tiamen, welche den Leinsamen ähneln, aber runder und fleischiger sind. 



Tlipopliraat (Hiit. pl. IM 18, '2. 3) Imt ?,wei Artco. danintxT einPTi iniTn^-r- 
grOnen fUh. oitoides/. Plinius XXIV 124 nennt den nbauinas eioc Art Rubos, deren 
Wurzel ein Lycium liefert (Paliurue atutraltnj. H^l 

Cap. 120. IIspl 'Aa.[[iou. Melde. Die Melde [Einige nennen sie 
Grymon^), auch Brettanika « Hhabdion') oder Basileion'), die Propheten 
Basis oder Sapsis Mercurii*), Andere Diadem des Osiris oder Sonnenkront 
Kinige auch den heiligen Stengel*^), PyLttagoraä Anthenoros, die Aegypt 
Asontiri^ Asphe, Asello^re, auch Asaripbe, die Römer Aibucium, auc 
AnipuUacia^)] ist ein zu Einfriedigungen dienender Strauch, ähnlich dem 
Wegdorn^ weisslich^ ohne Damen. Die Blätter sind denen des Oelbanmes 
ähnlich, jedoch breiter und weicher. Kr wächst an Meeresgestaden und 
in Hecken. Seine Blätter dienen zu GemQse, indem sie znr Speise gekocl 
werden. Von der Wurzel 1 Drachme mit Honigwasser getrunken linder 
Krämpfe, innere Zerreissungen und Leibschneiden und befördert 
Milchabsonderung. 

') Bedeutet Schutzwelir ala Heckenpßanze. 'j Wörtlich da« ROthcfaen. *) Da 
königliche Strauch. *) Fusa dca ^Merkur. ^) Auf Asphodelus bezof;^^ welcher aticj 
Aibucium hiess und hoch g'escbätzt wurde als Gei^enmittel gegen Gifte. *) Wir 
auch Ampeleuke {&|inX&( )^uxy|), Vitis alba, geleeen und uufdie weine traubenf^rmige 
BlüOie belogen. 

Der Name "AXc^o;, Haliuios, von &).;, dm Meer, ^ht auf den Standort. 

Theophrast (Hüf. pl. IV 16, 5) rei'hnet die .Melde xu den Pflanzen, welche 
Kampf ums Dasein andern die Nahrung nehmen und sie zu Grunde geben laaie 
dieses ist bei der Melde dem t'ytiaaus gegenüber der Full. PlJnius XVH 289 t-rzg 
dasselbe, weist auf die Verwechselung mit Albucus (Asphodelus) hin und fahrt XXII 7| 
zwei Arten an, eine sabme und eine wilde, zu der Krateoa« eine dritte mit 1 
rauheren Blättern von cypresüenartigem Geruch gefügt habe. 

Atriplex HalimM L. (Cbenopodiaceae). Mel denatranoh. 



Cftp. 121. rispi riaXtoüpor>, PaUuros. Der Paliuros ist ein hi 
bekannter Strauch, dornig, fest, dessen Same fettig und leinsamenähnlic 
sich darstellt. Getrunken hilft er gegen Husten, zertrümmert die Blasen- 
steine und ist wirksam gegen Sch]angenbi.s.se. Die Blätter und die Wuncfl 
sind zusammenziehend, die Abkochung davon als Trank stellt den Baucl: 
fluss, treibt den Urin und erweist sich heilsam gegen todbringende Qif 
und den Biss giftiger Thiore. Die fein gestossene Wurzel zertheilt au< 
alle frischen Quschwdltite und Oedeme. 

Diese l'flanzc wird für Zhyphus vulgaris h. iRbamneae), jLidendorn. 
halten, oder, wie auch Praas meinte D. hat den Paliuros xweitnal, hier aas 
Heber bebandelt. 

Theophra<it (Eist. pl. til 18, 3) sagt, Paliuros ti-age eine schotcnartjge (iv X«^^^) 
Frucht mit drei bis ricr Samen , welche dem Leinsamen an xüher SchleimiKkeit 
(^XtTj^^oörrj«) und Fettigkeit gleichen, diu Blätter seien an der Spitze und an de 
Seiten stachelig — dies geht offenbar anf Paliurua austraits. Dagegen smgL 



I. Buch. Cap. 123. 



109 



UV' S. S), der Paiiaro» in Libyen h&hti mehr diu Furm des Strauche«, die Blätter 
«ies (iüoeit des hiesigen {^t^ iv^o&d^«) ähnlich — Fraa^ fand ihn in Griechenland 
«ild oder TenrildL'it — , die Kruchl sei nicht breit, sondern rund and roth, so gros? 
n die d«r Ceder, sie iMithaltv einen äUasen Kern. 

tJebereüuUinmend hiermit «ind die Angaben dei PHnins XXIV 116; bei den 
ifrikaaem hetMe der Same Zura. Die mediciniftche Anwendang ist faxt wOrtlJcb 
&Hlbe wie bei D. 

Bei den Bpfttmittelalterlichen 8cbrifUtellem Mattbiolus, Buelliui. 
B«Hoain8 o. a. ist ea zweifelsohne FaliuruM afrieama (vgl. Gauhin et Cherler 
5K VI p. 37. 

Cap. 122. Ilspl 'Uc'iav.d/dT,;, Oxyakantha. Der Feuerdorn — 

Kinige oennen ihn Pyriua, Ander« Pjrukautha^) — ist ein Baum ähnlich 

ia wilden Birne, über kleiner und sehr dornig. £r trägt eine Fracht, 

der der Myrte ähnelt, voll, rotb, leicht zerbrechlich ist, innen 

— : t-uem harten Kern, und hat eine vielgethetite, tiefgehende Wurzel, 

8(äif Frucht, getrunkt^n oder gegessen, stellt den Durchfall und den Fluss 

4w Frauen. Die fein gestossene Wurzel aU Umschlag zieht Splitter und 

Dülmen aus. Man sagt auch, die Wurzel könne Frühgeburt bewirken, 

vtDD der Bauch dreimal damit geschlagen oder eingerieben werde. 

^ Von K&p. Fen^r und öudv^Tj. Dom. 

Bd TheopkraAt (HiTtt. pl. I 9. 3; III 3. ^) gehCrt der Straocb zu den immer- 
plMB (fcwftcbwo, '0;u4lx«ivd^o{ ktiyAlti. PUmus XXIV 70 s^ft nur kurz, die 
BRna von Pyrucantba wOrden aU Trunk gegen Schlangenbisse verordnet. 

Einige Autoren, darunter Sprengel (Gesch. d. Bot. S. 150) und Lenz (S, 69IJ 
Wltnt die Oxjakanliia für Cratargun P^raeantha Pers. oder Menpiluu Pvraeantha L. 
(Kt«r«ae Pümuidene). Feuer dorn, der in SOdeuropii und dem Orient heimisch ist 
*i noch heute iu Italien Piracanio genannt wird. Fm i^t ein sehr äaliger, oft baum- 
vtiftr Strauch mit glatter braunrother. iui Alter mehr schwürrAichcr Rinde und 
<tqfu Domen. Die Diätler siud kurz gestielt, ovaManzettUch, gekerbt, kurz zu* 
P^iiU kalil. lederartig, immergrün und glänzend, nnf der Cnteraeile blasser. Die 

' i'^Ti Trngdolden der Blßthe sind ausgebreitet, weiss. Die erbsengrussen Früchte 

uerrolh und enthalten bis zu fünf NOascben. 

Fraai dagegen sieht denselben FQr Cratatffus OxifoeantUa L., Hagedorn odL'r 
6taetnen Weissdorn an; er beruft sich dabei auf ^U^uäxavfro; des Theopbra«t 
'%tf pt ni A, 2). KbeoEO sugt er: aUobrigens sind die fQnf Steinkörnchen ziemlich 
it fissm verwacbnen'' ; Crataegus Oxyacanlha hat aber überhaupt nur einen, hOch- 
**»• t»i» drei Saroenkeme. 

Von den lipHtmittelalterlicheii Schriftstellern, welche gleichfalU iu ihren An- 
etten auaetnonder gehen, geben Val. Cordus und nach ihm Bauhin Ox^akantha 
^ den deutsehen Weissdorn aas (vgl. Banhin et Cherlet IIb. VI p. 49|. 

Cap. 123. Hspi Kovoaßitoo. Kynosbatos. Die Hundaroee — 
«Dige oennen erie auch Oxyakantha — ist ein Strauch, viel grösser als 
<ie Broniheere^ baumtu-tig. Sie hat viel breitere Blätter als die Myrte, 
'"" Me Zweige herum kräftige Dornen, eine weisse BlUtbe, eine dem 

ikem ähnliche Frucht, welche bei der Reife roth, deren Inm 



'««?!*%« 



wollig ist. Die trockene Frucht, ohne das wollige Innere ^ d(»nn diftfc 
ist der Luftröhre schädlich, in Wem gekocht and gctrunkeii, stellt deij 
Bauchfluss. 

TheophrMl (Hiüt p1. lll IS. 4) beichretbt kurz die PfUnxe in gleicliem Sinai 
als eineo baomortigen Straucli; IX 8, 5 spricht er von dem Humbog der Phortaaku- 
polen beim Ausgraben der Wurzeln unil Einsammeln der Kräuter und nagt, die 
Frtlchte der Hundsrose mUssten mit abgevandtem Geoiehte gepflflckt werden, damit 
den Augen keine Gefubr drobe. Sehr natQrlicb, daratt beim Abpäflcken die feine 
Wollhaare nicht in die Aogen Biegen. Plinius XXIV 121 beschreibt glekhfalli di^ 
Pfianze, er sagt: Folium hnbet veittigio hominis simile, da« Blatt bat die Form de 
meDschlichen Fussaoble. Hier hat ihm offenbar flüchtiges Lesen oder Hören eined 
Streich gespielt. Die griecbiKcben Sehr iftatel 1er, auch Thcophrost sag«a: t& 9b -p-j#.Vo 
&Yviii2<C, das Blatt ist dem von Agnvis (Vitex agnus castus) gleich. Plinius öbenet 
dafür '.;(^vü9t( {von tj^vo;, die Fusssohle und cUo; gleich). Weiler sagt er, die Fnicb 
•ei schvarz, in den Kernen finde sich ein Nerv, daher ihr Name Nenropastus. 

D. beschreibt den Strauch nur erkennbar als Hosa nemperviren» L.. R. camna L. 
(Bosaceae-Kosoideae), Immergrüne Hose. 

Früher waren die Rinde, BlQlhenblatter, die FrQchte (Hagebutten) und dis^ 
Fongi oder Spongioe Cynoabati. Rosenschwftuiuie, welche als schwammige, mit 
grünen und rothen verworrenen Haaren bejetstc, durch den Stich von Cynipa Row 1 
bewirkte Auswüchse an den Zweigrn sich ßnden. offleinelt. 



:4 

it 






Oap. 124. Ilspl Köffpou. Lawsoniii, Der Kypros ist ein Bamnj 
welcher um die Zweige Blatter hat wie der Oelbaum, aber breiter, weicher 
und grüner, weisse, trauben förmige, wohlriechende Blöthen, einen schwarzen 
Samen, 'ähnlich dem des Uollunders, der beste wächst in Äskaton^) undj 
Kanope"). Die Blätter haben zusammenziehende Kraft, daher heilen siq 
gekaut Mundausschlag (Soor), als Umschlag helfen sie sowohl bei sou 
stigen feurigen Geschwülsten als auch bei Karbunkeln. Die Abkochung" 
derselben ist eine Bähung bei Verbrennungen mit Feuer. Die fein ge-^J 
stossencn Blätter mit Seifenkrautsaft gekocht und eingerieben färben dil^l 
Haare gelb. Die BlUthe, mit Essig fein gerieben und auf die Stirn ge- 
legt, linderb Kopfschmerzen. Die aus derselben bereitete Kj-prossalbe 
ist erwärmend und die Sehnen erweichend, wohlriechend, ein Zugatz za_ 
erhitzenden Mischungen. 

■) Stßdt in Palästina, jetzt Askalan. '*) Stadt in Dnteräjpten an der 
lieben Nilmfindung. ^ 

D. vergleicht die Frucht (er sagt allerdings sat^ip,«) mit der des Hollunder<', 
diese ist aber eine Beere, wahrend Lawsonia eine runde Kapsclfnicht hat, beide tdikd 
aber mehrBamig. Plinius XII hl n. 109 weicht von D. insofern ab. als er die Fr 
der des Korianders ähalich und wei^s angibt 

Die Blfttti^r liefern ilic hei den Orientalen allgemein gebr&nchliche Henna cum 
Färben der Finger- and FussoHgel. Die Pflanze ist nach den Krcuz^ügen in lUiU« 
angepflanzt, wie sich uns der Verordnung Friedrichs IL vom Jahre 1239 ergibt. 

Früher wurde die Wurzel als Radix Alcannae veme oder Radix Cjpri gebniuchV 

Tjau-nonia cr/^u L. (L}-thra<ea«)i Weisse Lawsonie, Hennaitrau ub. 
4—6 m holier busthiger Strauch vom AitMeben de« gemeinen Ligastem. oft bam 



U ztt 11 



BsUg \m 9 m Höh«, er findai sich vom nOrdliohen Afrika ui domh den ganzen 

lünenl. I>«t wirksame BesUndtbeü der Wurtcl i«t auch Hartwich (Die ncnen 

Imeidro^. aus d. PSantenr. S. l'.tS) ein Gerbstoff von glukoaidischem Chanüct«r. 

Cap. 125. Ilepl 4*iXX!)psai. Pbillyrea. Die Phillyrea ist ein 
Buun, an Grösse dem Kypros gleich, die BUtler sind denen des Oel- 
^Bones timlicb. aber breiter und schwärzer. Sie hat eine Frucht trage- 
Ahr wie die Mastixpistaeie , schwarz, etwaß sflss, etwa traubenartig ge> 
UUei. Sie wächnt in rauhen Gegenden. Ihre Blätter adßtringiren wie die 
^ wilden Oclbaumes, sie wirken da, wo ein Adstringens nothwendig ist, 
im meisten hei Geschwüren ira Munde gekaut oder in der Abkochung 
-1- Mundwasser; getrunken befördern sie auch den Harn und die 

Di« meurti'n in ßetrucht kommenden Autoren halten diese Pßanze für Phtltyrea 

L. (OlüBceai*). Breitblätterige Steinlinde. Frauti angt , e« «*i der 

des l'heophraat, bei dem ftU.!ipi« nicht vorkomme. Hierin irrt er aber, 

> ffijl. p1. I 9. 8 ond III 3. 3 werden beide imter den immergrtlnen Gewäehseii 

bL Sprengel (Geeeh. d. Bot. I S. 5ä) übersetzt abrigens auch Xaxäfo, Xaxä^Y, 

(IWoiibr. L c. IIT 6. 1) mit Phillyrea latifolia. 

Bei Serapiun ist es Mahateb der Aral>er, Ctramt amara oder Ceratmn Mahaleb h., 
tei ;edtKJi Matthioluii widenprifht, ohne aber selbst die l'flanxe zu beschreibem. Die 
IduifUteUef des XU. Jahrh. TrngDs, Hermolanns u. A. sehen die Linck^ Tilta, da- 
(bsB, indem sie ipt'^öfa statt '^iWupia lesen, auch Pliniua XXIV 50 schreibt die ron D. 
Hp^hrnen Wirkmigen der Linde zu. Amatas macht eine Art Ligustnim daraas 
wd C. Bauhin meint, die Phillyrea des D. sei fuXixTj des Theopntst, der wilde Oel- 
Wn, Oleastmm (vgl. Bauhin et Cherler üb. II p. 227 und lib. V p. 587, wo 
■ii Ctttenirleti mich der Gestalt der Bliittcr aufgejLäblt werden). PhiII>Tea Utifol. 
iBtio etwa 2 m hoher •Struuch SQdeuropas mit vielen starren, geraden, am Kode 
viieUBarigra Atisten; die langgestielten Blätter sind abstehend, stachelspitzig, fein 
pAgt, am Rand«! umgebogen, unterseits erhaben punktirt. Die BltlthenatrftasBcben 
Öd U«in mit ftaumigen. hinfälligen Deckblättern, die KroDcnblätter grttniicbweise 
Bit atwt«henden, zarQckgebogenen Zipfeln, die Frucht iai erbsengrosa, kugelig, 
Kbvanblau. 



Cap. 12Ö. Ilepl K[3t0'>. Kistos. Der Kistos, welchen Einige 
KiOiamn oder Kissaron nennen, ist ein in steinigen Gegenden wachsender 
z««ig- und bUttreicher Strauch, nicht hoch, mit rundlichen, herben, rauhen 
B&tiem. Die männliche ßlOthe ist wie die der Granate, hei der weib- 
Ecfa«D ist sie weis«. Sie hat zusammenziehende Kraft; daher sind die 
Krriebeneu BlQthen, zweimal des Tages in herbem Wein getrunken, ein 
^nt«« Mittel gegen Dysenterie. Für sich als Umschlag halten sie 
frnaezide Geschwüre auf. Mit Wachssalbe heilen sie Brand- und ver- 
altete Wunden. 

Tbeophraiit ichreibt xü^c, Kinthos. PHniiis XVI 152 verwechnelt Kisthos mit 
dem Kpbeu: ,E(i gibt auch einen starren Ephen , welcher ohne Stütze steht 
daram von allen Arten allein Cissos genannt wiid.' 



D. antcrsüheidet uacli der Farbe der Blütbc zwei Arten, d«n mäimliohen ua 
«eiblichen. Der erste 'ut Ctstu» vitlosusl,. (Ciataceae), Rauhes Üistrascben, da 
andere Cütus salvifolius L.. Salbeibl&tterige^ CislrfiBchea. 

Es sind Sträticher oder HaJbsträucber dea Orients and Büdlichen Kuropa« 
wtitiuzottigen Aesten und gegeoHULadigen, rund lieh •ei f&rmigen bezw. l&uglicheu, raulj 
bMtigea Hliittcni. Die BtClthe ikI fQnftheilig. die Frui:ht eine fünf- hi» zobnfäcberlg 
Ka]>9e), die Samen sind an den inneren Winlceln der Fächer angeheEUt. C. salvifa 
bat kürzere, unterseitt SIzige, der üartensalbei Ähnliche Bl&tier und weicUfili: 
BlUthenstiele, gros») weisse Kronenbliltter mit gelben Nägeln. Die Svhrift«t«ller d»^ 
16. J^hrh. machen von der ersten Art nach der Gestalt der Bliltter fHuf Üntentften. 

ÜRp. 127. Ilepl TÄoxiOTidoc. Hypokistis. Auf den Wuraell 
des Ciströüclien» wächst die sogen. Hypokisiia, von Einigen auch Tryb« 
thron [Tbyrsion], [von den Afrikanern Phyllesadej oder Kytino» gena 
in eti^a ähnlich dem fleischigen Kelche der Grantite*). Ea ist ein blat 
loses Krnut^), tbeils gelb [theils grün], theils weiss, welches zum Sa 
bereiten benutzt wird wie die Akazie. Einige trocknen und ^erstosseo 
es, nmcerireu und kochen es dann und verfahren weiter damit wie beim 
Lykiou. Es hat dieselbe Kraft wie die Akazie, ist adstringirender ahn 
und trocknender, wirksam gegen Magenleiden, Dysenterie, Blubpeien ud 
Fluss der Frauen, als Trank und als Injection. 

*) Die Aehnlicbkeit muss wohl auf die BlQthe betogen werden. *) «öa £«oX 
ia C. nnd N. 

Den Namen hat die Päanze von ihrem Standorte bah und «[sto^, anter den 
EUstos. Sic wächst aU Schmarotzeriifianze auf den Wurzeln derselben in Sfldenrop 
nnd Afrika. Die verschiedenen Farben bezieben sich aaf die F^bung der Schupp 
mit denen der 7 — lü cm hohe fleischige Stengel zi^eldacbattig beaetst ist; 
oberen sind gelb, die unteren mehr fahlgelti. Die BlQthen sitzen xu drei bis fünf, 
oft bis KU neun zwiacbrn den Schuppen des Stengels an dessen Spitze, fast dolden- 
tranbig, die weiblichen am Rande, fast sitzend, die männlichen in der Mitte, kurx 
gestielt Die Zipfel and K6bre der HlOthenhOlle sind raubaarig-flummetartig , der 
Fruchtknoten ist fast kugelig, der (iriffel dick, die Beere kugelig, baselnutugroo, 
gelblich, lederig, mit schleimige» Fllchem. 

CytinHü Hi/}tociatiit L. (Cytineae), Gemeiner Hypocist. 

Pliuius XXVI 49 nennt sie auch Orobetbron, dem unreifen Granatapfel UiD^ 
lieb, und unterscheidet missrerst&ndlich eine weisse und eine braune. 

Der früher ofGcinelle SaA der Hyiwcistis bildete runde, asphaltglttii 
Kuchen von der Consisteuz des weichen Wachses , sauer schmeckend und ads 
rend: er wurde vielfach ersetzt durch den Sait der Wunel vun 7)ragopoffim prä^ 
tena* L. (Rad. barbae birci), Wiesonhockabart. 

Cap. 128. Ilifil Aa^Ävo. Ladanum. Es gibt aber noch eia 
andere Art Kistos, von Einigen Ledon genannt, ein Strauch, welcher Dut 
denselben Verhältnissen wächst wie der Kistos; er hat aber gWlsvere ua 
dunklere Blättor, welche im Frllbjulir eine gewJKse Fettiffkeit abüondern. DJ 
Krall der Blätter de^^elben erweist sich als adstringirend, heilsam ge 
dos, wogegen auch dur Kigtos wirkt. Von ihm wird das sogen. Ladanum 



gewonnen. Die Ziegen und Bocke nehmen bekanntlich beim Abweiden 
der Blätter die Fettigkeit, welche wegen dur Klebrigkeit an den Barten 
and Schenkeln sich anheftet, auf; diese nimmt man ab, reinigt sie, knetet 
Ä« in Stängelchen und bewahrt sie auf. Einige ziehen auch SchnOre 
ober die Zweige hin, schaben das daran klebende Fett ab und kneten es. 
Am besten duvon ist das wohlrieclieude, grUnlicbe, leicht erweichende, 
fette, »and' und schmutztreie, harzige. Ein solches ist das auf Eypem 
gewonntmei das arabische und libysche ij>t minderwerthiger. Es hat ad- 
stringirende, erwärmende, erweichende, eröffnende Kraft. Mit Wein, Myrrhe 
and M}'rteuöl gemischt verhindert es dius Ausfallen der Haare, mit Wein 
a&gotrichen macht e» die Wundnarben schün, mit Uonigmeth oder 
BosMiöl eingeträufelt heilt es Ohrenschmerzen ^ als KÄuchcruag dient es 
mm Herauswerfen der Nachgeburt, den Zäpfchen zugemischt heilt es 
Verhärtungen in der Gebärmutter; es wird auch mit Erfolg deu schmerz- 
ftäUeoden Arzneien und Hustenmitteln zugesetzt. Mit altera Wein ge- 
traoken stellt es den Durchfall. Es ist aber auch harntreibend. 

Pliniu« XTI 73 und XXVI 47 erxählt ungefUhr da«s«tbe, <1ie Mutterpflanze des 
kj|irü«ti(;n Lailanum nimnt er Ltidaniim oder beda , bei rlcn neueren Bchriflatellem, 
mgt «r. beiist dux Hurz Strobolon. 

Herodot lU lt2 bezeichnet das Liidanutn als eine Ausschwitzung diu den 
B&liAi der ZioK^tibJ^cko. 

Div SUinimpflaiue des Ludanutn ist Cistux erttieu» L. (Ciatineae), Klebrigei 
Cittrnichen. oder Cittu» UMtuptiiengü. Die erstere ist ein tiO cm bis 1,80 ni hoher, 
»''•' etwa» klebriger Stmucb mit ^stielten, eir^rmi gl an fi; lieben oder etwas 

H'- ■•m. kämpfen, welligen, filzig-kurzbaarigen Blättern, kurzen, weicbbnarigen 

QlOtlicnititilen, zottigen KetcLblättcbeD, rosenrotben verkebrt-eiförmigen KronenbhVt- 
(■rn. eiförmiger, xolUg-weiohhaariger, fünfklappiger Kap<>el und rothbrauneii Samen. 
Bri C. mon«|ißlieii«iji lind die ßläller Unglicb und scbmHter. Die HeimaUi iat Stideurüjia 
nul der Orient Do« Einsammeln dtis Ladanum geschah uuf Kreta und Kandln nach 
UeUoniuB in derWeive, dasa die griechi«cben Manche (Calohieros) mit einem recben- 
iftig«a Initzameote. an dem vtelc Läppchen von Leder befestigt sind, aber die 
ttaue hin«tricben, so dam sieb da« Harz an die Läppchen festsetzt^?, von denen 
■ twi bri^nnender Sonnenhitze mit dem Messer abgeschabt wurde. 

In Spanien wird es von CittuM ladaniferus h. darch Anakocben der Blätter 
ad Z««ij^ und Eindampfen gewonnen. 

IHu Ladanum ist ein tbniiti in formlosen Massen , theils in geraden oder ge- 
«i!»<Ipnen Stangen vorkommende«, braunrotbes bia «chworzefl, zwischen den Hngem 

i-ndeN Hara mit grauem oder schwarzem Bruch, ambraurtigem Geruch and 
<>4K;itmitcitem Getclunack, in Alkohol fast gana uulJ^Uch, Schon im Mittelalter, als 
dk Ban »och mehr im Gebrauch war, wurde cw mit Myrlenfrtlcbten und thierischcm 
LKh TtrfUachi (vgl. Baohin et Cherlcr lib. XITI p. 7). 

Cap. 12S». Hipi 'F.ßivo'j. Ebenholz. Als das beste Ebenholz 
Episch«, schwarze, ademfreie, welches an Glätte dem poUrten 
und auf dem IJniche fest ist, einen beissenden und etwas 
nammenitieliendvia Geschmack hat und auf Kohlen geworfen mit Wohl- 
&«f*nAftt, Arxadmlttfillfllin il» DtonkuriO««. 3 




gerucb und obne Rauch verbrennt. Wird es im frischen S^ustande den 
Feuer genähert, so entzündet es sich wegen des Fettgehaltes. Auf einet 
Schleifsteine gerieben wird es etwas gelblich. Es gibt auch eine indiec 
Sorte, welche weisse und gelbe Ädern und gleichmässig dicht gehäuf 
Flecken bat; indess besser ist das erstere. Einige verkaufen das Maul" 
beer- oder Äkantholz^), welches ähnlich ist, statt des EbenhoLees. 
wird aber daran erkannt, dass es porös ist und in kleine Splitter 
purpurartiger Farbe zerfallt, welche nichts Beissendes im Geschmack habe 
noch auch (oder) beim Räuchern angenehm riechen. Es hat die Kr 
das zu vertreiben, was die l'upille verdunkelt, auch wirkt es gegen allj 
Flüsse und Pusteln. Wenn aber Jemand ein feines Pulver*) daraus mac 
und es zu KoUyrien gebraucht, so wird er besser daran thun. Ks wir 
ferner auch zu den AugenmitteJn verarbeitet, indem die Dreh- oder Raspel-^ 
spähne in Wein von Cbios einen Tag und eine Nacht macerirt und dfl 
sorgfältig zerrieben zu Kollyrien gemacht werden. Einige zerreiben da 
selbe vorher, sieben es ab und behandeln es weiter auf dieselbe Weis 
Ändere aber verwenden Wasser statt Wein. Es wird auch in einem 
rohen (neuen) Topfe bis zur Verkohlung gebrannt und gewaschen 
gebranntes Blei. Ein solches ist ein gutes Mittel gegen Angenkrätze 
trockene AugenentzDndung. 

*] Akantholz kann kuum etwas anderes sein als die Akasie, Snatim. wetc 
D. I 183 ÄKav8-<» ÄivSpiö^? injnnt, von der Theöphrast (Hiat. pl. IV 2, 8) aagl , 
es eine achwai'ze gebe mit festem unverweslichem Holze. 'Auavftti Xtoxi^, äkövII 
und fitavfra bei D. TU 12, IG, 17 sind Erautpflanzen. Ebenholz nnd Muulbeorho 
wurde nach dem Peripluc to Balken , Breitem und Blöcken von Biirygaza noch 
BanptfitapelplUlzen Persiena gebracht. ') äviäviov, ein suf dem St.eiii«, ixi^v-r^, 
pulvertoj Aitgeninittel. 

Diüspffron EbtttHm L. (Ebeuaceae), Ebenholz. 

Schon die Aegypter wandten daa gerupette Ebeiüiolz mit Wein macerirt 
Adgenmittel an. Ebenbolz war neben Elfenbein ein kostbarer BandelEnrtikel 
Bibel (Kzech. 27. 15). Das AlmugimholK M, Uli.) KtVn. 10, 11 wird för 
über auch fQr Santelholz gehalten. 

Theopbnut (Hist pl. IV, 4, 6 und V 4, 2) unterEcheidet ebenfalls zwei Sor 
nach der Schünfaeit und Güte des HuU'.«, von dem er sagt, daas es der FAnlmia 
widerstehe. Nicht anders PliniuR, welcher XVJ 204 meint, der Cjtisns komme 
Farbe drm Kbenholx am ntlclisten. 

IHe V'erKchiedenheit in Farbe imd Festigkeit des Holze« wird aber wohl 
vom Standort abhiingcn. 

Cap. 130. Wt^i f.ö5tuv. Rosen. Die Rosen |Ro3a der Uöi 
kühlen und adstringiren, die trockenen sind mehr adstringirend. Zu 
muss man sie im weichen (frischen) Zustande verarbeiten, nachdem m 
den sogen. XageP) mit einer Scheere abgeychnitten hat, es ist dies 
weisse Stückchen am Blatte, das Uebrige aber auspressen und (den 
im Mörser im Schatten reiben, bis sich eine dichte Ma^se gebildet hat. 



«iid CS dann bei SeiU gesetzt zum Einsalben der Angen. Auch werdeu 
£» Blätter im Schatten unter fleissigem Umwenden getrocknet, damit sie 
licht schimmelig werden. Die Colatur der trockenen, in Wein gekochten 
B&lt«r thut gut bei Kopfschmerzen, bei Äugen-, Ohren- , Zahnfleisch-, 
AAer- [d. h. Masldarm-] und Muiterschmerzen, wenn sie mit einer Feder 
eogcpiziaelt oder wenn dnmit gespUlt wird. Dieselben (die Blätter), ohne 
Asspresftoi zerstosscn und umgeschlagen, helfen gegen ünterleibsentzUn- 
Jo&geo'), Hogenfanle und roseartige Hautentzündungen; trocken aber 
co4 fein gerieben werden sie auf die innere Seite der Hüflen gt'strcut, 
ftocfa werden sie den [kräftigen^ und wundenheüendenj Gegenmitteln zu- 
gesetzt. Sie werden auch gebrannt zu Mitteln, um die Äugen zu ver- 
idlGiieni. Die mitten in den Hosen beßndliche BlUthe *) wird bei Fluss 
de» ZahnBeisches aufgestreut, die Eüpfe^) getrunken halten den Bauch- 
Ion und das Blutspeien auf. [Die goldgelben und einblätterigen'^ Kosen 
md CO AJlem unbrauchbar. Es gibt auch niedrige, kleinere, einfache, 
wflde, welche zu Vielem besser geeignet sind aU die gebauten.] 

*) Ungttii . der »pitze Theil der BlUthenblätter — vou letzteren ist nur die 

hdo — mit dem sie auf dem Blfltheiiboden oder dem Kelche angeheftet and. 

^ iniMptnv, die Purtiie vom Brustknorpel bis «um Schambein. ") ftv^nipal^, eigeni- 

fcltfaend, jug(>iidlicb frisch. *( Der Blüthenhodcn mit Staubfaden und Pistill. 

[Der Fmchtknoteu. '1 Nicht gefJlllten. Die Hose, welche wir noch jetzt die 

der Blumen nenaeD* spielt bis ins tiefste Altertbam in Dichtung und Pro^a 

I sroMte RoUe. Ohne das Gebiet der Mythe zu botret4<n, sei nur erw&hnt, dasa 

> gUubte, die Roa«? aei ursprünglich nur retn weis*) gewesen; die griechiichen 
•Mtgm, düa Blut des Cupido oder das der Venus uus einer Verletzung ara 

iw^ anf iie getröpfelt und habe ihr die rotte Farbe und den Wohlgenirh ver- 
Theophrast. (Uiat. pl. 6, 4) nnd Pliniua XXI IT, unterscheiden viele Sorten 

> «wir nach der Zahl, Rauheit, Glätte, Farbe und dem Geruch der Blumenblätter; 
iiDeoder Weise vurde die Rose nicht tu Kränzen u. dg!, verwandt. Die be- 

iten waren die «u PrUncste und in Campanien; die milesische hat die feu. 

PArbe. aber nicht Ober zehn BbmenblAtter ; die Zahl der letzteren steigt lo 

eine Art die huDdertbli\tterige. Centii'oUa, genannt wird. Die zu Kyrene 

iide Rom riecht am besten, Oberhaupt haben die mit ranhem Kelch vei^t^heneu 

iV) den feinsten Geruch (Plinins). 
Die Ro«e bei D. ist die rothe Centifolie, Rom centifoUa L., und Uoaa 
{R. pumila) L. (Rosaceae), die Zuckerrose, da die weisiien Nftgel abge- 
werden sollen. Beide werden auch als Gartenrosen bezeichnet, doch w&cU«t 
■» ktstert^ luich Fr aas in Griechenland und Italien auch wild. Die goldgelbe 
io^od*) ist R. lutfa Miller, die in Hecken und BQschen zuweilen rerwildert vor- 
hat; (oe hat sehr dornige Zweige, dunkelgrüne, krause Blättchen, einfache, gold- 
fllbe BlUthen mit widrigem Geruch und eine den Beeren von Sorbus sehr ähnliche 
'rotht In d-n Gürten Acgyx'teus wird sie häufig gezogen. Die niedrige wilde Art 
m Ä. arrtHn» Hmlson. 

Die letzte Bemerkung im Texte bezieht sich wohl hauptsaehlicii auf die Ver- 
xo Einfriedigungen, wozu sich die wilden Arten wegen ihrer starken, ab- 
Donitm beranders eignen. 




116 



Die Ancneimittetlehrc des Dioskuridett. 



Die pharm aceutittche Tetrfanilc bei der Saftbereitusg ui hdcb«t priiuitir; wi 
läufiger spricht sich Pliniua XXI 121 aus. 




Cap. 131. riEpt ToStSuv. Rosenpastillen. Die sogen. Rosen* 
pastillen werden auf folgende Weise bereitet: Frische, trockene», wulk 
wordene Rosen 40 Dracbmen, indische Narde 10 Drachmen, Myrrhe 
() Drachmen werden fein gestossen und zu Pastillen von 3 Obolen Ge- 
wicht geformt , im Schatten getrocknet und in ein irdenes , uo gepich tea^J 
allseitä gut verschlossenes Go^s zur Aufbewahrung gegeben. £img^| 
setzen auch 2 Drachmen Kostos zu und ebensoviel iUyrische SchwertliUeT^ 
indem sie noch Wein von Chios mit Honig zumischen. Ihr Gebrauch 
findet statt hei Frauen, welche sie als Halskette umlegen, um den üblen 
Scbweissgeruch zu verdecken. Mau gebrauch.! sie auch fein zerrieben zu 
Streupulver und zum Einsalben nach dem Bade, wenn sie dann trock< 
geworden sind, werden sie kalt abgewaschen. 



KU 



Cap. 132. Hspi Aoxioo. Ueber Lykion. Lykion, welches 
Einige Pjxakantha^) nennen, ist ein domiger Baum mit 3 Ellun langen 
oder noch grosseren Zweigen, um welche die buxbaumähulichen Blätter 
dicht stehen. Er hat eine dem Pfefter ähnliche schwarze, bittere, hartv 
und glatte Frucht und eine gclbUche Kinde, ähnlich dem verdünnten 
Lykion, viele, breite und holzige Wunceln. Er wächst sehr häufig iu 
Kappadokien, Lykicn und vielen anderen Gegenden; aber er liebt rauh^H 
Orte. Der Saft wird bereitet, indem die Wurzeln') sammt dem Strauch^^ 
zerstossen, hinreichend viele Tage hindurch macerirt und gekocht werden, 
dann nach Entfernen des Holzes die Flüssigkeit wieder bis zur Hou 
consistenz oingekocht wird. Verfälscht wird er durch Zumiscben 
Olivenhefe*) oder durch Wermuthsaft oder Ochsengalle während de»l 
Kochens. Das, was beim Kochen schanmartig obenauf schwimmt, nimm 
weg und bewahre es zu Äugenmitteln auf, das Uebrige gebrauche zu 
anderen Zwecken. In gleicher Weise wird auch aus der ausgepressten 
und der Sonne ausgesetzten Frucht Saft bereitet Am besten ist das 
Lykion, wenn es angezündet wird und nach dem Auslöschen einen rOt 
liehen Schaum hat, der von aussen schwarz, auf dem Bruche gelb, ohna 
üblen Geruch, bitterlich, zusammenziehend und von safranartiger Farbel 
ist; ein solches ist das indische, welches sich vor dem übrigen auazeichnet 
und kräftiger wirkt. Es hat zusammenziehende Kraft und vertreibt 
Verdunkelungen von den Pupillen. Es heilt auch die Krätze der AugenJ 
lider, das Jucken und alte Flüsse. Als Salbe wirkt es auch bei eiterige 
Ohren, bei Mandelentzündungen, Rissen im Zalmfleisch, gespaltenen Lippe 
Schrunden um After und beim Wolf. Wohithuend erweist es sich ftlr 
solche, die am Magen und an Dysenterie leiden. Mit Wasser wird 
bei Blutspeicn und Husten g^eben, den vom tollen Hunde 



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B der Pille oder mit Wnsser als Trank, Es färbt die Ilaare gelb, heilt 
ITtbennigd, fressende und eiternde Geschwüre; im Zäpfchen stellt es den 
fhaa der Frauen. Endlich auch hilft es mit Milch getrunken oder als 
] genommen den von wütheoden Thieren (Hunden) Gebissenen. 
Man sagt aber, dass das indische Lykion aus einem Strauche stamme, 
Lonchitiü*) genannt werde. Es ist eine Art Domgewächs mit 
!ch*t-n '^ EUen langen und grösseren Zweigen, welche zahlreich aus 
dv Wurzel kommen und dicker sind als der Brombeerstrauch. Die auf- 
gnitztc Rinde ist rOthlich. Die Blätter sind denen des Oelbanmes ähu- 
tich. Sein Kraut in Essig gekocht imd getrunken soll Milzen tzUndung 
md Gelbsucht heilen und die Reinigung der Frauen herbeiführen. Man 
iBgt, dasa es ungekocht aber fein gestossen als Trank dasselbe leistet. 
2 Mjsira des Samens getrunken treiben das Wässerige aus and helfen 
fcgea iödtliche Gifte. 

'I co^^ und ixavfra, Bnibaumdom. ') Plinins nnd nach ihm Oribasini haben 
itatt ^wr fmdicum) foHomm, aiitv mit Unrecht, denn der SaFt sitzt im Holze, 
^OslmU, wird von D. in Cap. 140 beschrieben. *} Loncbitis nennt Cehua V 2Ö 
Am UMt der Beerenfrilcbte. 

Diu Lrkion, Ljcium, der Alten, welches sowohl die Pflanze als auch das aus 
imelben hergeit^IIte Extract ist, gehört schon lange der Geschichte an, denn Cor- 
B4riat (Anrang des 16. Jahrb.) sagt, diies vs nur in einigen OfQciuen noch gefunden 
««He, aber wo es dargestellt und woher e.* gebracht sei, wisse man nicht, aaob die 
taporteore Ton Arzneistoffen kennten ea kanm dem Namen nach. 

I'UnioB XSTT 140 sagt hei der Wundbehandlung mit Geiitiana, dass daraus 
ea Lyejam gemacht werde (vulneribos ex ea i'aciunt Lyciuui), Im Uebrigcn stimmt 
ec tait I>. Olierein. auch darin, daas d&a indische, welches in Kameel- oder Rhinozf^ros- 
Uvles rerachickt werde iXII 31) das beste sei; in Lykien werde dasselbe aus Cen- 
^aaiinm fAbricirt (XXV 67). 

Die Slammpäanze ist /fAamMK« infectoria L. {Rhamnene}, Färber- Wegdorn^ 
•in Strauch Sodeoropaa, mit festen, holzigen, in die Felsspalten eindringenden Wur> 
«da tind blaanreitien Zweigen, welche in einen Dom endigen. Die Frucht ist eine 
rtodt, sohwarxe, dem Pfefferkorn an Grösse und Gestalt ähnliche Beere mit vier 
fagliohan, gestreiften Samen (diese sind im unreifen Zustande als lielbkOrner oder 
ISraer Ton Arignon, Gntna gallica, Graines d'Avignon zum Karben gi^br&uchlich). 
Üeher die Mutterpflanze dee Lycium indicum )st man sich nicht klar. Prosper 
Alpieai beHchreibt sie als einen Strauch mit vielen harten, bohigen Wurzeln, aus 
faüa sahireiche, gerade Äeste schräg aufsteigen, welche stark mit spitzen Domen, 
•» denen dnige NebcnblUtlohen haben , besetzt sind. Die Blätter gleichen denen 
fcrOüre. «nd aber heller and schmaler. Die Blüthen sind klein, weifts, die Früchte 
*Ba, «chwarx, den Hollunderbeeren ähnlich, bitter und adatringirend. Er bezweifelt 
*^ *«hr, dass das Lycium indioum, welches in Aegjjiten viel im Oandel vorkomme, 
^ £ea«ni Strattche herstamme ; dns von den Arabern verkaufte »ci schwarz , auf 
InBniche der Aloe ühnlich. aber sfhslich. adatringirend ohne jede Bitterkeit, z&he 
Btd u den Fingern klebend. 

Nach dem Feriplus kam das Lykion aus den HinterllLndern Indiens über 
^TP^a in den Bändel. 

Bei Cornarius and Garcia heisst es Coste, welches auf das ,Caoho' de« 



Borbosa für Äcacia Cutechu zurUckg^fUbrt wird (rgl. Ft&ckif^er, 
S.231). Puschinana (AJex. von Tralltis &. 10) fa&lt dos Lyciimi indicum gerade 
für Catecbn, das Extract aus dem Holze von AetKia Catechu WiUd. Die 
Proaper Alpinua g^ebene Beschmbung des Stmucbes paast jedcnfalU nicht nq 
dien PflAnce, auch nicht auf die domenreichcre Acacia Suma Kure. 

Gegenülier d*'a durch mehr als drei Jahrhunderte HuTgebauten Conjec 
fiber den Ursprung und die Eigenecbaftcn des indiacfaen LykioDä ist ca hOcbet 
Bcheinlich, dass daaivlbe von Berberia-Ärten {Berberi» Lydum Royle, B. arititata D. I 
B. aniaiica Borbgh.) abstammt und dua Extract aas der Warzel und dem Holz« 
aufrechten, starren f^trauch^s iKt. In don indiachen Baitant wird e» unter dem Name 
Rasot oder Kasot rurkauft. In griechischen alten Sammlungen fijiden iich GefHae 
mit Lykion, welche nicht allein den Nomen der Drogo, sondern auch den des Kao 
mann« und des Er&nders der Zusammensetznog tragen, so Ljrkion TOn Jason, 
Musäus and Ton ilerakleioa (vgl. Pharmakogn. von Flückiger 1 p. 85). 



Cap. 133. IIspl "Axax^ac- Akazie. Die Akazie (Mimose) w9 
in Acgypten. Es ist ein baumnrtigc'i<, .straucliiges Dorngewächs von oii 
geradem Wuchs, hat eine weisse BlUthe und eine Frucht, wie die Lupio 
in Hülsen eingeschlossen; aus dieser wird auch der Saft gepresst, welcher,^ 
im Schatten getrocknet, aus der reifen Frucht schwarz, aus der unreifen 
aber gelblich ist. Wähle aber den etwas gelblichen, der den Wo: 
geruch hat, wie er in der Akazie ist. Einige verwenden zur Sa: 
bereitung auch die Blätter mit der Frucht. Auch Gummi wird von d 
Domstrauche hervorgebracht. Er hat eine adstringirende, kiüilende Kraft 
Der Saft ist angezeigt bei Augenkrankheiten, roseartigen Entzündung) 
kriechenden Geschwüren, Frostschäden, Flügelfell') und bei GeschwUr« 
im Munde. Er hält den Vorfall der Augen zurück, stellt den Fluss d« 
Frauen, verhindert den Gebärmuttervorfall und hält den Bauchfluäs a 
wenn er im Trank oder im Klystier angewandt wird. Auch färbt er 
Haare schwarz. Für die Augenmittel wird er zerrieben mit Wasser gi 
waschen, wobei das Gerinnsel weggegossen wird, bia das Wasser rein 
darüber steht, und so wird er zu Pastillen geformt. Er wird auch im 
reinen rohen Topfe [aus Töpfererde]') im Ofen gebrannt; auch wird er 
auf Kohle geröstet mit Hülfe des Blasebalgs. Die Abkochung der Abude 
als Bähung bringt die gelösten Glieder in Ordnung. Dasjenige Gummi 
des Dornstrauches hat den Vorzug, welches wurmartig, glasig, durcb- 
scheinend und holzfrei ist; dann kommt das weisse. Das harzige uni 
schmutzige i.st unbrauchbar. Es hat stopfende, die scharfen Arzneieo 
mildernde Kraft, wenn es diesen zugemischt wird. Bei Verbrennungen 
mit Feuer lässt es keine Blasenbildung aufkommen, wenn es zugleich i: 
Ei als Salbe angewandt wird. 

Eine andere Akazie aber wächst in Kappadokien und Pontus, d 
ägyptischen ähnlich, allerdings um Vieles kleiner, niedrig uud zarter, 
voll von spitzen Dornen, mit Blättern ähnlich donen der Raute» Im 



fen 

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herbitt trägt sie S&men, kleiner uls die Liuse, in zuaammengepressten drei- 
bi% I lierigen HGlseD. Sie selbst aber auch ganz zu Saft verurbeibet 

•d^ o' '-■ jedoch aber steht sie an Kraft niedrigerf iist auch zu Augeu- 
nitteln untauglich. 

*) iw«?i-ju>v, ein ÄugimWiIer, wenn «icli vom Angenwinkel im? eine Uaat über 
A*B Aitge u<;hu *) jtiii 1upd^lo•^. 

I>AW das Holz der Aka/ie als sehr werthvoU gcschät'it wurde, lesen wir Bcboc 
25 und 2ß. wo Jehomh befiehlt, dosielbe zum Bau der Bundealade und 
verwenden. 

Tboophraat (Hü?t. pl IV 2. 8) beschi'eibt die Akastha Aegyjttena als einen 
•chitf aufitrigeiiden Itauni, de«.?en Aeate, Zweige und BÜltter mit Domen besetzt und; 
9t bat eine anselinliche ÜShe, da Latten zum Belegen der Dücher daraus ge«chiiitteu 
«irden. 1*^ gibt eine weisse und eine schwarze Art, diu letztere ist die be«te; das 
Holz ist HO fest und dauurhiift, das Scbif&ptacken daraus gemacht werden. Die 
BtUbe ist schön , «o ä&ns sie %u Ki-äozen gebniucht wird , die frucht eine solche 
|IU.»0««J wi« bei den HaUenfrüclitf^a, welche zum Gerben statt de» Oallapfeli dient, 
fU llicwt ein Gummi ans dem Baume, theiU freiwillig, theils nach gemdchten Ein- 

Pliniua XXIY 107 nennt den Buum Spina aegyptiava oder arabica, den Saft 
Aoacia; er »timmt im Ganzen mit Theophraai überein, nennl aber bei der Saft- 
b«f«itang neben der weissen und schwarzen noch eine grOne Art. XIII 65 macht 
er aiif die den iGmotten eigenthümliche Blattbewegung aufnierktam und sagt, die 
BIIU«r seien wie Federchen, welche bei der BcrQhmng etned Menschen abflelen. 

Ea ist Aeaeia rem Wtlld. (Leguminoaae-Mimosoideae-Acacieae), Wahre Akaiie. 
tön B«mn der nCrdtioJien HÜlfte Afrikas vom Senegal bis Aegypten von mittlerer 
QrdSM mit viclbcugigen Aesten und pfriemlichen rothbraunen , 4 — S Linien langen 
Domen. Die zweite Art hnlt Sprengel fUr Sj>ariium ScotpiuSf Fraas dagegen 
hebtitccr fQr Jcacia farnesiana W'illd., Farneaiscbe Akazie, welche, wie er sagt, 
ia Griechenland, Kreta und Kleinasien wild und angebaut vorkommt, dort heute 
ftocb als ^nCi« wegen ihrer Blüthen sehr beliebt iHt Plinius nennt sie Acacia Oalatica, 
4tr«& Hail als M.'tüechte i;orte betnichtet werde. Der Salt wurde nach Prosper 
Alpin US han[itsllchlieh altt (jerhemittel in Aeg^vpten verwandt, in Kuropa kannte 
maa ihn nach Leon h. Fachs (De comp, med.) 15-11 kaum noch. Wie beim Catechn, 
dam Ealract von Aeaeia Cattehu Wllld., bestand der Saft jedenfalls aus zum Tbetl 
■ MlwiiMilrulMiciii 8ubstAn7.cn , welche bei der wiederholten Behandlung mit kaltem 
WuHr xgrückbheben. 

Di« gTOwte Wichti{,'keit hjit die Mimose als Stammpflanze d&4 an\bii»chen 
OuainU. Dasielbe entsteht durch rückschreitende Metamorphose (A'ergummung) 
nunnolvr Bindenelemente, von aussen nach iimen fortschreitend. Die Abdcheidung 
t2«t Ouuimifl hängt lebr von der Witterung ab. Wenn nach lange anhaltendem 
Bc^en der Baum recht satlreich ist und dann dUrrc Ostwinde wehen, so trocknen 
diese ilii! EUndft aus, bringen sie »um Beriten, und der Saft tritt autt. 

Du Qasuni arubio. fl\r Arzneizweoke stammt hanpUächlich von Aeaeia SeMti/al 
Wüld. (.lliMosa Sm*ifat L.) aus den LlLndcrn des uberen Nils und Senegambiens, 
zmn teciuüachcn Oebraache gibt es noch eine Menge anderer Sorten. 

C«p. 134. ITsffi "Ayvo'i. Keuschlammstriiueh. Keuschlnmra 

kr hviro» [bei Einigen der Ußfruchtbare, ÜnschuldigbeÜeckte*), Drei- 

bei den Propheten der YerehrungswUrdige, das Blut des Ibis, 




bei den Äegyptern Sum, bei den Römern Strand weide, wilder Pfefi'ei 
Lecristicum] ist ein baumartiger Strauch, welcher an Flüssen und 
sumpfigen Ebenen, auch in rauhen Gegenden und Felskllifteu wächst und 
schwer zu zerbrechende lange Zweige, Blätter wie der Oelbaum hat, nur 
geschmeidiger und grösser. Eine Art trägt eine weiese, eine andere 
eine purpurfarbene BlUthe. Der Sume ist wie Pfeffer. Er hat erwärmend« 
zusammenziehende Kraft. Seine Frucht, getrunken, hilft den ron giftig 
Thiercn Gebissenen, Milz- und Wassersüchtigen und deueu, welchen di^ 
Periode lange ausbleibt. In der Gabe von 1 Drachme mit Wein ge 
nommen befördert sie die Milchabsonderung und erleichtert auch die 0« 
burt-). Sie greift aber den Kopf an, indem sie Schwindel macht. Di^ 
Abkochung des Krautes und Samens hilft in Sitzbädern bei Gebärmutter 
krankheiten und -Entzündungen. Der Same mit Polei getrunken, auch 
in der Räucherung und im Zäpfchen, befördert die Reinigung. Im üb 
schlag vertreibt er die Kopfschmerzen, und bei Schlafsüchtigen und Wa 
sinnigen wird er mit Essig und Gel aufgesprengt. Die Blätter 
Räucherung angezündet und auch als Lager benutzt verscheuchen 
wilden Thiere und helfen als Umschlag gegen de» Biss giftiger Thierfl 
Verhärtungen der Hoden erweichen sie mit Butter und Weinblättern. De 
Same mit Wasser aufgestrichen lindert Schrunden am After, zugleich mi^ 
den Blättern heilt er Verrenkungen und Wunden. Ein Vorbeugungsrait 
gegen den Wolf auf Wanderungen soll aber auch sein, wenn Jemar 
einen Zweig davon in der Uaud trägt. Er wird Aguos genannt, weil ihij 
bei den Thesmophorien ') die Weiber, welche ihre Keuschheit bewahrtet 
als Lager benutzten , Lygos ') aber wegen der in den Zweigen befinde 
liehen Straffheit [oder weil er getrunken den Drang zum Beiscb 
mässigtj. 

'} Ainiktomiainos (äfi^xioc. rein, und ^tatvw, besudehi): Amiktomiainie 
also die freiwillige Samenentleerung'. Pollution. ') >x).ütt il miI '[ov^v könnte m^ 
Bezug auf ') auch überaetzt werden , lockt den Samen heraus'. ') örsfioföptoi ■ 
ein ttltes, von den, Aegyptem Qliernommeneg Fest der Athener, welches die Fraue 
im fOntlcn Monat zu Ehren der Demeter und zwar zum Andenken &n die Einsetsan^ 
des Ackerbaues und damit der Gesetzgebung und rcchtmäMigen KhevefbiadQn| 
feierten. Ks wurden dabei Gerichte von Hilliiuufrtlchten gekocht und gego 
Ilerodot II 171 sagt übrigens; «Auch von der Weilie der Demeter, welt^he dio He 
lenen Thesmophorien nennen, lasst mich wiederum, obwohl ich davon yre\r-f. rein« 
Mond halten, ausser was davon olTen und erlaubt ist." *) Xü^o^, eine biegsame (^ert 

Vitex agnH» castus L. (Labiatae), Oemeine UQllen. Keoicblammstrauol: 
Ah rahams&trauch , ein H — 5 m hoher Straucrh Sfldeuropas an feuchten Stelle 
und am Meereaatrande. 



Cap. 135. Üöpi 'Ireac. Weide. Die Weide ist ein allbekannter 
Baum; seine Frucht, Blätter, Hiiide und der Saft haben adstringirend« 
Kraft. Die fein geriebenen Blätter mit etwas Pfeffer und Wein 



I. Buch. Cap. 1S6. 



121 



BonimeD siod bei Darmverschlingung angebracht, fUr sich mit Wasser 
|«nommen verhindern sie die Kmpfängniss. Die Frucht, genossen, hilft 
bei Blutapeien, aber auch die Kinde leistet dasselbe. Gebrannt und mit 
Bnig vermischt vertreibt sie im Umschlag Hautverhärtungen und Schwielen^ 
4tf Safl aber von Blättern und Binde in einem Granatbecher erwärmt 
häh mit Rosenöl zuäummeu Ohrcnloidcn, Ihre Abkochung ist dus beste 
Bähmittel bei Podagra, sie vertreibt aber auch Kieingrind. Es wird auch 
Safl aas ihr gewonnen, indem die Kinde zur BlUthezeit angeschnitten 
«ird, denn im Innern findet er sich zusammengelaufen. Er hat die Kraft 
^ zu vertreiben, was die PupÜIe verdunkelt. 

Tb*opbra8t (Hist. pl. III 13, 7) unterecbeidet von den vielen Weidenarten nacli 
im Farbe dex Rinde eine schwarze und weitne ; auch Plioiuü XVI 174 redet von vielen 
Artn Weide und rilbmt deren mannigfache nützliche VcrwenduDg. 

S^tx alba L. (Salicaceae), Weiise Weide. Sie lieferte die früher ofßcinelle 
lUe^ welche ein Glnkosid. dos £alicin, enth&lt 

Cap. 136. n«pl 'A^ptiXatas. Wilder Oclbnum. Der wilde 

Ölbaum, welchen Einige Kotinos, Andere den äthiopischen Oelbaum 

nennen, hat adstnngirende Blätter; fein gestossen als Umschlag wirken 

sie bei roseartigen Hautentzündungen, kriechenden Geschwüren, Epinyktis*), 

EarbankelUf um sich fressenden Geschwüren und Nebennägeln, mit Honig 

RBg«BcblageD rei&sen sie den Schorf ringsum auf. Sic reinigen mit Honig 

ils Umschlag aber auch schmutzige Wunden, zeriheilen entzündet« Scham- 

dltüjen und Geschwülste und verbinden die getrennte Kopfhaut. Als Kau- 

DÜUel heilen sie dann auch Geschwüre im Munde und Soor. Ihr Saft 

utti) Decoct tbun dasselbe. Der Saft, im Zapfcheu angewandt, hält den 

Bhtflttn und (weissen) Fluss der Frauen zurück, ebenso die Bildung von 

OflttliwfllsteD *) und Blattern in den Äugen. Auch selbst Wunden und alte 

Rttne bringt er wieder in Ordnung. Darum eignet er sich auch in der 

MiKbuDg mit Kollyrien gegen angefressene Augenlider. Zur Saflbereituug 

■Ofli man die Blätter stossen, Wein oder Wasser dazu giessen und aus* 

pMKD, ihn in der Sonne eintrocknen und formen; besser ist aber der 

«ii Wein aosgepresste, er eignet sich zur Aufbewahnmg eher als der 

■H Wasser bereitet«. Er wirkt auch bei eiterigen und schwärenden 

ObuL Die Blätter mit ungeröstetem Gerstenmehl zusammen sind als 

tnuchlag nützlich bei Magenleiden. Auch werden die Blätter sammt 

^ BlQthen — sie werden statt des Spodium^) genommen — in einem 

"jfcm Topfe gebrannt, dessen Oeffuung mit Lehm verstopft ist, bis zum 

*HlÜien des Tiegels; dann werden sie mit Wein abgelöscht, wiederum mit 

"«in vermischt und ebenso gebrannt, darauf werden sie wie Bleiweiss 

Pouchen und geformt. Eine derartige Brennung scheint aber nicht 

^■lier der des Spodiums zu rück zustehen zur Bereitung von Augenmitteln. 

Dalttib btt auch eine gleiche Wirkung anzunehmen. 



I» 



'I Eine gerade bei Naclit »ich unangenehm l'ÜliJbar niacliende Ihiulkrar.!:' ' t 
"J Staphjrlome, *) Spodium, Olenbrucli. Die Alten kajmt,en zwei Sorten. Pliniua X \ \ ; \ 
128 sqq. sa^ : «In den fozbütUn finden wir Pompbolyx und Spodos and iwar letztemt 
Als dunkle, an den W&nden der Oefen sich anoetzesde Hasse mit weissen PUnktcben. 
Der beste kommt am C^'pern; er entsteht- beim Scbmelzen der C^idinta (Zink) und 
des Eupfun, ist weiss und wird als ein leichter KOrper weggetrieben. Et ist dn 
voiziigliches Aagenmittel.* — Es ist also unreines Zinkoxjd. — Antidpodos (ävc-. 
zieniivj des D. an Stelle Ton Spodion) nennt er die Asche der BlUtler und jUniptlen 
Zweige des zahmen und wilden Oolbaumes. Feigenbaumes a. a. (S. auch 
Cap. 84 u. 85.) 



1 



Gap. 137. Ilepl 'EXata;. Oelbaum. Dasselbe leisteu nun au< 
die Blätter des cultiviitea OeibaumeSf an Kraft bleiben sie aber zurück 
(hinter dem wilden). Deshalb eignen sie sich mehr zu ÄugeDmitteln, 
weil BIO dazu passender sind^). Die Flüasigkeit , welche aus dem ange- 
zündeten grUnen Holze sich ausscheidet, heilt, damit eingerieben « Griu 
Krätze uud Flechten, auch die Frucht desselben hilft als Umschlag 
Grind und fressende GeschvrUre. Das Innere des Kerns mit Fett u: 
Mehl entfernt krätzige Nägel. 

'J d. h. milder von Wirkung. 

Sprengel glaubt, unter ^A-^p-ihtua des D. sei der nur am Wasser oder an 
der Koste wut-hscnde, im Orient sehr verbreitete Oelbaum, Elaeagnut anguitifotn 
(var. E. Apirititra L.) zu verstehen, er stehe also im (regensatze zu äfpia fXa'.ti; dies 1 
aber schon wohl deshalb nicht zu, weil er ihn im folgenden Capitel neben 
cultLvirten Oelbaum, fkaia •Tjjuj.o^, Btellt 

Der Oelbaum, OUa europaea L. (Oleaceae), ist eins der Mtesten Cultar- 
gewächae und hat wegen der religiösen und profanen Vorwendung s^es Producttitf. 
des Gels, stets in hohen Khren gestanden. Bei den Griechen war er der Sfinerra 
geweiht (Ole&eque Minerva inventrix sagt Virgil), bei den Rfimem dem Morkor. 
Seine Zweige waren die Zeichen des Friedens ()I. Mos. 8, 11); die Sieger zu Oljrmpia 
wurden mit einem OeUweige gekrönt. Alle Tfaeile des Baumes von der Wurzel bb 
zur Frucht dienten zu Heilzwecken (Plinius XXIIl 69 sqq.). Der Stamm gab aber- 
dies ein gutes Nutzholz; .der Stiel der Streitaxt war von Olivenholz*; ,die Keule 
de« Polyphem war aas 01i%'enholz und ungeheuer gross* (vgl. Homer, Od. T 236; 
Vli 116; IX 820 u. s. w.). 

Die eigentliche Heimath de« Oelbauuie« ist Asien, seit undenklichen Zeiten wird 
er in Afrika und Stldeuropa cultivirt, im Jahre 680 v. Chr. soll er durch die 
Phöniker nach Marseille gebracht sein. Die alten Griechen und Römer xintcrachieden 
den wild wachsenden {äfp'vx IKrua, a^iXata, Oleastrum) and den gebauten (fXcua fj^upoc 
Olea sativa), durch die entwickelte Cultur sind zahlreiche Arten entstanden. 

Der cultivirte Oelbaum erreicht eine Höhe von 9—10 m und ebe Dicke 
zu 1 m. Der Fruchtknoten ist zweüHcherig , doch kommt nur eine Frucbt zur Aa 
hUdung, sie ist eine fleischige Steinfrucht mit eiweiubaltigeta Samen, etwa 4 
lang oder kugelig und dann im Dm-chmesser etwa« kleiner. 

Thcophiasi (Hlst. pl. 1 9, 5), der ihm, wie auch Plinius eine grone Aufn 
samkeit widmet, zühlt ihn unter die immergrünen Gewächse und sagt (VT S, 4), daa 
er in grosser Entfernung vom Meere nicht gut gedeihe. Plinius XVI! 243 rechnet 
es *u den Wundem, dass ein achter Oelbaum sich in einen wilden verwandle, 



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!. Buch. Cap. 139. 



123 



D^r wilde unterscheidet sich vam ealtivirten dadnrcb, dass er mehr straach- 
^vtif noO ia allt^ii Thcileo kleiner i^t. von den Si&tteni bis sur Frucht. 

Die anrmfea Früchte werden roh gegessen, die reifen, welche einen widerlich 
Geschmack hüben , dienen zar Oelfrewinnong. Pliniut XV 13 nennt drei 
mftch ihrer Gate. Posia, Orchiten und KadJus. 

Gap. 138. Depl xoX'j[ißdouv ü^aluv. Ia Salzlake einge- 
stellte OliveD. Eingemachte fein gcstossene Oliven lassen als TJm- 
bei Verbrennungen mit Feuer keine Blasenbildung oufkomnien und 
iigeo schmutzige Wunden. Ihr Saft aus der Sulzbrübe als Mundwasser 
Dclit das Zahnfleisch zusammen und befestigt lose Zähne. Die gelbliche 
and frische Olive ist schwer verdaulich, (aber) magenstarkend, die dunkle 
aber und reife ist leicht verderblich und dem Magen schädhch, femer ist 
M ftlr die Augen untauglich und verursacht Kopfschmerzen; geröstet 
«bcr imd umgeschlageu hemmt sie fressende Geschwüre und eröffnet 
Karionkeln. 

Ki gab nach ColumeUa XIT 49 eine Menge Methoden, die Oliven einzumachen. 
6c Tcndiiedeiie Namen hatten, so die Sampsu, Sjrrapa; die von D. angegebene 
Koljmba« (von xoXufi^äoi. ecbwimmen) war folgende: Die xur Reife neigenden 
Olmai wurden mit den Stielen abgepflückt, mit kaltem Wasfler abgewaschen und 
■tf Rotdn rasch getrocknet. Dann wurde eine Iland voll gcitossenes Salx in ein 
AiAB K<gtb«a, auf welches die Oliven gelegt nnd zu 20 Heminen (5.48 1) derselben 
IBcminca (0.822 I) l^wig mit 4 Congien (etwa 13 1) Salzlake gegosaen wurden, so dawi 
fit FlAsBigkeit darüber ntand. Die Ocffnung wurde durch ein Bündchen Fenchel ver- 
riüa—ji and zugebunden. 

Die einfachste Manier war. die Früchte in Salzlake aufzubewahren, sie hieu 
Halnades. Eine andere MeÜiode nennt Cato (nach Uesychius) Epitjra oder 
yracei; die entkernten Frfluhte wurden mit Koriander. Mutterkümmel, Fenchel, 
Bnk oad MinEe in Eseig und Oel gel^, aoda«a Nie von letzterem bedeckt waren. 
Die feincten Oliven (Mi^orinae oder regiae). nämlich die grossen hellen wurden 
Hcft in einem OefÜ«« auf Feiichelkraut schicblweiBe mit Fcuchf^l- und Maatixzweigen 
fdcgt, darüber wurde starke Salzlake gegossen, durch einen Pfropf von Rohrblättom 
«arien sie niedergehalten, so dau die FlOsgigkeit darüber stand. Statt eines Theiles 
llUftlte wurde auch Most genommen. Die nur in Oel aufbewahrten Oliven sollen 
wk flimem Jahre noch den Geschmack der frischen haben. 

Cap. 139. IIspl ÄXatou k-^pla/z iXalac. Oel des wilden Oel- 
biBBiea. Das Oel aus der wilden Olive ist eine MundspUlung bei fauligem 
Zihoi^eisch nnd ein Befestigungs mittel für etwas lose Zähne. Die Bähung 
^Küi, wenn es erwärmt und geklärt ist, erweist sich heilsam für Zahn- 
8«seh, welches vom Flusse heimgesucht ist Man muss aber Wolle um 
"ou! Sonde legen, sie in das Gel tauchen und an das Zahnfleisch legen, 
«w es weiss erscheint. 

Die Oliren wurden tbeils vor der Reife, theils vollständig ausgereift snr Oel- 
WeitoDg verwandt Doe von den ersteren, das Omphaoinm oder Oleum 
OBpbaeinam des Plinius. war das wohlschmeckendste und xwar am feimten da« 
"ttvt aadieannde. Die Früchte wurden mit der Hand gepflückt oder mit einem 



( 



Rofantock sanft abgescblagcD. denn ein altes Gesetz sagt«: Ben Oelbaam 9o\Ui dq 
weder streifen noch schlagen fPUnius XV U). Ali bute ^it zum Pfläcicen ded 
Oliven galt die. wenn sie anfingen, sich ilunkel zn HLrben. Daa ans diesen gepret«t< 
Oel hiesa Druppa. war grünlich und ntand dem Omphacinm, welches weiss warJ 
nach. Die Ernte der frühreifen war im Herbste, die der dickachalijCfen im FrQhjabfJ 
im März. Man presste sie dann entweder in Prpsskbrben odfr zwischen PhitU-n. 

Die Bereitung ist jetzt fast noch dieselbe. Die mit der Hand gep6ückten OUtc 
werden geschält, entkernt und kalt sanft gepresst, man erhftlt so da« feinst«? ode 
Jungfemöl von grOnÜcher oder hellgelber Farbe. Die zweite Sorte itt gleichfa 
noch kalt gepresst (OL oHr. proviaciale). Die Hauptmenge des Oels (BaumSll 
wird gewonnen . indem die giuizen Früchte auf Mähten gemahlen und in Bi 
kfirben kalt gepresst werden (Speiseöl I) : der Rückstand wird mit Wasser 
gerührt und nochniiila gepresst (SpeiseQI II]. Auch werden die Oliven in Haofei 
geschichtet der 6ü,hrnng Obcrlassen und dann kalt gepresst: »ie tiefem noch 
mittelmäasiges Speiseöl. Die Rückstände der früheren Operationen werden in Ci^terae 
mit Wasser monatelang stehen gelassen, es scheidet sich auf der Oberfläche ein 
freie Fettsäuren enthaltendes Oel ab, welches nur f&r technische Zwecke Ver 
dang ßndet. 

Haupt-fltapelplatz fllr feinere Oele ist Nixza. 

Cap. 140. IIspl äji^f^YT);. Oelsntz. Oelsatz ist der Bodonsat 
des ausgopreasten Olivenöls; dieser» in einem kupfernen Keasel bis zul 
Honigconsistenz eingekocht, adstringirt, ist wirksam gegen das^ wogege 
Lykion wirkt, Über die Manssen aber nuch gegen ZabnBchm erzen und 
Wunden, wenn er mit Essig, Wein oder Honigwein als Salbe verwandt 
wird. Kr wird auch den beilkräftigen Augenmitteln und den haui- 
bildenden Mitteln zugemiscbt. Mit dem Älter wird er gar besser. Sehr 
dienlich ist er als Klystier bei Geschwüren im Aftor, in der Scheide und 
Gebürmuttw. Mit dem Saft unreifer Trauben bis zur Honigconsistenz 
gekocht und umgeschlagen zieht er verdorbene Zähne heraus. Mit einer 
Abkochung von Lupinen und Mastixdistel eingescbmiert heilt er die Krätze 
der Hausthierc. Ungekocht und frisch in warmer Bähung hilft er den«i] 
die an Podagra und Gicht leiden. Auf Schaffell gestrichen und Wasser 
süchtigen umgelegt vertreibt er die Geschwulst. 

Plinius XV 9 betrachtet die Amurca. den Oelsati, als einen Bes^tandtheil da 
Olive, als einen bitteren Saft, welcher durch Wasser entgeht und daher bei viele 
Nässe sieb in grösserer Menge bildet. Die Oliven wurden, wie er sagt, überdies no 
mit heissem Wasser ütergosnen und gleich ganz unter die Presse gebracht, um difl 
Amnrca xa entfernen. Dadurch, dass man dem Olivenöl snr besseren Conservinn^ 
8alz zusetzte, wurde der Oelsatz auch salzhaltig. Varro (De re nist. I 55) und 
riiniun 1. c. nach dem Vurgiinge von Cato rfiamen dem Oelsatz grossen Nutzen bei. 
namentlich soll er gegen Ungeziefer am Getreide, bei einigen Krankheit-en der Thier« 
und Bäume dienen und «am Tränken der Holz- und Tbongef&ase, sowie verdQant 
als Dungmitt«! o. s. w. vortbeilhafle Tei'wendung finden. 

Cap. 141. Hepl Saxpiioo eXalag xtfhtosix'^c. Thränc des 
äthiopischen Oelbaumes. Der Tropfsaft des äthiopischen Oelbaumes 



I. Bach. Cap. 142. 

gWicht in gewisser Weise dem Skammonium , ist gelblich, besteht aus 
[fctoinen Trc^&tQcken und ist beisiiend; der dem Gummi und Ammoniacum 
r Blinliche) schwärzlicbu und nicht beissende ist untauglich. Einen solchen 
bringt aber auch bei uns der ächte und der wilde Oelbaum herror. Er 
Tirkt gegen Stumpfsichtigkeit, heilt eingestrichen vernarbende Wunden 
sad Läukome, treibt auch den Harn und die Periode und hilft bei Zahn- 
■haetzen in den angefressenen Zahn gesteckt. Er wird auch unter die 
Tcrderbeu bringenden Mittel gerechnet, denn er treibt den Embryo aus, 
, kaSi ferner Flechten und Aussatz. Der äthiopische Oelbaum wird auch 
v3der Oelbaum geuanot. 

Wu wir fiber dieses Prodact, ein Gnnuai oder Gumnubarz. wissen, ist nur 
und nnbertimmt. Tbeophra«t (Bial. pl. IV 7. 2) schreibt Aber Oelbäume am 

I fc i ü i wi Meere, welche ein Gonimi aoäschwitzen, nos dem .die Aente ein blotstilleoded 
IKiai brreiten*. Fliniue XII 77 aagt ebenso, in Arabien liefere der Oelbaum Saft- 
aui denen in Indien eine Arznei, das Knhaemon der Uriecbeu. hergestellt 

I «ade. XXIII 7'J heiaat es, der aus dem ithiopiahen (»elbaum tropfende Saft sei 
GtL Strabo fallt die aof dm vereinzelten Insehi Arabiens waclisenden Oelbäurue, 
«tieike ein Gnmmi absondern, den europäischen nicht ähnlich, auch RnelUus trennt 
^iuJtiM xolktändig. Einige haben eich durch das Knhuemun des PUniu» verleiten 
taacB, liu gleich klingende Elemi darau« zu machen. Schon Val. Cordus be- 
fcoBt. daai ihm sowohl das Gummi alx anch die Mutterpflanze desselben vollständig 
■ftbekaimt «eien. Sprengel hftlt nach dem Vorgange von Matthiolus Elaeagnua 
•puMM L., welche in Aegypten und wahrscheinlich auch in Aethiopien häufig ist, 
Ar die HiammpBanze. 

Trabat und Schweinfarth «.'. r. de rAoul. des sciences 133, 225—26) haben 
ÖDe cetchlicfa«> Erzeugung von Manna an Oelbäumen in der Nähe von Wemsourah 
CBosUliri Durch i^tich>- von Cicaden wird die Krankheitserscheinung hervorgerufen, 
vd^e Mir AoMcheidung der Manna (oft bis zu 1 kg) führt. Diu Manna scheint mit 
d«r der Manna-Esche identisch zu sein, sie enthält 25% Mannil. J. A. Battandier 
U«an. Pharm. Chim. 13, 177—79) fand sogar 52''/i> Mannit und BS"!^ Gummi, welche« 
«•dk aiekit mit Jod iSrbt and mit alkalischer Kupferlösung kaum Fällung liefert 
«nnm. Post 1901, Nr. 34). 



Ctkp. 142. Dsfil Afi'jö;. £iche. Die ganze Eiche hat adstrin- 
gireode und austrocknende Kraft; am nieiäbea adstringirt aber von ihr 
^« bautartige Substanz zwischen Kinde und Stamm ^)« ebenso da«, wa» 
OB die Eichel herum unter der Schale ist. Die Abkochung davon wird 
4aien gegeben, die am Magen, an Dysenterie und an Ülutspeien leiden; 
mdk wird jenes fein gestossen im Zäpfchen den an Flusa leidenden 
Pnaen eingelegt. [Die Blätter aber verkleben frisch geschlagene*) 
Wanden.] 

't Cf ist die Baltschicht wohl gemeint, der Hanptaitz des Öerbstoftcs. ') Besser 
dBrflt -wohl st*tt vtÖTfrvjTa vpa6{Ju!XT0i zu lewn seiii: fuü.% vtötfiY.ra, die Iriscfa ab- 
inchaJUcBvn Blatter. Der Satz steht nur im C. N, 

Das Binde, Cortex Qaercui, war lange Zeit offieinell, ihre Abkochung diente 
nr Benitnng de« Cataplauua ad decubitum. 



Cap. 143. llspl ßaXävbiv. Eicheln. Auch die Eicheln leinto 
dasselbe, ßenossen sind sie harntreibend, verursachen Kopfs chmer>;eu unl 
Blähungen. Sie wirken gegessen gegen giftige Thiere; auch ihre AI 
kochung und die der Rinde mit Kuhmilch getrunken hilft gegen Gif 
Roh aber fein gestossen lindem sie als Umschlag Entzündungen, mit 
salzenem Schweinefett sind sie als Umschlag ein gutes Mittel gegen hd»-^ 
artige Verhärtungen und schlimme QeschwUre. Die der Uexeiche sind 
kräftiger an Wirkung als die der Stieleiche. 

Quereus Ifobur h., Q. pfdunmJata Khrb, (Fftpaceae), .Sommer- oder Sticleiclii 
Die Kicheln, Seniina Qup.rnis. haben einen stlMlich-bitteren, adatriagirend 

Geschmack; sie enthalten 35— SS^'o Arnylun, 8> Gerbstoff, 7—8*/* Zack« 

und 8— 47o fettei Oel. 

Vereinzelt werden uie als Sem. ijuercas Uwt verwandt, sie bilden ein gnt 

MfistfatUr für Schweine. 

Cap. 144. riEfjt 4>Tj7oii xal Kpfvoo. Speiseeichc und Ilei 
eiche. Sowohl die Speiseeicbe als die Ilexeiche sind Eichenarten, aiT 
Wirkung ähnlich. Die Wurzelrinde der Ilexeiche, mit Wasser bis zum 
Weicbwerden gekocht und eine ganze Nacht aufgelegt, schwärzt die Haare, 
wenn diese vorher mit kiraolischer Erde abgerieben sind*). Die Blätter 
TOD allen zerschnitten und fein gestossen »ind bei Geschwülsten ange 
bracht; sie stärken auch schwache Theile. 

') Um die Fettigkeit der Haare zu entfernen. 

Die Speiseeicbe. ?^öc, i^uercut Eseulu» h. der meisten Aotoren. it-A 
Fraaa Quercu» BaUota Deaf., weil er, wie er sagt, einen Baum mit enbaien Eichet 
in Griccfaenland nicht gefunden habe auaser Q. Ihlloia und zwar bei den Arkaden, 
welche aU EichelTcraehrer. ßaXavifaYot, bezeichnet werden. 

icplvo( bftlt er far Quereua tlfjr L., die Steineiche, das UvSpov (Uya utt^änp,^ 
T, 3p5{ dt?8 Theopbruift (Hiet. pl, lU 16, 1) (»tun Unterschiede von sptvo; ^J t4v fn-Hit 
xwHOv ?ip!t, der Kermf^seiche). einen großen Baum wie die Kicbe mit rielen tie 
Warxeln und kleinen Kiehcin; »ie war dem Pau heilig. 

Der HauptbestandthcÜ dor Eichenrinde ist Gerbtitoff. bei jungen Zwuij 
his zu 15%, heionders in der Baatschicht. aunerdem enthält ide allusgerbaänrrr 
Qverein, Lävalin. Zocker. Kichenroth u. A. 



Cap. 145. Uipi Kaocävü>v. Kastanien. Die sardiniBob« 
Eicheln, welche Einige Lopinia ^) oder Kastanien, Motu') odc*r Zea 
Eicheln') nennen, sind, da sie auch selbst odstringiren, in gleicher Wdi 
wirksam, besonders die zwischen Fleisch und Uiude bellodlicheu äcluil«H 
Das Fleisch aber ist denen nOtzlich, welche Ephemeros^) getrunken haben. 

') DünnitchAlig. ^\ [iötov, Ch^rpie, vermuthlich so genannt von drr wolUgoa 
Haut dea Endospemu. 'I Pliniue XV 23 f^bt an, da«« «ic diesen Namen er«t itAch d« 
Veredlung durch gute PQege erhalU^n h&tt£n. *) i-^-^p.t^v, hei Pliniua XI H 
Hemerobion, einen Tag lebend, jedenfalls die ElntogBÜi^ei mit mehr Wahncbeiallc 
kfiit ist EpbcxneroH hier eine Art Colchicum (vgl. IV 84). 



CtM Frucht« Ton Cajrtanea rteca Gärtn., J^jrw Ctutanea L. (Fagaceae). dem 
Kektes Eaitkaien- oder Maronenbaume. 

0«s Xatnen Ktuitanie bat der Baum vou Ka-itana, einer SUdt in Pontns und 
in TfarisaHeii. Herutlot Dcnni die letzter« auch KavtAnia. 
Oi« B<^xetcbnung pEardiniichc Eicheln* wird mit Unrecht ron der Heimath d<vi 
Sardmira. abgeleitet; daher kamen wohl nur die besten FrQohte; erwächst 
iluid wild and bildet dort an^hnlicho Wälder. 
Pin Trücbti^ »iod atu'h die Leucennae von den Bergen des kretiscfaea Ida und 
^ «i^a»u xüpao, euböüschen Nüsse (Athen. Deipn. 11 4. 3; vgl. Fraas S. 250). 

Cap. 14G. Ilsf.1 KijxtSwv. Galläpfel. Der Grallapfel ist die 

Fncht der Eiche; eine Sorte wird Ompbakitis') genannt^ sie ist klein, 

bArkerig, derb, ohne Löcher, die andere ist glatt, leicht und löcherig. 

Mao mas« die Ompbakilis wählen, welche wirksamer ist. Beide aber ad- 

ithngiren stark und wirken, fein gestossen, gegen Fleiscfawticherungen, 

RaH des Zahnfleisches und Zäpfchens und Ausschlag im Munde. Das 

in Aat Mitt« desselben Betindliche in hohle Zähne gesteckt, beschwichtigt 

£e Sehmerzen. Sie sind blut^illend, wenn sie bis zum Glühen auf Kohlen 

gebrannt und mit Wein oder Essig oder mit Salzessig abgelöscht werden. 

ftre Abkochung dient zum Sitzbade gegen GebärmutterrorfaU und Hheu- 

■aüsmos. In Essig oder Wasser macerirt färben sie die Haare schwarz. 

ti WftMer oder Wein fein gerieben helfen sie an Verdauung und Ruhr 

Lddndea als Umschlag oder als Trank, auch der Zukost zugemischt, 

i^r wenn sie vorher in gan;^ein Zustande in dem Wasser gekocht werden, 

'» ivm etwas gekocht werden soll, was jenen wohlthut. Und Oberhaupt. 

«ton es sich um ein adstringirendes, stopfendes oder austrocknendes Mittel 

tnilcilt, muss mau sie anwenden. 

') Omphakitid beiast eigentlich diu Cnreife. der Zustand, wo der Wein noch 
^ iii, besiebt ^ich also wohl aaf dos Zusammenziehende der GaUen. 

D. nennt die GaUäpfel irrthQmlicb Frflchte; sie nnd ein patbologiBches Pftanun- 
^04Ki, bcrvorgemfen durch den ätich der (jiallwe«pe, Cynip» inftetov, oder Hnetor. 
^^fr, in die jongen Triebe der Eichen. Pas Weibchen legt in dieselben ihre Eier 
^. oad durch den Beiz, welchen wahrscheinlich das Junge Tliier auf das umgebend'- 
^■li<ii|,rwfhn aiwQbt. wird dieses zu lebhafter Zeilentheilung anger«^, es bildet 
*^cli IIB Tom normalen Qewube nbweichcndeii Plasicm. welches zum Gallapfel wird. 
Han oatertcheidet zwei Sorten, die eine ist dunkel, schwer, hart und sprijde 
fiddoarkig. auf dem Querschnitte gelblichweis« oder graubraun, meist ohn<.- 
die andere ist bull, etwas grosser, röthlichgelb. leichter und mit dem Flug- 
teraehen. an« dem da« fertig gebildete Insect ausgeflogen iirt Der (^erachnttt 
^Hp den xentagten Kern. Sie kommen aus Klcinanion. Mc»0{>otamien. 

Dia Oall&pfel enthalten bis cu 70% Gerbstoff, etwas Oallussäure. 
Zviker. Amylum u- A. Ei gibt auch noch chinesische, japanische u. a. Galleu. 
^ ilardi den Stich einer Blattlaus (Aphis) auf Rhus-Arten erzeugt werden. 

Cap. 147. Ilspl Tode. Gerbersumach. Der zu den Speisen 
D^kruichte Sumaob, welchen Einige auch den rothcn nennen, ist die 
'-'^'Kix de« sogen. Gerbersumachs, der seinen Namen davon hat, dass ihn 



die Gerber zum Dicbtmachen der Haut« gebrauchen. Eb ist ein kleiner^ 
an 2 Ellen hoher, auf Felsen wachsender Baum; seine Blätter sind Inn 
lieb, rothlich. am Runde Kägeförmig eingeschnitten. Die Frucht ist klein 
Weinbeeren ähnlich, dicht, von der Grösse der der Terebinthe, etwas b: 
deren rindenartige Schale nützlich ist. Die Blätter haben zusainmea 
ziehende Kraft, sie wirken in allen Fällen wie die Akazie. Die Äi 
kocbung färbt die Haare schwarz. Sie dient als Kljstier und aU T 
bei Dysenterie, auch als Sitzbad und zur Ausspülung eiterflössiger Ohre: 
Die Blätter, mit Kssig und Honig unigcschlugen, halten dos Ueberwachs< 
der Nägel und Gangrän auf. Auch der Saft der trockenen mit Wi 
gekochten Blätter, wie das Lykion bis zur Honigeon sistenx eingekoi 
wirkt in allen Fällen wie Lykion; aber auch die Frucht leintet diiääelbi 
indem sie als ein gutes Mittel in Speisen fnr solche gegeben wird, dii 
an Magen und Dyüenterie leiden. Mit Wasser umgeschlagen bewahrt 
Quettichuugeu , Abschtlrfungcn und blutrünstige Stellen vor Entzündung. 
Uauheit der Zunge glättet sie mit Honig, stellt auch den weissen Fluss. 
Hämorrhoiden heilt sie mit fein gestossener Kohle als Zäpfchen. Der . 
Aufguss davon gelafcinirt beim Einkochen, er ist wohl von besserer Wir^| 
kung als die Frucht. Er (der Baum) bringt auch ein Gummi hervor^H 
welches zum Sclimerzstillen in hohle Zähne gesteckt wird. 

Rhu» conatia L. (Anacardiaceac), Gerbersamach, Easigbaam. Die Be-_ 
fichreibung der FSanze ist ziemlich geoau. Es tat ßiu 2—3 m hoher Stranch in d« 
Mittelmeergebietcn mit ausgebreiteten Ae«ten und fOnf- bis aiebenpaarig gefieder 
Ijmtt«m. Die liiuengrosHen Früchte sind schön roth, grauhaarig, mit nierenfQrmiK 
Samen. 

Frühor waren die Blätter und Früchte officjnell. Die sanren FrQchte dienfl 
noch heut« in der Türkei und in Persien ah Zusatz xu den Bpeiseo. Mit den Zweigen 
and Blättern werden in Spanien die feinen Ledcrsortcn gegerbt 

Cap. 148. Dspi <i>oivixo?. Dattelpalme. Die Dattelpa 
wächst in Aegypten. Die Frucht wird gesammelt um die Mitte de 
Herbstes, wenn die Reifezeit den höchsten Punkt erreicht hat, sie ü 
ähnlich der arabischen Myrobalane, wird aber Poma^) genannt. Sie ii 
von grUner Farbe, im Qeschmack ähnb'cb der Quitte. Wenn man si^ 
über ausreifen lä-sst, wird es die Dattel. Sie ist herb, adstringirend nt 
dient mit herbem Wein getrunken gegen Durchfall und FIuss der Fraue 
Sie beruhigt auch die Hämorrhoiden und verklebt als Umschlag Wunde 
Die (friscben) Datteln-) sind mehr zusammenziehend als die trockenen,! 
sie verursachen aber Kopfschmerzen und machen, im Cebermaass ge- 
nossen, trunken. Die trockenen aber helfen denen, die an Blutspeiex 
am Magen, an Dysenterie und an der BUso leiden, wenn sie fein 
stossen mit Quitten und Weinblülhen- Wachssalbe aufgelegt werden, 
besten heilen die Earyotiden'), genossen, Rauheit der Luftröhre. 



',1 1'nuik, wegen der Safligkeit. ') foiyntB^öXavot. ') Ntumrtigti Datteln, eine 
iräkcr« Sorte. 

Pkmemix tinct^liftra L. (Pftlmae-Pboeaiceae). Dattelpalme. 

Die eigentliche Heimath dieteü «ehr ntttxHcbon. prachtroUen Baumes, der Dorf- 
baJe Arabteas. sind die Uiadstrecken an der Nord- und Südfirenze der Sahara, ferner 
.Kahi<« , Clberigypten , Arabien tmd Fernen. HerOihmt war Syrien darch seine 
Duada; Tbeophrut {Hist. p1. II B, 2) rflhmt die von Köles^nen, Galen sagt, die 
bwtcB kAmen von Jericho, hieaa doch diese Stadt selbst Palmjra, hebr. Tadmor, die 
(Wtol«tadi. Zum volles Gedeihen bedarf der Baam eines salzhaltigen, feuchten 
and der Gluthhitze der Wüste. In Griechenland wird er als Zierbatim ge- 

tffigl aber keine Früchte, Hoaser (nach Fraas) bei Ealamata, er heiwt dort 
Ssmadia oder Phoinikia. <lte Früchte heiftiieD Kurmadea und Daklyla. In den heiaseo 
GvgfMlen Italiens, z. B. bei Nizr^. San Remo. Genua werden reife Fracht« erxielt; 
in Blitun nennt man Palma, die Frucht Dattero- 

Scbon bei den TQlkem des grauen Alterthunu finden wir eine grosse Vorliebe 
Cir dm Baum und seine Frucht Der Stamm liefert« vorzüglichem Nutzholz (Tbeophr. 
Hat. pL V a, fi; Y 6. 1). die Blatter wurden zu Flechtwerb, Seilen u. dergl. ver- 
»»dtiVarro. De re nut. I 22; Plinios Slll 30; XVI 89). Die Früchte lieferten eine 
«oUtetniieckeade Speise, dienten auch als Arzneimittel und zur Bereitung des Dattel* 

CTalm. Tr. Berach. 65; Plin. XIV 102; Herod. 1 194). 

PUniai gibt die künstliche Befruchtung der Dattelpalme in ihrer Ueimath a.a, 

die mAimlichen BlUtheii, die Wollliaare und der Blüthenütaub (pulvis seminis) 
bH dem weiblichen in Berührung gebracht wurden; ebenso Tbeojihrast (Hist. pl. II 
i^ A). er berichtet dann (TV 4, 13) weiter, dase der Ocnuss der trockenen Datteln ia 
Gedrosia den Erstickongitod herbeiführte. 

PUnioa onterscbeidet nach der Güte der Frucht die kSniglichen Datteln von Ba- 
bfioB. Sjagren and Margariden (Perlen, wegen der runden Form), die des Südens» 
^ Sandaliden (von der Aehnlictikeit mit Sandalen), die Karjoten. besonders 
SV WeiafabrikatioD geeignet, die Nikolaen, weniger «aftrctch, aber gross, die 
Adelpbiden (Geschwiiter), ilie Pateten («aniT^;, zertreten), welche so saflreich 
liad, daw sie am Baume platten und wie zertreten anaseben. die Daktylen, lang 
osii schlank, die Juden nennen sie Chrdäen, Ausechüss. 

Die heut« nach Kuropa gebrachten Datteln kommen wohl zumeist von der 
KordkftHe Afrikas, von Tunis über Genua oder Marseille. 

Cap, 149. Ilipl (potvfÄtüV dTjßaixwv. Thebanische Datteln. 

Di« Abkocbutig der tbebaniscben Dattelu lindert die Fieberhitze und stellt 

&tt altem Honigmeth gcnonimen die Kräfte wieder her; auch sie selbst 

Witten gege«sen dasselbe. Es wird aber auch Wein aus ihnen gemacht^), 

TOB derselben Kraft wie die Frucht. Auch die Abkochung derselben für 

mtk allein als Trank odier Gurgelmittel adstringirt und stopft kräftig. 

bw Dattelkerne werden in einem neuen Topfe wie alles Andere gebrannt, 

^Hu wSficbt man sie, in Wein abgelöechtf ab und gebraucht siü als Er- 

«■ta ftlr Spodium zur Verschönerung der Augenlider; wenn sie aber nicht 

kiBc«ichend gebrannt sind, geschieht dasselbe nochmals. Sie haben zu- 

»>noejia«bende, hautbildende Kraft, die sich bei Bläschen auf den Äugen, 

mi St^ih jlom ' t und gegen Ausfallen der Augenwimpern zusammen mit 

Narie wirksam erweist. Mit Wein hemmen sie Fleisch Wucherungen und 

8»xea4««, &niieUnltt«IU1ti? il^-> nioftknrides. 9 



Ol 



bringen Geschwüre zum Vernarben. Am besten eignen sich duzu 
aus Aegrpten imd die von den niedrigen Palmen. 

') Nach C. Ritter wurde Jer Dattclvein theilü aus dem vom Baume abge- 
zapften Safle gemaciit, aber nur wenig, weil er sich auch nicht hielt; meiiten 
warde und wird er ans Dattt'lablcDchung durch sehn- bia xw9in&gige Gälirung he 
geeteUU ') Fehler auf der Hornhaut. 

Die thebaoiscbe Dattclpulme iüt eine VnrietHt von Phoenix daetylifera, 
was schon Strabo XVll p. ülO erkennt: ,ln Theben wächst von allen die best«_ 
Dattel . . . fester ist die theboni^che, aber am wohlschmeckendsten. ' Kinige bau 
sie für die Duropalme, JJyftJtaeHv. thebtiiea Mart, Cotypiia thebaiea L., da» %a^>9Uifipo 
Kukiojihoron de» Theopbrast (HiHt. pl. IV' 2, 7). äie unterKcheidet sich toii Phoeiül 
dactyl. dadurch, dawn Uir Stamta sich im Alter von einif^en Jahren dichotomisc 
theilt und dau diese Theitung sich bei den Aesten und Zweigen fortsetzt. Did 
Frucht ist so gross, das« sie last eine Hand roll bildet ({3x.*^&v )^t(()o;cX'r]^> , 
rand, gelblich, sehr saflreich und sQsa. Der Kern ist gross und sehr hart, daA Boli 
des Stammes dicht und 8chwer. Kr nennt II 6, 10 eine X4i$, die rermuthlich mit 
HOOMOfipov idont-ifich ist. 

Aber die niedrige Palme, x<>P'^C'ri^( tpotvti d«e D., ist eine von Phoenix dact 
vollständig verschiedene Art. Es ist fJiamaeropit humilln h. (/ajiaipup^jc t(fcy fo'.nx 
ntpiiv Tt ifivoc, Theophr., Hist. pl. II 6. II), die Zwergpalme, deren Stamm sich kaua 
Ober den Boden erhebt. Die Wurzeln und jungen Triebe werden gegessen . dii^ 
Bl&tter zu Flechtwerk verwandt. Tn Siciüen und Spanien ist sie häufig, kommt auci 
in Italien an sehr warmen Stellen vor. 



Cap. 150. risfil yotvtxoc iX^izr^<;. Blüthen scheide der 
Palme. Die Palme, welche Einige Eluie oder Spatha nennen, ist die 
HCÜle der Frucht der noch blühenden Palme. Die Salbenbereiter ge- 
brauchen sie zum Verdichten der Salben; als die beste gilt die, welch^tf 
wohlriechend, adstringirend, schwer, geschlossen ist^) und innen Fett hal^^ 
Sie hat adstringirende , die fressenden GeschwQre aufhaltende Kraft und 
verhindert eine Erschlaffung der Qlieder, wenn sie im fein gestossenc 
Zustande Salben und Umschlägen zugeniischt wird, Sie hilft auch 
Hypochondrie, schwachem Magen und L ober krau kh eite n » wenn sie de 
geeigneten Umschlägen zugesetzt wird. Ihre Abkochung, dauernd ein 
gerieben, färbt die Haare schwarz; getrunken ist sie bei Nieren- un 
Unterleibskrankheiten gut, hemmt auch Bauch- und Gebänuutterflt 
Mit Harz und Wachs weich aufgelegt und zwanzig Tage liegen gelassen 
heilt sie die Krätze. Die von ihr eingeschlossene Frucht wird auch Elat 
von Einigen Borassos ') genannt. Diese ist auch zusammenziehend uul 
leistet dasselbe wie die Sputha, bis auf die Verwendung zu den Sali: 
Auch das weisse Mark des Stammes, sowohl frisch genossen wie ftlifl 
gekocht, wirkt in derselben Weise wie der Borassos. 

*) uffLöMüta, die geschlowen ist und sich Tiffnen will. *) SiirengelJ 
nach Salmaüius den Namen vom arabischen Bosr, welcher onreif'e 
zeichnet, üb, entsprechend dem hebr. "1D3> unreife Traube. Vgl. Qber Klate Cft|t. J 



I. Buch. Cftp. 152. 



13t 



Oip. 151. Ospl Toac. Granatapfel. Jede Art Granatapfel ist 
leckend, dem Hagen bekömmlich, nicht nahrhaft. Von ihnen ist 
der sflsio dem Magen zutriiglicher, indem er eine gewisse Wärme 
«RMlgt Qnd Blähungen verursacht'), weshalb er fOr Fiebernde unbrauch- 
bir ist. Der saure dagegen hilft dem erhitzten Magen ^ ist auch zu- 
«anmenziehender und mehr urintreibend, aber unangenehm fllr den 
Gaumen and astringirend, der weinartige') hat mittlere Kraft. Der Kern*) 
4ei sauren, in der Sonne getrocknet, auf die Gemüse gestreut und damit 
gi^ocht hilft gegen Magen- und Bauchfluss. In Regenwasser raacerirt 
iA er, ionerlicfa genommen, gegen Blutspeien nützlich und eignet sich zu 
SitEbftdera für die an Dysenterie und Gicht Leidenden. Das aus dem 
Kern Gepresst« mit Honig gemischt findet gute Anwendung gegen Ge- 
•dtvüre im Munde, an der Scham und am After, sowie gegen üeber- 
mdiien der Fingernägel, gegen fressende Geschwüre und Wucherungen, 
fcgco Ohren- und Nasenleiden, besonders das aus dem sauren (Kern 
OcproBte). 

•) So die vOrtliche üeberietxurg von toötwv {livrot ■*! y^***'^** listojwixürtipa 

fiypBst«» «0T»iv itvntoa etc. Hier widerspricht «ich der Text offenbar; entweder 

nn da« ron Sprengel einj;ektammerte iösTO(iay<'.«pa wegfallen oder, wie Cor* 

utioi will, f|Ttov tbitüjkuyoi , dem Magen wi-nif^r zuträglicli, (fiesen werden, 

*) 1 b. der «einarÜg schmeckende. Auch Plituus XX111 lOB unterscheidet haupt- 

^Uieb drei Sorten, den weniger taugUclien sOssen (Apyrena, den Kemloien), den 

^ihlidiCB aaurett nnd den in der Mitte siehenden weicartigen. ') nupii^v ist hier 

•*!« der hione SaTnenkem, aondt?m die ganze Beerenfrocht ohne die Schale. Die 

"^t ara «tod nämlich -ichr zahlreich tind litten in einer fleiarhigen HQlte ditht hei- 

I«. ao dan «ie den Ranm der Fracht ganr. ansfiinen. 

Der Granatapfel, die Frucht von Punica Gra»atum L. (Punicaceac). Heimisch 

der Uftine Baam oder Strauch im Orient , wird aber geiner schönen , blendend 

BiQtfaen und der Früchte wegen in SUdenrop» cultirirt, igt auch eine beliebte 

laiixti muerer Oewächithänsär. Die Frucht ist eine 8—15 cm grosae, vom blei- 

Kelch gt^kröntc Beere mit grünlichgelber oder rother Schale. Der Baum war 

^mo heilig. Früher gebrauchte miin die Rinde der Frucht, Cort. Granator. «ito 

idü. Malicoritun, die BlOthen, Flores Balausticonim rel Gmnatorom, ab Adstrin- 

and die Bindet CV>rt. Oranati; jetxt ist nur noch die letxtere als Bandwurm- 

ofGrioell. 



Gap. 152. n«;>l xutfvMv. Granatblütbe. Die Blütben des- 
dben (des Granatbaumes) , welche auch Kjtinoi genannt werden, sind 
falls adstringirend , austrocknend imd stopfend, sie Terkleben auch 
Wunden und wirken in allen Fällen wie der Granatbaum. Die 
Abkochung davon ist ein Mundwasser bei schwammig gewordenem v^ahn- 
^ttkk and gelockerten Zähnen, verklebt auch als Kataplasma Darm- 
Wehe, Einige berichten, da.ss man nach dem Genuss von drei selbst 
' kleinen Kytinoi das ganze .TaKr hindurch nicht an den Augen leide. 
Sftft wird daraus gemacht wie aus Uypokistis. 



Eytinos, u'Jitwa;. üt eigentlich der Kelch der Granätblatfae ; er ist glänzend. 
dankeUcbarlachroth und hat <> — 8 dicke, fleidchig-lederige, eiförmige oder hatblonactt- 
fQmige, &n der Spitze in ein fleischiges H{k;kerchen endigende Zipfel. Die Krunen- 
bl&ttei- Bind vetkebrt-cifOrmig, etwas faltig und gleicbfaJli scharlachroth, &elt«n weü« 
oder gefleckt. So sagt Theopbrast (De cau^. ijj. 1 14. 4) : iv ^äp t«j> K'>t^v<|> ti iv^;, denn 
die BtUtho sitzt in dem KTtinoe. Er vird aber auch für die ganze BiQthe genommen, 
denn es heisst beim Nik)iDder-SchoUa«t«D : vjtcvöv faot zh Svboi rf|( f-oiö^ man nennt 
die BiQthe des Granatbsumes Kytinos, Plinius XXIII 110 nennt C)*!!!!« die BlQthen- 
knospe, primus pomi hujus piuint florere incipientis und eratthlt dieselbe Wunder- 
wirkung auf die Augen. D. ventteht gleichfatl» unter k'Jtcvo; die Blatbe. aber die 
des cultivirten Orauatbaumee, die des wilden nennt er Balaustion, ßaXa6atiov. 



I 



Cap. 153. Ilepl ot^lwv. Qranatrinde. Auch die ßiude d 
Granate, welche Einige Sidion ueuuen, hat udstriiigirende Kraft und wirkt 
gleichfalls gegen alles das, wogegen die Granatäpfel angewandt werden. 
Die Abkochung der Wurzeln treibt, getrunken, den Bandvrurm aus und 
iödtet ihn. 

Die Rinde eaÜiält nach Renibal GranatgerbsUure, und eine zweite, rielleicht 
der Galluggerbsäure identische Gerbsäure. Ihre warmtreibende Wirkung beruht anf 
dem Gehalte von vier Alkaloiden {i—Q^'k), dem Peltetierin. pBeudopelletierin, 
Isopelletiertn und Methylpelletierin. 

Cap. 154. Hsfil ßocXauoticav. Balaustion. Balaustion ist die 
BlUthe des wilden Granatbaumes. Es gibt deren mehrere Arten, denn 
man findet das weisse, das feuerrothe und das rosafarbige. Es gleicht 
dem Kytinos des (zahmen) Granatbaumea und wird ?:ur Saftgewiuuung 
benutzt wie die Hypokistis. Es hat ad-'^tringireude Kraft und wirkt gegen 
Alles, wogegen die Hypokistis und der Kytinos dienen. 

Plinius XUi 118 nennt auch die Btüthe des Granntbuumee Balaustiom, XX! 
112 Bftgt er: ,In diesem cjtinus selbst brechen, bevor die Fruüht selbst hervortxttC 
kleine Blütben hervor, welche wir Bnlausbium nennen.* Er meint aber den culti- 
virten Baum, denn etwas weiter heiist e^t: ^E^ gibt auch einen wilden GranatbAum, 
der jenem iümllch ist' 



en 

I 



Cap. 155. Hspt MopatvTfji;. Myrte. Die gebaute Myrte, die 
schwarze, ist zum arzneiliclien Gebrauche geeigneter als die weisse und 
bei der wieder die bergige, doch hat sie eine weniger kräftige Frucht. 
Ihre und der Frucht Kraft ist adstringirend. Frisch und trocken wird 
die Frucht als Speise denen gereicht, welche an Blutspeien und Blasen- 
reiz leiden. Dasselbe wirkt aber der aus den frischen Myrtenbeeren ge- 
presste Saft, welcher dem Magen wohlthucnd und harntreibend ist. Mit 
Wein nDtzt er auch denen, die von der giftigen Spinne gebissen und Tom 
Skorpion gestochen sind. Die Abkochung der Früchte färbt das Haar. 
Mit Wein gekocht und als Umsclilag angewandt heilt sie GesobwUra an 
den Extremitäten. Itlit fein gesiebtem Graupenmehl als Umschlag linde 
sie die AugenentzUndungen und wird auch gegen Gaiaauge*} aufj^ele^ 



Aach der daraus (aus der Myrte) bereitete Wein, wobei die Frucht aus- 
gepresst und (die Flüssigkeit) etwas eingekocbt wird — denn der nicht 
«of diese Weise bereitete wird sauer — wirkt, vorher getrunken, gegen 
d«n RAuac:h, er wirkt gegen dasselbe wie die Frucht. Er eignet sich zu 
Sttxbfideru bei Mutter- uud Mastdarm verfall, auch bei Gicht, er vertreibt 
Onnd, Sdiorf und Ausschlag und hemmt das Ausfallen der Haare. Er wird 
udi Fetten') zugeinischt, geradeso wie auch das aus ihren (der Myrte) 
Blättern hergestellte OeL Auch die Abkochung der Blätter ist gut zu 
Sitzbädern, sie wird auch bei erschlafften und zerbrochenen noch nicht 
verknorpelten*) Gliedern als Bähung benutzt. Weiter entfernt sie weisse 
lUotflecken, wird bei eiterflflssigen Ohren eingegossen und dient zum 
Schwarzfärben der Haare. Der aus ihnen bereitete Saft thut aber das- 
■dbe. Die fein gestossenen Blätter selbst mit Wasser sind als Umschlag 
«D gutes Mittel fUr nasse Geschwüre und alle von Flüssen befallenen 
TheUe, auch für Magenknmke; mit unreifem Olivenöl oder etwas Rosenöl 
Bnd Wein gemischt (helfen sie) gar bei BlUscheu- und roseartigen Qe- 
BchwOreu, ferner bei Entzündung der Hoden. Epinyktis und Condylomen. 
Trocken aber fein gestosseu werden sie bei Nobennägeln und Qber- 
gewachsenen Nägeln, bei sehr feuchten Achseln und Schenkeln mit Er- 
folg Aufgestreut, halten auch den Schweiss Herzleidender zurück. Ferner 
h«ilen sie gebrannt oder ungebrannt mit Wacbssalbe Verbrennungen durch 
Feuer, Pterygium und Paronychie. Der Saft wird aus den Blättern ge- 
wonnen, indem alter Wein oder Regenwasser darüber gegossen und dann 
nttgepresat wird. Von ihm wird aber Gebrauch gemacht, wenn er frisch 
iit, denn der eingetrocknete schimmelt und wird kraftlos. 

>; a{;-Aia4, Thränensackleideii. *) d, h. Salben. *} Durch Calluabildong. 

Die Mjrte. MffrtuA eommutii$ L. (Myrtaceae). ist ein in den Hittelmeer- 
Itedera wild wächwnJer, bis zu 2 m hoher Strauch, dessen Blätter und Früchte. 
FqH« et Biurcae Myrti , Trüher officinell waren. Er wird auch cultivirt und die«en 
■ifait D. ((upitwv) 'rititpoc}. Bei uns in den nördlichen Gegenden ist die Uyrte eine 
WUtbie Topfpflanze. 

IHo Myrte war der Venua geweiht. Pliniui XV 120 schreibt: .Die Ehe und 
Ihmt Baam «tehen unter dem Schutze der Veniu. In Rom wurde die Hyrif sühr 
yihHit, «t gab nach Flinius einen Altar der Venus Mjrtea. Auch bei uns be- 
Mkil btot« noch der nraatkranx aus Myrteuxweigeu. 

Ehe oaii den Pfeffer in Rom kannte, vertraten die Myrtenbeeren seine Stelle 
<Rfa. XV 118). 

Bei den Ötctmihlem trug man Silyrtenkrttnse, um den Rausch eu hemmen 
(JLfiMzt ^7). Die Omlionidcrone der Feldherren war aui Myrtenzweigen ge- 

i^Mc' Noct. utttc. 6. bei Lenz S. 165 u. 174). 

I'linjui theilt, wie D.. die Myrten ein nach der Farbe der Frucht in sdiwane 
raiiM and nach der GrOnse der Bl&tier in zahme und wilde. 

ZK« FfHofate bilden rnndHch-ovalo, schwammig- fleischige, schw&nlicbe und ins 
Oberg^ffsd«, «wei- bis dreifftcberige Beeren mit 4—5 weissen Samen in 
laöna FaHie. 



Gap. 156. Ilep'. MupT'.ddvo'j. Myrtidanon. Das sogen. Myrbi- 
danon ist ein ungleichartiger, welliger und einfarbiger Auswuchs am 
Stamme der Myrte, wie wenn Hände ihn umfassen. Es adstringirt 
stärker als die Myrte; gestossen und mit herbem Wein gemischt wird 
08 zu Zoltchen geformt, im Schatten getrocknet und aufbewahrt. £s ist 
wirksamer als die Frucht und das Blatt , wenn es zu Wachssalbe und 
Zäpfchen, Sitzbädern und Kataplasmen zugemischt wird, welche adstrin- 
giren sollen. 

Das Myriidanon hat liei verschiedenen Schriftetellem eine verschiedene Be- 
deutung. Bei den Hipiiokratikeru (De morb. niul.) tiit ca ein adatringiresde« Mitt«l 
bei Uterusleiden ; I 56 bcisat ca : t& iv9tx&v S xoXsoüst o\ [Upout icJKCfK. k^I kv to6tifi {-m. 
mpti'^dXov, S «aUouoi iwfmZavov; d&nach wäre es der schwar&e Pfeffer oder, wie 
Foesius will, die Frucht einer indischen Pfefferart, die am eheat«& auf die Cubeben 
belogen werden kCnnte. An underer Stelle (De morb. mal, M 84) wird aber der 
Strauch selbst so genannt, xXuiv'.a fiupti^ä'/ou oäm tj tpia. 

Bei PUnius XIV 104 ist e& der Myrtenwein. Fraas sagt, es ist ein hAnfiger 
Rinde nauswuoh)< mit lockerem Zellgewebe; also nicht daa, was man sonst 
wuchs nennt 

Cap. 157. lUpt Kepaatuv. Kirschen. Die Kirschen, selbst auch 
frisch genommen, machen offenen Leib, trocken aber stellen sie den Stuhl- 
gang. Das Kirscheugummi mit einem gemischten Trank ^) geuommen 
heilt chronischen Husten, macht eine gesunde Farbe, scharfes Gesicht und 
Appetit. Mit Wein getrunken ist es denen gut, die an Blasensteinen 
leiden. 

') Wahrscheinlich eine Mischung von Wtin mit Wanser. 

uipuala, /'runH«(irium L., Vogelkirsche, I'ruHUS Ctreuu» L., Sauerkirach^^ 
(Rosaceae-Primoideae) r kommen wild in Griechenland, ja in ganz Kuropa vor, di^^f 
e<Ueren äorten sind vultivirt und nach PUnins XV 102 erst durch Lucullus &80 nacB 
Erbauung der Stadt aua Asien hergebracht. Die Früchte von Pr. Cera»u£ mit den 
blaus5urehaltigeii Kernen sind noch jetzt officinell, die Stiele, Stipites Oerasonim. 
sind ein Volknnittel. ^^ 



Cap. 158. riep'. Kspactcöv. Johannisbrodfrucht. Die frischen 
Johannisbrodschoten genossen bekommen dem Magen schlecht und Öilneu 
den Leib; getrocknet hemmea sie den Stuhlgang, sind dem Magen zu- 
träglicher und uriutreibend, vorzüglich wenn sie ohne die harten Theile^) 
gegessen werden. ^d 

•) zxt\i.faKo., eigentlich die Treater der Weintrauben imd OUven, sind hier di^^ 
Kerne und hautigen Tlieile. 

«tpatsta, — «paivta bei Theophraat (Hist. pl. I 11, 2) — ist VfratonUi Silitjua L- 
(Leguminosae-FapiUonaceae) , der Johannisbrodbanm, bei Culumella heiast er 
auch SUiqua gruec:i. Er wächst in Griechenland wild, in Italien wird er cultivm 
Die bis zu 10 cm langen Blütbenriepen sind pnrpurrotb and entspringen aus der 
BlattiwbKl, häuBg aui den Aesteu uder dem Stamme, daher sogt Tli^oi^hrut (Hi«t 



T. Buoh. (ap. 160. 



135 



yl. rV 2* 41, er treibe die meiateti FrQcbt« aus dem Stamme. Die bi« iO cm langen 
bt* 4 CTD breitea. braunen, lederigen, oft f^ekiilmiuten HQUen haben zviichen 
Ea<)o- nnd Kctocar]>iDni eine süssliohe, truck*^nuiarkige FleiBchachiclit mit zahl- 
lAtett braunen, steinharten Sniiien in lederhüatigün (TiL-hc-rn. Sie dienten früher 
wd TerfäDMlt noch JRtJit al>^ Bettandtheil von Tbeemi^chuagen. 

Das «i^ör.ov. der Same, war die Bezeichnung fdr eines der kleinsten Ge- 
wackle, etwa = 0,181t g, gleich 4 Weizenkömern. 

Cftp. 159. Ilepl Mifj/^iac. Apfelbaum. Die Blätter, Blüthen 
ad Zweige von jeglichem Äpfvlbuum, am meisten von der Quitte, ad- 
«tnagiren. Auch die uureife Frucht erweist sich zusammenziehund , die 
mgereifte aber oicht in gleichem Grade. Die im Frühjahr anreifonden 
iepfel sind Oalle erzeugend, dem ganzen Nervensystem schädlich, sie 
TrrursacbeQ Blähungen. 

IHrms J/o/iM L. (Kosuccue-Pomoideae), Apfelbaum, ist in Oriechenhud »elten 
«3d snd vird aoch wenig, und zwar nur in Frfihsorten cultivirt. In Italien ist er 
itekUklls wild mit sehr sauren Früchten, aber nur in nördhchen Gegenden; der 
nhlDe wird in vielen Sorten gezogen. 

FlinJoa XT 52 wendet ihm gro8»e Aufmerksamkeit zu, er sagt, die wilden 
kUlcB «o viel S&ure. ilass Hie die .Schärfe des Schwertes stumpf machten, zählt dann 
tut Xengtt Sorten auf und gibt Vorschriften fOr die Caltur dee Baumes, fQr die 
iufbcwahntng der Aepfel und die Bcreitong des Apfelweins. 

Cap. 160, Uspl K'iSwviiov ^Y^X^ay. QuittenäpfeL 
Die Quittenäpfel sind dem Magen woblbekömmlich, harntreibend, ge- 
inten werden sie müder, denen dienlich, die an Magen, Dysenterie, 
Bstspeien und Cholera leiden, vorzüglich aber roh. Auch der Aufguss 
itroB ist denen aU Trank zu empfehlen, die Magen- und Bauchtluss 
kbcn. Der Saft der rohen eingenommen hilft denen, die an Orthopnoe 
Udcn, die Abkochung als Injection bei Mastdarm- und Gebärmuttervor- 
bn. Die mit Honig eingemachten sind gleichfalls harntreibend. Der 
Bodig aber nimmt dieselbe Wirkung in sich auf, denn er wird stopfend 
tri adtftringirend. Die mit dem Honig gekochten sind gut für den 
Uigen und wohlschmeckend, aber weniger stopfend. Die rohen werden 
taKataplasmen gemischt zum Stopfen des Durchfalls, gegen krampfhafte 
Bewegung und Hitze des Magens, bei schwärenden Brüsten, bei Leber- 
^kärtung und Condylomen. Es wird auch aus ihnen, nachdem sie zer- 
Wven und auBgepreast sind, Wein gemacht, wobei der Haltbarkeit wegen 
O U\ Xestes Saft 1 Xestes Honig gegeben wird, weil er sonst sauer 
■inl. Er ist ein gutes Mittel in allen bereits augefüUrten Fallen. Auch 
ü Salböl, dfts sogen. Melinon wird aus ihnen bereitet, man gebraucht 
aKMß>e, falls man etwa eines ndstringircndcn Oeles bedarf. Man muss 
•W die richtigen aussuchen, diese sind klein, rund und ganz wohl- 
^eud; dagegen sind die sogen. Sperlingsquitteu und die grossen weniger 



tauglich. Die BiQthen, sowohl trocken als frisch, eignen dch zu Kata 
plasraen, da sie von Nutzen sind zum Ädstringiren und bei Äugenent 
Zündungen. Gegen Blutaturz, Bauchfiuss und Ubermääsige Menstruntioi 
sind sie mit Wein getrunken ein guten Mittel. 

Pinm Cjfdonia L. (Rosaceae-Pomoideae) , (^uittenbanm. Die Quitte fang 
ebemal« eine Huegedehot« AnweoduDg in der Modicin (tkI. Plio. XV 100), au i 
Anneischatxe und die Früchte verschwunden bis auf die Samen. 6ein. C^doniA 
-welche cur Bereitung eines ächleimee noch ab und zu f^ebrancbi werden. 

Flinius XV 37 nennt mehrere Sorten, die GoldquitU, die weissere inJindiiefa 
mit heiTÜchem Geruch und die ueapoLitatiische, von der eine Sorte die Sperlinn- 
äpfel (Struthea, von «poö*o«, Sperling) oder Biniquitten sind, klein, aber mit durch 
dringendem Geruch*, sie bildeten dos ParfQm der Herrenzimmer. 

Cap. Itil. Ilept MeXni^iXcov. Honigftpfel. Die Houigäpfel e 
weichen den Bauch und treiben die (Thiere) Würmer aus. Sie sind dei 
Magen schädlich und rerursachen Hitze. Von Einigen werden sie SQss- 
äpfel genannt. 

Es sind nach Fraai die noch jetzt in Gebirgen Griechenlands oft verwilderten 
.Sommer- otler Kumftpfel. Pliniu« XV Sl nennt <ie Mustea (HostApfel). quae nunc 
M(;limela dicuntur a eapore melteo. 



Cap. 162. Ilc'pt 'IlÄEtpwtix&v [LTjJvcov. Epirotißche Aepfel. 
Die sogen, epirotischen Aepfel, in römischer Sprache Orbiculata *) , sind 
dem Magen wohtbekömmlichf hemmen den Durchfall, befördern den Urio^ 
sind jedoch von schwächerer Kraft als die Quitten. 

') Kugeliipfel. 

Nach Plinius XV 51 haben sie den Namen daher, daas sie zuertt in Epinu 
gefunden wurden. Sie sind eine der vielen den Alten, besonden des ROaiem ha- 
kannten Spielarten. 

Cap. 163. IIspl 'A7ptopL^X(ov. Wilde Aepfel. Die wilden 
Aepfe! sind den FrOhlingsapfeln ähnlich, adstringirend. Man muss aber, 
wo man sie als Adstringens gebraucht, allemal die unreiferen wählen. 

Fraas rechnet ue unter die Honigftpfei und sagt, sie wären wild teilen, uur 
in htlheren Gebirgen, auch würden sie sehr wenig culÜTirt wegen des fcbweren Ge- 
deihena der Frflluorten; sie heinen heute noch äfpm fiYjXcä. 

Cap. 164. ÜEpi riEpatxüiv tiTJXwv. Pfirsiche. Die Pfirsiche sind 
im reifen Zustande gut für den Magen und Bauch, die unreifen aber 
verstopfen den Leib, durch das Trocknen werden sie aber noch stopfender. 
Die Abkochung derselben, wenn sie getrocknet sind, eingenommen hilft 
dem vom Flusse befallenen Magen und Bauche. 

iV«"i« oder Amj/gdalu* ptr^ea L. (Bo«iiceae-Pnmoideae), Pfiriichbao 
stammt nach dem Zeugnisse der alten Bohriftsteller (Tbeophr.. lUst pL lY i. 



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Hib. XV 4) &D» Fent«n. -wird aber in Griechenlanil mit vorzüglichem Krfolg cultivirt 
vi ifi ttalioi in vielen Verietät«ii (gezogen. Aach in den nördlicheren Gegenden 
bm^ (f bei );eeigneler Pflege reife Früchte. 

Cap. 165. fTepL 'ApfLfivtdx&y. Armenische Äepfel. Die kleineren, 
velcbe armenische, bei den Römern Praecocia*} genannt werden, sind 
dem Magen bekömmlicher als die vorher genannten. 

'J Frftbreif, weil sie nacb Pliniue XV -10 im Sommer reif werden. 

PrvHut armtmiaea L. (Flosaoeae-Pninoideae), Apriboae. Ihre Hotmath ist 
InuaioD {Plin. XY 41). nie wird in (Triechcnland cultiviii, kommt nacli Fraa« 
4«it aber auch wild vor. In Italien -wird sie gleichfalls gebaut. Die späteren 
QdecfaeB nannten den Baam ßi^jäxoxxov (tou der Falle der Früchte), woraus das 
AfaieoMO der Italiener, das Abricot der FranzoBen und endlich nnser Aprikose 
■Maad. 

Gap. 16G. llipt MirjStxwv. Mediache Aepfel. Die medischen 
0^ persischen Aepfel oder die Kedromelen, die Citri» der Römer ^ sind 
lUbekannt. Es ist niimlich ein Baum, welcher das gan?:e Jahr kurz nach 
tfoander Früchte trägt. Die Frucht selbst ist länglich, runzelig, gold- 
fcAen, scharf wolilriechend und hat einen der Birne üluUiclien Samen. 
In Wein getrunken hat sie die Kraft, tödtlichen Giften entgegenzuwirken 
md den Stuhlgang anzuregen. Die Abkochung dient als Mundwasser 
ms Wühlgenich des Mundes. Ihr Saft wird ron den Frauen gegen £keP) 
gern genommen. Sie soll auch, in die Schränke gelegt, Kleider vor 
(llAtt«i*)Fras8 bewahren. 

') nxsia iit noch da« bei nrhwangeren Frauen htlufige Verlangen nach ge- 
*i*cn. ofl ungewöhnlichen Speisen and Getränken. 

D. itellt bier die drei Arten als synonym neben einander. 

Tbeopbraitt (Bist. pl. IV 4. 2) redet nur von zweien oder Tielmehr nur ron 
*(BT Art, dem mediachen oder persiiichen Apfel; diu Bevchreibimg stimmt im GanKi-u 
*nt der des D,, der Baum hat ein Rlntt wie Andrachle (ArbutuA Andrachne L.l- 
wiwo wie der Birnbaum imd Oxyakonthos, Der Apfel int nicht esabar. achülzt 
*^ die Kleider vor Motten u. s. w. Plinius XII 14 nennt den Baom Malus assyrica 
*tt aedica, er hat jederzeit reife und unreife FrUubte zugleich, sie sind aber ntcbt 
*"^. XJII 103 sagt er: Ein anderer Biium, Citrus, trügt einen Apfel« von Einigen 
*C|ni iii« Geruchea und der üitt^-rkeit verschnt&ht, von Anderen gesucht, er dient 
ikBehmuck der H&oaer, (die Citrone). XVI 107 und XXI H 88 nennt er die Fracht 
Qlratiin md daa daraus gewonnene Oel Oleum citreuui und gibt XV 47 an. da^y 
<l mq dok Griechen nach di'm VKt«rliinde ormenische Aepfel genannt werden. 

^ttitn (De ahm- fiic. U 37) nennt den mediachen Apfel xirptov. Di«; Frucht 
m ans dem aanren irüttleren Theile, dem Beiacbigen, um den sauren henmi- 
1, Qnd BUS der gpwilrzhaften, wohlriechemlen Schale. — Die mystiachen 
der HeaperideD worden (Athen. Deipn. III 28 sqq.) mit den Früchten in B»- 
ttakony fiebrasht, e* heiast dort, Jula. der König von Mauretanien sage, die xttpt» 
«Man tB Afrika HeiperidenilpfeU M-^)a 'EisKif-tnd genannt, es seien die goldenen 
Atpfol iprww^u. welche Herlcule« nach Griechenland gebracht habe. 

Wir haben ee mit einer Orangen' (Citrus-jArt zu thun. Fraas spricht sich für 



t'itrus tiecumana L. (Atiraotiaceae), die Porapelniiss aus, und nicht für Vitrus 
medica L., die Citrooe, and Citru» Aurantxum L., die Pomeranze, weü 1. da 
Vaterland der letzteren Nordafrika, das von C- decnm. der Orient sei (audi Cili 
med. und Aunmt. dQrften ibre Urhcimath in Aaien haben); 2. der alt« Name %\k 
Tür Citr, decum. aioh in Giiechenland bis jetzt erhalten habe, wilfarend die Citrona 
Xi}i.6viot und die Orangen RopiofiiXia beiason; ebenso 3. der von den Alten angc^fa 
(-■»ebrauch; 4. weil die Beschreibung des Theophrast und D. auf den Baum und 
«l&ngliche, runzelige* Prucfat am besten passe; 5. weil jedenfalls« das saure Fmc 
fieisch der Citrone, falls diese gemeint sei, Erwähnung gefunden haben wQrde. 

Citrus deatmana, ein in Ostindien einheimischer Baum, ist dem Pomeraaae 
baom iihnlic'h, aber weniger regelmässig gt^baut. Die Blütter sind sehr breit, meü 
gefaltet und verkrüppelt mit stark geBOgetten Blattatielen, die BlOtben bilden kur 
aufrechte steife Trauben mit oft nur vier fast gleich breiten, gefurchten, dicke 
weissen Blflthen blättern, die stark nach Orangenöl duft«n. Die Frucht (Adams- ode 
Paradiesapfel) ist meist etwas bimftlrmig, blasagelb, dickschalig, saftreich und wohl- 
schmeckend (nach Anderen ungeniessbar), und erreicht eine ansehnliche OrOsse. 

Cap. 167. lUpi 'AitiOD. Birne. Es gibt viele Arten Birnen, 
sämmtlich sind sie adstringirend , daher eignen sie sich zu veriheilende 
Umsclil^en. Die Abkochung derselben im getrockneten Zustande, 
selbst auch roh genossen, stellen den Durchfall; den Nüchternen abä 
schadet der Genuss. 

Pirus communis L. (Rosaceae-PomoidBae). Birne. D. meint hier die cnltl- 
virte, Slkio^. Sie wurde und wirti in Griechenland wegen des trockenen Klimas nicht 
viel gebaut, weil sieh die bekannten Sklerencbymkörper in der Nähe des 8amen- 
gelAoses zu stark bilden (Potoniä hB.lt dieselben fQr Rudimente einer bei den Vor- 
&hrea derselben vorbanden gewesenen Steiuhülle zum Bchutxe der Samen). In Born 
dagegen kannte mitn viele Arten, Ptinius XV 53 zählt gegen dreiaaig auf. doch hilt 
er die von dem Idmmerischen Bosporus (die Meerenge zwischen KafTa und Theoi 
kommenden für die ausgezeichnetsten. 



dMia> 4 

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Cap. Iö8. flspi 'AxpäSoc Wilder Birnbaum. Eine Art des^ 
wilden Birnbaumes ist die Achras, welche langsam reif wird. Sie hat^^ 
mehr adstringirende Kraft als die zahme Birne, daher ist sie (Ür di e < 
selben Zwecke geeignet. Aber auch ihre Blätter adstringiren. Die Äsche^j 
des Holzes aber hilft krallig bei Vergiftungen durch Pilze. Einige bo — ^ 
hanpten auch, dass, wenn man die wilden Birnen mit Pilzen zusammeio^ 
koche, diese unschädlich wUrden. ' 

Bei Theophrast (Hiet. pl. 11 5, 6) heisst der wilde Birnbaum Sf^v*] (ODOkoe) ' 
bei Plinius XXUl 116 iSrus silvestris, die Holzbirne; ihre Anwendung wird abe 
einstimmend mit D. angegeben. 



Cap. 169. Dspt MeanEXwv. Mispel. Der Mispelbaum, welche— 
von Einigen Aronia genannt wnrd, ist domig, den Blättern nach ähnliolz=4 
der Oxyakantha und trügt eine einem kleinen Apfel Ulinliche süsse Frucli 
welche im Innern drei Knöchelchen *) hat» Einige nennen sie davon ai] 



I Trikokkos, sie wird langsam reif. Genossen adstringirt sie, ist aber dem 
I Magen wohlbekümmlich und hemmt den Durchfall. 

*) Die lir«! Bteiuharien Samtn. 

Crvt^uffua Utnticetifotia Perv. (vielleicht auch MtspUus Atarolv» Smith, Cratatgiu 
Qrieseb.) (Rosaceae-Pranoideae), Schwarcer Hagedorn. 

Cap. 170. ricpl itipoo MsotcIXoo. Die andere Mi&pel. Es 
gibt noch eine zweite, in Italien wachsende Mispelart, welche Einige 
EpimeUs, Andere Setanion nennen. Er ist ein dem Apfelbaum ähnlicher 
Bftom, auch betreffs der Blätter, nur dass er kleiner ist Er bringt auch 
ODt Frucht f imd zwar ist diese rund, essbar, hat einen platten Boden, 
adstringirt eiwas und reift langsam. 

MtAffilua germanica L. (Bosaceae-Pomoideae), Gemeine Mispel. 

Theophrast (Hitt. pl. IIT 12, 5) bat drei Arten, die Bewohner des Ida unter- 

I KfasMien xie als Aotliedun (&ylH;8<i>v. die Blumenleserin, die Biene), Sataneioe (aaTävtio;, 

' die Feindliche) und Anthedonoeides (äv9-r;9ovc>tc3-^(, die AnthedouarÜge}. Ihm folgt 

PSnitti XV 84 wörtlich, die letztere nennt er auch noch die gallische and die zweite 

wie D. Setanio. 

Die Anthedon des Theophratt kj^note ab die erste des D. (Crattug. lanacetif.) 
ugvprocbffn wenlen, wS,hrend die BeKcbreibung der Salaneioa auf Meapilut commuHÜ 
fÜA, Die AnUiedonartigo wird für Sorbwi Chamaeme»ptiHt Cr.. Kleine Ebereiiche, 
lifcalUii Die Hi«pel kommt in Griechenland cur angebaut vor, während der schwarze 
BigvdoTn dort und in Italien wild wächst« 

Cap. 171. Ilipi A(äToü. Lotos. Der Lofcosbaum ist ein ziem- 
li(h grosses Gewächs. Eine Frucht trägt er, die grösser als der Pfeffer, 
ita, essbar, dem Magen wohlbekömmlich ist und den Durchfall stellt. 
Die Abkochung der Spähue des Holzes hilft als Trank oder als Kljstier 
Dvuoti'neknmken und an FIuss leidenden Frauen. Sie färbt auch die 
Haare gelb und hemmt deren Ausfall. 

Der Ausdruck Lotoe, ).urc6<, hat bei den alten Oriechen eine mehrfache Be- 
dnteDg, es t«t der Name fOr einen Baum, einen Strauch und für ein Kraut, fUr die 
gute Gati:ung Trifolium. 

Hier ist es wuhl Celtt's autfralia L. (Uliiiaceae), ZQrgelbaum. 

Bei Theophnut (HiaU pl. IV 3, 1 sqq.) ist es ohn« Zweifel der in Libyen 
Uidg wachsende acbOne Baum mit dunklem Holze, etwaa kleiner als der Apfelbaum 
sb Tieliu easbaren Fnlchten, welche wie hei der Myrte dicht an den Zweigen 
MAra Er kennt aber mehrere Arten, die sich durch die Frflohte unterscheiden: 
bÜMafalls ist OS der Lotos der Lotopbageu, wenngleich die Frucht ähnlich ist (De 
|d. IV 6, 9). PUnius XIII 104 berichtet, der Lotns wüchse in Afrika als ein 
itLiili'cher Baum, der Celtis heiwe und in Italien auch vorkomme, er sei aber 
iU(td> den Hodi^n rerllndert; weit«r beschreibt er wie Theophnut. verwechselt aber 
4SM »it dem Lotos Aegyptme. Polybius (Athen. XIV 65) beschreibt die Frucht 
•» pvM wie eine Olire, süss, im Geschmack der Fei^e oder Dattel iümlich, der dar- 
riptfiti^i« Weis ist nicht haltbar. 

auitnli« iat ein kleiner Baum des Orient«. Afrikas nnd des tieferen 



Südens mit ungleichen. ei-lanzettUchea, zugcflpitzt«ii, scharf gesägten, obeneite rauh-, 
onteneitB weichhaarigen 61&tt«m. Die fQnflheilige BlQthe ist oft nur viertheiUg, 
eine Traube oder Rispe, die Fracht eine rundliche Steinfrucht 

Cap. 172. rispl Kpaviac. Kornelkirscbe. Die Kornelkirsche 
ist ein fester Baum und trägt eine Frucht wie der Oelbaum, länglich, 
zuerst grün, dann wachsfarbig und schliesslich bei der B«ife roth, essbar, 
adstringirend , sie wirkt wohltbntig bei Bauchfluss und Dysenterie. Sic 
wird auch zum Kochen und zum Essen mitverwandt; auch wird sie ein- 
gemacht wie die Olive. Die aus dem brennenden grünen Holze aus- 
tretende Flüssigkeit eignet sich sehr zum Einreiben gegen Flechten. 

Contus mascula L. (Cornaceae), KornelkirEche. Gemeiner Hartrieg 
Theophniat (Hisi pl. ITT 12, 1) beschreibt den baumartigen Strauch s^r 
nau; der männliche, sagt er, habe kein Mark, daiiim noi das Holi so fest, der weib- 
liche besitze Mark, werde darum bohl and nei nicht eu Wurfspeeren tauglich, die 
Frucht habe einen der Olire ähnlichen «üuen and wohlriechenden Kern. Elhenso 
»chreibt PUniua XVI 105: man 6nde selten eine so grosse Verschiedenheit xwisch 
der mtlnnlichen und weiblichen Pflanze wie beim Cornus, da die letztere herbe oi 
durchaus ungeniesabare Beeren trage und eb achwammiges, nutzloses Uolz habe. 



4 

Nb.~ 



Cap. 173. Ilcpl Oowv. Speierlingsfrucht.!] Die apftdartigea 
noch nicht reifen Früchte werden, wenn sie zerschnitten und an der Sonnj 
getrocknet werden, so, dass sie gegessen den Durchfall hemmen. Du^ 
aus ihnen durch Mahlen gewonnene Mehl, wenn es statt Gerstenmelil 
Dommen wird, sowie die Abkochung derselben leisten dasselbe. 

Sorbti» dornest ica h. (Rosaceae-Pomoideae), Speterling, war in fJrieehe 
land wild und calttvirt. TheophraaL (Bist. iil. HI 12, 7) beschreibt ilui ausführli<l 
ia zwei Arten, einen männlichen und einen weiblichen, einen mit I&ngUohen 
einen mit runden, sflseen und wohlriechenden Früchten, sagt aber (De ctufl. pl. 
1, 4), dass die Frucht des cuHivirten wühl aOaser, dagegen weniger wohlriechend *e 
der Speierling gehöre zu den Bäumen, welche durch die Cultur einbÜB»ten. 

PUnius XV 85 imterachRidet vier Arten: rotunditas mali (apfelrund « 
beste Sorte), turbinatio piri (kreisetfDrmi^ wie die Birne), orata speciC 
(eifOrmig) und terminale (Grimmbeere oder Elzbeerbaum, Crateujfus toitninalig ] 
nur f(lr arzneiliche Verwendung: er sieht den drei emten Arten auch gar nicht &h(( 
lieh, hat die kleinsten Frflchtu und triigt beständig. Die Früchte mussten wie 
Mispeln, um geniessbar zu werden, erst liegen und teigig werdini. 

Der Baum ist der Eberesche iehr ähnlich, Aber riel stärker und hoher. Die 
Blätter sind Unterseite stärker zottig und haben einen nicht unangenehmen Geruch. 
Die Knospeo sind kahl, klebrig. Die Dolde ntra übe ii tragen viel weniger Blathco. 
weil dieee fast dreimal so gross sind. Die Frflcht« sind meist hirnf^rmiK', oft auch 
mehr rundlich, grOnlichgelb. auf einer Seite roth. drei- bis fÜnffUcherig. Im sft^*, 
liehen Europa. 

Cap. 174. rifipl KQxxTi[i-i]Xiac. Pflaumenbaum. DerPflaialii 

bäum ist ein bekannter Baum, dessen Frucht Mubar, dam Magen scfalecb 



I Buch. Cap. n.J. 



141 



WkOmiDUch ist und den Bauch erweicht, die getrocknete Frucht der 
■pnachen und besonders der in Damaskus wachsenden ist dem Magen sehr 
nfarttglich und stellt den Durchfall. Die in Wein bereitete Abkochung 
der Blätter beseitigt als Gurgelwasser AiTeetionen des Zäpfchens, des 

ifleischej und der Mündeln. Basselbe bewirkt aber auch die reife 
knete Frucht der wilden PÜaume; denn mit eingekochtem Most ge- 

u wird sie dem Magen wohlthuender und den Durchfall mehr hem- 
BHuid. Das Gummi des Pfiaumenbaumes hat die Eigenschaft, zu verkleben 
nad, mit Wein genommen, den Stein zu zertrümmern. Mit Essig aber 
«mgeri«ben heilt es die Flechte bei den Kindern. 

Theophnut lEüst pl.IV2, 10) redet eigentlich nur von einer PSaumenart, «okuo- 
^f^Ua; kie beginnt im Mfti (menHe Hyanepftione, im Monat dea Apollofeste^) xu blühen; 
die Fracht int der Mifpel etwas ähnlich, liot einen runden Kern, der S$Ji ist wässerig 
fRuL pL I 12, 1). Plinius XV 41 kennt eine grosse Zahl Arten (ingena turba pru* 
Boniml: von der Damuscener »agt er. dai^ iie schon längst in Italien einheimisch 
ti. Kr i^pricht vom Einmachen and Mnssbereiten der i^aumen, vom Veredeln durch 
Pfropfen auf Mandul- and Äpfelbäame (Mandel- mid Apfelpflatimen). 

D. bat offieabar drei Arten ; die erst« lai Prunus imaititia L. (Rosaceae-Fru- 
to M cag), die Kriechen oder Haferpflaume mit ihren Abarten, Mirubellen, Reine* 
Claudes und ähnlichen rundfnichtigen Fflaamen , dann die aus dein Morgcnlaude 
•Ummcnde mit ländlichem Kvm, l'runu9 (tomcsticu h., uneeit* eigentliche Zwetsche, 
ttd alt dritte die &7ptxoxxu|iiiXta , welche Theophra«t (Hiit. pl. III 6, 4) snoBiä; 
•CRtf ä-fpia «DXK'ijiijXtot (Spodias, gleiciutam eine wilde Pflaume), und Plinina Pntntu 
tbmtrii/ nennt, unsere Suhlobe, iV. Spinoza L. Diese ist jedenfalls auch das frpoüfivov 
QlkB's (De »impl faa VlI 35); er lobt Übrigem neben der Damaiioencr auch die 
ifiaiiebe Peaume 

Cap. 175. riiol Kö'^ijjO'j. Krdbeerbauoi. Der Erdbeerbaum 
btcinder Quitte äUulicher Baum, schni&lbtätterig, und hat eine pÜaumen- 
poue kernlose Frucht, welche auch Mimaikyla genannt wird; TOllig reif 
i^ EJe hellgelblich oder roth, beim Essen spreuig'), dem Magen schädlich 
ud rtinu-sacht Kopfücluuerzen. 

^ i'^uptMiffi, du eigeutbdmliche OelBhl, welches die Saroeo beim Kauea rer- 



Tbcopbrost (Hist. pl. III 16, 4) beschäftigt sich mit dem Baume sehr eingehend, 
^^atei ihn (I S, 2; 9, 3) su den immergrünen mit abfallender Rinde und «ehr 
. weicht!« vorzÜgUche Eohlun liefert (V 9, l). Bei Flinias XV 98 heiÄst 
iiedo (unum ederc). weil ca nicht acbtcklich idt, mehr uU eine Frucht — 
sif viangtt Haumfrucht, welche einer F.rdfrucbt gleicht — zu etsen. Kr heisst auch 
Ariiutit». 1^ den Griechen Cornaron und Memecjlon. Die Frucht bat ein gauiea 
^ aro Keifen nöthig. 

Iier Krdbeerbaum, Arbuttu VneJo h. (Ericai'uie), ist io Crriecheuland bei- 
^■*. ^mnit iiuch in Italien wild vor. Es iit ein kräftiger Strauch mit gedrehten 
mit einer tauben Rinde bedeckt sind. Die immergrflnen BlAtter lind 
•Iftttcm Ülmlich. Die Uberhllngenden FrQchte gleichen den Erdbeeren, 
j«Mr, rond, xuenk gelb, bei der Reir« rotb und habim einen «ehr ang«- 




oebmen sflasen Geschmack. Die in der Frucht Uegeaden Smnen sind hirsekor 
and mit einer zarten Haut iiberaof];en. 






Cap. 17G. Ilspl 'A[Lt)^3aXiic. Mandelbauni. Die gekocl 
und fein gestosxene Wurzel des bitteren Mamielbaumes vertreibt ili" 
SommerSecken im Gesicht, die Mandeln aber auch selbst als Uiuschlag 
bewirken dasselbe. Im Zäpfchen treiben sie die Menstruation, mit Essig 
oder Rosensalbe um die Stirn oder die Schläfen gelegt helfen sie bei 
Kopfschmerzen, und mit Wein gegen Epinyktis, mit Honig gegen faulende 
und kriechende Geschwüre und gegen Hundsbis», Genossen sind sie 
schmerzstillend, erweichen den Leib, machen Schlaf, treiben den Uani 
und helfen mit Stärkemehl genommen gegen Blutsturz, bei Nieren- und 
LungenentzQndung aber im Trunk mit Wasser oder als Leckmittel mit 
Terpentinharz. Den au Harnverhaltung und Stein Leidenden bringen sie 
Linderung mit Most, bei Leberaffectionen , Husten und Aufblähen 
KoIoDS (helfen sie) in der Grösse einer Hnselnuss als Leckmittel mit Hon 
und Milch. Fünf oder sechs vorher genommen verhindern die Trunken-_ 
heit. Mit it^end etwas verfüttert tödten sie Füchse. Das Gummi de 
selben (des Baumes) adstringirt, erwärmt und hilft gegen Blutsturz, mit 
Essig eingerieben vertreibt es die Hnutflechte. Mit unvermischtem Weii^j 
getrunken heilt es chronischen Husten, mit Most genommen hilft es Steii^H 
leidenden. Die süsse und essbare Mandel ist aber, was die Wirkimg be- ' 
trifft viel schwächer als die bittere, aber auch sie wirkt verdünnend und i 
harntreibend. Die grünen Mandeln mit der Schale genossen besei 
Magenfäule. 

JVhhm Amygdalus Biill., Amffffdatua etmmunit }.. (Rosaceae-Prunoid 
Mandelbanm. Er kommt als sflue und bittere Varietät vor; diese charaktei 
sich auswr durch den bitteren Samen oft durch lebhaftere rothe Farbe der BlQI 
and einen längeren (jriffel als die Staubbl&tter des inneren Ereises. 

Es ist nicht uuwahracheinlicb, ilaai lioh aus der bitteren Bfandel als der Crform 
die süsse darcb die Cultur entwickelt liai. Thoophrast (Bist pl. II 7, 7 n. De caus. 111 
9, 3) gibt an, dass durch Anzapfen des Stamme« Ober der WurEel und Abi 
eines echleinugen Saftes sowie darch DOngnng mit Schweinemixt diese Veränderui 
erxielt werde, und «war in einem Zeitraum von 3 — i Jahren (id., De caus. ill 17, 
PUnins XVTI 252 bestätigt dieses, sagt aber kurz vorher (237), dass durch Anfi 
Ton Tbiereo. ja darvh blosses Bvleckeu der Ziegen der «Qsse Mandelbaum in 
bitteren zurilckgewmadeU werden könne. 

D. wendet aoob die grüne Mandel mit der Schale an; die letatere ist fleisrhi) 
grau, und wird später braon, lederartig and sammetbaarig, bei der Beife siiallet 
sich nnd entlässt den branntm grubig pimktirten Samen. 

Die rtMUi Maadeln gebnrten sibon in den ältesten Zeiten wa »U 
Frücfatcn {t^ Gcnaa. 43. II). Die HeimatJi des Baumes ist ohne /. 
asien, jetzt iit er im guuen Mittelmeergebiet eing^bOrger^ in (iriecheulan«! wird 
besoatSon aaf Naxo« nnd Hiios culb'rirt, in Italien wirhsi er M>gar nicht hU«« «i 

Dis Msndeln enihaliea 45-3i6S fettea Oel. 20—25% ProtelBcabstsi 




litva 10°'» Zucker und etvas Gummi. Die sehr wicbtij;;e)i Bctgtandtfaeile der 
[bittcTCa Mandeln untl aauerdf'ni Ain^-gdalin und Kmulsiii, welchr; bei Gegen- 
|wt T<m Wasser BImusAure bilden (s. Cap. 89). Beide Arten eind noch officinell. 

Cap. 177. Ilspl fltotaxtwv, Piatacien. Die Pistacien^ sie sind 
nämlich «in Product Syriens, sind ähnlich den PiniennUsseD, dem Magen 
vohlbekömmlich. Gegessen und fein gestossen in Wein getmnken helfen 
I Äe gegen Schlangenbis». 

Pütacia rrra L. (Anacardiaceae), Wahre Pislacie. Ihre Heimath ist dos 
[iMüche A«ten, seil alter Zeit wird sie aber in SOd-Kuropa «.'ultirirt, llieophrast 
, pL IV 4. 7} sagt: ,lSs soll in Indien eine Tcrtninthe wachsen oder, wie Einige 
ein der Terminthe iLbnlicht.>r Baum, welcher diet>er in allen Tbeüeo gleich, 
dcc Frucht aber davon verscbtedea ist. Diese ist nämlich der Mandel ähulich in 
i OcMluBack und Sasse, nur dii< Schale ist nicht rauh^ der Raimi komniL aticli in 
Btktrien vor/ 

PUnittii Xm 51 tählt «ie anter die Syrien eigenthdmlichen Bftame und 
Vgt XV dl , die Pistacien seien zuerst von Viiellius nach Rom und von Flaccuä 
einem rßmischen Ritter, nach Spanien gebracht, sie wflrden wie Mandeln 
Ddt 



Cap. 178. llspt Kapfjwv ßaaiAtxÄv. Wallnüsse. Die Wall- 

nOste, welche £inige auch persische Nüsse nennen, sind genossen schwer 

xa verdauen, dem Magen schädlich, sie machen Galle, Kopfschmerzen und 

sad denen ) die an Husten leiden, sehüdlich. Sie sind als Speise da/.u 

^nlich. um hui dem Nüchternen Brechen zu erregen und sind Gcgen- 

mitlrl für tödtliche Gifte, wenn sie vorher oder nachher mit Feigen und 

Raute genommen werden. Reichlich genossen treiben sie den Bandwurm 

US. Mit etwas Honig und Haute werden sie als Umschlag auf ent- 

iQadet« (schwärende) Brilste, auf Ablagerungen (Abscesse)') und Ver- 

rakaugen gelegt. Mit Zwiebehi, Salz und Honig wirken sie beim Bisa 

des Hundes und Menschen. Mit dem Schneckenhause gebrannt und auf 

den Niibel gelegt, lindem sie Leibschneiden, die gebrannte, in Wein utid 

0«1 verriebene Schale bewirkt als Pomade bei Kindern schönes Haar und 

*ttrkt das nach der Fuchskrankheit ausfallende. Auch die Meusiruation 

•teilt der Kern, wenn er gebrannt, fein gerieben und mit Wein rtU Ziipf- 

d»n applicirt wird. Die Kerne alter NUssc heilen Gangrän, Karbunkeln, 

'^«Uatigen'O und Fuchakronkheit, wenn sie zerquetscht und als Kutapla^nia 

Higewandt werden, in kurzer Zeit. Aus den gestossenen und gepressten 

aSnen wird auch ein Od gewonnen. Die frischen sind aber dem Magen 

weniger schädlich, da sie süsser sind; deshalb werden sie dem Knoblauch 

B>g«aetii, um ihm die Schärfe zu nehmen. Als Umschlag beseitigen sie 

ttdi blütunterUufene Stellen. 

M iB*»TYjio3t. •) atftXiu'i, ThiUneninckleiden. 

•/wpIon# rtfia I.. (.luglandaceae), WeUche Nusn oder Wallnaai, hat den 




Kamen (Juglans = Jovis glans, Juppiten Eichel) daher, dusa die Alten die Nü^j«, weleb 
friach einer Eichel ähnlich sind, fü.r eine Gßt1«r9peiM hielten (MAcrobiiu, Saturnal. II U 
Ihre Heimath ist Penien, sie hsiMt dalier bei Tbeophrast ovoh nopüa Tn^siUY^, 
xopÄa sÖ^tx-ii oder th^oi%6v (Hifrt. pl. III 6, 2; V 4. 1, 3). Piinius XV 86 tagt 
die Wallnius von den Königen der Perser su uns gebracht sei. beweisen tun besten 
die gric-bisohen Bezeichnungen Peraicon und BasiÜcou (die Königliche): wegen der 
Beschwerde, welche ihr starker Geruch dem Kopfe venintitche, 5ei sie caryon (s 
Kanpt) genannt. 

Der Baum wird ji>tEt durch ganz Europa gezogen; froher wurde das am 
Kernen gepre»«te Oel vielfach benutzt; die grünen gerbstoffreichen Schalen und un- 
reifen Nüs«e liefern einen angenehmen Bitterstoff und werden zum DunkelHlrben d« 
Baare verwandt. 

Cap. 179. Ilfipt Kapucuv Trovttxüv. Haselnüsse. Die Ua 

nUsse, welche Einige auch die dünnschaligen Nüsse nennen, sind 
Magen schädlich; sie heilen aber, fein gestossen und mit Honigmeth ge- 
trunken, veralteten Husten. Oeröstet und tnit etwas Pfeffer gegeasen 
lindem sie den Katarrh. Ganz aber gebrannt und mit Schmalz oder 
Bärenfett verrieben stärken sie als Pomade das durch die Fuchskrankheit 
ausfallende Haar. Einige sagen, dass die gebraunten, mit Oel fein ge- 
riebenen Schalen die Pupillen der blauäugigen Kinder schwarz färben, 
wenn der Vorderkopf damit eingerieben wird. 

Corjßua AvtiUina L. (Fagaceae). Haselnuss. Theophrast uenut sie xo^üa 4p«- 
KAtuiUHt^ von der Stadt Ueraklca im Pontus , D. xapöa icovTtx-fi und Plinius XT 88 
Nux pontica, weil sie nach Griechenland aus Pontus gekommen sei, frttber habe 
sie Abellnna nach der Stadt Abella oder Avella in üamiiouien genannt 



Cap. 180. ÜEpi Mof^^a^. Maulbeerbaum. Der Maulbee 
bäum oder die Sykamtnea ist ein bekannter Baum, dessen Frucht den 
Bauch ÖfiFhet, leicht verdirbt und dem Magen schädlich ist; auch der Saft 
daraus leistet dasselbe, in einem Kupfergefnase aber eingekocht oder ui 
der Sonne eingetrocknet wird er ud»triugirender. Mit eiwog Uonig ge- 
mischt wirkt er gegen FltlBse, kriechende Geschwüre und Mandelentzfln- 
düngen. Seine Wirkung wird erhöht durch Zumischung von spaltbarem 
Alaun, Gallapfel, Myrrhe, Safran, auch von Tamariskenfrucht> Schwe 
tilie und Weibrauch. Die unreifen trockenen zerstoseenen Maull 
werden statt des Sumacbs den Speisen zugemischt und helfen Mage 
kranken. Die Wurzelrinde mit Wasser gekocht und getrunken, löst 
Bauch, treibt den Bandwurm aus und hilft denen, die Sturuihut genoa 
haben. Die fein gestossenen Blätter mit Oel umgeschlagen heilen Vc 
brennungen mit Feuer. In Regenwasser mit den Bliittern des Weil 
Stockes und der schwarzen Feige gekocht färhon sie die Haare. 
Saft der Blätter, in der Gabe eines Bechera getrunken, hilft denen, 
von der Spinne gebissen sind. Die Abkochung der Rinde und BUtl 



L Buch. Cap. 181. 



145 



tat tkh Mundwasser bei Zahnschmerzen uUtzUch. Es wird aber der Saft 
at» der Wurzel gezogen um die Zeit der Weizenemte, indem sie mit 
dnem Onthen umgeben und UDgescbnitten wird; um folgenden Tage findet 
lieb eine ^eife Masse vor, welche gegen Zahnschmerzen wirksam ist, Ge- 
ithwOre öffnet und den Bauch reinigt. 

[Es scheint aber auch eine Art wilde Maulbeere zu geben, welche 
dem niedrigen Brombeerstrauche Id. h. in der Frucht) ähnlich int, aber mehr 
adfitriogirt. Der Saft von diesen wird weniger von den Würmern ange- 
ürBsaea, er dient zur Bähung bei Kutztindungen, zur Vernarbung bei 
Scliluiid(- Wunden) und zum Ausfüllen der Wunden mit Fleisch. Sie 
wichst an sehr schattigen utid kühlen Orten.] 

Motu» niyra und alba (Moraceae) Maulbeerbaum. 

D. bat fär den^wlben Baum zwei Bezeichnaugen, fiopia und oox«(uv<a. 

Pliniu« XV 101 sagt die Maulbeeren würden zuerst weisa, dann rotb und zu* 
letri scbvan, aas den unreifen, d. h. den weissen, werde Antiepodium gemacht. Ob 
^ Alten den weiMen Maulbeerbanro gekannt haben, Ut sehr fraglich. Fraaa 
(S> 288) besieht lebr ktlhn die Angabe von der weia«en, rotben und schwarzen Beere 
W ACNCbylu« und ip&ter bei Plinios nicht auf die Reifeatadien, wie wir sie bei der 
Brocibeere haben, sondern auf die weisse Art. (Es gibt auch eine rothe Art. Horus 
nhrü L., die benondera in Nord&meriku vorkommt.) Kr hält als die aicheiHte Nach* 
ridit hiprSber die Angabe des Cnsflianus Biiesua. dasa die auf eine Wetfwpappel ocu- 
lirte Maulbeere wtiasc PrUchte trage. 

Im Ktiu'luatze weift B. auf den wÜden Maulbeerbaum hin, denen Früchte un- 
(«vöhttUch gruip», ■anerlich-«fld« und schaackbafl sind. Fraas fand ihn in Griechen- 
llBü am tbeaaalischen Oeta. 

Die HeimaÜi beider Arten ist ohne Zweifel Kleinasien; sie wachsen in Griechen- 
lud, in Italien und werden selbst In den klüteren Gegenden bis Dänemark und 
&i2^d haopta&cblich für ilie Seidenraupen gezogen. 

In der Medicin werden die Beeren zum Sirupus Moronun verwandt, 

Cftp. 181. [Isp{ ZoxotLäpoo. Sykomore. Sykomore, Einige 

twu)«n diese auch Sjkaminon, es heisst aber auch die Frucht Sykomore 

*igea des minder guten Geschmackes. Es ist aber ein grosser Baum, 

itr Feige ähnlich, sehr snftreich, mit Blättern ähnlich denen des Maul- 

Iteerliaumea. Sie trügt drei- bis viermal im Jahre Frttchte, nicht an 

den Zw«tgsp)tzen wie die Feige, sondern am Stamme, wie der wilde Feigen- 

btum. stt8:§«r als Feigen aber ohne Körner, die jedoch nicht reifen ohne 

■it dem Nage! oder einem Eisen geschabt zu sein. Am meisten w^hst 

flic to Kurien und auf Rhodus und in nicht getreidereichen Gegenden. 

Zu ^iten deA Getreidemangels uänilich hilft sie durch dos ununter- 

briKhene Fruchttragen aus. Die Frucht ist fUr den Bauch gut, ohne 

X&hrwerth, (Ur den Magen schädlich. Zur Saftgevrinnung wird der 

Baum im erstun Frühjahr, bevor er Frllchte trägt, benutzt, indem die 

Obvrflächi* der Hiude mit einem Steine iiugeritzt wird, bei tieferer Ver- 

l«Uimg gibt er nichts her*).. Der Tropfen wird dann mit einem Schwamm 

tt*taa<l**, AAtutltnlttelUtbiH de« Dloikurld««. 10 



oder mit Wolle abgenommen, getrocknet, geformt und in einem irdenen 
Kruge aufbewahrt. Der Saft hat die Kraft, zn erweichen, Wanden zu 
verkleben und schwere Speisen verdaulich zu machen. £r wird auch* 
getrunken und eingestrichen gegen Schlangenbisse, LeberverhärtucgenJ 
Magenleiden und Fieberschauer. Der Saft wird aber rasch von den 
Würmern zerfressen. 

*) Weil die MilcbsaftfireflUae Im Buttheile dei Stammee liegen. 

Fieus f^^morut L. (Moiuceae), Maolbeer-Feige. 

Bei Theophraat (Hiit. pl. 1 1, 7: IV 1, 5; IV 2, 1 u. a. 0.) iKt die Sykomori 
Qtmd^ivoc atfUTTTta ; er beschreibt den Baum als den Blättern and dem ganzen Habitna^ 
mich iLholicli dem Maulbeerbuume , in der Frucht aber abweichend (die schuppigen 
Feigen der Sjkomore sind in Doldentrauben vereinigt) ; aacb gibt er uot dasa die«e^ 
zmn Reiten mit eisernen Nägeln geeohabt wenlen mQsse, und dass der Baum wege 
seines festen Holzes, das im Alter achwarr. werde, zu Vielem n&tzlich sei. Wo be 
ihm 9UxÄ{xtv&4 allein Rteht, ist es der Maulbeerbaum. 

Nach den Wörtern des D. kSnnte man annebmen. dais Enrien und Rbodui die 
Heimathländer der Sykomore seien ; wir finden aber die Früchte Khon in den Be- 
cept«n des Papyriw Ebers und im alten Tentamente (IH. KCn. 10, 27; Jbi&m 9. 10) 
wiederholt errnlhut, ao dass wohl die ürheimath desselben Aegypten und Pa 
atina ist. 

Plinius nennt die Sykomore Ficiu aegyptia und beschreibt den Baum wie" 
Tbeopbrast 



Cap. 182. JIspl oöxoo Iv K&xptf). Feige auf Kypern. 
wächst aber auch auf Kypern eine Art von verschiedenem Aussehen, den 
denen der Ulme, nicht der Sykomore gleichen die Blätter. Sie hat eir 
Frucht von der Grösse der Pflaume, süsser, in allem üebrigen ist sie den 
vorgenannten gleich. 

FieuM Stfeomoi-u$ L. (Moraceae). Ein groanr Baum mit aasgebreiteten Aesten 
und ansehnlicher Eroue, fast herxförmig-eirnnden, ausgeschweift-eckigeu. oben danke! 
grünen, anterneits blassen, mit röthlichgelben Nerren versehenen Bl&ttem. 
BlQthentibind ist eine blattlow , dichte, unregelmil«sige Doldeniraube. Die KrQi 
sind blmn^rmig, 3 — 1 cm hing, schmuLzigweiss und grün gestreifl mit zahlreiches 
kleinen blassrolhen Schupp^'n. 

Tbeopbrast (Eist pl. IV 2, U) änssert sich Qber dieien Baum so : .... Viem 
Eigenschaften hat der Maulbeerbaum (suxä^tvoO- Ein Ilhnliohe>< Gewächs scheini di 
zu sein , welcheH auf Kreta kyprische Feige (uiitpi« o^n^r^) genannt wird ; denn aai 
dieses et/eugt die Frucht aus dem Bt-amme und den dicken Zweigen, nur aitxt et? 
an einem kleinen, blattlosen Triebe, der einem WQrzelcben ähnlich ist Der Stunm 
ist gross, der Weisspappel ähnlich , sie hat aber ein Blatt wie die Ulme. Viennal 
im Jahre bringt sie reife Frtlchi« hervor, aber nnr wenn sie angeritzt sind, ao di 
der Saft aiisflieest An SQssigkeii gleichen sie den Feigen, an Inhalt den 
Feigen, an Gr&iae den Pfltiamea.* 

Wortgetrea drückt sieb Plinioa XIII 58 ans. 

Pena und Luhel veräiLbern, nach Aussage dort rt^is^nder M^iocbc gleit 
Banm eher dem Muolbeerbaame ai> der Ft^ige. E» ist also wohl eine Variel 
Maulbeerbaumes, die äch als Fietu •Sycomorv« rar, ulmifotta beeeiohnen Hi 



naei , 

»e 




Cap. 183. \\ift\ aoxcuv. Feigen. Die reifen Feigen^ wenn sie 
eh sind, bekommen dem Magen schlecht tind lösen den Bauch. Leicht 
wird der von ihnen erzeugte Fluss geheilt; sie rufen Ausschlag und 
Schweiz berror, stillen aber den Durst und dienen zum Dumpfen der 
Hitze. Trocken aber sind sie nahrhaft, erwärmend, mehr Durst machend^ 
wohlthuend für den Bauch, untauglich fUr den Magen- und Bauchfluss. 
Heiltiam sind sie für den Schlund, die Luftröhre, die Blase und Nieren, wie 
■och für die, welche nach langer Krankheit eine schlechte Farbe haben, 
ferner ftlr die Ä^^thmatiker, Epileptiker und Wassersüchtigen. Mit Hysop') 
gekocht und getrunken reinigen sie die Brust, sind auch ein gutes Mittel 
bei altem Husten und chronischem Lungenteiden. Den Bauch erweichen 
sie mit Natron und Safran zusammen gestossen und genossen. Die Ab- 
kocbung derselben ist bei Luftröhren- und MandelnentzUndung als Gurgel- 
raitlvl angebracht, sie werden auch zu Umschlägen aus ungeröstctcr Gerste 
und zu Bähungen fQr Frauen mit Bockshorn und Gerstenschleim gemischt. 
[it Ilaute gekocht dienen sie zum Klystier bei Leibschneiden. Gekocht 
fein zerrieben zertbeilen sie als Kataplasma Verhärtungen und Drüsen, 
erweicben Furunkeln und bringen Scham- und Achseldrüsengeschwüre zur 
Reife, besser noch mit Schwertlilie, Natron oder ungelöschtem Kalk. 
Auch roh zerstossen leisten sie zusammen mit den genannten (Mitteln) 
duselbe. Mit Granatnnde vertreiben sie übergen-achsenc Nägel. Mit 
Eisenvitriol heilen sie schwer heilbare und bösartige SchienbeinflUsse. In 
Wein gekocht und mit Wermuth und Gerstenschrot gemischt sind sie als 
Umschlag Wassersüchtigen beilsam. Gebrannt und mit Wachssalbe ge- 
nuwbt heilen icie Frostbeulen. Hob fein gestossen nnd mit HUssigem 
Senf*) aufgenommen helfen sie, in die Ohren gesteckt, bei Sausen und 
Jacken (in den Obren). Der Saft des wilden und zahmen Feigenbaumes 
bringt Milch zum Gerinnen wie Lab^), löst aber das Gerinnsel wieder wie 
der Essig. Er erzeugt auf dem Körper Geschwüre und eröffnet*), löst 
deo Baacli und vermindert die Spannung der Gebärmutter, wenn er mit 
fein gestossenen Mandeln genommen wird. Mit Eidotter oder tyrrheni- 
schem Wachs im Zäpfchen applicirt befördert er die Menstruation. Mit 
Bocksbommehl und Essig dient er zu Kataplasmen bei Podagra, mit 
Ocnieoniehl beseitigt er Aussatz, Flechten, Sonnenbrandfleeken, Krätze^ 
««iue Httutflecken und Schorf. Er heilt auf die Wunde getröpfelt Skor* 
[nonsijch« und Bisse von giftigen Thieren und Hunden. Auch bei Zahn- 
aertcn hilft er auf Wolle geträufelt und in den hohlen Zahn gesteckt. 
dlich vertreibt er Warzen, wenn er mit Talg um das Fleisch rings 
lierum gestrichen wird. 

') Nach Sprengel and Fraas ist Ca^mn&c Oripanum tmifrnafttfn vel syrUi- 
h. '( l!»rc"illua und Sambucuft lesen aUtt väkoT ofp^ lieber vitfw ä^f»^, 
K*trafll Drang. *) Ounb dm Gebalt an PapaVo. *) Die Oef&«e. &va(KO}iuTixö( iott. 




Die Feige ist der t'ruchtstaad voq Ficus CaHea h. (Monwzeae). Ks iat e 
Scheinfrucht, bei welcher der bimfOrmit; auBgewachsene Ulfithenboden diu Frucbl 
fleiRch bildet, in dem die KinzeÜTdchte, die harten KOmer, eingebettet Hegen. Dil 
m&nnlicben Bldthen finden neb in gunz geringer Zahl an der MOnduog de« Bl&tfa< 
hodens und sind später auegebildet als die Narben. Deibalb iit eine Selbstht^rmc 
tung nicht möglich. Man glaubte früher, dnra xur Srxielung HD^aer Fnlcbte die 
Caprification, d. h. die Kiulcitutig der Bcfnichtuiig durch die auf dem wilden PeigCD- 
baumc (Caprificua) lebende Wespe Cyntps Putines L. nOthig .sei. Nach neueren Un! 
«ucfaungen entwickeln sich süsse Feigen auch ohne Coprificatioa , sogar ohne 
frucbtang (Maller). 

Daa Frachtfleisch ist von zahlreichen MilchröhreD durcbsogen. 

Theophnut (Hiat. pl. II 8, 1) hält die Caprification (i^tvas^iÄc). das Anfbäi 
\-on wilden Feigen na den zuhmun Bäumen für ein Mittel, das frühzeitige A 
der Früchte zu rerhindeni. riinios X.V 21 weiss, dass eine Insecteoart das «duel 
Wachsen und Reifen der Feigen bewirkt. Der Grund liegt darin, daes die Thierebi 
die Frurbt anstechen , so dass die warme Luft und die Sonnenstrahlen in dii 
eindringen können. Kr a&htt eine Menge Varietäten von Feigen auf. 

Die Heimat dca Fcigenbaumeii äind die Hittelmeerl linder und Yorderasien bl 
zum nordwestlichen Indien, jetzt kommt er in ullen wärmeren Ländern Tor. 

Die &lteet«n Ueberliefemngen Ober den Feigenbaum und seine Früchte finden 
sich auf den ägyptiKchen Tempelbildem bis 2000 v. Chr. Die Kahlreichen St«llen 
der alttestamentlichen Literatur, sowie die Schriften des griechischen und rflniiscben 
Alterthums (s. Hom. U. VI 433, XI 167; Od. VII 116) sprerben hinreichend fDr die 
hohe Bedftutung, welche die Feige als Nahrungs- und Arzneimittel wie auch al 
Symbol beanspruchte. 

Die Feigen, Caritae waren früher ofSoinell. jetzt sind sie auoser tn einigi 
Theegemischen nur noch ein Volksbeilmittel, z. B. bei Zahngeschwüren. 

Im Handel kommen drei Sorten cor: 

1. Smjrn&tsche Feigen, in runden Schnchleln verpackt, die beste Sorto. 

2. Kranxfeigen, aus Griechenland, auf Schnüre von Bast gezogen. 

3. Dalmatiner Feigen, in KOrben verpackt; sie sind klein und trocken. 



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Cap. 184. IlEfii a^pta; ouxijc. Wilder Feigenbnura. 
selbe leistet aber auch der Saft aus dca Zweigen des wilden Feiger 
bauiDGs zur Zeit, wenn sie saftig sind, vor dem Herausbrechen der Augen 
Sie werden gesfcossen und ausgepreaet, und der im Schatten getrocknet« 
Saft wird aufbewahrt. Dieser wie auch der natürliche Saft wird zu de 
Kräften gerechnet, welche schwärende Wunden vttrursachen '). Die 
Zweige mit Rindfleisch gekocht machen diese» leicht verdaulich. Aue 
macht man die Milch besser lösend*), wenn sie w&hrend des Kochens dau 
als Spatel gerührt wird. 

Gegensatz von dem auAgepreseten Safte, ') ■fdtJLa tfc Wcxütsftov . . . naposuoäCw^ 
Vgl Cap. 183 die betreffende Stelle. 

Tbeophravt (Ilist. pX. I 8, 2) nennt den wilden Feigenbaum ipm^ 09K-f)c; 
tagt, da«s derselbe weder vum .SphacfUsmus (Sobwnnwcrilen, also Fauleu der Wn 
sein), noch vom Brand der Zweige, worau der zahme leicht leid», befallen werd^ 
An anderer Stelle (II S, i) Btellt er den i^vtö« neben oux-^; äfft«. PUatui XXl 



IM blK den wilden Feigenbaum (Caprificas), der allerdings weniger milchig sei, fQr 
■iricamer and kräftiger aU den zahmen. Kr war dem Bacebue heilig. 

Cftp, 185. rUf.1 'OX6vO-o>v. Winterfeigen. Die Winterfeigen, 
nm Kinigeu aucli Erineoi genannt, erweichen gekocht als Umschlag alle 
0««chwQUte und Drüsen. Hob mit Natron und Mehl umgeschlagen ent- 
r«nien sie kriechende Warzen und Peigwarzen. Die Blätter leisten das* 
•dben. Mit Essig and Salz als Umschlag heilen sie Schorf, ßrind und 
nyktis. Auch werden mit ihnen rauhe*) und harte Stellen der Augen- 

ciogeriebeu. Der weisse Aussatz femer wird mit den Blättern oder 
arten Zweigen der schwarzen Feige als Umschlag behandelt. Mit Honig 
wirken sie gegen HundsbisR und bösartigen Wabengrind. Die Winter- 
feigen mit den Blättern des wilden Mohns xiehen auch Knochen heraus; 
mit Wachs Gffoen sie Furunkeln, mit Linsenwicken und Wein umge- 
•düagen helfen sie gegen den Biss der Spitzmaus und des Skolopender. 

') aintiülYj^, feigenfthnJicb, Ton der Oberfläche der Frucht so beeeicbnet. 
WiuWrfeigen sind die hinter dem Blatte nachwachsenden, zu Ende des Winters 
Jen Feigen (Groisi oder Orni der Italiener), im Gegenftats xa den Sommer- 
feigeo (beute Fomiti genannt). 

Cap. 186. Ilspi xovtac T^? 3'>xij;. Asc he o lange des Feigen- 
ba&mes. Es wird aber auch aus der Asche der yerbrannten Zweige des 
wilden und zahmen Feigenbaumes Lauge gemacht; man muss sie aber 
fltark w&88«m und lange stehen lassen. Sie eignet sich zu kaustischen 
Mitteln und für gangräuüse Geschwüre; denn sie nimmt das Unnütze weg 
and verzehrt es. Es wird aber von ihr Gebrauch gemacht, indem man 
einen Schwamm damit befeuchtet und unausgesetzt auflegt, dann auch 
indem man sie injictrt, z. B. bei Dysenterie und veralteten Flüssen und 
bei fistehirtigen tief liegenden grossen GescbwUreu; denn sie reinigt, ver- 
klebt, bildet Flei-ich und verscbliesst (zieht zusammen) ähnlich wie die 
blotstiUenden Mittel. Getrunken wird sie gegen Gerinnsel des Blutes 
(BlutthrombeuJ . bei Sturzverletzungeu , Zerreissungeu und Krämpfen, 
frisdi mit einem Becher Wasser verdünnt unter Zusatz von etwas Oel, 
Pflr Mich allein hilft wie Magen- und Dysenterie kranken in der Gabe eineH 
B«cherä gereicht, bei Nervenleiden und Krämpfen eignet sie sich als Kin- 
mbung mit OoU d& sie Schweiss hervorruH;. Sie wird ferner getrunken 
g«geu dea Qenuss von Gips und den Biss der Spinne. Dasselbe leisten 
ober auch diti ßbrigeu Laugen, besonders die von Eichenholz, denn sie 
«md alle adstringirend. 

D. mauhl Bunwl einen auagtebigen innerlichen Gebrauch von dem Lixivium 
fMutU" \«cht!nlaiige. weh^be« in der indischen Arzneimittellehre dw äutrubi 

«nc t< Rolle H]iioU, und wo es in drei Graden alti Lisivium caualtcum 

BiSc, iBüliucie und acre am beiiondera vomebiueu Pflanzen unter KrT>£«er FeierHch* 
dArg^slctlt wurde. 



Einen festen VerditimuagBgnid gibt D. nicht an, wenn nicht ein Becher de 
■elben mit eineni Becher Wasser geuiiacht werden soll. 



ien. 

miLO 



Cap. 187. Ilspi Ilepa^a^. Persea. Die Peraea ist ein Baui 
in Aegypten, welcher eine essbare« dem Magen zuträgliche Frucht träfet 
Man tindet auf ihm die f^iftigen Spinnen, welche Kranokotapta genaue 
werden, besonders in Theben. Die Blätter, fein gestossen und trocken 
aufgestreut, haben die Kraft, Blut zu stillen. Einige berichten, diesqtaJ 
Baum sei in Peraien verderbenbringend gewesen, nach Aegypten Übct^^ 
fOhrt, habe er sich geändert und sei essbar (d. h. die Frucht) geworden. 

Theophrast (Eist. pl. IV 2, 5) gibt eine aasfQbrIiche Beschreibung der PeräOi 
.Gm ist ein grosser, schöner Baum, den Bl&tiem, Blüthen, Zweigen. Uberbaupt 
gunzen Gestalt nach dem Birnbäume sehr ähnlich , immergraa. Er trägt zahlreic 
Fruchte za jeder Jahreszeit , so dosa die frischen mit den vorjUbrigen ziuanime 
sitzen. Sie reifen zur Zeit der Paasatwinde (öii ri]; trrjslac); QbrigenB pflUcbl« man 
die unreifen FrQcht« ab und muckte sie ein. Sie sind von BirnengrJ^ase, länglich 
die Mandel und haben einen Kern wie die Ffiaume, aber viel kleiner und wetc 
Daa Fleisch ist weich, angenehm und leicht verdaulich.* lll S, 5 sagt er: 
Peraea wKchat in Aegypten und irgendwo am Orenzlande, sie trägt dort Frflchte. 
Rhodns dagegen kommt sie nur zur Blüthe.* II 2, 10 1. c. heisst der Baum Penioo 

PliniuB XV 4$ sagt bei den Pflaumen: .Die Sebesten (Myxue), welche man 
jetzt zu Rom auf die Sorbi gepfropfb hat, kOnuen aU die Landsleute der Damascener 
bezeichnet werden. . . . Die Pfirsichbaume (Feraicafi) sind spät und mit vielen Schwierig- 
keiten in andere Länder gebracht worden , so z. B. tragen sie auf ßhodni nie 
weä lie zuent von Aegypten dahin gekommen sind. Ks ist unrichtig» dass sei 
Peraien giftig sind nnd grosse Schmerzen ventrsuühen . . ., denn zuverlässigere Schrif 
steller berichten dies von der Pei-sua. einem ganz anderen Gewäcbtc. ähnlich de 
rothen Scbesten, und welches noch nirgends anders als im Orient fortgekommen 

riinius gebt offenbar auf Theophrast zurück. 

Galen (De medicam. comp. sec. loc. U p. 569 sqq.) ontenoheidet xwii 
Persicon und Perse&, er habe die Peraea nur in Alexandrien gosehen, sonät nirgend!, 
sie werde aber von Einigen Persicon genannt, ihre Knu-ht besitze giftige Rigenschaß. 
welche sie jedoch in Aegypten verliere; dieselbe sei von BirneugrOase. D- hat ftr 
oTpü^^vo^ pAviYii;, die Tollkirsche, (IV 74) das Synon/mum Persea, nnd dass bei 
phrast Peraea und Peraion dieselbe Pflanze üt. geht daraus hervor. da«s er 
letzlere als Beispiel für die Veränderung der Gewäohse beim Verpflanzen in 
andere Gegend anführt. Daher mag die Verwirrung rflhren. Dfiss D. die Fe 
oder Medica mala bezw. deren St&mmpflanze (cap. 164 u. 166) von der Fersen nnter- 
»cheidet, ist offenbar. 

Von den spätaüUelalUirlichcu Sohrilt«teUem haben die bedeuten'lsten. ab 
Matlhiului, Tragus, Val, Cordas u. A. diese Trennung scharf betonL Mat- 
tbioluB (Conunent. in Diosc. p. 237) hat eine Abbildung und Beschreibung der. 
Persea, welche mit der des Prosper Alpinus (De plant. Aegypt, p. 30 sq^ 
ziemlich übereinstimmt, gegeben. 

Es ist (hrdia Myxa L. (Asperifoliacea«! , Schwarzer Bru»tbeerb«ai 
Schwarze Cordie. 

£« ist ein Baum von 9 — 12 m Hohe mit a»cligrauea, gUttca. hSckeriiren uatl 
|)UnktirU>n Acsten and Zweigen. Die BUtter sind langgü^üelt, bi'jit 
obenin oval und spiLilicb, gauzniudig oder buchtig gezähnt, «dtung: 




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L Bnch. Cap. 187. 151 

donkelgrfln, unten blasser. Der BlUthenstand bildet eine doMentranbige Riape mit 
klonen, weissen, wohlriechenden BlUthen, die Krone ist trichterförmig mit ab- 
tfefaenden oder etwas zurückgeschlagenen Zipfeln, die Frucht eine ovale Steinfrucht, 
im Grunde rom becherartigen Kelch umgeben und durch die bleibende Baaia des 
Grijlels sugespitzt, suerst grfln, dann durch Gelb und Both in Schwarz übergehend, 
der Same eiförmig, zugespitzt, weisslich. In Arabien, Ägypten und Ostindien. 

Die Früchte wurden früher ab Sebestenae, Myxae vel Baccae Ji^ubae, schwarze 
Bntstbeeren bei Halabeschwerden und Krankheiten der Bespirationsorgane angewandt 



£in letztes Capitel, Utpt 'IßiptSo;, Iberls, hat Sprengel als oflfenbar un&cht 
k das zweite Buch hinter Lepidion verwiesen. Ein anderes Capitel , IIipl 'Akfxa- 
to^, welches in der Äldina folgt, hat er ausgelassen, weil ea fast dieselben Worte 
4tt Cap. 74 IV, Otpl oTpüyvou }iaviKOü, sind. 



Zweites Buch. 



Im vorigon Buche, theuerster Areios, welches das erste der Arbeit 
Ub(tr die Arzneimittellehre ist, haben wir von den Gewürzen, Oelen, 
Salbon und Bftumen, sowie von den davon herstammenden Säften, Harzen 
und Früchten gehandelt; in diesem zweiten werden wir die Rede ver- 
tolgtMi über die Thiere, den Honig, die Milch, das Fett und die sogen. 
Gelnjide, wie auch über die Gemüse, indem wir dabei angeben, welche 
(wie vi»le) von den PÖanzen eine scharfe Kraft besitzen, wegen des Zu- 
aaminenhauges mit jenen, z. B. der Knoblauch, die Zwiebel, der Senf, 
damit nicht die Kraft von dem, woher es abstimmt, getrennt werde. 

Oap. l. n*pi >I^tvo\> ^aXxssioo. Seeigel. Der Seeigel ist 
di^m Magien und Buuche bekömmlich, harntreibend. Seine Schale, roh^) 
g«>dCirrt, wird mit Vortheil den Salben, welche für die Erätze passen, 
«itgt'mischt; gt'branut aber reinigt $ie die schmutzigen Wunden und halt 
dii> Fletsch Wucherungen zurück. 

*> *jkö>. vielWicht mit dem l«K^nvkn Thiere. 

KtSWniM tivuUitiu» l.. & i»t di« eioujjre essbar» .\rt. mit ucgclrotber oder 
Hrttutttu-her SohAle: «e erreicht die i.ir?«s« einer Fkik: und hat drei EietstScke, 
sler«tt {TK**!^ Kter tvh aa^l jirekochc ire^tessen «erden. I^ Seei^I tat bewegliche. 
w«i«e bi* |Hirpanv;he Stacheln, durch die er *:ch iVrtöewwrt Nach I^iBios; XXXII 
^5t Ä^, tuktt* er eine vielftk-be medicinljche Verwvnduaj. Aach käsd^ er b«Tor- 
«tvheikde ^ürwe vi;ftduT\*h au. djiss er «ch =ii: $!eiaea beschinert and in die Tiefe 
«tliWtt t3b«!M. 1% den norv{et,irv>|>dUjchen Meeren, «ucb in der Nordjee. 

Cil*.. i. II*;:; t5> ;^t3Tz::*> "E]^:»::'?. LAsdig^L Ai^dl die ge- 
bt«ttai« Haut d«>« Lanvi-^U ist m:: The<?r &U Elzrvibuang «nn g««igiMt» 
Mtttifl bei Fttchsknuikheit^ 0»$ genxvknece Flt*£$ch xsxx Hoa% oder 
SaueriKwi^ ^E«^ytitä!«Ki . hilt% difB«&. die «b N:ecv£tkrsaks<eB, a& Waam 
ttai«r ti«« FWu^tt«, ab KT&ii^*£A. IQepkuiciAsb -jLZbi KUecbur KiScpcr- 



n. Bach. Cap. 5. 



153 



Um Leber desselben, getrocknet und in einem irdenen Oefdsse, welches 
h der Sonne gebrannt ist, aufbewahrt, eignet sich, in gleicher Weise dar- 
gereicht, gegen dieselben Leiden. 

Ertmae«U9 ruropaew) L. Aristoteles and Pliniiu erzfthlen viel von der eig«li- 
fhlnülcbtfn Lebenaweise und Kloglieit des Igelt. Kr ist harmlos und nülxi durch 
TiTtügaD^ voD Mitui<i>ii. ln@ect«n, Kreuzottern. Seine Haut diente zum Karden wol- 
9r TOcher. In ganz Europa in Hecken und Gi^ntrüpp. 

Cftp. 3. nepl 'I:rxoxäii.rou. Seepferdchen. Das Seepferdchen 
I kt ein kleines Seethiercheu , dessen Asche iu Theer, Schmalz oder 
I Vi^orans&lbe aufgenommen und eingerieben gegen KahlkÖpßgkeit hilft. 

Bippocompus amtiguorum Leach oder H. brttiroairi» Cuv., ein zierliches Thier- 
«bn. faat darcluichtig, welche« in Äquiirien durch seine munteren Bewegungen 
aittUL Im Mittelmeer. Atlantieclien Ocean and in der Nordiee. 

Cap. 4. rispl Üop^üpac. Purpurschneckc. Dia gebrannte 
Porpurschnecke hat die Kraft , auszutrocknen , die Zähne zu glätten, 
" liwuchernngen zurückzuhalten], Geschwüre zu reinigen und Ver- 
— ..^b' zu bewirken. [Der Deckel der Purpurschnecke mit Oel ge- 
iocht und eingestrichen schützt die Haare vor dem Ausfallen, mit Essig 
ptnohen beseitigt er Leberanschwellung. Als Räuchcruug richtet er 
fii durch Krämpfe bedrückte Gebärmutter auf und treibt die Kach- 
idbvrt aas.] 

Die eingvklammerten Satze sind von Sarabucus hierher gezogen. 

Pwpura patula L., im Mittelmeere. Neben der mediciniBchen Verwendonjr 
kil» die Porpanchnecke im Alterthum hohe ße<leutuag we^i^n des in ihr enthaltenen, 
hiteoff?« (ro ivt^^if bei Ariitotelee). T^ruB war wegen seine« Purpurs berühmt. Der 
mil, bei Aristoteles xdlXufiva, sitzt an der Endseite des K(Jr[>erK und «chliesct die 
ntb. wenn das Thier «ich ganz in dieselbe zurQckziehi. 

Zur Purpurbereitung dienten besonder» bei den Alten Murex brandaris und 

»MO/IH L. 

Cap. 5. Ilspi KTjpürwv. Trompetenschnecke. Dasselbe 
en die gebrannten Trompeteuschnecken , sie sind noch viel ätzender. 
^nn man sie, angeftlUt mit Salz, in einem rohen Topfe brennt, so 
pvcs lie ein guti's Mitt-el ab zum Putzen der Zähne und als Umschlag 
^ Brandwunden. Man muss aber dtis Mittel scberbenhart brennen 
Wo; nach der Vernarbimg der Brandwunde fällt es von selbst ab. 
^ wird auch Kalk aus ihnen gemacht, wie wir in der Abhandlung über 
*<B Kalk xeigen werden. 

K« itt Triionivm nodiferum Lam. (Tritooidae), Enotentragendes Triton»- 
^*flk Die Schale ii^t geütrcckl-kegt^intrmig mit knotig gegürtelten Windungen, 
**^ri>th und brannroth geicherkt; die Spindel hat oben zwei bifl drei Falten und 
"^ Mn runzelig. Im Mittelmeere. 8ie dientr; den alten Römern aU Kriegst^om- 



p«l« (buciua jam priacoa cogcbat ad ariuii Quirites). Pliiiiu't neant ne bacinuiu. 
Von den Fischem und Jägern wird sie uocli heute aU Hörn gebraucht. Man nennt 
•io auch Kinkfaom, \-on dem Sausen (Kinken), wenn man sie am Ohr bälL 

Cap. 6. llspl Ktovitikv. Kionion. Kionion nennt man die 

Spindclsüule bei den Trompeten- und Purpurschnecken, um vrelche die 

Windungen des Gehäuses gehen. Sie wird in gleicher Weise gebrannt 

und btit eine mehr ätzende Kraft als die Trompeten- und Purpursch necken 

wegen des natürlichen Druckes. Das Fleisch der Trnmpetenschnecke istj 

wohlitch in eckend und gut für den Magen , den Bauch aber erweicht 

«8 nicht. 

Di« SpindelsAule (Coltunella) entsteht dadurch, da» sich die Windungen dM 
■■ ^ifelnfW in der Achse der Schale sehr innig herOhren. 

Cap, 7. lltpi M'jocxftiv. Miesmuschel. Die besten Miesmuscheln 
8ind die pontischen. Gebrannt leisten sie dasselbe wie die TritonshOmer. 
Gan;£ besonders aber eignen sie sich gewaschen n'ie Blei mit Honig zu 
Augenmitteln, da sie Verdickungen der Augenlider erweichen und weiaseJ 
Flecken sonie anderweitige Verdunkelungen auf der Pupille wegnehmen. 
Ihr Fleisch wird mit Erfolg gegen Unndsbisse aufgelegt. 

Mytiitu eätUi$ L. (Mytilidae), Essbure Mie»mnschaL Ptiniiu XXXII UL^ 
hllt sie fttr «ehr nahrhafl. Die Schale iat Iftuglich-eiförmig. last keilfSnntg^. 
Vortli>tKite i^raUe, ■u8ammeng«dTaokt-eckig, die HinUrseit« baachig, aouen br 
lioh . innott Tiolt-ttblau oder auf heU«xein Grunde violett gestreift Sie findet cic 
an fiMt ollen wurop&iscbeB Rflstetu 

Gap. 8. llspl TtJ^Xivuv. Plattmuscheln. Die PUttmuscheln 
Kind frisch gut fOr den Bauch, am besten aber das aus ihnen bereitet« 
Gericht. Gesalzen aber gebrannt und fein zerrieben mit CedemhaiT muf- 
gMr^pfelt laitsen sie die au^«iog«Qen Haare der Augenlider nicht wieder 
W«dia«n. 

Die l^UÖMB, Soapw od« WiUra i Thd» , hmnam in aUrde^cn Axven 
«Um IlMm^ t wpii m in ladisebea Onaa. voc; Sie giabea wA ia d« Sand 
dcUuua der KOataM «ia, aas dm m hant^OnÜ wwdm. Dm Tdlias da* D. 
wu6m «oU IwiipWkMkt die a«k ia MälebM«« labcMka TMim pimmmim and 

Uk i m U CTsOiaida«) mbi. Di« Sdale der sitareB ist ^Sttrmag, üäA swi ii- 

gediMd, Matotnift, iwi«, ia— ^Is i ii ilh od« pft, dia dsr Is trt i aa rndfi«^ 
flOTttlK i««Ukli od« c^bbek (ibibe BrihM) aft flBMnlriMJb« wtmm 



Oi{k 9. Ospl X^|L«v. Cki«ttmB»theL Aaek dio w» 
QöaDBiMclMb , «nriis Toa d«n — dar f MMr h rf a nÜ H««a Wim ht gv- 
fcodkl» Stt|ip* n^ dM Bancb am; sie wird abv wk Weis gcDomm«L 

FläsH XXXn t4T aouk vJn Artca. ^ fartrvfte. ^ 



lisiiiiillwlii md 
r^farr«aL Dia 



Sdulfrn ilieoten zum Schöpfen und als Maass. die kleineren enthielten zwei, die 
gr<imereu ilrei Drachmen. Jene, »owie die kleinen MiesmuüchelQ wurden auch zu 
WOrzgefäseea Tür die Tufeln beuutzt. 

Chama Lazanu L. oder Ch, jffypho(dM L.. Gemeine LapiienmuscheL 

C»p. 10, ITspl "Ovo^o?. Onyx. Onyx ist der Deckel eiuer 
MoAcbel, ähnlich dem der Purpurschnecke; sie findet sich in den Seen 
Indiens, worin die Narden waclisen. Darum ist sie wohlriechend, weil 
dt« Tliiere die Karden fressen. Man sammelt sie, wenn die Seen durch 
die DOrre ausgetrocknet sind. Den Vorzug hat die vom Bothen Meere 
bezogene, welche weisslich und fett ist. Die babylonische ist dunkel 
and kleiner; beide aber sind, als Kauchwerk angezündet, wohlriechend, 
in etwa den Geruch nach Bibergeil von sieb gebend. Diese, als Hauche- 
rang verwandt, ermuntern die von Mutterkrämpfen und Epilepsie Be- 
fklleneu. Genossen erweichen sie den Bauch. Die Muschel selbst dann 
gebrannt leistet dasselbe wie die Purpur- uud Kinkhomschuecke. 

Die Angabe dei D., betraflfend den Fundort und die Nardennahrung die«et 
CoDcbjlie beruht wohl, wie auch Sprengel meint, auf Erci&blungen von Kaufleuten 
and Hebenden, da die Valeriana Jatamanai (a. I Cap. C) nicht in SOnipfen v^cböt. 
Nach arabiet-hen Quellen, bejonders Aricenna, stammt die Muschel ron einer Iiuel 
de« Lndi»chen Oceaus, wo auch die Narde wächat. Sie aolJ nach der Tulgaiu da« 
Schecheleth bt-i TL Hos. 30, 34 sein. Sprengel hält sie für Strombwi Untiffino$H9, 
die starker duftende babylonische für Pleurotoma Bahifloniat Lain. oder PI. Trapezii. 
Ka iit wohl eher ifurex iitfiatuth., die zackige Stachelscbnecke. mit h^ke- 
rigen Windungi?n, wie die Purpurachnecke sie hat, »ie wurde neben anderen Arten 
fi-flber ab Räucherklaue (TTnguia rHlorntus. Blatta byzantiua — von der Stadt Byxa 
in Afrika — , Onyx) in der Arzneimittellehre gefilhrt. 

Cap. 11. Tlcpl Ko/Xtcuv. Schnecken. Die Landschnecke ist 
dem Ma|fen zuträglich, sie rerdirbt nicht leicht Die beste ist die, welche 
in Sardinien, Libyen« Ästypaluia'), Sicilien und Chios vorkommt, sowie 
die. welche in den ligurischen Alpen Fomatias') genannt wird. Auch 
die Meerschnecke ist dem Magen bekömmlich und leicht auszuscheiden, 
die Flussschnecke aber ist stinkend. Auch die Peldschnecke, welche an 
Domalräuchero und Büschen sitzt» uud die Einige Sesiinn oder Seselita 
nennen, bewirkt Störungen in Magen und Bauch und ist hrechenerregend. 
Die gebrannten Schalen aller aber vermögen zu erwärmen und zu 
brennen, Aussatz, weisse Flecken und Zähne zu reinigen. Wundnarben 
in den Äugen, Leukome, Sonne nbrandfleckeu und Stumpfsichtigkeit nehmen 
sie w^, wenn sie heil und ganz sammt dem Fleische verbrannt, fein 
iebeu und mit Honig eingestrichen werden. Roh mit den Häusern auf- 
trocknen sie Wasaersuchtsschwellungen und fallen nicht eher ab, 
alle Feuchtigkeit aufgesogen ist. Weiter lindem sie KntzQndungen 
Podagra und ziehen Splitter au&, wenn sie in gleicher Weise aufge- 




legt werdeo; feia zerrieben in Zäpfchen angewandt befördern sie die 
Menstruation. Ihr Fleisch^ fein gerieben und mit Myrrhe und Weibrauch 
umgeschlagen, verklebt die Wunden, besonders der Sehnen, und mit 
Bssig verrührt, stellt es da^ Nasenbluten. Das lebende Fleisch, beson- 
ders das der libyschen Art, gegessen stillt die SchmerzempGndungen 
des Magens: ganz mit dem Gehäuse zerrieben und mit Wein und etwas 
Myrrhe genossen heilt sie Magen- und Bla.senleiden. Die Landsclmecke 
verklebt die Haare, wenn man eine Nadel durch ihr Fleisch zieht und 
mit dem daran hiingenden Schleim das Haar bestreicht ■ 

M \nael im Aegäischvn Meere, jvtzt SUimpalia. ') Ceckelflchnecke. ■ 

Die Wembergscbnecke. Helix Pomotiae L. {Pomatia* upttmspiraiix Kregl.), die 
grÖBste curopiliaclie Lejidschiiecke mit kugeliger, br&unlicb-homfarbencr Schale; da«j 
Thier ist schmutziggelbgrau, in Italien häufig, wird in der Schweiz, Saddeatachland 
und Oeaterreich gegessen ; sie wird auch in Schneckengarten gelogen. Plinios 13 
173 erzählt, da^ Pulvius Lupinoj Schneckereien angelegt habe, in denen die ver>1 
«ohiedenen Arten gezogen wurden. Die tUynschen rfthmt er als die grSaBten, dift 
afrtkanidchen ala die fettetiieu, die solitauiiicbcn (vom Vorgebirge der Sonne?) als 
die feinsten und die astypuläischcn oIb die wirksamsten (XXX 44). Uebrigeiu aagt 
er: Angenehm schmeiben die griechiBcben nicht; die FIuss- und die weisse Schnecke 
haben ein Qift, auch die Feldschnecken sind dem ^ogen nicht dienlich, wohl die 
Meecfichnecken. 

Welches die Meer-, FIdbs- und Fcldachnecken des D. sind, dürfte sich bei 
Menge der Arten schwer beetimmea lassen. 

Früher war ein Sirupua Helicum üfficinell, welchirr durch Beatreuen der groesen^ 
Schneckenarteu {lläix Pomatiat L., B. hortttuis Müll., B. nemoralit L.J mit Zacjj 
bereitet wurde. 



Cap. 12. llspi KapxCvcuv. Krebse. Die Äsche der gebrannten 
Flueskrebse, in der Gabe von 2 Löffeln und 1 Löffel Einzianwurzel mit 
Wein 3 Tage hindurch getrunken, hilft kräftig den vom tollen Uunde 
Gebissenen. Mit gekochtem Honig heilt sie Risse an Füssen und Hüinden, 
Frostbeulen und krebsige Geschwüre. Roh zerrieben und mit EseUmilcfa 
genommen helfen sie bei Schlangen-, Spinnen- und Skorpionbissen. Mit 
Fleischbrühe gekocht und gegessen sind sie Pbthisikem heilsam and 
denen, die ^q\\ Meerhasen genossen haben. Zerrieben und mit Ba- 
silicum applicirt tödten sie die Skorpione. Dasselbe leisten auch die 
Seekrebse, nur dass sie weniger kräftig als jene wirken. 

Attaeit» fiuviatilis Fabr. oder Astacujt Mbiiifi Uuxley. 

Cap. 13. Ilipl lxop;c(ot> yspoaiou. Landskorpion. Der roh« 
fein zerriebene Lnndskorpion aufgelegt ist ein Heilmittel gegen sein« 
eigenen Stich. Aber auch gebraten wird er zu demselben Zwecke ge- 
gessen. 

BtUhuK oedtamts Xmov.. Italieniicher Skorpion. Rostgelblich, unten brftunliehi 
der in secbfl Ringen aU Schwanz end%ende Hinterleib ist an der Spitze mit eine 



n. Bucli. Cap. 18. 



157 



Gübto^el venibfaen , wolebor sehr schmerzboftc Stiebe verur:jacht. Daa Tliier ist 
täan lang, woroa die Hälfte auf den Schwanz kommt. Er findet sich iu Italien, 
Sriedtenliind und den übrigen 3>litlelmeerläncleni. 

Cap. 1-1, Uspti Xxop::[,ou daXaoitou. Seeskorpion. Die Galle 
^M Seeskorpions ist ein geeignetes Iklittel bei Blutuntertuufung der Augen, 
bei Leokom und Stumpfsichtigkeit. 

Cattiu Gobio L., der Koppen, oder C. Secrpiu» L., der Seeukorplon, die 
äarwianr Milteleuropu bewobuende Fische, die sich mit Torliebe unter Steinen 
vd Beut« lADemd ventecken. VerwunJun^n durch ihre Stacheln heilen Bcbner. 
U kum aber auch Seorpaena Serofa L., die Meersau, oder Triffla GunardH» L., 
kr grtkQc Knurrhahn, gemeint i^in; leide bewohnen das Mittelmeer. 

Cap. 15. Ilepl AftäxovToc ^aXaoatoD. Meerdrache. Der 
Maerdische gespalten und aufgelegt ist ein Heilmittel itlr die durch 
Mine Stacheln verursachte Wunde. 

TrachinuM Draeo L., Petermännohen, wohnt an den Küsteu Kuropaa, im 
iBnchneer und an der Westküste von Afrika, üeber dem vorderen Augenrande 
tat er «wei kleine Dorseu. Seine starken Rückenstacbeln bewirken schmerzhafte 
WusJen. Die hollJLndiachen Fischer werfen ihu deiihalb Ober Bord und rufen den 
'^ fctnu dabei au, daher sein Name Pietenuaun. Peterm&nncheu. 

Cap. 16. Hs'/l IxoXoTT^vSpoy. Skolopender. Der Meerskolo- 
i^nder in Oel gekocht und damit eingesalbt entfernt die Haare; bei 
4«r Berührung erregt er Jucken. 

Kad) Sprengel Aphrodite ocultata L., Gemeine Seeranpe, SeemauK 
'tizwurm. Sie gebOrt zu den BorstenwQrmern und bewohnt die europfijüchea 
. Der KSr]>er ist länglich, 16 cm lang, mit 15 Paaren ßackenschuppen, die 
' langen. priUhtig goIdgtlLnzeuden Borvtent'ranKn besetzt sind. 

Cap. 17, Dipl Näpxi]?. Zitterrochen. Der Meerzitterrochen 
r^ftii Umschlag bei chronischen Kopfleiden lindert die Heftigkeit des 
*3duBerze8; auch verhindert er das Austreten oder Vorfallen des Mast- 
^«mes. 

'i'erpedo Sare» Biuo, im Mittelmeer und Atlantischen Ocean. £r besitzt ein 
^ VolUilnle ähnliches elektrisches Organ , welches aus zuhlreicheo polygonalen 
^^v^en be«tebt, die aus vieleu dUnnen Blätteben, zwischen denen Bich eine schlei* 
^ Fiteigkeit befindet, tusammenge^tzt sind. Die einzelnen SAulchen sind dorcfa 
^ »ebnige Huut von einander getrennt. Die RQckenseit« des Organs ist positiv, 
^ ^chseiie negatir elektrisch. Die Schläge eind aehr achmerzbjift und können 
^^ Thier« tfidien. 



Cap, 18. Ilspl 'EyiSvTjc. Otter. Das Fleisch der Otter gekocht 
"^ gigessen verleiht dem Blick Schärfe; es ist auch ein gutes Mittel 




hei Neunü^t] and hält d&B AnscbweUen der Drüsen zurück. Wenn man] 
n« Bbhäaten will, »o mosi man den Kopf tmd Schwimz abscblageu wegen ^ 
ätff Fl«ucIllo«igkeit — denn das Abhauen der Extremitäten nftcfa (bei 
HtiniDiUro) MaasB ') gebSrt za den Fabeln — , das üebrige [nach Eni-j 
ft-mting der Eingeweide], nachdem es abgewaschen und zerschnitten ift,| 
mit OmI, Wein, etwas Sab and Dill kochen. Es heisst aber, d&ss die,| 
wulcliu sie gebraucht haben, Läuse [nicht] bekommen. Dies ist aber 
nicht wahr. Einige erzählen auch, daes man durch ihren Genuss eia 
hohoi Alter erreiche. Es wird auch eine Salzmasse (aXs;) für dieseJbeo 
Zwocke daniun bereitet, nur wirkt xie nicht in gleicher Weise. Es wird 
nttmlich die Otter lebendig in einen neuen Topf geworfen, gleichzeitig! 
damit Salz und zerMtosnene Feigen von jedem 1 Xestes und 6 Becbi^rj 
Honig. Diii OcfTnung des Topfes wird ringsherum mit Lehm vei^chmiert, ' 
dann wird im Ofen gerßatet, bis die Sulzmassc verkohlt ist. Danach 
wird «ie fein zerrieben und aufbewahrt, indem man Silpbionsamen') oder 
Sblabathruro zumischt. 

') Nttoh Pliniiii XXIX 70 wurden vom und hinten tou der Viper je drd 
PlnK*^r brmt nbgoiebnittiii]. ') Bei Tfaeopkrast heitert es vom Silpbion (Bist. pL Tl 
It, I): mJpfiH V i'pi tXfixit, otov tpQXlüSt;, ^b XcY6|itv4v ^üVXov, es bat einen p\*ttea,^ 
blnltaliiiliciit'ii Hnnicu. der Blatl genannt wird, oder man kann ;pu>.Xov auf diaj 
Kiiphorbttt(M<a Moieuriolii pcrennis L. (füX)»9v. D. III 130) beziehen. 

In Friijft* kommen bjer wobl drei Vipemarten, Vipera A»pü "iltTT., die Aapi»- 
vtpcr. mit nliK'*'*^"!^'^''' Ificht iiurgewnrft.'ner und scharfkantiger Schnaazenspüu; 
ÜB •tulllilu'n Kumini, iHMtinders SadfniDkreirb, Italien und der Schweiz; 65 — 75 ca 
taBfi; Vif^rit ammo'it/lft Pum. ot Bibr.. die Sandviper, mit weicher, icbuppiger, 
bumftrUifor Vr.rlUnKfriin^' der SchnauzenspiUe nach oben, 65 — 95 tnn lang, in de 
Ultlnhiu'tn-lUtKK'rii , und PtUa» Bfnu, die Krenzotter, mit rundlicher ScfasaDifl' 
und ni'bt diuiklrii Klei'ki-n auf der Oberseite des Kopfes, 50— 60 cm lang, dartb 
a»bt Kur\i(Mi. 

Üii* Viper apielt« in der Toicikolofrie der Ahoi ame nicht anl>edeateitde Bollt. 
(UImi (kMn. XIV <7) hat «in« Vi^rschriA M Trodhücä v^xrini; g^rocknete Viptf 
ww fil« Bnlandthpil de» Klectoar. Umiac^ A»dromaehi. Auch Flhuas XXIX TO 
«ml» «U« WH dt^r Vit^r PailUfoB, «Be aogcft. Tberiad der Gmdiai bereib 



i\^. 19i tli^l *Oft«c 7XP*<< ScbUngenhaat Scfah^eohasl i 
in Wrin tr^lrachl i«t aU ItgMtmk «a Mittel gcgc« Obmlnden und «1^1 
MuMavalwwoMr fCfko tthuttkmmwm, Mao mimhi äe »ek unter di#^ 
A««MMb^M« mt^Mi 4ib n» 4k NatteO- 

vuvf*^ tiiiiai>ii i» tUlMi ttwii; «t. 
flpMvA a« wU lUfc. 



n. Buch. Cap. 23, 



15& 



Cap. 20. Ht^i A«vwott »aXatTtow. Meerhase. Der Meerhase 
gleicht einem kleinen Tintenfische. Er hat die Kraft, fein zerrieben für 
odi allein oder mit der PillenncsseP) die Haare zu entfernen. 

'i ioLaXr,%ri, Vriictt pilulifera L. 

Aptjfßia depitangL., der gemeine Seehase, geh&rt zu dra mit vcrkflmmcrter 
'ä^ale aaige«tattet«n Hinterkiemem (OpisthobruLuchiaten) , eiDex Sohneckenort des 
Ifitcimeen. Die Aeholichkeit mit dem Tintenfisch ist allerdingi sehr ^'esiicbt Die 
Ulm faielten ihn fdr giftig. Nach Scribonias Largus {um die Mitte des 1. Jahrh.) 
bdCB diejenigen , welrht:' von ihm g^noesen liaben , am Magen and an der Blase, 
■ emp&iden Uf>belkeit. die Augen eitern, die Gesichtsfarbe wird bleiern und h&as- 
cndlich gehen die Patienten ganz wie Phtfaiaiker xu Qrunde. Die italieniscbeo 
glaahen, daaa der Schleim des Tfaierea das Ausfallen der Haare bewirke. 

Cap. 21. flspl Aa^üoo yep^aEoo. Landbase. Das ge- 
bratene Hirn des Landhasen genossen hüfl bei Zittern (Angstgefühl) als 

Folge von Leiden, auch beim Zuhnon der Kinder eiDgerieben oder 
n. Sein Kopf gebrannt und mit Bärenfett oder Essig einge- 
»chmiert heilt die Fuchs krankbeit. Das Hasenlab'), 3 Tage nach der 
Hemtniation getrunken, soll Unfruchtbarkeit bewirken ; es hält auch den 
Mutter- und Bauchäuss auf, ferner ist es den Epileptikern, sowie mit 
Bsig genommen gegen tödtlicbe Gifte heilsam, besonders aber gegen 
^•roiuiene Milch und den Biss der Vipern, Das warme Blut desselben 
*a%tBtrichen heilt Sonnenbrandflecken, weisse Flecken und Leberflecken. 

1 ctT&a oder ictmo, die erste Muttermilch, welche im letiten Magen der nea» 
^cbomMn wiederkkaenden Thiere geronnen ist 
Ldpus timiduM L. 

Cap. 22. Hspl TpoT^voc ftaXXaaotac. Stechrochen- Der 
Sticbel des Meerstechrochens , welcher aus dem Sehwanze herauswächst 
aad den Schuppen sich entgegen wendet, lindert Zahnschmerzen; denn 
zertrümmert sie (die Zähne) und wirft sie hinaus. 

Trygon Paetinaea Cur.. Gemeiner Stecbrocfaen, 1 — 2 m lang, bewohnt den 
AlUstiicheD Ocean and die Nordsee. Der sehr lange Schwanz endigt in einen 
^schil, mit welchem da» Thier fleiaen Feinden gefährliche Wunden beibringt. Der 
^^d ist aber nicht, wie D. meint den Schuppen entgegengestellt (90X101/ ävsotpa^- 
i^Ay}, fondem verläuft mit ihnen in derselben Richtung, also &KtotpatJi|uvov, 

Cap. 23. Hspi Stjkisc. Tintenfisch. Die schwarze Masse^) 
«e« gekochten Tintenfisches ist getrunken schwer verdaulichf sie erweicht 
**n Bauch. Seine Schale, zu EoUyrien geformt, eignet sich zum Ein- 
'*tbeo rauher Augenlider. CJehrannt in seiner eigenen Schale, bis das 
"litterige davon abfällt*), entfernt er, fein gerieben, weisse Flecken, 
^•Hnd, Finnen ') und SonnenbrandÖecken. Gewaschen wird er auch den 
^ügenmitteln zugemischt Eingeblaseii wirkt er femer gegen Leukom 



der Hnusthiere; er entfernt auch das durch Karbunkel im Äuge eut-^ 
stehende Fell (FlQgelfell), wenn er mit Salz fein gerieben und ange 
wandt wird. 

') T& ftiXav kann der sogen. Tintenbcutel oder es können die schw&nlii^en 
Kier win. '] lA auf die doppelte Schale tu beEiehen, die Uussere kies^llialtig 
feste und die innere kalkhaltige, weiche. ') i*2&rca;, von oicü^, jede Hervor 
iit hier bcaser mit Finnen oder Warzen za übersetzen, als mit Z&bue. 

Sepia offidnalü L., der geraeinu Tintenfisch, mit zehn Armeo and xv 
langen Fangarmen, erreicht eine Länge ron 30 cm. Kr lebt in den earo[^iicbe 
Meeren. Die innere Schale war früher ah Os eepiae officinell, jetzt dient sie nur' 
noch zu Zahnpulver und tecbnischen Zwecken. 

Cap, 24. Ilepl Tfii^Xirjc. Seebarlie. Die fortgesetzt genossene 
Seeburbe soll im Stande sein^ StuupfBichtigkeit zu bewirken. Roh ge- 
spalten und aufgelegt heilt sie die Bisse des Meerdrachen, des Skorpions 
und der Spinne 0. 

*| Die Oberkiefer der Gütspinne bestehen aus eiuem krftftij^en Gmndgliedfl 
mit einschlaf; barer Klaue, an deren Spitze der ÄtufOhrungfigang einer UifMraNf^ 
mündet (g. Cap. 68)- 

MuUm barbatuaL., Seebarbe, oder 3f. »urmmMmh,, Rieaenbarbe. Beide, 
bewohnen das MiUelmeer. Die Seebarbe war nach Plinius IS 64 ein groBser Lecker 
biasen der alten ROmer; die reichen Feinschmecker, wie der Coosul Äsinin-i C«lerJ 
zahlten für eiuen einzigen Fisch 8000 Sestercien {etwa 1200 M.). 

Cap. 25. lUpl "Op'/ewc ts«oirotä(iot). Hoden des Fluss- 
pferdes. Der getrocknete und fein zerriebene Hoden des Flusspferde 
wird mit Wein gegen Schlangenbisse getrunken. 

Hiypopolamu9 amphibitu L., Nilpferd, afrikaniaohes Flttsapferd. 

Cap. 26. riepl tüv toö xioxopo; Spyetov. Hoden des Biber« 
Der Biber ist ein Ampbibienthier, welches sich meist im Wasser mit den' 
Fischen und Krebsen aufhält, dessen Hoden auch gegen Schlangen wirkt. 
Er (der Hoden) erregt aber auch Niesen, und dient überhaupt mannig- 
fachem Gebrauche. In der Menge von 2 Drachmen mit stinkendet 
Polei genommen befördert er die Menstxnation, treibt den Fötus und dii 
Kacbgeburt aus. Mit Essig wird er getrunken gegen Blähungen, Krämpfe 
Schlucken, tödtliche Qifte und gegen die MisteP). Mit Essig und Rosenf] 
als Besprengiing und Kiechmittel regt er die Schlafsucht igen und die aul 
welche Art auch immer (Ubnltch) Befallenen an. Als Rüucbermittol wirktn 
er in derselben Weise. Innerlich und äusserlioh angewandt (getrunken 
und eingerieben) ist er ein geeignetes Mittel bei Zittern, Krämpfen uM 
bei jedem nervösen Zustande, Überhaupt hat er erwärmende Kraft. Snch^ 
aber stets die gepaarten Hoden eines und desselben Ursprunges; d« 
ea ist unmüglicb, swei Säckchen in einer Hülle zu finden. Dvr Inhal! 



ichsartig, durchdringend und bockäartig riechend^ scharf , beis8«nd 
sctUDCckend, leicht zerreiblich, mit natürlichen Häuten vielfach durch* 
mUI. £biige verfälschen denselben, indem sie Ammoniacum oder Gummi 
mit Blut und Bibergeil zusammen verarbeiten^ es in ein Beutelchen geben 
ond trocknen. Fälschlich aber wird erzählt, dass das verfolgte Thier die 
Hoden abreisät und wegwirft; denn es ist nicht möglich, dieselben zu 
erfassen, da sie platt anliegen wie beim Schweine. Diejenigen, welche 
iga Fell abziehen. mUssen sie mit der Hülle, welche die honigartige 
ROssigkeit einacbliesst. wegnehmeu, sie so trocknen und aufbewahren- 

*) I;''a Oller Ui{ ist Vhcuvt atbum L. oder Loranihus europaetu L. 
D. wie die Alteu überhaupt hatten üie falsche Ansicht, welche «ich bis zu 
ian Zeitm dea späten Mittelnlberi erhniten hat. daa Castoreum seien die Hoden dm 
ta&B&ltcht^a Biber?: erst üondeletius. Arzt und Natuiforscher des 16- Jii-hrb., klärt« 
4eB Xxrthntn auf. 

Die bimförnugen, etwa» abgeplatteten, mit den schmalen Knden zu zwei ver- 
TCxbondexien unbehaarten Beutel liegen sowohl beim Männchen wie beim Weibchen 
OMr der Wreinig^ng der Schambeine und münden gemeinüchafUich in den Vor- 
kaotkanal bexw. iu die Scheid**. Sie beßadeu nich innerhalb dea KOrpeni und Kind 
4ilwr nicht achtbar wie beim Moschus. Dca Zweck doi' Substanz fflr den Lebens- 

Ilroccfi de« Tbiere« kennt man nicht. Die Wand der Beutel wird durch zwei derbe. 
IDm nüuie gebildet, eine dritte durchsetzt da« Innere in mannigfacher Richtung 
mi bildet M Tenchiedene Fächer, welche mit dem in frischem Zustande salhen- 
■cttpen. rOthlichgelbeu, getrocknet aber festen, braunen, zerreiblichon Bibergeil, dem 
HBB ^er Vorhaut bexw. der Clitoria abgesonderten Smegma angeflillt sind. Der 
llimch i?t eigenthOmlich acharf, juchten- und carbolartig, der öeschmack bitterlich, 
läurl. Die tiestandtheUe sind grös9t«ntheil» Harz, etwaa ätherisches Oel, Cho- 
'' ' rin. Cafitorin, ein Fett, Oarbols&ure, Albumin, kohlensaure und 
r- Sal7.e. 

Man unterscheidet das rufisische Bibergeil, Caatoreum aibirtcnm oder 
: uTiticum. das beste und theuerste, in mehr rundlich-eiförmigen Beuteln, 
^cbe in der Uitte eine Hlhlung haben, und das englische oder amerikanische 
"ft g g eÜ. C. canadeose, in mehr l&nglichen, »chmalen. kleineren und dunkleren 
'iBlebi. sreldie von der äubetanz volUtäudig gefüllt sind. Das Gewicht schwankt 
**M&tn 60 und 120 g. 

PUnios Till 109 erxttblt dieselbe Fabel von dem Äbbeiasen der Hoden durch 
^ Tliier selbst, Bcbreibt aber dem Caatoreum XXXII 6S sqq. eine vielfache Wir- 

ktlOg XJL. 

Dm Castoreum war früher ein sehr beliebtes Antihy^ttericum; es renchwindet 
*b«r mehr und mehr &m dem Arzneischatze. 

Der Biber, Cajitor fiber L., labt jetzt nur noch an wenigen Orten Deutsch- 
Ukidi. blonden an der £1be. bäußger ist er in Ruaslund und Sibirien. Die Biber 
^•tten in Geftellsohaften künstliche Wohnungen dicht am Walser und n&hren steh 
^0% tartfti Rinden und anderen I'Sauzentbeileu (nach Leunis). 

C»p. 27. IIspl Ta).*,; y.aro'.xtJto'j. Hauswiesel. Das ringsum 
•■iU«bniiint« und ohne die Eingeweide eingepökelte, im Schatten ge- 
'te'Ockaete Hauawiesel ist in der Menge Ton 2 Drachmen mit Wein ge- 

Btt»id«s, Armeirnftt^Unlir« dn« Diatkurid«« H 



H 



trunken ein kräftiges Mittel gegen jede Scblunge, in der gleichen Weis«! 
genoronien ist es auch ein Gegenmittel gegen Gift. Sein Bauch, mit Koriander j 
augefUllt und eingepökelt genossen, hili't denen, die von giftigen ThtereaJ 
gebissen sind und den Epileptikern. Des ganze Thier im Topfe ver-l 
brannt ist den an Podagra Leidenden heilKnm, wenn die Asche mit Esaig^ 
eingesalbt wird^). Sein Blut als Einreibung hilft gegen Ökropheln; es| 
ist auch den Epileptikern beilsam. 

*) Der Ascbenrückstand besieht aus phosphorsauren, Bchwefelsanren und bo> 
SDodere kohlensauren Salzen; werden diese mit "Essig behandeU, eo muBS eich Kaliosa- 
acetat bilden^ dem vielleicht eine Wirknog eugeechriebes werden kOunte. 

Der Ansdnick lakf^ oder f^'*'! wird fflr eine gaozc Kcihe zur Familie der 
Marder, Mustelidac, gehöriger Tbiere, auch für die KatstR von den Griechen ge- 
braucht. Hier ist ea ohne Zweifel das kleine Wieset. Putortu« tuttarit Brise., unten.! 
weiss, oben braunrotfa, selten im Winter weiss. Bei Anetoteles (Hist. anim. IX 
7, 4 sqq.) heis^l e» Ixti^; er xagt, iluss es an GrDüse einem Maltefter Hündchen gteicbe 
und auäserordouUich zahm gemacht werden kOnne, es mache Jagd auf SÜliue. riiniaa 
XXIX It» nennt ea Muatela; er kennt twei Arten, das grössere Waldwiesel. Jkli* der 
kriechen Ivielleicht das Frettchen oder der Tltif gemeint), und das kleinere, in den 
B&usem gehaltene. Die Zubereünng zu arzneilicfaen Zwecken gibt er Gb«reiiistim> 
mend mit D. an. 



I 



Cap. 28. flspi BaTf.a/ü)V. Frösche. Die Frösche sind ein 
Gegenmittel für jegliches Schlangengift, wenn sie mit Salz und Oel ztt 
einer Brühe zubereitet werden und das Gericht genommen wird. In 
gleicher Weise (helfen sie) gegen langwierige Sehnenzerreisaungen. Ge- 
hrannt und aufgestreut stillen sie da? Blut. Mit Theer eingesalbt heilen 
sie die Fuchskraukheit. Das Blut der grlluen Frösche verhindert ein- 
getröpfelt das Wiederwacbsen der aus den Augenlidern gezogenen Haare. 
Mit Wasser und Essig gekocht helfen sie als Mund.spUlwosser bei Zahn- 
schmerzen. 

Sana fusca Rüsel (//. temporaria h.), Brauner FroKh, und Jta»a §$euttitta U,] 
GrCiner oder Wawerfrascb. 

Cap. 29. rispl S'.XoöpO'j. Wels. Der Wels, frisch genossen,! 
ist nahrhaft und gut für den Bauch, eiugesalzen aber ohne Nährkraft. I 
Er reinigt die Luftröhre und macht die Stimme klar. Das Fleii5ch des 
gesalzenen als Umschlag zieht Splitter aus. Die aus ihm bereitete Sals-j 
lake ist bei Dysenterie im Anfange zum Sitzbad heilsam, sie treibt di»] 
Flüsse nach aussen und heilt im Klystier Ischiasschmerzen. 

Siturue Gtaitü L., die einzige in Europa vorkommende Art 



I 



Cap. 30. dsffl ^^%fAio^. Braefie. Der gebrannte, fein ge- 
siossene Kopf der eingesalzenen Brasse hält die Fleischwnchemngen der 




II. Buch. Cup. 34. 



163 



Öwciiirüre Kurück, hindert das Weiterfressen, vertilgt Hühneraugen und 
hifp/rarzen. Den vom Skorpion Gestochenen und vom Hunde GebiBsenen 
Wt dska Fleisch wie jedes Pökelfleisch. 

C»!». äl. Uipi MctivtSoc. Mäna. Auch der gebrannte, fein ge- 
Ao«sene Kopf der Mäna entfernt , aufgestreut « schwielig gewordene 
Sehraoden am After. Die Satzbrnfae davon heilt als MundspOlwasser 
billige Geschwüre im Munde. 

Sprengel htÜt die Brasse, aji^apU, fQr Spartt» Smaris h., die M&na, [lotvic, 
[1/ SfMrtiji Maentt L. ; iie konnten vohl ebenso gut auf Sarffu» vulgaris Oeoffr.» 
Stmeine Oeisbrasse, und Ckrytophrffa aurataC.V., Aechte Dorade, beide im 
Kttelmeere. bezogen werden. 

Cap. 32. [lepL Kußio'j. Gobion. Wenn man den frischen GoMon 
ä «Den Scbweinemogec gibt und zusammennäht, dann mit 12 Xestes 
WoKr bis auf 2 Xestes einkocht, durchseiht, unter freiem Himmel ab- 
ktiUt und zum Tranke reicht, so wird man den Bauch ohne Beschwerden 
ucb uuteu reinigen. Als Umschlag hilft er denen, die von Hunden oder 
ächlai^en gebissen sind. 

OMut Gobio h.. Kaalkopf oder Koppen, wie Sprengel will: man könnte 
Mrii GMo fluviatili» Flem., den <j r ü n d ] i n g oder Greesling. dtifilr nehmen, 
vAirr in gaiu Kiiropa mit Auünnhme der i>üdlirbst«ii Theile vorkommt. 

Cap. 33. fUpl Qjtorapi^^DU. Rohe Pökelung. Die sogen. 
^ Pdkelung ist das Fleisch des eingesal/enen Thunfisches^). Genossen 
ittlft sie denen, welche von der Viper, die Prester^) genannt wird, ge- 
^ÜH9i sind. Man muss möglichst viel Wein herbeiholen und sie zwingen, 
'W lu trinken') und zu erbrechen. Am besten eignet sie sich fQr das 
Getiitssen sciiarfer Speisen *). Mit Erfolg wird sie auch bei den vom 
Hiiode Gebissenen als Kataplasma angewandt. 

•) TkifMHUM Th^ntu L; der gemeine Thunfisch, ein Bewohner des Mittel- 
'■(«tc and Atlantischen Oceäns; er erreicht eine Länge bi^ 3 m, lebt in Heerden 
^ kt ein Feind der Hüringe, Makrelen und Sardinen. '} rp^TtYip, eigentlich Blitz* 
*»U, feuriger, verheerender Wirbelwind (PliniuB 11 133); dann int ea bei demselben 
U vio ein zu den Schlangeu gehöriges Hc|itil, dessen Bisk »ich recklich ea Brennen 
*^ heftigen Durst verursacht. D. nennt e« un anderer Stelle (üeber die giftigen 
">>*» und den tollen Hund, Cap. 18) Dipsas, Zv^fä^, welches Schneider fllr Coluber 
't^n L. hllt, ') Es ist ilie noch jetzt ungewandte Methode, beim Bi«s giftiger 
*M ngeD Alkohol oder alkoholreiche Getränke zu geben. *i Spt^i-jss^ta, eine änt- 
lithl BdiandlnngHweiBe, die besondeni dem Asklepiades zugfscbrieben wird. 

Cap. 34, Ilsfii rdtpoo. Garum. Alles Garura, aus gesalzenen 
*viKn und Fleisch bestehend , hält als Umschlag fressende GeüchwOro 
"^ Ufid heilt üandsbisse; als Injectiou dient ea auch den an Dysenterie 



I 



und Ischias Leidenden, jenen, um die Geschwüre zu lindem und xu be- 
seitigen, diesen, da keine Geschwüre vorhanden aind, um zu reizen. 

Das Grftrum, die Fischlake, bat den Namen von einem «cfaon in früher 
nicht mehr gekannten, dazu benutzten kleinen Fuche Ganu, Y°'f'^<- ^^>ch Film 
XXXr 93 und BaB8us (Geopoii.) wurde daaaelbe iu folgender Weise bereitet: Dtf Ei 
geweiile der Fisclie, besonders der Makrele {Scomber Bomber L.) , wurden in eint; 
Gefftste gesalzen und unt«r bäuGgem Umwenden in die Sonne gesetzt. Wenn dii 
geh&rtg eingewirkt hatte, wurde ein Korb tief in dos OefUss gedrOckt und die hin 
dringende Brflhe, das Gamm, abgeschöpft. Du beste wurde zu Flinina' Zeit in di 
Fischereien, Cetarüs, zu Karthageua (Carthftgo Spartaria) bereitet . Eine tchleoh 
Sorte lieferte ein kleinerer Fisch. Apbya, äif ü-q, die SardüUe, unter dem Namen AI 
oder Alex, doch hicaa auch so der unter dem Korb^i bleibende Rfickstand (vgL Cell. 
11 24, 25). Berühmt wegen ihrer Fi-schereien waren auch KlaKomene, Pompeji u. a. 
Die Aloe wurde, wie Pünius weiter sagt, später ein Gegenstand der Schweiger 
weil man zahlreiche Arten erfand, und sie aus Austern, Seeigeln, Hummern ttn< 
Barbenlebem bereitete. 

Nach D. wurde neben Fischen auch Fleisch dasn verwandt, vielleicht in ah- 
wecht«elnden Lagen. , 



QU. 



Cap 35. Ilfif>t ZutJiof) rtöv v«ap»v lydöwv. ßrühe von frischen 
Fischen. Die Brühe von frischen Fischen, sie werde für sich aUei&H| 
oder mit Wein getrunken, ist abfahrend für den Bauch. Sie wird cigeuiH 
für diesen Zweck aus den Phyfciden*), Skorpionen*), Juliden*) und Per- 
kiden*) und anderen an Felsen lebenden zarten und nicht widerliche^ 
Fischen einfach mit Wasser [Salz], Oel und Dill IiergesteUt. 

') ^oxlc, das Weibchen von yüni]«. so genannt, weil sie. wie Aristoteles (Hill 
aniin. VIII 4. 24) sagt, sich vom Seetang nllhrt, ist nach Sprengel Sparu« Dfnter I 
die Zahnbrasse. ') Cottu9 Scorpio L., ein stacheliger Seefisch. ') JuUg Pavo, de 
Pfaaenfiach, oder Labrus fitacutaitu Güntb., der gefleckte Lippfisch, beide sehr bQli 
Fische des Mittelmeeres. *) Psrea fiii»iatilU L., der Fluasbarscfa. 



Cap. 36. lUpi K.öp6(ov. Wanzen. Die Bettwanzen helfen gegen du 
viertiigige Fieber, wenn sie vor den Anzeichen desselben, zu sieben Stfick 
mit Bohnen den Speisen zugesetzt, genommen werden, aber auch ohi 
Bohnen genossen (helfen sie) gegen den Bisa der Aspis-Viper. Ihr Gi 
ruch weckt die durch GehtLrmulterkrampfe Ohnmächtigen auf. Mit Weü 
oder Essig genommen treiben sie Blutegel aus. Zerquetscht in die Hartt' 
röhre gelegt beseitigen sie Harnverhaltung. 



Plinins XXIX 61 schreibt den Waiura gleichfalls viele Wirkungen zu. 
Ctmex hettilaiia L., Haus- oder Bettwanze, Wandlaus. 



M 

4 



Cap. 37. Ilcpl KooßapiSuv. Eubariden. Die unter den W'nsser- 
behältem sich aufhalt-onden Asseln sind vielfüssige Thiere, welche »i 
bei der Berührung mit den Händen zusammenrollen , Diese mit Wc 
getrunken helfen gegen Harnverhaltung und Gelbsucht. Mit Honig ei 



IL Bach. Cap. 43. 



16: 



iti)<h«n wirken sie heilsam bei EntzUndiuig der Schluadmuskeln. Auch 
iei Obrenleiden eignen sie sich fein zerrieben und mit Kosenöl in der 
SnAotapfeUchale erwärmt zur Injection. 

p9rctQio Seaher Latr., Kellerassel» oder Armadiüitiium vulgan Latr., Qe> 
■<iae &0II- oder Kogelütsel; früher aU Millepeda officineL 

Cap. 38. Hipl XiX^Tjc- Schabe. Bas Innere der in Bäckereien 

Qch findenden Schabe, mit Oel zerrieben oder gekocht und eingeträufeltf 

Sadert die Ohrenschmer/en. 

Ptriplantta orimfalib L., Uemeine Küobenschabe, Kakerlftk» odex ßtatta 
rrmmmiea L^ Deatfcfae Schabe. 

Cap. 39. Dcpl nvc6[i.ovoc {^otXaogtou. Seelunge. Die frische 
Seelange, fein xerrieben, hilft als Umschlug gegen Podagra und Frost- 
i«oleo. 

Pulmo marinu«, ein zu den MoUiuken gebörigex Seethier de^ Mittel meeree, 
vtklm Pltoiua IX 1&4 za denen rechnet, velche die Natur der Pflanze haben. Es 
i^jcdenfalU Piiema Pulmo Haeck., eine Discomcdufie (Lappenqaalle},',mit butTSnnigem 
%v Italbkogeligem Schirm , milchweüa oder bläulichweiss bis rfitblicbwei». Im 
H^iMraeere. 

Cap. 40. Ilspl Xotp£ot) xvsü[iovoc. Schweinelunge. Die Lunge 
4« Schweines, sowohl des ßärs wie der Sau, beseitigt als Umschlag die 
direh Druck der Schuhe hervorgerufenen Entzündungen. 

Svi Scrofa L. 

Cap. 41. ÜEpi nviüjtovo? ä^^uissAo;. Fuchalunge. Die Lunge 
drs Fuchses, getrocknet und genossen, hilft den Asthmatikern; und das 
■Qi^gfeschmoLzene Fett desselben lindert eingeträufelt die Ohrenschmerzen. 

CttmtA Vttlptä L. Nach dem Dicpensatorium viemienee 1744 noch wurde die 
ilonge ohne die Arterie, friacb in vci»em Wein init Hjüop und Skabiose gekocht 
bei gelinder Ofenw&rme getrocknet Auch wurde die Fuchslunge frOher zur 
dtung d«i Fuchslungensaftes gegen Brustaffectionen benutzt. Do« Feit des Fuchses 
•»iftot in der Tolknnedidn vielfach zur Kinreibung. 

Cap. 42. flspi 'IlTotTOc övsiou. Eselsleber. Die gebratene 
sleber hilft genossen den Epileptikern, sie müssen sie aber uUchtem 



SquuM Aiiinu* L. 

Cftp. 43. Ilepl AlSoiou ^^pavoi; eXitpoo. Kurzwildpret^ des 
Kdelhiracbes. Das Kurzwildpret des Hirsches, fein zerrieben und mit 
Whii genommen, hilft denen, die von der Viper gebissen sind. 

') Die GetdÜBchtitheÜe des Hincbes. C'frrus Elaphus L. 



Cap. 44. Ilspi \)vü/cäv ovtov. Eeelshufe. Die gebninnteu 
Eselshufe, zerrieben und yielo Tage in der Öube von 2 Löffeln geuos 
Rollen den Epileptikern von Nutzen sein; mit Oel gemtsclit öffnen ai 
DrllBcn und keilen aufgelegt Frostbeulen. 

Die E8«Uhufe spielten schon in der Arzneimittellehre der Aegypter ihre Rolle. 
Seach, die Mutter de« Königs Ton Ober- nnd ITnterilgypten Teta, bereitet L*in: .An- 
deres Beilmiitel, um wachsen zu machen die Haare" durch Kochen von Krallen de« 
Wiiiilhundes, BlUthen ron Datteln and Hafen des Esels. 



Cap. 45. ITspl Astyi^viov Ticirwv. FUchten der Pferde. Did 
Flechten der Pferde sind seh wielenar feige Wülste') an den Knieen und 
Hufen: fein geschabt und mit Essig getrunken sollen sie die Epilepsifl 
heilen. 

Equm CabaUua L. 

Cap. 40. Ilspt Al-yiüv ov6-/(üv. Ziegenklauen. Die gebrannten 
Ziegenklauen, mit Essig eingerieben, heilen die Fucbskrankheit. 
Capra Hircu* L, 

Cap. 47. nspl "Wti'xxtiz alftuv. Ziegenleber* Die beim Braten 
der Ziegenleber ausfliesseiide 6IutBUs.sLgkeit ist wirksam gegen Nacht- 
sichtigkeit ^); es hilft schon, dass man den Dunst beim Kochen derselben 
in die geöffneten Augen aufnimmt, gegessen hilft die gebratene gegen 
dasselbe Uebel. Man sagt aber auch, dass die Epilepsie am besten be- 
kämpft werde durch deu Genuss der Bocksleber. 

') v(>xtmAO'|ia, das Sehen nur bei Nacht. 

Cap. 48. Tlsfi' "llreato? X'Ä::po'j. Leber des Ebers. Dt5 
frische, getrocknete und fein zerriebene Leber des Ebers hilft mit Wei 
getrunken gegen Schlangen- [und Hunds-] Bisse. 

Cap. 4!>. Ilspi "lIiraTO? xovoc X'>aa<i»vroc. Leber des t.<»llt 
Hundes. Man glaubt, dass die gebratene Leber des tollen Hundt 
wenn sie von den Oebissenen gegessen wird, diese vor dem Auftret 
der Wasserscheu bewahre. Zur Vorsichtsmassregel gebrauchen sie auc 
den Zahn des Hundes, der gebissen hat, indem sie ihn in ein« Bla j tf ^^ 
geben und am Arme befestigen. 



Cap. 50. rispi 'llnaroi; al^o(«?. Leber des Tauchers. D 
getrocknete Leber des Tauchers, in der Gabe von 2 Lüffeln mit Honigm 
getrunken, treibt die Nachgeburt aus. ^^^^^^ 






Vielleiclit Podieep« erülatus oder P. minor Latb., Huubensttiiasfnss, 
BftVbQBtftuclier, Kleiner SteisüfuBS, Kleiner Haubentaucher, Zugvogel, 
vciebe tich in den iremässtgten Gegenden der Altr^n Welt bie zum Winter uufbAlteii. 

C«p. 51. lUftl KarTO(j.it(i>v. Sohlleder. Pas Leder von alten 
Scbuhsohlen, gebrannt und fein gestossen, heilt als Umschlag Feuerbrand- 
TTUnden, Wolf und die durch den Druck der Schuhe bewirkte Ent- 
zündung. 

Gebrannte alte Scbubüohlen, geatosseneB Glas und Arsenik waren bU in die 
l^vQfeit die Bestandtheile einer als Specificum vertnebenen Salbe g<!gen Kreba. 

Cup. 52. üapl 'AXsxTOp:3(ov. Hühner. Gespaltene und noch 
warm aufgelegte Huhner helfen gegen Schlangenbisse, man muss sie aber 
bwttodig wechseln. 

Oailiu domttticu* Bri^s- 

Cap. 53. Ilsfj'. 'E7y.*^iXoi> ÄXsxtopISoc. Gehirn des Huhns. 
Sein Oehim wird im Trank mit Wein den von giftigen Tlüeren Gebissenen 
gegeben, es verhindert auch den Blutfluss aus der Hirnhaut Die bei den 
Eingeweiden des Huhns hinter dem Magen liegende Hornhaut^), welche 
beim Kochen sich abhäutet, ist Magenleidenden gut, wenn sie fein zer- 
rieben mit Wein genommen wird. Das Kükengericht wird meist gegeben 
zur Verbesserung des schlechten Zustande«') und bei Magenentzündungen, 
in einfacher Zubereitung ; das der alten Hühner wird verordnet zur 
Reinigung des Baucb&s. Man muss die Kingeweide herausnehmen, dafür 
Salz hineingeben, zunähen, dann mit 20 Xestes Wasser kochen und es 
auf 3 Heminen bringen. Das Ganze wird, unter freiem Himmel abge- 
kühlt, gegeben. Einige kochen auch Meerkohl mit, oder jähriges Bingel- 
kraut oder Saflor oder gemeinen Engelsüss. Es führt den dicken, rohen, 
kähen, schwarzen Saft ab. Es empfiehlt sich bei andauerndem Fieber, 
Asthma, Gicht und aufgeblähtem Magen. [Der eingesalzene und im 
Schatten getrocknet« Magen ist, in der Gabe von 3 Drachmen genommen, 
das beste Mittel gegen übermässiges Abführen durch Piirgirmittel; denn 
m RtelH sofort den Durchfall. Man muss ihn aber zu Pulver machen, 
diMM mit Wasser anrühren und geben.] 

') Die Vt^yvl hüben eiDun doppelten Hagen, die Tordere Abtheilung ist der 
Toonagtin uder DrUdenoiugun, er ttt kleiner aU der xweit« und mit /.ahlreicben. den 
1Cligt*ti«aft altiond^nidtin Drflaen beaetzt. Die zweite, bintere Abtheüang ist der 
Moakelmag^n , de«^eu Wandung eine ungi^inein Hturke Mu«kulutar hat, besonder! 
bei den Kiirncrfnäuem : hier i.«t die Inncnftäcbe mit zwei löder- oder hoinartig 
luirt«n Eiänten aaigekletdet, welcbc die dazwischen genithende Nahrung wie zwei 
UnMcUine xerreih«n; dieses iit daa ;^ 'J):oxit[Livov rf^ j.'iCKi'^ Kspttcon^U. *) inixpa^t; 
W ' " ' ■ * ironnch di«? echlocbttin Slfte abgeführt und durch geauiide gut« 
tr Sie wurda U^AOnden durch Guleo ausgebildet, indem «r den 



Dj^knifiieii , den MiscIiungsverhlLltiiiKKfn der äJlft«, die Bedeutung be3egt6, 
iie gewiafien Krankheiten den Bilden bereiten und denselben eine bestimmte 
bong geben. 

D. bezeichnet mit Öt>.>xiDpt( das Qaho Oberhaupt, den Hahn nennt er &^^^;^ 
lOnst scheint er ancb unter rpia^ ^pvt'ditov besonders das HahnerÖeittch an rerstehen. 

Cap. 54. Üt^i 'Uq'j. £i. Das weiche Ki ist nabrhAfter aU di 
noch flüssige, und das harte mehr als das weiche. Der Dotter davon ist 
mit Saü-an imd KosenÖl gebraten, heilsam gegen heftigen Schmerz in de 
Angen« mit Steinklee gegen Entzündungen am After und gegen Ge-1 
fichwQbte. Mit Sumach aber oder Gallapfel gebraten und gegessen stellt 
er den Durchfall, aber auch fUr sich allein genossen. 

Cap. 55. Hepi AeoxoO toO Ö>gü. Das Weisse vom Ei. Das 
Weisse desselben, wenn es roh ist^ kühlt, verklebt, lindert in die Augen 
getröpfelt die Entzündung. Bei Verbrennungen sofort aufgestrichen lässt 
es keine Blasen sich bilden. Es schützt auch das Gesicht vor Sonnebrand. 
Es ist mit Weihrauch als ein Leim auf die Stirn aufgetragen ein Mittel] 
fUr die an Fluss Leidenden; mit Wolle aufgenommen unter Zumischung! 
von Rosenöl, Wein und Honig, lindert es Augenentzündungen. Roh aber 
gegchltlrft heUt es den Bisa der Hämorrhois^). Etwas angewiirmt hilft es 
gegen Blasenstiche, Nieren geschwllre, gegen Rauheit der Luftrübre, g^gejk 
Blutfiturz, Katarrh und ßrustrheumatismus. 

'} Eine Schlange, deren Biw grosaen Blutverlust verarsacht. 



Cap. 5t5. lUpl TsrtEYwv, Cikaden. Die gebratenen Cikaden ge- . 
nofisen helfen bei Blasenleiden. S 

Cicada ptfbeja Scop., Eschcncikade. Nach Pliniu» XI 92 waren nie b«i dei>^ 
VfiÜcem de» Ürient« ein Leckerbissen. ii 

Cap. 57. llspi 'A7tplS(i>v. Heuschrecken. Die Heuschrecken 
als Räucherung helfen bei Harnverhaltung, besonders der Frauen. Sie - 
haben ein unbrauchbares Fleisch. Die Heuschrecke, welche Asirakos od«]^| 
Onos heisst, ist in der Jugend flügellos und hat lange Beine. Getrocknet * 
und mit Wein getrunken ist sie sehr wirksam gegen Skorpionstiche, lui 
grosser Menge gebrauchen sie die Libyer in der Gegend von Leptis^). 

^) Leptia, eine Stadt in Nordat'rika, in Tripolis. 

LocuKtn riridiMima L., Heupferd, oder VecHcun rerrueioorut L„ Warxen*! 
beiiter, beide sind in ganz Kuropa verbreitet, in den Mittebneerl&ndem ist aachj 
Aeridium a^gyptium L. sehr häufig. 

Cap. 58. lUpl 4>£vi5oc. Phinis. Der Vogel Phinis, welchen die 
Römer Ossifrugus ( Knochenhrecher) nennen. Der Magen desselben, na 



and Dach gtoommon, sagt man, lasse den Stein durch den Urin aus- 
geben. 

W&hncheinJicfa Falco owifragns, Seeadler, oder Baliartu» atbieiUa Gray. 

Cap. Od. Iltpl Kof>u£aX>.&ö. Haubenlerche. Die Hauben- 
tttche ist ein kleines Vögekhen, welches auf dem Kopfe eine Federhaube 
i tilgt wie der Pfau. Dieselbe ist^ gebraten und gegessen, gut gegen 
Magenleiden. 

GaUriia critlaia Boie. 



5.60. Tlepl Xii-iSövo^. Schwalbe. Die Jungen der Schwalbe 
aus der ersten Brut schneide bei wachsendem Monde auf, und du wirst 
im Magen Steine finden ; von diesen nimm zwei, einen bunten und einen 
Khhchten, gib sie, bevor sie die Erde berUhrt haben, in die Haut von 
einem E-älbchen oder Hirsche und binde sie an den Arm oder Nacken, 
M wirst du Hülfe gegen die Kpilepsie bringen, oft aber auch wirst du 
lie ganz heilen. Verzehrt sind sie (die Jungen), wie die Feigen fresser'), 
ein Mitttl für Scharfsichtigkeit. Auch die Asche davon wie auch von 
den Alten . wenn sie in einem Topfe verbrannt sind , macht mit Honig 
eingestrichen, Aas Qesicbt scharf. Sie eignet sich auch zur Salbe fQr 
wiche, die an ScblundentzUndung leiden , sowie bei angeschwollenem 
Zipfchen und Mandelentzündungen. Dictie, wie auch die Jungen, ge- 
trocknet und in der Gabe von 1 Drachme genossen, helfen denen, die an 
ScfalundentzUndung leiden. 

') oaxd).ti^c. kleine Vögel, die gern Feigen fressen. 

tHe G«»chiohte ron den Steinch^n finden wir auch bei Pliniui XI 20S und 
XXI 9t: Im Magen der juugen Schwalben findet man titeinchen vun weinfier und 
rother Knrbc, welche Cbclidonii (Schwalbonsteine) geoaunt werden; man aagt. 
n# djent<<n tu Znuberkümiten; ebenso bei Paulus von Aegina (Puschm. I p. 501): 
Wnn man junge Schwalben aufschneidet, eo findet man in ihrem Inneren zwei 
8biiiwb«B, von denen das eine schwarz, das andere weim ist. Legt man nun das 
vtfaM Steinchen auf; sobald ein Kpileptiker dorniedrrgestUrzt iflt, so kommt er wieder 
tu «ich. Das schwarze 5t«incben nehme man uod binde e« dem Kranken auf 

iiii. Man erzählt, die Schwalben g&ben diese Steincben nar den ersten 

'«.a. w. 

'Ckriiion urhiea Boie., Stadt* oder Hausschwalbe. 



Cap. 61. \\tp\ 'EXi^otvToe Elephant. Das Gcraspel des Ele- 
ns heilt Paronychie. Es hat adstringirende Kraft [nebst der, 
amzutrockuen]. 

Kt^hoM aaiatieas und afrieanua Bliunb., Asiatischer und afrikanischer 
Altpkant 



170 



Die ArzneimiU^IIelire des Dioskuriiiefi. 



Cap. 02. Ui^ii 'Aotpa^iXou üöc Sprungbein des Schwein« 
Das Spriingbein des Schweines, gebrannt bis es aus Schwarz weisö wir 
dann zerrieben und genossen, heilt die Aufblähungen des Koloua und 
haltende Krämpfe. 

Cap. 63. Hsp'. 'EXdtpou x^pato^. Hirschhorn. Das gebrannt 
und gewaschene Hirschhorn'), in der Gabe von 2 Löffehi genommeu, liilft 
mit Traganth bei Blutauswurf, Dysenterie, Magenschmerzen 0, Blasenleiden, 
bei tlussleidendea Frauen mit einer dem leidenden Zustande angemessenen 
Flüssigkeit. Es wird aber auch gestossen und in einen rohen Topf, 
welcher mit Lehm rund herum verschmiert ist, gegeben und im Ofen ge-, 
brennt, bis es weiss ist. Gewaschen wird es wie Oalmei. Kin solch^H 
ist ein gutes Mittel bei Wunden in den Augen und bei Flüssen. FeuHl 
gerieben macht es die Zähne glatt. Roh als Kiiucherung angebrannt ver- 
scheucht es die Schmerzen. Mit Essig gekocht lindert es ak Mundwas» 
die Schmerzen beim Hervorbrechen der Backenzähne^). 




*) Cod. C. hat hier: iXjuvdai; ävottpti val 62pu>RiKr^vt3Ti, ist ein Mittel 
Würmer und Wasnentucht. ') Cod. C. xaX 6ciTtpi.xa:( , und Gebunnuttörleid 
') Spron^cl Übf^rsctr-t fOH-?'-«38t? napTi-^op!: mit molarium dentium vitia mitirtL 
mit ßezug auf den Gebrauch bei CeUus, Scribon. Largai, PUnioi und Galen. Obi| 
UebersetzuDg bat Paasow mit Berufung auf die Septuaginia. 

Bis in die neuere Zeit fand da« Hirscbhom seine Stelle in allen Ph«rmakopO 
als Comii cervi raspatum und ustum, (^tiraspeltes und gebranntes Hirscliboi'n, fe: 
diente es zur DHrsteilung: des Oleum cornu cervi (Ol. anim. foet.) durch die trooki 
Destillation. 



Cap. 64. Ilspl Kajiicwv. Raupen. Die auf den Gemüsen Wftc 
senden Raupen schützen, so wird gesagt, mit Oel eingerieben, vor 
Bissen giftiger Thiere. 

Pieri» brasHcae L. und P. rapae L., Grosser and kleiner KoblweiisHug. 



r«fl 
i i^ 



Cap. 05. Hspi Kavi>apt5ü>v. Kanthariden. Zum Aufbewahre 
geeignet sind die vom Getreide gesammelten Kanthariden. Diei^e wirf ia 
einen ungepichten Krug und verbinde die Oeifnung mit lockerer, rein 
Leinwand, wende ihn um und über dem Dumpfe von siedendem Ess^ 
hin und her und halte damit aus, bis sie erstickt äind; dann reihe si 
auf und bewahre sie auf. Am wirksamsten sind die bunten mit gelben 
Querstreifen auf den Flügeln und länglichem Körper, welche dick und 
etwas fettig sind wie die Schaben. Die einfarbigen sind unwirksam. 

Die Kanthari« der Alten i«t ohne Zweifel ein Kantharidiu (Oi^iHijO^t haltend 
Inseot, Bcbon die Hippokratiker wenden dasselbe als starkes Diureticum an, sie - 
Kopf, Fldgel und Beine weg, in der Erkenntntss. da^ das wirksame Princip 
Rumpfe enthalten sei. Dasselbe bat seinen Sits in den Genitalien und des 



ftWrhaupt in den Aduexen der OeachlecbtstheUe (vgl. Koben, liüt. Stud. I 105; 
lY 12»; Liebreiuh. Tlierap. Monateh. 1891, Nr. 3, S. I7l). 

riinitu XXIX 94 drückt sich in der Beschreib aair and Art der Tt^dtung der 
tthariden wörtlich überäiu stimmend mit D. buk, sagt nur. dun nie brennend und 
tid Hilf den Kur|)«r wirken uud Hliuen machen. pDas Gift«* lagt er weiter, 
«sftst nach elni^'n Autoren in ileii ßoiricn, noch anderen im Kopfe, wieder andere 
lAlDea lieide!) in .\brcdo, doch stimmt maji wenigstens darin Qbercin, dass ihre KlUgol 
helfen, dos Gift beSnde eich, wo es wolle.* 

Öcriboniaa Laij^ud iro I. Jahrh. r, Clir. (Daa Beceptbuch de» Scriboniu« Largua, 
Bbencizi und mit phannakol. C'omraenUr verwehen von F. Rinne. Histor. Stud. d. 
Daiv. Dorpat von R. Kobert, V S. 88) wendet, wio auch !>., das ganze Thier an. 
DAMeJbe niuaa auch bei ihm Eantfaaridin enthalten, dafür nprecben die angegebenen 
Symptome b^t Vergiftungen damit, als Hämaturie und br<.'nnender Schmerz in der 
Ilagengegend. 

Welcher K&fer ist hier gemeint? Die Beschreibung dea D. paast auf iftlotl 
Ckkar*i !>., die Wirkung auf Lifttn regicatoria L. W immer (Arietoteles* llijerkunde 
t 16.^) h&lt ihn für Lytta vtticfiU, Raudniiz und Bierbacb (Die Arzneimittel des 
Hippokratei) für MtloS Cichorti, während R. Blancfaard (Les iniectei antiarabiques, 
B^r. £cient. 1868 p. 4tf7l und CamuHsi (La rage, sou traitem. et lea insecte« veitic. 
cbes [es Arubes. Joum. naiat. 1888 p. 26t)) «ich nicht bestimmt auaiprechen, aber 
>Den. da«s die Kantlmriü der Alten nicht un-^ere Lytta i!«in kann, dasa sie aber 
ihortig und viel stärker wirkt« , was auf die Melo? CicHorei nicht [lossen würde. 

Attdeer der nicht zutreffenden Beschreibung iist noch zu berücksichtigen, dass 
Ljtta nicht auf Kräutern, sondern nur auf Bäumeu (Fruxinus. Syringa, Lign- 

etc-) 6ndct. Die Melov-Ari«n baben ferner die. Kif^enthüralivhkeit, beim Anfassen 

n Gelenken der Beine einen Martigen. gelben, zähen, blasenziebendeu Saft 

;eD XU lauen, was D. wohl Dicht Oberriehcn biitle. 

Berücksichtigt man aber die von J). in den (allerdings nicht für Scbt ge- 
\«n) ,Oift«rn und OeKengiften, itipi SrjkTiTspiuiv ««pftdxwv" bei Kanlhariden-Ver- 

:i*D angegebeiion Symptome, so weisen diese auf LyttQ Teaicatorin. ,Faat vom 
[tmde'. hvijst ei dort, .bis zu der Blase itcbeint Altes zerfressen zu sein, und es 
triti idn iJeschmatk nach Pech oder CVdernharz auf. An der rechten Seitf! im Unter- 
leib« fjihlen >te KntzQndung und leiden an HarnverhaUung, oft auch Itif^en sie blu- 
tigen Harn, durch den Bauch entlet^ren sie Uhnlicb wie bei Dysenterie, *ie wer<Ien 
von Obumuchten. üebelkt^it und augenverdunkelndcm Schwindel befiitlcn, zuintzt ver- 
litm sie den Veratand.* 

Die »panische Fliege, Lytta reaicattiria. findet jetzt nur noch &U äasiierliches 
Btttmitt«! Anwendung, innerlich bei den KfÜien als Stimulaus. 



Cftp. 06. rispl Bo'jKpijaro'). Buprestis. Gerade so werden die 
preste« aufbewahrt, welche ciue Art Kanthariden sind, und die Fichten- 
e^). Auch diese werden auf einem schwebend bewegten Siebe kurze 
ber glQhenrler Asche erhitzt und dann aufbewahrt. GemeinRam haben 
ne div Krnft, FÜulniss zu bewirken^), Geschwilru zu machen, zu erwärnicn. 
Deshalb werden sie den Mitteln zugesetzt, welche KrebsgeschwQre. Aus- 
flUz und wilde Flechten heilen. Sie befördern die Katamemen, werden 
auch den «rweichenden Züpfchen zugesetzt. Einige berichten, dass die 
K&oUuriden auch den Wassersüchtigen helfeu, indem sie den Gegenmitteln 



zugemiscbt werden, nämlich den urintreibcnden. Andere liabeti ihre 
Flügel und Füsae für diejenigen, welche sie genossen haben, als Gegeni 
gift ausgegeben. 

*) ictTb6x!t{iK(tt kann auf venchiedene Borkenkäfer, z. H. Hylurgu» Piniperda i 
den grouen KiefemmarkkUfer, nnd Bostrjfdms larieis Fabr., den nelzähnigen Borken- 
käfer, bezogen werden , wahricJiemlich ist es die Xonne . Ocneria Monaeha 
') (o-ijitTtr^). um dadurch Fäuhiiss wegzubeizen. 

Die Baprcmtis ist ein unbestimmter und unbeütimmbarer. im Grase lebende 
Käfer, da die Alten nirgends eine Beschreibung hinterlassen haben; jedeDfalU 
er mit Buprentis ruAiica L. unserer Nadelwälder nichts gemeÜL Man soUte auf 
gleichfalls kantharidinhultiges Tbier schliessen. Plinius XXS. 30 sagt, es sei 
dem ItingfOssgen Scarab&us ftbnlicfaea Thier; wenn das Vieh dwaelbe mit dem Fa 
verechluckt babe, so schwelle e-s an und h6te auf zu freaaen. Nach Nikaader (Ale 
pharm. S46} leidet bejonders das RindTieh darunter. Raudnitz nennt den Käf« 
dämm Carabus bucida (i-indertödtend). Die Hippokratiker setzten die Buprestis d« 
Eantbariden zur Venrtärkung der Wirkung zu (De morb. mul. I 50. De nnt. mn 
m 23, ed. V. d. Linden). 

Cap. 67. [Ispt £a).a|jLdvSf>otc- Salamander. Der Salamand^^i 
ist eine Eidechsenarfc; er ist träge, bunt, von dem mau thörichter Weis^H 
glaubt, dass er nicht verbrannt werde. Er hat Fäulniss erregende, Ge^^ 
schwüre erzeugende und erwärmende Kraft, er wird den septischen und 1 
den Lepramitteln zugesetzt, wie die Knntharis und wird in gleicher Weise '| 
aufbewahrt. Gebrannt entfernt er mit Oel die Haare. Er wird aber 
auch ausgeweidet und ohne FUsse und Kopf in Honig zu demselben 
brauche aufbewahrt. 

Plinins X 188 erzählt und begründet die Fabel Ton der Unverbrennlichkcil 
des Sit lam anders, weil er so kalt sei, dnsü er das Feuer wie Eis auslösche. Sie soll 
von Aristoteles (Bist. anim. V 17) herrühren. (Vielleicht ist sie darauf zurückzu- 
führen, dass die drQaenreiche Haut viel Schleim absondert, wodurch das Thier eine 
kurze Zeit dem Versenjjen widersteht.) An anderer Stelle, XXIX 76, hält Pllnios 
den Salamander für sehr gifli^;. w dass, wenn er auf einen Baum kriecht, aU0_ 
FrQchte vergiftet werden, wenn er in einen Brunnen fällt, da« ganze Wasser 
wird. Das Gift wirkt unter ähulichen Erscheinungen wie der Schierling. Er schrei] 
ihm aber auch vielfache arisneiliche Wirkung zu. 

Salamanäm marulom Laur., Gefleckter Erdmoleh, Feuerialamande^ 

Cap. öS. (Ispt 'Ap&xv^C* Spinne. Die Spinne, das Thier, 
welches Ginige Holkos oder Lykos (Wolf) nennen; wird es unter ei] 
Pflaster gearbeitet und, auf Leinen gestrichen, um die Stirn oder de 
Schläfen gelegt, so heilt es doa dreitägig wiederkehrende Fieber. Ihr 
Gewebe als Umschlag stillt dos Blut und schützt die Oberfläche der G« 
schwüre vor Entzündung. Es gibt noch eine andere Art Spinnen, welct 
das weisse, zarte und dichte Gewebe verfertigt, von der man sagt, di 
sie, in eine Haut gebunden und am Arme befestigt, das viertägig wiede 






kehrende Fieber heüo. Mit Rosenl5l aber gekocbt und eingetröpfelt bilft 
tie bei Ofarenleideu. 

V. neotit zwei Arten, ilie ente ist wohl die ({eineine Wolfapinne, L'jeoM 
amtm t ai* CI. . welche auf dem Bruf^trQcken eine helle , gelUbrBune Mittelbiode hat, 
lic liebt feuchte Stellen in Wiesen, oder L. mäniicaJa Cl., auf ionnigeu Wiesen; 
die «Bdere iet vielleicht Attalns fjubtsctne Fabr., die gemeine Springüpinne. 
weli-he ein ieidenea Säckchen webt, aus dem «ie aaf die Beute hervorspringt. Sie 
i«i wie die «nte selir häufig. 

D. benutzt hier die Spinne aU Anneimittel; wiederholt redet er aber 
Toa giftigen Spinnen und gibt Mitt«! als Mjrte. Manlbeerblüttersaft. Lauge von 
Fei^&A^rbe u. a, gegen ihren Uisa an ; ei mu» also solche gegeben haben. Aua- 
dr^cfclich nennt er eine giftige Spinne, welche auf der Persea {1 187) »itzt, Krano- 
kolapta fron xpiivov. Kupf. and xoXdviui, erh logen , aushöhlen). Schon Aristotelea 
^ü(. lUiimaL IX, 80) spricht von «vielen Arten Spinnen* und unterscheidet beaon- 
drei Arten. nUmlich die Pbalangien, Lyken und Arachuen: zu den erateren 
•tea die gefUhrlicben. Kr nennt unter diesen eine kleine , bunte und bebende 
Piytla, und eine gröscere, welche langsam und schwarz ist. Dann sagt er; »Alte 
■adareii Spinnen, welche die Pfaarmakopolen zur Schau stellen, beissen gar nicht 
»dtf doch uiir Aehr wenig." Daraus geht aUo hervor, dasa die eine der genannten, 
BiinUcb die 1*aj]1^, arg beisat. Kobert (, Welche dem Menschen gefährliche 
Spinnen kannten die Alten?' Vortrag, gehalten in der Sect. f. Gesob. d. Med. auf 
der NatarforscherverBamnil. zu Hamburg 1901. Separatabdr. au« Janus 15. Nov. IDOl) 
b&li diese für t^ine Lathro<lecteK>Art (die heimlich Beissende). Das Thier iat 
klein, aber sein Bisa ist Menschen und Tbieren Kef^hrlich. Die in Griechenland 
WfkOBunende Art, LathrodKUn conglobtUun, hat weiase Punkte auf schwarzem Grunde. 
^ ta Italien und besonderü auf Oomica vorkommende ist auf schwarzem Grunde 
toth gefleckt, sie beiut daher heim Volke Halmignatto, die Marmorirte, d. h. die 
GtflKktt; die in Russland. lebende LathrodtrU» Ertbujf oder trMtcimguUatM var. 
f^rw^rü ist tichwarz. Von der italienischen und russiachea wird berichtet, d&sd ihr 
Bla den Mennchen vor Schmerz fa<it wahnsinnig macht , da^A aber die Bissstelle so 
klHa iit, doM sie kaum entdeckt werden kann. Dem Patienten wird es Rchwant 
Tor den Augen, er knickt krafllo« zosammen. kalter Schweies bricht aaN, die Pühig- 
Kotb und Harn zu entlassen, iat behindert, dabei kann Kreclion des Penis und 
lenentloemnft Ktattfinden. 

^ beschreibt ferner eine Spinne, die in ErdlÖchem wohnt; dies kann 

Vax aui Intel bezogen werden, welche senkrecht in die Erde gehende Höhlen 

bewohnt; »e beJHt ttark. 

Nikander nennt eine Spinne Agrostia, welche gleichfaU fQr eine Tarantel 
fehalten wird. 

Ib der Schrift des pAeudo-Dioakuride«: ,Die giftigen Thiere' (Cap. 4) Iieisat 
•ii ,Di« Btjiwtelte lluft roth an und erscheint wie mit einem Stuchel gestochen. 
•diwilU aber weder an noch Ltt nie heias, .tondem . wenuKleiob mftsatg roth. doch 
blL P«a ganzen Kfirper befällt Zittern und ein Ziehen in der Scbamgegcnd und 
h daa Kniekehlen, Krämpfen ähnlich, femer SclimerK in den Lenden und be«tflndiger 
fc ■' ti und licfli^er unerfüllbarer Dmng zur Ausscheidung der Abgänge. 

'j- ckt dit; gauBü Haut kalter Sohweiso, die Augen thränen und werden 

rvrd unkeil.* 

Kobert vertiehert gegenüber Prof, Tnacheoberg (in Brcbm's Thierloben), 
ntelwr div Bericht« ttber die Qef&hrlichkoit gewisser Spinnen all Ammenmärchen 



^^»' 



bexeichuet, das« es auch beute noch giftige Spinscii gibt. Auch Loanis spricht 
seiner Naturgeschichte von Giftdrüien der Spinnen. 

Cap. ö9. Ilepi Sa'ipa?. Eidechse. Der Kopf der Eidechse, auf^ 
gelegt, siebt Splitter aus und Alles, was sich im K^irper festgesetzt hal^ 
vertreibt aber auch (gewöhnliche) Wamen und solche mit dünnem Stiq 
und Hühneraugen. Die Leber derselben, in die hohlen Zähne geatecb 
bewirkt Schmerzlosigkeit. Das ganze Tbier gespalten und aufgelegt ma 
die Skorpion stiebe unschädlich. 

Laeerta agilia L., Gemeine Kidechse. Ceber die Z&bigkeit ihrei LeHnu 
und daa WiederwBcbsen rerlorener Organe finden sich bei Äelian II 23 und V 
wunderliche KrzähtimgeD. 

Gap. 70. lUpt ^T,:tä;. Seps. Seps, welche Einige die chaU 
dische Eidechse nennen, heilt in Wein getrunken die von ihr selbst 
biesenen. 

Bei dem Nilcander-Scholiiuten Therioc. yl7 heisat diese Eidechse Chalkis, 
nennt sie auch Plinius XXXIl 30, an anderer Stelle (XX[X 102) Chalcidice. iChalc 
ist der Name vieler ätAdte. die bekimnteste und eine der ftUeaten ist die Haaptstad 
der Insel Euböa aiu Kuripus, durch eine Brücke mit <l6m FeeUande verbunden, 
sp&tere Egripo oder Negroponte.) 

Es ist eine kleine Eidechse mit kuptcrforbigon Flecken auf dem ROckcn und 
wird für Stpt chaleide^ Bonap. gehalten. Sprengel nennt sie Z^gnia tfitiaclj/lo, 
mit sehr kurzen Füssen, t>o dass sie eoblangenähnlich sei, Fab. Columna habe 
zuerst beobachtet und beschrieben. 



Cap. 71. nept Sutifxo'j. Skink. Es gibt einen ägyptisch« 
und einen indischen Skink, ein anderer ist der im Kothen Meet 
lebende, ein vierter wird in Libyen in Maunisia^) gefunden. Es 
ein Landkrokodil, eigenartig, und wird in Kresse trocken aufbewahrt' 
Man sagt, dass die die Nieren umgebenden Theile desselben, in der 
von 1 Drachme mit Wein genommen, die fCratl haben, das Verlang 
nach Liebesgenuss mächtig anzuregen, dass aber diu Heftigkeit der Lust 
nachlasse nach dem Genüsse von Linsenabkochung mit Honig oder 
Lattjchsamen mit Wasser. Er wird auch den Gegengiften zugemiscl 

*) Müurusia oder Mauretonia, eine Landschaft in Mordatrika, jctat Fez 
Marokko. ') 'coptx'OQtisvoc »v xap3di(jM|>, nicht, wie Sprengel Übersetzt: addito lepi 
aale conditur; sp&ter wurde er meist in Laren delblüthen aufbewahrt. 

Seitteua offieinalia Laur., Äpotbeker-Skink, gebOrt zu den Eidechsen mit, 
Terkümmerten Gliedmassen. Kr ist oben graugelb mit duuklcu , im Loben 1. 
farbenen, nach dem Tode braunen QuerbRndem, unterwärte schmutsig grün, 16 
lang. Er findet sich in sandigen Gegenden Nordafrika«, wiur früher offioinell. 

Cap. 72. Uspi if^c T^« »vxipiuv. Eingeweide der Erde (Erd 
Würmer). Die fein zerriebenen ErdwUrmer aufgelegt, verbinden du 



gehauemt! Sehnen, befreien auch vom dreitägigen Fieber. Mit Gänsefett ge- 
kocht und eingetröpfelt heilen sie Ohrenaffeetionen. Mit Oel gekocht 
md in das gegenüberliegende Ohr eingeträufelt beseitigen sie Zahn- 
schmerzen. Zerrieben und mit SOsswein getrunken treiben sie den Harn. 
LumMeu» 1trrntri$ h., Gemeiner Regenwurm. 

Cap. 73. lUpl Muovd>>rjC. Spitzmaus. Die aufgescbuitteue 
obJ Aufgelegte Spitzmaus ist ein Hulfsmittel gegen ihre eigenen Bisse. 

^rex rulgari» L., Waltlspitzmaof, Croetdura aranta Wage.. Hauispitz- 
naua; tiie bild«n die kleiuBteu Sfiogethiere and werden wohl fälBchlich fQr giftig 
gehalten. Ihr HUt, wenn «:ie gereizt werden , schmerzt allerdings wegen des in die 
Wunde dringenden Geifen, über Intoxicutionen treten nicht auf. 

Cnp. 74. lUfjt Muüv. Mäuse. Man behauptet allgemein, dass 
die aufgeschnittenen Mäuse mit Nutzen auf Skorpionstiche gelegt werden, 
gebraten und von den Kindern gegessen, den Speichel im Munde aus- 
trockneD. 

Jfia miuctflu» L., Hunämaus. 

Cap. 7ö. Ilipl PäXstxTo;. Milch. Im Allgemeinen ist jede Milch 
wohlschmeckend, nahrhaft, den Leib erweichend und Magen und Ein- 
geweide aufblähend. Allerdings ist die FrUhjahrsmilch wässeriger als die 
Sommermilch und die von grünem Futter herrührende erweicht den Bauch 
mehr. Schön ist die Milch, wenn sie weiss, von gloichmüssiger Consistenz 
ist and i^asammenbleibt, wenn sie auf den Nagel getröpfelt wird. Die 
:h der Ziegen greift den Bauch weniger an, weil diese mehr adstrin- 
ludes Futter fressen, Eichen, Mastix, Oelzweige') und Terebinthe, des- 
halb tat sie dem Magen bekömmlich. Die Schaimilcb ist dick, sliss und 
lefar fc'tt und dem Magen nicht so zuträglich; aber die Kuh-, Gscis- und 
Pferdemilch miicht mehr ofPcnen Leib und verursacht Durchfall. Jede 
Milch ikber ruft Umwälzung in Magen und Bauch hervor, wo das Futter 
Purgirwlnde, Nieswurz, Bingelkraut oder Sinngrfln ist, wie es in den 
nstinischen Bergen von uns beobachtet wurde. Die Ziegen, welche die 
BbUt«r der weissen Nieswurz beim ersten Hervorspriessen abweiden, er- 
knchen ielbst*) und machen ihre Milch magenstörend und brechen- 
id. Gekocht wird jede Milch den Bauch stopfend, am meisten, 
ffie durch glühende Kieaelsteinchen ^) abgedunstet ist. Im Ällge- 
,en heilt nie innere Geschwüre , besonders des Kehlkopfes , der 
Lange. d(?r Eingeweide, der Nieren und der Blase, auch wird sie frisch 
Alt rohem, durch etwas Wasser verdünntem Hnnig unter Zusatz von 
g«^n Jucken der äussereu Haut*), Ausschlag und Verdorbenheit der 
g«gt*b4fn. Weniger blähend aber ist sie, wenn sie einmal gekocht 



ist. üeber den Steinchen bis zur Hälfte eingekocht heilt sie die mit G« 
schwuren verbundenen Flüsse des Bauches. 

') ihxXia ixi hier jedenfaUu gleicli J^^>.o;, da BlUthe ofTenbiur «cbleefat 
würde. *) Ist ein Irrthum, da die Wiederkßaer nicht erbrechen. *) Die eigeoth&m 
liehe Manier des Kochen-; über Steinchen soll jedenfalls nur bezwecken , ein An- 
brennen der Milch zu rerhUten. auch den Wassergehalt zu vermindern. ') Pruritus. 

Die Milch ifit ein ZertetEungs- bezw. Abäoheidungeproduci der MUchdrQsen d« 
weibb'chen Säui^etfaiem. Tni friHclien Zustünde ist sie ainphot^r. d. b. sie bUnri 
empflndlichcB roÜicu Lackmuspupier und röthefc empfindliche« blaue« Luckmusjiupie 
Ihre ZuBainmenseLzung ist bis auf geringe Schwankungen in den Procentzalilen 
allen SUugetbieren dieselbe. Das «pec. fiewicbt ist im Mittel 1,03. Sie beiteht ans 
3.5V* Fett (Uilchkagelchen, welche emulsionartig in der Flüssigkeit vertbcilt sind 
4 V Milchzucker, 4''> CaeeTn, Albumin, 0,7 ^o anorganischen Salt ei 
(Chlorkatium, Chlomatrium. phoaphorsauren Erden) und 87,8'/« WaBser. Das V«^ 
hältnias dieser StofTe ist je nach der Individualität der Thiere, nach dem Futter na 
nach der seit der Geburt verflossenen Zeit verschiedeD. Die Ziegen- und Schafmilch 
ist reicher an Fett und Milchzucker, als Kuhmilch, die Eselsmilch ixt Rrmer 
CaseYn und Fett, reicher an JLlchzuckcr. Die Pferdemüch ist gleichfalls xuckenvic 

Die Tbiere suchen sich als Futter die ihnen bekömmlichen Pflanzen aus un4 
veräebmäheu die schädlichen, manche können aber auch ohne Schaden Giflpll&sxe 
fressen, sie sind dagegen giflfest, so z. B. die Ziegen gegen die Herbstseitlose. Die 
Wirkung des Giftes äussert sich aber in der Milch. Wie sehr die Nahrunifsmittel 
auf die BeechafieDbeit der Milch einwirken, erfahren oft genug die Mütter, wenn 
sie gewisse Speisen geniesaeo, welche bei den Säuglingen sofort Verdauungsstdrungs 
hcrvorrnfen. 



Cap. 7ü. Ilepl öfvpoö ^äXa^to;. Molken. Jede Milch enthält 
in sich mit ihr verbunden die Molken, welche, abgeschieden, zum Por-g 
giren wirksamer werden; sie werden gegeben, wenn man damit eine Au 
Scheidung ohne Schärfe erzielen will, wie bei den GallsUchtigen , Ef 
leptikern, bei Aussatz, Elephantiasis und Ausschlag Über den ganze 
Körper. 

Cap. 77. lUpi ayiiro'i 74>.atxTo;. Geronnene Milch. Je 
Milch gerinnt, wenn sie in einem neuen Topfe gekocht und mit eiuel 
frisch geBcbnittenen Feigenzweige gerOhrt und dann nach zwei- 
dreimaligem Aufkochen auf jede Hemine Milch 1 Becher Sauerhony 
zugt*gOK.son wird; denn auf diese Wei.se scheiden sich die Molken rol 
Käsigen. Es wird aber nötfaig sein, damit beim Sieden die Milch niot 
flberkoche, den Rand des Topfes fortwährend mit einem kalten Schwan 
abzuwischen und einen silbernen Xestes') mit kaltem Wasser bineifl 
zusetzen. Die Molken werden in Zwischenräumen gegen 1 bis 5 Kotylen^ 
getrunken, in den dazwischen liegenden Pausen mögen die Trinkend« 
umhergehen. 

Die frische Milch wirkt aber auch gegen die Aetzung und 
Entzündungen tödtlicher Mittel, wie der Eantharis, der Könne, dos 



II. Buch. Cap. 78. 



177 



Si2uiiand«Ts, der Baprestin, des Arseniks, der Strnucbwinde, des Sturmhuta 
der Zeitlose. Gegen alles dieses hilft am besten die Kuhmilch als 
ififiches Mittel. Als Mundwasser dient sie auch bei Geschwüren im 
liazide. und b«i Mandelentzündungen zum Gurgeln damit. Dagegen be- 
jintigt die Kselsmllch als Mundwasser gebraucht ganz besonders das Zahn- 
itinch und die Zübue; die mit Gc^ichwUrcu verbundenen FlUsse des Bauches 
snl Stahlzvrang stellt die Schaf-, Kuh- und Ziegenmilch, mit Steinchen 
l^ochi. Aber auch als KIjstier wird sie für sich allein und mit Ptisane 
vitr OnLupenschleim angewandt, indem sie ausgezeichnet den beissenden 
Schmerz in den Eingeweiden beschwichtigt. Auch bei Gebärmutier- 
pechwüreii wird sie als Injection gebraucht. 

*) XeatcB ist hier das Maaaagefäsa eelbst. 

Di« Molken aioil die loehr oder weniger klare, gelblichgrüse FlOisigkeit, 
idAc wn der Milch nach Abacheidung von KAae und FaU zurDükbleibi. Sie eub- 
m« den Mtlchzocker und die Näbrsalze nebst Milchfiäure und sind entweder aaaex 
tta ttm. nie Raaren Molken entsteben entweder dadarch, daas beim Stehen der 
iOdmcker sich xum Theil in Milchsäure amaetzl und die Coagnlation herbeifQfart 
Uir darcfa Zasntz von S&uren. Die itLuen Molken erhält man durch Abecheidnag 
sittdAi Lab. 

D. scheidet den Käae auf beide Manieren ab, erstens dorch IlQhren der 
larLeadra Milch mit einem frischen Feigenzweige, welcher Papaln, einen ferment* 
utigca. labäUoIicb wirkenden Stoff entbäU . und dann durch Zuüatic von Oxjmel, 
•ov Mitchung von Honi^ und Essig. Die Anwendung der Molken, namentlich bei 
Efinnkungen der Broslorgane, int auch beute noch beliebt uod die sogen. Molken* 
OL* tlibelbe, wie sie bei J>. beschrieben ist. Ebenso wird noch jetzt die Milch in 
ftvinea F&llen ali erste« Gegenmittel bei Vergiflangen gegeben, iudem sie bei der 
TtriHutag im Magen die schädlichen Substanzen einhüllt, welche dann durch ein 
Bttduaittel entfernt werden. 

Cap. 78. ÜEpl Yuvatxsioo väXaxtoi;. Franenmilch. DieFrauen- 

"''4 ist diö sOsseste und nahrhafteste. Frisch abgesogen heilt sie Magen- 

und Schwindsucht; sie hilft aber auch gegen den Genuss von 

isen. Mit fein gesiossenem Weihrauch gemischt wird sie in die 
dugtö getröpfelt, wenn sie durch Verwunduug blutig gemacht sind. 
Ibnao hilft sie, mit Mekonion uud Wachsaalbe eingerieben, bei Podagra. 
Obne Wirkung aber ist jede Milch bei denen, die an den Nieren, an der 
l«ber, an Schwindel, Epilepsie und Neuralgie leiden, bei Fiebernden und 
upfleidenden, es sei denn^ dass Jemand die geronnene Milch des Ab- 
"ikrens wegen, vne angedeutet ist, gebrauche. Einige sagen auch, dass 

I-h des erstgebärenden Hundes eingerieben das Haar entferne und 
I 'in Gegenmittel gegen tödtlicbe Gifte sei, auch den abgestorbenen 

I 1 auswerfe. 

[he Praoemutlch ist im ganzen Alterthum ein beliebUui Mittel ; die Hippo- 
'■■ wanden ne meiüt &uaaerlicfa an, x. B. bei Eilerfluss aas Nase und Ohren, 
Qd«a, Arzndmlttflllcbra des Dioskortdes. 12 



f 



xn Eiiupritzungen und Waat-huDgen (De morb. IH 2, De murb. qiuI. I 101). PliRio 
XXVin 72 billt die Muttermilch für dio sOsseste nnd dann am wirkeiuDsten , w«ii 
das Kind ahgc^eixt ist. Kr empfiehlt sie in einer ganxen Reih« ron Krankheiten;:! 
als be&onderf) heilsam gilt die Milch einer Frau nach der Geburt eines Koaben. 

Die Frauenmilch steht in ihrer Zasammenaetzung der Kuhmilch am n&chflen. 
Aarh heute noch pBegeu die Hebammen die Aogen der Neugeborenen bei üUitiQu- 
düng mit Mutt«;rmilcb zu waschen. 

Cap. 79. rispft TDpoö VEapoü. Frischer Käse. Der frische,! 
ohne Salz genossene Käse ist nahrhaft, dem Magen bekümmlicli, leicht 
assimilirbar, fieiächbildend und den Bauch massig erweichend. Der eini 
hat aber Vorzug vor dem anderen je nach der Natur der Milch, aui 
welcher er gemacht ist. Gekocht und gepresst, dapn gebraten, erhält 
die Eigenschaft, den Durchfall zu stellen, hilft auch als Umschlag bei Eut 
Zündungen und Sugillationen unter den Äugen. Der frisch gesalzene ist, 
genossen, weniger nährend, zur Verminderung des Fleisches (Körper- 
gewichts) geeignet, schlecht für den Magen, Bauch und Eingeweide be* 
lätitigend. Der ältere aber stellt den Durchfall. Das Eäsewasaer davoB 
(die Molken) ist die beste Nahrung für Hunde. 

Cap. 80. Ilsfjl '[icitäxr^c. Hippake. Die sogen. Hippake 
Pferdekäse, von widrigem Geruch, sehr nahrhaft und steht dem Kuhk&s»! 
gleich. Einige haben auch das Pferdelab als Hippake bezeichnet. 

Hippake ist der von den Skythen aus Pferdemilch gemachte Käse. Die 
kratiker (De a^re, aquis et loc.) ueaneu ihn tofh^ tnntuv), beschreiben seine Deiciti 
und wenden ihn an. 



Cap. 81. llspl BootDpou xczl t-tJc ^i aüro'j Äi^vboc. Büttel 
und der aus ihr bereitete Kuss. Schöne Butter wird aus der fettesten 
Milch bereitet, eine solche ist die Schafmilch. Sie wird aber auch aui 
Ziegenmilch gemacht, indem die Milch in Gefassen geschüttelt wird, wobei' 
das Fett sich abscheidet Sie besitzt erweichende, ölartige Kraft, des- 
halb löst sie, im Uebermass genossen, den Bauch und wird in Ermnn^ 
lung von Oel gegen die tödtlichen Gifte gebraucht Mit Honig gemisct 
und eingestrichen hilft sie beim Zahnen, gegen Jucken des Zahnfieische 
bei den Einderu und gegen Mundausschlag (Soor), Acusscrlich aber ein4 
gerieben macht sie wohl genährt und hält den Körper frei von weisse^ 
Bläschen. Sie wirkt auch, wenn sie weder schlecht riecht noch alt \»^ 
gegen Entzflndungen und Verhärtungen der Gebärmutter, als Klystia 
gegen Dysenterie und Geschwüre im Kolon. Mit Nutzen wird sie auct 
den eitermachen den Mitteln zugemischt, vorzüglich bei den Wunden dei; 
Sehnen, der Gehirnhaut, der Blase und des Halses. Sie fUUt auch iwU 
aus, reinigt und bildet Fleisch und hilft, aufgelegt, den von der Avpi 



IL Bach. Cap. 82. 



179 



5cMange Gebissenen. Frisch wird sie auch statt des Gels den GentOfien 
ssd sUtt des Fett«^s dum Backwerk zugesetzt. 

Elf wird auch Russ aus der Butter gesammelt auf folgende Weise: 
9ie««e die Butter auf eine neue Lampe, zQnde sie an und decke darüber 
«aeu irdenen Topf, der nach oben röhrenartig enger ist, der aber 
Buteti am Boden Löcher hat wie die Brodforiuen und his» rerbrennen. 
Wenn aber die erste Butter verbraucht ist, giesse andere zu und thue 
öi^elbe, bis du Buss gebrannt hast in der Menge, soviel du willst; dann 
b>tze ihn mit einer Feder ab und gebrauche ihn. Bei den Äugenmitteln 
ht er die Kraft, auszutrocknen und zu adstringiren. Er stellt die Flusse 
and bringt Geschwüre rasch zur Vemarbung. 

Die Butter int ein Produot der Skythen, von deoen die Griechen sie bezogen. 
Her m]>poknilüche Scbriflsteller (De morb. mul. I 111) sagt: Sie schatten die Pferde- 
BLÜch in hölzerne GeflUae and schUtLeln; dabei Kcbeidet steh daa DarchgerQfarte und 
fas Fett nennen sie Butter. Plinias XXVlll 133 sagt, die Butter sei bei den Bar- 
ku«a nur die Speise der Vomehuien gewesen, sie werde uieiat aus Kubmilch — er 
Ititct desvei^'n den Namen Dutter auch von ße&(, die Kuh, ab — , die fetteste aber 
Hl Schafmilch gemacht. .Die Milch wird in oben engen GeßUsen geschüttelt, die 
Sottinnilch abgenommen und mit Sulz versetzt, das üebrige in Topfen erhitzt; 
IM dann obenauf «cbwinimt als Üet, iH die Butter. Je stilrker sie schmeckt, desto 
ktm ist sie. Zu vielen Arznei mischungen wird alt? Butter genommen.* XI 239 
nul er die Butter einen dicken Milchschaum von 9lartiger Beschaffenheit, welche 
Ha Kiareiben der Kinder dient. 

Ctu reine Knhbntterfctt besteht etwa zu */i a aus den Glyceridcn der 
Siisrinslure, Palmitinsäure undOelsüure, und zu 'ioaus den Glyce« 
'>4«a der Buttersäore, CapronsiLure, CaprjUäurei CiprtnsSure, 
t>i«rin«nure, Mjristinsäu ra und A rachins&ur«. Du ^ec. Gewicht boi 15* 
**IOJ>275~0,9I3, sie «chmilzt bei 31—85*, doch treten hier je nach der Fütterung 
'^ Thiere und nach der Jahreszeit der Berstellung Schwankungen auf. 

Als SalbengmQd]a};e. besonders fQr Augensalben, hat sich die Butter (Butymm 
*MQdBmi) bis in die Neuzeit erhalten. 

Cap. 82. lief»'. 'Kf>L(av. Wolle. Die beste schmutzige Wolle ist 
^8. welche weich ist, vom Halse und von den Schenkeln genommen ist. 
4(it E»sig und Gel oder Wein befeuchtet ist sie gleich anfangs bei 
Kunden angezeigt, bei Quetschungen, Abschürfungen, blutunterlaufenen 
StiDen und KnochenbrUchen; denn sie saugt die Feuchtigkeit auf und er- 
■*(icht durch das WoUfett. Wirksam ist sie auch bei Kopf leiden, bei 

Sd&nerzen des Magens und jeder anderen Stelle, wenn sie mit Essig und 

Wnöl aufgelegt wird. 

irt <lie Vorliluferin unserer jeUt in der Chirurgie im weitesten 

^. lieben hjdrophilen Watte, wodurch die Cbarpie, gezupftes altea 

«»■«. die Trftgerin zahlreicher Bakterien, verdrängt wurde. 

Schon bei den Dippokratikem war die schweiiififeuchte, friM-h abgeschnittene 
•■•'»iJle, iipm choso&vT«, zu UrnKbllLgen und zum Verbände der Wunden ein be« 






licbtes, vielfach angewandte« HUteL Plinius XXIX 37 rühmt besonders die rohe ode 
reine Wolle de» Schwänze«!. D. lästt »in vom IlaUe und den Schenkeln nehmen. *rr 
muthlich weil durch die Bewegungen den Kopfes und der Beine sich dort der meiat« 
SobweiMR, das Oeüjpom, absondert. 

Cap. 83. nspi *EpJ(ov x«y.5('jp,ivwv. Gebrannte Wolle, 
gebrannte Wolle hat die Kraft, Wunden zu verharschen, Fleisch wuche-^ 
rungen zurückzuhalten und Geschwüre zu vernarben. Gereinigt und ge- 
zupft wird sie in einem neuen Topfe gebrunut wie die anderen Sub 
ätonzen. Auf dieselbe Weise werden auch die Schalen ^) der Mee; 
Purpurechnecke gebrannt. Kinige zupfen auch die Wolle sammt d 
Schmutze, befeuchten sie mit Honig und brennen sie geradeso. And 
ordnen in einem weiten irdenen Kruge feine Spiettse in Abständen von 
einander au, legen darauf trockene Fichten Splitter und Qber diese die ge- 
zupfte und mit Oel so befeuchtete Wolle, dass dieses uicht abtrOpfel 
wieder legen sie Holzspäbne und Wolle wechselweise und machen ml 
den Spähnen von unten an ein gelindes Feuer; die Äsche neiunen si 
weg, und wenn etwas Fett oder Harz aus den Fichtenspähnen ausfliesst, 
80 wird es zusnmmeu mit fortgenommen und aufbewahrt. Zu den Angen* 
mittein wird sie in einem irdenen Kruge gewaschen, indem Wasser d. 
gegossen und mit den Händen kräftig gerührt wird, nach dem Absetzei 
das Wasser abgegossen, anderes zugegeben und wieder durchgerührt wird 
dieses wird fortgesetzt, bis dasselbe auf die Zunge gebracht nicht beisst, 
aber etwas zusammenzieht. 

') xpoxüäi;, eigeuttich Wollflocken, auch Stücke vom Kleide, sind hier woh 
die stacheligen Schalen wUlate. 

Durch das wiederholte Waschoo mit Wasaer soll die Pottasche bis auf < 
l«txten Spuron entfernt werden. 

Cap. 84. rispl 0*.^*J"0"J Wollfett. Oisypos nennt man 
Fett aus seh woiäs ig- schmutziger Wolle. Du solljit e.«i auf folgende Wei 
herstellen: Nimm weiche s chmutzig -seh wc issige Wolle und wasche su 
ohne Verwendung von Seifenkraut mit heissem Wasser, und presse sämmta 
liclien Schmutz aus. Diesen gib in ein weites Becken nnd giesse Wasafl 
(Uku, scliöpfe es mit einer Kelle zurück untvr kräftigem DurcbrQ 
bis es schüuint, oder rOhre mit einem Holzspatel tüchtig, bis sich r'm 
Schmutz und Schaum gesammelt hat. dann besprenge ihn mit Seev 
und wenn das obenaufscbwimmende Fett sich gestellt hat, so nimm 
in «in anderes irdenes Qofoss auf, giesse Wasser in das Becken, tüh 
wiederum und besprenge mit Meerwasscr den Schaum und nimm ihn 
heraus; und dieses tliue, bis nach Entfernung dos Fettes kein '^ ' : ni 
mehr cnUt«ht. Den nuu geaammeltcn Oiü^pos knete mit den 
und entferne, wenn er etwa Unreintgkeit enthalten sollte, dieto »ofo 



n. Buch. Cap. 84. 



181 



da das ervte Wasser ausdrückst, anderes liinzugiessest und mit den 

knetest, bis er an die Zunge gebracht nicht beisst, aber möMsig 

ingtrt, fett und rein und weiss erscheint*). Sodann gib Uin zum Auf- 

ifwahren in einen irdenen Topf. A\\es über muss bei Sonnenhitze ge- 

«hthen. Einige aber seihen das Fett durch und waschen es in kaltem 

Wasser, wobei sie es mit den Händen reiben wie die Frauen die Pomade, 

tti solcheia wird weisser. Noch Andere wnschen die Wolle und pressen 

im Behmutx ab, kochen dann mit Wasser iu einem Kessel tlber gelindem 

F«uer, nehmen da.s obenaufstehende Fett ab und waschen es mit Wasser, 

vie angegeben ist. Auch seihen sie es durch in ein flaches irdenes Qe- 

irfairr, welches heisses Wasser enthält, verscbliessen es ringsum mit einem 

Ueckel aus losem Leinen') und setzen es in die Sonne, bis es hinreichend 

ttitLÜatent und weiss geworden ist. Einige nehmen nach zwei Tagen 

iu erste Wasser weg und giessen anderes zu. Der bes.sere ist der ohne 

Snfenwurzel erhaltene, geschmeidige, welcher den Qerucli nach schweissiger 

Wirfle hat, mit kaltem Wasser in einer Muschel verrieben, weiss wird 

tiad in üich nichts Hartes oder Festes entliält, wie der mit Wachssalbe 

oder Talg verfälschte. Er hat die Kraft, zu erwärmen, GeschwQre aus- 

rafQllen und zu erweichen, besonders am After und an der Gebärmutter 

' ""[eiDklee und Butter. In Wolle (als Zäpfchenl eingeführt treibt er 

rlrabryo aus und befördert die Menstruation; mit Gänsefett hilft er 

bei Geschworen in den Ohren und an der Scham. Femer wirkt er bei 

abgefressenen und krätzigen Augenwinkeln , auch bei verhärteten und 

•dicken Augenhdern« welche die Ilaare verheren. Gebrannt wird er iu 

«aiera neuen irdenen Gefässe, bis er zu Asche geworden ist und die 

Fettigkeit verloren hat. Es wird aber auch Russ daraus gesammelt, wie 

vir angegeben haben, welcher xu Augenmittcln sich eignet. 

M Di^ae Hontirung ist das bei der Berettan^ einiger Pflaster (Kmpl. Fltunbi 
*ai[d.. Kmpl. Ceninae) nöthige Malaxiren, wodurch nicht allein die fremden wasser- 
HfiAui Sabaianzen entferot werden . sondern die Pflaster auch eine hellere Farbe 
•UUo. 

D. aetint dat Wollfett b oIsoroc- Flinius achreibt Oesypum. Als Maaculinum 

i^Uitüfn e* auch die spateren Griechen, OribaaiOfi, Aütio« (oToao«»?), Paulus von 

l*vbj. NilcotauK Myre|i>'twi (Ü'sotuxo^); die iiiilt«'lalttirlichen Schrifl^ieller bcUandeln 

b> Wort theil« als Mattcalinom. theila als Femininum, oft mit dem Zusätze humida. 

•'' ^ nber bähen nämlich, wie Meyer (Gesch. d. Boot. III S. 379) tagt, aus zwei 

-hifcheu «ehr verschiedenen Wörtern, aas oTooro^ und öasittso? (Hjrsop) ein 

Wort Züta gemacht, unterscheiden beide aber durch einen adjectiriachen 

Zaft jabii. das trockene Kraut, and ZQ(& rathaba. dm feuchte Wollfett. i3ei 

heint et: Ysopu?. qnae regetator acut Origannm und Ysopus humida, qoae 

t rMiMt KM^Hbua fit. Durch die arabischen Autoren iüt die Beseicluiuuf; Hyssopus 

^nidas toad humida im Mittelalter gebräuchlich geworden, von ihnen kam sie za 

4»o chxiftliehen SchriftKtelleni zm-Qck. Dieite ßeceichnung hielt eich bis xum IQ. Jnhr- 

^oadcTt is den veniLhiedeoeu Anneibüchern als Nehenbezeiclinung fUr Oesypom. 



dr.) 

1 



Man kann Husemann (Zur Vorgesch. d. Lanolins. Juniiä 1896 u. 1307 ä«para1abdr,) 
Qbrigens nur beipflichten, wenn er die lateim'iche Form Oe-tTpum berorzug't, wi 
vir unsere fUr die Recepte bestimmten Benennungen der ofBciuellcn Drogen ni< 
aus dem Griechischen, aoadem aus dem Lateiniichen nehmen, und da faeisst 
Oetyi^om. 

Die grCsste Beachtung verdient die BereitungsweiM des Wollfettes; wem die 
Urheberecbafl derselben zufällt, ist nicht bestimmt, das aber steht fest, das» D. und 
Pliniua aus derselben Quelle gci^chöpfL Imben. FliniuA, welcher XII 74 auch das 
Ladanum Oesjrpum nennt, gibt an (XXIX 35), dau mehrere Verfahren existirt^n, 
als das beste beschreibt er da^enige, welchem D. an dritter Stelle anfuhrt, er weicht 
nur insofern davon ab, dass er das Seewasser, welches P. wohl tur besseren Ab- 
scheidung zusetzt, ausser Acht Iftsst, dase er da« gewonnene Fett in Lein- 
tücher einschlagen und bis zum Weisswerdeo der Sonne ausMCtuen li&ast, da»s 
er bei der Pnil'ung das Oeaypum in der Hand mit Waäser rerreibän> llsst, wöbet 
es weiss wie Bleiweiss werdon soll, und dass er dasselbe In Zinngef&tsen auf- 
bewahren lässt. Plinius scheint betreffs der Verreibnng in der Hand wieder eine 
kleine Verwecbnelung unterlaufen zu S4^in, ebenso bei dem Kinschlngen des Wo| 
feLt«s in Leinen. Auch Husemann übersetzt die Stelle*): Ktvü t« f'äutt ntpinuttiäsa^ 
Tid'iaaiv 3v -fiXli^ mit «hüllen sto es in einen Leinenlappen ein und setzen es in 
Sonne', während doch niptncufuiCtiw rings hemm mit einem Deckel zudecken het 
Auch würde ja das Fett an der Sonne schmelzen und durch das Leinen auslauft 
während es auf dem \Viu<ser schwimmend unter dem Kinftusse des abgedtlmp: 
Sonnenlichtes bleichen kann. 

Weitere Vorschriften geben spätere griechische Autoren, Aötios von Aniii 
(6. Jahrh.), Paulus von Aegina (7. Jahrb.), Nikolaus Myrcpsoa (13. Jahrb.), sie C4i 
biniren meist die Verfiihren des T>. und Flinius; als Verfälschung wird Teig, CüfiV], 
angegeben. Serapion der Jüngere (geat. 10501 fDe aimpl. 452) folgt dem D., verwirft 
aber die Verwendung der Seifenwurzel nicht, ebenso der Verfasser des Liber Servitoris, 
Abulkaais (V), nur lugt er grösseres Gewicht auf einen guten Geruch des PrlLparatd. 
Mesue der Jüngere igeai. lOlÖ) vereinfachte in seinem Oi-uhhtidin das Verfab 
wodurch er die Herstellung des Wollfettes den Händen der Hirten und Selber 
entziehen suchte: Die Wolle wird mit hinreichendem Wasser acht Stunden mac«n: 
dann aufgekocht, die Colatur unt^r stetem Umrühren in einem Zinnke&sel bis 
Honigconsistenz eingekocht. Als Verfälschung gibt er eine Mischung von Wi 
Talg und Od an. Diese Vorschrift hat bei Aerzten und Apothekern bis ins s^ 
Mittellliter Aufnahme gefunden, sie fehlt aber in den Näheren Ancneibnchem der 
Salernitaner. 

Valeriua Cordus erst grab die Vorschrift des D. wieder aus, welche danadi 
in der Pharmacopoen medico-cbjmica des Frankfurter 8tadtarztes Job. Schröder 
0641). in der rharmacop.Miiiipl. et coniiKis. bipartitji des Herforder Arztes Th. Co rbej n 
erschien, ebenso in dar Wiener Pbunnacopoea Augusiona reformata, sie schreil 
Lana ovium defatigatarum vor, um durch vorheriges Abhetzen der Tbiere den Schwi 
und damit die Ausbeute zu vermehren. 

Das Oesjpum bildete schon zur Zeit des D. und Ptinius einen bedeutendes' 
Handelsartikel, nicht nur als Arzneimittel, sondern aucb ala Kosmeticum — 
attische galt als da» be*itc — , daher die VerlUlschnngcn und die von den Utei 
Autoren in den Quid-pro-quo- Listen gebilligten Lfmitzmittel , nJlralich Hincb- 
Kalbsmark: ja AÖtios und Paulus gaben schon Vorschriften cu unächtem Oesfpi 
wenn das üchte nicht zu besehalTcD war: Feuchte Wolle von den Achseln der 
herba Hysopi und Meliloü und Kardamom werden drei Tage mit Wasser bciw. 



der • 

JQU 

I 




il. Buch. Cap. 85. 



183 



> mamrirL diu ColiLtar wird uuf den dritten Theil eingelcocbt und mit Kolty- 
ptfuium. Wachs, Fichleiiharz und süssem Oel zu einer Salbt.' (Emplastrum) ^kocht. 
Die Wiedereinführung dfr P. 'sehen Vonwbrift diirc-h Cordas war fllr die 
IpoCiiekrr wej^rn ibrur UnistuntlliolikeiL »ehr verdri^'ssUcb. so dasa Dr, J. Zwelfer. 
Hher Klbat Apotheker (1652), tbeiln dif!!ierbaib. tlieiU weil andere Kette dieselben 
&Karte leixteten wie .der als HundelsartikeJ ausgebeutete fibelriechende und acbmutzii^ 
IbencliweiM', befti^r gepen die Verwendunf; dea Wollfettes eiferte. Seit dem Anfange 
In 1^ Jahrb. Tfnchwindt^t dai Wollfett &m den meisten Pharmakopoen offieinell, 
m Aaigfien hielt es steh iu Spanien uad Fntnkreich, wo e« viel fahricirt wurde, im 
Ma roedicam. von 1758 wird es noch üU rOeBijfe unter den tSimplicibua auf- 
iffthrl. 

Knt in neuerer Xeit ist das Oecrpnm durch Liebreich als Lanolin und als 
Adepi Una«. Alapurin, wieder xu Ehren gekommen und zwar als rorzüglichc 
üftlibcnffnxndlagu. Heute wird demselben Wasser atii; pbarmakotuktischen GrQnden zu- 
|*rtii, die Alten thaten dawelbe nur zur Prüfung, um die Identität nachzuweiacn 
■i^l- Hafcmann a. a. 0.'|. 

Dos LsBoUn ist eine salbenartige, gelbliche, fast geruchlose neutrale Hanse, 
Klebe hei 40* Bchmjlzt und lioh dabei in eine wäjKserige und eine Fettacbicht trennt. 
E> bcktcfat ans den Fetts&urelLthern des Choleflterins und IsochoIeBterini, 
itaa 2b*i* Waacr zugemiscbt werden. Dargestellt wird es in den Wollwä&chereteD 
ul Wdlktminereien aus dem rohen Wollfette (Oesjrpum) nach patentirten Ter- 
hkim. 

Cop. 8ö. Ilepi IlttOac Lab. Das flasenlab im Gewicht ron 
-i* Obolen mit Wein hilft gegen den Bisa giftiger Thiere, bei Kolik, 
hjttuierie^ Fluss der Frauen, gegen geronnenes Blut und Auswerfen des- 
selben aus der Brust. Mit Butler im Zäpfchen nach der Menstruation ') 
■b die Gebärmutter gelegt bewirkt es Empfüngniss. Getrunken aber 
tödtet t& den Embryo und nach der Menstruation bewirkt es Unfrucht- 
beteit. Das Pferdelab aber, ron Einigen Hippake genannt, iat ein 
Sptcificam bei Magenleiden und Dysenterie. Das vom Böckcheu, vom 
I41BD, Tom Uirscbkalb, von der Gazelle*) und dem Damwild*), vom 
£<h*) und Hirsch, vom Kalbe^) imd Bubalos'^) hat dieselbe Kraft^ ist 
*Kh mit Wein genommen gegen den Genuss von Sturmhut, mit Essig 
0*901 geronnene Milch wirksam. Das vom Hirschkalb ganz besonders 
Vfwnkt, nacli der Menstruation als Zäpfchen drei Tage eingelegt, Un- 
itbarkeit. Das vom Seehund gleicht in der Wirkung dem Bibergeil; 
acheint aber genossen ein vorzügliches Mittel bei Epilepsie und Ge- 
wnutterkrämpfen zu sein. Die Probe, ob es vom Seehund stamme, 
»ird Bo gemacht: Nimm das Lab ii^end eines Thieres, am besten de« 
Unimea, giesse Wasser zu, lass kurze Zeit stehen und giesse hiernach 
£« Haoeration zu dem Seehundslab; das ächte wird nämlich sofort im 
VwMT zergehen, was ein solches aber nicht ist, wird unvei^ndert bleiben. 
81 irird aber aus di^ni Seehunde das Lab genommen, wenn die Jungen 
nicht miUchwimmcn können. Insgemein verbindet das Lab das. 
gelOst ist, löst aber das Verdichtete. 



*) Lacuna fOgt zn: xal ji'.xpov tt Kfb rfjc o'JvoDoiac, Van vor den Beisc! 
■) 2«pxä^ Atttilope Dorcmt Licht., von ^fpitofia:, blicken, aUgdeitct, we^cn der 8chö; 
Augen der Gazelle. ') jtXaToxipi.i; , Daina vulgaris Brookca, vom breiteü üew 
*) Jöpnoc wird für fVmw Capreitlm I>. genommeo. 'j jiÄoyo? irt ein DnbNtiro 
Thier, auf fctinen Fall Monchun moinrhiftrun ; niich Analogien ist ea mit Kalb Ol 
3«txt. ") Babaln», eine afrikanische ifirachart. PlininsVIII 88 sagt^ d&it Thier h 
Aehnlichkeit mit einem Kalb oder einem jungeu Hirsche, vom unkundigen Vi 
verde es auch BQflel genannt. 

Lab, Coagalum, ist ein Knzym im Mngenüafte der b'äu^elhiere. welche» 
gr&fster Menge im vierten Ma^en, dem Labmagen, noch i^aii^ender Thiere, beaou 
der Kälber «oh findet. Doa Lab hat die Eigenschaft, bei 25— 50*" aua der Milch 
CaseTn auszuscheiden, dient daher zur Büreitnng der sUscen Molken. Zu di(«em 
huf stellt man eine Labessenx her durch Maceration des zerschnittenen Lab: 
mit einer Mischung von 5 Theileu Wasser und I Theil Weingeist, dem etwa* Kocl 
salz und Bontilure zugesetzt sind (Liquor aeriparoa). Auch ein Labpulver (Pulvis seri- 
parufl) und Labextract benutzt man sa demselben Zwecke. AU Lab bezeicJinet man 
aber auch die erste Muttermilch der SSugvthiere, das Colostram. 



I 



Cap. 86. Ilspt Sr^aToc- Fett. Das frische Fett von Gäo; 
oder Htlhnern, ohne Salz aufbewahrt, ist bei Gebärmutterteiden ein gu 
Mittel, dns gesalzene aber und wa« mit der Zeit scharfen Geschmack an- 
genommen hat, ist der Gebfirmutter schädlich. Nimm von diesen das 
frische, hüute es ab und gib es in einen neuen irdenen Topf, welcher 
doppelt so viel davon, oder von so viel, als geläutert werden soll, fasst«. 
Dann setze den vorsichtig bedeckten Topf in die glühendste Sonne iqfl 
seihe das uustreschiuolzeue in einen anderen irdenen Topf, bis Alles er- 
schöpft ist. Bringe es aber an einen kühlen Ort und gebrauche es. Einige 
stellen auch den Topf st;att in die Sonne auf heisses Wasser oder gelindfl 
schwaches Kohlenfeuer. Ks gibt auch noch eine andere Art des Lauterns,' 
nämlich diese: Nach Entfernung der Häute wird das Fett fein zerkleinert, 
in dt'U Topf gegeben und geschmolzen, indem etwas fein geriebenes Salz 
darüber gestreut wird; dann wird es durch ein Leintuch colirt und weg- 
gesetzt. Dieses eignet sich zu stärkenden Salben. 



I 



Cap. 87. [Isfl oT^aTo; osCou xal äpx££ot>. Schweine- ni 
Bären fett. Das Schweine- und Bärenfett wird so hehandelt: Gib dus^ 
frische und sehr fette, ein solches ist das von den Nieren, nach Ent- 
fernung der Häute in reichliches, möglichst kaltes Regenwasser und r«iba> 
es mit den Händen tüchtig, indem du dasselbe gleichsam abwische 
Nachdem du es dann mit anderem Wasser Öfter abgespöU ha.st, gib 
in einen irdenen Topf, welcher das Doppelte fasst, giesse Wasser hin] 
bis es über dem Fette steht, setze es Über gelindes Kolilenfeuer und rUhr« 
mit einem Spatel um. Wenn es geschmolzen ist, colire es durch 
Seihetuch in kaltes Wasser und lass erkalten. Vorsichtig ausg 
gib es wieder in den vorher ausgewaschenen Topf zurtlck, gie^ssc Wi 



"eiba» 

^1 




U. Bucfa. Cap. 90. 



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n anJ liiss langHusn schroelzen, und, wenn du es abgenomiuen hast (vom 
f»cir). Uss die CnreinigkeiteD sich kurze Zeit absetzen und giesse ea in 
m mit einem Schwamm befeuchtetes Becken. Wenn es eratarrt ist, 
üam toi heraus uud, nnchdem du den Bodensatz entfernt hast, bringe 
M io «in Geschirr und schmelze es zum dritten Male ohne Wasser, giesse 
B dann in einen irdeneu Topf, verscbliesse ihn und stelle ihn an einen 
blUin Oit 

C»p. 88. Hspi OT^ato; x^a-iiion xctl ;ipoßaT6toi> xal feXa- 
j»too. Ziegenbock-, Schaf- und Uirschfett. Das Ziegenbock- 
■d Schaffett, auch das des Hirsches wird so geläutert: Nimm da« 
fett eine« der genannten Thiere und wasche es ab. Nachdem du, wie 
Wim Schweinefett angegeben ist, die Häute entfernt hast» gib es in ein 
Becken zum HÜnweichen und reibe es, indem du nach und nach Wasser 
lugibst, bis weder Bhitraasse sich absondert, noch Fett obenaufschwimmt, 
fouBi aber glänzend erscheint. Die Masse selbst aber gib in einen irdeneu 
fofi und, nachdem du Wasser bis zum Ueberstehen zugegossen hast. 
etu ihn auf gelindes Kohlenfeuer und rtlhre um. Wenn Alles ge- 
«Imolzen ist. giesse dasselbe in Wasser und kühle es ab, wasche den 
Tupf aus und schmelze es zum anderen Mal und mache es so, wie frUher 
ngvgeben ist Zum dritten Mal schmelze aber oline Wasser, fülle es in 
(ioen angefeuchteten Topf und bewahre es kühl auf, wie beim Schweine- 
gesagt ist. 



r 



Cap. 89. nEjil oTJaroc ßoEio'j. Rinderfeit. Auch das Rinder- 
!< das Ton den Nieren, ist von den Häuten zu befreien und mit Meer- 
viucr mitten aus dem Meere zu waschen. Dann muss es in einen Trog 
gcvorfen und unter Benetzen mit Meerwasser sorgfältig zerhackt werden. 
Wenn Alles zerkleinert ist, wird es in einen irdenen Topf gegeben und 
Meerwasser zugegossen , so rlel , dass es nicht weniger als eine Spanne 
^ber steht, und gekocht, bis es den eigen tbUmlichen Geruch verloren 
kit. Dann wird tyrrhenische.s Wachs zugesetzt, auf 1 attische Mine 
i Drachmen, und colirt. Kntfcme die auf dem Grunde abgesetzte Ün- 
Kiaigkoit und giesse es in einen neuen Topf. Dann muss es, rings 
^ntm zugedeckt, den Tag über in die Sonne gestellt werden, damit es 
kau werde und den Üblen Geruch abgebe. 

Cap. 90. llspl orsaroc raopeio'j, ffapoaXsioo xod XsovteEoo. 

Stier-, Panther- und Löwenfett. Das Stierfett wird auf folgend© 

irt geläutert: Nimm frisches und von den Nieren, wasche es mit Fluss- 

' imd, nachdem du die Häute entfernt hast, gib es in einen irdenen 

"tndem du etwas Salz darüber streuest, und schmelze es. Dann colire 

es in giuiz klares Wasser, und wenn es zu erstarren beginnt, zerdrücke es 



wieder mit den Uänden uud wasche es tüchfcig, indem du dna Wasser weg- 
schüttest und anderes wieder zugicsscst, bis es schön gewaschen ist. Bringe 
es wieder in den Topf und koche es mit gleichviel gewOrztem Wein. 
Wenn es zweimal aufgekocht hat, nimm den Topf vom Feuer und las& 
das Fett eine Nacht dort stehen. Am folgenden Tage, wenn etwas von 
schlechten Geruch zurückgeblieben sein sollte, bringe das vorgenannte i^ 
einen anderen neuen Topf, giesse gewflrzteu Wein dazu und mache 
gerade so, wie vorher angegeben ist, bis es allen schlechten GerucJi 
verloren hat. Es wird auch ohne Salz geschmolzen fdr solche Fälle, ii^rf 
denen es welche verabscheuen. Das so dargestellte wird allerdings nich^^ 
sehr weiss. Ganz auf dieselbe Weise wird das Panther- und Löwenfett, 
das Tom Wildschwein, Rameel und Pferde und anderes dergleiche 
bereitet. 



asa, 

I 



bejri 



end^ 



Cap. 91. IIüic TÖ OTsap apu(Lact(37^ov. Wie das Fett ge* 
würzt wird. Das Kalb- und Stierfett, ebenso das vom Hirsch und das 
Mark dieses Thieres wird auf folgende Weise gewürzt: Was wohlriechen 
werden soll, befreie von den Häuten und wasche es, wie wir früher ge 
sagt haben, und schmelze es mit gewürztem Wein ohne Heerwasser. 
Dann setze es üb und la.SH es die Nacht über stehen, gi^se anderen 
Wein derselben Sorte darüber, diesen in solcher Menge, wie er zuvor 
zugegeben war, schmelze es, und nimm fleissig den Unrath ab, dann füge 
auf 9 Kotyleu Fett 7 Drachmen arabischen Schoinos zu. Wenn du es 
aber noch wohlriechender machen willst, so gib 40 Drachmen der BlUtbe 
hinzu und weiter Palme, Eassia und Kalmus von jedem gleichviel, 
Drachmen t Aspalatbus und Baisaroholz von jedem 1 Dmchme, mische 
auch Zimmt, Kardamom uud Narde hinzu, von jedem 1 Unze. Alles sei 
aber ziemlich grob zerkleinert. Dann giesse gewürzten Wein zu und 
stelle den zugedeckten Topf auf Kohlen, lass dreimal aufkochen, nimm 
es dann vom Feuer, und lass es die Nacht über stehen. Am folgenden 
Tage giesse den Wein ab und anderen von derselben Sorte zu und lass 
bis dreimal in Ähnlicher Weise kochen, und setze ab, anderen Morgens 
aber nimm das Fett heraus und giesse den Wein aus. Nachdem du den 
Kessel ausgewaschen uud vom Bodensätze gereinigt hast, schmelze es, 
seihe es durch und setze es dann zum Gebrauche weg. Aber auch d>fe i 
geläuterte wird auf dieselbe Weise gewürzt. Die oben genannten Fett^f 
werden vorher verdichtet, damit sie die Kraft der Gewürze leichter auf- 
nehmen, und zwar auf folgende Art: Nimm eins von diesen (FettenL 
welches du willst, koche es mit Wein, nachdem du zugleich einen Myrtti 
zweig, Quendel und Cvpemgraß, auch Aspalathos, ziemlich grob 
kleinert, zugesetzt hast. Kinige begnügen sich nueh mit der Verwendai 
von einer dieser Subatanzen. Wenn es aum dritten M;U. gekocht hat,. 



IL Buch. C»pr 



tf Toraichtig heraus, colire es durch Leinen und würze es dann, wie ge- 
jagt ut. Aber aucli so verdichte die Fette vorher: Nachdem du dae- 
wvlches von ihnen du wiUat, friach und frei von Blut, und mit 
Köderen oft erwähnten Kigeuschaften , zerkleinert hast, wirf es in 
eaen neuen Kessel, giesse alten gewürzten Weiäswein dazu, dass er acht 
fnger breit darüber steht, und hias unter Anwendung von gehndeni 
Pffosr zusammenkuchen, bis es den ihm von Katur anhaftenden Geruch 
TcHorrn hat und mehr nach Wein riecht. Dann setze den Kessel ab 
Bad Usa erkalten, und nimm 2 Minen Fett heraus, wirf sie in eine 
Schale, gib vom selben Wein 4 Kotylen zu und von zerkleinerter Frucht 
itn Lotosbaumes^J, dessen Holz die Flöt«nfabrikanten gebrauchen, 4 Minen 
nd koche über gelindem Feuer unter beständigem UnorUhren. Wenn es 
aQen Fettgeruch verloren hat, colire dasselbe und lass erkalten. Nimm 
ferner I Mine zerkleinerten Aspalathos und 4 Minen MajoranblULhe, mische 
n« mit altem Wein und tass eine Nacht au.^ziehen. Am folgenden Tage 
gime dieses und auch das Fett in einen neuen, 'S Chous fassenden 
irfcnen Topf, gib überdies noch V* Chous Wein hinzu und lass Alles 
niunmen kochen. Wenn das Fett von allen den Verdichtungsmitteln 
&e Kraft und den Geruch aufgenommen hat, so nimm dasselbe heraus, 
toUre. lass erstarren und bewahre es auf. Wenn du es aber noch wohl- 
tttdiender machen willst, so mische 8 Drachmen fettester Myrrhe, welche 
Bit viele Jahre altem Weine gestanden hat, hinzu. 

Da« Hühner- und Gänsefett mag auf diese Weise gewürzt werden: 
Sinn 4 Kotylen geläutertes Fett irgend eines derselben, gib es in einen 
irieoMi Topf und mische zu Erysiskeptron') und Balsamhulz, auch die 
Sf%tbe der Palme und Kalmus, grob zerkleinert, von jedem 12 Drachmen, 
gtttM hinzu 1 Becher alten lesbischen Wein, setze es auf Kohlenfeuer 
ni Usa dreimal aufkochen. Nimm dann den Topf vom Feuer und lasa 
dm Inhalt einen Tag und eine Nacht hindurch erkalten. Am folgenden 
Tige schmelze dasselbe und seihe es durch ein reines Leintuch in einen 
Ri&en Topf. Wenn es aber erstarrt ist, nimm mit einer Muschel das 
•kvgenannte heraus und gib es in einen neuen irdenen Topf, versieh 
Um m^ einem Deckel und setze ihn wohlbedeckt an einen kühlen Ort. 
^oee aber muss im Winter geschehen, denn im Sommer erstarrt es 
^äit Einige aber setzen zur Gonsistenz und Erstarrung derselben ein 
*«iig tyrrhenisches Wachs zu. Auf dieselbe Weise wird das Schweine- 
^ B&reufett und Achnliches gewürzt. 

'I OltU cuMtralU I... Zürg^elbaum. *) Synonym mit Aspalathos und Eypetroa. 

Gap. 92. Düi; oa [j. ){>(>/ iCet Ol'. t6 aziap. Wie das Fett mit 
I Vtjorftn gewürzt wird. Das Fett wird auf diese Weise mit Majoran 
! I^rtni: Nimm schon geläutertes Fett, am liebsten soll es Stierfett sein, 



1 Mine und mische es mit l>/i Minen reifen, sorgfältig gestosseneoj 
Majorans, bosprengo es reichlich mit Wein und forme KQchelchen daraus^ 
lege siß in einen Topf, verscbliesse ihn und lass eine Nacht fttehen. I 
Früh Morgens wirf sie in einen irdenen Topf, giesse Wasser dazu und 
koche gelinde. Wenn das Fett seinen eigeuthOmlichen Geruch abgegebeal 
hat, colire dasselbe und la^s es die ganze Nacht gut zugedeckt stehen. Am 
kommenden Tage nimm den Kuchen heraus, entferne den um Grunde 
sitzenden Schmutz, Termiscbe wieder, wie angegeben wurde, mit weiteren! 
l'l« Minen gestossenen Majorans und forme auf dieselbe Art KQchelchen, | 
indem du im üebrigen verfährst, wie oben gesagt ist. Wenn du nach 
allßm diesem aber gekocht und colirt hast, nimm, wenn irgend eine Un- 
reinigkeit sich am Grunde findet^ diese weg; bewahre es an einem rechfc^ 
kalten Orte auf. 



Cap. 03. lUpl otäacoc '/i]ve[oo xotl ÄpviO-stou. Gänae-1 
ond Hohn erfett. Wenn du das ungelauterte Gänse-, Hühner- oder 
Kalbsfett vor Fäulniss bewahren willst, musst du so verfahren: Nimm, 
ft-isches wovon du willst, wasche es sorgfältig ab und lOfte es auf einen 
Siebe im Schatten aus; nach dem Trocknen schlage es in reines Leinen 
und drücke es mit den Uändeii kräftig aus. Dann nimm es aus denil 
Leinen heraus und hänge es an einem schattigen Orte auf. Nach rieleii 
Tagen hfiUe es in ein neues Papier und bewahre es an einem sehr kalteq 
Orte auf. Fäulnissfrei bleibt es auch in Honig aufbewahrt. 

Cap. 94. Stfiätoav dovatitc- Die Kraft der Fette. Alle 
Fette haben eine erwärmende, erweichende, lockernde Kraft, Das Stier 
fett adstringirt etwas, auch das Kinder- und Kalbsfett, und daa Löweu^ 
fett stimmt mit diesen Überein, es soll auch ein Gegenmittel gegen Nach« 
Stellungen sein. Das Elephanten- und Hirschfett als Salbe verecheuclil 
die Schlangen, das Ziegenfett adstringirt mehr, deshalb wird ea, miä 
Graupen, Sumach und Käse stark gekocht, bei Dysenterie gegeben, mil 
Ptisanenscbtcim^) auch als KJystier angewandt. Die damit bereitete Suppe 
ist für die Phthisiker im Tranke wohlthätig, wird auch denen mit J^utict 
gegeben, welche Kanthariden verschluckt haben. Das Bocksfett, welche 
am stärksten tust, hilft Pudagruleidenden, wenn es mit /iegeudOnger und 
Safran gemischt und aufgelegt wird. Mit diesem stimmt das Schaffet! 
Üherein. Das Schweinefett eignet*) sich für die Gebärmutter- und 
leiden, es hilft auch bei Verbrennungen mit Feuer. Doa 
Schweinefett wie das sehr alt« erwärmt und erweicht. Mit Wein ge 
waschen hilft es bei Seitenstechen, mit Äsche oder gebranntem Kalk ga 
mischt auch gegen Oedeme, Entzündungen und Fisteln. Das Kf^olnfet 
sagen sie, mache Narben der Haut gleich färben. Das GSnse- und Hühn£ 



frtt ist ein gutes Mittel bei Frauenleiden, bei Rissen der Lippe^ zur PBege 
kt AoUiueä und bei Olirenleiden. Das Bärenfett scheint die Haare bei 
fodukraiikheit zu erzeugen , auch bei Frostbeulen wirkt es. Das Fett 
iit9 FDcb8«s dient gegen Ohrenleiden, das der Flussfische, in der Sonue 
(Mchmolzen und mit Uonig zusammengemischt und eingestrichen schärft 
Aen Blick, das Vipemfett wirkt gegen Schwachsichtigkeit, auch gegen Star, 
venu ee mit Cederupecb, attischem Honig und Oel zu gleichen Theilen ge- 
■ifeht wird. Beim Ausrupfen der Haare in der Achselhöhle macht es 
fiese leicht ausgehend, wenn es für sich allein firisch an die Wurzeln ein- 
gmeben wird. 

*) INft Ptiune Ton der GrQtse abcolirt *) äv^Xof*^ = i&^tiI oder äp^C«. 

Cap. 95. \\$p\ MrisXüv. Mark. Das beste Mark ist das des 
HirEches. dann des Kalbes, nach diesen das des Rindes, dann der Ziege 
des Schafes. Es wird aber 7urec1it gemacht in der Zeit des Sommers, 
dem Herbste sich nähert; denn in der übrigen Zeit findet sich 
ttni geronnene Blutmasse und gleichsam leicht zerreibliches Fleisch in 
ita Knochen. Es ist aber schwer zu erkennen, es sei denn, dass Jo- 
oaod es selbst den Knochen entnommen und aufbewahrt hat. Alle Arten 
Üark sind erweichend, lockernd, sie heilen und füllen die Geschwüre aus. 
Du Tom Hirsche emgerioben verscheucht auch wilde Thiere. Weich ge- 
'worden wie Fett, wird es frisch nach Entfernung der Knochen geläutert, 
es mit W^asser Übergössen, mit einem Leintucbe gereinigt und 
aasgewaschen wird, bis das Wasser rein erscheint. Dann wird es 
in einem Gefässe im Wasserbade') geschmolzen, wobei mit einer Feder 
^cr obenanfschwimmcnde Schmutz abgenommen wird, und in ein Becken 
otirt; nach dem Erstarren, und nachdem der Bodensatz vorsichtig ab- 
(ncbabt ist, wird es in einem neuen irdenen Topfe zum Aufbewahren 
v^ggeietzt. Wenn du es ungelüutert aufbewahren willst, so mache Alles 
M, w{« es beim Hühner- und Gänsefett vorgeschrieben ist. 

Cap. 96. Ilspt ;(oXfj; saoTj;. Jegliche Art Galle. Jede 
•HUe wird auf diese Weise aufbewahrt: Nimm die frische Galleubluse, 
^^^ sie. nachdem du die Oeffnuog derselben mit einer Schnur zugebunden 
siedendem Wasser und lass sie darin so lange Zeit, als .Temand 
um einen W^eg von 3 Stadien M zurückzulegen. Dann nimm 
^e benius und trockne sie an einem schatt-igen, nicht feuchten Orte. Die 
Augonarzncien binde an eine Schnur, gib sie in ein kleines Glas- 
it Honig, indem du das Ende der Schnur am Halse des Gefösses 
^ decke es zu und setze es weg. Alle Arten Galle sind scharf 

Qiiii iTvärmend, sie unterscheiden sieb von einander durch die gröseore 




und geringere Kraft. Vomnzustehen scheint aber die des Meerskorpions 
und des Fisches, welcher Kollionymos*) heiast, die der Meerscliildkro 
und der Hjäne^). Dann kommt die des Rebhuhns, des Adlers, d 
weissen Henne und der wilden Ziege*), welche specifisch wirkt gegen b< 
ginnenden Star und gegen Hornhautnebel, gegen weisse Flecken ^) n 
rauhe Augenlider; ferner die des Schafes, des BockcH, des Schweines um 
des Büren, doch die wirksamste ist die des Stiers. AUe aber bewirken 
Anregung zum Durchfall, besonders bei Kindern, wenn man einen Woll- 
flecken hineintaucht und als Zäpfchen in den After bringt. Die Stier- 
galle ganz besonders wird bei Entzündung der Schlundmuskeln mit Honig 
eingestrichen ; sie heilt auch die Geschwüre am After bis zur Veraarbung, 
ebenso eiternde Ohren und die Flüsse aus ihnen, wenn sie mit Ziegen- 
oder Frauenmilch eingeträufelt wird; gegen Ohrenbrausen hilft aift mil 
I^uchsaft. Sie wird auch zu Wundsalben gemischt und zu Salben gegen 
den Biss giftiger Thiere. Femer dient sie mit Honig gegen Krebs 
geschwtlre, gegen Schmerzen an der Scham und am Hodensack; bei Aus- 
satz und Grind ist sie mit Natron oder kimolischer Erde*) die b< 
Salbe. Auch die Schaf- und Bürengalle hilft gegen dieselben Gebrecfae 
ist aber von schwächerer Wirkung. Als Leckmittel hilft aber die Bären- 
galle hei Epilepsie, die der Schildkröte bei Entzündung der Schlund- 
muskeln und gegen fressende Geschwüre der Kinder im Munde, auch bi 
Epilepsie, wenn sie in die Nase gesteckt wird. Die Galle der wildei 
Ziege hilft, eingestrichen, als Specificum bei Nachtsichtigkeit^ auch die d 
Bockes leistet dasselbe , sie entfernt eingerieben die Feigwarzen nDd 
hält die Auswüchse bei den an Elephantiasis Leidenden zurück. Di 
Scbwcinsgalle endlich wird gegen Geschwflre in den Ohren und gegei 
alle sonstigen mit Vortheil angewandt 



eos- 

estfl 
heifl 

ren-^^ 

I 




') Eine Stadie iit eine Weite too 125 Schritten, also etwa eine Z«U roa 
2 MiDutco. *) KalioDjmos, der SchSonamige. Vranoscopu* Staber C. V-, Gemein 
Sternteher, mit aufväri» gerichteten Augen auf der oberen Fluche des Kopfi 
Ariutotele« (Bist. anim. II II) erwähnt eeme groaM Oallenblase. Von der Bcniitzu 
der Fjüchf^alle bei Angenkrankhciten leBen wir schon tm A. T. bei Tobias I 
') PUniiu, welcher die GaQe als Heilmittel für dieselben Aufi:enfehler hult, m 
XXXII 154 Hjraena einen Fisch, welchen man zu den Schollen rechnet. *t if 
*) ö/Xö« und £p7iji.ov aind Arten von Irfukom. •) Weiwer otler rflUdicfacr Tbo: 

D. wendet die Galle nur im uatürliebcn Zustande an ; fOr die besonders feüuiA 
Angenmirtel nchtllzt er sie ausser durch etwa 6 Minuten lange« Kintauchen 
kocfaendea Warner noch durch Aufbewahren in Honig vor dem Verderben. Sichi 
hat er «einen Zweck erreicht. PUnius XI 191 sqq. erzählt viel von der OalU d 
verecluedenen Thiere; gegen recht schwere Ohrenleiden empttehlt er XXVI II 1 
Galle mit Jljrrhe und Raute, in der Gninatäcbale erwirral. einsufrieMen- 

Die Galle ist ein Secret, welche« aus dem BIulc in den Lcbcrcellfu. sowie i 
den Schleimhaut«», welche die Leberg&n^ nnd die Gallenblase i)uskle)d«n. ab{ 
soadart wird. Sie hat den Zweck, die Becoiption der Fette im Dann« la b4:ri:irdi 



|vo4 cU« F1Ue4 diuelbsi vor frähzi^itiger fauliger ZeneUung zu scbötzen. 8ie bildet 
] CIM •ehleimiffe, zSihe , beim Schütteln schäumende Flüsaigkeit Ton iotensir bitterem 
Gcftobautck und eigeDthümliobem Geruch. Bei den fl ei bcIi fr essenden Tliii'ren hi üte 
brmao. bei den pQanzenfre»ivQden grfln. Neben eigenUiQmlicben Farbatoffcn, den 
Qftllenpigmenten. enthält eie die Natrium- und Katinmfialze der sogen. 
0»llen«iliirea, liaupUä«hlir)i der Olykochol- und Tau rocfaoU&nre. Die- 
•elben lind bei den Tei^L'hied<;nL>n Thieren in verecfaiedener Weise vertreten; so ent- 
hUt die FiscbgiiUe, die Uundegulle, die Galle vieler FleiHcbfreiiuer nur Taurocbol- 
iftare, die Gümcgalle eine besondere Sfiure, die CbenotaurueboUiUire. Aoseerdem 
MUb&lt jode Gallo noch Cholesterin, Cholin, Lecithin, Schleim, Fett a. a. 
Die Galle bat sich bis jetxt im Arzneiscbtitzc gehalten, da sie vom Ochsen genommen 
wird, ab Fei iMuvi inspissatum und siccum. 



in 



Ai 



;(uv. Blut. Das Blut der Gans, des Lammes 
uod der Ente wird mit Nutzen den Gegenmitteln zugemiscbt, das der 
Holztaube, der Turteltaube, der Taube und des Rebhuhns vi'ird gegen 
friftcbe Augenwunden, gegen Blutunterlaufen und Kachtsichtigkeit einge- 
ssricfaen. Ganz besonders hält das Blut der Taube die Blutflüsse aus der 
GfliuTniiaut auf, das des Bockes imd der Ziege, des Hirsches und des 
Ha^en f in der Pfanne gebraten und genommen, hemmt Dysenterie und 
BauchHuss. Mit Wein getrunken wirkt ea gegen Gifte. Das Hasenblut, 
warm eingerieben, heilt äonnenbraDd- und Leberflecken, das vom Hunde 
getrunken hilft denen, die vom wUtheuden Hunde gebissen sind und denen, 
die Gift genossen hüben. Das der Landschildkröte getrunken soll den 
Kpilejütikem beilsam sein, d&a der Meerseh 11 dkröte, mit Wein, Hasenlab 
und rümischem KQmmel getrunken, ist ein gutes Mittel gegen den Bisa 
giftiger Thiere und den Genuss des Krötengiftes. Das Stierblut, mit 
HafergrQtze umgeschlagen, zertbeilt und erweicht Verhärtungen, das der 
Hengate wird den Füulniss mittein zugeroischt; das des Chamäleons, glaubt 
man, entferne die Augenwimpern, in gleicher Weise das der grtlnen 
FrOtche. D&s Menstnialblut der Frauen scheint die EmpFängniss der 
FraovD zu hindern, wenn sie sieb rings herum damit bestreichen, oder 
veno sie darüber hinschreiten. Eingerieben hilft es gegen Pudagra- 
icliiiwn«n und roseartigen Ausschlag. 

D» Blut der verschiedenen 'Iliiere spielte im Alterihum eine grosse Rolle, 
Ikeik all virklicbei Heilmittel, weil, wie Plinins XI 224 sagt, in ihm ein groaer 
Tt^ der r.>«ben«kraft liogt, tbeila als xbergl&abiachea Mittel. In der Volkxmedicin 
hmt es noch seinen titauben ni)-|it völlig ningebUsst» z. R. Kselablub gegen Kpilepsie. 
Voo der giAiaten Bedeutung ist das in der Neuzeit aus dem Blute gewisser Thiere 
htrtiU4e Serom antitoxicum. 

Cap, 08. riipl 'Asokätoo. Kotb. Der Koth der Weidekuh. 
fnBch aufgelegt, lindert die durcli Wunden entstandenen Entzündungen; 
er wird in Blätter eingcscblagen, über heisser Asche erwärmt und so auf- 
geligt; auch beicänfligt ein solcher Umschlag die brennenden Ischias- 




schmerzen. Mit Essig als Katnplosiua ötl'nel er Verhärtungen, Skropb«! 
und Drüsen Verhärtungen au den Weichen. Ganz besonders bringt J- 
Mist des Ochsen, als HSucherung angewandt, die vorgefallene Gebärmni 
wieder zurück. Sein Rauch vertreibt auch die MUcken. Die Zi^ei 
kUttel, am besten die von Bergziegen, vertreiben, mit Wein getrunkea. 
die Gelbsucht, mit GewUrz genommen befördern sie die Menstruation und 
treiben den Fötus aus; trocken fein zerrieben und mit Weihrauch als 
Zäpfchen eingelegt hnlten sie den FIuss der Frauen zurück, stellen 
Essig auch die anderen BlulflUsse. Gebrannt und mit Ksäig oder Sauei 
honig eingerieben heilen sie die Fucliskrankbeit, mit Schmak um; 
schlagen helfen sie bei Podagra. Mit Essig oder Wein gekocht werdi 
sie gegen Schlangenbisse, gegen kriechende Geschwüre, roseartige Eni 
Zündungen und Drüsen aufgelegt. Auch bei Ischias werden sie gebrannt 
mit Nutzen auf folgende Art angewandt: Auf die Mitte zwittchen dem 
Daumen und der Vertiefung, welche an die Handwurzel grenit, lege 
nächst in Oel getauchte Wolle, dann einzeln die KQttel aus dem Feu 
bis das Gefühl durch den Arm zum Hüftgelenk kommt und Linderung 
eintritt; dieses nennt man das arabische Brennen. Der Schafmist nit 
KsHig als Umschlag heilt Gpinyktiden, HautauMwiichse, Feigwarsen und 
fein gestielte Warzen und, in Rosensalbe aufgenommen, Brandwunden. 
Der trockene Mist des Wildschweins, mit Wasser oder Wein getruuk 
hemmt den Blutauswurf und lindert chronisches Seitenstechen, mit £; 
getrunken, Keisscn und Krämpfe, in Rosensalbe aufgenommen heilt 
Verrenkungen, Der Mist vom Esel und Pferde, roh wie auch gebrannt 
mit Essig gemischt, st«Ut den Blutsturz; der von grasweidenden Heerd 
trocken, mit Wein zu Schleim gemacht und getrunken, hilft ausgezeid 
gegen Sknrpionstiche; der von Tauben wird vortheilhaft mit ungerösti 
Oerstenmehl gemischt, weil er mehr wärmt und brennt; mit Etssig Tcrthi 
er die Drüsen, mit Honig, Leinsamen und Oel angerieben reisst er die 
bunkeln auf, heilt auch Feuerbrandwundon. Der Mist der Henne bewi) 
dasselbe, nnr schwächer; specifisch wirksam ist er aber gegen iödth'cho 
Pilze und Kolikschmerzen, wenn er mit Essig oder Wein genommen wi 
Vom Storchdünger glaubt man, da.sB er, mit Wasser getrunken, den £ 
leptikem helfe. Der Oeiermist soll als Räucherung den Embryo M 
Der MäusedOngcr heilt, mit Essig eingerieben, die Fuchskrtinkheit. 
Weihrauch und Honigwein treibt er den Stein aus. Der Mür '- 
den Kindern als Zäpfchen beigebracht, reizt dt-n Leib anra A 
Der Hundedreck, in den Hundstagen getrocknet und mit Waaiser oi 
Wein genommen, stellt den Bauch. Der frische Mmif*' ' 
schlag bewalirt die Wunden vor Entzündung und veri.i 
trocken aber mit Wein eingestrichen soU er bei Schlundmuitktilvntzfliido; 
helfen. Der Abgang des Lnndkrokodils dient bei den Frauen dazu, d 



den. , 



evtcbt« »cfaöne Farbe und Glanz zu geben : am besten ist der ^anz weisse 
uud K'icht zerreiblicbe, der leicht ist wie Stärkemebl, scbaell im Wasser 
u>rgelit und säuerlich und nach Hefe riecht. Sie verfälschen ihn, indem 
SUara mit Keis ftUtem und den Abgang, welcher ähnlich aussieht, 
mufen. Noch Ändere feuchten Ämylum oder kiraolische Erde an und 
es [mit Ochsenzunge], treiben e» zu kleinen Strängeu durch ein 
Sieb, trocknen es und verkaufen es statt jenes als Wurmchen- 
Iraare. [Wir finden unter den geheimen» widerwärtigen Mitteln, dass der 
Koth den Menschen wie auch des Hundes mit Honig gemischt in den 
Halft gelegt bei EntzUuduug der Schlundmuskehi helfe.] 

Der Thier- und Mcnacheukoth findet bei D. eine ausgiebige Verwendung; ob 
ftieaelbe Qbngens dem gesunden Sinne de« Pniktikers xusagtc? Noch lange nach D. hat 
ienelbe in der Dreckapotheke D*^* K. F. Paullmi 1699. üowie bei Lonicer um dieaelbe 
Z^:t H-ine Stelle behauptet nnd tat selbst heute aua der Volksmedictn noch nicht 
rcrmb wunden, wie Katzendreck gegim tiesichierose and frischer Kuhdiinger als Um- 
».■Uag auf Geachwüre, bewndera bei der LandbovOlkening. In der Muteria medica 
ifer Chineetm vird der alte Ansats der Aborte als Mittel gegen Magensäare geführt. 
Her Krokodils-. Schlangen- und Vttgelabgang besteht znm grausten Theil aus Harn- 
itere and wird zur ift*winnung derselben benutzt. Die Anwendung desselben bei 
S>. «it«j>richt allerdings nicht dbrjenigen, welche beute von der Harnsäure gemacht 
wird. Was D. unter Landkrokodil versteht, ob er die Amphibie oder den Scinciis, 
»eichen er auch «paxöSitXo{ /(psalo« nennt, meint, ist schwer auitzumachen. 

Cap. 99. riepl O^puv. Urin. Der Menscfaenurin, der eigene 
getrunken, hilft gegen den Biss der Viper, gegen tödiliche Gifte und 
gegen beginnende Wassersucht, gegen den Biss des Meerigels*), des Meer- 
skorpions und Meerdnichen, wenn er darauf gegossen wird, der Urin des 
Hundes gegen den Bi»s des wUthenden Hundes als Aufguss; mit Natron 
ist er ein Schmiermittel bei Aussatz und Jucken; der alte entfernt noch 
bAsen Grind, Schorf. Krätze und nässenden Ausschlag; fressende 
würe, aucli an den Schamtheilen halt er auf. Als Injection macht 
i eiterflUssigen Ohren trockeu, wenn er in der Schale des Granat- 
'ela gekocht wird, wirft auch die in den Ohren befindlichen Würmer 
erBUs. Der Urin eines unschuldigen Knaben geschlQrft hilft gegen 
Orthopnoe; mit Honig in einem Kupfergefässe gekocht bringt er Narben, 
Lenkome und Verdunkelungen (der Augen) weg. Cs wird auch aus ihm und 
upfer«rx eine fUr Gold geeignete Löthsubstanz bereitet. Der Absatz des 
beseitigt, eingerieben, roseartige Entzündungen. Mit (Lawsonien-) 
[ypTMulbe erhit/t und als Zäpfchen eingelegt besänftigt er Schmerzen 
ler Gebärmutter, lindert Qebärmutterkrämpfe, glättet die Augenlider und 
mnigt die Wunden im Auge. Der Stierharn, mit Myrrhe verrieben und 
eing»lri5pfelt , lindert Ohrenschmerzen. Der Schweineurin hat dieselb« 
Ximft; apeciK.Hch ist ihm aber eigen « Blasenstcine zu zerstören und aus- 
tden. Der /iegcnham , mit Spikenard täglich in der Menge von 

•«, Anc»daatl«0«hr« ilc« Dio&litu-iiIe< 13 



2 Bechern mit Wasser getrunken, soll das unter dem Fleische gebildete 
Wasser abführen und den Bauch lösen, eini^etröpfelt auch Ohrenleide 
heilen, der vom Esel nber Nicrenleidondc gesund machen. 

') Bei Anderen (nach Pliniaa) ixitvöiv. Meerotter, diu D. aber nicht kennt 
Nicht ininder irie dem Kotb wurden dein Urin heilende WirkanRCn bei^mesairiL 
Aach Pliniii)^ XXVIII 67 und an anderen Stellen iüt nicht karg in den Angaben 
Über seine Krftfte- Besonders hilU er für Jeden seinen eigenen Harn am dienlichsten, 
wenn er mit einem Schwamm oder mit Wolle frisch aufgelegt wird. Das hat j& 
eine gewiue Bvrecfatignng, da der friach gelanene Harn als a.teptiscbe FlOsngkeit 
die Wunden bei gehörigem Vemhluse rein hS.U: e« wird jedoch hald eine Zenwizuag 
and dann ein Anäucn der Stellen eintreten. 

Cnp. lüO. Ilsf/i Auf^ooploo. Lyngurion. Der Urin des Lac 
welcher Lyngurion genannt wird, verwandelt sich, so glaubt man fölscli 
lieh, sofort nachdem er gelassen ist, in einen Stein; er hat daher audi 
eine unwahre Geschichte ; denn es ist der von Einigen so genannt« federa- 
tragende Bernstein, welcher mit Wasser getrunken dem Magen und dem 
vom Flusse angegriffenen Bauche gut thut. 

Der Krfinder Me»av Fabel i«t nacb Pliniua XXXVII h2 Diokles. von dem The 
phrast fiie aufnahm und die wunderbarsten Dinge vom Lyngurion erzählt ; der Ur 
des tucbftes soU aich sogleich in einen Edelstein verwandeln, welcher die Ein 
Schäften des Bernsteins Ecigt, and als Arzneimittel gegen den Stein and die Gelb 
sucht dient Man hat in dem Bemfiben , fOr Alles und Jeden Identität und Kamen 
tu finden, den TurmaUn dafTir angenommen. C. Gesner (De Quadrup. p. 722) um 
1650 erULrt die Sache so, das^ aus einer Handelntedt Ligariens der Bernstein nnoh 
Griechenland gebracht und ligurischer Stein genannt sei, daraus habe 8ii;h dann 
leicht Lpiguriom mit der anr RrbOhnng des Werthes nngcfagten Fabel gehtlditi. 

Cap. 101. Utpl MiXitoc. Honig. Den Vorzug hat der ntiischj 
Honig, und zwar der vom HymettosM, dann der von den kykladischea 
Inseln') und von SicUieni Hyblaion') genannt Als tadellos gilt de 
welcher sQss und scharf, recht wohlriechend, gelblich, nicht flüssig, xäh" 
und steif ist und beim Ausziehen gleichsam auf den Finger zurQckläufl. 
Er hat säubernde, eriiffnende, die Feuchtigkeit hcrvorloekende Kraft, des- 
halb eignet er si<:h zum £ingies8en in schmutzige Geschwüre und Fisteln 
Gekocht und aufgelegt verbindet er getrennte Körpertheilc, heilt, mit Als 
gekocht und eingerieben, Flechten, auch Brausen und Schmenen in 
Ohren, wenn er mit fein geriebenem Steinsalz eingetröpfelt wird. Ki 
gerieben t^Ödtet er auch Läuse und W^anzen. Diejenigen, welche die Vor 
baut verloren haben, wenn dies nicht von der Beschneidting M herrQhr 
st«Ut er wieder her, wenn die Vorhaut, azn beetcn nach d«m Bndi 
dreissig Tage mit Honig eingeweicht wird. Er entfernt auch die Ve 
dnnkelnngen auf der Pupille, heilt ferew als HundspQlnog imd Oargell 
mittel Kehlkopf', Mandel* und Schlundmuakefentx&odniigQD. Er kreili 
d«n Urin, hilfl bei Hosten und den von der Schlange Gebiawmra. F« 



^ent er, mit warmem Rosenöl genommen, gegen den Genusa den Molins, 
ab Lerkmiftel oder als Trank gegen Pilze und den Biss des wUtbenden 
Utinde«. Hob aber bläht er den Bauch auf und reizt £üm Husten, des- 
halb mass man nur den abgeschäumten gebrauchen. Den Vorzug ver- 
dient der Frtlhjabrshonig, dauach der Sommerhonig; der dickere Herbst- 
honig int roinderweribig, [erzeugt auch Ausschlag]. 

'( Rerg in Attika. ') FUniua XI .S2 hat L-ai,vdnu. eine Insel Rleinftgieiu. 
^ HtU«, ein Berg in Sicilieo, der, wie der Hymetio«, reich war an wilraJRen Pflaozuii. 
*| Weil die« ritavDe Operation »o au»geföhrt wird, da» ein Wiederwariuen der 
Vorbaut Ober die Kicliel au^geacbloweo ist. 

AnsMr dfn hier angegebenen Verwendnngs weisen diente der Honig noch zum 
B eilr e i ehen der Stuhtzäprchen, ß&Xnvoi. Ferner wurden au« ihm vorMhiedeu« diUe- 
t«che (ietrüiike lit-rtitet: Mit 2 Tbeileu Wasser, am besten Rej^nwasscr, bildete er 
da« juMxfkTov, Melikraton, Honigmeth, das 6%pöfi>M, Hydromel oder Aqua tnulsa, 
WaMcnnetb. welches ichon bei Homer (Od. X GI9) vorkommt, mit 2 Theilen herben 
ollen Wpihirti da« bivöiuXc, Oenomelt odur Mulaum, beide wurden auch «um Rcbönen 
geklftn und abgescbftnmt. oder, wenn statt Wasser Milch genommen wurde, das 
}u!knpa»v f6Xuf.^o^. Mit Kssig gemischt gab er das 6S^Wov, und das wöp-tXt, 
Oxjmel. den Sauerhonig. 

_ Der Honig ist ein Auwcheidungsproduct der Honigbiene, Apin mdifira L. und 

erer Apisarten, (leruch, Farbe und Geschmack sind rerschieden je nach den 
•.tn, iius deren N^ktarien die Thierchen den Honig gesammelt haben. Der 
rs- oder Maihonig wird dem Herbsthonig vorgezogen (Aristoteles hält den 
inig H\t den besten), ebenso der Wiesen- oder Krauthonig dem Heidehonig. 
Man onterieheidet Scheibenhonig, die um den Karben geschnittenen, mit Honig 
gefällten Wnben; Jangfernhoaig. der feinst«, welcher aus den ge&ffneten Waben 
bei gelinder Wärme von netbet ausHiesst; Schleuderhonig, bei dem die Waben 
rabaUen bleiben, und den gewöhnlichen Honig, welcher durch Pressen unter 

iduug von Wärme gewonnen wird. 

Der Honig besteht aus einer Auflü-tung von Invertzucker (Trauben- und 
ibttocker), mit wenig Rohrzucker und etwüs Eiweise, Wachs. Harz. 
Fafbiluff, Riechstoff, AmeiEen83.ure and organische r Substanz. 
ha reinen Hunig ist stets auch Bldthensftaub zu erkeuneQ. VerfUlscbt wird er mit 
dtärkeiini)«. KohrEueker, ruhn;u'"kerBrtigen Kstracten und Wasser, oft auch mit MchL 

Der rofai* Honig dient zur Herstellung des Mel depuratum oder deepnmatum, 
du aber rerhlütnissmüsaig wenig Verwendung findet. 

Cnp. 102. Uspl MiXcToc £v locpSwvic^. Honig in Sardinien. 
D«r in Sardinien erzeugte Honig ist bitter, weil er aus Wcrniuth ge- 
■BBineU wird. Eingesalbt hilft er gegen Sonnenbrandfiecken und Sommer- 
«provMn im Gesicht. 

SprmgRl bemerkt duKU, duss nach Hürsohelmann (Ge^b. n. Geogr. u. s. w. 
fOi iSafdinien) der Honig nicht aus Wermutb. sondeni aus einei Arbutus-Art, welche 
Ol SpAisommer blllht, gCKUmmelt werde, er gelte tilr irohlschiiii^ekend und hetUam, 
«• BillMle aber iu\ Juui deu Kürbcu ein Th<'il der Wii^ben genommen werden. 

Cap. 103. lUpl MiXtTOf covttxoO. Pontiacher Honig. Ks 
wird aber auch in Htruklea in Pontua zu bestimmten Zeiten wegen der 







EigenthUraliühkeLt gewisser BlUtben ein Honig erzeugt, wetcfaer diejenigen, 
welche ihn geniessen , unter Hervorrufung von dUnnem Schweiss am 
Oberkörper verrückt macht. Sie werden geheilt, wenn sie Haute and 
Gesalzenes essen und Honigwein trinken, indem sie dasselbe m sich 
nehmen, so oft sie erbrochen haben. Er ist scharf und erregt beil 
Riechen darauf Niesen. Mit Kostwune aufgestrichen , heilt er Sonnen 
brandäecken, mit Salz beseitigt er SugilUtionen* 

Die ersten Erfabrongen über die Giftigkeit do;* ponÜBchen Honigs werden 
auf den Zug dee Kjros (Anabas. IV K) zurQckgefflbrt , in dessen Heera nach dei^H 
Genufig von Honig Erkrankungen auftraten, welche zum ThcU mit dem Tod^f 
endeten. Aristotelea, Dtodorus Siculus und C^iuB Aurelfanns nehmen an, doM 
dieser Honig aus den Blüthen eini^r Buxns-Ail Atanime, währen«! schon PUnta^ XXI 74 
sagt, dasa der Honig nur dann giftig sei, wenn er aus den welkemleu Blütheu der 
Ziegenpest. Aegolithron (aU und ö^-tSfo«) gesammelt aei. Nach äprengeT« For- 
Bchungen sind die ürsprungspflanzen des giftigen pontischen Honigs Azataa ponfiM 
und liltododendf'OH ponticum. 

Dosa der aus den GiftpBanzen gesammelte Honig giftige Eigenschaften l)abe,_ 
gilt audi beute ais ausgemacht. 



Cap. 104. Ilepl Sax^^f^^^ {iäXctoc. Honig des Zuckerrohr 
Es wird aber auch ein Zucker genannt, welcher eine Art Honig ist und 
in Indien und dem glücklichen Arabien durch Ausscheiden entsteht, er 
findet sieb in Rohreo, der Beschaffenheit nach ähnlich dem Salze^ auch wie 
Salz unter den Zähnen zerbrechend. Er ist, dem Wasser zugesetzt and 
getrunken , dem Bauche und Magen bekömmlich , hilft bei Fehlem der 
Blase und Niereu und vertreibt eingestrichen die Verdunkelungen auf der 
Pupille. 

Nach dem Periplus de« Erythräischen Meeres gehörte der »ogen. Halmzuck». 
|mXi tö xä'Aa|My t& XtYQfjitvov «ix/af)[., KU den Kx])ortartikeln aus Indien von Barjjraxa- 
D. hält ihn fQr ein Product ÄrabienR, weil er durch die Araber als ZwiHcheoh&ndt» 
aniigefiibrt wurde. Bei Plinius Xll H2 ist es eine Art Gummi, welche« «eh in den 
dicken Halmen sammelt. Schon zur Zeit Alexanders d, Gr. kam Zucker wuk 
Orieobenland, wurde aber, wie es scheint, nur als Araneimittel behandelt. Ki 
durch die KreuzzÜge, besonders durch die Venetianer, wurde die Pflanze nacb 
Inseln Bfalta, Kandia, Siciliim gebracht, von wo sie durch die Spanier und }*o: 
giesen nach den Asoren und kanariscben Inseln gelangte. Von dieaen »oll 
Zuckerrohr, Snc^nfnm officinarum L. (Graininaceae), im 16. Jahrb. nach Sfldaniertlol 
und den wcdtindiscben Inaein (:;r-brAcüt sein. 

Paulus von Aegina uud nach ihm Arirenna nannten den Zucker nach d 
Vorgänge von Archigenes Sal indus. Bei letzterem beiut es, das indiach« 
habe die Farbe und Consistenz des gewöhnlichen Salzes, den Gescbnuck d?s Honti 
die Grösse einer Ltnse oder hßofaHlcns der Bohne. 

Die Araber nannl4-n den bestf^n Zucker Tabareeth, worant der unbesÜmmü* 
Ausdruck Tebasbir entsUind. 



I 



4 







Cap, 105, rispl K-r)po5. 
jenige. welches gelblich, etwas 



Wachs. Das beste Wachs ist d«i 
fettig und wohlriechend ist, mit eine 



11. Buch- Cap. 



107 



Bt«niig«ii Duft nach Honig, welches dahel rein ist und aus Kreta oder 
Foahis stemmt. Das gauz weisse aber uud von Natur fette kommt an 
ivetter Stelle. Weiss gemacht wird es auf folgende Weise: Zerkleinere 
ilvoD das weisse und reine, wirf es in einen neuen Topf und giesse hin- 
reißend Meerwaaser mitten aus dem Meere damuf, »treue ein wenig 
Natron darüber und lusse dann sieden. Wenn es zwei- bis dreimal auf- 
gekocht hat, set:ee den Topf ab und lass erkalten, nimm den Kuchen 
heraoa und nachdem du den Schmutz, wenn sich solcher etwa unten an- 
gesetzt hat, abgeschabt hast, koche zum zweiten Mal, indem du anderes 
Meerwasser zugibst. Hat das Wachs dann wieder gekocht, wie vorge- 
schrieben wurdö. so nimm den Topf vom Feuer, und setze den Boden 
Mies neuen Topfes, der vorher mit kaltem Wasser benetzt ist, sachte in 
i»& Wachs, ihn oberflächlich eintiiuchend, damit er sehr wenig davon an- 
ndune, und es von selbst er»turre. Hebe ihn auf und nimm die erste 
dAane Scheibe ab, dann senke zum anderen Mal den mit Wasser abge- 
klUdten Boden hinein und thne dasselbe, bis du Alles herausgenommen 
luet. Danach ziehe die Scheihen auf eine Schnur und hänge sie in Ab- 
Aaden von einander auf, indem du sie am Tage in der Sonne fortwährend 
ufeuchtest; bei Nacht stelle sie in den Mondschein, bis sie weiss werden. 
Wenn es aber Jemand sehr weiss machen will, so macht er alles Andere 
Kndeao, muss aber häuHger kochen. Einige kochen statt im Meerwasser 
na der hohen See in schärfster Salzlake in der oben angegebenen 
*^eise ein- bis zweimal, dann nehmen sie es mit einem dünnen runden 
Hliichchtin, welches mit einem Henkel versehen ist, heraus und legen die 
^faeiben auf dichtes Oezweig in die Sonne, bis sie ganz weiss werden. 
Si« rathen aber, an diese Arbeit im Frühjahr zu gehen, wenn noch die 
Soone in ihrer Hitze schwach ist und Feuchtigkeit (Thau) bietet, damit es 
'ücht schmelze. Jedes Wachs hat erwärmende, erweichende und massig aus- 
sende Kraft Es wird auch den Tranken für Dysenterie kranke zuge- 
Ktjscbt; in der Grösse von zehn Gerstenkörnern genommen lässt es bei den 
Lmmen die Milch nicht zu Käse werden. 

Dka Wachs wird, wie der Honig, von den geechlcchtlocien Arbeitsbienen mit* 
Mit baonilerer Drflseaorgane als Verdaaungsprodact auf den Wachfihüut«n der 
Lia^ des Hiaierleibec in dünnen Blättchun abgesondert. Diesea wird mit der Zunge 
kMfgeBonunen und mit den Kiefern darcb Kneten zu Waben verarbeitet. 

Das Bienenwochfl ist je nach der Nabrung der Bienen ron hell- oder dunkel- 

!r«lber Farbe , du atu den jungen Stocken (Juagfemvracht*) ist Rcbmatsig-weisslich- 

ib. Der Geruch de» Wachie« ist angenehm, cigenthümlich honip»rtig. der Oo- 

Khwacb balsamüch; in der Kftlte ist es spröde und bricht kömig, in der 

iit ea knetbar. E« lOst sich in Chlorofonn. Benzol. Benzin, Schwefelkohlen - 

l itherischen and fetten Oelen. unTollatJkndig in Aether, und besteht iius Cerotin- 

«Sore, Mrricin (Pahnitin-MfTicylüther). etwas Cnroletn und Farbstoff- Durch 

^n Bletcb{iroceM, den T>. sehe ausfUlirlich und rationcl) angibt. vt*rlii^rt e* Fnrbe, 

©■•Wade und zum allergrAtsten Tfaeiie auch den Geruch. Jetzt benutxt man die 



Rasenbleiche, wobei das gescbmolxene Wacbs in Wiuser gegoiwo und den Soane 
strahlen unWr Bt^^ieasen ausgeeetzb wird, und di« chemisdie Bleiche, bei diu 
Wach« mit scliwefelKänrt-haltii^iii Waü-ier und Clilorkalk behandelt wird. 

Inner) ich findet da« Wachs nur noch als Mittel Anwendung, um eine Pille 
maMe pltuliach xu machen, äus«erlich vielfach zu Päasteni, Salben, Coreoli u. s- 

Cap. 106. TlEpl npoKÖXtmc. Vorwachs. Man aoll dasjeni^ 
Vorwacbs gebrauchen, welches gelb uud stynixartlg wohlriechend iät, in 
übermässiger Hitze ^) weich und nach Art des Mastix knetbar wird. Es 
hat die Kraft, stark zu erwärmen, zu reizen und Splitter au8ZU7.ieheD. 
der Räucherung hilfl es bei veraltetem Husten , nimmt aufgelegt auc 
Flechten weg. Es findet sich aber an den OefiPnungen der Bienenstock 
iils Ton wachsartiger Beschaffenheit. 

') K Tt{> bzipir^w, wörtlich: in ÜbenoiUaiger Dürre. 

Das Vorwacbs . Propoli» , ijient theila zum Verstopfen der Oeffoungen an 
den Körben , theita zum Anheften der Waben an die Wandungen der Körbe oAai 
Stocke. Es Mi ein harzartiger, in Alkohol löblicher Stoff. >'acb PUniua KXIV 4* 
liefern haapta&chlicb die Attsschwitzongen auf den Blättern der Pappel das Material 
zur Bildung des Vorwachsea. 

Cap. 107. ÜEpl nupiüV. Weizen, Der Weizen ist zu Geons 
zwecken um besten, der frisch und vollständig reif ist und eine quitten' 
gelbe Farbe hat. Nach diesem kommt der Sommerweizen, welcheu Kiuige 
auch Sitauios nennen. Hob freilich gegessen erzeugt er runde Würmer, 
gekaut aber und aufgelegt hilft er gegen den Biss des wüthenden Hundes, 
Das aus dem Semmelmehle desselben gemachte Brod ist nahrhafter als 
daa BUS Kleienmehl bereitete'), das aus dem Sommerweizen ist leichter 
und gut zu verdauen. Das aus ihm bereitete Mehl dient mit Bilsenkraut 
saft als Umschlag gegen Nerven*(Sehnen-)flu»8 und Aufblähen der Eiu« 
geweide. Mit Sauerhonig entfernt es Leberflecken. Die KJeie mit 
scharfem Essig gekocht vertreibt den Aussatz und ist gleich anfangs um- 
geschlagen ein gutes Mittel gegen jede EntzQndung. Mit Kaute gekocht 
erleichtert sie geschwollene^} Brüste und hilft gegen Vipembiss und Leib-^ 
schneiden. Der aus Weizenmehl bereitete Sauerteig ist erwärmend uc 
reizend, erweicht aber ganz besonders die GeschwüLste an den Fusssohlen 
reift und öffnet auch mit Salz die anderen Geschwüre und Furunkelt 
Das Mebl des Sommerweizens dient mit Essig oder Wein als Umschln 
gegen den Biss giftiger Thiere. Gekocht nach der Art von KJeister hilft 
es als Leckmittel gegen Blutspeien, wirkt auch mit Pfefferminze und 
Butter gekocht gegen Husten und Raubuit der Luftröhre. Das aus demr. 
selbigen Weizen gemahlene feinste Mehl mit Uonigmeth oder Hj 
leum') gekocht zertheilt jede Geschwulst. Auch das Brod mit Honigmot 
gekocht und roh als Umschlag lindert jede EntzUudung, am meisten 
weichend und kühlend erweist es sich, wenn e« mit irgend welchen Krau 



n. Buch. Cap. 108. 



199 



tere oder Säften gemiacht wird. Das alte und trockene, fOr sich und ge- 
macht aiit irgend etwas, stellt den ßaucbfluss. Das bische iu SuIzbrOhe 
geirrt und umgeschlagen heilt alte Flechten. Der aus dem Semmelmehle 
oder dem feinsten Mehle zum iCusammenkleben der BUcher gemachte 
Kleiftttf ist auch denen sehr wohltbuend, welche au Blutspeien leiden, 
ireon er verdOnnt und erwärmt in der Gabe eines Löffels geschlürft wird. 

M zo'i%aiu.'sxi^, tuflammengebracht au4 verschiedeneni Mehl; das feine Urod 
«v ein Fatt&giteven , wie oaser Kuchen. ') d. h. scbw&rende. ■) Eine Mischung 
«DB WuMcr and Oel. 

D. behandelt xwei Sorten Weizen, die Winterfrucht. Ropöc, Triticum 
hAtmmm h. oder Tr. ndgart Till. (Gramineae), and den Sommerweizen, it. ^pifiT]- 
««5k oder 'SKMvioc Triticum Ofttitum L. Die Aasdrücke Winter- nnd Sommerweizen 
■isd abvr nicht in der heutigen Bedeutung zu ver«t«ben, sondern, wie Fr aas an- 
BiBtnU. ist » ein und dieselbe Fruchtart, der grannenlose Winterweizen, welcher 
Ea4« Jimi reif wird. Wollte man nämlich eine Sommerfrucht im MlLric B&en. ao 
*tid«n Trockenheit nnd Bitze die «cblechteste Ernte in AuMicht itellen. Nimmt 
■•d auch an , dass noch kurz vor unserer Zeitrechnung daa Klima Griecbeidandi 
««(•91 der damall vorhandenen Wiilder und des dadurch bedingten gröseeren Wasser- 
näditbum« noch gemftasigter wur, so kann dieses duch nicht in dem Grade der Fall 
gViaMiU «ein, dais eine eigene Sommerfrucht danach eingt^richtet wurde. Praa# 
hilt den Sommer- oder Itreimonafaiweixen einfach für den am späteiten getilgten 
WxBtenreixen. Cnter Sitanioi versteht er einen in Nordgriechenland, Pontua and 
X«k«dottien gebauten begrannten Weisen. 

Tfaeopbnut (Hint. pl. VIII 4, 3) unterscheidet den Weisen tbeila nach dem 
Talerlande, theila nach dem Aussehen; er nennt auch den Winter- und Sommer- 
»men, der im Herbst bexw. im FrQhjahr ges&et wird, dann eine Sorte, die in drei, 
eise, die in awei Monaten reif wird. Auch an NShrkraft sind die einzelnen Sorten 
*vnuüedeii. 

Gcdumella (De re mst. II 9) sagt: ,Fji gibt auch eine andere Weizenurt. die 
im Koikfalle angewandt wird; die Laudieute nennen sie die dreimonatliche; sie 
pavt lieh fQr kalte, schneeige Stellen, wo der Sommer feucht ist . . . Ton Natur gibt 
■ eigentiieb keinen dreimonatlichen Samen, obgleich Tiele das glauben i es wird 
nr FnUgahniaat derselbe Samen gebraucht, den man fQr gewöhnlich im Herbste 
lAet, and rl«r dann auch bewer gedeiht.' Kr hält diesen (I! t5) ftlr eine SUlgo-Sorte. 
d» iwettbe«te Weizensorte, welcher ein köatlichea Brod gibt, aber leicht wiegt, 
i*doch deihalh beliebt ist, weil er aushilft, wenn Regen, Ueberschwftmmung oder 
<SBft andere Ursache die zeitige Auiaaai verhindert haben. Der gewöhnliche Weizen 
tftet fehoa nach der dritten Autsaat ia Siligo-Weiften aus. 

Daa Semmelmehl, 'St\).(iaXii , Simila oder Similago, ist das feine Weisenmehl, 
V" ilem da» fladenftfrmige Brod nnd sonstiges Gebäck, ^i^iSaViT-rjc, hergestellt wurde 
^ kamt« Meld faiesa :fö|x?, Pollen, Pudermehl, das Gebäck daraus Tf(*p«Tj«, 

Cap. 103. Hspl Kpt^T];. Oerste. Die beste Oersie ist weiss 
^^ rein, besitzt aber weniger Nährkrafl als der Weizen; die aber aus 
»oaet GrQtze bereitete Ptisane ist nahrhafter wegen des beim Kochen 
B^tädeten Schleimes. Sie ist wirksam gegen Schärfe, gegen liauheit und 
"ockwtlre der Ltiftröhro, gegen die auch die Weizenpfcisane als mehr 



nahrhaft und harntreibeud heiläHca ist. Sie befördert, mit Fenchelsamei 
gekocht und geschlürft, die Milchabsonderung, treibt den Harn, mac! 
geschmeidig, treibt die Blähungen, ist dem Magon nicht zuträglich an 
reift die Oedeme. [Mache die Ptisane auf folgende Weise: Befreie 
die Gerste tod den Hülsen, trockne sie in der Sonne, enthülse dann 
wieder und trockne. Wenn du sie zum Aufbewahren wegsetzest, stretii 
den beim Enthülsen erhaltenen Abfall darüber, denn es wird sie e; 
halten, weil die Pfcisane feucht genommen nahrhafter ist. Das Wass^ 
(dazu) beträgt daa Zehnfache der Gerste; streue auch unzerriebenes Sa 
dazu.] Das Gerstenmehl, mit Feigen und Honigmeth gekocht, zertheill 
Eitergeschwüre und Geschwülste, es bringt femer mit Pech. Harz and 
Taubenmist Verhärtungen zur Reife. Mit Steinklee hilft es bei Eopf- 
und Brustschmerzen; mit Leinsamen, Bnckshom(roehl') und Raute dient es 
als Umschlag bei Aufblähen der Eingeweide. Mit Theer, Wachs, dem Urin 
eines unschuldigen Knaben und Oel reift es Drüsen. Mit Myrrhe oder 
Wein, wilden Birnen, Brombeer oder Granatapfelschalen stellt es den Baucb- 
fluss. Mit Quitten oder Kssig hilfl es bei Podagrannsch wellungen. Mit 
scharfem Esaig gekocht auf dieselbe Weise wie die Omelysis, und warm 
aufgelegt heilt es Aussatz. Der mit Wasser aus dem Mehle bereitete und 
mit Pech und Ocl gekochte Schleim bildet Eiter^). Mit Essig zu Scldeira 
gemacht und mit Pech gekocht Ist es bei GelenkflUssen nngebrscht Die 
aus der Gerste bereiteten Graupen stellen den Bauch und lindem Ent- 
zündungen. 

') Bis zur ueptischen Wundbehandlung liesf« mo-n den Heilungfiprucew 
Eitenmg verlaufen; mui antenchicd dabei den g«lb«n, guten und den dunklen. 
l'üiteT, CuH bonum und Piu malum. 

Die Gen'U', welche unter den Cercalien bei den Hippokiatäkem die ente 
eianahm, hat bei D. diesen Vorzug; nicht, immeriiin itt ne ober ein sehr geaeh&Utes 
Rohmaterial. Die Griechen kannten und {rebrauchten mehrere Arten Gerste. tAm- 
lieh «fttW) ^p4iiÖ^ oder Äwtoix««. Monitum mlgart U, H. dittiekon L., mp. ä(](iXXl|tfri]^ 
AehiHe«^er>te . TieUeicht H. ht^aetiehon L. Das wichtigste Genien {Präparat ist die 
Ptinne, onier HmferKfaleim. Die im Text angegebene Vonchrift dazu int so maii||el< 
halt, da« sie sicber nicht ron D. herrührt. Ku ihrer Darstellung wurde die 0«nte 
naeb wiederhol tt^m Kinw«ichen in Wawer und Trocknen an der Sonne im MArtet 
lentoMen und dann unt^r Zusat« von etwai Sali mit der sehnfachen Menge Waaer 
tüchtig gekocht. So bildete sie die nahrhafte Ptisone, nadv^i ««x''** während sie 
DRch der Colatnr, alito ron der Grfltze befrvit. ali icna^v^ t^*-^i bezeii^oet wurde. 

Ein leichtem 0«tzbk erhielt man darch Mactration der ge»ciirotenen, rohn 
oder g«rO«tei«n Gerrt« mit Waner, das iLp-^.vov (Khthinon). Ein «Urkender Müeh- 
tvmak, unkäv tKykeon). wurde aas üer^tenmehl Ton der Consutenz nnzerw Bogg«»- 
brets gekocht, dem andi ander« $ub«tAnara, als W^in. Honig, Milch, Zwt«b«ln. 
KlM u. dgl. cugesetct wurden. Ihn kannte litbon Fiomer (II. XI 634; Od. X S34, 
990k (Hippocr.. De dieta U &.) Wuter wurde au« Oentenmehl die ^^*> PöWnU. 
«Im Art Teig gemacht, welehar durch Eintaach^n in »tinteu W .^rUmOtf 

vad xatzit^Uchrr wurde. Alphiloo. ^Ä-^tt«« ut hier der Name f>: jtce o4«c 





Graapea. er bezeichnet aber auch eine Polenta auo geröstetem GeretenmehJ. Naob 
Ptmins XVIII 72 wurden die gerösteten Gersienkömer mit Wasser angefo neblet, die 
Nacht über stehen gelai»cn und am folgenden Tage zwiecben Steinen getnahlfn. Zu 
20 ITund des MehU wurden 3 Pfand Leinsamen, '/> Pfund Koriander und 1 Becher 
14 Drachmen) Salz gesetzt. Alles wurd« dtion gemischt, gedOrrt and auf der Mfible 
gemahlen; su li^erer Aufbewahrung wurde es in Ivrüge gegeben. Wurde die 
Genta roh luigewundt, ao hiess das Muh) Omelyais. u>fi-}] Xözii, rohe Linderung. 
Ilw Q^rsU'nlirod der Vorfahren hält Pliniu!« gut genug fUr du Vieh- 



Cap. 109. Ilepi Z69ou. Zytbos. Der Zythos wird aus QersU' 
Bitet; er treibt den Uarn, greift die Nieren und Nerveu an. um meisten 
ist er der Hirnhaut schädlich. Kr verursacht Blähungen, macht schlechte 
Sl^fte und bewirkt Elephantiasis. Das damit mncerirte Elfenbein läset 
sich gut bearbeiten. 

Der Zjthoe, unser heutige« Bier, fQr denen Bereitung den Aegjrpteni die 
PrioriÜt xugesi>rocheu wird, wurde nach Zoäimns Fanapolita. dessen Manuticriple 
Reinesina zuent verAffentlichte (vgl Sprengel, Comment, p. 456) auf folgejide Art 
bereitet: Gentenechrot wurde zu einem dicken Brei gekocht, aoi diesem formte 
mmn Klumpen , rersetst« sie mit Uefe und liei» tiie in Waner g&hren. War die 
OUiniBg TorOber, so lien man die Masse durch ein Sieb laoJ'en. Man machte ein 
•ttües und ein bitteres Bier. 

In den Becepteo des PapTTUs Kbers und des Berliner Papyrus werden beide 
Sorten als Henstruum fUr viele Arzneien gebraucht. Das Bier war »ber auch ein 
g««0haliches Getrfink der Aegypter, denn den 8chfllem, welche sich für das Priester- 
thom vorbereiteten , wurde uU tägliche Nahrung Elrod und Bier in das ihnen zur 
Wohnong angewiesene Internat gebracht. Erman (Aegypten und ägyptisches Leben 
im Alterthum S. 864) crz&blt nach einem aUen Werke (DestructioQ des hommes) : 
Seehmet hatte auf Gebeias de« Gottes Ra fast alle Menschen getodtet; um den Rest 
>u retten, wurdo ihr Dodft-Frucht ins Bier gemischt; sie wurde dadurch tranken, so 
liMm üe die Menschen nicht wieder erkannte. 

Cap. HO. Uspl Ko6ppit&0{. Kurmi. Das sogen. Eurmi, welches 

G«rate bereitet wird , und weiches man an Stelle von Wein als Qe- 

trink rerwendet, verursacht Kopfschmerzen, bildet schlecht« Säfte und 

greift die Nerven an. Es werden aber auch ähnliche Getränke aus Weizen 

Ist, wie im westlichen Iberien und Britannien, 

Das Kurmi soll gleichfalls ans Aegypten stammen; ei ist Tielleicht das dortige 
r, welches darcb Zusatz von Honig sflss wurde. 

_^ Cap. 111. Hspl Zecdc. Dinkel. Es gibt zwei Sorten Dinkel, 
4id «ine wird die einfache, die andere die zweikemige genannt, welche 
dfB Samen in zwei Spelzen enthält. Er ist nahrhafter als Gerste, wohl- 
■toeckcad^ (tlr die Brodbereitung aber weniger Nahrung abgebend aU 
dff Wfrüien. 
|H Triiicmm Sp^tta L. fGramineae), Ccä oder Ciu. scheint in den illtesteo Zeiten 

tZIZZZ" 



frucbfcbare AcVer CtlBoipoc öpoüpa, dinkeltrngendes L&nd. Der einfache Dinkel üt 
vielleicht Triticvm monoeoccum L., il«r andere Tr. dicoecum Schrank, Nach 
»cfaeint der Dinkel betreff» der Nährkraft in der Mitte «wischen Weizmi und (ser 
zu itehen. 

Pliciofl XVIII 81 nennt den Dinkel Far und Ädoream, unter Zea ubeist 
eine andere Getreide- (WeizuD-jArt zu verstehen; er sagt, die YOlker, welche Dinkel 
hätten, bauten keine Zea. ^J 

Cap. 112. riept Kp'jivoo. Schrot. Das Schrot ist das Grob^^ 
bei der Bereitung des Mehls, ea wird vom Dinkel und Weizen gemacht^y 
aus ihm wird der Brei hergestellt Es ist sehr uabrhaft und leicht ^er^H 
daulich. Das vom Dinkel stellt den Bauch mehr, besondere nach vor- 
heriger Röstung, 

Das Schrot, xf)t(iv4v. ist ein grobes Mebl, wie auch aus einer ParalleUteUe bei 
Galon (De f&c. eimpl. VII p. 45] hervorgeht, er nennt es n^x^i"?^^ ^^ icopivou xak 
t« Tiijv Cnwv ÄXiüpo'j, den groben Theil des Weizen- und Dinkeloiehls. Der Nlhr- 
wertli liegt im Gebalt an Kleber. Brei, puls, war in Rom die S|>eifle des Volkers. 

Cap. 113. Ilfipl 'OXüpot;. Olyra. Zu derselben Getreideart wie 
der Dinkel gehört die Olyra, sie ist aber um etwas weniger nahrhaft als 
jener. Sie wird aber auch zur Brodbereitung verwandt, auch ein grob«|^ri 
Mehl wird davon gemacht. ^^ 

Olyra ist eine Weizen- oder Dinkelart. Sprengel und Link halten sie für 
Triticum Zra HoRtü. Pliniu^ XVIll 62 nennt die Ol^^ra auch Arinca, welches Einige 
(Harduin) fQr Roggen, Secate eerfale L., Andere für Triiieum motioeoceuni nehmen, ^y 

Cap. 114. llepi 'A^i^pa«. Akhera. Athera wird aus dem fem" 
gemahlenen Dinkel bereitet; es ist ein schleimiger Trank wie fl(h!;si};e 
Brei, den Kindern zuträglich. Sie eignet sich auch zu Kataplasme 
[welche lindem und den Eiter anregen]. 

Plinius sagt an eben genannter Stelle, daas aus der Olyra durch Koäia 
ein Arzneimittel bereit«! werde, welches in Aegypten Atbera heiüse. Spätere Scfa 
steiler (Hesychiu«, Polliix, Hieronyrna«} haben das Wort in ver«cbiedener Weise 
deuten versucht, obne rechten Erfolg, 

Cap. 115. Ilspl Tpivoü. Trag OS. Der Tragos gleicht na 
der Art nahezu dem Chondros, ist aber um Vieles weniger nahrhaft als^ 
der Dinkel, weil er meist viel Spreuartiges enthält. Deshalb ist er schwer 
verdaulich und erweicht den Bauch. 

Plinius XVIII 72 und B3 halt Tragos fOr ein aus ausländischem 0«tt«ide 
gestellte« N&hrmittel, besonders werde es in Aegypten und Companien gemi 
Galen (De fac. alim. 1 p. r>If)) gibt an. duss der Tragos aus der besten ge«cbfcll 
Olyra bereitet werde; es ist also eine Art Granpen. Zum Gebrauche werden die 
mit Wasser gekocht, und nachdem dienes abgegossen ist. wird Wein oder ICosi 
gegeben. Im Commentar zu Hippokrates (De victu acut p. 455) Hat er d«n ' 
auch aus Dinkel herstelieu. 



11. Bach. Cap. HS. 

Cftp. 116. Ilepl Bp(i}{ioo. Hftfer. Der Hafer ist nach Halm 
und BUtteni tlem Weizon ähnlich, unterscheidet sich aber durch die 
&£iijttin. Di^' Frucht trägt er an der Spitze wie kleine zweigliederige 
Heiuchrccken. in diesen sitzt der Same» welcher wie die Gerste zu Kata- 
phsmen gebraucht wird, Aber auch ein Brei wird daraus hergestellt, 
«defaer den Durchfall stellt Der aus ihm bereitete Schleim ist ab Trank 
gqt gegen Husten. 

D. u&tancheidet hier xipx^;, die Frucht, und onlpfia, den Sauen, tinter 
«ntemn Ausdruck vr^rateht er die ganze Aebre, welche et dem Aoaseheu nach mit 
Udaeo HeuBchreckeo vergleicht. Im altes Griechenland w.ir der Hafer wenig be- 
famit und geachtet. Theophnut (Hist. pl. VIII 9, 2) »agt, daas nächst dem Spelt 
der Hafer den Boden am meisten aussauge, weit er viele Halme und Wurzeln habe. 
i«^o|M und Hafer s^ien ftist wild und als Culturpfianzen nicht zu betrachten. Aach 
beste wird Haftir nicht gebaut, weil er füe die Pferde zu hitzig sein soll, findet «ich 
ibcr in mehreren VarietAten wild an &.ckerründern, in feuchten und trockenen 
Kedentngen. In Italien war es fthnlich. Bei Virgü (Georg. I 77) heint ea: Lein, 
Biler nnd Mohn tangen. wenn man sie s&et, du Land aus; bei Columella (De re 
rüL 11 10. 32l: Hafer wird geaäet, um ^rOn oder aU Heu verfüttert zu werden. 
Phniu« XVIM 149 nennt ihn den scblimmBten Feind unter dem Getreid^^; die Gerst« 
artet in Hufer ans. Die germaniBchcn Völker s&en ihn und essen keinen anderen aus 
BiferfareL XXH 137 länt er Hafermehl mit Kssig gegen Muttermale auflegen. 
Oiicn hielt du aus Hafermehl gebackene Brod fQr unachraackhalt, aber bekömmlich. 

A^ma fitritn L. (Gramineae). Hafer. 

Cap, 117. nsp! 'OpöCijc Reis. Der Reis ist eine Getreideart, 
v^lche in sumpfigen und feuchten Gegenden wächst. Er nährt mä&sig 
und stellt den Durchfall. 

Die alten Griechen und RSmcr bauten den Reis nicht, kannten ihn aber durch 
du Bexng aus Indien. Plinius XVIll 71 »agt, das» die Inder daraus eine Ptisane 
■udten. wie aus der Gerate. Der Reis »cheint keine verbreitete Anwendung gehabt 
n kabeo, denn die Beachtet bungen sind sehr unvollkommen. Theophrast (Hist. 
|L iV 4. 101 hält ihn dem Spelt ähnlich, cnthnist den Graupen. 

Orfzt Mtira L. (Gmmineae]. 

Cap. 11^. Ilepl XdvSpou. Graupen. Die Graupen (Chondros) 
Verden aus dem sogen, zwcikemigen Dinkel gemacht; sie sind nahrhafter 
dl dar Reis , den Bauch mehr stopfend und dem Magen weit bekömm- 
BAflT. Mit E«sig gekocht und eingesalbt vertreiben sie Aussatz, ent- 
knn schuppige Nägel und heilen Aegilops im Entstehen. Die Ab- 
kodiong davon ist den an Dysenterie Leidenden heilsam. [Die Graupen 
Virifln auf folgende Weise gemacht: Der Dinkel muss enthülst, abge- 
BiiA, in warmes Wasser geworfen und ausgedruckt werden. Dann muss 
SNtoMener weisser ungelöschter Kulk fein gesiebt werden. Darauf mische 
na Dftch und nach mit dem Kalk den vierten Theil weissesten und 
'mMcb Sand« dieses wiederum streue man auf den Dinkel. Es muss 



aber in den Hundstagen verrichtüt werden, damit es nicht saure. Wen 
AJlca aufgestreut ist, siebe das dickere ab. Bio besten sind die zuerd 
abgesiebten Graupen, die zweite Sorte kommt nach diesen, die dritte 
minderwerthig.] 

Chondros. x^^poCi ist eine feine Sorte Graupen. Die Votsdirift mx ihrer Oar- 
etcUang ist jedenfalls nn&chtv sie findet tiirh nur in den Anmerkungen des Aesulani| 
□nd Jacus Coroariue. Die Zum'itz^: von Kolk und Sand bc/wcckun, dio (rraupea rec 
wei» so machen bezw. sie leichter und rascher trocken zn erhalten. Plinioa XVlil 112 
l&rat sie so herstellen: Die Zea wird in einem htllsemen HCtser gcstoHsen mit eine 
hQlzemen Keule, damit eie durch die Härte des Steines nicht zerrieben wird, etfl 
Arbeit der Sträflinge. Der MCraer hat eine eiserne ROchve- Wenn dann die' 
itbf^etrieben sind, wird mit denaelbeu Werkzcu^n da» Mark gestdoen. So 
dann drei Sorten, die feinste, die zweite nnd die grSbste, du sogen, .^pbaeren 
(Weggetragene). Sie haben noch nicht die WeLsse, wodurch sie sich auszeichne 
werden aber doch der al^xandriniechen vorgezogen. Nachher wird merkwUrdigerweii 
Creta (nicht Kreide, enndern, wie Kpätcr erklärt wird, ein wei««Her Tbon aus d^ 
Gegend von Puleoü und Neapel) cngeniischt, welche in die Maasc eindringt und it 
Farbe and Feinheit gibt. — Spüter erwlUint er auch die Darstellung der anächt 
Graupen mit Kalk. Chondros ist die Alien der Römer. 

Heutzutage hat man besondere Graupenmühlen. 

Cap. 119. IIspl Kifx?^^- Hirse. Die Hirse [bei den Kdmem 
Milium] ist von den übrigen Getreidearten am wenigsten nahrhaft, we 
sie zur Brodbereituug verwandt wird. Als Brei zugerichtet, stellt sie de 
Durchfall, treibt aber den Harn. Geröstet und in Beutel gegeben 
trockene Bähung angewandt ist sie ein Heilmittel bei Krämpfen und soi 
ütigen Schmerzen. 

Die Anwendung der Hirse aSs trockener warmer Umschlag beruht darauf, da 
sie, wie Plisius XXll 130 sagt, als eine zarte und weiche Frucht die Wärme U 
an sich billi 

Paiiieum miiiactum L. (Gramineae), Hirse. 

Cap. 120. Dept 'EXnjtoo. Mohrenhirse. Die Mohrenhirse [V 
den Römern Panicura], welche Einige Meline nennen, gehört zu den Nal 
rung liefernden Samen und ist der Hirse ähnlich. Sie wird ebenso zu 
Speisezwecken verwandt und eignet sich zum selben (arzneilichen) Qt 
brauche. Sie nährt jedoch weniger als die Hirse und ist weniger 
stringirend. 

Plinim XVIII 49 Eqq. leitet den Namen Punicum von den Bttscbetn. panlcu 
der ansehnlichen Blüthenrispe ab nnd sagt, e* würde wenig zum Brodbacken 
wandt. Bei Theophnwt heisst die E^auze bald ^up.o;. bald p-iXiyöc er erwfth 
gleichfalls die wollhaurartiKft Blüthe. Sprengel halt sie ITlr Panieum italicum 
Fraas dagegen für IIolcu» cemuux Willd. (Hoicu» Sorghum L ). Auf diese deol 
nicht allein die Worte dee Plinius XJlIT 131, da» der Arzt Dioklee dai Panica 
den Honig der Getreide nennt (wegen der Bdsaen Wurzel), Aondem anob die 
Schreibung des Blüthenstandes bei Theophrast (Hirt. pl. IV 4, 10); er nennt Anoaelt 



^•fhi, Jaba, eine in tlii* Llinge gezotjciie bütcbel förmige Riipe. Pxuicuni italicum 
tat »ber eine lUireniOnmge Riäpe. 

Gap. 121. flspl £i]aätLoo. Sesam. Der Sesanisamen ist dem 
lUgeo schädlich und bewirkt Oblen Geruch des Mundet», weDn er beim 
Bwe n zwischen den Zähnen bleibk. Als Umschlaf^ vertht*ilfc er Änscbwel- 
h&gen in den Sehnen und heilt Druck und Entzündung in den Ohren, 
riteiuo Brandwunden und Schmerzen im Kolon, auch den Biss der Hom- 
«dÜMkge. Mit Kosenöl Lindert er die durch Erhitzen verursachten Kopf- 
•chmerzen. Das Kraut aber in Wein gekocht leistet dasselbe; am besten 
ök es bei Augenentzüudung und grossem Schmerz angebracht. Es wird 
auch ein Gel aus ihm (dem Samen) gemacht, welches die Aegypter ge- 
hnaohcn. 

Simmum oriemtaU L. (Pedaliaceae). Plinius gcbreibt X\11I %. dau der Seaam 
Ik Indlm heimisch ist. Bei den Griechen wurden mit dem Samen die Brod- und 
btckwar^n l.cstreut. nie dient4?n »ber auch zar Oelliereitung. 

Oap. 122. riapl xVtpot;. Taumellolch. Der Taumellolch, Einige 
nennen ihn Thjaros [die Römer Lolium]. welcher zwischen dem Weizen 
vächst, hat, wenn er gemahlen ist, die Kraft, fressende, eiternde und 
bebflutige GeschwUre rings herum einzureissen, wenn er mit Rettig und 
8i]z aofgelegt wird. Wilde Flechten und Aussatz heilt er mit natür- 
liebtin ^) Schwefel und Essig. Mit Taubenmist und Leinsamen in Wein 
g^Eocht Sfinet er Mandeln und reisst schwer reifende Geschwüre auf. Mit 
Hooigmeth, sowohl getrunken als auch umgeschlagen, hilft er denen, die 
u lt»chias leiden. Mit Mehl aber oder Myrrhe, Safran oder Weihrauch 
gcsriachert ist er der Empfängnis» behUlfHcli. 

'l ♦itov äitapov. vom Feuer nicht berührter Schwefel. 

Lotium temHUmtum I,. (Gramineue) . Taumellolch. Taumelkorn, ein 
KÖldliebtti und schwer auszu rottende»! Unkraut unter dt^m Gelreid«, weshalb die 
ARcn gUubten, dusclbe entst&nde auM dem Weizen; Theophnub (Hist. pl. II 4. 1), 
^»iifa llle alim. fac. I p. 87). Sein öenUBs verursacht Bet&ubanff, Schwindet, 
Sdk&igkeit, selbst Krämpfe, welche einem t^ifligen Stoffe, dem noch wenig be- 
banlca Bittentoffe LoliJn zngeachrieben werden. K« wurde zeitweise dem Bierc 

Cap. 12i^. Ilepi 'AjtöXoy. Stärkemehl. Amylum wird es ge- 
*aant, weil e» ohne MtÜile hergestellt wird. Das beste ist das aus dem 
Sonmerweizen bereitete, das kretische oder ägyptische. Es wird herge- 
Wlt aus dem reinen Sommerweizen, welcher fünfmal des Tages und wo 
>fi(^h auch des Nachts mit Wasser übergössen wird. Wenn er weich 
Ironien ist. muss man das Wasser vorsichtig abgiessen, ohne zu pressen. 
BBit nicht das Nutzbare mit weggespült wird. Wenn er sehr weich ge- 
•uH«n erscheint, giesse das Wasser ab, um ihn mit den Füssen zu zer- 



treten, dann muss man wieder Wasser zugicsflcn und treten. Darauf mxiM 
man die obenaufächwimmenden Hülsen initt-elst, eines Durcfascblagea ab- 
nehmen und das Uebrige nach dem CoUreu auf ein Seihegefass bringi 
und nachdem man es abgeseiht hat, schnell auf heissen Steinen in brei 
nendster Sonnenhitze trocknen; denn wenn es kurze Zeit feucht blw 
säuert es. £s wirkt gegen AugentlUsRC, Höhlungen (Caveruen) und P< 
stein. Genossen stellt es den Blutsturz und lindert die Schmerzen m d 
Luftröhre. Es wird auch der Milch und den Speisen zugesetzt. Es wird 
aber auch aus gesiebtem und ein bis zwei Tage eingeweichtem Dinkel 
gemacht, welcher dann nach Art des mit Wasser angerührten Weizen- 
mehls mit den Händen abgepresst und in schärfster Sonnenhitze ge- 
trocknet wird, wie oben angegeben ist. Ein solches ist aber zum arznei' 
liehen Gebrauche nicht geeignet, im Uebrigen aber wohl zu verwendend 



n 



Da« Weizenkom, daa AusKangsmaterial der Stärke, best«fat aoa der FnicbthAul, 
der Samentchiile, der Kleberschicbt nnd dem En<t(npenn, iteio xtärkehaJtigen Oe- 
vebe. Eb gilt also, dieses von den ahn'gen zu trenuen. 

D. l&ost die St&rkc aas den ganr-en Weizenkarnerii daraUillen. wt>lche gehörig 
eingeweicht, durch Treten mit den FüaBen gwjuetscht werden, nacb Abrüumen der 
UOlaen wird die Masse auf einem Seihetache getmmmelt. Kin reines Amjlum konnte 
er $o nicht erhallen. Aach aiie dem abgesiebten und gewuchenen Dinkel Ifttst er 
durch Auspressen mit den Händen daHelbe bereiten. 

Bei der heutigen Daratellung der St&rke verfolgt man zwei Verfahien. di 
saure und das süsse. Nach dem ersteren. der sogen. Ualb'scben Methode Qbcri 
man den eingeweichten zerquetschten Weizen der Gährung; der Kleber lOtit nd 
und nach einiger Zeit k&on die St&rke mit VTasaer heraasgespfilt werden, 
neller ist das sOsse Verfahren, bei dem zogletcb der Kleber aU werthTolItu Nel 
product gewonnen wird. Einfacher noch iet die $tärkefabrikatJon aua Weisenmi 
(Martin'eche Methode), weil hier weder H&lsen noch Keimo zn beseitigen sind und 
e* sich nur um die Scheidung der Stärke vom Kleber handelt. 

Schon etwa 200 Jahre vor D. gab Calo (De re rust) ein Verfahren rur StArki 
bereitnng; nach Plinios XVIII 76 gebahrt den Bewohneni der Insel Cbioa der Buk 
die Darstellung der Stärke erfunden zn haben. Die Stärke selbst ist das emtf un' 
dem Einflüsse den Lichtea and der Kohlensäure der Luft in den Chlorophyllkflme 
entstohende AaHiinilationsproduct im Leben der Pflanze. Heute wird auoli m 
anderen Früchten die Starke im Oroseen bereitet, z. B. aus Reis. KortofTela u. 




Cap. 124. Ilfipl Ti^Xsük; äX«öpoi>. Bockshornmehl. Da« 
Bockshorn [Einige nennen es die Frucht des Bockshorns, Andere Bukeros'). 
Aigokeros'), Keralftis^). Lotos*), die Rfiraer Foenuni graecum, die Aegypt 
Itaain] und das aus ihm gemachte Mehl hat erweichende und vertheilend^ 
Kraft Kein gerieben mit Honigmeth gekocht wirkt es als Umschlag 
inneren und äusseren Geschwülsten. Mit Natron und Kiesig fein zerriebe 
und aufgelegt verkleinert es die MiU. Die Abkochung dessdib«n kt 
Sitzbad hei Frauenleiden angezeigt, wo es sich um EntKandnagen 
Ventopfung des Muttennondes handelt. Die Abpressung VOD einer 



kocbiuig desselben in Wasser bringt Haare weg» sowie Schorf und bösen 
Grind. Mit Gänsefett nU Zäpfchen eingflegt erweicht und erweitert es 

_dag Püriroetrium ''). GrQn aber mit Essig eignet es sich für schlaffe und 
chwUrige Stelleu; die Abkochung davon hilft gegen Stuhlzwang und 

"Ibelriechenden Stuhlgang bei Dysenterie. Das Oel daraus mit Myrrhe 
(entfernt die Haare und an den Scbanitbeilen die Narben. 

') Orhsenhori). 'J Ziegfnhürzi. *) KeraUiB, hornlUinlioh. Die drei A-Utdrücke 
iebon «ich auf dii* etwa 8 cm langen sichelförmigen HQlsen» duselbe bedeutet 
da« Uforptiidiä Wort liavin. *) Loto« ut der gemeinsaroe Name fOr Klee, woxu 
aoofa das Bockshorn fjehOrt. ^| toft; mpt ^vjy üstipav törouc. 

Diu Wort r?]M{, Telia, ein aoerklärter Ausdruck, bedeutet bei D. sowohl die 
rfiuixe &]i &ncb den tarnen, letzteren wohl in den meiftten Filllt^n. 

Die Heimath deü Bocksliomklees iflt nicht be«tiinmt. In d«n Ket^epten des 
Papyrtu Eben kommt derselbe t»br oft vor. Plinias XVIIl 140 bat <lie8ell>en Syno- 
njmiL, aouerdem die ftcht rflmiftche Bezeichnung Silicia. Der Name Fot;num graecmu, 
friechucbec Ueu, weist hin auf die Einwanderung über Griechenland. 

Bei den Afgyptvm dienten die frischen SchO»ilinge der Pflanze als GemQtie, 
die Griechen benutzten die ganze Ptbinze aU Vichfiitter. Die mittelulterlichen 
Apotbeker gebmucbten die Samen des Schleime« wogen zur Bereitung des BleipBactera; 
jtttt diesen dicKlbeu fa«t nur noch als Thii'rbeilmittel; üe enthalten ein Alkaloid, 
Trigooellin. 

TrigoHella Fotmum grateum L. (LeguminoHae-Papilionaceiie). 

Cap. I2r>. Hep*. Atvo'j. Lein. Der Lein [die Einen nennen ihn 
Linokalaunis ^), die Anderen Annen, Linon agriün'), die Römer Linomyrum, 
noch Andere Linum agreste'), die Afrikaner Zeraphois] ist bekannt. Der 
Same hat dieselbe Kraft wie der des Bockshorns, er zertheilt und er- 
weicht jede innere und äussere Geschwulst, wenn er mit Honig, Oel und 
wenig Wasser gekocht oder in gekochtem Honig aufgenommen wird. 
Koh mit Natron und Feigen als Umschlag entfernt er Sonuenbrandflecken 
ond Finnen, mit Lauge zertheilt er Drüsen neben dem Ohre und Ver- 
härtungen; mit Wein gekocht nimmt er fressende und grindartige Qe- 
NcbwOre weg. Mit gleichviel Kresse und Honig entfernt er scli üppige 
Naget. Mit Honig als Leckmittel genommen reinigt er die Brust und 
lindert den Husten. Mit Honig und Pfeffer gemischt und als Kuchen 
reichlich genommea reizt er /.um Liebesgenuss. Die Abkochung desselben 
dicut al« Kly:«tier bei Verwundungen der Eingeweide und der Gebärmutter 
und xum Hcmusbefordem der Excremcnte; bei Entzündung der Gebär- 
mutter leistet sie, wie die des Bockshorns, als Sitzbad gute Dienste. 

') Klarhxhftlro, xum Untcrichiedc vom Uewcbe, wie auch heute noch der Ans- 
ilnick flachs die Pflanze* und die bearbeitete Faser bedeutet. *) Wilder Lein. 
'I Acisrlfm. 

Dtir Lttin ist eint der ält^'äten Culturpflanzeu. Die Aegypter verwandten die 
Faiar lat HenteUang von Geweben und die Pflanze sowie deu Samen als Arznei* 
aJtIcL Da« 0«l win den Samen icheiot mnn nicht gekannt zu baben, erst Tbeophrast 




208 



Die AnsneiinittoUehre des Dioakuridt». 



(HUt p). TU 18. 3) erwähnt, eine gewisae Schlei migkeii and FeU> (xXioxj>^n^ nw 
xal Xtito;) derselben. 

Die wirluamen Bestandtheite xtnd Schleim und fettes Oel. 

Leinsamen zum Thee Qod Umachlag aind heute noch beliebte MiUeL 

Linum utitatintiimum L. (Linaceae). 

Cap. 126. rispt TpsßEvdou, Erbse. Die Gartpenerbse ist gu| 
fQi* den Bauch, treibt den Harn, erzeugt Blähungen, macht eine gut 
Farbe, treibt die Menstruation und die Frucht ab und befördert dte 
Milchabsonderung. Am besten wird sie, mit Wicken zusammengekocht. 
als Umschlag gegen Hodenanschwellung und Würzen gebraucht, mit Gerat« 
und Honig gegen Krätze und Schorf, Flechten, krebsartige und b5se Qe- 
schwdre. Eine andere Art davon beiftst Kichererbse; beide sind urin- 
treibend, da die Abkochung davon mit Rosmarin gegen Gelbsucht und 
Wassersucht gegeben wird; sie .schadet aber einer schwärigen Blase und 
den Nieren. Einige berühren gegen gewöhnliche und gestielte Warzen 
bei Neumond jede Hervorragung dann und wann mit einer Erbse, binden 
diese dann in feines Leinen und befehlen, sie hinter sich zu werfen, bo 
sollen die Warzen abfallen. Es gibt auch eine wilde Erbse, nach den 
Blattern der Gartenerbse ähnlich , von scharfem Geruch , in der Frucht 
verschieden, sie wirkt aber in derselben Weise wie die Gartenerbse. 

Die Gartenerbie, l^i^tw^; V"P*^*' i^ Pisum tativum L. (Leguminosae Papilid 
naceae); die Kichererbse, (ptß'.vd-o^ xptö«, Cicer arielinumh.; die wilde Erbse. i^ßtvd«< 
äfpto;, die gewSholiche Felderbse. 

Cap. 127. fTspt Koättotj iXXTjvtxoö. Griechische Bohne. 
Die griechische Bohne erzeugt Blühungen ') und Winde, ist schwer zu 
verdauen und verursacht böse Träume- Gegen den Husten ist sie guty 
bildet auch Fleisch. [Sie steht in der Mitte zwischen Warm und Kalt.] 
Gekocht mit Essigwasscr und mit der Schale gcnos-sen hemmt sie Dysen- 
terie- und Bauchflusse, ist gegessen auch gegen Erbrechen gut. Sie 
aber weniger blähend, wenn das erste Wasser nach dem Kochen we 
gegossen wird, dagegen ist sie grün dem Magen schädlicher und ertex 
mehr Winde. Das Bohnenmehl für sich allein und mit Graupen als Um-' 
schlag lindert die Wundent};Qndungen, macht ferner die Narben der Haut_ 
gleicbfarben, hillt bei verhärteten und geschwollenen Brilsten und ver 
treibt auch die Milch- Mit Honig und Bock.shommehl xertheilt es Funm^ 
kein, Drüsen neben den Ohren und Sugillatioiien unter den Äugen. Mi 
Rosensalbe, Weihrauch und dem Weissen vom Ei bessert es Vorfalle 
der Augen, Regenbogenhautfehler (Staphylome) und Oedeme: mit Wei^ 
zusammengeknetet heilt es Zertrümmerungen^) und Wunden der Augei 
Ohne die Schalen zu einer teimartigen Masse gegen Fluss gekaut') wii 
sie auf die Stirn gelegt. In Wein gekocht hilft sie auch bei Hoden 



HkschwelluQgeD. Als Umschlag auf die Schamthcile der Kinder gelegt 
«rhQtzt sie dieselben lange Zeit Tor dem Mannbarwerden. Sie Tertxtiibt 
Auch wtiisiu^ Flecketi. Die Schalen als Kataptasma entziehen den nach 
itm Auszupfen wiederkeimendeu Haaren die Nahrung und macheu sie 
teia. Mit Mehl, Alaun und altem Oel umgeschlagen vertheilen sie die 
OMMn am Halse. Auch färbt deren Abkochung Wolle, Von der Schale^ 
h der sie von Natur gewachsen ist, befreit und in zwei Stücke getheilt, 
wird sie (die Bohne) gegen Blutung durch Blutegel aufgelegt; denn halb 
lirdig«ichnitten und fest aufgedrückt hält sie das Blut zurück, 

*) cvio*iat(w8T|^ man man wohl aeben foiatitir^z aaf Blähungen beziehen, welche 
&f Brut bel&stiften. *) so-ix^3Mt<;. ') Ihu Kanen von «chleimhaltigen Substanzen, 
^ttäde. Tagen zu einem Umachlaf^ war besonden bei den Juden beliebt; a. aach I 52. 

Vicia Faba L. fL^pmlnwae-Papilionaoeae), die Scbwcini- od«r Biiffbobne. 

Cap. 128. ll«;>i R'jÄitou al70XTi0D. Aegjptiscbe Bohne. 
Die ägyptische Bohne, welche Einige auch die pontische nennen, kommt 
am meiaten in Aegypton vor, findet sich aber auch in den Teichen A.'^iens 
and Kilikienä. Sie hat ein grosses Blatt, wie ein Schirmhut und einen 
iOealangen Stengel von der Dicke eines Fingers, eine rosenrothe Blüthe» 
«eiche doppelt so gross ifit wie die des Mohns. Wenn sie abgeblüht 
^ trigt sie sackähnliche Zellen nach Art des Wespennestes, in diesen 
Wfiodet sich die Bohne, den Deckel ein wenig überragend, wie eine 
Bbae. Sie wird Kiborion oder Kibotion genannt, weil das Pflanzen der 
Bohne in der Weise geschieht, da^s sie in eine feuchte Erdscholle gelegt 
vri » in das Wasser gesenkt wird. Die Wurzel darunter ist dicker als 
EAr, sie wird gekocht und roh gegessen und heissb Koloka-sia. Aber 
Üe Bohne wird auch frisch gegeesMi. Getrocknet wird sie schwarz und 
ift grösser als die griechische ; sie hat adstringireude Kraft und ist 
Ua Magen bekömmlich. Das Mehl daraus , welches statt Qraupeu auf- 
gvlnut wird, hilft den an Dysenterie und am Magen Leidenden; auch 
vird es in Form von Brei gegeben. Die Schalen wirken besser, wenn 
f'-t in Honigwein gekocht und in der Qabe von 3 Bechern genommen 
»«den. Gegen Ohrenleiden hilft das in ihrer Mitte befindliche bitter 
•tbmeckende GrOne, wenn es mit Rosenöl gekocht und eingeträufelt wird. 

Die i^pti*fcbe Bohne ist der Same von Ntlumbium spea'osum Willd., Xelumho 

•<«»« O&rtD.. Symphata Nelumbo L. (Nymphaeaceael. Aus dem wagerecht laafen- 

in WnrxtiitAcke erheben »ch an itark bewurzelten Knolleastellen die langen mit 

^«dnln Tcnefaeaen fingerdicken Blatt- und Blütbenstiele; erst«re tragen gnwae 

IrtM, km<randt^, auf dem Warner scbwimmt^ndt; HUitlcr, deren Nerven von der Uitte 

"■■St:^ und lieh je zwei dort in eine Spitze vereinigen. L>a« ^,TOMC unter- 

■Wijtt . t-*t fünfzählig, zahlreich, rosenrotb, mit einem ungenehmen Zimmt- 

pndi-, bis lu 7(1 kurxe Staubblätter mi t längHcben Autheren stehen auf dem umgekehrt 

^4äf)"iBigen BlQthenboden, in dem 9—17 Fruchtknoten eingeaenkt sind. Die eben< 

"'* it den ßtötbraboden eingesenkten äamen sind etwa 1,5 cm lang» eif^naig, an 

'tntiti. AnB«imlUeUelire de» Dio&koridea. H 



der Spitze mit einetn kurzen, von der Narbe her rühren dtm FortBiktz and djinebcn 
mit einem Hikkerohen versehen. Die Samenschale umechtieut uhne Periaperm 
Kndoapema den Embryo mit dicken Kotyledonen, in denen sich ^Tvei bereits 
BlUttchen be&nden. 

Sie findet sich in Aeg3rpt«n, Indien nnd Cbin*. JDie prftchtige äuisere Ej>_ 
echeinung, dtis Schwimmen auf dem Wasser, ihr Sinken vor den breonfmlen Son 
»trablen, die besondere BiMong und grüne Farbe des EmbrjOi die« Alle« lies« dil 
Pflanze den Alten geheim nissTol) erscheinen und sie mit den Göttern in Ver- 
btndong bringen. Im Nillande ist es Osiri«, in Indien Bmmab, der auf dcu Blätt 
ftchwimmt. In China wird ne w^eu der mehlrcicben Wurzel und der woh 
Bchmeckenden Sumen viel gezogen. 

Schon Herodot 11 92 vergleicht die Frucht mit einem Weepennest an Qt 
mit vielen essbaren Kdmem so gross wie Oelkeme. welche roh und gedOrrt 
geaen würden. 

Theophrast (Hist- pl. Pf 8, 2) nennt da« ganze Qewebe des Stengels 
artig, auf dir'eem mitze ein wefrpennestartiger Blßthenhoden (xtu^oov), welcher 
ZQ dreisaig Bohnen enthalte. 

Plinins XXI 87 nennt die Pßanze Colocana, wogegen D. nur die Wurxel 
beseicfauet. Er sagt weiter, die Äegypter schätzten dieselbe eo sehr, dass sie 
Blätter in die Farm von allerhand Trinkgeachirren brächten. Darauf fQhrt 
den Ausdruck Kiborion, Cil>orium. ein Ebb- oder TrinttgeftUs zuriirk. D. aber 
braucht denselben f^nonym mit Kibotis, ein Eistchen, und zwar für die Bohne selb« 
mit der Begründung, das« die Bohnen zur Saat in einer Hülle von Erde ins Wa 
gesenkt würden. Uebereiustimmend damit sagt OaJen (De thertac. iid PampfaiL p. 3l 
das« die Bohne Helb»! landläußg xi^ und iußt»j>tDv heiwe. Da beide wohl nur to 
Hfirensagen berichten, liesKe sich die Schwierigkeit dieser Stelle leicht heben, w 
man das KaXtUot ti ntjiüiptov t| xißiüttov auf das kurz vorhergehende cfi^xtov, 
wespenartiga Pruchtgehäunie bezieht. 

Die Bohnen wnrden, wie alle Schriftsteller berichten, in diefter oder jener Fo 
verspeist, nur den Priestem waren sie wegen ihrer blähenden Wirkung verboten. 



Cap. 129. ITe^^l 4>axoO. Linee. Die iiinse [die essbare; 
Römer nennen sie Lens oder Lenfcicula] macht, wenn sie fortwährend 
gessen wird, stumpfsichtig, ist schwer verdaulich, dem Magen nicht 
k5mmlich, verursacht Blähungen im Maguu und in den Eingeweide 
stellt aber den Durchfall, weim sie mit der Schale genossen wird. Die 
jenige darunter ist vorzuziehen, welche sich leicht kochen tust tind beil 
Maceriren mit Wasser nichts Schwarzes abgibt. Sie hat ad.stringirend 
Kraft, deshalb stellt sie den Durchfall, wenn sie vorher geschält und vo 
sichtig gekocht wird, indem das erste Wasser abgegossen wird'}; den 
die erste Abkochung davon löst den Bauch. Sie verursacht achw« 
Träume, taugt nicht ftlr die Nerven, fllr die Lunge und den Kopl 
Bessere Wirkung äussert sie auf die Baucbäüsse, wenn ihr Eäsig, Weg 
wart, oder Portulak , rothe Bete , Myrtenbeeren , Granatäpf eiset 
trockene Kosen, Mispeln, Speierlings beeren, thubanische Birnen, Quitt 
äpfel, Cichorien, Wegerich oder ganze Galläpfel zugesetzt werden, welcl 
alle nach dem Kochen weggeworfen werden, oder auch Sumacb, w«Ichd 



ri. Buch. Cap. W. 



2\X 



lof die Speisen gestreut wird. Der Essig muss aber tQcbtig dumit gekocht 
«crdeo, sonst wird der Bauch sehr in Unordnung gebracht. Bei Magen- 
«nchtttterung helfen dreissig Linsen, welche geschält genossen werden. 
Mü Graupen gekocht besänftigen sie aU Umschlag Podagrasch merzen. 
Hit Honig verkleben sie FistelnöÖnungen, reissen den Schorf rund herum 
•Bf und reinigen Geschwüre. Mit Essig gekocht vertheilen sie Ver* 
bfiimgen und Drüsen. Mit Steinklee odc^r Quitten unter Zusatz von 
toenOl heilen sie Äugen- und Äft^rgeschwUlHte, aber bei grösseren Ge- 
KhwOUteD am After und grösseren Oeffnungen , wenn sie mit trockenen 
GtiBatäpfelschalen oder Kosen gekocht werden unter Zumischuug von 
Honig. In gleicher Weise (helfen sie) gegen fressende gangränöse Oe- 
«Itirare, oder auch mit Zusatz von Meerwaitser; gegen Pusteln, kriechende 
öwchwOre, roseartige Entzündungen und Frostbeulen in der oben ange- 
^eb«ii«:D Anwendung. Bni verhärteten und geschwollenen Brüsten sind 
utf in Ueerwosser gekocht, aU Umschlag von guter Wirkung. 

*) Audi bei den Hippokratikem vird bei LinsenabhochunK das erste Absud 
*mi||OiMii. wt« es unsere Hausfrauen nacli thun, weil es Brechen erregt. 
Srntm J^mw L. (^L«^niinuRae-FapUionaceAe|, Linse. 

Cap. 130. ITspi *t>aatöXo'>. Zwerghohue. Die Zwergbohne er- 
»ugt Winde und Blähungen und ist schwer verdaulich. Wird sie grün 
pkoAt und gegessen, so erweicht sie den Bauch. Gegen Erbrechen ist 

oQ gat. 

F^MHolm» iVrtfiu« L. (Lef^animosBe-PaptHonBceae), Zwergbohne. 

(«p. 131. n«pt 'Opößou. Linsenwicke. Die Linsenwicke [bei 
^ ROoiem Orohus] ist ein bekannter kleiner, seh mal blätteriger, zarter 
Sbudi, welcher die Samen in Hüben hat. Aus ilinen wird das sogen. 
TiekeDnehl gemacht, welches zum raediciiüschen Gebrauche dient. Es 
nrarucht aber Kopfweh, beunruhigt den Bauch und führt das Blut durch 
^ Crin ab. Die Ochsen werden fett, wenn sie damit gefüttert werden. 
1*»» Wickenmehl wird aber auf folgende Weise daraus gemacht: Suche 
^ ToUkommensten und weissen Samen aus« besprenge sie unter Um- 
•flwUn mit Wasser und lass es in jede hineinziehen und röste sie dann, 
W die Schale platzt. Dann mahle ^tie, schlage »ie durch ein feines Sieb 
nd bewahr« das Mehl auf. E» ist gut fUr den Bauch, treibt den Urin und 
■^affi eine gute Farbe. Wird es in der Speise oder im Trank übermässig 
Pft^, so fllhrt es unter Krämpfen das Blut durch den Stuhlgang 
^ iurch die Blase ab. Mit Honig reinigt es aber Geschwüre, Leber- 
^n, Sommersprossen, Muttermale, Oberhaupt den ganzen Körper; 
''tUeBda Geschwüre , C'arcinome und Gangräne hält es auf. Fenier 
w*?itkt 68 die Verhärtungen in den Brüsten , reisat böse Geschwüre 



Furunkelu und bösen Grind rings hemm auf. Mit Wein zusammen'^ 
gerührt heilt es nls Umschlag Hunds-, Menschen- und VipemhisKe. Mit 
Essig beschwichtigt es Uamverhaltung, Krämpfe und Stuhlzwaug. Es 
hilft denen, die an Auszehrung leiden, wenn es geröstet in der Grösse 
einer Nuss mit Honig genommen wird. Seine Abkochung heilt als 
guss Frostbeulen und Jucken am (ganzen) Kdrper. 

Vieia Ervilin L. (LegumJiioiae-PapiUooaceae), Linienwicke. 

Cap. 132. lUpl H£p}&o'>. Lupine. Die cultinrte Lupine [bei 
den Römern Lupinus, bei den Ägyptern Brechu] ist bekannt. Bas Mehl 
da<ron treibt mit Honig als Leckmittet oder mit Essig getrunken dis 
WOrmer aus. Die Lupinen selbst, macerirt und noch etwas bitter genossen, 
leisten dasselbe; auch die Abkochung derselben hat die gleiche Wir- 
kung. Mit liaute und Pfeffer getrunken ist sie der Milz heilsam, aU 
Aufguss ist sie dienlich gegen krebsartige und bOse Geschwflre, gegen be- 
ginnende Krätze, weisse Hautflecken, Muttermale, Hautausschlag und bös^ 
Grind. Selbige mit Myrrhe und Honig im Zäpfchen treibt die Men- 
struation und den Fötus aus. Das Mehl reinigt die Haut und (Tertreibt)^J 
dunkle bleifarbene Stellen, lindert auch mit GrQtze und Wasser die Ent-^f 
Zündungen. Mit Essig besänftigt es Ischiasscbm erzen. In Essig gekoclit 
entfernt es als Umscblag Geschwülste und Skrofeln und reisst Funinkeb 
rings herum auf. Die Lupinen, mit Rogenwasser bis zum Schleim ge- 
kocht, glätten das Gesicht Mit der Wurzel der schwarzen Mastixdistel 
gekocht heilen sie die Räude der Schüfe, wenn sie mit der warmen Ab- 
kochung gewaschen werden. Die Wurzel, mit Wasser gekocht und ge- 
trunken, treibt den Harn. Die versUssten (entbitterten), fein gestossenen 
Samen mit Essig genossen beschwichtigen den durch UeberfüHuug des 
Magens entstehenden Ekel und bessern die Appetitlosigkeit. 

Cap. I3a. Dtpi OipiAOO ätYploo. Wilde Lupine. Es gibt auch 
eine wildf Lupine [die Römer nennen sie Lupinus ngrestis], sie ist der 
gebauten ähnlich, im Ganzen aber kleiner, wirkt jedoch in derselben Weise 
wie die gebaute. 

D. bespricht in dea beiden Capiteln zwei Lupinenarten -* Theojkbnut kont 
nur eine — , von denen man die ersiere. die gebaut« aU Lupinus hirwuta.* h., R^'.l^r 
und die wilde aU J^Mpinu» anguttifoUus L. (LegnminoMe-Papiliunoceue). Scb:. - 
Ijtüttertire Lupine anspriolit. Die lelxtere findet sich an iit«inig(ni Vori'or^n 
unter Gebüsch. Der Name Lupinua wird ron lupas, Wolf. Ab};tiloitet. weil Ui«.- rüar.:- 
den Boden auftaaugt (Cato bei Plinius XVII 5ti «agt: t«rram puci). Diit hay 
haben einen bitteren ß^Achmack, Truldier Uinen durch Mac^ration mit Woaior (Swm 
genommen wird. Ihre lletiuath iat der Orient. Sie tlienira jcirt nur nnch uUTitb- 
futter. da hi^ den aodervn Leguminosen im N&lirwertli - •' ib 

Surrogat de« KniFcet rmpfohlun. Sie enthtüten niLt'U K. 




11. Buch. Cap. 136. 



213 



:i^ I. ^:i<iiii(lin in Form einer bellen, gelben, »cbirach riechenden, dicken 

Willstltter und Fourneau fanden im SAmen der gelben Lupine diu echßn 
ti7«iDistr«nde Alkaloid Lupinin. 

Cap. 134. UtpX Vt^'i'i'JXr^z. Weisse Rübe. [Die cultivirte weisse 
BBbe; Einige nennen sie Qongyiiä, Ändere Golf^sion, die Hömer Rapa.J 
Die gekochte Wurzel der weissen Rübe ist nahrhaft, erzeugt Blähungen, 
büdet Bchwammigei» Fleisch und reizt zum Liebesgenuss. Die Abkochung 
teielben dient als Bähung, bei Podagra und bei Frostbeulen , auch 
B« ftelbst, fein gesto^sen, hilft als Umschlag. Wenn mun die Wurzel 
«tthöblt und darin Hosenwachssalbe in heisser Äsche schmilzt, so hilft 
ca gegen geschwQrige Frostbeulen. Werden die Sprossen derselben ge- 
kocht und gegessen, so wirken sie harntreibend. Die Samen eignun sich 
ili Zusatz eu Gegengiften und zu schmerzlindernden Mitteln gegen den 
Biu giftiger Thiere. ihr Genuss hilft auch gegen tödtliche Gifte; auch 
nt nrizen zum Liebesgenuss. Mit Salz eingemacht verliert sieM als Speise 
ac NÄhrwerth; den Appetit regt sie wieder an. 

'I Hit Bezug anf Capitel 186 die Wurxel. 
Bra9»ic0 Jtapa L. (Craciferfce), Weit«e Rttbe. 

Cip. 135. Iltpl ToiYÜXijc Ä^pia;. Wilde weisse Rübe. Die 
«Ue WeissrQbe wächst auf den Äeckem, ein ellenlanger Strauch, Tiel- 
nnweigt. an der Spitze glatt'), er hat glatte, tingerbreite oder noch 
griaoe Blätter und die Frucht in knospenartigen Schoten. Wenn die 
TnichthlÜlen geöffnet sind, ist inwendig eine andere kopfTörmige Schote'), 
a welcher schwarze, beim Durchbrechen innen weisse Samen sich be- 
fiodfiL %e werden den Pomaden für das Gesicht und andere Uauttheile 
iipmischt, welche aus dem Bohnen-, Weizen- und Linsenmehle gemacht 
«vilea. 

*l Im Texte beiasi es: U fixpo) [U^o;]. nach Sprengel in cacomine (glaber), 
<» t^irar Sinn reaultirt jedenfalls, venn man i^ ixpoi> auf die Wurzel bezieht. 
>■ 4cna Spitx« der krautige Stengel empurschieeat. Da« Wort .glatt*, >.<to<, fehlt 
■in ia Cod. N., Sprengel hat ea aU QberflOssig in Klammern geoelKt. ') Damit 
Vai D. wohl die flOgelartig ausgebreitete feine Haut, welche den Samen umgibt. 

£w«M* Knuüfo L. (Cruciferae), Bergkohl (nach Fr aas). 

Cap. 136. WirA Bo'Jvtd(So(. Fuldkobl. Der Feldkohl und seine 
'■nel gekocht erzeugen Winde, sind aber weniger nahrhaft. Sein Same, 
^(W genommen, macht die tödtlicheu Gifte uiiwirksiim. Er wird auch 
4a Qvgengiften zugemischt. Auch die Wurzel von diesem wird mit Salz 
■pBicht. 

BnuMfu €timfie*tri» L. var. Hapobtfiiuica (CruciftTac), Feldkobl. Sie gedeiht 
■A Frati nur in gebirgigen Gegenden (daher ihr Name ßoovta'f ron ^ouvo;. die 





Höbe); in den Kboneu Qriechenlands fand «r sie nicht; m lAt unsere Steckrübd 
PliniuR XX 21 kennt zwei Arten. Buntoi« ilem Rettig and der ßttbe gleic-b. an 
Bunion mit eckigen Blattgtieleu. 

Cap. 137. Iltpl 'PafavtSoc. Rettig. Der Rettig f Ein ige nenne 
ihn Polyeidos Eryngiou^), die Römer Rudix nostra»'), die Afrikaner Thor 
path^)]; auch dieser erzeugt Blähungen und erwärmt. Er schmeckt gud 
ist dem Magen aber nicht bekömmlich; er bewirkt Äufstossen und treibt de 
Urin. Er bekömmt auch dem Bauche, wenn man ihn dazu (d. b. na 
der Mahlzeit) nimmt, indem er die Vertbeitung der NabrungssafU b« 
fördert; wird er vorher genossen, so hebt er die Speisen in die Höh« 
Vorher genossen ist er auch bei denen angebracht, die erbrechen wolle 
Er schärft aber auch die Sinne. Gekocht genossen ist er denen zut 
lieb, welche an chronischem Husten leiden und bei denen sich Verdick 
tungen in der Brust gebildet haben. Seine Rinde mit Sauerhonig ge 
nommen wirkt kräftiger brechenerregend , ist aber den Wassersüchtige 
woblihuend. Als Umschlag ist sie auch bei Milzkranken angebracb| 
Mit Honig bringt sie fretssende Gescbwtlre zum Stillstand und entfer 
Sugillationeu unter den Augen. Sie hilft den von giftigen Thieren 6e 
bissenen und erzeugt nach der Fiichskrankheit dichtes Haar. Mit Taume^ 
lolcbmehl entfernt sie Leberflecken. Gegessen oder getrunken hilft 
bei denen, die durch Essen oder Trinken von (giftigen) Pilzen Erstickung 
anfalle bekommen, befördert auch die Menstruation. Sein Same erreg 
Brechen, treibt den Hani und reinigt die Milz, wenn er mit Essig 
nommen wird. Bei EntzUndung der Schlundmuskeln (Angina) hilft 
gekocht als Gurgelmittel mit warmem Sauerhonig, ebenso erweist er si( 
mit Wein getrunken heilsam gegen den Biss der Horuscblange. 
Essig aufgelegt endlich reisst er Gangrän kräftig rund herum auf. 

') Vielwft von Mannstreu. *^ Unsere Wnmel. •) Der arabische Ausdrock 
Tnber, Knolle, wegen der fleiscbigen Wurzel. 

Den scbarfen GeRchmHck verdiuikt der Rettig, wie daa Kraut und der Sa 
vieler Cruciferen einem öehalt an Senfßl. 

Cap. 1M8. Hepi TayotvtSoc afpEat«. Wilder Rettig. Der will 
Rettig, welchen die Römer Armoracia nennen, hat ähnliche Blätter 
der gebaute, mehr doch wie der graue Senf, die Wm-zel ist trocken, 
langf etwas scharf. Sowohl die Blätter als auch die Wurzel werden als 
Gemüse gekocht. Er ist erwärmend, urintreibend und hitzig. 

Raphanui» liadicula L-, R, Uadiola D. C. und H. Mitü-un L. (Cruciferaa). 

D. unterscheidet zwei Arten Rettige, zunächst den gebnuten oder G«Ttenr 
es Bind die ßadieachen mit der kleinen, mehr runden, weta»en bis rothen Wa 
and den eigentlichen (wildeiit Rettig mit starker, hartfloischiger. «cfaarfer Wo 
von dem ea mehrere Spielarten gibt. 

Theopbrast (Uiit pl. VII 4. 2) benennt die Rcttigarten na^ ibrer Herkunft. 



n. Bach. Cap. 140. 



215 



■o den korinthischen, dtn liolhasiichen oder thrakischen. den böotiflcben, welcher am 
b«tl«n Bcbmeektt uod den kleonäüchen; je glatter die Blüttcr sind, desto lieblicher 
{>t der Geschmack. 

Ptinius XIX 81 benrUieilt die Hüte des R«ti)g8 nach der Art de» Stenf^U, 
welcher bei den ^rinj^n Sorten rund, dick und laußcChng ist; dpr be^te int der 
■TTÜcke. Den wilden Rettig nennt er aacb Leaoe (den weissen), Amon und Armoracia, 
bei ihm tet das Laub stärker als der Stungel. 

Oh wir Annoracia all Meerrettifjf ansprechen eoUen, ist sehr zweifelhaft; nach 
FKaliu XX 22 wfiehst er am beeten in Arkadien und kommt auch an anderen Orten 
vor. Fraag kennt ihn in QrieohenUind weder coltinrt noch wild. Er fand die 
BSidieMhen mit Senf und Ranke verwildert vorkommend im Olivenwalde ron Athnu 

Cap. 139. lUpl £tQdipo*j. Sisarou. Sisaron ist bekaimt; seiue 
Würz«! ist gekocht wohlschmeckend, gut fUr den Magen, treibt den Uarn 
und regt den Appetit an. 

Die Bestimmung dieser Pflante ist nicht leicht, ihre Heimatb ist Oslagien. 
PUnios XIX 90 berichtet, daas der Kaiser Tihcnus sie, das Siser, alljährlich nua 
Deatscbland habe kommen lassen, die wohUchmcckendstc wachse su Gcldula am Kbcin. 
sie habe einen bitteren Nerven. Weiter (XX 35) sagt er, es gebe auch ein wildes, 
cnraticnm, welches dem gebauten nicht nachstehe; doch könne Niemand mehr als 
drei Stficke hinter einander essen. In Italien wurde sie schon früh gebnut, denn 
ColomeUa XI 8. 18, 35 sagt, dasi Siser im August in tiefgegrabenen, gedüngten 
Boden gesftet werde; heute ist sie noeh dort ein EUchengew&ehfl and hei^t Sisaro. 
b Orieohenland fand sie Fr aas nicht. Die Schriftatellcr de« 16. Jahrh. halten «ie 
BMit fQr eine Pastinaca-Art und nennen sie Gartenrapunzel, Klinge Im&hren, Girgele, 
Zockerwursel xl s. w. Sprengel hielt «ie früher fQr .SVurM Sinamm L. (Umbeüiferue- 
Amnüneae), Zuckvrwurzel, änderte später Keine Meinung und erklärte sie für 
FnsttMmett gatira, weil erst im 18. Jahrb. die Pflanze durch Minor itenmOnche oder 
dorrh ReiBi-iide fM. Polo) nach Europa gebracht »ei, auch die von Plimu» erwähnte 
Bitterkeit d*'r l'äanze. sowie die zweite Art derselben, fehle. Warum sollt«* aber den 
Griechen die Pflanze nicht durch Handelsbeziehungen bekannt sein! Das Zeugnis» 
des Plinini) als albnnigc Kntacbeidung muss stets mit YorRicht aufgenommen werden. 
Sollt« du Sisaron aber Patitinaca sein, so mflaste D. eine Pflanze unter zwei Namun. 
Qod iXtt^ßosxov (in 73), beftcbrieben haben. Fraas hält darum an Sium 
w fest Die gebaute Pflanze hat eine knollig-bOschelige Wurzel und einen 
13 — 24 cm hohen Stengel mit einfach- unpaarig gefiederten Blättern. Die seittiebeu 
Blättchen sind länglich, die endständigen faerxfQrmig, alle am Kande gezähnt. Di« 
BlQtfaenbfille ist fOnfhlätterig. 

Cap. 140. II Ep: Aaffiädo'). Ampfer. Der Ampfer; eine Art 
demelben beinat Oxylapatbon, welche in Sümpfen wächst, aie ist nach 
obra zu bart und etwas spitz: die andere Art, der Gartenampfer, ittt dem 
•vten nicht ütmlicb. Eine dritte ist die wilde, sie ist klein, dem Wegericb 
ziemlich ähnlich, weich und niedrig. Es gibt aber noch eine vierte Art, 
welche Einige Oxali» oder Anaxyris, auch Lapathon nennen; deren Blätter 
rinii denen des wilden und kleinen Ampfers ähnlich, der Stengel hi niciit 
grow, di« Frucht etwas sauer, roth. »charf und befindet sich oben am 
SUog«! und an den äeHenschüaseri. Das von allen gekochte Oemü-se er- 



weicht den Bauch. Koh mit Kosensalbe oder Safran als Umschlag ze 
theilt er bösen Kopfausschlag ^). Der Same vom wilden , von Lapathuij 
oder Oxalis wird mit Wasser oder Wein vortheilhaft gegen Djsenter 
krankhafte Verdauuugszustände , Uebelkeit aus dem Magen und gege 
Skorpionsiich getrunken, und wenn Jemand ihn vorher nimmt, bat ef 
Tom Stich nichts zu fürchten. Die Wurzeln mit Essig gekocht» aucj 
roh als Umschlag heilen Aussatz« Flechten und schuppige N&gel, 
rouss die Stelle aber vorher in der Sonne mit Natron und Esaig 
reiben. Die Abkochung davon als Aufguss oder al» Zusatz zum Bade^ 
beruhigt auch das Jucken. Sie beschwichtigen in Wein gekocht ab ^, 
Mundwasser Ohren- und Zahnschmerzen, sie zertheilen DrQseu am Uolflflj 
und neben den Ohren als Umschlag, wenn sie mit Wein gekocht werdei^^ 
wenn mit Esaig (sind sie gut für) die Milz. Einige wenden die Wurzelig 
auch als Amulett-) gegen Drüsen an, indem sie dieselben um den Ha 
binden. Fein gestossen als Zäpfchen eingelegt stellen sie den Fluss d< 
Frauen. Mit Wein gekocht und getrunken heilen sie vollständig die Oelb*1 
sucht, zertrümmern den Stein in der Blase, befördern die Menstruation 
und helfen gegen den Bi&s des Skorpions. 

') pisXixTjpt^ , von der Aehnlichkeit mit (itXn-ijpoy . Honigwaben, Tinea far 
') ITvicspLa aU STmpathiemittel. 

ßunifjr, Ampfer (Polyjronaceae). 

Vier Arten Ampfer zäblt D. auf. Dio häufigste ist Ox^Iapaihon. heute X^irafro. 
LnpAtho, die ßemQsepflanze der Griechen, Rumex eriuptu h-, HaAenanipfer; der 
GarteDampfer, Xäitaftov «r^ntcnov, ist B. Fatienlia L., Oeratlfleampfer; die wilde kleine 
Art, X. ÄYpiov, Ut H. buc^iihalophorua L. (nach Kostelctzky //. Kcutatu^, Schild- 
fOrmigtif Ampfer); die vierte, SfaXic, äva^uptc oder einfach Xöncidov. ist tiumer 
aceiotm* und Acttotriht L., Sauerampfer. Sie enthalten oxalsanre Salxe. 



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BftdeV 

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Cap. 141. flspl 'tirnoXocTri^ou. Hippolapathon. HtppolaS 
pathon ist ein grosser Ampfer, welcher in Sümpfen wächst. Er bat die 
selbe Kraft wie die vorhergehenden. 

Rumejc aqaaltcut X... It. Ugdrolapathon Huds. (Polygonaceae). Wisaorampfer. 

Gap. 142. IIspl AatnJidvTjc. Grauer Senf. Der graue Sen 
[bei den Römern Napium, bei den Aegyptern Euthmoi] ist ein wild« 
Gemüse, nahrhafter und besser für den Magen als Ampfer; von ihi 
werden die Blätter und der Stengel gekocht und gegessen. 

Sinnpi» ineatta h. (Cruciferae), Grauer Senf. 



Gap. 143. Ilepl BX^tou. GemUseamaranth. Der GemQ 
nmaranth [die Aegypter nennen ihn Echlotoripan, die RSroer BLitum, dl^ 
D;iker Bles], auch dieser wird als Gemüse gekocht. Er ist gut fQr de 
Bauch, hat aber keine arzneiliche Kraft. 

Amaranifia BUtum h. (AmaniBtbaceae), Gemüae'Amaranth. 



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Cap. 144. llcpl MaXdxTji;. Mnlve. Die OartenmaWe [die Römer 
oenoeD sie Mnlra hortensis, l'ythagoras Änthcma, Zoroastcr Dindesma. 
die Aegrpter CbokortCf die Propheten Ziegeumilz« £inlge Mauseschwanz] 
ist besser für den Genuas ais diu Ackermalve. Sie ist nicht gut fUr den 
Magen, aber g^it fflr den Baiirh und am besten die Stengel. Heilsam 
i«t sie für die Eingeweide und die Blase. Die rohen Blätter, mit etwas 
S*l2 und Honig gekaut, haben als Umschlag die Kraft, die Thränenfist«! 
(Ajdgilopie) zu heilen, zur Vernarbung dagegen werden sie ohne Salz an- 
gewandt. Äufgestrichen wirkt sie auch gegen die Stiche der Bienen und 
We«peo; wenn aber Jemand sich mit ihr roh und mit Oel fein gerieben 
bestreicht, bleibt er von den Stichen verschont. Mit altem Oel einge- 
neben heilt sie Schorf und Kleingrind. Werden die gekochten fein ge- 
•toasenen Blätter mit Oel aufgelegt, so heilen sie Feuerbrandwunden und 
roMOrtige Entzündungen. Ihre Äbkocbung als Sitzbad erweicht die 6e- 
bärrnutter, zum Klystier dient sie gegen Beschädigungen der Eingeweide, 
der Gcbürmutter und des Afters. Die Brühe, mit den Wurzeln gekocht, 
hilft gegen alle tödtlichen Gifte, die, welche sie geniessen, mUssen aber 
anhaltend erbrechen. Sie hilft ferner gegen den Biss der Spinne und 
befördert die Milchabsonderung. Die Frucht, wenn ihr der Same vom 
wilden Klee (Kuhhomklee)^) zugemischt wird, mit Wein getrunken, lindert 
die Scbmerxen der Blase. 

*) Trigonella elatior Sibth. 

D. nennt zwei Arten Malven, die Rossmalve, Malra siUtfitri» h., und die 
gemeine MaWe, runde Käsepappel. Mitlva vtägarin Fries. M. fo/wdifoito h. 
Oblrac^jicj. Die entere bildet nach heute noch ein b^^liebtes GemUse der Griechen. 
In der Hedicin dient die Alulve nur noch zu Kataplnsmen. 

Cap. 145. Wtfti 'Arpay a^toc. Gartenmelde. Die Gartenmelde, 
Einige nennen sie Chrysolachanon') [die Römer Atriplex, die Aegypter 
Ockei], ist ein bekanntes Qemttse. Es gibt zwei Arten, die wilde und 
die Gartenmelde. Sie wird als Gemüse gekocht. Sie erweicht den Bauch, 
roh und gekocht als Draschlag vertheilt sie die SchamdrllsenvcrhilrLungen. 
Dar Same davon mit Honigmeth getrunken beut die Gelbsucht. 

') OoldeoM GcmUse. 

AriiffUx horUnntH L. (Chenopodiaceae), Gartenmelde; die zweite, als wilde 
beujchnrte Art i«t JedenfolU eine verwilderte Gurtenmelde, noniil wird wohl rVicNO* 
|W{sM vtbum oder rubrum dafür oagesehen , ron dem früher auch die Blätter als 

Athplicü olb. oder rühr, gebräuchlich waren. 

Cap. 14U. IIcpl KpäiißTjc. Kohl. Der gebaute Kohl [Einige 
Ben ibn Gartenkohl, die Kümer Brassica] ist gut für den Bauch, wenn 
eben aufgekocht genanseu wird. Stark gekocht Kietlt tT den Durch- 
lall imd raebr noch, wenn er zweimal gekocbt und in Laugt« gekocht wird. 



Der Sommerkohl ist schlecht für den Mugon und schärfer, der aber i^H 
Aegypten ist wegen der Bitterkeit ungeniessbur. Gt^essen hilft e^^ 
denen, die an Stumpfsich tigkeit und Zittern leiden, auch beseitigt ttr. , 
hinterher genossen, das von einem Kausche oder Tom Wein herrQhrende 
schlechte Befinden. Der Blüthenschössling') davon ist zwar besser fDr 
den Magen aber schärfer und mehr harntreibend; eingesalzen dagegen be- 
kommt er dem Magen schlecht und bringt den Bauch sehr in Unordnung. 
Der rohe Saft davon, mit Schwertlilie und Natron getrunken, erweicht 
den Bauch; mit Wein genommen hilft er den von der Viper Gebissenen, 
mit Bockshorumehl und Essig den an Podagra und Gicht Leidenden. 
Femer eignet er sich zum Aufstreichen auf schmutzige und alte Wunden. , 
Ftlr sich allein als Injection in die Nase reinigt er den Kopf; mit Taumel- 
lolcbmehl als Zäpfchen eingelegt beft>rdert er die Menstruation. Die ' 
Blätter fOr sich allein oder mit Graupen zerrieben als Umschlag sind 
wirksam bei jeder KntzUndung und Oedem. Sio heilen auch roseartige 
Entzündungen, Epinyktiden und Aussatz, und reissen mit Salz Karbunkeln 
ringsum auf. Sie verhindern ferner den Ausfall der Kopfhaare. Gekocht 
und mit Honig gemischt wirken sie gegen fressende krebsartige Geschwüre. 
Hob mit E&sig genossen sind sie denen heilsam, die an der Milz leiden. 
Gekaut, so dass der Saft davon ausgesogen wird, stellen sie die zeitweise 
verlorene Stimme wieder her. Die Abkochung als Trank treibt den 
Bauch und die Menstruation. Die BiQthe aber nach der Geburt im Zäpfchen 
eingelegt verhindert die Empfängniss''). Der genossene Same, am besten 
von dem in Aegypten wachsenden, treibt die Würmer aus; er wird auch 
zu den Mitteln gegen den Biss giftiger Thiere gemischt. Weiter reinigt 
er das Gesicht (die Geaichtshaut) und (entfernt) Leberflecken. Die grünen 
Stengel mit den Wurzeln gekocht und mit altem Schweinefett aufgelugl 
beschwichtigen chronische Seiten schmerzen. 

') KUY;^a, eigeatlieh die Frucht im Mutterlcibe; der C, setat dafQr xXf^ 
SchÖMling; über der entere .^uädruck rechtfertigt sich, wenn man an den Blume 
kohl denkt, bei dem der ganze BlUthenstacd und die oberen DiEtter zu oiDtsr gelb 
Masse verdickt sind, welche« die Alten für einen SchSsaling aas der Pflaute ansabca ' 
Aach redet D. von diesem im Singular, väbrcnd er, wenn et die jungen SproMU 
gemeint hiltte, «'j-i^iionot ge«chrieben haben würde. Noch beate sagt man, wenn i 
Kohl die Blüthe treibt, .er 8chie«t*. ') ätoniDv, macht unfruchtbar. 

Der Kohl war in Griechenland und besonden in Italien ein ge«ohätztcs ' 
mQ«e und diBtetiachci Mittel. Kr war dai Universalmittel des alten M. 1*. Cita' 
Plinius XX 78 zahlt sechs Arten auf. XIX 54 sagt er, dau der Stengelkobl jetit 
so grOH gezogen werde, da^a er für den Mittelstand nicht mehr bmachbiu mü, weü 
fOr den Tisch zu gros«. 

Brassica otsracea h. (Cruciferae), Uartenkohl. 



Cap. 147. Uepl K(>ä(t.ßir]^ ä^pEac Wilder Kohl. Der wU4 
Kohl [welchen die ßömer Brassica rustica nouneuj wächst m«ist«nti 



II. Buch. Cap. ISO. 219 

in irr Nähe des Meeres und an abschüssigen Stellen; er gleicht dem 
Gutenkofal, Ut aber weisser, dichter und bitter. Aber der BlQthenschOss- 
Ung davon in Lauge gekocht ist nicht schmackhaft. Die Blätter als Um- 
icfalag haben die Kraft, Wunden zu verkleben und Geschwülste und 
Katzflndungen zu vertbeilen. 

Eä ist vielleicht der f^-favo; Äfpfa des Theophraat (Hiat. pl. VI! 4. 4). Braa- 
«Bs civftcn Laiii-, Kretiacliär Kohl. Praas bezieht die PQuiz«; auf Brtusica 
•MMO Teaore oder auf Lepiiiium latifoiiHm h. 

Cap. 148. üepi Kpi(ißr,c daXaaoia?. Meerkohl. Der sogen. 
K»erkohl ist im Ganzen verschieden vom Gartenkohl; er hat viele zarte 
Kitter älinlich denen der runden Osterluzei ^ es wächst aber jedes der- 
•dben an röthlichen Zweigen aus einem besonderen Spross hervor, wie 
Wün Epheu. Er hat auch einen weissen Saft, aber nicht viel; er besitzt 
fiien etwas salzigen und in etwa bitterlichen Geschmack und fettes Wesen. 
Die ganze Pflanze ist nicht gut Hir den Magen, sie ist scharf, löst stark 
^ Bauch, wird gekocht und gegessen. Einige kochen aber mit ihm zu- 
ummen wegen der Schärfe fettes Fleisch. 

Ea ist eine Strandpftanze GriechculandB und Italieofi. Bei Plinitis (XX 92), 

<kr die mediciDi«chcii Wirkun^n übereinatinimend mit D. an^fibt, heiwit sie Braa- 

*ci mArina. äpreugel hält sie fUr Conv<ihnilu$ SoläaneÜa h. (Conrohiilaccae), Kobl- 

*iade. deren Zweige röthlieh sind und einen etwaj salzig-bitterlit-hen Milchsaft 

Abgeben. 

Cap. 149. rispl Ts'jcXqu. Bete. Die Bete [die grosse, bei den 

^^haem Beta silvaticaj kommt in zwei Arten vor, von denen die schwarze 

Leib mehr stellt (hart macht), wenn sie mit Linsen gekocht wird, 

er noch die Wurzel. Die weisse ist gut ftlr den Bauch; beide haben 

ten Saft wegen ihres Natrongchaltes. Deshalb reinigt ihr Saft 

«o Kopf, wenn er mit Honig in die Nase injicirt wird, hilft auch bei 

inier/en. Die Abkochung der Wurzeln und Blätter vertreibt 

und Nisse, heilt als Bähung auch Frostbeulen. Mit den rohen 

itl^m muss man die weissen Flecken, nachdem sie vorher mit Natron 

b«baiiddt sind, bestreichen, ebenso die kahlen Stellen, nachdem sie zer- 

Vxitxt nnd und die fressenden Geschwüre. Gekocht heilen sie Hautaus- 

■äüi^, Feuerbrandn^inden und roseartige Entzündungen. 

Die «chvarze Art' des D., ^/Sk}.ov «^piov, itit Beta vulgarin L., Rot he Bete; 
äme Art, ■:. mökäv, ist Beta Stria L. (Cniciferae), Weisser Mangold. 

Cap. löU. flspl 'Av3p«yvi];. Portulak. Der Portulak hat 
ißllilTOii« und adstringirende Kraft. Mit Grütze als Kataplasma hilft er 
"1 Kopfschmerzen , bei Augen- und sonstigen Entzündungen , bei Hitze 
^Itigeus, bei Rose und Blasenleiden. Gegessen lindert er die Stumpf- 



220 



Die Arzot^lmittellehre des Dioskurides. 



heit der Zähne, Brennen im Magen und in den Eingeweiden uod Rheu- 
matismus; Nieren- und Blasenverletzungen richtet er wieder zu und unter- 
drückt den Drang zum Beischlaf. Beinahe ebenso wirkt der Saft daron 
als Trank, indem er auch in Fiebern seine Kraft entfaltet. Femer wirkt 
er tüchtig gekocht gegen runde Würmer, gegen Blutspeien, gegen Dysen- 
terie und Hämorrhoiden t gegen Btutsturz und gegen den Bisa der Seps. 
Auch wird er den Augenmitteln mit Vortheil zugemiacht. Im KIjstier 
dient er bei Eingeweidefluss oder bei Jucken an der Gebärmutter, als 
Umschlag mit Rosensalbe oder Oel bei Kopfschmerzen in Folge von 
Sonnenhitze, bei Ausschlag auf dem Kopfe mit Wein zum Bestreichen^ 
mit Grlltze als Kataplasma bei entzündeten Wunden. 
Portulaea ottraeea L. (Poriulaceae), Portulak. 



Cap. 151. riepl 'AaitapdYou. Spargel. Der Felsenspargel, 
welchen sie Mjakantba^) [Einige auch Mys*)] nennen, ist bekannt. Sein 
Steugelchen, etwas gekocht und gegessen, erweicht den Bauch und treibt 
den Urin. Die Abkochung der Wurzein, getrunken, hilft gegen Harn- 
▼erhaltung, Gelbsucht, Milz- und Ischiasschmerzen, und mit Wein gekocht 
gegen den Biss der Spinne, auch gegen Zahnschmerzen, wenn die Ab- 
kochung an dem leidenden Zahne behalten wird. In derselben Weise 
wirkt aber auch der Sume, wenn er getrunken wird. Man sagt, dass die 
Hunde, wenn sie die Abkochung davon trinken, sterben. Einige bat 
erzählt, dass, wenn Jemand die Hörner des Widders zerhackt und re 
gräbt, Spargel daraus wächst*); mir aber unglaublich. Dieser Sparge 
nun aber ist ein viel verzweigter Strauch mit vielen laugen fenchelähn liehen 
Blättern und einer runden grossen Wurzel , welche eine Knolle hat' 
Wenn das Stengelchen von diesem mit Weisswein zerrieben wird, so 
lindert es die Mi Izscfa merzen, gekocht oder gebraten genommen besänfligt 
es Harnzwang, Harnverhaltung und Dysenterie. Seine Wurzel in W«ii^H 
oder Essig gekocht beruhigt Verrenkungen. Mit Feigen und Erbsen ge-^ 
kocht und genommen heilt sie Gelbsucht, lindert auch Iscbiassch merzen 
und Harnzwang. Wird sie aber umgebunden^) und ihre Abkochung ge- 
trunken, so verhindert sie die Empfängniss und macht unfruchtbar. 

') Mäusedorn. *) Maus. ') Anders lautet diese-^ Geopon. XII 18: .Will 
recht, viel Spargel haben, bo schneidet man die HOmer von wilden Widdern in 
kleine SiQcke, bringt diese in den Boden und bewässert aie. Andcn^ behaupt 
man mQMe die ganzen WidderhOmer in die Erde rteoken" u. s. w. Also eoUi^n 
Homer düngen. ') Als Amulett. 

D. behandelt zwei Art«n Spargel, den an felsigen Orten wild wachisende 
den gebauten. Athen. Deipn. It 62 heiast es: .Man unterscheidet den Sumpfsp 
äonipa-fi>5 eXiio?, und den Bergspargel, ä. 5?iio;; der schönste wird nicht gesäet 1 
dient gegen alle inneren und äuwcren Kranliheiton.' Schon Cato (De re r- 16) 
aoBfOfarliche Vorscfariftem znr Bearbeitung des Bodoni, nm eine gute Spargelerscj 



lu «rsielai. Nach Fraft> iit jetxi weder der tun Meeresufer, is aandigeo, b^rgigeD 
0«(r«iK)«n und in GebDscben wachsende Spai^el, nocb der Gartenspargel tu Qriechen- 
Issd mvbr 7.11 Boden. 

Bekannt ist d«r eigen tbUmUcbe unangenehme Gerach dea Urins nach dem 
Genutoe von Spargel, IHe Sprossen (nicht daa Rbizom selbst) enthalten 21,2% 
Aipuragin (AmidobeDsoSsäureamid). deasen Knetet Stickütoffgeliult ihm eine hohe 
Bedeotung in der Emfihrmig der Pflanzen verleiht; es kann dos Kiweiaa nicht er- 
avtUBi. «part e» aber auf. Im llara erscheint ea ab ßernateiuaEure und Ammoniak. 

[d der Medicin dient der Spargel hie and da sur Bereitiing dei Sirup. 
Ajpu»^. 

Die beiden Arten des D. sind Agparagug aeatifoliu* L., Bpitabl&iteriger 

tfi\, und A. officinaliM L. (Liliaceae-Asparagoideac). 



Cap. 152, Il£f>i 'ApvofXcöoaou. Wegerich. Der Wegerich 
[Einige nennen ihn Arneion ^), Andere Probateion'), Kynoßlosson*), Bepta- 
pleurouMi Polyneuron*), die Propheten Schwanz des Ichneumons*), die 
Aegypter Asonth^), die Römer Plantago minor'*), die Gallier Tarbeloda- 
UiioQ, die Spanier Thesarika, die Afrikaner Atieirkon]*) kommt in zwei 
Arten vor, dem kleinen und grossen. Der kleine hat schmalere, längere, 
weichere, glattere und zartere Blätter, kantige Stengel, gebogen, wie Über 
die Erde bin (geneigt), und hlasae BlQtben, der Same sitzt, an der Spitze 
der Stengel. Der grössere ist üppiger, hat breite Blätter und ist ge- 
mflfeartig, der Stengel bei ihm int kantig, röthlich, eine £Ile hoch, von 
der Mitte bis zur Spitze mit zarten Samen besetzt. Die Wurzeln dar- 
unter sind zart, raub, weiss, fingerdick; er wächst an Sümpfen, Hecken 
Dnd feuchten Orten. Besser zum Gebrauch ist der grössere. Die Blätter 
hoben austrocknende, adstringirende Eruft, deslwlb eignen ste sich zum 
Umacblag bei allen bösen Zufällen, bei Etepbantiasisleiden, bei fliessenden 
und Bclimutzigen Gescbwllren. Sie wirken hemmend bei BlutflUssen» 
freHanden GoschwUren, Karbunkeln, kriechenden Geschwüren und Epinyk- 
tidtn. Sie vernarben alte und ungewöhnliche Geschwüre und heilen bös- 
artige Geschwüre"), rerbitiden auch die Wundränder"). Sie erweisen sich 
beÜBao) bei Hundsbisseu, bei Feuerbrandwunden, Geschwülsten, Drüsen 
■a den Obren, an der Scham und am Halse und bei Aegilopie (Gaisauge), 
w«nn st« mit Salz aufgelegt werden. Als Gemüse mit Salz und Essig 
gekocht und genossen sind sie ein gutes Mittel bei Dysenterie und Magen- 
Icidw. Sie werden auch, mit Linsen statt Bete zusanimeugekocht, ge- 
geben. Daa gekochte Kraut wird auch nach dem Genuas von trockener 
Kcwt g«gen Bleichsucht gereicht: es wirkt auch gut, wenn es bei Kpi- 
bpiie und Afittima gegeben wird. Der Saft der Blätter, wenn er an- 
iuiU«cd als MundwAMor gebraucht wird, reinigt die GeschwUre im Munde; 
uni ktmolincber Krde oder Bleiweiäs heilt er roseartige Entzündungen. 
Dar Sftft hilft als Injection bei Fisteln und eingetröpfelt bei Augen- und 
V ffird such den KollvrieQ zugemischt. Ferner (hilft er^ 



getrunken bei wundem Zahnfleisch und bei Blutauswurf, als Klystier bei 
Dysenterie. Er wird weiter bei Auszehrung getrunken und gegen Ge- 
bärmutterkrüDipfe und -Flösse in Wolle als Zäpfchen angewandt. Dei 
Same mit Wein getrunken hält Bauchfluss und Blutspeien auf. Die 
kochte Wurzel n\m Mund!iptllwa.sser und gekaut lindert die Zahnschmerzci 
Gegen Blasen- und Milzgeachwüre werden Wurzel und Blätter mit Süaswei 
gegeben. Mau sagt, dass drei Wurzeln mit 3 Bechern Wein und ebensi 
viel Wasser gegen das dreitägige, vier Wurzeln gegen das riertägig 
Fieber helfen. Einige gehrauchen die Wur/.eln als Halsband^') ge 
Drüseu, sie zertheileu diese^'). [Die Syrer (sagen), dass das Gericht d« 
selben (des Wegerichs) und der Minze mit Honig die Entkräfteten heil 
wenn es am zweiten, vierten Tage und Charfreitag gegeben werde. Die 
fasse man als Gehetmmittel auf; denn es entspricht vollständig der Wabr<| 
heit und beruht auf Erfahrung.] 

') Schar. *) Schaf^ft&nze. *) UundsKuoge. •) SiebeDrippig. *) Vielnerrig. "| Vo 
der Aehnlichkcii des in eine Qun^te endigenden Schwanzes mit dem Biuuentragendeii^ 
Stengel. 'J Nach RobsI so viel wie Khafartig. ') Kleiner Wegerich. •) Soll niuh 
Bocbart eine Corruptiün des hebriliacben Chasair (G)erikiin, Kraut der Nerven, seis. 
^"j CUeironia, tot '^tiputvia, nach dem Wundiirxt* Clieiron benannt. ") Wörtlich; ver- 
klebßn die Höhlungen. '*) Als Amulett? ^*) Im Texte steht: xal litt-topoüuiv. Der in 
Klammem stehende Schluä&satz ist offenlmr unä<'ht und rUlirt jedenfalU von einen 
syriKhen (Juden oder) Christen her. Der Freitag vor dem Pawabfe^te hie« bei de 
Juden Paraateve (Ttapaaxii-f)), Vorbereitung. Zubereitung dea Osterlammex: die Chnita 
behielten diovcn Namen hei und hielten die ganze Woche vor Ostern (bebdoE 
magna) ffir besondcn; heilig. So knflprte »ich an die in derselben, beeonders 
Charfreitag Torgenommenen Handlungen leit-ht dieser oder jener Mystieismus. 

Fflr den gnusen Wegerich des D. h&lt man Plantago nniatiea L.. und für de 
kleinen Fl. Lai/opus L. (Pliimagineiie), Wolliger Wegerich, beide kommen nar^ 
Friias sehr häufig in Griechenland vor, ersterer an WasBergrAben und stehenden 
Wässern in feuchten Niederungen, letzterer auf trockenen Utigeln und AnhOhen and 
in den mageron Kbenen. 



Cap. 153. Wi^ji £(o'>. Merk. Der Wassermerk [Einige nenne 
ihn Anagallis enhydros^), Ändere Scliinos aromatica'), Daren ion, nc 
Andere Laouberde] findet sich in den Gewässern als ein aufrechter, fet 
glänzender, kleiner Strauch mit breiten Blättern» welche denen des Pferds 
eppichs ähnlich, aber kleiner und wohlriechend sind. Werden diese ge 
kocht wie auch roh gegessen, ao zertrihnmern sie den Stein und scheide 
ihn aus, treiben den Harn, ftihren den Fötus heraus and beffirdem di 
Menstruation» sind auch denen als Speise /.uträglich. welche an Dysenl 
terie leiden. Krateuas berichtet über ihn so: Er ist ein strauchigea Kran 
mit wenigen rundlichen Blättern, welche grösser sind als die der Pfeffer- 
minze» schwarz, fettglänzend, denen der Rauke nahekommend. M 

') AnagaltiK aquattea, Wairaergaucbhei]. ') Wohlriechender Mastix. " 

Sinnt latifoliutn L (UmbelUferae) . Breiter Wassernie rk. Das Ston dea, 



II. Bach. Cap. 1&6. ^^^^^ ggS 

Kntrau wird von Sprengel nach dem Vorgango roo Anguillani aof t^atturtinm 
</|kM. K.Br., BronuCDkrcise. bezogen, es kann aber auch VeronUa AnagaÜif h.^ 
to Wafiserehrenprei«, sein. 

Cftp. 154. Ut.pl Staufißplott. Sisymbrion. Das Sisymbriou 
[iÜiiige nennen es HerpvUon agrion*). Andere die Krone der Aphrodite, 
die Rdmer Usteralis, auch Herba Venerea^)] wächst an öden Stellen, es 
m( der Pfefferminze ähnlich, aber breitblätteriger und wohlriechender und 
«gset Rieh XU Kränzen. Es hat erwärmende Kraft. Der Same ist bei 
Hamxipang und Blasenstein angebracht, wenn er mit Wein getrunken 
wnd; er beruhigt auch Krämpfe und Schlucken. Die Blätter werden als 
Sataplasma gegen Kopfleiden auf die Schläfen und ä&s Qesicht gelegt, 
Asm gegen Wespen- und Bienenstiche. Getrunken stillen sie auch das 
Erbrechen. 

*) S«rp7llutn ag^reete. *) Venuakraut. 

Tbeoptir&st (Bist. p). II 4, 1) sagt, dass das Sleymbrium leicht in Mentha sich 
vemndle. wenn ei nicht durch die Cultur. durch häu6g^a Verpflanzen daran i^Q* 
Und«rt werde. 

Mtmtha aquatioM L., Wasserminze, oder Jf. aitvettrla Koch, Pferdeminze 
(UUMmI. 

Cap. 155. Utpi sTspoD I2tau[ißploo. Das andere Sisymbrion. 
Du andere Sisymbrion — Einige nennen es Kardamiue, Andere nennen 
«och dieses Sion — ist eine Wasserpflanze, welche an denselben Orten 
*Ü d&B Sion wächst. Einige nennen es aber Kardaraine, weil es im Ge- 
vliaack der Kresse ähnelt. Esi hat zuerst runde Blätter, bei weiterem 
Vichsfchuro werden sie gespalten*) wie die der Rauke. Es erwärmt und treibt 
dan Harn. Auch roh wird es gegessen. Es vertreibt Leber- und Sonnen- 
idflecken, wenn es die ganze Nacht aufgelegt und Morgens abge- 

en wird. 



Mttdl 



T Hie sind 3— Tpaarig^fiederaobnitüg. 

}faMitriium offieinat* h. (Cruciferae) , Oebr&uchliche Brunncnkresae. 
D acsnt ne auch Kardamine ; «ie wird mit ('ardantim amara L., dem bitteren Schanm- 
triat, nicht selten Tcrwechselt 

Cftp. 156. lUpl Kp(&{too. Meerfcnchel. Das Krithmon — 
Kiaige nenuen vs Kritamon — ist eine etwa ellenhohe, ausgebreitete 
fpanige^. Btruuchartige Pßanze, welche an felsigen Stellen und in der 
X&he dea Meeres wäckst, ganz besetzt mit fettglänzenden und iveisslichen 
Bttttefn. welche denen des Portulaks gleichen, aber breiter und auch länger 
vbA und einen fmlzigen Geschmack haben. Es hat weisse BlUthea, eine 
t wie Libanoiis'), weich, wohlriechend, rund, welche beim Trocknen 
ringt und im Innern einen Samen hat wie Weizen, drei bis vier 
ü» wohlriechende, süsse Wurzeln. Frucht, Wurzel und Blätter 




baboo, in Wein gekocht und getruiikeu, die Kraft, bei Harnrerh&ltuog 
und Qelbsucbb zu helfen; sie befördern auch die Menstruatioa. Es wird 
gekocht und roh als GemQse gegessen, auch in äalzbrttfae eingemacht 

') Coehryt ereiica Lam. B. nvunt III 79 diti Frucbt der Ltbaooti« Kachryi. 
Crükmum marUimum U (Umbellifeme), Meerfeachel oder StrandbacilU 

Üap. 157. rispl KopuvöroSoc. Niedriger Schotenklee. 
Koronopus ^) [Einige nennen ihn Ainroonos , Andere Astrion , die Aüi- 
kaner Atirsipte, die Römer Caciatrix. auch Stilago oder Sanguinaria] ist 
ein langes PSänzchen, Über den Boden ausgebreitet, mit zertheüten BUt- 
tern. Auch dieser wird gekocht als Gemtise gegessen. Er hat eine zarte 
adstringirende Wurzel, welche gegessen gegen Kolik wirkt. Er wächst 
an angebauten Stellen, auf Schutthaufen und an Wegen. 

■) Kräbeiitiuä. 

X.ofit«arni//io/w(fjof(/ML.(LeguiiiiD08ae-Pa|iUioiiacea)> Niedrig er Schntenkloe. 

Cap. 158. Ilfipl ^ÖY/ou. Qüusediatel. Sonchos [der raube, 
welchen Einige Cichorie, die Römer Cicerbita aspera, die Afrikaner 6a- 
thuone nennen] kommt in zwei Arten vor. Die eine ist mehr wild und 
stacheliger, die andere zarter und essbar. Der Siengel ist kantig, etwiu 
hohl, hie und da röthlich, er hat Blätter, welche am Rande in Abständen 
eingeschnitten sind^). Sie haben kühlende, etwas adstringirende Kraft, 
daher sind sie als Umschlag bei Magenbrennen und Entzündungen von 
guter Wirkung. Der Saft als Schlürftrank lindert Magenatiche und be- 
fordert die Milchabsonderung. In Wolle als Zäpfchen eingelegt hilft er 
bei Entzündung des Afters und der Gebärmutter. Das Kraut und die 
Wurzel als Kataplasma sind bei Skorpione tichcn heilsam. Der andere 
Sonchus, auch zart, ist baumartig, breitblätterig. Die Bl&tter umfuMQ 
(entfalten) den Stengel, welcher Zweige hat-). Auch dieser wirkt in de 
selben Weise. 

*) Die Blatter sind bochtig gezähnt. ') In einigen Codice« fehlt der 
zu -zttv xtvj^ii: xXä^ou; t;[ovta, da die PflaoEe eigentliche Zweige nicbt bat. 
man nicbt die Blüthenstongel al« solche ansehen will; S|>rougol aetst duhalb 
iaui o!>x fj^owfft, es Uieuse demuacli: die Blätter umfasien den nicht renve 
Stengel. 

Die erste Art ist Son<Au3 oUraetn» L., die andere & arrnw/« L. (Conpo 
G&nsediatel, Sandistel. 

Cap. 159. Ilepl Üpscoc. Seris. Die Seris [die gebaut« 
Einige nennen sie Pikris, die Ägypter Agon, die Riimer Intjbu» agrestiil] 
kommt in zwei Arten vor, von denen wird die wilde Pikris, .'i ' f" '•ori(i 
genannt; die zahme dagegen ist breitblätteriger und wohlsc ndc 

Von dieser Qartencichorie gibt es wieder zwei Sorten, die eine ntmlic 



ist mehr lattichartig und breitblätterig, die andere hat schmalere Blätter 
and ist etwas bitter; alle sind sie adstringirend, kuhiend und gut für den 
Mageo. Gekocht stellen sie den Durcht'aU. wenn sie mit Essig genommen 
wcrdftD, am meisten die wilden, welche dem Magen bekömmlicher sind; 
denn genossen sind sie ein vorzüglicbes Mittel ftlr einen schwachen und 
erhjtxten Magen. Mit Grütze und für sich allein als Umschlag sind »ie 
Ton guter Wirkung bei Herzleiden; sie helfen bei Podagra und Augen- 
nitzfindungen; dos Kraut und die Wurzel als Umschlag leisten gegen 
Scorpioiubias Hülfe und heilen mit Graupen zusammen die Rose; mit Blei- 
wt>\M und Esi^ig dient ihr Saft als Salbe in Fällen, welche Abkühlung 
erheischen. 

Die achjualbl&tteiige und etwa« liittcie Seris i«L Cichorium Intybu» L., Weg* 

m%ri . Cicborie, die lattichartige Cieboi-ium Endivia L. (Compositoe) , Endivie. 

ITieopliraat (Hiat. pl. Vll 11, 8) redet nur im Allgemeinen von den Cichorien, 

:tj(0{Moi)r, ttövt«, dereo Blatter alu GemÜMO verwandt werden; w^^'n der langen 

el kann die Pflanze nur schwer au^i dem Boden ^'eboben werden. Plinius 

nennt die wild wachsende (Intuhum erraticum) auch Ambula, iu Aeg.rptea 

Cichorium, die gebaate Seria, sie sei kleiner and aderiger. 

Die Warxel von Gidtorium Inttjbus enthält Bitteratoff. Zucker, im Herbst 

liol Tnulin und Amytum: sie dient als Kaffeesurrogat. Cieh. Endivia liefert in 

den Rlüttera den bekannten Salat. 

Cap. liJÜ. Ilspt KovSp(/.AT;c- Knorpelsalat. Der Knorpel- 
\i; Einige nennen auch diesen Cicborie oder Seris. Er hat ßlfitter, 
»□gel und BlUthen wie die Cicborie, de^hall) halten ihn auch Einige 
ffir eine Art wild«r Seris; er ist aber im Ganzen zarter. Selbst an den 
lefn«n Zweigen aber findet sich ein maHtixähnliches Ounimi von Bohnen- 
grO»e, welches, mit Myrrhe fein gerieben und iu der Grösse einer wilden 
Olire in Leinen atä Zäpfchen eingelegt, die Menstruation befördert. Das 
Kraut mit der Wurzel wird gestosaen und unter Zusatz von Huuig zu 
kkinen Kugeln geformt^ welche dann zerlassen und mit Natron vermischt 
veme Hautflecken entfernen. Das Gummi verklebt auch die Haare; 
ebmto wird die frisclie Wurzel zu demselben Zwecke gebraucht, indem 
«ine Nadel in dieselbe getaucht und an die Haare gebracht wird. Mit 
Wein getrunken hilft sie auch gegen Vipernbiss. Ihr Saft, mit Wein ge- 
kocht und getrunken und auch für sich allein, stellt den Durchfall. Es 
gibt aber auch eiue zweite Art Knorpetsalat. sie hat ein nngs herum ange- 
frcdwan«! langes nnd Über den Boden ausgebreitetes Blatt, einen saftigen 
flingsl, ein« zarte, zugespitzte, leichte, runde, gelbliche, saftreiche Wurzel. 
Der Stengel and die Wurzel haben eine die Verdauung befürdernde Kraft. 
Der S«ft eignet sich zum Verkleben der Augenwimpern. Die Pflanze 
irtdhat auf guU'm und gebautem Boden. 

t\eft4riUa ,\uHf«a L. (Comjiositati), Knoriielanlat. KrQmliug oder Soaneu* 
TirkeL Ihe zweite Art, deren BlUtter um Rande duruix-iteifbuarig. deren grose 
,ltr*Bdi%. ArzwtmilUliRkre Ata tHuakutiiltt». 1^ 





ärtmdbl&tter «cbrotaBgefOrmig getabnt nnd, ift vieUeicht die Variet&t tattfolh. nmrfa 
Ftftac ChoHtlriUa ratnosisfima. 

Aucb bei PliniuK XXH 91 findet sieh die Ang&be, 6am an Öl«iigel nahe d* 
Boden iicb HanktQmpcbeii ron der 6ri!«ie dner Bohne snncheiden. 

Cap. 161. lUpl Ko>.ox->v^a^. Kürbis. Der essbare EOrbts 
Roh gestossen und umgeschlagen besänftigt er Oedeise und EiterbeuleuJ 
Daa Schabeel davon wird Kindero, welche am Sotmenstich leiden t mit 
Erfolg um den Vorderkopf gelegt; in ähnlicher Weise wird es gegen 
Äugen entztln dun gen und Podagra angewandt. Der aus dem SchabHl 
gepreest« Saft hilft für sich allein nnd mit Rosenöl eingetröpfelt gegen 
Ohrenschmerzen, eingesalbt auch bei dem durch Hitze angegriffenen Ge- ii 
sieht. Der Saft des ganzen gekochten und ausgepressten Kürbis aber niit^| 
etwas Honig und Natron getrunken löst den Bauch gelinde. Wenn aber^^ 
Jemand den roben Kürbis aushöhlt, Wein bineingiesst und ihn au die 
Sonne setzte diesen dann mit Wasser mischt und zu trinken gibt, so er^ 
weicht er den Bauch leicht. 

Cucurbita Pepo L. (Cncorbitaceae), eine der Terscbiedenen Karbit>Aiten. 

Cap. 102. rifpi i||(Läpou aixDoo. Gebaate Ourke. Die zahme 
Gurke ist bekömmlich fnr dt-n Bauch und Magen, sie kahlt, verdirbt nicht, 
ist gut fUr die Blase und ruft durch ihren Geruch aus der Ohnmacht 
zurück. Ihr Same auch treibt massig den Barn und hilft mit Milch oder 
Sasswein bei BlasengegchwUren. Ihre Blätter mit Wein aufgelegt heilen \ 
Hondsbiss, mit Honig Epinyktiden. 

Cucumi» iittifui L. ^Cucorbitaceae), l-Turke, abweichend von Sprengel 
welcher aUso; ^ipxpo« uuf die Melone, xoXövuyfht auf die Gurke bezieht. Heute noclf 
beint in Griechenland der Kürbis xoXoxSrt and «oXomWia, die Gurke otnuÄ. 

Cap. 163. rispl n^rovoc. Melone. Auch selbst das Fleisch der 
Melone ist verspeist harntreibend: als Umschlag lindert es Augenentzün- 
dongen. Ihr SchabaeP) wird Kindern, welche an Sonnenstich leiden, um 
den Vorderkopf gelegt und bei AugenfiUssen statt eines Verbandleims am 
die Stirn. Der Saft mit dem Samen, unter Zusatz von Mehl an der 
Sonne getrocknet, gibt ein Mittel, um die Gesichtshaut zu reinigen und 
glänzend zu machen. Die trockene Wurzel zu 1 Drachme mit Honig 
meth getrunken, wirkt brechenerregend. Wenn Jemand nach der Mahl* 
zeit leiclit brechen will*), reichen 2 Obolen aus. Sie heilt aber auch 
Orind, wenn ^ie mit Honig aufgelegt wird. 

>) 4^^, in allen Codices Eteht dafür ßf'i'riia, welches Manwllu imt Tertra 
coiticis, oberer Tbeil der Rinde, übersetct, wus aber jedenCalls nicht riehfeiff tA. 
Sprengel hat analog der gleichen Stell« in Cap. 161 da» bdHe.-e Srxii 
*) Um den Mi^gen sa entleeren nnd weiter xu »cbwelgen. 



Citnunit Mtto L. (CauorbiUceae), Melone. Die Ueimath des EOrbü. der 
öarle and der Melone ist dac südliche Auen. 

Cap. l'f-l. Ilspl Opi^axoc Y^[t4pou. Gartenlattich. Der Garten- 
UUicb (Tbridax) [die Rüiucr netmen ihn Lactuca, die Aegypter Embrasi] 
ist gut ftir deu Magen, kUhlt etwas, macht Schlaf, erweicht den Bauch 
and heiordert die Milchabsonderung, Gekocht wird er nahrhafter; un- 
gewaschen gegessen ist er Magenleidenden zuträglich. Sein Same ge- 
trunken hilft denen, die an hauHgei* Pollution leiden und hindert den 
Beii»cklaf. Wird er (der Lattich) andauernd genossen, so bewirkt er 
dtampfsichtigkeit. Er wird auch in SaUbrUhe eingemaclit. Wenn er in 
den Stengel geschossen ist. hat er in seiner Wirkung Aehnlichkeib mit 

Extract und dem natürlichen Safte ^) des wilden Lattichs. 

^ X*'^^C ^"*' X'^'-^^M^ '^ der aus der Pflanze durch Preaven oder Aoikochen 
trewonnenf, Ör«^ der freiwillig nach Einschnitten austretende (natürliche) Saft. 

Laducn MOtivn L. (Compoiitue), Garten>iatat, Kopfsalat. 

Theophrwt (Hist. pL VIl 4, 5) unterscheidet eine weiue, süssere nnd zartere 
Art, und dieae hat drei !l>orteD, eine mit breitem Stengel, mit rundem Stengel und 
du lakonii»che, die letztens ist der sich BiiUtitr rundende Kopfsalat. Die breitblStterige 
Art entwickelte so grosK Blätter, daaa sie in den GSrteD als Thüren (ftupat) dienten. 

Cap. 165. Dspi ä^pfag OpiSaxoc. Wilder Lattich. Der wilde 
lAtiicfa [welchen die Propheten Titansblut, Zoroaster Phermnbros, die 
Smer Lactuca silvatica nennen] gleicht dem Gartenlattich, hat aber einen 
rkeren Stengel, weissere, dünnere, rauhere und bitter schmeckendö 
Blättfir. Im 0an7.en ist er in seiner Wirkung dem Mohn ähnlich, wes- 
h«ib auch Einige seinen Saft unter das Opium*) mischen. Der Saft, im 
Gewicht von 2 Obolen mit Essigwasser getrunken, ftlhrt das Wässerige 
durch den Bauch ab; er entfernt auch weisse Flecken und Nebel') auf 
den Ang«n. Bei Verbrennungen') wirkt er mit Frauenmilch als Salbe; 
er irf. überhaupt schhifmachend und schmerzstillend. Ferner befördert er 
4i« Katamenieu, auch wird er gegen Skorpions- und Spinnenstiche ge- 
tnmken. Der Same wird wie der des Gnrtcnlnttichs genommen, rer- 
hisdert Pollution nnd Beischlaf. Auch der aus ihm gepresste Saft wirkt 
in ilrntclben Weise, allerdings schwächer. Der (natürliche) Saft wird in 
irdenen Gcf&ssen. nachdem er in der Sonne getrocknet ist, wie die übrigen 
SUt« uafbflwahrt. 

') Opium. Meconium (|tT|XtLvt/>v] ist der aus den Eajitteln de« Schlafmohns nach 
itai Anntc«n freiwillig austretende und ans demselben durch Stossen und Prassen 
ftvtnuwtafl Haft (Piow, III 65). Nach Pliniua XX 198 lehrte schon Diagoras (etwa 
4A0 T. Chr.) die Beroilnng destfllbon. Tlieophrast (Bist. pl. IX 8, 2) gibt an, da« 
Bux am den MolmkvptVn der Saft uenonunrm werde. ') fifftn« xal ö^^'J*'' Hon»- 
haadflcckcn, '} isWnujst;, dun iche Anbrennen. 

ifitattieb. Kr hat die EigenlhttmlicV 



keit, daas die Rtengelumfusendeo Blätter um ihre Achse gedreht dnd, <o dua nii 
die Blattspreiten, sondern die Rändür nach oben tiud unten gekehrt sind. AV 
Theilc dieae3 Lattichs enthalten reichlich Milchsatt, welcher zur Trockne ■ : 
noch heute ui» Lactu cari um eine wenn auth nur beschränkte Anwendanj/ äudeU; 
Dasaetbe wird von J^eiuca virona L. genaroniclt, indem bei roUei Entwickeiang 
BlUthoustftndes die Blütheari8|>e abgeschnitten wird , worauf ein etwa^ dQuntiCMi; 
Saft herau^uillt, welcher al^hald zUh und dicklich wird. Eb bildet eine gelbbmani 
zerreibliche MasM, welche in der Wärme erweicht und in Waaser oder Alkohol 
Theil löslich i^. 

Auch aufl Lartuca aativa wird ein Lactucartam gewonnen, ffetne \Vi 
ist fiel schwächer, ea heilst in Frankreich Thridox. 

Cap. 166. nepi TiyttZioü. Gingidion. Das Gingidion, — Ei; 
ueuiieu es Lepidion [die Könier Bisacutum^), die Äegypter Dorysastru. 
Syrer Adorio, die Afrikaner Trikta], wächst als kleine Pflanze in gro; 
Menge in Kilikien und Syrien und gleicht der wilden Möhre, ist 
zarter und stärker belaubt. Die kleine Wurzel ist weissUch, etwas bitti 
Es wird roh und gekocht als Gemüse gebraucht ^ auch eingemacht ge- 
gessen. Es ist gut für dL'n Magen, treibt den Harn und die Abkochung 
davon ist der Blase zuträglich. 

*) Doppelt scharf. 

Datieua Oingidium L. (Umbolliferae), eine in Griechenland und Italien wa< 
sende PBanze. Sie hat einen horstlich>ächarfen Stengel . lange HoilblJitter a 
borstenfOrmtge, an der Spitre kopfig-widerhakjge Stacheln, deren Länge der Bn 
der Frucht gleichkommt. Nach gemachten Giodcbnitten soll (auf Stcilien) ein Gummi? 
hai-z auetreten. 




A 



Cap. 107. llspi IxävS'jxo?. Venuskamm. Skandix [bei 
Römern Herba Scanaria , auch Äcicula] , auch dieses ist eine nilde 
müsepflanze, etwas scharf und bitter, essbar. Gekocht und roh genoa&en 
ist sie dem Bauche und Magen bekömmlich und treibt den Harn, Die 
Abkochung davon getrunken ist gut für die Blase, die Nieren um 
die Leber. 



Scartdix pectäH Vtneria L. (Umbelliferae), Tenuekamm, Kammdolde. 



I 



Cap. 168. lUpl KaoxaXL^oi;. Steinbrech. Eaukalis. Einige 
nennen sie Eaukos oder wilde Möhre [Andere Myitis, Demokrit Brion, die 
Römer Pcs galLinaceus ') , auch Pes puUi^), die Äegypter Seselis]. Der 
kleine Stengel ist eine Spanne hocli oder auch höher, etwas rauh und 
hat dem Sellerie ähnliche Blätter, welche nach der Spitze zu wie bei m „i 
Fenchel fein geschlitzt und rauh sind. An der Spitze ist eine weiss4^| 
wohlriechende Dolde. Aber auch dieses wird sowohl roh, wie auch ge^^ 
kocht als Gemüse gegessen. Es ist harntreibend. 

') Hahoealafe, ') lülkenfuMi von der Form dat- otmm .Fiederbattetf. 




II. Buch, Up. 170. ^^^^ 229 

I»ifl Aehuiiotilicit der Blätter mit denen des Sclloric bezieht ekh auf die 
'r.imilfiUjter, welche fast eirüod, ganz und stumpf gefügt sind; die oberen und 
' • :^ find einfach-fiederschnitiig mit Unzettiicfaen oder lineKlen Abscbnitlen. Die 
Ann»! Ji^t jetzt noi'b als Radix Pimpincllae gebräuchlich. 

firnjitneUa .Soxi/myii L. (Üiubelliferae), Steinbrech, Pimpinell, Biber- 
t Die Wurzel enthält etw&ä iliheriBche* Oel, Hurt. Zucker, Amylum 
21 f iinpinellin, einen in Wasser nulCstichen. in Weingeist iQglieheii KOrpermit 
4tiftm, beusendetn Geschmack. 

Ciip. 16'J, Uspi EuC(i>itoo. Rauke. Die Rauke [bei den Römern 

£nia, bei den Äegyptem Ethrekike, bei den Afrikanern Ääurik]; wird 

Ätw roh viel gegessen, ao reizt sie zum Beischlaf, auch ihr Same bewirkt 

dvHlbe; er treibt den Harn, befördert die Verdauung und ist gut fUr 

im Bauch. Man gebraucht seinen Samen auch zum Würzen der Zukost. 

fir wird auch zurückgelegt, um ihn längere Zeit aufzubewahren^ indem sie 

£«sig oder Milch 7.ukneten und Pastillen daraus formen. Es gibt aber 

*ixb eine wilde Rauke , vorzUglich im westlichen Iberien , von der die 

«lortigeD Bewohner den Samen statt Senf verwenden; sie ist stärker ham- 

^^^beod und viel schärfer als die gebaute Rauke. 

Ervca Motira L. (Cmciferae), Rauke oder Rokke, du ivCtofiOV S.f^iay det P. 
*•* wohl nur eine verwilderte Gartenrauke. 

Die Samen, welche denen de«: Senfs nahe stehen, waren früher als Sem. Emcae 
8<i^iiuchlich. 

Cap. 170. Ilipl 'QxI(iou. Basilicum. Das Basilikum ist be- 

tinot, sein häufiger Genuss bewirkt Stumpfsicbtigkeit; es erweicht den 

Aach, treibt die Winde und den Harn und befördert die Milcbabsonde- 

ruaii;. ist aber schwer zu verdauen^). Mit dem feinen von den Graupen 

lebten Mehle, Rosenöl und Essig als Kataplasma heilt es Lungen- 

itittodung und den Biss des Meerdrachen und des Skorpions; fUr sich 

^eia mit Wein von Chios dient es gegen Augenleiden. Sein Saft ent- 

Snat Nebelflecken auf den Augen und trocknet die FlUsse. Der Same, 

getnniken, ist ein gutes Mittel bei Melancholie, Harnverhaltung und 

blihitngen. Beim Riechen aufgesogen verursacht er vieles Niesen; das- 

Klbe bewirkt auch das Kraut; man muss aber die Augen fest schliessen. 

"ftreod das Niesen vor sich geht. Einige hüten sich aber davor und 

tneo es nicht, weil es gekaut und an die Sonne gelegt WUrmer erzeugt. 

1^ Libyer fügen noch hinzu, dasa die, welche es gegessen haben und 

^ Skorpion gestochen werden, ohne Rettung verloren sind*^}. 

'i io3pjwß>.r,?(iv, *) äiüiCToi iiattd^Txot. Diese Lesart de« C. stimmt mit dem 
•Wb, wi,! Pliiiiu« XX 128 aagt; andere Codices haben daför äkdvoi 2(0}i.ivoi>5us 
*Meiboi unbellUtigt. 

Oihnim batüicum L. (Lnbiatae), Basilikum; bei den spliteren Griechen heiset 
"«icii ^stUniy, Es Btammt ans Asien, wird hnufig als Zierpflanze cultivirt 



^btlttD 






Cap. 171. lUf*' Opoßä7)fT]<, Orobanche. Orobancbe [Einige 
nennen sie Kynomorion *) , Ändere Löwe, die Kyprier Thyreine, welches 
gemeinhin Wolf bedeutet] ist ein röthticher zwei Spannen hober Stengel, 
oft auch grosser, blattlos, fettigglänzend , etwas nuh, zart, mit weis 
lieben oder gelben Blüthen. Die Wurzel darunter ist fingerdick, zur Ze 
wenn der Stengel trocken wird, durchbohrt. Die auf gewissen IlülsenJ 
frtlchten wachsende scheint diese zu ersticken, woher sie den Namen 
hat'). Sie wird roh und gekocht als Gemüse gebraucht und aus irdene 
Schüssel wie der Spai^el gegessen. Mit liQlsenfrüchten zusammen gekoch^ 
scheint sie dieselben schneller zum Kochen zu bringen. 

*) Bundepeaia {wvb^ (LÄpuv) von der Ge«talt. *) Spofioz und f^X**- 

(trobancke gi-andiftora B017. (Orobancheae), Errenvürffer, Sommerwf 
Dieae SchrnnrotzcrpfianKe kommt in Griecheulimd jetzt nocli unter dem Namen >.ÜK!ia 
Wulf, und in Italien auf HülsenfrüchteDfeMem, besonders der Vicia Faba, vor, 
der sie f^an^ce Ernten vernichtet (vgl. Fraas S- 187). 

Theophrasts (Eist pl. Till 8, 4) Orobanclie, welche hauptsAcblich unter d« 
Erven Unheil anrichtet, indem sie die kränze Pflanze wie mit Schlingen (lüa 
R>4)iT<ivt:;) umschnürt, kann nur auf LnÜiyrug Affhaea L., Kleine Platterbi< 
oder auf Krvum hirsutum, falls dien in Griechenland vorkommt, betogen werde 
welclie Leide Qbcrbandnehmond Getreide und Hülsenfrüchte ersticken ktinnen. 
gleich darauf fVIII S, 5) beschriebene al^cSwpoy dagegen, weichet nur auf Trigonella 
foennm graecum vorkuuunt, iät Orobanche cruentn Bertol., Bothe Sommerwurz, Rotfaer 
Krvenwürger. Vemiuthlich heiast die Pflanse aber nicht alfiöSiu^v (Uaimodoron), 
welches auch tiei keinem Lnzikograi)hen zu finden ist, sondern X'.)tö8ii)pav oder >^tj 
tutpw — da* A (L) in der UandKhrift konnte leicht mit dem K (A) verwechselt werde 
An anderer Stelle (De caus. V 15, 5] heiast es denn auch: die sogen. Orobanche t&dt 
die Erve durch Umschlingen und Festhalten tmd das Leimodoron das Bockabor 
auf dessen Wurzel os gleich wuchst. Fraas fand Orobanche ci-uenta bei Halil 
auf Trigonella foennm graecum. 

Bei Plinius finden sich gleichfalls beide Pflanzen, XXII 163 i«t Orobanche di e 1 
Vernichterin der Erve und der Hülsenfrüchte, sie heiset auch Cj'nomorion, XVUI IS^H 
ist es ebenäu Orobauche. welche die Erbsen und Erven durch Umschlinj^n todtei^^ 
aUo hier Lathi/roM Aphaca, dort Ot-obanche gt^ndiftora. 




Cap. 172. n spt TfiavojtwYOvo?. Bocksbart. Tragopogon^) oder 
Tetrapogon, Einige nennen es Eome'). Der Stengel ist kurz, die Blätter 
sind denen des Safrans ähnUch, die AVurzel ist lang, süss; oben am 
Stengel befindet sich ein grosser Kelch ')f und aus der Spitze kommt 
eine grosse Haarkroue, von der es den Namen hat. Das Kraut 
essbar. 

') Tpü^o; Book, Rcüfwv Üart. ') Haarschweif. ') udXu^ [ü^a^, bei PUnioa XX\ 
142 heisst es ein breiter schwarzer (fü/a{) Kelch; andere Lesart ist «ofx^ ^X 
eine HCbwiirze Frucht. 

IVap'jjfOffOH porrifoUuM L., Tr. rrocifotium L.(Compoflilae), Laop ■ 
(laf ranblätteriger) Borkshart, Haferwurz. Eine Pflanze -i 
Europas mit langer, fleischiger, weis^licher Wur&el und 1 ui hohem kahlem und gUU« 



itagrl. Die BlAtter sind ^u.uz flaob und gleiclirondig, die HQll« int xwciri^ihig. Die 
BtiKär iit f^atpur- violett, die Pruchtkroiie mehrreihig, federig, die Ächeaeu »ind fem- 
paippi. lAnggeschoabelt. 

Cup. 173. riepi 'Opvt^o^iXo'j. Vogelmilch, Das Ornithngalon 
iit eio kleiner, zarter, dünner, weisslicbur, etwa zwei Spnnnen langer 
Sl«ngel und hui oben drei bis vier Nebenscbösslinge , aus denen die 
BlCshtn her vorkommen, welche von aussen zwnr krautartig, geöfinet aber 
nÜdiweiss erscheinen, und mitten zwischen ihnen befindet sich ein Köpf- 
fhtn. eingeschnitten wie eine Knospe, welches mit Brod wie Schwarz- 
künuQb] gegessen wird. Die Würzet ist zwiebelartig, sie wird roh und 
getickt gegessen. 

OrHitkojfalHin umbeHatum L. (LUinceae), Gemeine Vogelmilch. 

Cap. 17-4. IIspl "VSvoü. Trüffel. Die Trüffel ist eine runde 
^^taieU blatt- und stengelloSf gelblich und wird im Frühjahr ausgegraben. 
Sit i^ esHbar und wird sowohl roh als auch gekocht gegessen. 

Tubtr eibarium Sibth.. T. meianofptrmum (Tuberaceae), Trüffel 



Cap. 175. Ilepl ^tiiXaxoc- Vietsbohne. Die Garteubohne; 

ihre Frucht sind Hülsen, welche von Einigen auch Spargel genannt 

Sie hat Blätter denen des Epheu ähnlich, allcrdingi» weicher, 

8i«nge1, welche in Windungen sich um in der Nähe befindliches 
^bOach schlingen und ziemlich lange Zeit fortwachsen, so dass sie ein Zelt 
bilden. Sie trägt eine Frucht, welche ähnlich der des Bockshorns i^t, 
*W breiter und saftiger, in dieser befinden sich nierenfOrmige. nicht 
gleichfarbige, theilweise etwas röthliche Samen. Die Frucht, mit dem 
Skiaen gekocht, wird wie Spargel als Gemüse zur Speise verwandt. Sie 
^ harntreibend (und verursacht schwere Träume]. 

PhaM«lu» ruiffart« L. (Leguminosae-Papilionaccae), Viets-, Garten- oder 

Cap. 176. ÜEpt MtjS'.xtjc- Luzerne. Die Luzerne gleicht beim 
I Hervorbrechen dem Erdbeerklee *) in den Graswiesen, fortgeschritten 
wkfc nie achmalere Blätter, treibt kleeahnliche Stengel, an diesen entwickelt 
Öcfc der linsengrosse Same, gedreht wie ein Hörnchen. Diespr wird ge- 
^■^ocbiet des Wohlgeschmackes wegen dem mit Salz Eingemachten zu- 
C^e««txL Qrün als Umschlag ist er da von Nutzen, wo Kühlung erfordert 
"wt Die ganze Pflanze wenden die Viehuiäster als Futterkraut an. 

'I Trifolium fraffiferum L. Nach Ftaas ist noch heuttr di^M Kleeatt die bei 
|****«iu trerbreitetflte und als Futterkraut beliebteste, besonder« in dt?n Meere»- 



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Die Arxneimittel lehre des Diniikuriile«. 



Metlicugo natipa L. (Legaminoaae-Papüionai:t'ae), Luzerne. Monalaklee. 
Sie stammt aus MeiUen {metliaches Kraut) und -wandert mit der Civilümtiön. Wcdfri 
in Kleiniisitra noch in Griecbenland wird fie bäafig giahaui. Die nicht tulüvirtir Art ] 
ist nelleicht Mtdicogo falcata L. Die Luzerne kann mehrere UaJe im Sommer g«-| 
schnitten werden und h&lr viele Jahre bei bumiureichem Boden auf denuelb«n Acker] 
»US, da aie aehr tiefgehende Wnrseln hat. 

Cap. 177. Iltpl 'AtpixTijc. Vogelwicke. Die Vogelwicke ist ein] 
auf Äeckern wachsender kleiner Strauch, grösser als die Linse, mit zarten! 
Blättern. Die an ihm wachsenden Hülsen sind grösser als die der Linae,] 
Die Samen haben adstringirende Kraft, sie stellen daher Bauch- undi 
Uagenflass, wenn sie zerrieben, auch gemahlen, wie Linsen gekocht 
werden. j 

Vicia ('raeeti L. (Legiiminosae-Papilionaceae}, Vogelwicke. ' 

Die Pflanze (ä^oxr^) kann wohl nicht auf Lathj/rua Ajthuea belogen werden, 
weil der Stengel der letzteren niederliegenil ist und nur an anderen Pflausen empor-J 
klimmt. FUnius XXI 99 >agt ausdrücklich von der Aphaca: stat, nou «erpit. 



Cap. 178. rispi npdao«. Lauch. Der Garteulauch — Einige] 
nennen ihn Kephalofcon^) [die R<)mer Porrum] macht Winde und schlecht« j 
^fte, verursacht böse Träume, treibt den Harn, ist gut für den Bauch,] 
verdünnt, erzeugt Stumpf sich tigkeit, befördert die Katumenicn. ist scbftd* 
lieh fUr eine mit Geschwüren behaftete Blase und für die Nieren. Mit 
Ptisane gekocht, auch auf andere Weise genossen, reinigt er die Brust 
Die Dolde (der BlQthenstand) desselben in Meerwusser mit Essig gekocht 
ist zum Sitzbade dienlich bei verschlossener und verhärteter Gebärmutter.^ 
Er wii'd aber süsser und venu*sacht weniger Winde, wenn er zweima 
mit Wasser gekocht und in kaltem Wasser macerirt wird. Die VV^inter- 
zwiebel*) ist schärfer, hat auch etwas Ädstringirendes. Deshalb stillt ihr 
Saft mit Essig unter Zusatz von Manna ') oder Weihrauch das Blut, be- 
sonders das aus der Nase kommende, er reizt auch zum Liebeägenu«s. 
Femer hat er mit Honig als Leckmittel bei allen Brustaffectionea nnd 
bei Schwindsucht gute Wirkung. Weiter reinigt er die Luftröhre. An- 
dauernd genossen wirkt er aber verdunkelnd auf das Gesicht und ist dt 
Magen schädlich. Der Saft mit Honig getrunken hilft gegen den Bti 
giftiger Thiere; dasselbe leistet er (der Lauch) auch als Kataplasma. Ba 
Ohrenschmenien und Ohrensausen hilft der Saft, wenn er mit Essig un^ 
Weihrauch oder Milch oder Kosenöl eingeträufelt wird. Aber auch di4 
Blätter, mit dem Sumaoh, welcher auf die Sptisun geatrvut wird, als 
Kntaplasma angewandt, entfernen Finnen and heilen Epinjktiden, mit Sah 
aufgelegt reissen sie deu Schorf von den Geschwüren ab. 2 Drachme 
des Samens endlich mit gleichviel Myrienbeeren genossen brlugun 
dauerndes Blutauswerfeu zum Stillstand. 



'; Kdptig. einen Kopf t rufend. '} RpÄsov xapTöv, der abgeschniUcne Laach. 
«QuAn oA diu Blätter xnm Gebrauch absolmeiitet *) Vgl. I S3. 
Mium IMrruM L. {LÜiaciHe), Porree, Gemeiner Laach. 

Cap. 179. Uiy. 'A[irfiXozpdtoo'j. Weinlanch. Der Weinlauch 
: dtm Hagen mehr zuwider als der Porree, aber er erwärmt mehr und 
tr«ibt auch den Harn stärker und befördert die Katamenien. Gegessen 
hilft er gegen den Biss giftiger Thiere. 

Allium Jmjietojira^itm h. {Liliaceae) Sndet sich in Griechenland hilnfijf an 
vltiTiitM Stellen, Wsonders in Weingärten. Auch in den Rhein- und iMt>eL>lthHlern 
haoA er vor. 



Cap. 180. rifipl Kpo^tiiÖMv. Zwiebeln. Die Zwiebel [die Einen 
Bennen sie Polyeidoe, die Propheten Kalabotis, die Römer Cepa], die lange 
Jtt leh&rf er als die runde, die gelbe mehr als die weisse, die trockene 
Oi«far aU die grüne, und die rohe mehr als die gekochte und die einge- 
i&achte. Sämmtlich sind sie aber beissend und blähend, sie reizen den 
it, Tordtlnncn, erregen Durst, verursachen bei Magen über Füllung 
:«1, reinigen, sind gut fOr den Bauch, eröffnen den Weg zur Aus- 
scheidung der übrigen Auswurfstoffe und für die Hämorrhoiden. Abge- 
mietet ood in Oel getaucht werden sie als Zäpfchen eingelegt. Der Saft 
**a]t Honig eingesalbt hilft gegen Stumpfsicbtigkeit. gegen FlimraernM, 
^üch gegen eutetehende Flecken'') auf deu Augen und eingestrichen gegen 
tlni2andung der Schlund muskeln. Er befordert und treibt die Menstrua- 
^■ioü, eingespritzt reinigt er durch die Nase den Kopf. Bei Hundsbiss 
4ȟft er als Umschlag mit Salz, Raute und Honig, Mit Essig in der 
SoBne «ingerieben entfernt er weisse Flecken. Mit gleichviel Spodium') 
1^ er Augenkrätze und mit Salz Finnen. Mit Hühnerfett wird er gegen 
l^^nick der Sandalen gebraucht, auch gegen Bauchfiuss, Schwerhörigkeit, 
^Ärenklingen und eiterflüssige Ohren; er dient gegen Anhalten der 
Feuchtigkeit (des Wassers) in den Ohren und eingerieben gegen Fuchs- 
«inkheit, denn rascher als Alkyonium^) ruft er Haare hervor. Im 
lifcber&iass genossen verursacht die Zwiebel Kopfschmer/eu, gekocht wird 
«it harntreibender. Bei krankem Zustande bewirkt ihr reichlicher Genuss 
wiU&ucht. Endlich reift und Öffnet sie mit Rosinen und Feigen ge- 
weht als Umschlag Geschwüre. 

*} i^ifiov, '') vE^iXiov, beides Hornhantflecken. *) Unreines Zinkoxyd. *) &Xmuö- 
*■" ut ein SeMehwanim , nach [Cinigen (ieodia Lam., ein kugeliges, fleischiges Ge- 
^"U«t welche« getrocknet hart and innen hohl iH mit einem runden Eingang 
■ <*»• Innere. Die Alten hielten e« filr das Nest des EiivogeU, Alc^o Jfjnda L. 
*^ "dl V !3S. 

Tbeophmat (Hiat pl. Wi A. 7) unterscheidet die rerachiedenen Zwiebelsorten 
■ffl ihn» Herkunft, er nennt die eardinischeu, knidiscfacn, samoUirakischen, setani- 



r/ 



«eben, die spaltbaren und die a^kaloniacben Zwiebeln., die MtanUclien bez«ii 
er aXa bübsch aQiifi. Ebenso Plinius XIX. IUI. 

Aülum C»pa L. (Liliaceae)» Gemeine Zwiebel, EdchenswiebeL 



cha^^ 



Cap. 181. TIspl IxopöSoo. Knoblauch. Der Knoblauch [Einige 
nennen ihn Oeboskon, Andere Elapboboskon ^), die Römer AUium] wird 
gebaut und ist eine Gartenpflanze. Dieser, in Aegypten einköpßg [ist 
wie der Porree, süss, purpurfarben« klein, der Qbrige gross, vielköpfig')], 
weiss. Die gespaltenen Theile in demselben heissen Aglithen^). Es gibt 
aber auch eine wilde Sorte, das sogen. Ophioekorodon*). Er hat eine 
scharfe, erweichende, beissende, windetreibende Kraft, regt den Bauch 
auf, trocknet den Magen aus, macht Durst und kann auf der Körperhaut 
Geschwüre hervorrufen. [Basselbe bewirkt dos Opbioskorodon , welche« 
auch Elaphoskorodon'^) heisst.] Gegessen treibt er den Bandwurm a' 
und befördert den Harn. Wie kein anderes Mittel wirkt er bei den 
die von der Viper und von der Hiimorrbois*') gebissen sind, wenn anha 
tend Wein gnommen, oder wenn er (der Knoblauch) mit Wein zerrieb 
und getrunken wird. Ebenso wird er auch gegen den Bisa des tolles 
Hundes mit Erfolg aufgelegt. Genossen ist er nßtzlicb gegen die nach' 
theiUge Wirkung der Veränderung des Wassers, macht die Luftröhre (i 
Stimme) hell und bringt Linderung bei anhaltendem Husten, wenn er roh 
oder gekocht gegessen wird. Mit Dostenabkochung getrunken tödtet er 
Läuse und Wanzen, Gebrannt und mit Honig vermischt als Salbe heilt 
er Sugfllationen unter den Augen und die Fuchskrankheit, bei denen, 
an Alopekie leiden, mit Nardensolbe. Mit Salz und Oel heilt er Haut- 
ausschlag. Mit Honig vertreibt er weisse Flecken, Flechten, Leberfleckei 
bßaen Grind, Schorf und Aussatz. Seine Abkochung zusammen mit Kie: 
holz und Weihrauch beruhigt Zahnschmerzen, wenn sie im Munde h 
halten wird. Mit Feigenblättern und römischem KOmmel ist «r üin V\ 
schlag gegen die Spitzmaus'). Die Abkochung der Dolde dient 
Sitzbad zur Beförderung der Menstruation und der Kachgeburt, Zu dem* 
selben Zwecke wird er in der Räucherung angewandt Der aus ihm und 
der schwarzen Olive durch Reiben erhaltene Brei, das sogen. Myttoton, 
treibt, genossen, den Harn und wirkt eröffnend. Er ist auch den WaMwr^ 
sllchtigen heilsam. 

') Biracbfutter (fX*?©; und ^özyt.r). ') Die in Klammem stehenden 
finden «ich nar bei Saracenua. ') Ei sind die einzeUien KnQUcben. '*) AUium Sc 
praium h., Schlangenknoblauch, in Andrew und Kypern häufig. ') Hindiknoblauo 
dieser Satz stobt in der Aldiaa, er ist jedenfalls eingeschoben. *) Eine ächlang«, niuS 
deren Bisti dos Blut reichlich Qii.isst ') d. h. gegen den Bisa der Spittmatu. 

Auch riiniu» XDC 116 kennt eisen vilden (sponlc luueens) EnobUnch. den « 
Aliom nennt. 

Attium »aihum L. (t.UiacC'afr) , Knoblaacfa. Darselh« enthält, int aat^ 



eilt - 
ut-" 



11. Buch. Cap. 188- 



235 



ITQcjifnjtwtobe] . ein fchatfea. ätbemchei Oel, welches iu der HanpUacbe aus 

Uioiil/Uther (DiaUyUalfid) besteht 

C»p. 182. Ilsf-i Sxopoöozpiaoo. Skorodopraaon. DasSkoro- 
r^upnson wächst wie ein grosser Porree und schlicsst iu sich die Eigen- 
en der Zmebel und des Porree: deshalb hat es auch eine gemischte 
Knft aud wirkt dasselbe, vras die Zwiebel und der Porree können, aber 
brtcher. Es wird zur Speise wie Gemüse gebraucht, indem es wie 
gekocht und versUsst wird. 

Fraas h&It du Scorodoprasuni de« D. Hlr Attium deecendens L.. welche« id 
^ Wnnberfjen im Peloponnes häufig vorkommt, aber mit einem Fragezeichen. Ea 
■t Utber and «tärker als Alliuiu Scorodoprasum, hat auch gedr&ngtere Dolden, lahl- 
fmbnt kleine Dluthen and Staubgefäße, welche nur um die Hälfte länger sind als 
die Blfiihenhima. 



I 



Cap, 183. Flfipl Stvi^rsiuc- Senf. Der Senf, Sinepi oder Napi 

[hä den Hömem Sinape], suche den nicht sehr trockenen [und den sehr 

«t:tten] aus, den, der voll, aber Iwim Zerquetschen innen grün und wie 

■ttftig [gUuO] is^< denn ein solcher gilt fQr fri»ch und recht wirksam. 

clr hat die Kraft, zu erwärmen, zu verdünnen, zu reizen und gegessen, 

4*0 Schleim abzuführen. Wenn sein Saft mit Honigmeth gemischt vrird, 

So hilß er als Gurgelmittel bei geschwollenen Mandeln, gegen veraltete 

*»nd verhärtete Rauheit der Luftröhre. Wird der Senf fein gestossen in 

^ifr Nase gebracht, so erregt er Kiesen. Er hilft bei Epilepsie und richtet 

^ie durch Mutterki^ünpfe Gepeinigten auf. auch wird er denen, die an 

^cfaUfaucht leiden als Umschlag auf den geschorenen Kopf gelegt. Mit 

^"eigeu gemischt und bis zur Rothe (der Haut) aufgelegt ist er ein gutes 

Atittel bei Ischias- und Milzschmerzen und überhaupt gegen jeden an- 

^ineradeu Schmerz, wo wir nach Art der einseitigen Leiden es aus der 

*Tiefe aji die Oberfläche ziehen wollen. Als Kataplasma heilt er die 

I'urhskrankheit; er reinigt das Gesicht und entfernt mit Honig, Fett oder 

^ochssalbe Sugillationen unter den Augen. Mit Essig wird er gegen 

AQi8at2 und wilde Flechten eingeschmiert. Trocken wird er gegen die 

penodtschen Fieber getrunken, indem er wie Graupen dem Getränk ein- 

9<tnnt wird. Mit Nutzen wird er den reizenden und Krätzsalben zu- 

flcüebt. Bei Schwerhörigkeit uud Ohrensausen hilft er fein gestossen 

^?«gen iu die Ohren gelegt. Sein Saft, zusammen mit Honig ein- 

pArichen, erweist sich heilsam gegen Stumpfsichtigkeit und schorfige 

iifnUder. Der noch grüne Same wird zu Saft verarbeitet, ausgepreist 

vA iD der Sonne getrocknet 

') [f)wS3«jSv], fehlt bei den Alteren Interpreten sowie in Codd. C. und N- 
Sinapis alba L. (Cruciferae), Weisser Spnf. Er wird heute unter dem Namen 
**T>Wi Emcte gefOhrt. Der weiase Senf enthält ein dem Sinigrin Jea achwarzen 



Senfs entsprechendes ülukosid, welcbti^ van Will und Laulienheimer mit A&ia • 
Namen tSinalbin belegt wurde. Nacb (.ladanier (Arcb. d. Ph. 1997 S. 3» f.) koo 
ihm di« Formel C3oH4.(N:iSjO,5 -|- 5 HjO ?.n. (8. I 47.) 

Cap. 184. Utpi Kap5ä|i.ou. Kardamon. Kardamon [Einif 
nennen es Kynokiti-damou'), Andere Iberis, Kardamiuaka^), die Aegyptel 
Semetfa, die Römer NaBturtium]. Das beste scheint das babylonische za' 
sein. 0er Same von jedem aber ist erwärmend, scharf» dem Magen zu- 
wider, er regt den Bauch auf und treibt die Wttrmer ab, verkleinert die 
Milz, tödtet die Leibesfrucht, befördert die Menstruation^ reizt zum Bei- 
schlaf, er gleicht dem Senf und der Rauke; er vertreibt Aussatz und^ü 
Flechten. Mit Honig als Kataplasma vermindert er die Milz, bringt bi'is^H 
artigen Grind^) weg und führt, im Schlürflrank gekocht, deu Schleim »a« 
der Brust, Genossen ist er ein Mittel gegen Schlangen(-Bi8s), als Räuche- 
rung angezUndet verscheucht er die Schlangen. Er verhindert femer den 
Ausfall der Haare und reisst die Karbunkeln durch Eiterbildung auf. 
Mit Essig und Grtltze umgeschlagen hilft er den an Ischiaa Leidenden, zer- 
theilt Oedeme und GesehwUrsbildungen und bringt mit Salzlake aufgelegt,: 
Furunkeln zur Vereiterung. Und das Kraut leistet dasselbe, es hat aller 
dings geringere Kraft. 

') Hundclcresae, "} Krosscnartiges. ') x-rjpta. 

Das Kardamon wird von den meieten Autoren für Lepidittnt &alivum h,. Gar 
kresse, gehalleu. aber mit Bezog auf die bei Iberis (ißr^pc« II 1051 rctn D. gef^ben 
BeschreibuDf; dUrfto es i^licr jb'nKfina aleppica G&rüi. (Cruciferoc). ricntal tirh« 
Kresfle, sein. Da2u kommt, wie Fraat tagt, dasa der Name Kardamon noch jet 
für diese viel gebraachte Pflanze allgemein ist, dau aber Lepidiam tatiram we 
cnlüvirt noch wild vorkommt 



Cap. 185. Ilefft QXäaicsoic- Hirtentäschlein, Thlaspi fEinig 
nennen es Thlaspidion, Ändere persischen Senf, wilden Senf, auch Myites^lj 
Mjopteron'), Dasmophon, ßitron, die Aegypter Suitempson, die Uömo 
Scandnlacium') auch Capsella und Pes gallinaceus] ist ein Pflänzcben 
mit schmalen, fingerlangen, zur Erde geneigten, an der Spitze geapn 
tenen^), fettigglänzendeu Blättern. Es hat einen zwei Spannen hohe 
z&rten Stengel mit wenigen Xebenzweigen, und um den ganzen Stec 
stehen die an der Spitze etwas verbreiterten Früchte, in denen die kressen 
ähnlichen, scheibenförmigen, gleichsam zusammengedrückten Samen j$itze 
daher hat es auch den Namen erhalten''); die Blüthe ist gelblich, 
wächst an Wegen, Mauern und Zäunen. Der Same ist scharf, erwärmend 
er ftihrt die Galle nach oben und unten ab, wenn ein Esaignilpfchen* 
roll davon genommen wird. Er wird auch bei Ischiasschmerzen im Kl} 
Rfcier angewandt. Genossen führt er auch das Blut ab und Maet die 
innerlichen Abscesse^. Er befördert die Katamenten und itSdtet 



^frutfbt. Krateuoa berichtet von einem anderen Thiaspi, welche» 
■ :■: peraUcheu Senf nennen, mit breiten Blättern und grosser Wurzel. 
rAwLu die^s wird dem Klyatier gegen Ischias zugesetzt. 

') *) Von (lala, Fliege, uud tcnp6w, Flögel. die geöffneten 8cb6tcben sehen den 

etn ähnlich. ') Von iicandaU. Schindel, wegen der Aehntichbeit de» 

dtuoit. ') Die Lappen der äederspaltigen Wurzelblütter sind, besoudera 

I Tflrdernuide, eingeschnitten und gefugt. *} Von b\äu; pressen. *) öv'jßa^ov war 

»gleich ein Mftut gleich eint^r Viertelkotjle, aUo etwa 60 g. ^) fluc^Trast^ 

Ofp^h burn paHoris MGnch. (Craciferae). HirtentSschlein. 

Cap. ISO. lUpl ApÄßr,?. Türkische Kresse. Die türkische 

' ' ist ein ellenhohes Kraut, hat zarte Zweige und nn beiden Seiten 

lierseiben die Blätter, wie die der Gartenkresse, aber weicher und weisser, 

cn Jer Spitze eine Dolde wie der Ilollunder^ mit weisser Blüthe. Das 

Knat derselben wird mit Ptisane zusammeugekocht, am meisten in Kappn- 

dokien. Ihre trockene Frucht wird statt Pfeffer der Vorkost zugesetzt. 

Lipiäiitm Draba L. (Craciferae), Türkische Krefse. 

Cap. 187. Ilspi 'Epüoitioo. Vielschotige Rauke. Das Ery- 

^iiiKm [Einige nennen es Chamaiplion,, die Propheten Graupen des Herakles, 

^ieAegypter Erethmon, die Ruinier Erione] wächst in der Nähe der Städte, 

^uf Baustellen und in Gärten. Es hat Blätter älinlich denen der wilden 

*ttttke, kleine, rinneuartige Stengel und quittengelbe Blüthen. An der 

^fitze befinden sich honiartige zarte Schoten, wie die des Bockshorns, 

^ttt kleinen denen der Kresse ähnlichen Samen von brennendem Geschmack. 

^(it Honig als Leckmittcl wirken sie gegen Bru<;iflU.sse, innerliche Ge- 

Kckvüre, Husten, Gelbsucht und Ischias, auch werden sie gegen tüdtliche 

Gifte genommen. Mit Wasser oder Honig als Umschlag helfen sie bei 

^■«riwrgenen Krebsge-schwüren, bei Verhärtungen der DrQsen und Brüste 

^d bei Hodeuentzöndungen, üeberhaupt verdünnen sie uud erwärmen. 

Se Worden zu Leckraitteln geeigneter, wenn sie mit VFasser macerirt und 

dkDB geröstet, oder wenn sie in Leinen eingeschlagen und in einer Hülle 

'«ü W'eizenteig gebraten werden, 

.11 }riil*fcrmtium L, {Crucifenie), Vielwcholige Rauke; es Itflonte 

Ndi I rtiiOT /Wo L, bezogen werden, beide Pflanzen kommen in der von D. 

**tVt'^cn Weise Ln Griechenland und Italien nach Lenz vor. Bei Angabe der 

i_BBAieiaiicfaen Verwendang lüsst der Text es sweifelhaft. ob die Pflanze oder nur 

' filme gemeint sei , doch läjsst da« Bftsten u. a. w, sich wohl nur auf diesen be- 



Cap. 188. lUpi IU;räptü)C. Pfeffer. Der Pfeffer soll ein kleiner, 
Indien wachsender Baum sein. Er trägt eine Frucht, welche anfangs 
llich ist wie eine Schote, dieses ist der lange Pfeffer, welcher im 



zuoS 

rfer, 



Innern ein der zarten Hirse ähnliches Eom enthält, welches später d« 
Pfeffer werden will. Sie (die Frucht) Öffnet sich um die richtige Ze 
und entwickelt Trauben, welche Körner tragen, die wir kennen, theiS 
nämlich herb, wie unreife Weintrauben; diese sind der weisse Pfeffer, 
vorztlglich geeignet zu Augenmitteln, Gegenmittebi und zu Theriak gege 
giftige Thiere. [Der lange Pfeffer hat eine stark beissende Kraft und 
etwas bitter wegen der Unreife und uüizlich zu Gegenmitteln und zu 
Thehak gegen giftige Thiere^).] Der schwarze ist sOeser und schärfer^ 
auch dem Magen bekömmlicher als der weisse, und, da er reif ist, ri4 
gewürziger, eignet sich darum auch besser zum Würzen der Speisen 
Der weisse und herbe ist schwächer aU die voi^enannten. Wähle at 
den schwersten und vollen, den schwarzen, den nicht sehr zusammen- 
geschrumpften, dagegen den frischen und nicht kleieartigen. In deni^ 
schwarzen Gudet sich etwas nicht Ausgebitdotcs , Leeres und Leicbt«fe,fl| 
welches Brasma heisst. £r hat gemeinsam (allen Sorten) erwärmende, 
harntreibende, die Verdauung befordernde, reizende, zertheilende, die Ver- 
dunkelungen auf den Augen vertreibende Kraft. Innerlich und äusser-^j 
lieb angewandt ist er auch bei periodischen Frosts6hauern (Wechsel fiebemjH^ 
Ton guter Wirkung. Er hilft gegen den Biss giftiger Thiere und treibt 
die Leibesfrucht aus. Er scheint auch die Empfängnis» zu rerhindem, 
wenn er nach dem Beischlaf im Zäpfchen eingelegt wird. Er ist ein 
gutes Mittel gegen Husten und alle Brustteidcn, wenn er in Leckmitteb 
und Tränken geuommen wird , mit Honig eingestrichen dient er gegen 
Entzündung der Schlundmuskeln. Mit zarten Lorbeerblättern genommen 
beruhigt er Leibschneiden. Mit Hosinen gegessen treibt er den Schleim 
ab; er stillt Schmerzen, macht Schlaf und Appetit*). Als Zusatz zu 
BrUhen unterstützt er die Verdauung. In Thf3er aufgenommen zerthei) 
er Drüsen, mit Natron entfernt er weisse Flecken. Geröstet wird er 
einem neuen irdenen Geschirr auf Kohlen unter Umrühren wie Linsen' 
Seine Wurzel ist aber nicht die Wurzel des Ingwer, was Einige ange 
nommen haben, wie ich sogleich zeigen werde. Die Wurzel des Pfeffer 
gleicht wohl dem Kostos, sie hat einen brennenden Geschmack und zie 
das Feuchte an, mit Essig aufgelegt und getrunken verkleinert sie di 
Milz. Mit scharfem Rittersporn gegessen führt sie den Schleim weg. 

') Der ein^klnmmertti Satx gilt fQr onäcbt. *) Die meiitcn Codioet 
für den letzten Satz folgende Lesail: ivA xal &]futviv xol Spt^tv wil, er iit dl 
Gesundheit 7.t]tr&glich and rej^t den Appetit an. ') Aid. bat: tx* inp^xoct 
x(>o^pjyo>, lü; v<i9t . . . wie man ezgt, du I>ei den Linsen von keiner Rj}it.qn^ 
R«iie tat. 

Die Heimatb des PfcHers itt ladien, im iSnoakrit heisst er Pilp&li, ar kam da 
pdrstscben Zwischenbunilel, wobei TtfrmuUilich dtis I, wulches der pemkchen äpr 
fehlt, in r mutirt vnirdf, in das Abendinn«); nach ilem Pf^ripUii war ■' 
artilcel von Biirjgiun nuv. Schon in d«u hippokratiochf:!! tichnften w i 





II. Bocl. Cup. 18S. 



iliii Mate* fü&}iaxov, ih t&v ösdaÄfiwv b ««Xiticut val Rtsipt, das tndUcbe AageD- 

vdch« au<'ii Pfeffer heinfit (De morb. mul. I 56. 68. 119 etc.) erwfthnt. ein 

Aim er «choD vor deiu Zuge Aleionders d. Gr. in On'echenland bekannt war. 

Tbeophr»st (Bist. pl. IX 20, 1) unt*T!itheidel liwti Sorten, den runden, wie 

in einer fleischigren HUlle wie die Lorbeeren, und den tanjjen, achwarsen mit 

inlirben Samen. 

Pliniiu Xn 2tl nigt sehr unkhir : «litj Pfeffcrbaorae lind unserm Wiicbholder äbn- 

I, die S.amett autcncheiden »ich über daduicb, da«e sie in kleinen, unsem Hobnen 

Scbotai litzen. Wenn diese vor dem Auf§priogen abgenommen ond in 

Besne getrocknet werden, so stellen »e den Iiin(;en Pfeffer dar; springen de 

•ßnaUich reifend ftuf, so zeigen sie den weiBsen Pfeffer, welcher, an der Sonne ge- 

tCDdB«1. üunkelf&rbiji; wird. Leiden die Schoten nnter der Unf^nst der Witteranff^ 

xR^m ilire Samen taub und leer, so nennt ma.n daa Bregiaa. 

D. kennt allerdin^^a drei !?ort<U], uber er fQbrt sie auf ein und dieselbe Ab- 
'feuunong zurück, die laugliofaen Früchte in ihrem ersten Stadium sind dui Piper 
looffam, den weitet fortgeichrittenen anreifen Sam>^n nennt er Piper album 
■tki den reifen Piper nigrum. Kbenso Galen. Diese Anucht hielt lich bis 
Valerin» Cordui« der fOr alle drei Pfeffersorten gleichfalls dieselbe Abstammunga- 
P<liiig annahm. 

Mattfaiolu« zeigte nach den Berichten spanischer (lu^tanischer) Beiseader, 
et swei rervcfaiedene Pflanzen seien, welche den langen und schwarzen, bezw. 
Pfeffer lieferten. Aach fUr die beiden letzteren nHhm man zwei Mutter* 
tn, bi« Garcia nachwies, dae« der roterschied zwischen denselben fo gering 
er nicht einmal den Eingeborenen auf^Ile (vgl. Banhin et Chcrler II 
, »»-IMiqq.). 

B Bnuma o«ler Brogma ist ds4 durch Abortus, FebUchlagen, entstehende Taob- 

■"^■triea der Samen. 

f _ Der lange Pfeffer stammt ab von Chaviat offieinar. Miq.. Piptr hnpum L. 
H4.-b Ifnau«»«), einem auf Ceylon, Madras, auf den Philippinen und Sundainüeln wild 
V'^VKbeadeu, auf Java culürirten Schlingstrauche. Die BlQthen «ind xweihäugig» 
*^ic veibUehen KUtsefaen haben bei der Reife eine schwarzbniune Farbe; die kantig- 
c *iBdlicben, oben gewQlbten Samen stehen dicht auf den Spindeln. 

Der schwarze Pfeffer kommt von Piper nhjrum L. (Piperaceae). einer PSnsie 

^^Nbdjens ond der Molokken, mit nicht Ober 2 cm dickem, kriechendem, an Knoten 

^■BBltBdem Stengel, welcher nach Art des Epheu an Bfiumen. Mauern u. dergl. empor- 

^^■L Die erbaengroüen, zwischen den Deckblättern etehfnden Beeren sind anfangs 

W^ gegen die Reife bin ziegelroth und zuletzt gelblich. Die noch grUnen Beeren 

^vr^ gesammelt and auf Matten in der Sonne schnell getrocknet, sie geben den 

•«bwarzen Pfeffer. Die reifen Beeren dagegen werden in Meerwauer gewaschen, 

^ dem Fruchtfleisch und der Fruchthnut befreit and an der Sonne getrocknet, sie 

»■»Ida den weissen Pfeffer. 

Daa den scharfen, heisien Geschmack des schwanen und weiasen Pfeffers be- 
^H*Bde Princip ist dos Piperin, ein in farblosen glftnzenden Prismen krystalli- 
**^Ei Alkaloid. der TrJLgcr des Geruchs i*t ein müde schmeckende« athe- 
'itcbri Oel. 

Ikr lange Pfeffer findet kaum noch Verwendung, der schwarze und weisse 
■■* »wl gebranehte Gewtirze. 

C*p. 189. Uej.'. Ztvyißipscoc. Ingwer. Der Ingwer ist ein Ge- 
**^ eigener Art, welches am meisten im troglodytischen Arabien*) 



lue 



wächst; sie gebrauchen den jungen SchÖssUng zu vielerlei , wie wir die 
Raute, indem sie ihn für den Vortrunk kochen und dem Gekochten zu- 
mischen. Die Wurzeln sind klein, wie die des Evpeiros, weiftsllch, an 
Geschmack dum Pfeffer ähnlich und wohlriechend. Wühle die uns, welche 
nicht von den Würmern zerfressen sind. Wegen leicht eintretender Fäule 
werden sie von Einigen eingemacht und in irdenen Behältnissen nac 
Italien gebraclit; sie sind zur Speise sehr geeignet und werden mit de 
Sauce genommen. Sie haben erwärmende, die Verdauung befiirdemd 
Kraft, regen den Bauch milde an und sind gut ftlr den Magen. Si" 
wirken auch gegen Verdunkelungen auf der Pupille, werden den Gegen«^« 
giften zugemiscbt und gleichen überhaupt in ihrer Kraft dem PfeiTer. ^M 

') PUniiis XII 28 sagt richtiger: im TrogloJyteulaiide uufl in Arabien. Det- 
halb heisat die Stelle auch bei Saracenui: h x^ Tpuf/.co-Ji»^ xai 'A(>aßif. , 

Amomwn Zinfft'ber L.. Zmgiber offiein. Bosv. (Zingiberaceae), Ingwer. Die 
Heimath der Pfianze ist ohni; Zweifel Asien, sie wird in den Tropen cuItiTirt. Ver- 
wendung findet da« Rhizom. Die HundeUwaare bildet etwa 10 cm luige Sttlcke, 
welche aus einer AnxaJit durch AbflcbnQrungen von einander getrennter Glieder be- 
stehen und auf der Oberseite die Narben der abgefallenen oder abgc&chniU« 
Blütter zeigen. Sie haben getrocknet einen eigenthQmlichen , gewQrshaften Gerne 
dewen Trilger ein ätherisch t*B Oel ist, und einen scharf ge würzigen, brenne 
Geschmack, den sie dem Gingeroi, einem Bitterstoffe, verdanken. 

Das Rhizoma Zingiberis ist noch beute ein Be^tandtheil unseres Arzneischstses. 



1er be- 

iUen«^ 

nead^H 



Cap. 190, ITspl T3po:rsnip£iö;. Wasserpfeffer. Der Wasser- 
pfefPer wächst am liebsten an stehenden Gewässern oder ruhig laufenden 
Flüssen. Er hat einen knotigen, festen Stengel, umgeben von Blatt- 
scheiden. Die Blätter gleichen denen der Pfefferminze, sie sind abe^ i 
grösser, zarter und heller, sie haben einen scharfen Geschmack, wie dq 
Pfeffer, sind aber nicht aromatisch. Die Frucht trägt er auf kleine^ 
Trieben, welche neben den Blättern entstehen, sie ist dicht, traubenartig -^g 
und auch scharf. Die Blätter sammt der Frucht als Kataplasma habend 
die Kraft, Oedeme und veraltete Verhärtungen zu icertheilen und Sugil- 
lationen unter den Atigen zu vertreiben. Getrocknet und gestossen werdsB 
sie statt des Pfeffers dem Salz und den Speisen zugesetzt. Er hat eis 
kleine, nutzlose Wurzel. 



>ea^ 
V^ — > 

1 



Polygomtm Uitdt'opiptr L. (Pölygonaceae) , Wa sserpfeffet. Scharfe 
KnOterrich. Früher war das Kraut uls Herba HydropiiKrii sea Persicarüie areati^-J 
officinell. Faracelsus nannte die Pßanze Morcorius terrestris. 

Cap. 191. rispl HtafJttixfjc. Niesgarbe. Die Ptannika ist 
kleiner Strauch, der viele kleine runde Zweige hat, Ubnlich denen ds 
Beifuss: um diese stehen zahlreiche längliche Blätter, welche denen d« 
Oelbaumes gleichen, an der Spitze, wie bei der Kamille, trägt er 
kleines rundes Köpfchen, welches scharfen Geschmack hat und sa 



n. Buch. Cap. 19S. 



241 



Sienta reixt, daher der Name'J. Die Blätter mit der BlOtho haben die 
Kraft, als Umschlag Sugillationen unter den Augen wegzunehmen; die 
BlQlben aber bewirken heftiges Niesen. Sie wächst an bergigen und 
ft^sigen Stellen. 

') Von naipw, uieseo. 

AefiilUa ilarmioi L. (Compoflttae), Niesgarbe. 

Cap. 192. n £ pi £t pov^^o u. Seifenkrant. Das Struthion 

[Einige nennen es Kerdon'). Andere Katharsis*), auch Rtrakhiokameloa'), 

CtHunaiiyton *), die Propheten Cbaliryton^), die ßöaier Itadix unaria oder 

R?rhi laria*), die Aegypter Oino, die Afrikaner Syris] ist bekannt. Die 

V'iilwürtcher gebrauchen es zum lieinigen der Wolle, seine Wurzel ist 

ithwf und harntreibend. Es hilft bei Leberleiden, Husten, Orthopnoe, 

Gdbsocht, wenn ein Löffel voll davon mit Honig genommen wird. Dun 

BsDch regt es au. Mit Steckenkraut und Kappernwurzel genommen zer- 

brfliDinert es den Stein und lässt ihn mit dem Urin abgehen; es erweicht 

uich die verhärtete Milz, befördert, im Zäpfchen eingelegt, die Menstrua- 

tioD und t^dtet sicher') die Leibesfrucht. Mit Grütze und Essig umge- 

K^iiitgen bessert es den Aussatz. Mit Gerstenmehl und Wein gekocht 

xertbeilt es die Geschwulst«. Es wird den Kollyrien, welche das Gesicht 

•eiiirfen und den Salben zugesetzt. Es erregt femer Xiesen, und wenn 

^ f^tn gerieben mit Honig in die Nase gebracht wird, so reinigt es durch 

4«D Mund. 

'i Nutsen. *) Reinigung. *) StrauM, vielleicht wegen der langen Wune), 
^«kiie Torn wagerecht«n Streichen mit einer atraussenhaUaxLigcn Biegung licb nach 
^alCD irendet. *) Flütcige £n)e. ') Flüssiger Kalk. ") Wohl radix und herba Lananue. 
^ tw(m^ Cod. C. und N. babeu iv ijittjj, in Wolle. 

Smpvnaria of/ieinalta L. (Caryophvllaceae), Seifenkraut. Die Wurxel dient 
ttoek beute xtim Waschen von WolUtoffcn. Sie h:it ein starkes Princip, da^ Sapoiiin, 
Vii^ei im reinen Zustande nicht gü^ig, in seiner Modificatton als Quillajasäure 
»Wi giftig Ut (Kobert). 

Cap. 193. lUpL KoxXa(tivoo. Erdscheibe. Der Kyklaminos 

[Kuige nennen ihn Kissanthemon*), Andere KissophjUon'), Chelonion'), 

liärthyotheron*), Chylin©*), Zoroaster nennt es Trimphalites, Osthanes 

Aipho, die Propheten nennen es Miaspho, die Äegyptcr Theske. die 

K-.a»r Rapum terrae*), auch Ümbilicus terrae^) und Arcara] hat Blatter 

^lich so wie der Epheu, unterwärts bunt, oberwärts weisslich gefleckt, 

«3«-n rier Finger laugun nackten Stengel, auf dem die rosneartigen purpur- 

^Kinen Blüthen sitzen, eine schwarze, etwas abgeplattete, einer runden 

^W ihnliche Wurzel. Wird diese mit Honigmeth getrunken, so führt 

•eScUeim und Wasser nach unten ab, auch befördert sie, getrunken 

ud tft Zäpfchen eingelegt, die Katamenien. Es heiast, dass eine schwangere 

""4» wenn sie aber die Wurzel hinwegachreitet, eine Fehlgeburt macht; 

**t«»<1b«, Arxnelmlil«ll«hre d«« DloikaridM. 16 



EIU8- 



umgebunden beschleunigt*) sie die Geburt. Sie wird auch mit Wein gegen 
tädtliche Gifte genommen, am meisten gegen den Meerba«en; ebenso )^_ 
sie als ümschUg ein Gegenmittel gegen Schlangenbisse. In den Wc^H 
gemischt macht sie trunken; iu der Gabe von 3 Drachmen heilt sie die 
Gelbsucht, wenn sie mit sUssem Wein oder verdOuntem Uonigmeth ge- 
trunken wird. Wenn man sie nimmt, muss man aber in einem warmen 
[dem Winde nicht auftgesetzten] Gemache niederliogen und sich reichlich 
mit Gewändern zudecken, so dass man schwitzt; den ausgeschiedenen 
Schweiss aber findet man von gallenartiger Farbe. Ihr Saft, mit Honig 
in die Nase injicirt, reinigt den Kopf. Mit Wolle wird er in den After 
als Zäpfchen eingelegt zur Beförderung der Ausscheidungen. Wenn der- 
selbe auf den Nabel, auf den Unterleib und die Lenden gestrichen wird, 
so erweicht er den Bauch und bewirkt Fehlgeburten. Femer dient der 
Saft mit Honig zum Einträufeln bei triefenden und stumpfsichtigen Augei^^ 
er wird auch den Mitteln zum Abtreiben der Leibesfrucht zugesetzt. Afi^^ 
Essig eingeschmiert bringt der Saft den vorgefallenen Mastdarm zurück. 
Der Saft wird aus der Wurzel bereitet, indem sie zeratossen und aus- 
gepresst und die Flüssigkeit bis zur Honigeons istenz eingekocht wir 
Die Wurzel reinigt ferner auch diu Hunt und beseitigt Hautausschla 
ebenso heilt sie mit Essig Wunden [auch fUr sich allein und mit Houig]"}.^ 
Als Umschlag erweicht sie die Milz, entfernt So nnenbran dflecken und 
(heilt) die Fuchskrankheit. Ihre Abkochung leistet als Bähung bei Ver- 
renkungen und Podagra, sowie bei kleinen Geschwüren au den Schenkeln 
und bei Frostbeulen gute Dienste. Wird femer die Wunel mit altem 
Oel erhitzt, so führt die Einsalbung des Oels Vcrnarbung herbei; »u 
wird ausgehöhlt, mit Oel gefüllt und in heisse Asche gelegt. zuweilcu^J 
wird auch etwas tyrrhenischcs Wachs zugegeben, damit es consisteDt«r^^ 
wird, dann ist es die beste Salbe für Frostbeulen. Die zerschnittone 
Wurzel wird aufbewahrt wie die Meerzwiebel. Man sagt, dass die geetosseat^y 
Wurzel auch zu Liebesmitteln gebraucht werde, indem sie zu Paatillo^^ 
geformt wird. Sie wächst an schattigen Orten, am liebsten unl^r 
Bäumen. 

') EpheublOlhH. ") E|.heiiblatt. *) .Schiltllcröt*;, von der gewölbten Fona AH 
knolligen Rhizonia- *) Pflanze zum Fischfang. ^) Nach anderer Lesart xoXv'X,, kUntJ 
Walze, aof die Form de» Khizonu deutend. *) Erdi-Qbe. '') Krdniibel. von der ' 
Btalt des Rhizoin«. ') uixucoxiov, C. bat 3ltöx'.ov, luAcht unfrudiibor. *) Fehlt in C o. 

Bei Tbeoplinut (Hist. pl. IX 9> 3) wird die Wurzel zum (febriuich d«Ap 
üiBiaeum verbrannt, aus der Asclid werden mit Wein Pastillen geformt. PliniUt X- 
115 nenofc die Pflanze Rapum und Tuber terrae, er be«cbreibt n« rvcht gut 

Ci/ciamtn ^raecum Link (Primulaceae), Oriechiflchc Krdschelbft.^ 
Schweinsbrod, eine PtlanKe der Gebirgsvälder. iat bei uns eine beliebte Z)<>ri^ 
all Alpenveilchen, Cjolamen earopaetun. Das Rhizoni enth&lt ein«n acharfcii fHalj 
Aoi Cyriamin, welches dtirrh AJkohol demselben entzogen werden bano- }U 
im fri?cbeo Zustande fQr giftig, die i?cbwetne fressen e« ohne Sdindcn ^m. 



II. Buch. Cap. 195. 



243 



Cflp. 104. Ilspi i^ipac K'Jx^aii.ivot>. Der andere KykUminos. 
i.r ,ind('re Kyklaminos, welchen Eiui^^e Kissönthemou oder Kissopbyllou 
' ..D, hat Blätter wie der Epheii, aber kleiner, dicke, knotige Stengel, 
. -he die benachbarten Bäume in Windungen umschlingen. Die Blüthen 
uod weiss, wohlriechend; die Frucht ist ähnlich der des Epheu, weich, 
«e »ohmeckt herb und ist klebrig. Die Wurzel ist unbrauchbar. Kr 
incbst an rauhen Stellen. Die Frucht davon zu 1 Drachme mit 2 Bechern 
Wj'isgwein vierzig Tage lang getrunken erweicht die Milz, indem sie 
äiuieibe durch den Urin und Stuhlgang verkleinert. Sie wird auch 
itj^n Ortbopnüe genommen und reinigt die Wöchnerinnen nach der 
Hfbrt. 

Lamftra PtrieliftHtnum L. {Caprifo1iaceae\ Windendes GeiseblAtt. 
Kibtborp liebt das gut passende Viburnum Lnniana L. hierher. Fraas fand 
A ^r nirgends. 

Cap. 105. flepti Apaxovtiac p-s^äXT^c. Gro.sse Drachenwurz. 

^grosse Drakontia [Einige nennen sie Äron, Andere Isaron ^), laron, 

Qierakikoa, Biaron*), Armiagrion, Kyperis, die Römer Lururaa'), auch 

-ACintiaria, Sigingialios] wächst an schattigen Zäunen. Sie hat einen 

«Cnaen, geraden, etwa zwei Ellen langen, stabdicken Stengel, bunt ge- 

Ö«ltt, zn vergleichen mit einem Drachen, hat aber mehr purpurunter- 

**3iichte Flecken. Die Blätter sind etwa lattichformig, mit einander ver- 

^•ickelt*). An der Spitze des Stengels entwickelt sie die trau ben ähnliche 

t^nicht, zuerst ist sie aschfarben, bei der Reife wird sie safranfarbig und 

(karparroth. Die Wurzel ist von ansehnlicher Grüttse, rund, weiss, mit 

^tiicr «arten Rinde. Sie wird gesammelt und zu Saft verarbeitet, wenn 

•de (die Frucht) beginnt, sich dunkel zu färben, auch wird sie im Schatten 

^jj^^^rocJcnet. Die Wurzel wird zur Zeit der Weizenemte gegraben, ge- 

^*uch<ii, zerschnitten, auf Hiirmen gezogen und im Schatten getrocknet. 

Daich Mischung temperirt ist sie erwärmend. Sie wirkt aber geröstet 

^irf gekocht mit Honig als Leckraittel gegen Ortbopnüe, innere Rupturen. 

Krämpfe, Husten und Katarrh. Mit Wein getrunken erweckt sie den 

««2 mm Beischlaf. Mit Honig zerrieben und aufgelegt reinigt sie bös- 

*(äge und krebsige Geschwüre, am besten mit weisser Zaunrübe. Auch 

■»Wien aoa ilir mit Honig Kolljrien für Fisteln und zum Holen der 

J-*ihesfrucht gemacht. Mit Honig eingestrichen hilft sie gegen weisse 

^kea; ?ie räumt Polypen und Carciuome weg. Aber auch ihr Saft ist 

^nm in Augenmitteln gegen Flecken, gegen Leukome und Nebel auf 

"«0 Aogen. Der Geruch der Wurzel und des Krautes tödtet den Ffltus 

'" ir« ersten Stadium Schwangeren, ebenso dreissig Körner der Frucht 

' H^grrftsser genommen. Einige haben auch den Saft derselben mit 

^ dui Obrenleidenden eingetröpfelt; die Blätter als adstringirendes 



Mittel haben sie auf frische Wunden gelegt, legen sie in Wein gekoohfl 
Kiich auf Frostbeulen, Es heisst auch, daas diejenigen, welche dieselben 
uiit den Händen zerreiben oder die Wurzel bei sich tragen , von dt 
Viper nicht verwundet werden. 

') AroDgleicb. ") Kr&ftiger Arou. ') DaXflr nimmt Sprengel noluDop^ti" 
Oolunbrioa, «chlangenortig. 'j Aus dem Rhizorn enUpringen die Wunelbläiter mit" 
inliig-eckigen , am Grunde Hr:hei<Ugeii Illattstielen, umgeben von häutigen zajten_ 
BtatUclieidcn. 

Nach PliniuB XXIV 142 hat die Pflanz« ihren Namen daher, daas die W um 
wie der Dniohe zusammengerollt iiit: nie kommt um die Zeit, «emi die Schtantfo 
aus ihren Schlupfwinkeln hervorkriechttn (im Frülyahr). aus der Er^ie aud «i»-" 
»L'ltTriudi-t. wenn sie sich zuriickiiehen (XXV 19). 

Afion Ih'ueunndiii» L-, [>racunrulu^ pohjiihyUu» Tourn. (Aroideatt), Viet 
blltterigci' Aron, Uroose Drachenwurz. 

VorstrhcDcle« Capitel haben alle Ausgaben in die Anmerkungen verwieseo, T<il 
luicb de« MarcelluB Angabe dieselbe Pflanze, nur mit anderen Worten, im folgvn 
den Cupitet beschrieben werde, die PAimze finde »ich überdies weder bei Galen nocli 
bei Pftulus V. Aegina, noch bei Serapion. Die Codd. haben sie aber ^mmthoh, nach 
Aiiguillarn soll die Beschreibung von Erateuaa herrllhren. 



Cap. 196. [lEpi ApaxovrEa? pLixpd?, Kleine Drachenwurr. Die 
Rüderti Drakontia hat grosso, epheuähnliche Blätter mit weissen Flecken, 
einen aufrecliteu, zwei Ellen hohen, schlangenähn liehen bunten Stengel,1 
der mit purpurnen Flecken gesprenkelt ist und die Dicke eines Stifcbeij 
hat. An der Spitze sitzt eine traubige Frucht, welche zuerst gnlD, be 
der Reife safranartig ist und heissenden Qeschmack hat. Die Wurzel 19 
fast rund, zwiebelartig ^ äfanUch der des Aron mit einer dOnnen Rinde. 
Sie wichst unter schattigen Zäuneu und DomgestrOpp. Die zu Saft re 
arbeitete Frucht hat die Kraft, mit Oel in das Ohr geträufelt Ohren^ 
schmerzen zu lindern, mit Wolle in die Nase gesteckt, den Polypen zd 
Temichten, und als Salbe KrebsgeschwOre zu heilen. Die, welche die 
selhf in der Menge von dreissig Körnern mit Essigwasser einnehme 
macheu eine Fehlgeburt Auch der Geruch der BlQthe nach dem Ve 
welken soll im ersten Stadium der Schwangerschaft den Embryo tödt 
Die Wurzel ist crwÄmiend und bewirkt leicbten Auswurf der Feucht 
keit au» der Brust, wenn sie gekocht oder geröstet mit Honig ^z" 
wird. Käse, welcher in die BUUter gewickelt wird, bleibt vor . 
bewahrt. Die Wuniet wird als Oemtks« gebraucht und uLs di»t<b»cha 
MitteP). indem sie gvkocbt und roh gogwaeo wird. Die Bewi]; 
gnnunc tischen Insda, audi BalsArea genaimt, nuaeken die gekochte 
mit Tiel Ronig und s«txea sie b«i Gastm&lU^a ab Kuchen auf. 

irwM itmlimm Laoi. (AraidawK Italiiebrr Aroa. 

IM« KboO« «atbaU wie 4m «lUr AraaArWa Sap^aia, ««trocka« ist 



n. Bach. Gap. 199. 



24Ö 



to^er H^Ki, dieMlbt! loU besoDder« nach dem Kochen oder ROaten ihre Sobäülicfa- 
Irl reHier«n. I>ie Tbiere freuen die Knollen ohne jeden Nachtheil. 

Cip, 197. rispi "Apo'j. Aron. Aron, der bei den Syriern Lupha 
■ [ [Einige nennen ihn Aliinon, Andere Thymos, Drakontiu, die 
.\,iricr auch Kolokftsalon], entwickelt Blütter ähnlich denen des Drnkon- 
tioo') aber kleiner und weniger geSeckt, einen eine Spanne langen« etwas 
pnrpornen, wie eine Mörserkeule geformten Stengel, an dessen Spitze die 
ttinafarbige Frucht. Die weisse Wurzel ähnelt der des Drakontion, 
ucb «ie wird gekocht terspeiat, da sie dann weniger scharf ist. Die 
Bl&Oer werden aU Speise eingesalzen, auch getrocknet fllr sich allein gc- 
bicht and gegessen. Wurzel, Blätter und Samen haben dieselbe Kraft 
wit beim Drakontion. Die Wurzel mit Rmderraist als Umschlag hat gute 
Wirkung bei Podagra. Sie wird aufbewahrt wie die des Drakontion. 
Ceberhaupt ist sie wegen der geringeren Schärfe essbar. 

') Hier &I« Neutrum. frOber Drakontia. 

Arum maauhtum h. (Aroideae), Gefleckter Aron. Sibthorp nennt die 
^luu Arum Diotcoridit. was wohl kaum zutreffea dürfte (Fraaa fand «ie in der 
Ikiebuuchen Kbene). da sie nach D. weni^'er gefleckte Rl&tter hat. In Frage kommen 
^ttesle Arum orütniaU, welche« in Griechenland bei Qppigem Wachsthum fait pur- 
l>«nic Steogel bat. 

Die Knollen der Arongewächie scheinen den Alten viel zur Nahrang gedient 
■»«i babea. Theophrart (Bist pl. VII 12, 2) sagt: die Wurzeln und Blätter des Aron 
^i»i «Nbar, wenn ue mit Kuig gekocht und, jene schmecken sQn und heilen innere 
^«mimDgen. Pliniu« XXFV U3 empfiehlt den weiblichen Aron xum Eisen, weil 
^<r Bftanliche härter eei und nur langsam »Ich weich kochen luue. (YITI 129). Wenn 
'^a B&r ans «eioem Winterschlafä erwache, so seien die Knollen de« Aron leine erste 
^Silmmg; er hält sie aUo auch roh fQr das Vieh nicht BchAdlicfa. 

Früher waren sie aU Kad. An orficinbll, jetzt finden iie aU Volksmitt«! nur 
»"«naKhe Verwendung. 

Cap. 198. tlepi 'ApioÄpou. Ärisaron. Das Arisaron ist ein 
Pfl&nzchen mit einer oUvenförraigen Wurzel. Es ist schärfer als 
^.Aron, deeh&lb hält es als Umschlag fressende QeschwOre auf. Ferner 
^Nen aus iUm kräftige Eollyrien gegen Fisteln gemacht. In die Scham 
fiN«gt xerstrtrt es sie bei jedem Thiere. 

Ari0arum rnlffttre Kunth (Aroideae), Gemeiner Kappen-Aron. 

C«p. 199. Hcpt 'AayoÄ^Xotj. Asphodelos. Der Äsphodeba 
nige nennen ihn Narthekion'), die Römer Albucium*)] ist ein den 
bekanntes Gewächs. Er hat dem ^'rossen Porree ähnliche Blätter, 
*>*«& glatten Stengel mit der Blüthe an der Spitze , welcher Ajitherikos 
^^tasL Die Wurzeln darunter sind länglich, rund, Eicheln ähnlich, von 
•charftm Oeachmack und erwärmender Kraft. Innerlich genommen treiben 
** 4eii Urin und befürdem die Menstruation. Sie heilen auch & 




i 



ijchmerzen, Husten, Krämpfe und innere Rupturen, wenn 1 Dmchme d^ 
Wurzel mit Wein getrunken wird. In der Grösse eines Würfels^) jfenomnien 
erleichtert sie das Erbrechen, in der Gabe von 3 Obolen wird sie 
Erfolg denen gegeben, welche von Schlangen gebissen sind; mau ra 
aber die Bisswunde mit den Blättern, der Wurzel und BlUthe in We 
bedecken. Ebenso ist sie bei schmutzigen und fressenden Geschwürei 
bei Entzündungen der BrUste und Hoden , bei Geschwülsten und F'urui 
kein angebracht, wenn Woinabsatz mit der Wurzel gekocht wird, 
frischen Entzündungen mit Graupen. Der Saft der Wurzel mit Zusats v 
altem süssem Wein, Myrrhe und Safran, dieses mit einander geko 
gibt eine Augeusalbe. Bei ei ter flüssigen Ohren hilft er für sieb oll 
und mit Weihrauch, Honig, Wein und Myrrhe zusammen erw&rmt. Zahn' 
schmerzen lindert der Saft . wenn er für sich allein in das gegeuübe: 
stehende Ohr geträufelt wird. Die gebrannte Wurzel bewirkt nach d 
Fucliükriiukheit dichtes Haar, wenn die Asche derselben aufgestrich 
wird. Wird Oel in den ausgehöhlten Wurzeln am Feuer erhitzt, so hilfi 
es aufgestrichen bei Brandwunden und ge.schwürigen Frostbeulen, bei 
Ohrenleiden, wenn es in das Ohr getröpfelt wird. Weisse Hautflecken, 
welche vorher in der Sonne mit Leinen gerteben sind , entfernt die ei: 
geriebene Wurzel. Die Frucht und vorzugsweise^ die Blüiho sind, in Weil 
getrunken, ein Gegenmittel gt^en Skolopender- und Skorpion bisse: 
beunruhigen aber auch sehr den Bauch. 

[In einem anderen Codex: Er blüht um die Zeit der Weizenenit«. 
Man muss aber den weissen Änphodelos im Frühjahr, um die Zeit der 
Tag- und Nacbtgleiche schneiden, bevor die Frucht sich vergrössert Mafl 
sagt, dass der Genusa der Wurzel unempfindlich mache gegen Liebe»- 
gelUste. Der Rhizotom Krateuas sagt dasselbe, auch, dass die Wurzel zu 
l Drachme mit Wein genommen die Podagraleiden heile.] 

*) Kleine Ferula. •) Albucua. *) ÄirpÄY«^»?. eigentlich d«a Sj)runglj<*iii w»*j 
schieden er Thjere. 

Atphodtltm f-a»mo«tHL. (Ijiliaceae), Aeetiger AffodilL A$phodtl»s alb^»'9r^' 
Weisaer Affodill 

Der Aiipliodelo>t, dessen Stenf^el &v&jpniO{ (Antberikoa) odtT av3tpi; (Antbnüj 
hie«, war bei den alten Griechen eine heilige, der Proi^urpina (^eveilite PQantt; B* 
wurde auf die Grllter jiKpflanzt und in der Unterwelt wandelten die Sc«ltfO 
AtfodillwicacQ (Hom. Od. Xi 5^9, XXIV 13). I>te Knollen dienten werfen ihr«i 
Gebalte« au tStärkemehl als Nahrung (Theophr. Hitil. pl. Vit 12. 1). Plioia« »^ 
sogar XXII 67: puniti ex asphodelo nalnbernrnns , daa Brod aas AffcHÜU iil 4*, 
lieiliainst«!: der ^^tengel lieiKst l>ei ihm AUmcus. 

Die Pflanze inst in Griechenland sehr verbreitet, in Italien konunt fic 
Die EdoIIcu wnreu frObor aU Kadix AapbodeU ulbi offioinell. 



vor. 



Cap. 200. ilspl BoXßoÜ i&uS[[ioo. Speise^wtebel, Die Sptti««~| 
Zwiebel, welche wir essen, ni aUbekamttf dem Magen und Bauche 



IL Buob. Cap. aOS. 



kfimmlich ist die rothe und aus Libyen bezogene. Die bittere und der 
)l««rzwiebel ähnliche ist noch besser fUr den Mugen und befördert die Ver- 
eng. Alle sind sie scharf und erwärmend; sie reizen auch zum Bei- 
machen die Zunge und die DrOsen raub, sind sehr nahrhaft und 
fleitchbildend und verursachen Blähungen. AU Kataplasma sind sie wirk* 
sam bei Krämpfen, Quetschungen, (eingedrungenen) Splittern, auch bei 
Qelcnkachmerzon, KrebsgeacbwUren und Podagra, sowohl mit üonig als 
auch fQr sich allein, ebenso bei Oedem der WasaeraOchtigen und bei 
Hundsbissen; iu gleicher Weise als Umschlag mit Uonig und fein ge- 
senem Pfeffer beruhigen sie M^cnscbmerzen. Mit geröstetem Natron 
lun sie Kleiengriud und bösen Schorf. Sie vertreiben ferner SugiUa- 
tiontm unter den Augen und Finnen ftlr sich allein oder mit Eiweiss, 
ebenso Leberflecken mit Honig oder Essig. Gegen Ohrcnleidcn und ge- 
quetschte Nägel (helfen sie) mit Graupen. In heisser Asche gebraten ver- 
treiben sie Feigwarzen, auch mit den gebrannten Köpfen der Maena^) aU 
Umschlag. Gebrannt und mit Alkyonion gemischt vertreiben sie Sonnen- 
brftndllecken und schwarze Narhen, wenn sie in der Sonne damit be- 
strichen werden. Mit Eiisig gekocht und genossen wirken sie gegen innere 
Rupturen. Man muss sich aber vor einem Uebermasa im Genuss der- 
selben hüten, weil sie die Nerven angreifen. [Mit Grütze und Schweinefett 
gekocht und aufgelegt bringen sie Oedeme und Geschwüre zum filtern 
und reissen sie auf.] 

') Jäaena vulgartg Cnv., Henola, ein kleiner, dem Häring ähnlicher Fisch de» 
Mittel m«eTei. 

.\fu»enri eomoAum L. (Liliaceae), Sohopfbyacinthe. 6ie ist naob Praas 
fenner einif?en Allium-Art«n die einzige wiUI wachsende Zwiebul, welche besonders in 
der Krnl*rÄ«it von den amien ächnittem gegessen wird; sie ist sehr bftufig in ileri 
Ebenen und Gebirgen Griechenlands. 

Diu Griechen waren Qberhauitl in der Auswahl der Speisen nicht sehr an- 
apruchsTolt, sie hielten mit Ausnahme der Glftgewichse alle Pflanzen fQr essbar. 
I; • - woH in der Levante heiast deshalb: ,Wo ein Eeel Hungers stirbt, leben 

dl M.n »oblftuf." 

Cap. 2(Jl. Ilspi BoXßo'i eixBTtxo'J. Brechzwiebel. Die sogen. 
BrechzwieiH;! hat riemenartige und viel grüssere Blätter als die Speise- 
zwiebel, eine zwiebelUhnliche Wurzel mit schwarzer Rinde. Dieselbe für 
aich allein gegessen und ihre Abkochung getrunken heilt Blasenleiden 
und bewirkt Erbrechen, 

MuMcari mofeliatum Desf. (Liliaceae) oder eine Narcisaus-Ari. besonders SarciMiUf 
Jm^Ma. deren Knollen als brechenerregend gelten. 



Cap. 202. nsf.1 SkiXXt^c. Mfierzwiehel. Die Meerzwiebel hat 
<cb»rfc und bronaendo Kraft , gerüatet abar fiudat aia rielfache Verwen- 



duDg. Sie wird mit Weizenteig oder Lehm umhüllt und io den Backofen 
gegeben oder auf Kohlen (geworfen), bis der herumgeschlagene Teig 
völlig gebacken ist; wenn sie nach dessen Wegnahme nicht weich ge* 
worden ist« schlagen wir anderen Teig oder Lehm herum und thun 
dasselbe; denn wenn sie nicht auf diese Weise gebraten ist, so ist aiii^ 
zum Gebrauche schädlich , besonders wenn sie innerlich angewandt vrii 
Sie wird aber auch in einem bedeckten und in den Ofen gestellten Topffl 
gerdstet. Es wird aber von ihr das Mittelste genommen, nachdem di^ 
äusseren Schupjjen entfernt sind. Sie wird auch eingeschnitten und ge- 
kocht, indem das erste Wasser weggegossen und anderes zugeschattet wird« 
bis das Wasser nicht mehr bitter oder scharf wird. Dann wird sie zer- 
schnitten und auf Leinen vertbeilt, so dnss die Stücke einander nicht be- 
rQhren, und im Schatten getrocknet. Die Schnitte gebraucht man za 
Meerzwiebelwein, -Oel und -Essig. Bei Kissen nn den Füssen wird das 
Innere der rohen Zwiebel mit Oel gekocht oder mit Harz geschmolzen 
und aufgelegt, bei Vipembisson mit Essig gekocht als Kataplasma ge- 
braucht. Mit 1 Theil gedörrter Meerzwiebel reiben wir fein zusammen 
8 Theile gedörrtes Salz und geben davon 1 oder 2 EsslOffel voll nüchtern 
7.am Erweichen des Bauches. (Sie dient) zu Tränken und aromatischen 
Mitteln, auch für die, bei denen wir Hamen bewirken wollen, femer ftlr 
Wassersüchtige und Magenleidende, bei denen die Speisen unverdaut im 
Magen liegen, bei Gelbsucht, Erämpfeu, chronisctiem Husten, bei Asthma- 
tikern und denen, die (Blut) auswerfen. Ausreichend ist das Gewicht 
von 3 Obolen mit Honig als Leckmittel. Sie wird auch mit Honig zu- 
sammengekocht und gegen dieselben Gebrechen genossen, besonders zur 
Bef<}rderung der Verdauung. Sie ßkbrt die schlüpfrigen Massen durch 
den Stuhlgang ab. Gekocht bewirkt sie dasselbe, wenn sie in ähnlicher 
Weise genommen wird. Mau muss sich aber mit ihrer Darreichung bei 
solchen in Acht nehmen, die an innerlichen Geschwüren leiden. Gedörrt 
hilft sie auch als Salbe bei dünngestielteu Warzen und bei Frostbeulen. 
Ihr fein gestossener Same, iu einer getrockneten Feige oder in Honig 
aufgenommen und gegessen, erweicht den Bauch. Im ganzen Zustande, 
vor den Thüren aufgehängt ist sie ein Universalabwehrmittel. 

Seilla maiHima L, (LiliaceH«), Meerzwiebel. 

Sie ist eiue in Griechenland häufi{;e Pflanze, der von jvher grone Bedentnn^'l 
beigelegt wurde. Nach PliDiiu XIX 04 hat Pythagoras ein ganzes Buch aber die-l 
selbe verfuEt, auch hielt dieser PbiloBopfa eine vor der TfaOr de« HaoKa aofgchftagt« 
.Meerzwiebel für die beatt« AbTCHhr ulli-r Uebel. 

Die Mecrxwiebel hat auch hit jetzt ihren Platz im Anneüichatxe bewalirtij 
tie dient xa Pillen, Infusen and zur Bereitang de« Acetum Scillae. 

Die Zwiebel entb&lt haupl«&chlich Schleim, Scillipikria. eiaen gelblich-j 
weiMen und amoqihen Bttten^toff, Temer Sei 1 litoxin, ttmtntbrann, lunorph, wah:- 
«chcinlieh ein Uerigifl, und Set Hin, hellgelb, krystiLlllinisch. 



11. Bach. Cap. '204. 



2A9 



Cbp. 20;i. Dspl llaYxpxtio'j. Gilge. Pankration — Einige 
n auch dieses Meerzwiebel — » die Wurzel ist eiaer grosseu Zwiebel 
*L ;;.ij, rütblicb oder etwas purpurfarben, von bitterem und brennendem 
ii.v hiüAck, die Hlütter sind der Lilie ähnlich, aber grÖKser. Die Wurzel 
W dieselbe Krat^, Zubereitung und Anwendung me die Meerzwiebel, 
U Mach wirksam gegen dieselben Leiden. Die Kraft dieser Wurzel int 
^ ffläfisiger als die der Meerzwiobel: darum wird auch die zu Saft 
idubeitete Wurzel unter Zusatz von Erbsenmehl zu Pastillen geformt 
tti mit Honigmeth erfolgreich den Milzkrunken und WassersOchtigen 
gsw^t. 

fanerofium marilimutn L. (Liliacene). Meeratrands-Gilge. 
Theoplu-iut (Eist. pl. VII 18, 8) hat fQr die Püanzo keinen beconderen Namen, 
Higt , es gv\\v eine eigene Art Zwiebel , wuU-he am Meereaufer wachse und 
dem Innern unc] den äue«rea Häuten Wolle trage, welche in SiLcken und 
Ikekea benutzt werde. 
Sc w&chst im Sande an der Eüite des Mittelmeers, hat eine bittere, ekelbafl 
^c^Mckende Zwiebel, welche frOher als Radix Scillae minoris len Hemerocallidis 
*%Intisa« «m Pancratü monnpestalRni. ähnlich wie die Meenwiebel, aber beionders 
•^ Tnoitir angewnndt worde. 



Cap. 204. ÜEftl KaicffäpEto;. Kapper. Die Kapper [Einige 
*^<aDcn sie Kynosbatos^), Andere Kapria^), Rabenapfel^ Ophioskorodon^), 
f^räostaphvlos*), Thallia*), Petraia'O, Holophyton^, lonites"), Oligo- 
*^iiloron*), Äkoniton*^')» Hipponianes ") , Trichomanes*'), die Propheten 
«^otera, auch Peutcron, Herz des Luchses, Haloskorodon*"J, Krinon'*), 
^lüaspis, die Römer pei^ischen Senf, auch Inturis, die Afrikaner Her- 
^uuthum] ist t:in domiger Strauch, kreisförmig Ober die Erde sich aus- 
«nrilend, mit widerhakigen Dornen^*), wie beim Brombeer. Sie hat runde, 
4aen der Quitte ähnliche Blätter, eine Frucht wie der Oelbaum, welche 
^im Aufspringen eine weisse Blüthe zum Vorschein bringt. Wenn diese 
^^üJIea ist, findet sich etwas Längliches wie eine Eichel vor, welches 
Stafiiet kleine rothe Körner enthält wie die Granate. Sie bat grosse, 
••kr sahireiche holzige Wurzeln und wächst gewöhnlich an rauhen, 
■■geren Stellen, auf Inseln und Baustellen. Dur Stengel und die Frucht 
**rd«i lur Speise eingemacht. Sie regt den Bauch auf, ist dem Magen 
***ider und macht Durst. Gt^kocht verspeist ist sie dem Magen be- 
^Cc&mlicher als roh. Ihre Frucht, in der Gabe von 2 Drachmen mit 
''^•ia Tierzig Tage lang getrunken, erweicht die Milz; sie treibt den 
Hftn und bewirkt blutigun Stuhlgang. Der Genuss der Frucht hilft bei 
Isdiiu und Paralyse, bei inneren Rupturen und Krämpfen. Sie befordert 
^»e Kstamenien und führt den Schleim ab. Auch Zahnschmerzen lindert 
die Pracht, wenn sie mit Essig gekocht und als Mundwasser gebraucht 
*ixd. Die trockene Rinde der Wurzel dient nicht allein den vorerwähnten 



Zwecken, sondern sie reinigt auch jedes alte, schmutzige und rerbärte 
Geachwtlr, Bei MiUsucht wird sie mit roher GerstengrDtze uiagedchUgen. 
Zerbissen und gekaut hilft sie gegen Zahnschmerz. Mit Essig fein g^ 
rieben vertreibt sie weisse Flecken. Die Bliitter und die Wurzel, zer- 
stossen, vertheilen Verhärtungen und Drüsen am Halse. Würmer in den 
Ohren tödtet der eingetrupfeltt- Saft. Die libysche Kapper nun, welche 
bei den Marmariden'^) wächst, bläht stark auf; die in Apulieo erwei 
sich brechenerregend; die vom Rotben Meere und aus Libyen ist 
schärfste, sie macht Blasen im Munde und verzehrt das Zahnfleisch bis 
auf die Knochen, deshalb ist sie zum £s.^en untaughcb. 

') Hagebutte. ') Kierstock der Säue und Kameeletuten , der ihnen aui^^ 
schnitten virtl. wenn sie nicht mehr brAnetig werden soUen. *) Schlaagenknoblaoci 
*) WeintraubenUIalt. ») Blülienaes OlQck. ") Die Steinige. ') Feste« Gewii 
•) Die Joüische. •) Wenig grün (die Stengel sind roth). '*) An Felsen wachsaniU 
'*) RoBswuth, auch uin Kraut io Arkadien, nach dem die Pferde rasten (vod der 
vielfachen schädlichen Wirkunj^). ") So riel wie Polytnoboe, stark behaart — nacfa^ 
lucus a non lucendo, woil die ganze Pflanze kahl ist, *') HeerknobUuch. '*) Uli 
") Die Nebenblätter sind dornig, widerhakig. '•) Volkastamm in Kyrene, 

Cappari» »pinosa L. (Caparidaceae), Rande, Gemeine Kapper. 

Die mit Essig und Salz eingemachten, noch nicht entfalteten BlSthenknof^i 
sind noch heute ein beliebtes Gewi^rz , eie kommen aus Toulon und Marsetlle 
Flascben und Fästtern in den Handel. D. nennt sie daher Früchte , das Llnglich 
in der Blüthe ist der oTaUänglicbe Fmchtknotan mit fast sitzender Narbe. Sie enl 
halten Rutin, ein in gelben Nadeln krystallisirendes, in heisaem Wasser und Alkohi 
Ifisliohes GInkosid. 



bi«^ 

Jge-j 
achB 



Cap. 2ü5. ÜEpl AsxiSlou. Gartenkresse. Das Lcpidion« 
welches Einige Gingidion nennen, ist ein bekanntes Pflänzcben, welcJiä^H 
mit Milch in Salzlake eingemacht uird. Die Blätter haben eine scharfe^^ 
GeschwQre verursachende Kraft, daher ist es als Uuischlag ein sehr liilf- 
reiches Mittel gegen Ischias, wenn es fein gestossen mit Alantwurzel ein 
Viertelstunde lang aufgelegt wird. Bei MIlzschmtTzen wirkt es ähnlich 
aber auch den Aussatz nimmt es weg. Die Wurzel scheint auch Zahl 
schmerzen zu lindem, wenn sie um den Hals gebunden wird. 

Ilepl Mßrjpifioc. Iberis. Iberis, nämlich die kressenartige, hat 
denen der Kresse ähnliche Blätter, die im Frühjahr am Üppigsten sind^^ 
Die Länge des Stengels beträgt mehr oder weniger eine EUe; sie wächs^^ 
an imgebautcn Stellen. Im Sommer entwickelt sie eine milchweisse Blttthe. 
imd dann ist sie am wirksamsten. Sie hat zwei in etwa d«r Kresse 
ähulicbe Wurzeln, sie sind erwärmend und brennend. Diese Wurxeln 
gerade sind gut für Iscbiaeleidende, wenn sie mit gesalzenem Schweine- 
fett nach Art eines Pflasters aU Umschlag rier Stunden aufgelegt wordeq 
Dann muss man ein Bad nehmen und mit Oel und Wein die 8teUa 
einsalben. 




Itryiilium »atirHm L, (Cniciferae), Uiirtenkresse. Sprengel zieht L^ji'dium 
lifotiuM hierher, dem widurapricbt aber erstlich da« OrOMenTdrfaAltnis«. denn D. 
BBt «te ein PfliLn£chen (ßotavtovt, und Tjepid. latifol. ist vierinal so groas aU Lepid. 
whvQin, Diina wird Ginpdion als Sjnonrtnum angeführt, welcheK fiodvnpaitig ge- 
tboilt« Blatter liul. während bei Lepid. latif. dieselben ungethcilt, gekerbt^eÄgi, 
die unteren eiförmig, nttimpf, die obt-ren aua *»ifönni(iem Grunde lauzettlich sind. 

Plinius XXV 87 sagt, daas kürzlich (ouper) die Iberi» von &er^■itius Damoeratdi 
ttofgefundtfn nnd in Versen beschrieben sei. Diimocratt-'S handelt in seinem »Clinicu«* 
TOA drei Arzneimitteln, darunter von Iberis. Mit dieser Päan&e, sagt fJalen X 3äO. 
habe fin Ant in Iberien »einen kranken t'reund geheilt und die Pflanze, da er sie 
früher nicht gekannt habe, Ibcriü genannt. Galen suwohl wie viele spätere Schrift- 
steller halten Iberis und Lepidion für dieselbe Pflanze; Anguillara und DodoniluB 
(Hi«t. itirp. 16. Jabrh.) hoben schon die Verschiedenheit derselben nachgewieien. 

Das Capitel .Tlieris" wird für unüclit gehalten und fehlt in den ältontcn Co- 
dicea, in der Äidinii steht es am Ende des ersten Buches, an durchaus uugeb^Sriger 
Stella, wohin eü von einem spilteren Arzte oder Herausgeber eingeschmuggelt ist 
(*gl. dai-Oher Baubin et Cberler Hb. XXU p. 915 sqq.). 

IbtriM amara h. (Cruciferae). Bitterer Bnuernsent. 

Cap. 20G. IIspl RaTpat/iGu. Bntruchion. Batmchion, Einige 
nenacu es wilden Sellerie. Von diesem gibt es mehrere Arten, aber sie 
hftbeo eine Kraft, nämlich eine scharfe und sehr leicht Geschwüre ver- 
ursachende. Die eine von ihnen hat dem Koriander ähnliche, aber bittere, 
dabei weissliche und fettglänzende Blätter, eine gelbe, zuweilen purpur- 
farbige BlQthe, einen nicht starken, eine Elle hohen Stengel, eine kleine 
wt'ifiBe, bittere Wurzel mit Nebenwurzeln wie die Nieswurz; sie wächst 
an Biessenden Gewässern, Es gibt eine zweite Art, sie ist rauhhaariger, 
bat vinen grösseren Stengel und viele Einschnitte an den Blättern; si^ 
wächst am meisten in Sardinien und ist sehr scharf, mau nennt aucli diese 
wilde StiUerie. Die dritte ist sehr klein und riecht schlecht, die BlQthe 
ist goldgelb. Die vierte gleicht dieser, hat eine milchweisae BlQthe. Die 
Blätter, Blötben und zarten Stengel haben die Kraft, als Kataplasmen 
«cliuierzhnfiu äeschwttre und Schorf zu bilden. Deshalb bringen sie üchorfigü 
Nägel und Krätze weg und entfernen Brandmale, ebenso gewühnliche und 
(iQnn gestielte Warzen und (heilen) die Fuchstkrankheit, wenn sie kurze 
Zeit*) aufgelegt werden. Gekocht bilden sie eine warme Bähung für die, 
welche von Frostbeulen zu leiden haben. Die Wurzel erregt Niesen, 
wenn »e trocken fein goiiossen in die Nase gebracht wird, lindert auch 
Zahn<<rbm&rzen, wenn sie (an die Zähne) gelegt wird, sie zerbröckelt sie 
allerdings. 

f) Der (X C »atsi t^l'^- ffi^n, hioKu. 

D. brhandelt liier verhchiedene Hiinnnculaceen ; jinerat HaHunatluß (fintieua lt., 
iialitcber Halmenfuss, welcher »ehr büuBg in Griecheulaud vorkommt : 
di« xwttiU Att ift //, [üHpitinamu h., Wollbamriger Hahnenfnvs, die driUe 
JL muriiatu» L., Siicbeliger Huhnenfuis. die nerte H. aquatilh I,., der 
Wasserhähnen raus. 



Alle Arten entbalten mehr oder minder ein «Charte« Prindp. du bei 
logu giftig isL 

Cap. 207. Ut(A "Avt^LoivTjc- Anbrnone. Die Anemone [Eini^ 
nennen sie die wilde, Andere die schwarze, die purpurfarbene, Enemon' 
Mekunion, Tragokeros*). Ges parine, Barbyle"), Osthiioe» nennt sie B^rt 
lios, aucii Ornios kenmios, Pyibagoras Atraktjlia*), die Propheten Cnicu 
ngriii'), die Römer Orci Tuaica*), die Afrikaner Chuphpfacie] hat zw« 
Arten, die wilde und die cultivirte; von der gebauten treibt eine rotfafl 
eine andere weissliche, milcUweisse oder purpurrothe Blllthen. Die Blatt« 
sind denen des Korianders ähnlich. Qber der Erde^) leicht elngeschnitteq 
Die Stengelchen sind behaart, zart, auf ihnen sitzen die BlQthen 
MobnblOthen, auch die Köpfchen in der Mitte sind schwarz oder blau 
Die Wurzel ist tod der QrCsse einer Olive oder grösser, gleichsam da 
Knoten abgetheilt. Die wilde ist im Ganzen grösser ala die gebaute, htt 
auch breitere und härtere Blätter and ein länglicheres KOpfcben; die 
BiQthe ist purpurfarben, die Wurzel zart und zu mehrereiL Eine Art bat 
aber dunkle, schärfere Blätter. Beide haben eine scharfe Kraft, darum 
ekgnet sich der Saft ihrer Wurzel, in die Nas« gebracht, tot Reinignog 
d«e Kopfee. Oeso«»en führt die Wurzel den Schleim ab. In »Qsscid 
Wein gekocht heilt »e al» Umschlag AugenentzQn düngen, entfernt Narben 
in den Aageo und SfcunpCsicht^keit und reinigt die Geschwüre too 
Schnratx. Werden di* BUtter und Stengel mit Ptöane gekocht nad ge- 
gnaen, so befMem sie die Küchabsocderung, im Zäpfchen tieibesi «c 
die Menstrantion, als Umschlag heäeo sie aodi Anssata. Einige aber, 
w^h« die sogen. Argemone and die Klatschrow, wortber wir bei 
den Vohnarten reden werden, nicht von der wüdec Anemoöe aater- 
scMdcn k&uien, lassen nch dotcfa die Gleichfiubigkeit dar Blfithc^ 
««kh« pvrpamiUi ist. t&nacbca, iadoB sie die Aigonoae K^otoctBa 
l e nn eB UebetdieB ist die PiupiufMfc e der Aigeiiiaus nnd dar Ehiach- 
ro«» weniger tief« diese und ^ Aigcttoae hllhaa maA ipller. Pmner 
scheidet die ArgeoMse eäen eafrinfaTh^i», hSeWt Mkuf srfimaAsnJsn 
Snft no»> die IQatoctoose mmm winnwmi md echnriieB. Beide keban in 
der Hüte Kflpfebca gana wie 4sr wiU« Meba, aar ist des der Argr- 
■KKM oben «twms abgeplattet, das der FTnleiliUMe etWM ASfaBaL Di« 
aber srtmipn wnder 901 ^ nedt kaba aie eäi Kdffc^ou 
I wie der S^wgel i 

n Qieich fe^K. ^i^ml n 

^ TieDsNbk «w^e^h nii )i^>TiiL 

eia der BMtW^ ^ Bm Ii. O tt in m i L- Vell»^ n.r^lnM« 

natu:, 't i»«««»d d«i listo. ^ Di* VFi 

IW fiilnan Amkoc* " 
wa4rft«eb«a, di« wdd» :'-^,-\*^. *• 





n. Buch. Cap. 209. 



ä53 



.'H dunklen bl&tttirn i«t A. a/tmuiiia L,„ italienischem Windrfiichca, sie 
' <>'■• r<-^in« süf^, nftchet ilt^u vorhergehenden am häufigsteu vor, 

Cu(j. 20S. II e p i *A p 7 i t"^ Ol V 7, c A r g e m o n e. Die Argemone 
inigv oeauGii siu Oitioue, Andure Autheniis^), Honiouuia^), Anthos 
liDon^, die Höruer Libornia, auch Concordialia*), Perguliu, die Gallier 
Eoroa] ist ganz dem wilden Mohn ähnlich; aber sie bat ein Blatt wie 
dir Anemone, zertbeilt, eine purpurrothe Btüthc, ein Köpfeben ähnlich 
ijrT Klatächrose, aber langlicber und an den oberen Tbeilen glatter, und 
HM runde WurzeK Sie scheidet einen safranfarbigen scbarfen Saft aus, 
rvtreibt wei&^e Flecken und Nebel auf den Augen. Die Blätter als Um- 
scUig lindern Entzündungen. 

[Der Rbizotoni Krateuas sagt Ober dieselbe: Diese Pflanze vertheilt 
sostossen mit Fett Skrofeln; sie wirkt auch gegen weisse Flecken, 
voo sie trocken gestossen und gesiebt ist, mit Natron und rohem 
Sdtwefel; sie heilt aber diejenigen, welche sie im Bade anwenden, wenn 
*ia Torher eine trockene Abreibung gemacht haben. Auch gegen Erätze 
tat tie wirksam.] 

[Die andere A rge m o n e.] Die andere Argemone — Einige 
Dninefl sie Artemone, Andere Arsela, Sarkokolla^'), die Römer Arte- 
niooia — , auch diese gleicht in der BlUtbe dem wilden Mohn. Selbige 
•Wr grün fein zerstossen und aufgelegt, hat die Kraft, Wunden zu heilen 
uad AugenenLzUudungen zu lindern. Mit Wasser getrunken hilfl sie bei 
X)j^ntene, sie verklebt Wunden und ist bei Qeschwfilsten von guter 
Wirkung. In gleicher Weise ist sie heilsam als Umschlag bei Krumpfen 
i"id Muskelzuckungen. Mit Wein getrunken hilft sie auch den von 
^ftigen Thieren Gebissenen. 

*) Ut bei D. Matricaria ChauiomilJa L.. Kamille. *) Die Eiotracht. ') Blum« 
^ Ebene. *) Die EinträcbtUche. ') Kin Gumtni Ton Ptnoen Sareoe«Va L. (?}, einer 
■««axe Penieos, welches die Aerite zum Verkleben der "Wunden gehraucbten (von 
^^9^. Pleücb. und ito^Xdui, verkleben). 

Arirenione det D. iflt nach Fraas Adottia autumnaUa L. [Ranunculaceae). 
^erb«t-Adonl9» eine in GHochenland und lUlion hAufige POnnze mit hlutrotfaer 

ikrone und grosseren, am oberen Hände bogigen Früchten. Sprengel und 

letzkf ziehen Paparer Ai-gemoHf L. hierhi:'r. 

[He andere Argemüne ial nicht n&her zu be^tinioieD: nach Änguillani soll ea 
f^^uumliM ffrandiflora L. sein, die aber als UmbcUitere wohl nicht hierher puaen kann. 

Dieier Abiatx fehlt in den beaserca Codices. 



Cnp. 209. Ilapt 'Avaf ä>.^:do«. Gauchheil. Von der Ana- 

flTAllis gibt es zwei Arten, welche sich durch die Blüthe unterscheiden. 

\JJi< tine hat eine blaue ßUUhe und wird die weibliche genannt. [Einige 

**Ren sie auch Korchoros, Andere Halikakabon, Zeliamos, die Pro- 

''■•*«n Nykteritia, die Aegypter Mikiei, die Römer Meciato, die Äfri- 



kaner Asirrisoi]; die parpurblUtbige ist die männliche [Einige oeoui 
sie Aeritis, Andere Aigitis, Sauritis, die Propheten Blut Aes Auges, aue 
ChelirlonioD, diu Körner Macia, die Tbusker Mnsitipos, die Gallier Sapac 
die Dukier Kerkeraphron]. Es sind kleine, Über die Erde aicfa verbe 
tende Kräuter; sie haben an einem vierkantigen Stengel kleine, rundlich" 
Blätter, welche denen der Ackerwinde ähneln ^ und eine runde Frucht. 
Beide sind beruhigend, sie besänftigen Entzündungen, ziehen Splitter aus 
und halten fresnende GeschwUre auf. Pir Satt, zum Gurgeln gehraucht, 
fuhrt den Schleim aus dem Kopfe ab, lindert, in die Nase gebrach^H 
Zahnschmerzen, wenn er in das dem leidenden Zahne gegenüber stehenl^^ 
Nasenloch gegeben wird. Mit attischem Uonig vertreibt er weisse Flecken 
auf dem Augo und hilft gegen Stumpfsichtigkeit. Mit Wein getrunken 
ist er denen, die von der Viper gebissen sind, heilsam, ebenso den Nieren- 
und Leberkranken. Einige sagen, dass die (Anagallis) mit der blauen 
BtUthe Mastdarm Vorfall wieder in Ordnung bringt, die mit der purpur- 
farbigen BlUthe reizend wirke. 

AnagalltM caerulea L. und A, arvenfi* h., A, /ihoehieea Lam. (Prtiuali.ccii«||^^ 
Gauchheil. Die Stengel der enteren sind mehr aufrecht, die Blfi.tt«r eilänglid^H 
die Kclcbsipfel schmaler, länger zugespitzt, fein ge^gt und »o lang wie die tcliAii^^ 
blauen Krouenbl&tter . deren Zipfel verkehrt viförmig-ovol , fein gesahnt Nind, aurb 

t^t die BlQthe fast drOtenlos. Sie irurdL> früher gegen Unterleibutockunguu, Ltfl>ffc- 
Terhärtungen, WaMertucht, auch gegen Kpilepsic gebraucht, ittt jetzt aber TolUtüo<li){ 
vergessen. 

Cap. 210. rispl Ktaooö. Ephou. Der Ephou [Einige nennen 
ihn Kithoros, Andere Kissaros^), Chrjsokarpos*), Poietika'), Korjm- 
liethra*), der gemeine Mann Nysios-^), auch Dionysios, noch Andrra 
Ithytherion"), Persis, Kemos'), Asplenoa*), die Römer Silva raatcr^), 
Hedera, die Gallier Subites] hat nach der Gestalt viele Varietäten, Überhaupt 
aber drei Arten, nümlich die weisse, die schwarze und die gewundene. Der 
weisse trägt eine weisse, der schwarze eine schwarze oder safranfarbige Fruciifc, 
diesen nennt der gemeine Mann auch Dionysios. Der gewundene (Uelix) 
ist unfruchtbar, hat zarte Stengel und kleine, kantige rnthe Blätter. Jeder 
Epheu ist scharf, adstringirend und greift die Nerven an. Von seiner 
ßlüthe so viel, als man mit drei Fingern greifen kann, in Wein genossen 
und zweimal im Tage getrunken, ist wirksam gegen Dysenterie; mit 
Wachssalbe fein zerrieben ist sie auch ein gutes Mittel bei Brandwunden. 
Die zarten Blätter mit Essig gekocbfc oder auch roh mit Brod zusamium 
fein eerrieben sind ftlr die Milz heilsam. Der Saft der BIfttter und dvr 
Fruchldohle wird mit Iris- und Salböl*'), oder mit Honig ode-r Natron 
in die Nase gebmcht, er hilft dann gegen chroDlMho Kopfisobmeneo« 
wird aber auch mit Essig und Itoäenöl zum Beginsra (d«« Kopfes) an- 
gewandt. Ohrenschnierzen und ctterfiQssige Ohren heilt er mit OeL Drr 



II. Buch. Cap. 211. 



255 



-^ des Saftes und der Fruchtdolde vom schwarzen bewirlrt Schlafl- 
ii^.i 'f und im Uebferraoiw Erschütterung des Verstandes. Werden fünf 
Btereo der Fruchtdolde fein zerriebtio mit Rosenöl in der Granatapfel - 
»ch&lti erwärmt imd in das dem leidenden Zahn gegenüberliegende Ohr 
jpKrOpfeltt Bo lindern sie die ZahnschmerKen. AU Umschlag angewandt 
QrbMi die Fmchtdcilden die Haare schwarz. Die Blätter mit Wein ge- 
bebt dienen als Umschlag auf jedes Geschwür; böse Brandwunden und 
SMinenbrandflecken heilen sie, w^nn sie, wie vorher angegeben, gekocht 
«erden. Die fein gestossenen Frucbtdolden befördern die Katamenien. 
«am sie als Zäpfchen eingelegt werden; in der Gabe ron 1 Drachme 
tuth der Reinigung getrunken, bewirken sie Unfruchtbarkeit; der junge 
SproM*') der Blätter, mit Honig bestrichen und in die Gebärmutter ge- 
legt, befördert die Menstruation und treibt den Embryo aus. Der Saft 
in die Nasenlöcher getröpfelt beseitigt schlechten Geruch und faulige Ge- 
acbvQre. Das Gummi desselben entfernt die Haare und tödtet, einge- 
eiuniert, die Läuse. Der Saft der Wurzel mit Essig getrunken hilft 
S^K^n den Biss der Spinnen. 

«) Gleichbedeutend mit xicaii;, Epbeu. *) Goldgelbe Frucht, ") Die Poetische. 
^ Ton CofTZDbus. dem doldenartigen Fruclilstande so genannt. ') Von Nysia, einer 
fitaik UD Indus, no Dionjsos oder Bacchus, dem der Epbeu geweiht war, üinen 
g mit Wein and Ephen bepflanzt: haben boU. '} Wild aufrecht strebend. ') Bei^- 
, ^vlM. ') Die Milz mildernd, ') Waldmatter. ") {iüptp fehlt in den meisten Codices. 
* 'I C. und M. haben ir(aviav , soll jedenfaUi wobl ifwitv , Unfruchtbarkeit , heisren. 
*^ )^j^9(. kßnnen wohl nur die Blattknoepen sein. 

ffifitra n<Ux L.. H. pnitarum Bertel. (Hederaceae), Ephen, der erste mit 
•<ii«ifT,en, der andere mit rothen Beeren. 

D. nennt drei Arten . die aber nur Spielarten einer und derselben Art sind 
4( dsrrb Vercchiedenbeit des Standortes, des Altera u. s. w. bedingt werden. Aus 
*^ Anneitcbatze ist der Kphen voUsÜLndig vei-schwunden, die Blätter sind noch 
^ sad >la ein Volksmittel. 

Cap. 211. Tlepl XsXiSovio'j jisfiXou. Grosses Chelidonion. 

^ grosse Chelidonion [Einige nennen es Paiontu^), Andere Erataia'), 

dubios, Glaukios*), die ganz göttliche Wurzel, Philomedeion*), Othonion^), 

*• B<fimer Fabium, die Gallier Thona, die Aegypter Mothoth, die Dakier 

^Qitane] entwickelt einen ellenhohen oder höheren dünnen Stengel, 

*6ldier reichheblätterte Nebentriebe hat. Die Blätter sind denen des 

*<tatischen Hahueufusses ähulichf die des Chelidoniun sind jedoch weicher 

^d bläulichglnurarben, bei jedem Blatte sü^ht eine Blüthe wie die der 

^^koje*). Der Saft ist safranfarbig, scharf, beissend« etwas bitter und von 

•item Geruch. Die Wurzel ist oben einfach, unten sind es mehrere^. 

. rucht ist wie die des Hornmohns, zart, lang, wie ein Kegel, in ihr 

^'^den sich die Samen, grösser als die des Mohns. Der mit Honig ge- 

^*«chtB und in einem ehernen Geschirr über Kohlen gekochte Saft dient 




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auf dem A 

ist er dfnui, ■ 

und Lobcrkraii!. 

BlUthe MfUHtdanuv. 

farbigen Blüth<j rm 

Anaf/<iUitl n-^>--' 

Oaucbbeil. Di. 
die K^OchsipfoI *■< 
blaaon Kronenblü'. 
iit die Blütlie fasi dr 
Terbärtungeii, WasHi-r- 



'iitei. Der Saft w^ird nus der Wurzel, aas den 

vu^ oad der Frucht im Anfange des Sommers ^e- 

trwn giafcrocknet und (in Pastillen) geformt. Die 

sswern getrunken heilt die Gelbsucht und mit 

MiytigaiiMsehUg. Die PÖanze scheint den KatDrn 

m^wmlaie sogleich mit dem Eintn'ffen der Schwa}b«n 

BHB •imelbcn welkt. Einige berichten, daaa, wenn 

-T^ÜMa erblinde, die Mutter das Kraut herb« 



^ CfFtuWitm luteuttt 8cop. *) Pflauze der Aphro- 

. beschriebenen Pflaaze q96v<^^, Othonse. 

■j. -I Luc Nfb«nwurzebi. ") /iXt?*Mv, Schwalbe. 

<^. SfbOllktBttt; eine in OriecbenUnd 

III NurJen auf Schutthaufen u: 

■11 ! dt lAich. d. Pb. hlOl, S. o 

idonin, ein giiliges, biUereii Alkaloi 

looin. SanRuinartn nnd Pro top}] 

s-ti gt^lben Bitteratoff. I>er Altuloiij 

iaa öthnach ist noch da« ExtracL 



ICap. 210. nspi 
ihn Kitharoa, Ändere Kjr 
bethra^), der gemeine M:» 
Itbvtherion«), Persis, Ken; 
Hedera, die Gallier Subites] i 
aber drei Arten, nümlich di- 
weißse trögt eine weisse, der ^ ' 
diesen nennt der gemeine Xi 
ist unfruchtbar, hat zarte Stenif 
Epheu ist scharf, adstringiren 
ßiUthe 80 Tiel, als man mit dm ; 
und zweimal im Tage getrunkwi, 
■Wachssalbe fein zen-iebon ist sie t* 
l)ie zarten Blätter mit Essig gekort 
feiö z^^meben sind fUr die Milz h. 
^ruchtdolde wird mit Iris- und Sr* 
Ifj die Nase gebracht, er hilf ' 
^inl ^f** auch mit Essig und 
revriin'^t- Ohreusclunerzen utid ui(' 



u«p«v. Kleinen Chelidonic 

"* wilden Weizen genannt 
■= uKtigvotles)^) Pfliinzchen, stengellc 
-« Ibaii^. über viel runder, kleiner, . 

Uot Wurzeln, welche aus eia« 

. - |r>ita»l> wie büini Weizen; dr 

•=*■ ^=-«»ch»n. Es wÄchat an WiUBcrn 

xh der Anemone und bewirkt 

ry Saft vemrbeit^iten Wu 

dimlich zvtr Keinigung I 

•.mu derselben, aU 6ur 

_-_jz^ Alles aus der Bmst w*g.] 

. Scharbock. 
i'«-icJwlt sich aUer>iui/« 
■WH war dt« Won«] 



'•;* Anna [die 

ikion, oder da 



vnti Aealn«B. 



k 



n. Bacb. Cap. 214. 



257 



tut Biiitor wie die Rauke ^ vielfach durchlöchert, wie von Motten zer- 

en und luQrbe. Sie treibt eine safranfurbige breitblätterige BlUthe, 

bilb bsben Einige geglaubt, es sei eine Art WindriJscheu. Sie wird zu 

Stft ftlr Augenmittel verarbeitet, wo es sich darum handelt, zu reinigeu, 

beissend ist und alle Verdunkelungen auf der Pupille entfernt. 

US »cris«t femer, aus der Pflanze trete eine gewisse FDssigkeit aus, welche 

■ao nach dem Auswaschen und Absondern der Steine zu demselben 

Zv^e in Pastillen formt. Einige sagen, dies sei der ägyptische Stein, 

d«r in Theben entstehe, von weisser Farbe, klein, der einen beissenden 

and zugleich brennenden uud adstringirenden Geschmack hat. 

PUniuB XXVTI 109 saj^t von der Othoona, aie wachse iu Syrien, aei der Kruca 
ilick, habe vielfach darchbohrte (aoll wohl heisaen: vielfach deutlich ponktirte) 
, eiae safrangelbe BlQtbe und verde als Anemone bezeichnet Er hat al*o 
«Mdarwlben Qaella wie D. ge«<;faOpft Die spAhnittelalterlichen Scbrifteteller haben 
■kA fiele Hohe gegeben, die Pflanze zu identificiren, aber vergebens. Matthiolui 
Ttihiuit offen, er wis»e es nicht: Rondeletina zieht die Labiate Phtomi» hrrba 
*<«tf L hierher, C&ialpinaf die Componte TageU» ertcta (vgl. Baahin «t 
Oi«rler üb. XXV'I p. 97). 

BithseUiafl iat der ägyptische Stein. Plioius XXVII 88 sagt beim Glauciuin, 
lifce achmutjüge, widrig riechende, bittere, adstrin^ronde Blätter und ein i^af^an- 

Korn, dieaes werde in einem mit Lehm bestrichenen irdenen Geschirr im 

^fn erhitzt und ein Saft daraus gepresst. 

Cap. 214. riepl Mt>6c ötwv. Mauseobr. [Einige nennen es 
Proton, Andere Antbyllion^), Alsine, Myortochon, Myrtosplenon , die 
^morMuria auricula-), die Afrikaner Labotholabath] hat die Namen von 
^« Aehnlichkeit der Blätter mit Mäuseolireu, Alsine^) heisst es, weil es 
Vckattige und buschige Haine liebt. Es ist ein Kraut wie die Acker- 
^n4e, aber niedriger und kleinblätteriger und nicht behaart. Es hat 
fühlende Kraft und ist als Umschlag mit Graupen ein gutes Mittel bei 
AsgenentzQndungen, sein Saft wird bei Ohrenleiden eingetröpfelt [und 
Oberhaupt leistet es dasselbe wie die Ackerwinde]. 

Das andere Mauseohr — Einige nennen es Myosotis — entwickelt 
'tifrkrere Stengel aus einer Wurzel, unten sind sie röthlich und hohl, die 
^ter sind länglich und schmal und haben eine erhabene BchwUrzliche 
•"ppe, dabei entstehen je zwei in Abstanden, sie laufen in eine Spitze 
•0*. Aus den Achseln entspringen zarte Stengelchen, auf denen bläu- 
^'^t kleine BlQthen sitzen, wie die des Gauchheils. Die Wurzel ist 
"i^godick und hat viele Nebenwurzeln. Im Ganzen ist das Kräutchen 
'*»■ Hirschzunge ähnlich, zarter aber und kleiner. Die Wurzel als üra- 
•*A^ä heilt Aegilopie. Einige nennen die Ackerwinde auch Mauseohr. 

1 BUlBudken. *) Das Oelircbeu der Maus. *) Von ftXsöc. Hain; in allen Co* 
^'^^ 1^ Aosgaben ateht statt ääsw^e:«, baschiK, öftiMw^si;, sandig, nach Oribastos 



B. 



-*. .Vmi«tinltt«Uehra des Diosknride«. 



17 



and Saraceniis bat Sprengel die entere Lesart vorgewogen, sie enUprichi aaa 
mehr dem Namen Alaine. 

Die erste Pflanze ist Parietaria cretica L. (Urticaoeae), Kretiiches Glas- 
kraut, welches früher in den Of6cinea geführt wurde, die ädere nach FrsRs 
Aaperuffo procumbetu L. (Aaperifoliaceae) , Rauhha&r, nach Bprengel Afyo j^m 
paiuMtri» L., Sumpf-VergisBmeinnioht. 



Cap. 215. nepi 'lodrtSoc. Waid. Der Waid [der gebaute. 
Einige nennen ihn Augion, Andere Egne, die Propheten Aruaion, die 
Elömer Ruta], welchen die Färber gebrauchen, hat ein Blatt wie der 
Wegerich, aber fetter und auch dunkler, und einen Über eine Elle hohen 
Stengel. Die Blätter rermögen als Umschlag Jedes Oedem und GeschwQr 
zu zertbeilent blutige Wunden zu verkleben, BlutÜUsse zu ätellen, fressende 
und kriechende Ge^chwUre sovrie roseartigc Entzündungen und faulige 
Geschwüre zu heilen. 

Imti« tinetoria L. (Cruciferae), Waid- 

Cap. 216. Hepl latfettSo« «Ypta«. Wilder Waid. Der wildi 
Waid [Einige nennen ihn kleine Egne, die Ilömer Ruta minor] ist dem 
vorigen ähnlich, hat grössere, dem Lattich ähnelnde Blätter, aber zartere, 
vielzweigige, röthliche Stengel, welche an der Spitze eine Art zungen- 
f()rmiger herabhängender Säckchen in grosser Anzahl haben, in denen 
der Same sich beHndet. Die BlUthe ist hochgelb, zart. Er wirkt gegen 
dasselbe, wie der vorige, hilft auch innerlich und äusserlich angewandt 
den Milzkranken. 

[Es muss bemerkt werden , daas die Angaben Über den Wa 
fehlerhaft sind; denn auch der gebaute hat eine hochgelbe BlUthe, zarter 
und vielzweigige Stengel und auch an der Spitze die zungeufurmige 
Sä^kchen, in denen der Same sich befindet. Von diesen wird der Same 
eingeschlossen, schwarz, gleich dem Melantbion. Ferner bat er einen über 
zwei Ellen hohen, nicht aber einen über eine Elle hohen Stengel. Der 
wilde Waid treibt dunklere Blätter als dieser, einen kleineren und dickeren 
Stengel, eine purpurfarbige oder blaue BlUthe und eine kreuzförmige') 
rauhe Frucht, in welcher der Same durch fünf gleiche kleine Blättchen 
gewissermassen aus einander gehalten wird.] 

M Die Schötchen sind länglich keilförmig, auf beiden Fl&cben gekielt 
D. kennt twei Arten Waid, ebenso nennt Pliniiu XX 59 einen in den 
dem wild wachaenden und einen, den die Fürber gebrauchen. Man unterscheidet 
wohl aU Itati^i tincioria und /. ailcettria, inde!<sen sind ch wohl nur Varietäten einer 
und derselben Art. 

Der letzte Sats des in Klammem befindlichen Abrnties enthUlt eine offeab 
falicbe Ansicht; denn der Waid hat herabhängende einfdcherige SehOtcben mit dq 
einem hellen Samen ; die Worte ev t^ ti nitcp^iu ^üXXaptoic }itKf>i>Tc äva icjvn 
oloveL S(ti'Mi}i}iG>&v müsaten auf eine fOnff&cberige Schote bezogen werden. 



n. Bnch. Cap. 217. 259 



Früher worden die Blätter des Waid viel angewandt, jetzt dient die Pflanze 
nar zur Herstellung dea Indigo. 

Gap. 217. IIspl TirjXsfEoo. Wachsblume. Das Telephion 

[Einige cennen es wildes Immergrün, Andere auch dieses wilden Portulak, 

die Römer Ülecebra, die Aegypter Anoth, die Afrikaner Atirtopuris], 

dieses gleicht sowohl nach den Blättern als auch nach dem Stengel dem 

Portulak. Es hat zwei Achseln an jedem Knoten der Blätter^), aus denen 

aechs bis sieben Zweiglein hervorkommen, die aus der Wurzel sind voll 

von dicken, fleischigen und schlüpfrigen Blättern. Die Blüthen sind weiss'). 

Es wachst im Frühjahr in Weinbergen und an bebauten Stellen. Als 

Umschlag heilen die Blätter binnen sechs Stunden weisse Flecken auf 

den Nägeln, danach muss aber ungeröstetes Gerstenschrot angewandt 

verdeD. Mit Essig in der Sonne eingeschmiert entfernen sie weisse 

Flecken auf der Haut, später, wenn sie trocken geworden sind, muss man 

sie abwischen. 

^ Die Stengelblätter sind ohrförmig-stengelumf aasend. ') In einigen Codices 
l«lb, ii-^uva, woher vielleicht der Name. 

Cerinthe a^pera L. (Äsperifoliaceae), Rauhe Wachsblume. 



Drittes Buch. 



Tn den früheren BOchem, theuerster Areios, haben wir von den Ge- 
ivür/en« Salben, Oeten, Bäumen und den von letzteren abstammenden 
Früchten und Ausscheidungen, femer von den Thieren, Getreidearten, Ge- 
müsen und den mit einer Scharfe begabten Kräutern gehandelt. In diesem, 
dem dritten nun werden wir die Besprechung der Wurzeln, Säfte, Kräuter 
und Samen, welche sowohl dem gewölmlii^hen ala auch dem arzneilichen 
Gebrauche dienen, verfolgen. 

Cap. 1. Ospt 'AvapExoD. Lärchenschwamm. Das Agarikoo 
wird fQr eine Wurzel gehalten, ähnlich der des Silphion^), es ist aber 
nicht dicht an der Oberfläche wie das SUphion, sondern durchweg locker. 
Es gibt aber davon ein männliches und ein weibliciies. Das weibliche 
unterscheidet sich dadurch, dass esinnen gerade Fasern') hat; das männliche 
dagegen ist rund und durchweg fest gefUgt. Der Geschmack ist bei 
beiden gleich, nämlich anfangs sQ&slich, hernach bitterlich auftretend. —JM 
Es wächst zu Agarift in Sarmatien*). Einige behaupten, es sei die WurzeU^ 
einer Pflanze, Andere, es wachse aus faulenden Baumstümpfen, wie die^» 5j 
Pilze. Kä wäcbsL aber sowohl in Galatieu iu Asien als auch in KilikieiM=z^ ?i 
auf den Cedem*), ist leicht zerbrechlich und weich. Seiner Kraft nacbr::^ s 
ist es adstringirend, erwärmend, es wirkt bei Leibschneiden und ünvi 
daulichkeit, bei inneren Rupturen und Sturzverletzungen. In der Gab^^ 
von 2 Obolen wird es denen, die fieberfrei sind, mit Honigwein, de; 
Fiebernden mit Honigraeth gereicht. Auch bei Leberleidcn, Asthm«. 
Gelbsucht, Dysenterie, Milzleiden, Harnverhaltung, Gebärmutterleidea un 
häsi«licher {Haut-)Farbe wird es zu je 1 Drachme gegeben, femer den^^ ' 
Phthisikem mit süssem Wein, den MUzsUchtigen mit Sauerhouig, auch 
den Magenkranken, indem es so gegessen oder getrunken wird, ohne dass 
ein SchlUrftrunk noch dazu geuommen wird, ebenso auch denen, die saures 
Aufstossen haben. In der Qabe von ^^^g^g/^^i^j^Jg^gner sonatnuufi] 




1 



ni. Buch, Cap. 2. 



2Ö1 



«Ullt «a den Blutauswurf, wirbt ferner bei Ischias-, Geleukgchraerzen 

und Epilepsie, wenn es mit Sauerhonig im gleichen Gewicht genommen 

wird. Weiterhin befördert es die Menstruation und wird auch im gleichen 

6«wicJ)t mit Erfolg den Frauen gegeben, welche tin Aufblähen der Ge- 

binnutt«r leiden. Es hält die Fieberschauer zurück, wenn es vor dem 

Kintritt gereicht wird. In Honigmeth zu 1 bis 2 Drachmen genommen 

mnigt eä den Bauch; ferner ist es in der Gabe von 1 Drachme mit 

MiKhtnuik genommen ein Gegenmittel gegen tOdtlicbe Gifte, hilft auch 

im Gewicht von 3 Obolen mit Wein getrunken gegen Schlangenbisse und 

-Stiche. Ueberbaupt ist es gegen alle innerlichen Leiden dienlich, wenn 

I» mit Berücksichtigung der Wirkung und des Alters (des Patienten) ge- 

gebd) wirdf den Einen mit Wasser, den Anderen mit Wein, mit Sauer- 

ko&ig oder mit Honigmeth. 

*J i^iebe Cap. 84. ') Es besteht aus verächiedeoeD FadenselleD, Hypheo, 

«ili^ ron iohicbtweise aber einander stehenden Rühren durchzogen aind. Auf dem 

UB<r»cbnitt« eracheinen we wie Faaem. ') Die äarmatcn oder Sauromaten er- 

*ä<bfa tuerat b«i Herodot in ihren Wohnsitzen öallioh vom Don, B]>&tpr flber- 

I -u MC den Fliun und setzten sich im hantigen europäischen Rui^land fesL 

-;. Kedros, ist bei D. der Wachholder, hier hat er jedeofaUs nach Berichten 

'"tiM, in denen die Lärche als Ceder bezeichnet ist. 

.'!oJet%i» Laricin Jacq., Polyfiorm officinalin Fries, Agaricua albuM (Fongi, Hymeno- 

•'■5i, Llrchen»ch vamni. 

Kl vnthütt liuupt^Hchlich Harz uud darin als we^entlicbfn Bestandthei) das 

^;»ricin, ein weissee Pulver von «chwai.-bem Geruch und Geschmack mit ttühweiaii* 

**eWokender Wirkung . während der Pilz selbst zugleich abftlhrcnd wirkt. Die 

*B«nidang des Lftrohenschwammes ist eine sehr beschränkte geworden. 

Cap. 2. rispl Tot. Khapontik. Die Hha, Einige nennnen sie 

'^Ateon [Andere Rhian, die Römer Rhaponticum], wächst in den Gegenden 

^"^ADeitfl des Bosporus, woher sie auch gebracht wird. Die Wurzel ist 

'^^Uaeo schwarz, dem grossen Kentauriou ähnlich, allerdings kleiner und 

1 ''Jnen r5ther, geruchlos, locker und etwas leicht. Für die beste gilt die, 

Welche frei von Wurmfrass ist, einen klebrigen und zugleich schwach 

^^tringirenden Geschmack und beim Kauen etwas blasse und gelbliche 

«^Mbc hat. Genossen wirkt sie gegen Aufblühen des Magens, gegen Schlaff- 

^«t, jeglichen Schmerz, Krämpfe, Milz-, Leber- und Nierenkrankheiten,. 

i^ibscbneiden, Brust- und Blasenbeschwerden, Spannung des Unterteihea 

^ Gebännutterleiden , gegen Ischias, Blutspeieu, Asthma, Sclilucken, 

Dywüterie, Magenleiden, periodische Fieber und Bisse giftiger Thiere. 

*»o gibt sie ähnlich wie Lärchenachwamra gegen die einzelnen Leiden 

Vit^ Anwendung desselben Gewichtes und derselben Flüssigkeiten , mit 

ein den Fieberfreien, mit Honigmeth den Fiebernden, den Phthi- 

mit sUetsem Wein, den Milzkranken mit Sauerhonig. Mit Essig 

«%fi»tricheu entfernt sie blutunterlaufene Stellen und Flechten, mit Wasser 



262 



Die Arzneimittellefare ile-s Dtoükuride«. 



Mtf 




umgeschlagen veribeilt sie alle alten Geschwülste. Obenan st«ht ihre wl 
stringirende, mit gelinder Wärme verbundene Wirkung. 

Hheum lihaponticum L. (Polygonaccae). Rhapontik, Pootisrhe Rhattarb 
Theophrast kennt die PHanzo nicht, riluius XXVII 128 nennt sie Rliacoma unJ 
achmbt bie ttbereinstimmend mit D. 

DeiL Namen hat sie vom Flusse Rlia (Wol^a), an dessen Ufern sie zuent {ft^^ 
funden wurde, da» Rhapontioum deutet auf ihre Herkunft uns oder jenveiU tob 
Pontiio. aus den LUndem der Rai-baren, Rha barbariim. 

T7m die Zeit des Mesue, als der Handel der Araber in BlQthe war, loutt- 
man schon eine aus der Näho Chinas kommende, stark abfahrende Wune), Diim 
hielt anfangs beide Namen gU^ch bedeutend bei, at« eplüter im II. Jahrb. China 
die Heimatb der ächten ßtmbarber {Hhtum patmatum, Hh. undutatum h., Uli. off 
einale Haill.) bekunnt wurde, «rhielt dicge von den späteren griechischen Schrift^ulli 
(Stephanos, Magnetes, Nicolaus Myrepsos) die Bezeichnung Rhabarber. 

Die Bhapontik hat eine rübenfftrmij^o 5—15 cm hmge und etwa 2 cm dicln% 
iieflängarunselige Wurzel, innen röthlichwHiKs und markig. Der Geruch ist wie b<-: 
der Miten Rhabarber eigenthümlich, nur schwächer, der Geiichmack bitter-hrrb wi 
mehr sehleimig; sie färbt den Speichel gelb und knirscht wenig oder giu- 
zwitichca den Zähnen, weil sie weniger Oxalate enthält als die ächte. 

Ihre Betstandtbeile sind hauptaächliob Cbrysophan und das dieeeni 
Ktehende Kmodin. 

Sie wird nur noch in der Thterheilkonde gebraucht. 

Cap. 3. ü«pi l'svtiavfjc. Enzian. Der Enzian [Einige nenaeti 
ihn Kentaurioswureel *), Andere gallische Aloe, Narke, Cheironion'), dif 
Dardaner^") AloYtis, die Römer Genus, Cicendia, auch Cymiaalis] soll swEf 
erste AufJindurig Qentis, einem Könige von lllyrien verdanken, reo iIcdi 
er auch den Namen erhalten hat. Seine Wurzelblätter sind denen J» 
Nusebaumes oder des grossen Wegerichs ähnlich, röthlich. Die am miW* 
leren und besonders am oberen Theüe des Stengels befindlichen sind leiclit^ 
eingeschnitteu. Der Stengel ist hohl, zart, Bogerdick, zwei Ellen hoch 
durch Knoten abgetheitt und trägt in grösseren Abstäuden die Blftü 
Er hat einen platten, leichten, spreuartigen, dem der Bärenklau ähnelnde 
Samen in einer KapseP), eine grosse, der grossen Osterluzei fthnlicb^^ 
dicke und bittere Wurzel. Er steht auf den höchsten BergrOcken unii 
an schattigen und wasserreichen Stellen. Die Wurzel bat erwäriDtD^<i 
adstringireude Kraft, hilft auch in der Menge von 2 Drachmen mit Pfeffd 
Raute und Wein genossen gegen den Biss giftiger Thiere^ vom Safe tfani 
es 1 Drachme; femer gegen Seiten schmerzen , bei Sturz Verletzung 
inneren Rupturen und Krämpfen. Mit Wasser getranken ist sie L«ber- ' 
Magenkranken heiUam. Als KoUrrion eingelegt treibt sie den Emb 
aus. Wie das Lykion aufgelegt ist sie ein Wundmittel, auch ein 
mittel bei fistelartig hinkriechenden fressenden Gesi-hwflron, vor 
der ausgezogene Saft, auch als Salbe bei ÄngenentzUndungen. Der Sn 
ferner den scharfen KoUyrien statt Mobnsnft zngemisclit. Die Wu 



IIL Buch. Cap. 4 (6). 



263 



(;uU«nit »uch weisse Flecken. Der Saft wird daraus gewonnen, indem 
sie zM^tossen und fünf Tage mit Wasser niacenrt wird; ilunn wird sie 
in dem Wasser gekocht, bis die Wurzeln hervorragen und nach dem Er- 
ktltefl daä Wasser durch ein leinenes Tuch abcolirt; es wird dann bis 
lor fioaigcoDj^istenz eingekocht und in einem irdenen Topfe aufbewahrt 

') Cbeiron, etuer der Kentauren, Erzieher des Axklepios, war nach Homer 
«ia ftugezeicbnet«r Wundarzt, nach diesem dQrfle die Woirel geoanot nein. ') iv 
sOo^ in Kelchen. 

AufTalleml amd bei der Beschreibung der Päame des D. die leicht ein- 
{«hnitt«aen {Hyyi^v^ fuvp»^) BlllUer; «ie sind bei alten Enzianen ganzrandig, 
nlü ist der Kelch gCKJlhnt. 

Ftiniai XX\' 71 vergleicbt die Blätter mit denen der Esche, an Grösve mit 
^«ta du Lattichs. Die Beimatb der PBanze scheint Illyrien m sein. 

timtiana luUa L. (ßentlanacene). Gelber Enzian. 

Die Wurxel int 60 om lang und oben 4 em dick, im frischen Zustande gelblich- 
m, innen weiw. beim Trocknen wird die Ober&äcbe rothbraun, das innere Gewebe 
|liIUichbraun; frisch liefert sie beim Preisen etwa 50"/*) Saft. Es ).<it ein einfaches 
o^s renweigtes Rhizom mit ansehnlichen Ncbenwurzeln. Sie enthalt etn Glakosid. 
>reBtiopikrin tn farblooen bitteren, in Wasser und verdünntem Alkohol leicht 
WiibeB Krjntallen, dem sie anch den bitteren Geschmack verdankt und Guntiima- 
ilsTe, in blasagelben geruch- und geschmacklosen Nadeln, etwas ätherisches Oel 
oÄ Schleim. 

Die Enzianwonel iit hente noch ein h&uiBg angewandtes BtttermitteL 

Cap. 4. flspl 'AptstoXox^^C- Osterluzei. Die Äristolocbia bat 
ihttD Namen daher, dass sie am besten den Wöchnerinnen helfen soU*J. 
Gl gibt eine runde, als weibliche bezeichnete, sie hat epheu'ähn liehe 
Bikter. welche mit einer Schärfe verbunden wohlriechend sind, rundlich, 
*eich. mit vielen Trieben aus einer Wurzel. Die Schüsslinge sind läng- 
lich, die BlQthen weiss, üüten vergleichbar; in diesen befindet sich etwas 
Äothes") von widrigem Geruch. 

(Cap. Ö.) Die grosse Aristolocliia wird die männliche genannt, auch 
Diktylitis") [von Einigen Melokarpon*). Teuiinon^), von den Römern 
Herba Aristolochia]. üie bat länglichere Blätter als die runde, zarte, etwa 
«n« Spanne lange Zweige, eine purpurrothe übelriechende BlUlhe, diese 
*ird nach dem Verblühen der Birne ähnlich. Die Wurzel der runden 
?1 nind, einer runden Kühe ähnlich, die der grossen iüt fingerdick, eine 
^paniie lang oder länger. Beide haben inwendig viel von der Farbe des 
Buchsbaumes, schmecken bitter und stinken. 

iCap. 0.) £s gibt auch eine dritte grosse, welche Klematitis heisst, 
* Hut zarte Zweige voll rundlicher Blätter, welche der kleinen Haus- 
^^ ähnlich sind, BlUthen denen der Raute ähnlich und grossere zarte 
"Wwln. welche eine dicke, wohlriechende Rinde haben und besonders 
^öJ Salbenmiächern zur Verdichtung der Salben dienen. Die runde wirkt 
99» die Qbhgen Gifte, aber gegen Schlangen und tödtlichc Gifte wird 



4 



c 



2ti4 



Die Arzneimittellehre de« Dioekarides. 




die grosse im Gewicht von 1 Drachme mit Wein getnioken nnd als Um- 
schlag gebraucht. Die gusammto in der Gebärmutter nacJi der Geburt 
befindliche Reinigung, sowie die Menstruation und den Embryo treibt »ie 
BUS, wenn sie mit Pfeffer und Myrrhe getrunken wird. Im Zäpfchen 
eingelegt bewirkt sie dasselbe. Auch die runde leistet dasselbe wie die 
vorgenannte. Aussei^ewühnlich aber hilft aie mit Wasser getrunken bei 
Aetbma, Schlucken, Fieberfrost, Milzleiden, inneren Rupturen, Krämpfen, 
Seitenschmerzeu. Ferner zieht sie als Kataplaema auch Splitter und 
Domen aus und entfernt Knochenschuppen. £itertge OeachwOre reiset 
sie ringsum ein und reinigt schmutzige Geschwüre; mit Iris und Honig 
füllt sie Cavemen aus und ist dem Zahnfleisch und den Zähnen gut. Die 
Klematitis scheint Qbrigeus dasselbe zu leisten; in Betreff ihrer Kraft steht 
sie jedoch hinter den voi^enannten. 

[Diese heisat auch Arariza^), Melekarpum*), Ephestios^, Leatilis», 
Pyiionyx''), Dardanos*), lontitis^"), die Gallier nennen sie Theximoo, dia 
Aegypter Bophoeph, die Sicilianer Charaaimelon, die Italer Terra« m&\am 
(Erdäpfel), die Dakier Bauemheifuss. Sie wuchst in bergigen, warmen unr:^ 
mittelmässigen (ebenen), oder auch in rauhen und felsigen Gegenden. Bi 
scharfem Fieber wirkt sie so: Räuchere mit der Aristolochia auf Kohlei 
den Fieberkranken und das Fieber wird weichen. Wunden bellt sie 
Umschlag. Mit Cyperugras, Drachen wurzsamen und Honig hilft sie 
Carcinomen in der Nase; mit Oel und Schweinefett zusammengekocbt un 
eingerieben heilt sie Frostscfaaucr. Auch der Khizotom Krateuas un 
Gallos haben über sie dasselbe berichtet, auch dass sie bei Podagra aki 
heilsam erweise.] 



4 




de^«^H 



äiisto?, der beute; Ä0/0I5, den WflchnerinBcn. *) .tcdenfalU irt der rotb» 

gemeint. *) Fingerförmig. *) Von fi-fjXov. Apfel, and HspicÄc Fracht, wegen de^ 
iftnertichen Warzel^ denn auf diese ist die Bezeichnung sa bentehen, wie am di 
anderen SyDoymen Terrae mala and Chamaimelon , von x**t^^> ^*^ ^^^ Erde, onc^ ^ 
fiL-f^v hervorgeht. '} Oder Texinon, von ^v^, Scharfe, aof die Wirkung besoges ^c:**- 
*) Von Spo^, Nutzen, und pi^a, Wunel. ^ Einheimisch, am Heerd. wo die Penaten 
darunter auch du Bild der Diana, der Beschatierin der Geb&rendes. »tandea; 
kannte auch *E^gioc, Kphesios, heissen, weil Diana tn EphefUf benoder« jvfh: 
wurde. ') Von der Aofanhchkeit der Farbe im Innern mit dem Bnohibaitm. *) Dai 
dono« war der Gründer von Troja, Ttelleicht wache ue dort viel oder betondori gut. 
") Von der dunklen Farbe der Blüthe, wie tov, du Veilchen sie hat. 

Der in Klammern ct«bende Absatz findet «ich in der AldinAf hl 
Codd. nicht 

Theophnsi (Bist pl. IX 15, 5 nnd 20. 4) kennt nur die runde Arijrtolocfata, wdc&ta 
auf Bergen wftchst, bewnders auf dem PeUon in TbeMuUicn und auf den Paraajiw 
femer in Arkadien. 

Bei Plinin« XXV 95 finden wir vier Arten: 1. die mit runder Wunel, 2. di^ 
mit vier Finger langen Worreln. 3. die Clemaütia von der StÄrV-^ " iurmett 
Weinstockee. und i. die Pirtalochia mit vielen S4rt«n baarfSnnigtia 

D. b«aclir«ibt drei Artea. Di* runde i«t oU ArlMl«MUa f^U^ Vfüli. 



n 



III. Buch. Cap. S 17). 



205 



Ari^tdlochiaccM). BUBse Osterluztii, ange>qiroc)ien. cie hat blasse Dlütlieu und 

i*t ihe häoßgtte; TOD den tUten Aerzlen wurdo aie ajn Aristolocbin rohmda oa- 

aemadt and wird, vi« Praaa enählt, uach heute vom Volke, besonders wegen 

ihrer liebeerweclctniden Ki^nichafU von den Frauen uucb gi'^cn B]utflu8!4 (<:e)>raucht. 

Dir gro^e dei !>. ist Ariniolocliia parriflorn Sibth. ; eie ist tfleichfallK in 

Unrthealaud ithi hdudg. Die dritte, KlematiUs, igt als Ari^'tvfochi'.t baetica L. 

(luub dibth.) bestimmt, da die A. CUmatiti» tm eigentlichen HelUu gar nicht vor- 

feoumt, auf Jone auch der BchwKche, niederliegende ät«ngel besser posst. 

Manche Aristolochien bilden wahre Zierden der Gewftchahlluser; medicinieche 
Ajxwendong findet die Wurzel nicht mehr, aaMser der Schlangenwurz ron Ärintul. 
^^•»jint^fio Bart. 



CBp. 5 (7). Hsf/i rXoxbpfnCTji;. Sflsaholz. Die Ölykyrrhiza 

CEinige nenaen sie Pontika'"), Andere Glykeraton*), Symphyton"), Leon- 

ti^»*), Glykypbytoa'')» Skythion*), Ädipson"). Sylithra, Libyestaso, Ho- 

^E^ouioinoios , Heenthaomoios , die Bömcr Hadix dulcis^)] ist ein kleiner 

»ach") und bat zwei Ellen lange Zweige, uro welche die Blätter dicht 

eben, sie gleichen denen des Ma§tixbaume3, sind fettgliinzend und klebrig 

::zufUhlen. Die Bldthe ist der der Hyacinthe 'ähnlich. Die Frucht ist 

^"^m der Grösse der Pia tauen frucht, rauher, sie hat Hülsen wie die Linse, 

vx3tli und klein. Die Wurzeln sind lang, buchsbaumfarbig wie beim 

^^nsian, etwas herb, süss, sie werden zu Saft verarbeitet wie das Lykion. 

X>er Saft wirkt gegen Rauheit der Luftröhre, man muss ihn aber unter 

^^e Zunge legen und zergehen lassen. Er ist auch ein gutes Mittel bei 

Migenbrennen , bei Brust- und Leberleiden, mit süssem Wein getrunken 

oci Blasenkrätzc und Nierenleiden. Aufgelutscht löscht er den Durst; als 

^albe ist er ein Wundmittel und gekaut ist er bei Mundkrankheiten zu- 

triglich, die Abkochung der frischen Wurzel leistet dasselbe. Die trockene 

("^in geriebene Wurzel ist beim Ueberwacbsen der Nägel aufgestreut von 

gnUrr Wirkung. 

*) Die beste wncha nach Plinius XXII 24 in Fontus und Kilikien. ') Ihis 

^Vurfreuende. ') Dicht verwachsen, kann auf die Bl&tt^r nnd die Wurzel bexogeit 

*^ea. *) Die Leostika heisst auch Cacalia (Plin.). ') Süsse PflAnze. *l Bei Theo- 

w«at (Bist. pl. IX 18, 2) hijifst sie no^K-i^ oder Y'-oxiia' die äkytbiscbe oder süsse 

^^Ti^, bei Plinius XXV 32 Seythicc. ^1 Die Durntütillende. ') C. nur &afiö<, Strauch. 

filifeyfrhiiit glahra L. (Papiliooaceaol , Glattes Süssholz. (iti/cifrrhiza 

**'*iB/ü L.. Stachelhölsiges SQsaboU. Die erste wird in den Mittelmeei-- 

^^«leni, in Westasien bia Afgbaoisten gebaut, die andere ist die Btammpflanze des 

'^■bcben SOtthulzes. 

Ein Strauch mit ansdauemder Wurzel nnd zahlreichen, weit in dem Boden 
"•"■^Mot*! kriechenden Ausläufom. 

Bauptbeatandtheil der Wurzel ist das Olukoiid Glycyrrhiaia, Oljcjr- 
'■^iiifitlure. HD Ammoniak oder Kalk gebunden. 

Bei den Bippokratikem fand die Wurzel auffallender Weiae nur Busaerlicho 
' «UmiiduQg. 

S<bon im Mittelalter wurde der griechische Name Glykyrrbiza, wie Mattfaiolus 



angibt, in den Officiaen in das barbarolatiuisclie Liquiritiu, da« steh für 
gebrauchte Wurzel bis auf den heutigen Tag erholten, umgewandelt. Ne 
Wunül Ündet da« aas ihr in den Froducttonal&ndem hergeatvllte Extmct, 3i 
Liquiritiae, riel Verwendung. 



Cap. (> (8). Oepl KevTaoptoo voö ^tydXQJi. Grosse« 
taurion. Das grosse Kentnurion, welches Einige Karke nennen [ 
Limnesion '), Marone'), Pelethronion'). Clieironias*), Limnestis'), di 
photen Blut des Herakles, die Homer Pkierrei, ünefern, PhcUe 
bat Blätter denen des Nussbaumes ähnlich, länglich, grün wie Ko: 
Rand ist eingeschnitten wie eine Säge. Einen Stengel hat e* 
Ampfer, zwei bis drei Ellen hoch, mit vielen KebenschUssen au; 
Wurzel, an denen mohnähnliche, länglichrunde Köpfe sitzen. Die 
ist blau, die Frucht ähnlich der des Saflors, gleichsam eingehüllt voi( 
wolligen BlUtheu. Die Wurzel ist dick, fest, schwer, an zwei Ellen | 
saftreich, scharf, zugleich etwas adstringirend und sQsslich, rütlj 
ebenso ist der Saft roth. Sie liebt fetten, gut besonnten Boden, Ga 
und Hügel. Sehr häufig ist sie in Lykien und im Peloponnes. in| 
Arkadien und Me.ssene, am Pholoö, Lykaion") und um Srajma, j 
Wurzel ist ein gutes Mittel bei inneren Rupturen, Krämpfen, Seitenst^ 
(Pleuritis), Athemnotli, albem Üusten und Blutauswurf; den Fiebert 
wird die Wurzel zu 2 Drachmen mit Wem, den Fiebernden mit W 
gegeben. Sie dient gleichfalls gegen Leibschneiden und Oebärmv 
schmerzen. Sie befördert die Menstruation und treibt die Frucht; 
wenn sie geschabt und in KollTrionform an die Gebärmutter gelegt I 
Der Saft leistet dasselbe. Sie ist auch ein Wundmjttel, wenn sie 1 
zerstossen, trocken aber, wenn sie rorher angefeuchtet und dani^ 
stossen wird; denn sie verbindet und verklebt. Auch das gekochte F| 
bindet sie, wenn man sie zerstösst und mitkocht^ Die, welche in L( 
ihren Saft auspressen, wenden ihn statt des Lykions an. [Sie ist 
auch als Panacee gerühmt, da sie als Allheilmittel alle von EntzOa 
begleiteten Leiden beschwichtigt und sowohl Stosswunden als auc 
der Injection Harnzwang und St^insch merzen heilt. Sie wird gesaia 
wenn die Sonne aufgeben will, zur heiligen Stunde, wo Alles in 
fallung geht.] 

') Vom Standorte an Seen. i.tfi,vYioi, wo nie aber nicht steht •) Vom 
Maronia iu Thrakien, *) Vun dem Berge Pelethron in Thessalien. *) Vom Kea 
Cheiron, der durch sie geheilt sein soll. ') Fei terrae?. Elrdgalle, gdit a 
Bitterkeit der Wurzel. *} Berge in Arkadien. 

Theophrast (Hist. pl. Ell 3, 6; IV 5, I) sagt vom Kentaurioii, daj« m am 
Standorte fruchtbar, am anderen Aicril sei, aber viel Kälte ertragen k5aB 
rechnet (1. c. IX 9. 7) es zu denjenigen Pflanzen, welche von den PhannalB 
and Rhitotomen mit allerlei Hokuspolnu getammelt wurden. So oiaaste 



1 ürslitfa des KenUurioo vor dem Falken hüten, um mit heil<.'r Haut (lavon zu 
> <sii){;ii. Er neant (I. c. IX ], I) deu Safb blutrotti. alfia-LÜi^;, I>. roüi, «pu&p^«. 

Die cpUmitUlalUsrliühen SchrifUteller sind bicIi Ober diu FäanKß nicht einig, 

''"' ?ioen Iialten lie für Scabiotia aljAnn maxima, die anderen ftlr Inula Hrltniutn, 

.i';irttn für i'fntanren Rhapondcum, Rübendiak't. Sie habijn mehren) Varietäten 

bf ::.:-] ■ u. «o Centaurtum niajue t'olio Juglaiidi^; Cent. tnaj. alt^runi folio intti^^To ; 

C'«'fii. tii,<j]i.'t, Rha iiajütatum folio Knulae. subtus hir»iit.o el inrano; Cent, inive BiiA' 

|30ot)com olterum ongiü^tiore folio. 

Centtturta Cmtnurium h. (Compositae) , Centaurenkraut, Grosse* Gold« 
^]E4(jbcben. Auf den Bergen der südlichen Alpen und den Gebirgen Italiens wächst 
wild, e« hat eine gewürzige bittere Wurzel, welche früher als Radix CentAur. nug. 
ebnacht wurde. 



Cap. 7(9). rispl KsvT^'ipto'j toö (ttxf.oö. Kleines Kentau- 
r joD. Das kleine und zarte Keutaurion , welches Einige Limnesion 
CXimnaiou, Libadion)'j nennen, weil es feuchte Gegenden liebt [Einige 
Hennen es Helleboriteä'), Andere Antarauto:)'), Blut des Herakles, die 
Rdoer Febrifugia*), auch Aura multiradix*), die Dakier Tulbela], ist 
eia dem Hartheu oder Dosten ähnliches Kraut und hat einen Über eine 
^ptone langen kantigen Stengel, aus roth purpurfarbige, der Nelke ähn- 
liche BtUthen, kleine, längliche, der Raute ähnliche Blätter. Die Samen 
sbd dem Weizen ähnlich. Die Wurzel ist klein, uutzlo», glatt, heim 
£oäten hat sie Bitterkeit. GrUn gestossen verklebt sie (die Pflanze) ''J als 
Ciiisclilag Wunden, reinigt alte Geschwüre und vernarbt sie. Gekocht 
MaA genossen führt sie die galligen und dicken Säfte durch den Stuhl- 
gnig ab. Ihre Abkochung i.st als Klystier bei Ischias angebracht, da sie 
dti Blut abfuhrt und Erleichterung verschaS't. Der Saft ist zu Augen- 
wilteln gut zu gebrauchen, da er mit Honig die Verdunkelungen auf der 
l^lpille vertreibt. Im Zäpfchen befördert er die Menstruation und treÜtt 
den Embryo aus; getrunken aber ist er ein specifisches Mittel bei Nerven- 
leiden. Zur Saftbereitung wird die Pflanze, wenn sie Samen trägt, ge- 
sammelt und fünf Tage mit Wasser macerirt, dann wird gekocht, bis 
4tt Kraut aiis dein Wasser hervorragt Wenn dieses erkaltet ist, wird 
M darch Leinen colirt und das Kraut ausgepresst und (die Flüssigkeit) 
wiedtr bis zur Honigconsistenz eingekocht. Einige zerstossen die grUne 
««meotragende Pöuuze, pressen den Saft ab. geben ihn in ein ungepichtes 
vdttiea Oefäsa imd dicken ihn unter beständigem Rühren mit einem Holz- 
ftt«! in der Sonne ein, wobei sie das ringsum Angesetzte stets ab- 
iben und mit der Flüssigkeit mischeu; bei Nacht decken sie es vor- 
•icfatig /u, denn der Tbau stellt sich dem Consistentwcrden der flüssigen 
^He bindernd entgegen. Was nun die Saftgewinnuug aus den trockenen 
"ur^ein und Kräutern betrifft, so wiid dieselbe durch Kochen bewirkt, 
*'« beim Enzian; was den Saft der ausgepressten frischen Rinden, Wur- 
"^ui und Kräuter angeht, so wird er in der Sonne eingeengt, wie ange- 



geben ist In dieser Weise auch wird bei der Thapsia, Mandragora un^i 
bei den unreifen Trauben verfahren; beim Lykion jedocb, beim WermutU| 
und bei der Hjpokistis und den diesen ähnlichen Pflanzen wird der Saf 
durch Einkochen dargesteUt« worUber die Anweisung oben gegeben istj 

') Bei S{Aterea bezw. PUnius. ') Nieswnrzähnücb. wegen der abführetidt^xi 
Wirkung. ') Dasselbe ist aocb ein Sjnoaymon fOr GnaphaJium Stukktu L. (D. IV 57l[ 
ea int aber hier wohl auf die lange dauernde BlUthe — unverwelklioh — zo beziehenj 
*) Das Fieber vertreibend. *l Herba? multiradix. eine vielwiirz^Iige Pflanxe. •) oÜrr),! 
dieeelbe; du D. vorher die Wurael ah Sxf^^^(> unbrauchbar, bozcichnefc, so kfl 
daa Folgende nur auf die gnnze Pflanze, ^otävij, bezogen werden. 

Diese PSanze ist das andere Centanrinm des Plinius XXV 6S, mit dem Bei-^ 
nainen Lepton; er macht diinn noch eine dritte Art, die er Triorchia nennt, von 
TriorchcB, der Bussard, mit Bezug auf die oben angeführte Knüibluag des Theophnut 

Krtfthraea Cntftturium L. (Gentianacea«:'), Tausendgüldenkraut. 

Hauptbe^itan dt heile derselben sind ein noch unbekannter Bitterstolf und 
Krythrocentaurin. eine farbloee, kijRtJLllinifiche, am Lichte »ch roth färhendoj 
Substanz. 

Der Name TauhendgQldenkraut (von Centum ?) findet «ich »choa im Uittet-1 
alter fiir Centaurium migoa, ErTtbraea heisst sie von der rotben (cpu&pi^ BlüUie.J 

Sie ist heute noch ein beliebtes Bittermibtel. 

Cap. 8 (10). IIspl XafiaiXiovToc Xeoxoü. Weisses Cba« 
maileon. Das weisse Chamaileon [Einige nennen es Chrysiskeptron ')J 
Andere L^ia, die Römer Carduus varinus (varius)*), die Aegypter Epher, 
auch Ephthosephin] ; man bat es Ixia genannt, weil auf seiner Wurzel i 
in einigen Gegenden ein Gummi^) sich findet, welches die Frauen staifi^f 
des Mastix gebraueben. Es hafc Blätter wie die Mariendistel oder die ' 
bunte Distel, aber rauber, schärfer und kräftiger als beim schwarzen. 
Einen Stengel hat es nicht, sondern entwickelt aus der Mitte einen Dorn, 
ähnlich wie die Marien- oder die GoHdistel. Die BlUtlien sind purpnr-j 
farbig und bilden gleichsam einen Haarkranz; die Frucht ist der desj 
Saflors ähnlich; die Wurzel ist an fruchtbaren IlUgeln dick, an steinigeal 
aber dünner, im Innern weiss, etwas gewürzhaft, von durchdringendem 
Geruch, süss und treibt in der Menge eines Bechers getrunken den Band- 
wurm ab. Sie wird in herbem Wein mit Dostenabkoehung genommen; > 
auch Wassersüchtigen wird sie vortheilhaft zu 1 Drachme mit Wein ge-^| 
geben, denn es macht sie dtliiner. Femer wird ihre Abkochung gegen 
Harnverhaltung getrunken. Mit Wein genommen ist sie ein Mittel gegen 
den Biss giftiger Tbiere. Hunde, Schweine und Mäuse tödtet sie, wenn 
sie mit Graupen gemischt und mit Hydroleum angerührt wird. 

') Goldioepter. wegen der gelben kopffOrmigen Blothe. ') Bante 

') l£öv. Viscum. 

Atradylit gummifrra L. (Compoctitae), MaatixdiBtel, 

Den Namen Atractylis aoU me erhalten hüben, well in der frOheiften Zeit 

Frauen sie als Spindel (ätftttutnXic) gebrauchten. 



n\ Buch. Cap. 10 (12). 



269 



Difl kleine schiefe Wurzel entwickelt einen einzelnen rauhen Schaft mit diuikel- 
gtflaen, tiefgeepalteneu, dornigen, «iUenden Blättern, und U&gt, am oberen Ende 
cenheilc, au jedem Zwe'n;^ ein ron stacheligen Schuppen umgebenes gelbea Bltlthen- 
kOpfcbfiiL 

Die «]){Ltii)ittel alterlichen SchriftjiteUer nannten nie wilde Eardebenedikte. 

Nicb PUniuji XXll 45 heissi die Pflanze Chamaeleon, weil lie die Farbe der 
B&Uer nach dem ätandorie wechselt; nach ihm scheidet aich auch das Gammi an 
in BUtUchseln ana. 

Sio findet sich jetzt in Griechealand selten wild. 

Cap. 9 (11). Dipl Xa(LotX^ovTOc itfeXavoc. Schwarzes Cha- 
nitileon. Das schwarze CbaniaUeon [Einige nennen es Paukarpos^), 
Andere Ulophonos*), Ixia, R^nomucbos^), Okimoeides^), knidiscbe Beere, 
KjioiyloQ ^) , die Römer Carduus nigra*'), auch Vemilago, die Aegypter 
^'Mj; auch diese« gleicht in den Blättern der bunten Distel, sie sind 
jcM kleiner, zarter und rotfa untermischt. Er entwickelt einen finger- 
liickeD, eine Spanne langen, röthlichen Stengel, welcher eine Dolde trägt 
Uö'l dornige, zarte, hyacinthähuUche bunte BlUthen. Die Wurzel ist dick, 
Klirarz, fest, hie und da angefressen, auf dem Schnitte gelblich, beim 
Hihm beissend. Ißa wächst in trockenen und hügeligen Ebenen und in 
M««resgegenden. Die fein gestossene Wurzel, wenn sie mit etwas Kupfer- 
>i**riol, Cedemöl und Fett gemischt ist. hat die Kraft, die Krätze zu ver- 
tnJW Sie entfernt auch Flechten, wenn sie unter Zugabe von Schwefel 
BbI Asphalt mit Essig gekocht und aufgeschmiert wird. Als MundspUl- 
*u<er Rtült die Abkochung derselben Zahnschmerzen. Mit gleichviel 
Pf«ffa und Wachs als Salbe hilft sie bei kranken Zähneu. Auch werden 
^ ZUine damit gebäht , indem sie in Essig gekocht und dieser daran 
gcgiissen wird. Wenn sie heiss mit einem OnfiTel an den leidenden Zahn 
8'''>r»cht wird, zerstört sie ihn. Mit Schwefel vertreibt sie Sonnenbrand- 
"■^ken and weisse Flecken. Sic wird auch den Fäulnissmittelu zugesetzt. 
'viüis beseitigt und heilt sie als Umschlag um sich fressende und bösartige 
^»»chwüre. Sie wird aber Chamaileon genannt wegen der Bnntfarbig- 
***'' der Blätter; denn man findet dieselben sehr grUn oder weisfllich oder 
J^^iich oder roth, je nach der Verschiedenheit des Standortes. 

*| Beioh an Frachten. Samen. *) Das Zohnfleiipcli tSdtend. ') Hunde be* 
Süd. fireht eher auf die vorige Art, *) Dem Basilikon. «Jüxinov {nach Nikander 
J*®roch) ähnlich; D. nennt aber Okimoeides IV 28 auch die rauhe Nelke, Silene 
'*'^ L. *) Himdehola. •) Schwane Distel (D. wechselt hÄufig das Genus). 
Cart/tamuit eor^mhnsu» L. (Compoftitae), Schirmt^af lor. 

Cap. 10(12). Jlefti Kpoxo^stXCot). Krokodeilion. DasKroko- 
**^u ist dem schwarzen Cbamaileou ähnlich; es wäch.<it aber in wal- 
H!*^t> Gegenden und hat eine lange [leichte, etwas breitet], scharfe 
"^*>^ und einen kresseartigen Geruch. Die in Wasser gekochte und 



getrunkene Wurzel venuag starkes Nasenbluten zu erregen; sie vird auch 

Milzkranken als ausserordentlich wirksam gegeben. 

') Die eingeklammerten WorU finden tdch nicht im C. u. N. und bei Orib&sms» 
CartiuuM p^cnoeephalua L. (Compontae), DicbtkOpfige DtfteL 

Cap. 11 (13). IIspl Att{<dcxoD. Karde. Der Dipsakoe [Einig^^ 
nennen ihn Krokodeilion , Ändere Chameileon , Onokardion *) , Bad der 
Aphrodite, die R(imer Bad der Venus*), auch Venusdistel, die Aegypt^r 
Seseneor, auch Cheir oder Meleta, die Dakier Skiare], auch dieser ge- 
hört zu den stacheligen Gewächsen. Er hat einen hohen, stacheligen 
Stengel und stengelumfassende, denen des Lattiche ähnliche Blatter, zwei 
an jedem Knoten, lüngljch und selbst auch stachelig, die eine Art Buckel 
mitten auf dem RUcken haben , welche innen und aussen mit Stacheln 
besetzt sind; um die Knoten bilden die Blätter Höhlungen, wie um das 
Tbau- und Regenwasser zu sammeln, woher er auch den Namen hat^). 
An der Spitze des Stengels hat er an einzelnen Aestcheu einen igelähn- 
lichen, länglichen, stacheligen Kopf, getrocknet erscheint er weiss. Der 
gespaltene Kopf hat in der Mitte des Inneren Würmer*). Seine Wurzel 
mit Wein gekocht und gestossen, so daaa sie die Consistenz von Wachs- 
salbe annimmt, heilt, hineingelegt. Risse am After und Fisteln. Man 
muss aber das Mittel in einer ehernen BOchse aufbewahren. Dasselbe 
soll auch ein Heilmittel filr gewöhnliche und gestielte Warzen sein. Diej 
Würmer des Kopfes, in ein Säckchen gegeben und um den Hals oderj 
Arm gebunden, sollen das viertägige Fieber heilen. 

') EselskanJe, vielleicht \-on der weisslichen Farbe. ') Von d«m Waaaer, welche 
sich in de» Jurch die Blattstellung um Stengel gebildeten löfielartigcn HSbltmfte 
Mimmelt. ') 2t<^axoc, DipsakoE, duratleidend. *) Die Lan'en einci^ KäTeni, viellaielit] 
von Caaaida rubighiota L. (Chiysomelidae), Bo!<tigrother Schildk&fer, welcher bc 
sonders nul' DinttilArten lebt. 

PUniua XXV[[ 71 nennt die Pflanze DiiisakoK, an anderer Stelle XXV 171 hat 
er Lftbrum Venereum, in welcher der auch von D. erwähnte Wurm eitzt, beide werde 
wohl identisch «ein. 

Dipaactu gUcej<triif L. (Compositae), Wilde Karde. 

Die KOpfe dienen zum Anrauhen des Taches, wosu die Alten wahncfaeittlic 
nicht diese, londero Igelsfelle benatzt haben. 



hat 

licM 



Cap. 12 (14), Uepl 'Ax4v*a<: X»oxij?. Weisse Akantha. 
Die weisse Akantha [Einige nennen sie wilde Ärtischocket Andere Dona- 
kitis^), Erysiäkeptron'), die Kömer Spina alba aut regia (weisse ode^^ 
königliche Domstaude), auch Carduus rhamptariaj wächst in bergigei^^' 
und waldigen Gegenden, hat Blätter ähnlich denen des weissen Chamai- 
leon, aber schmaler und weisser, etwas rauh, domig, einen St.engel Qboi 
zwei Ellen hoch, daumeudick uud auch dicker, weisslich, inwendig hohlj 
An seiner Spitze betindet sich ein stacheliger, dem Seeigel öhnlicUcr 



m. Bach. Cflp. 15 (!7). 271 



ftber kleiner und länglich. Die Blttthe ist purpurfarben, iler Same darin 
vi* i^T de« Saflors, aber runder. Ihre Wurzel, getrunken, ist bei Blut- 
j^jtu, Uiigen- und Leibschmerzen wirksam, sie treibt den Urin und wird 
udt bei Oodemen als Umschlag gebraucht. Ihre Abkochung lindert ala 
MundspQl Wasser Zahnschmerzen, der Same aber hilft getrunken bei 
K?Siiipfen der Kinder und bei Schlangenbissen. Man sagt auch, dass er 
ab Amulett umgebunden wilde Thiere Terscheucho. 

*) Von Rohr, aaf den hohlen Stengel bezogen. *) Goldscepter. 

iWiVu« feror L. (Compoiita«), Hohe Hergdistel. 

Einige haben Cnicujt acantn L., Jio voiiiHe Dintel, hierher gesogen, allein der 
bobkoUe Stengel, du weisse Aussehen, die igelähnlichcn BltttbeokSpfe, Mwie das 
WZDifnreiw Vorkommen aof hoben Bergen pausen am be<it«n aof Cn. feror, zomal 
£• ud«r« eine PSauzu der £bene iätn 

Cap. 13 (15). flEpi 'Axiv^T]^ apaßixtjC. Arabische Akantha. 
Ke wabische Akantha [Einige nennen sie Akanthis, die Römer Spina] 
Ktnint ihrem Wesen nach ähnlich zu sein der weissen Akantha, sie ist 
■Jitnngirend, und bei Fluss der Frauen, bei Blutauswurf, sowie bei den 
inJeren FlQssen ist die Wurzel in ähnlicher Weise von guter Wirkung. 
Sie wächst in rauhen Oegonden. 

Der arflbtMche Dornnlniaoh ji<t nn'ht bestimmt. Plicins XXIV 107 wirft die 
"Utk Diil der Akazie, von der er XUI 62 geredet h»t, zusammen. Die B|i&lmittel- 
iltslichen SchhfUtelJer haben venchiedene Di»>lelarten hierher gezogen (vgl. Baahin 
^tChfrler, lib. XXV p, ?0). Onoi>ordon arabicum nach Sprengel? 

Cap. 14 (16). llspl XxoXöpou. Golddistel. Der Skolymos 
[Einige nennen ihn Pherusa, Andere Pyrakantha, die Römer Stubulus. 
We Aegypter Chnus], hat die Blätter des Chaniaileon und des genannten 
*Ws«en Domstrauches, aber dunkler und dicker. Er entwickelt einen 
*»gwi blattreichen Stengel mit einem stacheligen Köpfchen. Die Wurzel 
»»niiiter ist schwarz, dick; ihre Wirkung bewährt sich gegen den Üblen 
"«nicb der Achseln und des Übrigen Körpers sowohl bei äusserlicher An- 
"«adung, als auch wenn sie mit Wein gekocht und getrunken wird. Sie 
MTirkt Abscheiduug von reichlichem und übelriechendem Urin; das 
•^t, wenn es frisch ist, wird als Gemüse gekocht wie Spargel. 

Scaljfmtu macuiatuf L. (GompositAe), Runie oder Golddietel, deren junge 
■■tttr noch beute gegessen werden. 

Es wird auch Ci/nara Scoiifmun L., Artischocke, hierher gezogen, sie passt 
"* »dikcht. weil sie andere Blätter und einen karg beblätterten Stengel hat, auch 
"*™tt Ton der Artischocke die jungen BlfithenkOpfe al« üemüse benutat. 

Cup. 15 Il7). Hepi Uo-zr^^ia. Poterion. Das Poterion — 
*• loiiier nennen es Neuras, Einige Phrynion, Andere Akidoton — ist 
^ pQSser Strauch mit langen, weichen, riemenartigen (biegsamen), 



Karten, denen des Trsganth ähnlichen Zweigen. Die Blätter sied klein 
abgerundet, dm ganze Strauch wird von einem zarten uud woIUgefl 
Flaum umgeben; er ist auch dornig, die BlUtUe ist klein, grQnlich, die 
Frucht wohlschmeckend und scharff aber ungebräuchlich. Es wächst in 
sandigen und hügeligen Gegenden. Die Wurzeln darunter sind zwei hlt 
drei Ellen lang, fest uud sehnig; dieselben scheiden, wenn sie Über der 
£rde abgeschnitten werden, eine gu mm i ähnliche Thräne aus; gestossen 
und umgeschlagen verkleben sie durchschnittene Sehnen, ebenso Wunden, 
Auch die Abkochung derselben ist als Trank bei (Nerren-)$ehnenleiden 
von guter Wirkuug. 

PliniuB spricht an zwei Stellen vom Foterium, XXV ISS bezeichnet er e« als 
Gegengift gegen giftige Fröscte, XXVTI 122 gibt er dieselbe Bäschreitong wie D. 

Die Meinungen dt;r 8pHtmitL«IaU*fr lieben .Scbriftsteller Ober Poteriuio weichen 
sehr von einander ab. Cornariua hält es für Prunus »pinona L., Scblehdorn; 
Pena und Lobet fUr Foterium gpinosum l.. oder Pimpinella ejii»oiM; Matthiolu« 
und Clu«iu9 dagegen ziehen eine Astragalus-Ärt hierher. Claiius xeichnet und 
beeohreibt die Pflanze. Em ist ein Stmuch mit vielen biegsamen, weitbm sich aiu- 
dtihnenden v^isälicben Zweigen, die in der Jugend llHuniboarig und mit längen wei«^ 
grauen Domen besetzt sind. Die meisten Blatter sind Eu^mmenhängend, geflügell 
klein, weisalidi und kommen im FrtÜijahr in Zwischeuräomen hervor. Die Hauji 
blattnerren laufen in einen Dom au«, so das» die ganze Pflanze wie blattio« crsch^rin^ 
Die Wurzel ist lang mit vielen Nebenwurzeln, ausBen «chwarz, innen weiw, schleimig 
sQss. Kine BlUtbe «ah Clusius an dem Exemplar in Marseille nicbt, sie wurde 
weiaa geschildert, wohl aber sehr viele Hülsen (Bauh. el Cherl. XI p. 403). 

Sprengel bestimmte es als A»lraga}uM Po/tfrium Pall. (Pa]iÜionaceae), da 
•wird auch das Poterium des Plimus bezogen. Fraas fand die Pflanze nicht. 

Cap. 16 (18). n = p'. 'Axavftio'i. Eselsdistel. Das Akanthia 
hat der weissen Akantha ähnliche Blätter, an der Spitze dornige Hervc 
ragungen mit einem spinnegewebeartigen üeberzuge, der gesammelt und 
über einander gelegt haumwollenartig wird; seine Wur/.d uud Blatter siii^ 
im Trank bei Opisthotonie heilsam. 

Plinius XXIV lOS gibt an, Atan die Bllitter mit einem wolligen Uebertng 
vergeben sind, welcher das Material zu Kleidern liefert. 

Onopordon ActtHthiui» L. (Compo^itae), EaeUdistel, Krebsdistel. Weist« 
Wegedistel, vielleicht auch Ouojfordon Hlpric. L., Uly rieche WegediAta). FrflhA 
war die Wurxel und das Eriiut als Rad. et Herba S[>inne albac ku CarduJ toment 
offioinell. Die Samen geben ein fettes Oel, die Samenwolle wurde zum Polst« 
gebraucht. 



Cap. 17 (19). Ilspt 'AxdvdY);. Akantha. Die Akantha oder 
Herpakanthu — Einige nennen sie Melamphyllon ^'), Andere P&iderota* 
[noch Andere Akanthestopia*), Mamolaria, Kraipula] — wachst in Anlage 
und au steinigen und feuchteu Stellen. Sie hat viel breitere und litoger 
Blätter als der Lattich, eingeschnitten wie die Rauke, dunkel, fettglHnzend 






un«l gluU, einen glatten, zwei Ellen hoben, fingerdicken Stengel, welcher 
uftcb der Spitze m in Ab.st'äuden mit besonderen Blättchen, gleichwie mit 
dornigen Mulden, ringi^uui besetzt ist, aus denen die weisse Ülüthe her- 
toHtommt. Der Same ist länglich» gelb, der Kopf aber thyrsosartig. 
Die Wurzeln durunter sind zäh, schleimig, roth, lang. AU Kataplasma 
dienen sie bei Brandwunden und Verrenkungen. Getrunken treiben sie 
du] Harn und stellen den Durchfall. Von guter Wirkuug sind sie bei 
Scbfrindsucht, inneren Rupturen und Krämpfen. 

(Cap. 20.) Es gibt auch eine wilde Akantha [welche die Römer 
vüden Domstrauch nennen], sie ist der bunten Distel ähnlich, stachelig, 
kOntrr als die der Anlagen und Gärten. Ihre Wurzel wirkt gerade so 
wir die der vorher genannten Pflanze. 

'l ^'chwu.^7■blatt. ') Von icai; und Spui^, Kinderliebe, Wohlgefallen an der 
lüöi- ottd Blutfarbe der Kinder. Es wurde im Tempel der Venuä zu Sikjon in 
i^iJA oeben dem Alcanthua «ine Pflanze von eben solcher Farbe, welche PaideroH 
law, gepflegt. Sie wird von Sprengel auf eine Eichenart, Quertus (irainuntia L. 
(^ Qurrcuf Ballota Desf. belogen. Plinius XIX 170 nennt diu Caerefolium auch 
^*iterog. ») Die Zierpflanze AkantJia. 

rtinios kennt gleichfalls swei Arten Aoanthus; der eine ist glatt, mit breiten, 
ii'^.rai Blnttera, er wird als Kinfatuung um hohe Beete in de» Ziergriiten ge|>fla&2t, 
udere i«t domig, mit krausen BIILttem. Die BÜLtter des orsteren wurdt'n nach 
ibuv. IV 1. d Tum Bildhauer Kalliiuachoti ala Muster für Capitäle der korintbischeu 
^iila benatit, wo wir *ie noch heute finden. 

Die erste Art ist Aeanthiig moUi» L, (Acanthaceae), Weicher Akanth, mit 
domoBlown Bl&ttem. er wird bKufig in Gärten gext^en. w&ehi^t auch hie und da 
^li (in Griechenland). Für die wilde Art wird von Sibtfaorp SUybiu nyriaeua Gärln., 
^friiche Silberdiatel, eine üuf den Inseln dea griechischen ArcliipeU Irnufig 
"^clueade Compo^ite. von Sprengel Cimium stellatum All., Sterukratzdiütel, 
ton Ftaa» Aeanthm j'pmoMua L., Stacheliger Akanth, genommen. 

Cap. 18 (21). llsfil *Avwvi5o;. Hauhechel. Die Anonis — 

ige nennen sie Ononis — , die Zweige sind eine Spanne lang und 

, sirauchig, vielknotig mit vielen Achseln, die Köpfchen^) sind 

, die Blätter klein und zart, sie ähneln denen der Raute oder des 

'^ivaenklees und sind etwas i-auh, (die BtUthen) riechen nicht unange- 
"^tm. (die Hülsen)*) sind wie die der Linse. Sie wird eingesalzen, bevor 
'* Domen henrorbrechen und schmeckt sehr angenehm. Die Zweige 
**tiBD spitze, pfrieraförmige , harte Dornen. Die Wurzel ist weiss, er- 
*^^*mend, verdünnend, ihre Rinde mit Woin getrunken, treibt den Ham^ 
**''trüinmert den Stein und reisst Wundschorf ringsum auf. in Esaig- 
"^^Wer gekocht lindert sie als Mundspulwasser Zahnschmerzen. [Ks wird 
^■»iwchert, dass ihre Abkochung Hämorrhoiden heile.] 

') Darunter sind vielleicht die BlüthenknOBpen zu vomtehen. ') Die ein- 
*^^nnrtfin Worte sind Augenecheinlicli vom Herausgeber Sprengel binzugeiietxt, 
*^ itü to ein Sinn in den Satz kommt. 

B*r*tde9, ArzBeiaiitteU«kr« des Dioskurides, 18 





Ononi» antiqttorum L, (Papilionaoea«), SQdlicbe Haobecfael Bei Th«o- 
phraxt heisst (tie aach Ononis (Uiat. pl. VI 5, 1. 3), auch wird oü^iKupocr Aigii>jrroi 
(HiltU |iL II 8, 8) dafDr genommeu, wohl mit RQcIcsicht darauf, duM Angoillara 
(Öemplic. p. 146} angibt, die Pflanze Onoais ki der Atgipyro« äi^9 Krateua». 

Sie Dnterscheidet sich von Ononiü spinoHi durch völlige Kablht^il, grOsaen; 
8<;hlankfa«it der im Zickzack gebogenen Ae»(te, durch viel lilngere und gep. 
Domen, durch ncl kleinere, rcrkehri-eifCrmige Ulatuben und kleine Kronen. 

Die Hauhecheln enthalten in der Wurzel ein in forb- und gemchloeen Nadel: 
kiystallisirendes Alkaloid Ononin, welches in kaltem Walser unlOslicb i/A, in heian 
Wasser« Alkohol and Aetbt^r tfirh wenig lOst. 

Cap. 19 (22). ÜEpl Asoxax^v^Yjc Leukukantba. Die Leuk-. 
akantha [Einige nennen sie Polrgunaton, Andere Ph^'Uon, auch Ischis 
die Römer öniacardus, die Etrusker weissen Domstrauch]; ihre Würze 
ist ähnlich der des Cypemgrases, bitter und kräftig'), gekaut tindort &ii 
Zahnschmerzen; ihre Abkochung mit Wein, zu '6 Bechern genommenj 
hilft bei chronischen Seiten schmerzen, bei Ischias^ inneren Rupturen und 
Krämpfen. Und der Saft der Wurzel leistet getrunken dasselbe. 

') tr/up«, nach Matthiolus besser b^upiü^, stark bitter. 

Sprengel zieht gentOtzt auf Anguillara, der ^ie in Ktrurien fand, Cirtiu 
tubtroMtm AU., Knollige Krat zdiHtel, hierher; nach Fraas ist es Centaur€\ 
(inlmatiea L. (Compositae) , Dalmati>>ch e Flockenblume; er fand «e, we 
auch nicht häufig, im ganzen Gebiete. Sie hat knollige bQscbelfCrmige Warseln. 



BiflH 



Cap. 20 (23). IIspl Tpa7axÄv*Tj^. Tragakantha. Die Trag- 
akanthwurzel ist breit und holzig und ragt aus der Erde hervor; aus ihr 
entspringen niedrige, kräftige, weithin sich ausbreitende Triebe, an dene 
viele kleine, zarte Blättchen sitzen, dazwischen, von den Blättern ve: 
borgen , weisse , kräftige , gerade Domen. Tragakanth ist auch ei 
Gummi, welches über der angeschnittenen Wurzel sich sammelt Den 
Vorzug verdient das durchscheinende, leichte, feine, reine und sUsalicbe, 
Es hat eine dem Gummi gleiche, verklebende Kraft. Dasselbe wird xU 
Äugenmitteln gebraucht, femer mit Honig als Leckmittel gegen Husten, 
Rauheit der Luftröhre, Heiserkeit und gegen Nasenbluten. Man lässt «t^B 
unter die Zunge gelegt zergehen, auch wird es zu 1 Drachme in sQssem^ 
Wein gelöst gegen Nierenschmerz und bei Verletzung der Blase ge- 
trunken, indem ihm gebranntes und gewaschenes HirBcbhom oder Spalt* 
alaun zugemischt wird- 

D. nennt die Mutterpflanze und da« Gummi Tragakantha. Ebenno Theophrfti 
(Uist pl. IX 1, S): .Gummi scheidet auch die Tragakantha aw, von der man früh 
glaubte. da»s »>ie nar auf Kreta wachi^e, jetzt aber weiss man, da» sie auch in Ael^j: 
auf dem Peloponnes und im aätatiichen Medien wächst." 

Die Stammpflanxen, Aiiragalns- Arten, sind biH 1 m hohe ^r 31- 
mit holxigeu zasmmmenge^cfaobencn t^tinunthen und Aefit^-n mit i...^.. -,■«.: 
BUttcheo. Die B1attmittelripj>en überdauern die BIBttchen und wiich»en m dejrb« 



III. Buch. Cap, 21 (24). 



275 



iSiffl langen Domen atiF. welche ilie ganze Pßanze liicht bei^etzett. Die BlUthen 
einzeln oder zu mehreren in den UlutUc}))tl^ül, dio HQUcn sind klein, rund 
I cimamj»:. 

Uikh FlQckigcr (PbnnDakogno>«ie) nnd es folgende Arten, welche Tragantti 
B: Jitragalug oii*ceiid€Hg BoLsf. et Hauskn., J. Iriovlaüog Boiss.. A. brathycaltfT 
Rriu dnuntlich in i'errien, A. gummiftr hobill., A. mieroeejihnluK Willd. in Klein- 
woi, A. ptfenaeladoa Boikh. et Baa-iko. in Westj^enien, A. »tromatode« Bunge in Nord* 
vjtaa, Ä. kuriiiem BoiBs. in Kurdistan, AlcpjK) und Kleinauen, A. Pamwei Boüs. 
IV. eifllenta im Peloponncs. Der Traganth ist nicht ein Secret, welches »oh in bo- 
mnrißrm Bioinen der PBanze Hanimelt and austritt, hondern en ixt nach Tsrhin;!) 
jtimmungi?producl de» Markes und der Markctnihlen. Der Process schreitet 
nen itai-lt ausHen im Siengel fort, hei trockener Witterung drängt «ich diu 
üuBini freiwUlig oder durch gemachte Kiniichnitte nach aoasen. Die verschiedenen 
?anaia deydelbun hAngen von den AustrittsOSnangen, bezw. den Einn-hnitten ab; 
iU bfite Sorte ii^t der Bl&lt«rtraganth in farblosen oder gelblichen halbmondförmigen 
Wicken, er kommt vom Smyrna; der Bjriirhe Tra^tanth ist mehr kugelig, der 
pwjii«cfae faden- oder wnrmf^rmig. Der Hauptbestandtheil ist Ba&sorio. 

Cap. 21 (24). n«pt "Ilp'JTTloo. Mannstreu. Das ErjrngioD 

[Küige nennen es Erynge» Andere Eryneris» Karyos^), Gorginiou*)» Her- 

*Mo*), OriganoD chlunion*), Myrnkanthos'^), Moly, die Äegypter Krobjreos, 

''« Prophetirn Sisertos, die Kömer Capitutum Carduus"), auch Cnrteme, 

**>« Dakier Sikupno^x, die Spanier Kotukapeta. die Afrikaner Cherdan, 

Onjaa cliloen'), auch Chida] gehört zu den Dornsträuchero. Seine jungen 

■Flitter werden in Salzlake eingemacht ale Gemüse gebraucht; sie sind 

^^*tut, rings herum rauh und haben einen würzigen Geschmack, aber bei 

•>rt«chreitendera Wachsthum werden sie an vielen Hervorragungen der 

t«ngel zu Dornen. Von diesen aus gehen Zweige, welche an der Spitze 

ic Köpfchen tragen , die ringsum von sehr spitzen , festen Dornen 

ijBrmig umgeben sind*). Ihre Farbe ist grün oder blass oder weiss, 

und da soll sie auch blau gefunden werden. Die Wurzel ist lang 

nd breit, aussen schwarz, innen weiss, fingerdick, dabei wohlriechend 

Und gewUrzig. Es wächst in ebenen und rauhen Gegenden. Es hat er- 

^virtDendi; Kraft, ftjrdert getrunken den Harn und die Menstruation und 

'v«Tt^:ibt Leibschneiden und Blähungen. Mit Wein hilft es denen, die 

»n ii«r Leber leiden, die von giftigen Thieren gebissen sind und die tödt- 

WU Gifte genossen haben. Zumeist wird es mit Möhrensamen in der 

Vage von 1 Drachme getrunken. Wie man sagt, vertheilt es (als Amu- 

Wt) umgebunden und als Kataplasma Geschwülste. Die Wurzel des- 

••1^ mit Honigmeth getrunken heilt Opisthotonie und Epilepsie. 

'1 Nufs. ") Vielleicht von der Äehnlichkeil d^r auigebreiteten Hüllblätter mit 
*■ Rbi^B «let* Gorgohauptee. ■) if (la , epitzer Pfahl , Dom. *i Wildeber-Dooten. 
** ha«ai.ldonj. ') Distelköpfcheu. ») Bergiiflanse. •) Die ff Inf blatterige Blathen- 
m}^ ^ dftmig, 
^H IVr Bcschreibnng des D. nach kannea hier drei Arten Erjngium in Betracht 



Q 



274 



Die ArzneimiUellehre de« I>io«kur> 



Oiionig antiiiHoram h. (PapiHonfVCeae), 8(1 
phra«t hoiast itie aucli Ononis (Hiat. pl, VI S 
(Hiät. pl. II i*, 3) dafdr genommen, wob' 
(Semplic. [>. 14-$) angibt, die Pflanze Od' 

Sie nnterecheidet sich von Onoi 
Svhlnukheit der im Zickzack geboge- 
Domen, durch viel kleinere, verkehrt 

Die Hauhecheln enthalten in 
krjrvtallisii'eude)' Alknloid Ononir 
Woseer, Alkohol und Actber «ic* 



...tu *'■''■■'''' ■"' 
Herlift t.rjDgii vel ^ 



Cap. 19 (22). rier 
ftkantha [Einige nenner 
die Römer Gniacarduf 
ist ähnlich der des f 
Zahnschmerzen; ih^ 
hilft bei chronisch 
Kr&mpfen. Und 

Sprenge 
tubttotum AI!., 
iliilmatica L. 
Aach nicht b 



Die Aloe [Einige nenüef^ ^^^^ 
Tnigokeros '), die Rönit-T ^C?jw J 
jsriebel ähnliches BUtt» lüclt. ^^l../ 



\J^ kl beiden Seiten haben die Blä^^ ,_ 
./r^ifcine Dornen. Sie entwickelt ^^ ^^ 
jn f ^j (ine weisse Blüthe und eine dem *^2l m 
*^ ^^M Pflanze hat einen durchdringend^^ 
Sie hat nur eine Wurzel^ als we^ 
^^^'laat. Am meisten wächst äq in Indit^^^' 



Ca- 
akanthr 

entspr" 
viele 
horp 
Oui 



1 



^^j^t. Am meisten wächst 
^ -- ^jfd; sie kommt aber auch in Arubien uc^^^ 
^ '^T^^ *fJjBjjügBnden und Inseln vor, 2. B. auf Audrt^-^ ' 
j -^ ^ ^^_ BJcht gut zu verwenden ist, sie eignet siC^^ 
^ "''^juW^^^lTaadön, wenn sie fein geatossen aufgestrich^^^ 
^ fgtt^^gS^ ^^^ ^^^^ 's^ nämlich sandig, dieser 8cheic^**n 
*fll ^J* '**;.« «*• *^'"» ^^^ andere ist leberfarben. Wähle ab^^^ ; 
^ '^ ^ !«Zite t^*^)' '^'*^ fette und steiuchenfreie, glänzend 
M^'^^^'^^^i^ leberfarhene, welche leicht Feuchtigkeit ai 
^^f^^^t^tä besitzt; die schwarze aber und die schwer 
^^''^#'*'/ Si* verfälschen sie mit Guronii^ welches durch d 
'lL*^ '*T ^ Bitterkeit und durch die Stärke dea Geruchs e 
'^j^*' *^j^orch. dass sie sich, zwischen den Fingern zerriebei 
^T*<^ ^^fflfibön zertheilen lässt. Einige mischen auch Aki 
. ^ '^^..^ffirende Ischlafmacheude], austrocknende, den Körii 




il ^ '^jioiofi*'*"'^* [schlafmacheude], austrocknende, den 
S^^ t^ Bauch lösende, den Magen reinigendi* Kraft, w 



irenn 8i 



^n*!^^ j^ 2 Löß'eln mit kaltem oder milchwnrmem Was« 

-. tili ^^\i Sie I>ält Blutauawurf zurück und wirkt, im Gewicht roi 

^,if^^ i-r I Drachme mit Wasser getrunken, reinigend bei Gellj^ 

5 1**^^ {|»rs genossen , oder mit Wasser oder Honig gekocht im< 

^eb^ ui( »te den Bauch. Die Menge von 3 Drachmen reinigt grUnd"! 

**^^3|r ai»d*i*" AblÜhrmitteln gemischt bewirkt sie, dass diese denj 

^^gggrt angreifen. Trocken aber aufgestreut verklebt sie Wunden,! 

PJLj><rflre zum Vernarben und besänftigt. Vornehmlich heilt si«J 

. -j^ .»II den Geschlechtstheilen und verklebt die t! :h* Vrit-I 

ft^^ V I r. Mit süssem Wein gemischt heilt sie n. .. . a(h;wniz«ii| 
hemmt die BlutdUsse aus den HHmorrhoiden, Temarll 



!II. Buch. Cap. 22 c^.Si 



'Jn 



Ptervgien und entfernt mit Honig blutrünstige St«llen und Sugillationen 
ur.t?r deu Äugen. Sie bessert Augenkräize und (lindert) das Jucken der 
Augvowiukel, ebenso Kopfschmerzen, wenn sie mit Essig und Kosen- 
iii\hv auf die Stirn und die Schläfen gestrichen wird. Mit Wein hält 
Mtd«n Ausfäll der Uaare auf. Gegen MandeU und ZahnÜeiscbentzündung 
Qsd alle Mundkrankheiten ist sie mit Honig und Wein von guter Wir- 
kung. Zn den Augenmitteln wird sie in einem reinen, heissen. irdenen 
G^bse anter Umrühren mit einem Löffel erhitzt, bis sie gleichmäsaig 
getestet ist. Gewaschen wird sie aber, indem das Sandige als unbrauch- 
btr abgesondert ujid das Fette und Feine genommen wird. 

't Mit BockäbOrnem. 

Ala die StaminpflanKe der A\oB des D. hat man AloS petfoliata se» rera L, 
(Ulitone), Alo9 vulgari« (arabica) Laut, hierher gezogen, welche, in Afrika heimiirb, 
m da nach Ost- qd(1 Weatindien gewandert lai. Sie bildet c^inen Halbstrauch mit 
pllliehen, dunkelgelb oder grün gestreiften Dlüthen, nur Atoi^ Hpieata Tbonbg., 
A^liritfe Aloe, but weisse BiQthen, die der anderen Arten sind reib. 

Nnch dem Periidos maris BiTthr. p. 28 kam die AI06 von Kane an der Sod^ 
'tftrtr Arabiens in den Handel. 

Dio Art der Sat't^ewiimimg gibt D. nicht an. Die abgeucbiüttenen Blatter 
*erdeD in eine mit Fellen aasgelegte Grabe oder in einen Trog (Weitindien) 
PfiMellt. der Salt äiesst zufolge de« Saftdrnckee freiwillig aas und wird 
^**t in Kesseln Qber Feuer — auf Sokotora in Häuten an der Sonne — ein- 
tMrockset. 

Man unterscheidet zwei Haupthandelasorten, die glänzende, Mafiueida, und 

4i matte, AloS hepatica. Der ünterEcbied liegt in der Bereilungs weise, indem die 

* -fwizciideu Alo^-Sorten unter AnwenUking grosser Hitze, bei welcber die AloYnkryctalle 

wbuuIxeD. eingedampft wird. (Nach ran derWielen eoU der Glanz der AloC 

nicht ron der Anwetenheit der AloTnkr^-dtalle abb&ngen.) 

Ueber die StammiiOanzen der AloC ^agt Tscbirch (Apotfa.-Zeilg. Nr. 78, 
1^1): Die Cap-Alo^, welche allein in Deut^cbland, der Schweiz, Italien und Oeüter- 
'Bich officinell ist, stammt hauptsächlich von Alo'^ fefox Mill. ab; in den englisch 
'*4«ndca Lftadem wird Barbados-Aloe von Atoi vuIffaiHg Lam. {A. nra L.) und Aioil 
^^Mauiuf« Bak. gebranchL neben Alo€ eocotriua. 
^^H AuBser diesen Aloä-Sorten sind noch im Handel die Jaferabad-Alo^ von Atot 
^^^bwHiitfa Lam., welche in Indien hergestellt wird, die Natal-AIoS (?) und die Uganda- 
^^^d(, welche aber nur eine andere Bezeichnung fUr Cap-Alo6 sein «oll. 

Die Beet&ndtheile der Alotr sind nach demselben Forscher AloTne, und zwar 
1- B&rbsloln (Tb. and R Smith 1851), (Socaloln [Grovea 1856] biUc Tschircb 
O&H Tilden fUr wesentlich identisch mit BacbaloTn), 2. OapaloTn (Smith 1851). 
*- SstbloTa (Ft&ckiger 1871). ferner Emodin, Nigrin, ein Umwand lungsproduct 
'*^« Alolnj; es cnstcbt uutvr gewissen Bedingungen ans dem Emodin. AloSroth, 
^^« Cmwaudlungsproduct eines AloVns, aber nicht des Barbalolns nad Capaloltn:!,. 
''^«Ifian, Kesinotannolester, bei denen das Tannol an Paracumanftore und 
^^asaliiure gebunden ist. 

Die AloS iäi in kaltem Wasser theiJweisc, in hcissem Walser und in Alkohol 
''olliunaig löslich. 

In kleinen Dosen wirkt üie tonisch und gelinde abführend, in grdMeren ist 
**• «b Dnutjfum. 



i 




276 

kommen: £?-yn| 

aucb in KorvÜialitin, 
und i.', mai'ilhnum 
Sprengel zieht an 
liierlier. Ft-üher 
inguiiittliÄ si^u 

Cnp. 22 (25). 
Äuiphihioß, ÄiLtiert-.' K 
die Bai-baren Alois] bu 
umfänglich breit, 
schiefe, entfernt ^ 
dem Äatlieriskos i- 
Äffüdill älinlithe 1 
Geruch und sehr !>»* 
sie eine» Pffthl zur 
woher auch der Stift 
Asien, sowit in -^n 
Jie über zur Sul 
jßdoch zum Vi^rklebi«^^ 
wir<l. Ea gibt zwei A 
der BodensfttÄ de» rcii 
die reine und uuverfTt! 
gelbliche, leicht zemeiblichit, 1^ 
zi^ht und starke BiU'-'V 
verbrechen je vörwirf. 
Geechmftck, durch di 
Uuiuit. wird, ferner daduf. 
nicht in finnste Körm-'T'^' 
zu. Sie hat udslringi' ■ > 
verdichtonde, den Bauch 
in der Menge von *i 1-' 
petrunken wird. Sic hüll ■ 
:j Obolen oder 1 Brai^hratt v 
i^ucht, Mit Harz genoason, " 
genommen löst sie don Bauch 
lieh. Mit Hudereu AhfühmntI 
M«mjiv weniger «ngrüifen. Tf ■ 

hringt GeschwUre emhi V 

ßoachwflro an den ÜüscUIu- 
lumt der Kindfi-. Mit BtUiem 
und Kififl*. Sic ht'juniL die Bl 




lUftg ffht *» ä* ■■■i 

'^f^tüm Äii Ww«r, 
.„„ SavpbiclitigkvH^ 

^X^9MvbDcn»> XHt 
9 w^ Khiiwnfasn« 

.««41 gifpa Uatcrieft»% 

^ nftriftiMh« LotftB «■ 
-<«. >fiai lb|«n nä : 

( « Biweruiig, w«B 

< ••««. TtmOglich ia ^a^* 
^l ahingwi i n ntün FiBar* 
< >>>: »&e QiD im SooimeK' 
^a#< fr dn- GMand- 

rr^ dm Scfarftnktn 

'lad mit Oel n- 

> Knrjirr aichl 

-L'lhrn TL>n>*Ut. 

- deit Ahstntitt 

ut. > «s ihu nicht n 



III. Bucb, Clip. 2S (28). 



'fiänken fttr gut halten, da er dem Mageu zuvrider ist und Kopf seh merzen 
raranacht. Einif^e rerfaUchen den Saft durch Zumischung von einge- 
]cocht«m Oelsatz. 

') Baaero-Wermuth. *) Der Wermuth wird als ein Gegenmitt«! gegen Ixia 
iLoruiUmi)) , diu S^onym von Ca&matleon album bezeichnet. Auch Scnboniun 
'< !iTu- Inin die UiUe de« 1. Jahrb.) nennt in »eiuen Copoiit, medicament. 192 die 
\:ii < huna^leon and beuhreibt deoaon giffcige Wirkungen; diese erstrecken sich bei 
k lUl 8) doch nur auf Ilande, Schweine und Mätue. Bei Theophrast (Hixt. pl. IIJ 
7 K D«d III 16. 1| ist Uta, der Uö{ des D., der mit Vorliibe uuf der Eiche wncb- 
•aud« Loranthtu, an einzelnen Stellen auch die Mistel. 

Pliniu« XX Vn 45 behauptet, das Absintlüuiu dei Pontua sei viel bitterer, 
ili dfli italische , habe aber ein iflsaes Mark und sei ein auiigczeichnetas Maatfutter 
ftr6dtafe. 

Arlemitia Ahtintkium \.. (ComposiUe-ÄDtbetnideae), Absinth, Wermuth. 

Er icheiut anfangs eine Cultui-pflanze gewesen zu sein, ist dann aber Ober 
Alfau in Griechenland und Italien verwildert. 

Ber HauplbestandtheU dei Wermuths ist neben etwas äthemchem Oel und 
ttagmiichen Saiten ein intenfliv bitterer Stoff, du AbftinthÜn. 

Er iet eine der beuten Bttteqtflanzen des heutigen Arzneikörpers. 

Cap. 24 (27). Hspi 'A(|i:vdioo i^aXaaotou. Seebeifuss. Der 
^heifuss — Einige nennen ihn auch Seriphon — wächst am meisten 
'tu Taaniagebirge in Kappadokien und zu Tapbosiris in Äegypten. wo 
*« Isispriester .sich .statt des Oelzweiges seiner bedienen. E-s ist ein 
Klut mit feinen Zweigen, ähnlich einem kleinen Eberreis, roll von 
^l^nen Samen, etwas bitter, dem Magen nicht bekömmlich, von durch- 
sagendem Geruch und mit einer gewissen Wärme adstringirend. Dieser 
^ sich aliein oder mit Reis gekocht und mit Honig genommen tödtet 
■^kftriden und runde WUrmer und treibt sie leicht aus. Mit einge- 
koditem Most oder mit Linsen gekocht leistet er dasselbe. Besonders 
ist es in Rappadolden ein Ma.stfutter für die Weideschafe. 

Aiirmiina maritima h. (Compo«itae), Seebeifnss. 

Cap. 25 (28). Ilspt 'A^ivfrioi lavtovio'j. Santoninbeifnss. 
E^ gibt noch eine dritte Art Äbsintliion, welche an den Alpen in Oata- 
^«9 wächst und in der Landeäsprache Santonion heisst, benannt nach dem 
Lande Sankonis*), welches dasselbe hervorbringt. Es gleicht dem Wer- 
«nolh, ist aber nicht so aamenreich, etwas bitter, hat aber dieselbe Wir- 
kung wie das Seriphon. 

*) Sanlontti im aquitaniscben (Pallien, dem Lande zwischen den Pjrenäen und 
**•* Oaranne, jetzt Cbarente inferieure. 

Arlimiiia Judaiea L. (Compoaitaej. Jüdischer Beifuss. Theophrast kennt 
*'^|'r die eine noch die andere der beiden letzten Pflonxen; bei 8cnbonius Largui 
^^^. ned. Uli kommt eine Sandonica herba vor. ob und inwieweit «e zu unserer 
■^^'•»ae in Betiehunjj steht, ist nicht zu sagen. 



r 



III. Bnrh. Cap. 28 (81). 



281 



Cup. 27 (30). llspl T^aunoo. üyssopos. Der Hysaopos [die 

JttiMr TienDen Ihn Hyssopus, auch Later oder Kassiolaf die Aegypter 

üeinj igt «int- bekannte Pilanze in zwei Arten; die eine ist die wüd- 

hsende. die andere die in Gärfcen gebaute. Am besten ist die in 

kien wachsende. Sie hat eine verdünnende, erwärmende Kraft. Mit 

ireig«n, Wasser und Uonig gekocht und getrunken ist sie ein gutes 

bei Lungenentzündung. Asthma, chronischem Husten, Katarrh und 

Orthopnoe, Sie tödtet auch die Würmer; mit Honig als Leckmittel 

»kätet sie daK.selbt^ Ihr»' Abkochung mit Saiierhonig getrunken füiirt den 

pidra Schleim durch den Bauch üb. Mit fein gestossenen grünen Feigen 

viri sie auch znm Reinigen des Bauches gegessen; kräftiger reinigt sie 

il»r, wenn ihr Kresse oder Schwertlilie oder Rauke zugemischt wird. 

Siö t>ewirkt auch eine gute Farbe. Als Katapiasma mit Feigen und 

Xatron dient sie gegen Milz- und Wassersucht, mit Wein gegen Ent- 

iQ&dangen. Mit beissem Wasser aufgelegt vertheUt sie Sugillationeu 

Qiöer den Augen , bei SchlundmuskelentzQndting ist sie mit Feigen- 

•bkxhung als Gurgelwnsser das beste Mittel. Zahnschmerzen lindert sie 

mit Essig gekocht als Mundspdlwasser. In der Rilucherung hebt sie das 

ÖtWw in den Ohren. 

Dem Hytop bepognen wir zuerst in der Bibel, wo er 31TNi ^ob, faeisit und 
*W iTmboUsohen Reinigung diente (II. Mos. 12. 2*2; Psalm 50, 9), indem die Ans- 
•*l*iiuu mittelst eines Hysopxweiges mit Bhit besprengt und dadurch für rein er- 
■Art varden. 

W^eder bei D. noch bei Pliniuti finden wir eine Beschreibung der Pflanze, 
"*ii| neben sie aber «ji&ter zu Vergleichen heran ; ao hat dM Origanon bei D. 
^tttter wie der Hyiop, aber keine radfbmiige Dolde; Chrj-sokome, das Uoldhaar. 
*M( riaeti eberreiBartigen Blüthenstand wie der HyHop; die Onetia iat dem Hj^BOp 
*-^clier u. §. w. 

Dato kommt, dus die Talmudisten Sampnachum (sonst Mnjoran) mit Hy^op 

^^*er«etsen (ttiachn. Tr. Schnhb. 14 M. 3), ferner, dats nach Anguillara (Sempl. 

^ IdtH Krateuai and ebensu der Nikander-Scholiont den Ejsop hU ähnUch dem 

T^Jonin bezeichnen. Fraas hat deshalb nach dem Vorgänge von Sprengel 

'^^^fr*<«ii« »m^rmarttm vel äyriaeum L. (Ijabiatae), Smjrnäiacher Dosten, hierher 

^^•OfeB. Lenz dagegen hält an Hgaopm offkitialh L. fest, obwohl er In Griecben- 

^**tl nach Fraaa, auch nicht in Bneinasicn, Syrien vorkommt. Ginige halten TVh« 

^^**m IWudohi/taopus Schreb. für den Hysop der Alten. 



Cap. 28 (31). Ilspi Xtotxa^oc. Stoicbas. Die Stoichas [Kinige 
sie Synkliopa*), Andere Alkihiades, Pankration, Styphonia, die 
er Suphio, die Propheten das Auge Pythons, die Körner Sciolebina] 
I i<hst auf den nächst Qalatieu, Marseille gegenüber gelegenen Inseln, 
l^fclthe die Stöchaden') heiasen, woher sie auch den Namen erhalten hat. 
[t^ ist eine Pflanze mit dünnen Zweigen, hat Kraut wie der Thymian, 
P*^och gross bliltteriger und von scharfem, etwas bitterem Geschmack. 



282 



Die ArmeimittoUehre dea Dioskurides. 



<tu^ 



Ihre Abkochung ist wie der H3^op bei BrusÜeiden ron 
Sie wird auch mit NuUen den Gegenmitteln zugemischt. [Sie Sfi 
erleichtert die ganzen Eingeweide uud überhaupt den Zuai 
Körpers. *)] 

*) Neben einander liegend , von der Lage der loBeln heiyenommeB 
Ujeiisch^n Inseln an der Südküate TOn Fraukr«icli. ') Der ein^ekiaian 
wird als von Galen VII] p. 130 stammend, von MaroelluB u. A. adH 
wiesen. 

I.atanäuta Siowha» h. (Labiatae), AehrenfOrmiger Lavendel. Voj 
in SOdeuropB und Nordafrika wachsenden kleinen, Betir ästigen Strauche wo 
die kurzen BlQthenlLhren als Flores 8toecbadia arafaicae gebräuclüich. 



i 



Cap. 29 (32). Hsf/i *üpt7avofj. Dosten. Das heräl 
Origanon — Einige nennen es Konila — hat ein Blatt wie der 
aber keine radförmige Dolde, sondern sie ist wie eingeschnitten, 
Same an der Spitze der Zweige steht nicht, dioht. Es iet erwi 
deshalb hilft seine Abkochung mit Wein denen, die von giftägen 
gebissen sind, mit süssem Wein denen, die Schierling oder Mc 
uossen haben, mit Sauerhonig denen, die Gips oder die Eintagsfli^i 
schluckt haben. Gegen Krämpfe, innere Rupturen und Wassersucht 
mit Feigen gegessen. Trocken, ein Essignäpfcheu voll, mit Hoi 
getrunken, führt es die schwarzen Säfte durch den Bauch ab. Mii 
als Leckmittel befördert es die Katamenien und heilt den Husten. 
Krätze und Gelbsucht bessert seine Abkochung als Bad. Der £ 
grünen Pflanze heilt Mandel- und Zäpfchenentzttndung sowie S< 
reinigt auch durch die Nase (den Kopf), wenn es mit Irisöl 
gebracht wird. Mit Milch lindert es Ohrenschmerzen. Mit Z 
und Speisesumach wird aus ihm ein Brechmittel bereitet, inder 
Tierzig Tage bei der Hitze der Hundatage in die Sonne gestell 
Das Kraut als Lagerstreu verscheucht die Schlangen. 



I 



'I if-^tupov ist aucli Synonym zu xoX^rtxöv, Colcbicum, s. auch IT 
Oriffanum fiemdeoticutn L. (Labiatae), Scharfer Dosten; nach Sil 
eine in Griechenland in trockenen , felsigen Gegenden häu6ge PBauze. Si 
ächetdet «ich vom gemeinen Douten durch die kleineren, undeutlich gez&bnd 
fang» abstehenden, «päter zurückgeschlagenen Blätter. Der Kelch ist drflsig 
die Krone bla»B'rosenroth. 



i 



Cap. 30 (33). Hepl 'Ovijtt^oc Onetis. Die Ouetia gt 
Pflanze hat weissere Blätter und ist dem Hysop ähnlicher, auch 
die Samen gleichsam wie zusammenhängende, eng anliegende ] 
Sie hat dieselbe Wirkung wie der scharfe Dosten, erweist 
nicht so drastisch. 

Oriffanttm crtitcum L, (Labiatae), Kretiet-her Dosten. Dtu 
Hippokmtäker und Xvoniv öpifavov dea Tbeophraiit (liist. pl. VI 2. 3| 




in. Buch. Cep. 32 (35). 



283 



(Jnccbnila&d, Dultiiaticn. auf Kreta und in Kleinuien aasdauemd wachsende Pflanip 
■itlug«s. ziegeldachiirtig geordnou.'n ülüthenähren , welclie am Ende der kleinen 
ät«^ tu «iner zieiiilich flachen Doldenfraitbo zuxammeiii^drän;^ stehen. Die 
UAfcead'*!! Stengt^lnpilzün waren früher ala kretischer Doiteii, »panischer Hafer, 
Herl« et Sumtn:tatoä Origani cretici ot&ciiiell. 

Cup. 31 (34). Ilspt 'A-rpsopivivoD. Wilder Dosten. Da.s Agri- 
orifEUiOQ, welcheä Einige Panakes herakleionOi Andere Konila nennen, 
oater Urnen auch Nikander aus Kolophon, hat denen des Origanon ilhn- 
IkU Blätter, eine Spanne lauge zarte Zweige mit Dolden ähnlich wie 
fwim Dill und weisse BlUthen. Die Wur2el ist dünn und unbrauchbar. 
Die Blätter und BlUthen . mit Wein getrunken, helfen gegen den Biss 
i^i'ger Thiere. 

M Allheilmittel des Herakle«, auch Feruin Ojtopanax. 

Orijfonum vulgare rar. album L. (Lahiatae), Oenieincr Da-<jten. 

Du öpi^avov (ti>.av Theophrast's I. c. Da» hliihendo Kraut war fr&hcr als 
•U«ba Origftni officinell , ist jetzt noch ein beliebtes Volksmittel , besonders zu er- 
^r«tAenden und vertlieilenden Umschlägen. Die Wirkung der Dostenarten beruht 
ViatfdetD Gehalte roa einem durchdringend riechenden ütJieriscben OeL 



Cap. 32 (35). ll«pi TpaTfoptvdtvoo. Tragoriganon. Das Trag- 

<kiiigaDon ist ein kleiner Strauch, nach Blättern und Zweigen dem Dosteu 

04er dem wilden Quendel ähnlich. Ea gibt eine Art, welche nach der 

B«chaffeuheit des Standortes üppiger und breitblätterig, dabei reichlich 

Uehrig ist; eine andere hat dünne Zweige und zarte Blätter, welche 

Siaige Prasion') nennen. Das beste ist das aus Kilikien, auch das von 

Kfli, Chios, Stuyrna und Kreta. In der Abkochung getrunken sind sie 

*alle «rwärmend, harntreibend und gut für den Bauch; denn sie leiten 

^hi Gallige ab. Von guter Wirkung sind sie auch mit Essig getrunken 

^ Milzleiden, mit Wein bei denen, welche Mistel genossen haben, auch 

l^cillrderu sie die Katamenien. Bei Husten und Brustfellentzündung (Peri- 

pMBmonie) werden sie mit Honig im Lockmittel gegeben. Sie geben 

^^ aucli einen wohtthuenden Trank, der darum auch denen gereicht 

*irtl, welche an Uebelkeit, schlechtem Magen und saurem Aufstossen 

••»den, ferner solchen, welche Angstgefühl, Seekrankheit und Hitze des 

Unterleibes quälL Als Umschlag mit Mehl vertheilen sie auch Oedeme. 

') LauohgrUn, Porree. 

Den Namen {zpift,z — öpif Qvd() soll die Pflanze nach dem Schul, zu Nicändri 
^^*ailihanu 308 daron haben , dasä die BOcke nach ihrem Genüsse sehr mutliwiliig 

D. bat zwei Arten : die erste ist bei Sprengel ^acAy^pfHfJHfwru L., Klebriger 
'^^•t, bei Kraus Thj/mn* gravtcXem» Sibth., Stark duftender Thymian; die 
' ^^^仫 Art mit Kurten Blattern und dflnnen Zweigen httU Sprengel für Thi/mu$ 
'"''^fff^gum Lr, Fraas für Sainreja JuUana L., Schmaler Sfttnrei. 



Cap. 33 (36). !!?(>: PÄTj/tovoc Polei. Das Qlechoti [Einig- 
nennen es Blechron, Andere Arsenikanthos*}, die Römer PoleYum, di_ 
Afrikaner Äpoleüuni, die Gallier Albolon, auch GuUiaopsiaJ ist eine bc^a- — 
kannte Pflanze, welche verdünnt, erwärmt und der Verdauung hilft, ße^ — 
trunken befördert es die Menstruation, treibt die Nachgeburt und d£ e 
Leibesfrucht aus. Mit AloC* und Honig getrunken reinigt es die Luuj^^e 
und hilft bei Krämpfen. Mit Essigwasser getrunken stillt es Uebelke- :it 
und Magenschmerzen und führt die schwarzen Säfte durch den Bauch &%z>. 
Femer hilft es mit Wein getrunken denen, die von giftigen Thieren g^3- 
bisaen sind; die Ohnmächtigen richtet es auf, wenn es ihnen mit Ef^ig uu 
die Nase gebracht wird. Trocken fein gerieben und gebrannt rancht 
das Zahnfleisch fest. Mit GerHtentichrut als Umschlag besänftigt es je 
Entzündung, für sich allein hilft es bei Podagra, aufgelegt bis zum Rot '&i- 
werden der üaufc. Mit Wachsaalbe bringt es Finnen weg. Mit S^ 
umgeschlagen ist es Milzkrankeu heilsam. Die Abkochung davon ztz 
Bade verwandt lindert Juckreiz und als Sitzbad ist sie ein gute« Mit^^l 
bei Aufblähung, Verhärtung und ümwendung") der Gebärmutter. Eini 
nennen die Pflanze Blechon*), weil, wenn es um die Zeit der Blüthe v 
den Ziegen gefressen wird, bei diesen ein Blöken anhebt. 

[Das grüne und zerriebene, mit Essig aufgelegte Kraut erhitzt ix 
röthet (die Haut), reinigt schmutzige Geschwüre oder bringt sie wen i 
stens zur Reife. Dasselbe vertreibt Sugillationen unter den Augen, *^ 
das Blut abgezogen wird. Gegen Erschlaffung und Ohnmacht wird 
als Kiechmittel angewandt, zerstossen und eingerieben entfernt es Sonn< 
brandflecken. Mit Wein, Honig und Salz zerrieben lindert es Zal 
schmenen, oder mit Wein und Honig allein, oder mit Wein und gleii 
Wel Salz in einem irdenen Topfe erwärmt. Femer wird es gegen ^^^ 
Meerhasen und andere schädliche Thiere genommen. Getrunken und a*' — *^'* ' 
gestricheu heilt es die Krätze. Die Asche des getrockneten Krautes wz. -"^^ 
nach dem Bade gegen Kälteschraerz der Glieder aufgestreut; mau mi^^^''" 
diese aber mit Binden eng umwickeln, so dass sie (die Asche) dicht v-^ **" 
der flaut liegt, weil sie nicht allein die Schmerzen lindert, sondern ai^^-^|jj 
den kalten Tlieil erwärmt] 

') Arsenikblütbe ; vielleicht von der rSthlicIieo .Farbe derBlQthe oder voa ^' 
reisenden Wirkuug. ') Von ß^'^X'^» Geblök. ') dBoaTpo^d^, Ooapylo« und S» 
cenu8 lesen ÜTcostpo-fä;. 

Der In Klaumärn stehende Ab^tz rübrt her aua dem Cod. Ctuitaeuseo. 

Mintha Pulegium L. (Labiatac), Vultj/ium cnlgart Mill,. Pulei-Hinz*, 
meiner Folei. Die Pflanze entb&lt ein niumgeDehm stark riechendes, älheriic-'" 
Oel ; früher war üe offidnelJ, jetzt ist de noch ein beUebtei Volktmitt«!. 



cV 



Cap. 84 (37). Ospl AtXTätivct). Diptam. Der Uiktumn 
welchen Einige wilden Polei nennen [Andere Embaktron, Bi>luako 



lir. Buch. fCap. m.) 



28S 



An^dirm'), den kreiischun , Ephemeron^), Eldia, Bulotokos^), Dorki- 

f*}), Elbuuion, die Rßmer Ustüago rustica], ist eine Pflanze Kretas, 

9charf , dem Polei ühDlich , hat aher grössere und wollige Blätter 

vii einen eigenen wolligen Auswuchs, trägt aber weder BlDthe nocU 

hücht. Er bat aber in Allem dieselbe Wirkung wie der gebaute Polei, 

Dcr m\ kräftiger; denn nicht allein getrunken, sondern auch im Zäpt- 

ciun und in der Räucherung wirft er den todten Fötus heraus. Man 

sa^, dasa die Ziegen auf Kreta, wenn sie TOn einem Pfeile getroffen sind 

Bcd dieses Kraut fressen, das Oeschoss herauswerfen. Auch der Saft 

daselben hat reinigende Kraft, sei es, dass er eingestrichen oder mit 

Qentenmehl eingerieben wird. Als Umschlag heilt die Pflanze unter den 

\ ^üffleu oder um übrigen Körper eingedrungene Splitter. Sie ist auch bei 

iBAUleiden wirksam, denn sie verkleinert die Milz. Man sammelt sie im 

I S<iamier und Herbst. Der Genuss der Wurzel erwärmt, beschleunigt auch 

4lie Geburt Ihr Saft, mit Wein getrunken, hilft gegen den Biss giftiger 

Tliiere. Die Pflanze hat eine solche Kraft, dass ihr Geruch schon giftige 

^•ilde Thiere verscheucht und ihre Berührung sie tödtet. Wenn ihr Saft 

^nf eine Speerwunde oder auf eine Gift1)isswunde getröpfelt und zu dem 

-AnlbrGpfeln auch innerlich genommen wird, so macht er schnell gesuud. 

') Tön fiiy^oz und äxo?, Heilmittel gegen Pfeile. '■*) Arteiuiii>9anie, Artemis, 
4n GOttia der Ja^pi. vermuidete mit PfeüeD, heUie kUt auch solche WuaJen. 
^ T^l, D. IV Hö. *) Von ^iXoi unil nxo;, preürasf-b die Geburt tuarlie&d, ^) Reh* 
Icituhen. vielleicht von der wolligen Geatalt der Pflanze oder von der hflbsehen 
Bkthe. 

Theopfarail beschreibt den Diktamnos (Hist. pl. IX 16. 1) sehr kuit. sagt nichts 
^Mb «iner fehlenden ßlQtbe und Frucht, wohl aber, das« man nur die Blätter ver* 
sendet, nicht aber die Zwei^'e und die Frucht. Pliniuii XV 92 dagegen schreibt; 
Sir [die Pfl&nzei har aehi dünne Allste, weder ätengcl, ßlüthe, noch Samen. 

D. hat jedenfalls ebenso wie Pliniu^ die Pflanze, welche nur auf Kreta lachst 
"" In Norditalien zieht man sie nach Lenz in Töpfen — , nie ge«ehen, so doss er ein 
^^n von ßlnthe und Frucht nur nach Berichten angenoiiunen hat. Sie hat eine 
Wollige Wurrel, rölhliche Stengel mit gcgenstündigen wollig filzigen Zweigen und 
'^cn Molchen rundlichen. 2,5 cm langen, ganzrandigen, beiderseits «licht weisslirb Über- 
^ogeoen Blättern von krüftigem Geruch und scharfem Geschmack. Der BlQtben- 
*taiid ist KhrenfCrmig, der Kelch bahl. gestreift, die Krone röbrig, purpurfarben. 
Aach in Griechenland kommt sie vor. 

Die Pflanze wurde im Altertbum wegen der ihr zugeschriebenen wunderbaren 
Kvttfle lehr geschätzt. Schon xnr Zeit des Cordus war sie selten oder gar nicht 
Blv xn halten, statt ihrer wurde in. den Officinen Dictiitnnity albtut L. (Labtatae), 
r«asier Diptam , substituirt. Die Wurzel ist hinge aU Radix Dictamni aire Frazi* 
Bttllw offlcmell gewesen. (Tgl. Baubin et Cherler Üb. XXVni p. 253.) 

Die Pflanze des D. ist Origanum Dictamnush. (Labiatae), Aechter Diptam, 

(Cap. 38.) Der sogen. pBeudodiptnui wachst in vieleu Gegenden, 
*'^ ist wohl dem vorgenannten ähnlich, aber weniger scharf. Er hat 
•Och dieselbe Wirkung wie der Di|>tani, aber nicht in gleicher Stärke. 

1 



Marfubium I'nudoiiietamnuf L. iLabiatite). r«eudo(lii>tam. im fiBtlioheol 
Tbeile Oriechenlanda uUr gemeio. Kin liie Im hober. mit eineio dichUo. weiM-J 
lieben Filz Überzogener Straach mit oadetitlich-vieTseitigen Aeitim and gestieUc 
BlUttem, in fast allen Hlattacbseln stehen Wiiiel. Die Deckblätter und theiU «pa 
telig. tbeiU lineal; zw^cben den grosseren breit-«irunden Kelcbz^lboen sTofaen flinfl 
ganz kleine. Die Krone ist lUarotb . der Helm kuri-zwei^paltig. In GrieofaealaBd 
und Kandia. 

(Cap. 39.) Vou Kreta wird noch eiue andere Art Diktamnos ge-' 
bracht; sie hat Blätter wie die Wasserminze, aber grössere Zweige, an 
deren Spitze eine BlOthe wie beim wilden Dosten, dunkel und weich. Der —3 
Geruch der Blätter ist sehr angenehm, steht in der Mitte zwischen dem .«: 
der Wasserminze und des Salbei. In der Wirkung kommt sie mit dem«^ 
vorgenannten überein, erweist sich aber weniger betäubend. Sie wirdf:» 
den Pflastern und den Arzneien gegen den Biss giftiger Thiere zu— ^ 
gemischt. 

Marrubium actiabuio8um L. (Labiatoe), oder nach Sprengel wegen der si 
paerenden dunklen BlUtbe und des angenebmen Gerucbes Thymun m<tglirhiHa L^C 
(Labiatae), Mastixthjmian; oa iet ein kleiner Strauch auf Berten und KeUen it=m 
BQdlicheo Kuropa und Nordafrika mit einem starken, mastixllhnlicben Gerüche. IH^ 
Aestcben sind in der Jugend weichhaarig, die Bli^tter breit, stumpf, dicklich, in de 
Blattatiel Terschm&Iert, drQsig punktirt. Die Bltlthenwirtel bilden eine Aebre; d: 
Deckblätter «ind oval und wimperig, der Kelcb ist weiulicb-wollii;, die Krone wei^ 
durohecheineiid punktirt, die obere hippe kurz und stumpf, die Röhre kleiner a 
der Kelcb. 





1 



Cap. 35 (40). Ilspl 'EXsXiaipäxou. Salbei. Das Elelisphakan 
Einige nennen es Elaphoboäkon^), Andere Kiosmin, Phagnon, Bekioo 
die Aegypter Apusi, die Römer Salvia. Andere Kosalon — ist ein langte - 36^ 
vielästiger Strauch mit vierkantigen weissUchen Zweigen. Die Blatt» J^ 
gleichen denen der Quitto, sind jedoch länger, rauher und dicker, dunkel» ::^ 
geruuzelt wie aufgekratzte Zeuge, weisslich, sehr wohlriechend, aber boclf ^>^ 
artig^). An der Spitze der Zweige hat es eine Frucht wie die des wilde» .E?« 
Horminon''). Es wächst aber an rauhen Stellen. Die Abkochung d.£» I 
Blätter und Zweige als Trunk hat die Kraft, den Urin zu treiben« dE» 
Katamenien und den Embryo hervorzuziehen und die Wunden de» Sfecl tr» ^ 
rochen zu heilen. Es färbt auch das Haar schwarz, ist ein Wund- um x-0i 
blutstillendes Mittel und reinigt böse Geschwüre. Die mit Wein berg^^'] 
stellte Abkochung der Blätter und Zweige als Bähmittel beruhigt dJ 
Jucken an den Geschlechtsth eilen, 

') Hirechfutter (^^afoc und pißprönHu), auch PaMmaea mitta L., vgl. III "^J 
') ßp(u}Liig3i], passt eigentlich nicht zu dem angenehmen Gerüche, im C. wird es da 
auf den Geschmack bezogen t[ißpu»p.ov tj fttictt. ') Sahin piridis'? s. III 135. 

Welcher ii^albei di« Füanze de« D. tat. kann wohl kaum mit Sicherheit 
geben werden; der am h&ufigsten noch jetzt in Griechenland rorkommende ist Satt* 



UI. Buch. Cap. 37 (43). 



287 



Iffmfm U (Labiatae). BreilblUlterif^cr oder Apfel-Salbei, dfuin isileia m/«/- 
«USvlelMAlbei, am nltenstcn ist Salria officinaii« L.. Gebrüachlieher 
Ulk ei. 

Tfaeophriut (IliBt, pl. VI 2, 5) unterscheidet a^p^hw; als Oart«nBalbei and IXt- 
tofffU^ als wilden Salbet- 

Die Blätter von tialria orficiniüis hAben sicli bis heuie im Ärznciichatze be* 
HipM. Ihr wirksamer Bcstandtheil ist das äthcriflcbe Oet; sie werden im Auf- 
^ iD^ewandt gegen NachUchweiss nnd Diarrhoe und als (iurgelmitt«!. 

Cap. 86 (41), Ilif-t *H5oöotioo ^jiipoo. Gebaute Minze. Der 

fivdjosmos — Einige nennen ihn aucb Mintha oder Kalamintba [die 

RimtT Mentba, aucb Nepeta, die Äegypter Tih, Ändere Pherthrumouthu, 

^*no, Makitho] — ist eine bekannte Pflanze mit erwärmender, adstrin- 

fi Sirender und austrocknender Kraft, daher stellt der Saft mit Essig ge- 

■*3-Tmken den Blutauswarf. Er todtet femer die runden Würraer, reizt 

Kfc-um Liebesgenuss, bringt das Schlucken, den Brechreiz und die Cholera 

^fc^ar Ruhe, wenn zwei bis drei Reiser davon mit saurem Granateusaft ge- 

Kfc^mmen werden. Mit Graupen umgeschlagen zertheUt er A bscesse; auf 

dJe Stirn gelegt lindert er Kopfschmerzen, besänftigt geschwollene und 

^C'VOQ Uilcfa) strotzende Brüste. Mit Salz gibt er ein Eataplasma gegen 

^piSondtbias; der Saft mit Honigmeth stillt Ohrenschmerzen, den Weibern 

^%er vor dem Beischlaf im Zäpfchen eingelegt behindert er die Empfäug- 

*»Ä Fein gerieben glättet er eine rauhe Zunge. Ferner bewahrt er die 

^ftläi vor dem Gerinnen, wenn die Blätter desselben in der Milch lun- 

K^^wenkt werden. Ueberbaupt ist er dem Magen zuträglich und eine 

eCTii« Warze. 

^ (Cap. 42.) Der wilde Hedyosmos, welchen die Römer Menthastruni 

■ n«oiieD, bat rauhere Blätter und ist Überhaupt grösser als die Wasser- 

"^^ttte, im Geruch aber stinkender und zum Gebrauch in gesunden Tagen 

^L ^^oiger geeignet. 

^ Mtntha pip^rita L. (Labiatae), Pfefferminze; der Name ("ij^u^ und oafj,-^^) 

*d«qtet EilBeii Geruch. Die wilde Art ist Mentha tomentona d'Utr., nach Sibthorp 

-*'*»Mfc« 9tmt*U4t. 
» Die Pfeffenuinzo ist in Griechenland die verbreitelete. 

H All Carmiimtivum. Stimulanz und Stomachicam ist sie sehr geschätzt , besou- 

P ^**% du Uherische Oel findet bHofige Anwendung, bei dem das Menthol der Tr&ger 

*^ Gcrnebe« irt. 



Cap. 37 (43). Iltpi KaXajilv^T]*;. Kalamintba. Die Kala- 

^^ititha*) — eine Art gehört mehr den Bergen an — hat denen des 

***«ihTtum ähnliche weissUche Blätter, kantige Zweige und Reiser und eine 

I i**»»purfarbene BlUthe. Eine andere Art gleicht der Poleiminze, ist aber 

ser, darum haben Einige sie den wilden Polei genannt, weil sie ihm 

**ch im Gerüche durchaus gleicht; diese bezeichnen die Römer als Nepeta. 



1 



Eine dritte gleicht der wilden Minze, bat aber länglicbe Blättert grO; 
Zweige uud Reiser als die vorgenannten und ist auch weniger krS 
Die Blätter aller sind beim Genuese stark brennend und scbarf, die Wu 
ist nutzlos. Sie wficbst in ebenen rauhen und sehr feuchten Oegem 
Innerlich und äusserlich angewandt hilft sie bei Seh Inngea bissen. Fei 
treibt die Abkochung, getrunken, den Harn, hilft bei inneren Rup 
Krämpfen , bei Orthopnoe , Leibschneiden , Cholera und Frostscbaue 
Vorher genommen macht sie tödtliche Gifte unwirksam und heilt die Gell 
sucht. Den Bandwurm und die £iiige\veidew(lrnier tödlet sif, wenn si 
gekocht oder roh zerrieben, mit Salz und Honig getrunken wird. Gen 
hilft sie bei Elephantiasis mit nachgetrunkenen Molken. Die fein 
stossenon Blätter, im Zäpfchen eingelegt, tödten den Enihrro und ^i 
fordern die Menstruation. In der Räucherung und als Lagerstreu ve 
scheuchen sie die Schlangen. In Wein gekocht machen sie als ümschia 
die dunklen Narben weiss und bringen auch Sugillationen unter d< 
Augen weg. Den Ischiaskranken werden sie auf die Haut gelegt zi 
Ausscheidung der ächlecbten Säfte, indem sie eine EntzUndung der Hk 
bewirken. Der Saft, eingeträufelt, tödtet auch die Wtlrmer in 
Ohren. 

') Schöne Minze. 

Die Kaliimintha der Bei^ ist ilttttha tomenteiia Link (Labiatae), Troc 
Minze, eine auf trockeueui Boden liiUiG^^e Pflanze: die zweite Art Mentha gfntilU 
Zarte Minze, und die dritte, 'J'hi/mus Calaminlha L., Huber Tbymian. Sie 
hören der Rüdlichcn Flora an. 

Bei Theophrast (De caus. \>\. II 16, 4) vird Kalaniintha all Helissa atti 
Sibtb. an^eeprocben. 



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Cap. 38 (44). Ilspl eüiLou. Saturei. Der Thymos [Ein 
nennen ihn den weissen, Andere den kopff^rmigen, Epithymis, Thyrsiotr 
die Römer Thymus*), die Aegjpter Stephsme^), die Dakier Mozula]J 
Allen bekannt. Es ist ein kleiner, sparriger, mit vielen schmalen BI] 
eben besetzter Strauch ^ welcher an der Spitze purpurrothe BlUthenli 
chen trägt. Am meisten findet er sich in steinigen uud magerlK>di£ 
Gegenden. Mit Sulz und Essig getrunken hat er die Kraft, den Schi 
durch den Bauch abzuführen. Die Abkochung davon mit Honig hilftj 
Orthopnoe und Asthma, treibt den Bandwurm, den Embryo und die N| 
gehurt aus und befördert die Menstruation. Kr ist auch ein harntreibe 
Mittel. Mit Honig als Leckmittel ist er ein Expectorans. Mit Essig 
geschlagen vertheilt er frische Oedeme, löst das geronnene Blut auf i 
vertreibt Feigwarzen und gestielte Warzen. Er ist auch mit Wein 
Graupen als Aufschlag ein gutes Mittel bei Ischias. Mit den Speisen! 
Dommon nützt er denen, die au Stumpfsichtigkeit leiden. Vorz 
Verwendung findet er als Gewürz für die Gesunden. 



ni. Buch. Cap. 40 (46). 289 



*i Von der Aebnlicbkett des tilQtheiutaiides mit der Spitz« des Thfnowt&bei. 
*) Tbjmian. 'l Dekr&ntun^. 

Sotureja rüpitaUi L. (Lahiatae), SatureiHtrauch. 

Tlieophnut (Ulst. pl. Yt 2, 3) unterscheidet einen weinen und achwarzen 

t'i-it, der erste (mit weiwer BlÜthe) wird hierher gezogen, der andere i«t 

i'^'liiivbt Thjfwvf Tulgarig L. Die mpätinitt^l&U^rlichen Schriflsleller naliroea diu 

iUüu de« D. für Thymus tulgarvt, allein sohan Mattbiolus bestimmt« nie a\a 

Tljwitr^r (TfiicMM odcT Sutur/Jit capitata (vgl. Bauhia et Cherler lib. SXVUI p. 268). 

FHe Pflanze lal reich an ätherisr-bem Oel. 

Cap. 39 (45). Ilspt Siy^'^pci^. Thymbra. Die Thjmbra, iiuch 
didie ist bekaimt, Sie wächst in sterilen und rauben Gegenden und ist 
dm Thymos äbnlicb, jedoch kleiner und zarter und tt^gt eine reich- 
bl&thige, grUnliche Aehre. Sie hat, in gleicher Weise angewandt, die- 
selbe Kraft wie der Th)'mos, auch eignet sie sich sehr zum Gebrauch in 
geRmden Tagen. £a gibt auch eine gebaute Thymbra, in Allem kleiner 
ti» die wilde, aber riel geeigneter zur Speise, weil die Schärfe an ihr 
Qcbi so hervortritt. 

Saiurija Thtftnbra h. iLabiatae), Grosser Saturei. Eine in Griechenland 
Qil Italien sehr häuSie^e Pfln,uze, welche auch heute noch als Gewlirz sehr beliebt 
*■!- Sie war früher aU Uerba Thymi eretici gebräuchlich. Bei der gebauten könnte 
■as an 7%^muji vulgari» L. denken. 

Bei Theophrait (Biit. pl. VII 1. 2} heiait die Pflanze Thyrnbron. 

Cap. 40 (4(5). Hepl *K|>ä6XXo'). Quendel. Der HerpyUoa 
[Bia^e nünnea ihn wilde Zygin^), Andere Poliou, die Aegypter Meruopios, 
^e Rdmer Serpyllum, auch Cerelaticum], eine Art ist der im Garten ge- 
ballte, welcher einen Majomngeruch hat und zu Kränzen gebraucht wird, 
Br bat seinen Kamen daher, dass er kriecht^) und, wu ein Theil von 
fliiii die Erde berührt, Wurzeln schlägt. Er hat Blätter und Zweige 
*ie der Dosten, nur weisser, wenn er aber von Mauern herabhängt"), 
»ächst er üppiger. Eine andere Art ist der wilde, welcher auch Zygis 
S^DSnni wird; er ist nicht kriechend, sondern aufrecht und entwickelt 
**rte, reisartige Zweige, welche mit der Ilaute ähnlichen Blättern ringsum 
^>«»et2t sind, sie sind aber schmaler, Tanger und spröder. Die Bltlthen 
■**bBn einen scharfen Geschmuck und angenehmen Geruch. Die Wurzel 
•■t anbrauchbar. Er wächst au Felsen und erweist sich kräftiger und 
verarmender als der gebaute, auch für den Arznei gebrauch geeigneter; 
denn getrunken befördert er die Katamenien und treibt den Harn, hilft 
■**t Leibschneiden, inneren Rupturen, Krämpfen und Leberanschwellungen, 
^ttcb bei Schlangenbissen, innerlich genommen und als Umschlag. Mit 
**«g gekocht lindert er unter Zusatz von Rosensalbe als Compresse Kopf- 
^^nerzen. Bebondera ist er ein gutes Mittel gegen Lethargie und 
**ffiiwiith. Endlich, in der Gabe von 2 Drachmen getrunken, stillt er 
ÄhrtbnKieu, 

G«ra[|.)ri«, ArxuünitleUebre dm Dloakirlttu. Id 



pliraBt (Hiit. pl. TI 7. 3) spricht aJcb klarer aui: .Die Zweige des Herpyllo« babeo 
«in eigenes Wachsthum, in<lem «ie nämlich bedeutend in die l^nge w)ich«en, yn-im 
«ie irgend eine Stütze erlangen oder an Zäune gepSanzt werden oder nach unten 
sich herabsenken können, wenn sie also entweder in eine Grube geleitet werden 
oder auf Mauerwerk stehen.* 

tn Betmcht kotnnien hier ThymMa Srrfit/llum h. (Labiatae), Qaeodet. ttnd | 
Thifiuwi ijh/tratuM Link, Glatter Thjmian. Nach Theophrast (I. c. VI 7, 2) gibt- 
eü pinen wilden Herjtylloä, welcben man von den Uergeu, in Sykion und Athen vom. ' 
Hymettoa holt, um ihn in die G&rten zu pflanzen, anderswo aber sind die IlageL 
ganz damit besetzt, wie in Thrakien. Hier haben wir also beide Arten; anf dem 
Hymettus kommt aber nach Fraas zuverlässig nur Thjnius glubr Tor, während 1 
Tb. Serpyll, Avn oberen Tannen- und siibulpinen Regionen angebOrt. Gbeiwo dürft« 
der Herpyllos Thrakiens Th. äerpyttum sein. Da nun aber D. seinem HerpyUoa 
BlUtter und Stengel des Dosten zuschreibt, so ist vollatAndige Klarheit nicht geboten, j 

Das Kraut dient heute rur Bereitung des Spiritos Serpylli und zu Kräuter- [ 
kissen; es enthält ein ätberischea Oel, deasen Hauptbestand th eil CTmeca] 
neb^n etwM CftrTacrol, Thjrmol und einein nicht erstarrenden Pbenol ist. 



Cap.41a(47). Ilepi £atiL({«6/ou. Majoran. Sampsuchon [Einige 
nenneu es Triphyllon*), Andere Amarakon'), Agathides^), Knekou^S i 
Pythagoras Tbrarabes, die Aegypter Sopho, die Armenier Myuron. die 
Propheten Eael des Priesters, auch süsses Kind der Isis, die Römer Mai- 
zurann (Majorana)], das beste ist das von Kyzika^) und Kypem, danach; 
kommt das ägyptische. Bei den Bewohnern von Kyzika und Sicilieflt ' 
heisäi es Amarakon. Es ist eine vielzweigige, Über die Erde hinkriecbende 
Pfianze; sie hat rauhe, runde, denen der zartblätt^rigen EalamiDtba Iha- 
liclie Blätter, ist sehr wohlriechend und erwärmend uud wird auch zu. 
Kränzen geflochten. Ihre Abkochung als Trank ist ein gutes Mittel beiJ 
beginnender Wassersucht, bei Harnverhaltung und Krämpfen. Diöj 
trockenen Blätter mit Honig als Compresse entfernen Sugillationen unter] 
den Augen, bef<irdem im Zäpfchen auch die Menstruation. Oegen den] 
Skorpionstich werden sie mit Salz und Essig als Comprease gebraucht •] 
bei Verrenkungen werden sie, in Wachssalbe aufgenommen, aufgestricheii« 
in gleicher Weise bei Oedemen in Wachssalbe aufgenommen. Auch bei 
AugenentzUndungen werden sie mit dem feinen Mehle der Graupen alt 
Umschlag augewandt. Endlich werden sie auch den stärkenden un< 
erwärmenden Salben zugemischt. 

*| Dreiblatt, rieUeicht so genannt , weit die BlflthenkOpfcben meist im dreiefLl 
gehAoft sind. ') So bei.Mt die röanse bei Theophrast, *) Von Äy***«. Enftoel. ro»] 
den knäuel&hnlichen BlQthenkÖpt'chen. ') Fahl. Rt&tLer and Kliltben sind graofiUi^- ' 
') Oder KyzikoB, einst eine der J^chGnsten StAdte Kleinasicns nn der Sodseite d«r | 
Pn>i»ontis (des Hannoraueerev). 

OriganuM Mnjorami L. iLabiatae). Mftjuran. 

Nach Plinius XXI r>l. der iiirh auf Diokln beruft, ist die Pflanze und ikr 
Vame Kgyptischen Unpmngee. 



Cap. 41b (48). Ihpl Ms/'J.ötoü. Steinklee. Der Melilotoa 

[Einige nennen ihn Züudotiou, Andi^re Ortanon, die Propheten TLerniutbis, 

die Aegypter Haimeith. die Römer SertuU, auch Trypatiuin], der beste ist 

der attische und der bei Kyzika und Karchtfdon ^) wachsende, er ist sal'ran- 

fwbig und wohlriechend; er wächst ober auch in Campnnieu um Nola, in 

elwa dem Bockäbom ähnlich und mit »chwachem Wohlgeruch. Er hat 

die Kraft zu ndstrinicfiren und jede Geschwulst zu erweichen, besonderd 

ichfi um die Augen, an der Gebärmutter, am After und an den Hoden, 

tun er in sUssem Wein gekocht und als Compresse aufgelegt wird, 

wozu bisweilen auch gebratenes Eiweiss oder Bockshornmehl oder Lein- 

aen oder feines Weizenmehl oder Mohnköpfe oder Wegwart gemischt 

rird. Er heilt für sich allein in Wasser frii=chen Kopfausschlag und mit 

Thon von Chios und Wein oder Galläpfeln aufgestrichen bösen Grind, 

femer Magenschmerzen sowohl mit Wein gekocht als auch roh mit einem 

der vorgenanntt?u Mittel. Ferner lindert er roh mit süssem Wein zu Saft 

verarbeitet und eingetröpfelt Ohrenschmerzen und mit Essig und Rosenöl 

ang«feachtet Kopfschmerzen. 

') Der alte (rriechitohe Aaitdrack fUr Karthn^. 

Die zuemt genannte Art ist .IMiVofu« er*tieujt L. (Papiliunaceae-Trifolieae), 
Xretiscber Stein- oder Stliiklee; die in Campanien wachsende ist MeUtotuß 
«nsjwfifirnu« L., T tal i eniBcb c r Steinklee. Sprengel zieht M. officinalit L. 
hirrhar; nach Fmas iet dieser aber in OriechenlaDd eo fiellen. und iwar nur in 
naxelncn itunpBgen Niederunj^en zu finden, <Ib«8 an ihn nicht gedacht werden kann. 

Du aromatim^h riechende Kraut mit den BlUthen von Melüotns oftic. wird 
noch beute in erwciobt^oden Cm^dilägea gebraucht. Den Oenicb verdankt die 
IManxe einem Uehalt an Meliloti&ore, es sind farblose, in Watinr I0«liche 
Pruttu-n 



Cup. 42 (49). [l£f.> Mif.0'). Maron. Das Maron oder Iso- 
bryon^) — Einige nennen es auch Origanis — ist eine bekannte Pflanze, 
in der BllUhe dem Dosten ähnlich ; aber die Blätter dieses sind viel 
weisser und die BlUthe ist wohlriechend. Es hat eine Kraft ähnlich wie 
die Wasserniinze, etwa« adstringirend nnd massig erwärmend. Darum 
hält e« als Umschlag fressende Geschwüre auf und wird auch erwärmenden 
Salben zugemischt. Es wächst bei Magnesia-) und am meisten bei 
Trallw»). 

Tr thenähnlicb, von tso{ ond ^p6ov. *) Stftdte (m der ffidweetlichrn 

]]. 

Pliniui XU III ifibt aU die Heininth -les Marum Aeffrpten und Lydien an. 

Ihu Manm dm D. i«t mit Sicherheit nicht bestimmt. Votx'T<ucrium Marum L. 

bat man «ehr bald abgegeben, nach äibthorp paut am (»eeteo da.t nur in Alien, 

beaooderB bei Smyraa (ondt Fraas auch .luT E-ibila) wailuiende Oritjnnunt »iptflrum L. 

E« oaicTKheidft sich von O. Dictamnua iluioh eirunde, ganx kahle, iieegrtlne Blitter 

und fa«t kugelige, ecditiUidigo Qbergehogeoe Aebrvn. 




Cap. 43 (611). llcpi Axivo'j. Äkinos. Der Akinos oder Akouo 
[Einige nennen ihn wildes Basilikum, die Kümer Ocimüstrum] ist ein*^ 
Krautpfiauze mit zarten Zweigen, zu Kränzen gebräucbllcb, dem Basilikum 
ähnlich, aber rauher und wohlriechend. Von Einigen wird er auch in 
den Gärten gezogen. Getrunken hemmt er den Durciifall und die Meo 
afcruation. AU Kataplasum heilt er Drüsen Verhärtungen an der Scba 
und unter den Achseln und roseartige Etitziludungen. 

77hymiiy At^inox 1<. (LahiaUe), Kleiner Thymian. OaailtcnthjiiUAn. 

Tbcophrast hat die Pflanze nicht. PHmuä XXI 174 sagt, sie werde in Aogyp 
fdl EroDE- und Spoisepflanze gezogen, sie sei ein Ba&ilicuni, wenn »ie nicht raulia_ 
B9&tter und Woblgemcb hätte. Sprengel zieht, weil Thyniua Acini>s \n g&m Kurof 
gemein und — wie er unrichtig meint — nicht wohlriechend sei, demi sie i»t seb 
ppwUrfthafL, Ocimum pilimum Willd. hierher. Stark aromatisch Ui die an den Vo^ 
alpen und Alpen vorkomuiende Art, sie wird als Aeinw alp'mu» Mönch Itezeichne 

lltymuii Acinon war Trüher als Herba Clicopodii aÜreatris vel Ocymi ailf 
Steinpolei, gebräuchlich. 

Cap. 44 (öl). Ilspl lJay.y4f>€wc. Bakcharis. Die Bakcharis" 
ist eine wohlriechende KranzpÜanze; ihre Blätter sind rauh und stehen 
an GrCase zwischen denen des Veilchens und der Königskerze. Der 
Stengel ist knotig, von der Grösse einer Elle, etwas rnuh mit Neben- 
zweigen. Die Blüthen sind purpurfarben , weisslich und wohlriecheod. 
Die Wurzeln sind ähnlich denen der schwarzen Nieswurz und haben einen 
zimratartigen Geruch. Sie liebt rauhen und trockenen Boden. Ihre Wunel, 
in Wasser gekocht, hilft bei Krämpfen, inneren Rupturen, bei Stun- 
rerletzungen, bei Engbrüstigkeit, chronischem Husten und Harnverhaltung^ 
Sie befördert die Meustruution und wird mit Nutzen den von giftige^ 
Thieren Gebissenen mit Wein gegeben. Eine der zarten Wurzeln (in 
Scheide) eingelegt zieht den Embryo heraus. Die Abkochung derselfc 
ist Wöchnerinnen als Sitzbad zuträglich; auch zu ParfÜmerien ist sie gn 
zu gebrauchen, da sie einen feinen Wohlgeruch hat. Die Blätter aio 
adstringirend und als Kataplasma bei Kopfschmerzen heilsam, bei Augen^ 
entzündungen, bei beginnendem Gaisauge, bei Entzündungen der Brtlät 
von der Geburt her und bei roseartigen Entzündungen, Schon der Ge- 
ruch aber ist schlafmachend. 

Theophrast kennt die Pfliuze nicht. Pliniub XXI 29 und 1H3 spricht 
wkr unklar aus; an einer Stelle hetast es, die Bocooris werde auch Bauern-N« 
(Valeriana Dioacoridis) genannt, dieses bedürfe aber insofern einer Berichtigruin 
als unter diesem Namen ein Kraut exiattre , welche« die Griechen Äsarou nenor 
auch heisae es Perpreaaa. An deraelben Stelle berichtet er, nur die Wunel d« 
Riiccari« sei wohlriechend. Raindolf (Itinerar. 11 12) fand um Libanon ein Ga 
phaUum, welcliee er fQr die Bakcharis de« D. hielt Die Bcsohreiliung de» P. wUrd 
ttchr gut ftlr ICchium nthntui passen , w>.>lclies aber gar keinen Gorueh hat: *u hl 
auch Fraus Gnaphaiium naHyuinetim L. (Cumpo^ltue), Blutrothe» Immerxcli^j 
hierher gesogen; die Bltttfaen riechen gerieben augen>^hm aromatiaok 



m. ^u<-h^ Cftp. 4s m). 



203 



CÄp, 45 (52). Ilspi n-rnrivou. Raute. Das Bergpegauon — 

fioige nennen es Bergruute, die Körner Ruta montaua, Andere Gartcn- 

pt!ga&on, die H4>mer Ruta borlensis. Das Berg- und aucb das wilde Peganon 

ift schärfer als das gebaute und das der Gärten und zur Speise nicbt ge- 

<!igt«t. Vom Gartenpeganon ist das aber zum Essen besser, welches bei 

deo Feif^enbäumen wächst^). Beide sind brennend, erwärmend, GeschwUre I 

iDAchend, hurn treibend 4 die Menstruation befördernd, gegessen sowobi wie 

getrunken stellen sie den Durchfall. Sie sind ein Gegenmittel gegen Gifte, | 

*eii!i rom Samen ein Essignäpfchen voll in Wein getrunken wird. Die 

^Uitier für sich allein und auch mit WallnUsseu und trockenen Feigen, 

vorher genommen, machen die tödtlichen Gifte unwirksam. In derselben 

"Veiae genommen sind sie ein gutes Mittel gegen Schlangenbisse. Ge- 

S^^«en und getrunken vernichtet das Peganon die Leibesfrucht. Hit 

^ockenem Dill gekocht und getrunken beruhigt es Leibschneiden, dann / 

*Mch wirkt es gegen Seiten- und Bruatschmerz, Äthemnoth, Husten, Bru.st- 

^'^lleotzUndungf Ischias- und Gelenkschmerzen und gegen periodische Frost- 

••flauer, wenn es, wne vorhin angegeben, getrunken wird, femer gegen f 

A^ufblähen des Magens, der Gebärmutter und des Kectums mit Oel ge- | 

*ocht als Injection. Gebärmutterkrämpfe besänftigt es, wenn es fein ge- 

*^eben mit Honig von der Scheide bis zum Alter aufgelegt wird. Mit 

Oel gekocht und getrunken wirft es den Bandwiu-m hinaus. Mit Honig 

^nrd es als Kataplasma bei Gelenk schmerzen angewandt, mit Feigen gegen 

^as unter dem Fleische gebildete Wasser; sowobi getrunken hilft es denen, 

Oei welchen sich Wasser uuter dem Fleische gebildet hat, als auch wenn 

^3 mit Wein hi» auf die Hälfte eingekocht und aufgestrichen wird. Roh 

^md eingesalzen genossen bewirkt es Schärfe des Gesichts, und mit Graupen 

im Kataplasma lindert es heftige Augenschmerzen. Mit Rosensalbe und 

dtsig hilft es bei Kopfschmerzen, und als Pulver eingeführt stillt es 

^aMnbluten. Die HodenentzQndungen heilt es mit Lorbeerblättern als 

Umschlag und Hautausschlag mit Myrten wachssalbe. Mit Wein, Pfeffer 

xind Natron aufgestrichen heilt es die weisse Ventiligo, und mit denselben 

3{itteln entfernt es im Umschlag Feigwarzen und gewöhnliche Warzen, 

Mit Honig und Alaun aufgestrichen bessert es Flechten. Der Saft, in 

der Gronatapfelschale erwärmt und eingetröpfelt ist ein wirksames Mittel 

bei Ohre nsch merzen, auch hilft er, mit Fenchelsaft und Honig eingerieben, 

bti Stumpfsichtigkeit. Mit Essig, Bleiweiss und Rosensalbe auf gestrichen, 

bmli er roseartige Entzündungen, kriechende GeschwUre und bösea 

Oriod. Den Geruch und die Schärfe von Lauch und Zwiebeln mildert 

dftR P«ganon. wenn es hinterher gekaut wird. Der übermässige Genuss 

des Bergpeganon ist tödtlich. Wird es um die Zeit der Blüthe zum Ein- 

aucbeu gesammelt, so röthet e» die Haut und erzeugt auf ihr Blasen 

mii .fncken und heftiger Entzündung; man muss das Gesicht und die 



Hände bestreicheu und es so ein stkui mein. Man sagt, dass der Saft, we 
die Ktikeu damit besprengt werden, die Katzen ftim hält; das in Make 
donien am Flusse Haliaknion wachsende soU die, die es essen, umbringen T 
die Gegend ist bergig und voll ron Ottern. Der Same desselben ge^ 
trunken ist ein wirksames Mittel gegen Eingeweideleiden, auch 
er mit Nut/.en den Gegengiften beigemischt. Rüste den Samen und gil 
ihn sieben Tage liindurch dem zu trinken, der den Harn nicht halt« 
kann, und ihm wird geholfen. Seine Wurzel wird Bergmoly genannt 
Das wilde Peganon weiter gleicht dem gebauten. Getrunken hilft as de 
an Epilepsie und Ischias Leidenden; es befördert die Katamenieu. iöAU 
aber den Embryo. Es ist schärfer und in der Wirkung kräftiger 
das gebaut«. Man darf aber das wilde nicht essen, weil es schSdJ 
lieh ist. 

') Tbeopbrtwt (De caus. pl. V 7. 10) sagt, die Raute wach« am be!rteii. 
sie in Feigen g^^t werde, der Same werde in Hi? Schale der Fuige geheftt^t on4 
so in die £rde gelegt. Er häU (Hi-^ pL YII ä. 1) die wilde der caUirirten Raab 
gleich, nur hat die entere kleinere Blätter und Steuj^el und ecU&rferen SaIL 
sagt (De sudor. b), der Genuss von Raute bewirke Qliel riechenden Schwei»«. 

D. unttTKlieidct drei Arten, das icTj-javov (mct* i5ox'*'i^) oiier st^toivov Spiivv 
e« ist ßutn pravfoUht L. (Rutaceae), Gemeine Raute; dann die wilde, welche 
im folgeoden Capitcl behandelt, und die zahme, cultivirte, ir-^Y°'^°'^ vrjiztwi*, yjl» 
ala Abart der ersten. Für daa in Makedonien wachsende Peganon wird ßuta mo 
ttutQ Glos., Bergraule, hierher gezogen, die Fraa« nur in Fhthiotis, und «ww 
&n Oehirgsbächen fund. 

Die Pflanze findet jetzt nur wenig Anwendung, als Volksulttel su Krftut 
kinen; sie enthält do^ Glukosid Rat in. 

Cap. 46 (53). lUpl llirfsivoo «Ypto'i. Wilde Kaute. Eil 
nennen wildes Peganon auch die in Kappadokien und im asiatischen 
Galatien als Moly Ijezeichnete Pflanze. Es i.st ein Strauch , welcher au 
einer Wurzel mehrere Zweige entwickelt, er hat Blätter Tiel grösser ut 
zarter als das andere Peganon und von durchdringendem Gerücht eii 
weisse BlUthe, an der Spitze kleine Köpfchen, grösser als beim gehauten 
Peganon. meist aus drei Theilen bestehend, in denen sich ein dreikantiger, 
hellgelblicher, sehr bitter schmeckender Same beKndet, ron dem aue 
Gebrauch gemacht wird. Im Spätherbst wird der Same reif und dienl 
mit Honig, Wein, Hühnergalle, Sufran und Fenchelsaft fein gerieh 
gegen Stumpfsichtigkeit. Einige nennen dasselbe auch Uarmala, die Svrie 
Besaea [die Aegypter Epnubu. die Afrikaner Churma], die Koppadokiu 
aber Moly, weil es im grossen Ganzen eine Aehnlichkeit mit dem 
zeigt, da es eine schwarze Wurzel und weisse BlUthe hat. Es wlcha 
hUgt-ligem und fruchtbarem Boden. 

PtfiaHvm llnnnaUt }.. fRiiUcc»e), ^y i I d p Ruute, Ha r m n I-Rau t**. 
Pflanse d« iDdliohan Europa und dw Orients, vonQglich auf San^ih^ilm. 



JII. Buch. Cap. AS (5.5). 



21>3 



Vuäie derüelbea riechen «tork und anangeDebm, schmeckten bamg-bitUr und eiwtM 
taKoii. In Arabien dient das Kraut als ümacbla^ bei geschwollenen FüMen iind 
^ Bimtn in der Türkei auch als Gewürz. Geröstet und mit iSchwefelsäure auf 
d|eae Weise bcbandelt geben aie daa bekannte feine Tfirbisch-Roth. 



C»p. 47 (54). ÜEpl M(üXuttc. Moly. Das Moly [Einige nennen 
cd vilde Levkoje] hat grasähnliche über den Boden gestreckte Blätter, 
>!«r Levkoje ähnliche milchfarbige BlUthen, kleiner aber als die dea Veil- 
ctiena, einen zarten, vier EUon hohen Stengel; an dessen Spitze befindet 
ach ein Gebilde wie beim Knoblauch. Die Wurzel iat klein, zwiebel* 
r''?. üie ist sehr gut gegen Verengung der Gebärmutter, wenn sie mit 
in^c^ilbe zerrieben und im Zäpfchen eingelegt wird. 

Tfaeophrost sagt (Hist^ p1. TX, 15» 7) vom Moly: «Es wächst bei Pheneos (Stadt 

ut iTkadienl und am KyUene (das höchste Gebirge im Peloponnes, auch eine Stadt 

IQ Du), ea soll dem ähnlich aeln, dessen Homer Erwähnung thut. hat eine nrnde 

*wj|()eiartige Wurzel und ein Blatt wie die Meerzwiebel , es dient gegen Gifte 0«d 

<iUtgiicl)e Betrügerfien." 

Die Identificimng des Molj bat eine reichhaltige Literatur hervorgerufen. 

KtiugQ wollen dasselbe für Veganum Harmala nehmen, mit Bezug auf die 8t«lle bei 

"M'pokrates, De dieta II 26: irrjfivev . . . uoil rtpi^ tä tpdpfiaKa tä ^Xa^api iö^i).ifi.ov, 

^^^* Peganon . . . wirksam gegen die rerderblichen Mittel. Andere haben es fQr 

-'"ÜHm ni^rymi L. oder als ein*^ eigen» Art fQr Allium Moly Boerh. gehalten, üb 

^Omer eine wirkliche Pflanze unter seincui Molv verstanden hat. oder ob es nicht 

*^^iaebt ein abstracter Begriff fQr Abwehrmittel, abgeleitet von fttu).ötD i;«t, \SLsat sich 

^ **4iwer ent«cheiden. Ffir letztere Ansicht sprechen die Verse Orid's (Metamorpb. 

H ^fV 2dl}, welche es geradezu auf die GOtter beziehen: 

H Pacifer buic fiorem Cyllenius dederat albnro, 

^^^^^^^ U0I5 vocnnt superi. nigra r&dice tenetur. 

^^^^^H (Weiaa verlieh ihm die BlQthe der Kriedensgott vom Cyllene, 

^^^^^^ Moly heissen's die Hohen, schwarz ist die haftende Würzet.) 

^^^ Fraai^ zieht Alifum magieum L. (Liliaceae) hierher, da die starke Wurzel und 

^&« QSbe stimmen, in der Votaussetzung, das» es weiss blOht. Die Angabe des 
"^ B^Uen it.5 m) hoben Stengels hat viele Autoren stutzig gemacht, sie haben des* 
^^^Vi sua nr^/.«(uy. KUen, na>.ai3tüv. Handbreite, vorgeschlagen. Praaa erzählt 
^- 291 Anm., ein Capitän Mc Adnm habe ihm au)- Kleinasien (Smym&s Umgegend) 
'^^« Zwiebel nebst 4 Fuss hohem Schaft ohne Bliithe mitgebracht, mit dem Zusätze, 
^* sei die« Homer's Moly. Der Knollen cei gepflanzt und gewacht^en, eine BlQthe 
^b« er noch nicht gesehen. 

■ Cap. 48 (55). Ilspl Udcvaxoc. Panakes. Das herakleiscbe 

»i '^ftnakcs, von dem d^ Opopanax gesammelt wird, wächst am meisten in 
^ö*tien und zu Psopbia in Arkadien, so dass es auch wegen des Gewinns 
*^ »einem Safte reichlich gebaut wird. Ka hat rauhe, grüne, denen der 
^«ige sehr ähnliche Wurzelblätter mit fOnftheiligem Rande, einen sehr 
'">l»*Jn Stengel wie Steckenkraut, mit weiss wolligem Ueberzug und kleineren 
°'*iUem, an dessen Spitze eine Dolde wie beim Dill luul gelbe Blütheu. 



296 



Die Arzneimittel] ehre dcc Diostniride«. 



Der Same ist wohlriechend und brennend; die Wurzeln gehen satilreich 
von einer Stelle aus. sind weiss, haben durchdringenden Genich und eine 
dicke, bitterlich sclimeckende Rinde. Es wächst auch sni Kyrene in 
Libyen und in Makedonien. Aus der Wurzel wird aber der Saft ge- 
wonnen, indem sie angeschnitten wird, wenn die Stengel eben zu keimen 
begonnen haben. Sie sondert einen weissen Saft ab, welcher einge- 
trocknet an der Oberfläche safranfarbig ist. Den ausfliessenden Saft 
fangen sie in Blättern auf, welche sie in einer Grube dee Erdbodens 
vorher darunter ausgebreitet haben, den eingetrockneten nehmen sie weg. 
Aber auch aus dem Stengel ziehen sie den Saft, indem sie denselben um 
die Zeit der Wbi/enerute anschneiden und den aus fli essen den Saft in 
gleicher Weise auffangen. Die besten Wui'zeln sind die glatten, weissen, 
trockenen, nicht angefressenen, die einen brennenden Geschmack haben 
und aromatisch sind. Der Same aus der Mitte rler F^anze ist gut <u 
gebrauchen, der von den Nebenzweigen ist weniger kräft>ig. Vom Satt 
hat der den Vorzug, welcher sehr bitter schmeckt, innen weiss bis gelb- 
lich, aussen safranfarbig, glatt, fett, leicht zerreiblich ist. schnell zergeht 
und einen durchdringenden Geruch hat. Der dunkle und weiche ist 
schlecht. Sie verfätschen ihn nämlich mit Ammoniakum oder Wachs. Er 
wird aber geprüft durch Reiben zwischen den Fingern in Wasser; der 
ächte zergeht und wird milchig. Er hat erwärmende, erweichende, ver- 
dQnnende Kraft, deshalb ist er ein gutes Mittel bei Wechselfiebem und 
Frostschauern, bei Krämpfen, inneren Rupturen, Seitenschmerzen, Husten, 
Leibschneiden, Harnzwang, BlasengeschwUren , wenn er mit Honigmetb 
oder Wein getrunken vnrii. Er befördert die Menstruation und tödtet 
den Embryo, vertreibt auch Aufblähen und Verhärtungen der Gebär- 
mutter, wenn er mit Wein verdünnt wird. Auch ist er eine Salbe bei 
Ischias. Femer wird er den kräftigenden Salben und den Arzneien ftlr 
den Kopf zugemischt. Er reisst Karbunkeln rings herum auf, ist auch 
mit Rosinen als Umschlag ein gutes Mittel bei Podagra. Weiter be- 
sänftigt er Zahnschmerzen, wenn er in den hohlen Zahn gesteckt wird, 
und bewirkt als Einreibung Schärfe der Augen. Mit Pecb gemischt 
bildet er die best« Salbe gegen den Bis» des tollen Hundes. Wird die 
fein geschabte Wurzel an die Gebärmutter gelegt, so treibt sie den 
Embryo aus. Von guter Wirkung ist sie bei alten Geschwüren und den 
vom Fleisch entblossten Stellen der Knochen, wenn sie fein gerieben auf- 
gestreut , auch mit Honig aufgestrichen wird. Der Same mit Wermuib 
genommen befördert die Katamenien, mit Osterluzei dient er gogett 
giftige Thiere und gegen Gebärmutterkrämpfe, wenn er mit Wein ge* 
trunken wird. 

Der Nftcoe Paanke», Allheilmittel vird xorackgefüfart auf Piuiaket». dto Toofal«T 
de« Afklepioi. 



I 



IIT. Bac^. Cftp. 51 (58). 



207 



F$rula OfM>pan€is S\tT. jUmbelliferae), BreiiblätierigeK SteckeDkrau t. 

"1 (1^*« in Griechenland heimi^sche Pitanze ula die !$ta.nimpfliin7.e de« OpopaniuE mi- 
NfcJieu Ut, wird vi«?Ifacli bt'xwe-ifelL Nacli Anderen «tanimt iH« Droge ron OpO' 
Chironinm Koch (Umbelliferne] ab. Bei Theophraat ttt ei jcdenfalli Panake? 
Cfctironion. Pna Gtnumibarz wird arzneilicfa wohl kaum noch anf^ewandt. 

Cap. 49 (56). Iltpl navsxo; "Äa'AXTjntoö. Asklepiscbes 
PiDukes. Das asklepische Panakes entwickelt von der Erde aus einen 

cn. pine Elle hohen, in Knoten abgetheilten Stengel, um welchen dem 
Tünchel ähnUcbe, aber grössere und rauhere, wohlriechende Blätter stehen. 
in der Spitze trägt er eine Dolde mit goldgelben, scharfen, wohlriechen- 

BlQthea. Die Wurzel ist klein und zart; BUthe und Samen haben 
«ine heilsame Wirkung bei Geschwüren, Geschwülsten und Krebs, wenn 
*i^ fein gerieben mit Honig aufgelegt werden, gegen Schlangenbiase« wenn 
ao mit Wein getrunken und mit Oel aufgestricheu werden. Einige 
■"•öBeo das Panakes auch wilden Dosten, Andere Eonila, worüber im 
Abschnitte vom Dosten gehandelt ist. 

Keitinophora t*nuifoliaL. (Uznbelliferae), Zartblätteri^ea Stacbelkraot 

Cap. 50 (57). Ilsf/i liävaxo; Xstf^uvEoo. Cbeironischea 

"*D»kcs. Das cheirouische Panakes wächst am meisten am Bei^ 

"^Üon. Es hat Blätter wie der Majoran, eine goldgelbe BlUthe, eine 

'^Jle und nicht tiefgehende Wurzel von scharfem Geschmack. Getrunken 

^^t die Wurzel ein Mittel gegen Scblangenbiss, das Kraut aber als Um- 

f*^lag wirkt ebenso. 

Theopbra<t jBtat pl. CC 11, 1) beschreibt dos Cheironion durcbaoK ander«; es 
^tt latUchlLhnlirhe BltLiier, aber grOsser und rauher, eine goldfarbene HlUthe and 
^'^age Wurrt'l; dabei bevr<r«agt e» feiton Boden. Hiernach i«t die Pflanze k^^^ ver- 
V^liwden liMtimmt worden. Die Einen halten sie für IltJinnthenntm vnlgnrt Pen.. 
Ajidere fitr tnuUi ITflmünu L., Sprengel, weil ihr Aroma zuge«prorhen wird, fQ.r 
^fp^rimm origanifal. Willd.; Fraas möchte am liebsten da« gleichfall« am Pelion 

Torkommcndo, iitark duftende Hifperteum alympieum hierher ziehen. 



Cap. 51 (58). IIcpl AtYUOTtxoö. Ligustikon. Das Ligustikon 
Einige nennen es Panakeia. auch Panakes] wächst am meisten in Li- 
nien, woher es auch den Namen hat, an dem Apennin genannten Qe- 
>irge; es ist dies ein den Aipen ähnliches Gebirge. Die dortigen Be- 
I >rohn*r nennen dasselbe nicht obne Grund Pauakes , da Wurzel und 
I Stengel dem herakleischen Panakes gleichen, auch die Kraft sich ähnlich 
«rweitt Eb wächst auf den höchsten, rauhesten und schattigen Gebirgs- 
*l«0»D, am liebsten an Quellen. Es bat einen zarten, dem Dill ähnlichen 
St«ngel und daran dem Steinklee ähnliche « aber zartere und 
irohlriecbende Blätter, nach der Spitze des Stengels y.u sind sie 



298 



wm 



Die ÄTZDeiiiiitt«llehre d«s Dimkurides. 



schmaler und mehr eingeschnitten. Au di^r Spitze tragt er eine Dolde, 
in welcher der dunkle« feste, längliche, fencbelähnliche, scharf schmeckende, 
aromatische Same sich befindet. Die Wurzel ist iveiss, ähnlich der des 
herakleischen Panakes und wolili'techend. Die Kraft des Samens und der 
Wurzel ist erwärmend, die Verdauung befürdemd, aucli dient sie gegen 
Leiden der Eingeweide, zur Verdauung, gegen Oedeme und Blähungen, 
besonders des Magens und gegen den Biss giftiger Thiere. Getrunken 
befördern sie den Harn und die Menstruation; die Wurzel als Zäpfclien 
eingelegt leistet dasselbe. Die Wurzel und der Same werden mit Xutzen 
den Arzneien zugomischt, welche schnell eindringen und verdauend 
mrken. Dieser ist dem Magen sehr zuträghch, deshalb gebrauchen ifan 
die Eingeborenen statt de$ Pfeffers, um ihn den Speisen 2:uKUsetzen. Er 
wird verfälscht mit einem gewissen durchaus ähnlichen Samen, welchen 
man durch den Geschmack heruus6ndet, denn er ist bitter. Einige rer- 
fälschen ihn auch, indem sie Fenchel oder Sesel zumischen. 

1), bat die Pflanze so m&ngelbaft beschrieben, da« ea schwer ist^ tie tu identi- 
ficLren. Sprengel zieht vornehmlich zwei Pflanzen hierher, n&mlich L*riMtiaim 
officiital« Koch, I.iebstSckei. nad iMttrpUium Stier {Cmbelliferae). Rofl«kammd. 
von denen das zweite nach Sibthorp, welcher dasselbe auf Kaböa fand, am bestes 
pasit. Die Wurzel ist walzi^-rOhrenarti^^. aussen Lellbrttonlich, innen weiss, der 
ätengel aofr^echt bis l'.i m hoch, eeegrün bereift, nach oben ästig, die fieder- 
achnittigen Blätter sind manoigfach geformt, die Dolden halbkugelig, 30— SOstrahli^. 
Htlllbl&Utir 10—15. lineal-lunzettlicb, sehr fein zugespitzt, abätehend-surOckgeechlageii. 
Die Blüthen weiss, FrDchtc fast lineaMikuglich , braun. Auf sonaigeu Kalkbergea 
und Voralpeo SQddeatschlands. 

Die Frucht« waren frQher als Sem. Sileris montani vet Seaeleos gebritochlick. 



Cap. 52 (59). Hipi iTa^-jXivou. Möhre. Der wilde Staphy- 
linos [Einige nennen ihn Keraskome, die Röiuer Garota, auch Pastinaca. 
die Aegypter Babibyru, die Afrikaner Sicba] hat dem Oingidion üha- 
liehe Blätter, aber breiter und etwas bitter, einen aufrechten, rauhen 
Stengel, dieser trägt eine Dolde wie der Dill, an der weisse BlQtheii, in 
der Mitte aber ein purpurfarbenes, pilzähnUches [und gleichsam safran- 
farbiges] Gebilde ^) sich befinden. Die Wurzel ist fingerdick, »ine Spanne^ 
lang, wohlriechend, gekocht wird sie gegessen. Der Same desäelben ge- 
trunken oder im Zäpfchen eingelegt befördert die Menstruation; er is»"- 
im Trank auch ein gutes Mittel gegen Harnverhaltung, Wnasersucb' 
Brustfellentzündung sowie gegen die Bisse und Stiche giftiger Tbi«re 
man sagt nämhch, dass diejenigen, welche ihn vorher nehmen, voa gi'* ' 
Thieren nicht angegriffen werden. Ferner befördert er die Empßn- 
Die Wurzel aber, welche selbst hamtreibeud ist, reizt sowohl xutu B» 
schlaf, als auch wirft sie, im Zapfchf'n ' " ', den Erabrro hüi» 
Die fein gestossenen Blätt'^T mit Ht.niL/ . jr-n, r.-in'iir'" Wtbii 



nr. Bueb Cap. 54 {61). 



299 



GeferhTUre. Der gebaute Staphylinos ist besser zum Essen und leistet 
[wdi d&welbe, ist aber Ton geringerer Wirkung. 

') lo der Mitte der Dolde befindet sich gevdhnlicb eine grosse, schvan- 
'^^Bparrotbe BlQtbe. 

Daucwf Carcia L. vax.tilvatrh (UtnbeUifer&e), Gemeine MOhre. Früher war 
^ Sim« and der Saft der Wurzel, Succui Dauci, ofßcineU, letzterer wird noch hie 
^ ilu ^timucht. Die Wurzel ist ein gesundes Gemäße. 

Cap. 53 (60). n^pl Is^sXsd); ]tasi39>.fiü>r!X0Ö. Jllassilieu- 
»ischesSeseli. Das rana-HÜiensische Seseli [Einige nennen es Sphagnonl 
^t Blätter wie der Fenchel, aber dicker, und einen kräftigeren Stengel: 
^''Ber hat es eine Dolde wie der Dill^ in der ein läuglichert kantiger, 
' ^feiin er rasch gegessen wird, scharfer Same sitzt. Die Wurzel ist lang, 
'^wohlriechend. Wurzel und Same haben erwärmende Kraft. Getrunken 
("«ilen sie Harnzwang und Orthopnoe. Sie helfen bei Gebarm utterkrämpfcn 
^^d Epilepsie, treiben die Katanienleu und den Embrj-o aus, wirken gegen 
.^1« innerlichen Leiden und hesst-ra chronischen Husten. Der Same mit 
•^ein getrunken befördert die Verdauung und hebt Leibschneiden. Er- 
pölgreich wirkt er bei Wechselfieber und gegen Frost auf Rei.sen wird 
mit Pfeffer und Wein getrunken. Er wird auch den Ziegen und dem 
»rigen Vieh als Trank gegeben zur Beschleunigung der Geburt. 

Valerini Cordos nennt dieses Se«eli Ltuerpitium Stier. Nach Sprengel, 
1 Fraai mstinunt, ist es .SVik/i tortuontm L. (CmbelUferae), Gewundener Sesel. 
rk«i« PSaum Albanien* und Piemonta. Die Wurzel tat mdbr^nartig, schoiifig, dick. 
k«.2iaen schmutzig-gelb, innen weiu, der Stengel uufrecbt, bis fast 1 m hoch, sehr 
k^ul, rillig, gedreht, mit kurzen GelenkBtackchen und wie die ganze Pflanze weias- 
^«^fa-McgrOn. Die BIäU*r sind 7ah1reich, die unteren gehäuft, zwei- bi» dreifach ge- 
^^sdert, die Blatt^tivlt; mit dem eclteidif;en. weiss gerandeten Theile den Stengel um- 
^^s^itnd. Die oberen Stengelblätter »iad viel kleiner, sitzeo auf den Scheiden. Die 
^*«iden sind blatlgetjen* oder gipfelrtändig, die Doldeben klein, Blttthen weiss, die 
^AUhl&tter Uneal, ran^lh&utig , die Früchte lILnglioh-oval, graugrün. Auf sonnigen 
»en. 

Cap. 54 (Gl). Ilcpl IsgiXitu; ait^to-t,7.oO. Äethiopisches 

^ftseli. Das als atbiopischeä bezeichnet« Seseli [die Äegypter nennen 

*59 KyoDOs phrike] hat epheuäKuüche Blätter, aber kleiner und auch lüng- 

^^ dem Geissblatt ähnelnd. Es ist ein grosser Strauch mit zwei Ellen 

«ttigen rankenartigen Aesten, an denen eine Spanne lange Zweige sitzen 

■■il Köpfchen wie beim DiU. Der Same ist fest wie Weizen, schwarz, 

wtttr, scb&rfer aber und wolilriechender als beim massiliensischen, sehr 

•Hgwifthm. Es hat dieselben Wiikungen. 

linjAeurum fruticoitum L. (Umbelliferae) . Stranch&rtiges Hasenohr, ein 
'^&*(t4«r, llsliger, mannshoher Strauch des südlichen Esropa mit sitzenden, lede- 
'^ un netiaderi^'en Blättern, Tielstrahligen Dolden, anglichen, kurzen HaUblättem. 



■"'«it- 



30O 



Die Arzneimittellehre de« Dioskuride». 



geecb&rften, ein sehr feines Striemchen bedfckesdcn Fnchtriefen und ciastriemig 
Tbälchen. 

Gap. 55 (62). Flepl SsaeXsuc ~iXo~ovyii]a£axoö. Pelopoix- 
nesisches Seseli. Das im Petoponnes i\'nchsencle Seseli bat Bl&U« 
ähnlich denen des Schierlings, aber breiter und dicker, einen grössero^ 
Stengel als das massiliensischef etwa wie Steckenkraut, mit einer breite i 
Dolde an der Spitze; darin sitzt der ziemlich breite, wohlriediende iii 
sehr fleischige Same, Es hat aber dieselbe Eruft und wächst an raube ti. 
feuchten und hügeligen Stellen. Auch am Ida kommt es vor. 



a »» 1^ 



Kb i«t das oaüMov dea Thcoptiraet (Hiüt. pl. IX 15, 8) mit schw&rxer Wur 

Lopkotnema aureu Grieiteb. (ümbelliferael, Goldgelber BiLrenVlaa. 

Eb kann aber aach recht gut Myrrhi» odoratu Scop. (UmHelliferae), dpa 
«eher Aniskerbel, sein. Die Wiimei i^t dick. ilÄtig, vielköpfig, der Stengel ^o^f- 
recht, bis facti m hoch, röbrig, gerillt, weichhaarig-zottig. Die HauptabschnitTe d ^r 
Bl&tter sind eilanzettliob , am Grande fiedcrgchiuttig, nach oben fiedenpoltig, tM^^Mt 
kleineren Abschnitte iQjiglich-lnnzettlich . stäche lepitzig'getögt. Die Dolden sic^ 'I 
schwach gewdlbt, ungleichstmhli;^'. nur di*^ RandblQtben der DSidohen fruchtbji — i 
alle anderen männUch. Dia Httllblrittcben bautrandig, die ziemlich lai^ea Fr^chi 
nach oben verschmälert, glänzend braun. An feuchten Stellen auf WoldwioKn £' 
8ttdeuropa. Die Vtlanze riecht uDgenehm animrtig. 

Koste letzky mOchte AngfUea sHetgtris L. (Dmbelliferae), Wald-Aageliki 
hierher sieben. 



Cap. 56 (ü3). llepi TopSoXtot). Tordylion. Das Tordylion - 

Kinige nennen es kretisches Seseli — wachst am Ämanos in Kilikiefl 
Es ist ein strauc bärtiges Pflänzchen und hat einen runden, doppelte 
schildförmigen, etwas scharfen, aromatischen Samen. Es wird gegen 
Harnverhaltung und zur Beförderung der Menstruatiou getrunken. Der 
Saft des noch frischen Stengels und Samens macht, wenn er zu 3 Obolen 
mit süssem Wein zehn Tage hindurch getrunken wird. Nierenleidende 
gesund. Auch die Wurzel ist wirksam; sie reinigt mit Uouig als Leck- 
mitt^l die Brust. [Es hat aber viele lauchgrüne « qutttengelbe« purpur- 
farbene Zweige und an der Spitze ähnliche (Dolden) '}, welche innen rond« 
BlOthen wie Samen haben.] 

') Hier scheint tswkiixt ergänzt werden zu mAssen. Dieser letzte Sats iit 
offenbar eingeschoben, denn to würde D. nie eine Pflanze bescbriebeD haben. 

Pltnins XX 2^ nennt das Tordylium den Samen von Seseli. 

Die Beschreibung passt sehr gut auf Tonl^Uum officinaJe L, (CmbeDiferae), 0«^ 
br&acblicherZirmet. Es ist eine einjährige Fdanze dea Orient« and tftdUcbea 
Europa, deren Früchte in früherer Zeit als Semina Tordylü vel Se«eIeOf crelicä b«i 
Nieren- und Bloscnleidtm und nntcrdrüokter Menstruation gebmocht wM^'Vn 



Cap. 57 (64). llspl liaiavo;. Siaon, 
vorkommender Same, dem SeUoriesftmen ** 



Sison ist •>'« •» S» 



dfite 



Mii M mii M mii M mii M mii M mii M mii M mB ^ 



Ur. Bach. Ctip. 58 (65). 



301 



tmä brennend. Er wird gegen Milzkrankbeit, Harnverliallutig und ZurUck* 
blfiben der Katamtiateu getrunken. Die Eingeborenen gebrauchen ibu 
il« Wdrze, indem sie ihn zu Gurken, die mit Essig gekocht sind, ver- 
'Eoden. An der Spitze hat (die Pflanze) eine Art zahlreicher Körner. 

D. (Itjiitet nur im letzten Satz auf die Pflanze hin, welche er nicht, Vschtvil^t, 
^ entweder wlbät nidit kennt oder aU ganz ullgenmin bekannt betrachlet. Su- 
volil Plinius aU auch Galen führen iie nur au. Die s^ätmittel altert ichen Schrift- 
^ll«r liaben iie auf die Tersuhiedeudleo Pfiauzen» besonders auf I'eiroaeiinum maee- 
^9i(itm und jipium naxatitg und tiujrum bezogen. Bauhin beschreibt sie aU 
h^Wmum offxrinoU: Sie hat eiueii ellenhohen und höheren Bchlanken, runden, nuir- 
^^■tt Stent^I mit langen, fiederapaltigeu Blättern, Die ßlättcheii sind länglich, 
*ttrt, gekerbt, oft fein gelappt. Die ßlQtbendoIde ist weisa, die Früchte aind klein, 
l^rniDD. gestreift, etwas scharf aromatiach. Die Wunset ist lang, mit vielen Nebeu- 
ttneb. 

Sibthorp und Sprenget, denen Fraat steh imachlteut, sind für Sf^oA 
■^«•Miym L. iCmbelliferac). Gewürzhaftet Si»OD, welches Sibthorp in Klein- 
*•»«« fand. Die in Südeuropa und Frankreich wauhficnde zweijährige Pflanze lieferte 
■»• früher officinelle Semen Amom^i, die balsamisch gewürzhaften Früchte. Die 
*^tirt«l ist möhi-enartig, wein, der Stengel bia fast 1 m hoch, aufrecht, markig, fein 
f*= rillt, «ehr ästig. Die Wurzelbläiter «nd mit 7—9 stumpf gesägten Abschnitten, 
**rrn Z&hne in feine Stacheln endigen, ebenso die Abschnitte der Stengelblätter. 
'*><Ti lappig eingeschnitten. f*st fied«:-räpaltig, die obersten viel klcirnT; die Dolden 
'nil whr zahlreich, mit 4—6 ungleichen StrahK>n luid 2—3 lineal pfriemlichen Hült- 
>l3ittch«o. die Döldchen Sblathig, die BlQthen knrs gestielt', weissUch, die Früchte 
'ixand, aehwantbraun, mit rothen Striemen. 

Cap. 58 ((J5). Ilspt 'Av£aot>. Anis. Das AnUon [Einige nennen 

■■ach Sion, die Römer Anisum] hat im Ganzen eine erwärmende, aus- 
Bknende, das Athmen erleichternde, schmerzstillende, vertheilende, harn- 
-reibende, die Säfte verdQnuende und, bei Wassersucht getrunken, durst- 
Sfitillende Kraft. Es ist auch ein gutes Mittel gegen den Biss giftiger 
1'hiere und gegen Blähungen. Es stellt den Durchfall und den weissen 
^lujfs, beftirdert die Milchabsonderung und reizt zum Beischlaf. Der 
durch die Käse aufgesogene Kauch des angezündeten Anisou lindert 
Kop&chmerzen , fein gerieben und mit Rosenöl eingetröpfelt heilt es 
Rtttten in den Ohren. Das beste aber ist das frische, volle, nicht 
kiümlige, stark duftende. Vorzuziehen ist das kretische, dann kommt 
das Sgyptiscfae. 

DiH D. hier nur von den Früchten redet, geht aus dem vortetiten Satze 
benxr. 

PimpimfUa Ani»um L. (Umbetlif>'rae), Anis, Ilibvrnt<llanis. 
Die Pdanze wSchnt in Acgypten und GriechenUnd wild, l^hagorus rechnete 
IM m«r diu gvsondp^ten Gern üsepfla uzen. Bei uns wird üe als GewOrx- und Arznei* 
" ' '■:. Diu Wirkung beruht auf dem Geholt der Früchte an Hthtrischem 

l bf-ttpfat zum grOost*;» Tbeil aus Auethol in weisen Btattchvn oder 

■■Ijtepai» mlth« bei 21—22" ecUmehen, und ans einem G>>mische von flQnigem 



Aoetbol Diit einen] Terpen. I>it«ea eovobl ale auch dio Frflebte selbct fiiid«ii 
btlnfig yenTändau({ aU Stoinachica, StiniDlaotia. Canuinatira and al« GescbmAckr 
corrigentieD. 

Cap. 59 (66), llspt KApou. Kümmel. Der Karos ist ein bi 
kannter kleiner Same, er ist harntreibend, erwärmend, gut für den Mnff' 
und angenehm für den Mund, er befordert die Verdauung und wird au 
vortheilhaft den Gegenmitteln und den Arzneien zugesetzt, welche acliui 
wirken sollen. Er steht dem Anis gleich. Die gekochte Wurzel wird 
gessen wie die Möhre. 

Canim Carvi L. (Umbelliferae), Kümmel. Audi hier fehlt die Be«ohreibtui| 
der Pfi&nze, welche der griechiscbea Flora fremd, dagegen in den b^lheren üegendi 
Norditaliens häufig ist. 

Der Kümmel wird w^en der FrQchte und des in ihnen enthaltenen äthenKbe» 
OelcR ^'tibaui. Lotztoret beitebt nu« Carvol und Ltmonen. Wirkung nnge 
wie beim Ania. 






Cap. 00 (07). llspi 'Av7)do(). Dill. Das Speiseanethon [Eiui) 
nennen es Polgidas, Andere Aniketon, die Propheten Same des Hund^ 
äffen ^), ebenso Haare des Hundsufifen, auch Same des Merkur*), 
Ägypter Aracbu, diu Römer Anethum, die Afrikaner Sikkiria, die Dukie 
Polpum]; die Abkochung der trockenen Dolde und der Frucht befürde« 
aU Trank die Milchabsonderung, lindert Leibschneiden und Blähungen, 
reinigt den Bauch und stillt leichtes Erbrechen, treibt den Harn und be- 
ruhigt den Schlucken, bei anhaltendem Genuas aber schwächt sie da 
Gesicht und unterdrückt die Zeugungskraft. Von Nutzen ist seine Ab 
kochung als Sitzbad für hysterische Frauen. Der gebrannte Same 
Umtichlag vertreibt Geschwülste (Kondylome) am After. 

*] Der Hundsaffe war da» Symbol dee ägyptischen Aerztegottc«* ") 7i>* 
'RpyAä, in Uebereinstimmung mit Dambergit (Pharm. Post 1899, 22); v. 0«f*l| 
Qbenet&t fivoc mit Penii. 

Anethum grapfolfn« L. (Umbelliferao), Dil). Die Früchte sind aus dem Anatf 
schätze wobi ganz ventchwimden; im Haushalte dagegen wii-d dit^ ganre Prucbtdold 
wegen deä gewarzbaflcn. kummel artigen Gcvcbmackes beim Eiuiuacben der Fr^ 
besonders der Gurken verwandt 

Cap. 61 (08). lUpl Ku^Cvoo Y^pLspoo. Mutterkümmel. Da.i 
gebaute Kyminon ist angtnehm für den Mund, und zwar besonders dai 
äthiopische, welches Hippokrates das königliche nennt, an zweiter Stellt' 
kommt das ägyptische, dann das tlbrige. Es wächst im asiatischen Ga- 
latien, in Kilikien und zu Tarent und an vielen anderen Ort«n. E< 
erwärmend, adstnngirend, austrocknend und ein gutes Mittel gegen Litll 
schneiden und Blähungen, wenn es gekocht mit Gel als Klysüer 
mit rohem Gerstenschrot als Umschlag gebraucht wird, £» wird 
Eraigwasser auch denen gegeben, die an Orthopnoe leiden und mit W# 



a«Q, die von giftigtiii Tliieren gebissen sind. Mit Rositieu und Schrot 
HolsüDfrUcbten oder Waehssalbe aufgelegt hilft es hei liodonanschwel- 
iQßgcD. Mit Essig fein zerrieben und eingelegt heninit es den Fluss der 
Fraaea und Nasenbluten. Im Trank und als Salbe bewirkt es eine bleiche 
Hautfarbe. 

OtmittutH CjftniHuoi L. (ümbelliferae), Mutterkümmel, R&miecherKnmmeL 
Btt Hippoirrate« beiaat ea Atbiopi&cheä Kyiuinon, nur an einer Stelle (De tnmor. 4) 

Dj** Hexiuath des MattfrkümmeU ist Aegypten und Äerhiopien, cultivirt wird 
'heil Europa. Die Frtichte entbalten ein ätherisches Oel, welches 
- iOM Cjmen und Cnminol (Cumin-Aldehjd) besteht, sie sind heute noch 
täh hj« und da beliebtet Volkemittel. 



Cap. 02(69). Iltpl Ku|itvoi> «Yptou. Wilder Mntterkümrael. Dos 

*i](le Kyminon [die Hömer nennen es Cuminum agreat« oder silvaticum] 

^dut am meisten in Lykien, im asiatischen Galatien und zu Karthago in 

Spanien. £& ist ein kleiner Strauch, welcher einen eine Spanne langen 

*'^rt«n Stengel hat mit vier bis fünf kleinen zarten» nach Art der Ein- 

bei Gingidion gleichsam geschlitzten Blättern. An der Spitze 

er ftlnf bis sechs runde, weiche Köpfchen, darin eine spreuartige 

"rucht, welche schärfer schmeckt als die des gebauten. Es wächst an 

"•Ogaligen Ortun. Der Same wird mit Wasser gegen Leibschneiden und 

*^l&hungeu getrunken; mit Essig stillt er den Schlucken, gegen den Biss 

^ftiger Tbiere und gegen Schlaffheit d«ä Magens wird er mit Wein ge- 

^k^mken. Mit Honig und Hosinen gekaut ^) und aufgelegt entfernt er 

^ugillationen unter den Augen; mit demselben Umschlage heilt er auch 

HodcnaDgchwellungen. 

£U gibt noch eine andere Art wildes Eyminon, dem gehauten ähu- 
Ucb. Aus jeder BlQtbe entwickelt es in die Höhe gerichtete Hörnchen, 
iu denen ein dem Schwar/kUminel ähnlicher Same sich befindet. Diewr 
iit getrunken das beste Mittel gegen Schlangenbisse. Er hilft auch 
ddneo, die an Harnzwang und am Stein leiden und die BlutklUmp- 
eben bnmea. Sie mögen aber eine Abkochung von Selleriesaroen nach- 
tnnk«D. 

') B«i den alten Juden war die ^wohnliche Art des Katapluma ein vun 
Feilten oder Getreide gekauter Brei (rgl. I Cap. 52). 

0. hut zw«i Arten de« wilden MutttirkOmraela. Ple erste wird von Sprengel 
■i4 Praat fOr J^^oecia cxaninoitie* L. (Umbeltifenie). Hasenkilinmel. gehalten, ditt 
m <>Herhualand sehr hiiufig i-t: die andere Art spricht Sprengel nach dorn Vor- 
putge von VaL Contus ali Ki^tlla arvcnsis an. Ktaas dagegen zieht yigetla 
mrhtata L. (^nancoUceae). (jegrannter SchwarzkQninel, hierher, auf den doa 
wnig» Tun D. darüber Ui-aagte am besten luust. Die HOmchen in der BlQtfae nnd 
ti* fVitchk. welche aui fünf Bnigkapseln besteht, die, bis tur Mitte verwachsen, auf- 
rtUit «tdicn und wie UJtmcJicD gegen einendtr gebogen find. 



304 



Die Arzneimittel lebre de« Dtoaknridea. 



Cup. G3(70). Ilspl "A [i|j;'-'vi, Ammi. Das Ammi [bei den Römer 
Ammi alexundriuutu], Kintge nennen aucb dieses das äthiopisclie oder 
königliche Kyminon; Andere haben behauptet, das äthiopische Kjm^ 
«ei von ganz anderer Art als das Ammi. Es ist aber ein bekani 
kleiner Same, viel kleiner als MutterkUmmel, im Geschmack dem Dg 
älmticb; wähle aber das reine und nicht krümlige aus. Auch diese« 
erwärmende, brennende und austrocknende KraH, ist mit Wein getrunk^ 
wirksam gegen Leibschneiden, Hamrerhaltung und gegen die Biss 
giftiger Thiere. Ks befördert die Menstruation. Femer wird es de 
aua Kanthariden bereiteten Hautreizmitteln zugesetzt, um der dara« 
entstehenden Hamrerhaltung entgegenzuwirken. Mit Honig aU Kat^ 
plasnia vertreibt es Sugillationen unter den Augen. Ah Truik wie 
der Einreibung bewirkt es eine bleiche Haut^be. Endlich reinigt 
mit Rosinen oder Pech in der Käuchemng die Gebärmutter. 

SpreDK^l Dennt die bier nicht beecbriebene Pflaiue mit Berufung auf Li| 
^fMiHt eopticum ; Tun F r a a s wird Ammi Viäiat/a Lata. lUmbelUferae) , Bai 
Ammi, hierher gezogen. Ammi eopticum auf Kandia und in Aegyptea lieferte | 
alter Zeit die gewürzigen Frucht« Sem. Ammeos cretici «ive veri. 

£s wird der Pflanze ein brechenerregendea und die Hentthäti|;keit be 
setxendes Olukosid, Keltio, and ein Aikaloid, VisnagiDp xugeschriebea. 

Cup. ü4 (71). IIsp'. KopEou. Koriander. Das Korion Ol 
Korianon [bei den Aegyptera Oehion, bei den Afrikanern GoTd] ist b 
kanut; es hat kilhlende Kraft, daher heilt es im Kataplasma mit Br 
oder Geratenschrot roseartige Entzündungen und kriechende öeschwOi 
Mit Honig und Kosiiiea hilft es bei Epinyktiden, UodenenizÜadungen ix\ 
Karbunkeln; mit Schrot von Hülsenfrüchten zertheilt es Drüsen und O 
schwülste. Vom Samen eine Kleinigkeit mit süssem Wein getrunk 
treibt den Bandwurm aus und befördert die Sameubilduug. Zu viel g 
nommen greift es den Verstand gefäiirlich an; deshalb muss man si 
vor einem Uebermaass und einem fortgesetzten Gehrauche hOten. I' 
Saft mit Bleiweisa oder Bleiglätte und Essig und ßosenöl als Salbe ^ 
ein gutes Mittel gegen brennende Entzündungen auf der Haut. 

CorianäruiH aatirum L. (Dmbelliferae). Koriander 

Der Koriander gehört zu den ältesten Gewürzen und ist so bekannt. da«3 
die Pflanze nicht beschreibt. Kr fand euhün in der aUägj-ptischun Medicio ^ ' 
Wendung. Monea (II 16, 81 und IV 11, 7) rergleicht da« Manna mit Korinnderujx»* 
Sein spontanes Vorkommen ist nicht nachzuweisen; gebaut ala Artnei- und Küct*" 
pflanze wird er vielfach, jedoch nur wegen der Früchte. Der eigenthfLmliohe, wanS" 
urtige (KÄpc{, Wanze) Gerach mag ihn im Alterlbume wohl in den Verdacht ^ 
ScbftdUchkeit gebracht haben. Die reifen Früchte li(>fem bei der DeatiUatija * 
angenehm riechendes Oel von der Zutammeosetinng Ci(,Bi;OH. 

Cap, 65 (72). lUpl Ucpoxio'j tc-i [i.e74äou. Grosaes Hie*" 
kioD. Das grosse Hierakion [Einige nennen es Sonchites, die RiX*^ 



■ Jl:.. , '^wwii. -JM». 




III. Butjh. Cap. 68 (751. 



30?» 



i4iD)mcft, die Afrikaner Sithileas] treibt «inen rauhen, rötUlicherif stacbe- 

etwas lioiiUn Stengel, es hat Blätter, welche entfernt*) schwach 

'«Bgfischnitten sind und einen distelähaUchen Rand haben- Die gelben 

fllQthen sitzen in länglichen Köpfchen. Es hat kühlende, massig ad- 

stringirende Kraft, darum ist es als Kataplasma ein gutes Mittel bei er- 

Ütztem Magen und bei Entzündungen. Der Saft im SchlUrfb-ank berahigt 

JTagenstiche. Das Kraut mit der Wurzel hilft als Umschlag gegen 

Skorpionstiche. 

Den Namen Uierakion leit«t PHniiu XX 60 davon her, dan der Uabicbt 
|f^pa(, Hierax), wenn er nicht ^ui sehen kann, die Pflanze aufschlitzt und mit dem 
die Angen benetzt. 

Tragopogon yicroida h. (Composttae) , Habicbtskraat, Bitterkraut- 
■tigcr Boekabart. In Griechenland und Italien wUd Torkommend. 

Cap. 06 (7U). Flepi 'Upaxtou toO (ttxpoö. Kleines Hierakion. 

kleine Uierakion. Kinigc nennen auch dieses Sonchites [die Römer 
liatrbus agrestia, die Afrikaner Sithilesade], auch dieses hat entfernt ein- 
S^^hnitteue Blätter; es treibt aber rauhere und grüne Stengelchen, au 
'^«Icheu gelbe BlUthen, kreisförmig geordnet, sitzen. Es bat dieselbe Kraft 

das Torhergehende. 

Scorxonera resedifolia {CompontAtt) ^ Gefiedertblätterige Schwarz- 
vrzel. eine in Griechenland an Wegen häufige Pflanze. Nach Sibthorp Seor- 
»ii rfcmgata Willd. 




Cap. 67 (74), Ilepl XsXtvou. Gartensellerie. Gartenselinon. 
X>ts Kraut hat dieselbe Wirkung wie der Koriander; es ist auch ein 
Siites Mittel gegen AugeuentzGudungen im Umschlag mit Brod oder dem 
Conen Mehle der Graupen. Es besänftigt auch den erhitzten Magen, 
«Tweicht Verhärtungen in den Brüsten, gekocht und roh genossen treibt 
e* den Urin. Die Abkochung davon wie auch von der Wurzel wirkt 
tölUichen Mitteln entgegen, indem es Brechen erregt, und hält den 
l^urehfall auf. Der Same ist aber stärker harntreibend, er hilft denen, 
die Ton giftigen Thieren gebissen sind und die Bleiglätto genossen haben, 
ferner vertreibt er auch Blähungen. Er wird auch mit Nutzen den 
'^"HTzstillenden Mitteln, denen gegen den Biss giftiger Tbiere und deu 
• nmitteln zugesetzt. 

Apium gravroUns L. (UmbcUiforae), Gebaute Sellerie. Die wilde Sellerie 

wtlfr aod ungenienbar. Bei den Keugriecben ist Sellerie eine Glückjjj)flan7e. 

wini nebst Knoblauob und Zwiebel im Zimmer aul'Kebängt, den kleinen Kindern 

Taliiman umgebunden u.E. w. Sie enthält ein ätlierüches Oei. Bai Sprenge) 

"^ *** Jpium Petrosfltnum L., Petersilie. 

Cap. 68 (75). Ilspi 'EXs:or38>avj'j. Sellerie. Das Eleioselinon 
fßtüige nennen es Feld-, Andere wilde Wassersellerie, die Römer Bauern- 
-^'rflid«», Aizn^tmlttellelure itei OIoskuidM. '20 



Bellerie] wächst in feuchten Gegenden und ist grCsser als die gebau 
äelleiie. £a bat dieselbt; Wirkung wie die Oartcnsellerie. 

Jpium grartoteng L-, Sellerie. Den Naiuen hat die Pflanze vom SUiodor 
({Xsio;, suinpGg, und 3t).tvov}. 

Cap. G9 (76). IIsp: 'Üf.800sXtvoo. OreoBcHnon. Dos Oreo 
selinon [Einige nennen es wilde Petersilie, die Römer Apium, die Aegypt 
Anonis] hat einen einzigen, eine Spanne langen Stengel aus einer dünne 
Wurzol, mit kleinen Zweigen rings herum und Köpfchen wie beim Schier- ' 
ling, jedoch bedeutend dünner. In diesen befindet sieb der längliche, 
scharfe, zarte, wohlriechende, dem MutterkUmmol ühnhcho Same, 
wächst au felsigen und gebirgigen Stellen. Der Same und die Würze 
haben, in Wein getrunken, harntreibende Kraft. Sie befördern auch die^ 
Menstruation und werden femer den Gegenmitteln, sowie den harn- 
treibenden und erwärmenden Arzneien zugesetzt. Die aber sollen sid^f 
nicht täuschen lassen, welche glauben« das Oreoselinon sei das an Feben 
wachsende; denn das andere ist das Petrosetinon. 

Auch hier verdtinkt die Pflanze ihren Namen dem Standorte (3poc, Berg, und 
oiXtvov). 

C. Gesner gibt sie fSr Athamantha Libanotis L., S^tlt LibanMü Koch, auf 
■ounigen Bergwiesen and Kalkfelscn ans, und ihm liimmt Sprengel ed, Fraai 
zieht aber S'esfU aHtiuum L., Borgsilge, hierher; er fand dasselbe hHuflg auf 
Bergen zwiscben FeUeo Iiei .500—800 m Höhe. 



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Cap. 70(77). Ilepl l!etpoas/.ivo'j. Petroselinon. Das Selinoq, 
nämlich das Petroselinon; es wächst in Makedonien an steilen Stelle 
Es hat einen Samen wie Ammi, aber wohlriechender, scharf und aroma- 
tisch, welcher den Harn und die Menstruation befördert; er ist aber im 
Trank genommen auch ein gutes Mittel gegen Aufblähen des Magens und 
Kolons und gegen Leibschneiden, ebenso g^en Seiten-, Nieren- und 
Blasenschmerzen. Auch wird er den harntreibenden Mitteln zugesetzt. | 



J 



Der Feläen- oder Steineppich (von nsTpa, Fels, und ^aiXivov). Sprengel über- 
setzt Athamantha mactdonka. Fraa.s hält die Pflanze für .-t^^iitm retroreÜMum 
PeterBÜie; er bemerkt dazu, d&ss nach Aaesage der Eingeborenea dasselbe 
Makedonien und Thessalien wild wachse nnd noch jetzt ii1Ig«niein ilie Namen 
fiovfjot (itaxiSowiata nöu) und |iaiQaivö , auch (tupwSiä sEtsoaiA'.va, PeterviUcnMUb* 
pflanze führe, Sibthorp fand es auf dem Athos, de Candolle gibt Byzanz iük 
Fandort an. Die Pflanze ist eret später in Cultur genommen. Das Apiam der Rom 
welches meistens in SOmpfen oder in Ufergegenden TorkomToen soll, geht auf SeU< 
Die Frtlchte von Apium Petroaelinum enthalten ein ätherisches Oel , welche« 
Tbeil au8 Apiol. Peterailieukampfer, besteht. 



Über- 
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mer^N 



Cap. 71 (78). Flepl 'Isso^eXivou. Hipposelinon. Du Hipr 
selinon — Einige nennen «s Grielon, Andere wilde Sellerie, Stuyi 



in. Buch. Cap. 72 (79). 



307 



[die Elkner Olusatrum] , wiewohl das eigentlich sogen. Smyraion ein« 
tndtTC P6anze ist, wie wir gleidi zeigen werden. £s ist grösser und 
weisser aU der GnrfcenseUerie; der Stengel ist hohl, hoch, zart und hat 
gUichsaui Striche. Die Blätter sind breiter^ in« Rüthliche spielend; Über 
dicMD befindet sich ein Schirm wie bei Libanoti.s, voll too BlUthen, 
wJcber vor dem Aufblühen oine Kuppe bildet. Der Same ist schwarz, 
länglich , fest, scharf und aromatisch. Die Wurzel ist woblriechend, 
weis?, wobJac hm eckend, nicht dick. Es wächst an schattigen Orten und 
in Sümpftn. Es dient zu Gemüse wie Sellerie. Die Wurzel wird gc- 
koctt und roh gegessen, die Blätter und Stengel nur gekocht, theils filr 
fich allein , tbäils werden sie mit Fischen zubereitet. lioh werden sie 
auch in Saizbrübe eingemacht. Die Frucht, in Honigwein getrunken, 
virkt die Menstruation befördernd; getrunken und eingerieben erwärmt 
iie die von Frostschauer BetuUenen und hilft gegen Harnzwang. Auch 
die Wurzel leistet dasselbe. 

Theophrut (Hut. pl. 11 2. 1 und VIl 6, 8} sogt, daa Hippoeelinon sondere 
«Bin Saft wie Myrrhe ab, der auch wie die»e gebraucht werde, die Wurrel sei 
■drwtn und dick. 

Sprengel hat wegen der Tiuiicherbeit auf eine BeiUmmung der Pflanze rer- 

iiditet; oacb Fraaa i«t ee Stst/rninm Olumirum L. (Um belli ferne), Pferdacppicb, 

in Oriechonliuid auf Schottbanfen and an Uageln. I>ie Wurzel iit dick, mflbren- 

wtig, itsttg. auEsea schwarz, innen weidlich, und voll eines scharf- und bitterlich- 

«ramaüiidieii Saftes. Die Stengel sind bis 1 m hoch, gerillt, Üstig, die oberen Aeste 

f<g«ttitlBdtg. die WurKelblutter sind getitelt, 2— Sschnittig, die Abschnitte ziemlich 

fn». rund, stumpf, am üninUe fast keilf«innig, am Rande mit stäche) spitzigen 

Slg«x&hnen besetzt. Die Steogelblätter sitzen auf breiten , häutigen . wimperigen 

Sebeiden. Die Dolden sind 10 — 20strablig, die Hallen fehlend oder einblätterig, die 

BiQthen polygamisch, gelbgrün, die Früchte oval, schwarz. 

C&p. 72(79). rispl Xjiupvtoo, Smjrnion. Das Smymion, 
welches man in Kilikien Petrosciinon nennt, wächst am meisten an dem 
Amanos genannten Berge. Auch dieses hat einen der Sellerie ähnlichen 
Stc&gel mit vielen Nebenzweigen; die Blätter sind breiter, zur Erde ge- 
bogen, etwas fettglänzend, kräftig, mit einer gewissen Schärfe wohl- 
riechend, arzneikräftig und von schwach gelber Farbe. Die Dolde am 
Snde des Stengels ist wie beim Dill. Der Same ist rund , ähnlich dem 
des Kohls, schwarz, scharf, beim Kosten wie Myrrhe schmeckend, so dass 
d«8 eine wie das andere wirkt. Die Wurzel ist scharf, wohlriechend, 
weich, taitig, den Gaumen reizend, sie hat eine aussen schwarze, innen 
aber grOne oder weissliche Kinde. Es wächst an felsigen, hügeligen, 
trockenen Stellen und in öde liegenden Wiukeln. Die Wurzel, das Kraut 
aod die Frucht haben erwärmende Kraft. Die Blätter werden als Ge- 
rnllse in Salzlake eingemacht, sie stellen den Durchfall. Die Wurxel ist 
getrunken ein gutes Mittel gegen Schlangenbisse, sie besäni'tigt auch 




Husten und Orthopnoe und heilt HürnTerhaltung. Als K&tApiusma ve 
tbeilt sie frische Oederae, Geschwülste und Verhärtungen und bring 
Wunden zur Vernarbung. Gekocht und im Zäpfchen eingelegt verur-1 
sacht sie Fehlgeburt. Der Same ist ein gutes Mittel bei Nieren*, Milz- 
und Blasenleiden; er befördert auch die Menstruation und die Nacli- 
geburt. Mit Wein getrunken hilft er bei Ischias und lindert Aufblähen 
des Magens. Femer ruft er Schweiss und Aufstossen hervor. Ganz be- 
sonders wird er gegen Wassersucht und periodische Fieber getrunken. 

Smyrnium pei-follatiim F.., Kleiner Pfe rdßojniich, eine in GriuchenUni 
auf höhereu Gebirgen und in schattigen Felsschluchten nicht seltene Pflanze. Sii 
unterscheidet siuh von der vorigen durch den niedrigeren, nach olien ftut geflOgelt- 
eckigen Stengel, die Blätter sind dort unr-ortheilt, horz-eifSnuig. kerbig-gezfthnelt. 
umfaaeend und acheinen wegen der Übereinander liegenden Lappen wie durchwachaea, 
sie sind mvrrhcnartig wohlriechend, die Dolden sind ohne H5Uen. Sprenge] 
sie Smifruium lüoseondia. 

Cap. 73 (80). rispi 'EXayoßöaxoTj. Pastinak. Das Elaphü-' 
boskon [Einige nennen es EtapKikon^), Andere Nephrion, Ophigenion-)- 
Ophioktonon^), Herpyxe*), Lyme^), die Römer Cervi ocella oder Cerrina") 
die Aegypter Cherais, die Afrikaner Askaukau]; der Stengel ist dem de 
Libanotis oder des Fenchels ähnlich, knotig; die Blätter sind zwei Finget 
breit, recht lang wie bei der Turebinthc, zurUckgcbogen und gewisser- 
massen rauh. Der Stengel hat reichlich Nebenzweige, welche Dolden 
tragen wie der Dill. Die BlUthen sind schwach gelb, der Same gleicht 
dem des Dill. Die Wurzel ist drei Finger lang und fingerdick, weiss, 
süss, essbar, auch der junge Stengel wird als Gemtlse gebraucht. Mau 
sagt von dieser PBanze^ dass sie die Hindinnen, wenn sie dieselbe ge- 
fressen haben, unempfmdlich mache gegen Schlangenbisse. Desball 
wird auch der Same in Wein denen gegeben, die von Schlangen 
bissen sind, 

') FtU* die Hirsche geeignet. ') Schlangen erzeugend. ') Schlangen tAdten^ 
*) Kriecherin. •) Verderben. *) Hirechauge oder Hindin, 

PÜnius X.XI[ 79 beschreibt die Pflanze in derselben Weite, hat alio offenbar 
dieselbe Quelle wie D, benutzt. 

PasUnaca tativa L. (ümbelliferae), Gemeiner Pastinak. Sibthorp git 
an, dan die Pflanze im Peloponne« und auf dea Inseln de^ Archipel« an Acke 
tftndem wild vorkomuie. 



Cap. 74 (81). fle.oi Mapattpo. Fenchel. Das Marathron, di 
Kraut desselben genossen, hat die Krafl, die Milchabsonderung za hi 
fördern, der Same auchf wenn er getrunken oder mit Gersten schleim 
kocht wird. Die Abkochung des Blüthenstengels ist als Trank dt 
Nieren- uud Blasenleidenden zuträglich, da sie den Urin treibt. Mit Wei 
getrunken ist er (der BlOthenstengcl) ein gutes Mittel gegen Scblanger 



\äm, auch befördert er die Menstruation. In Fieb Urzuständen mit kaltem 
Wuuer getrunken beseitigt er das Uebelkeit^empfinden und den Brand 
dfi Magens. Die Wunelo . fein gestossen und mit Honig aufgelegt;, 
h«ilen den Biss des tollen Hundes. Der ansgeprcaste und in der Sonne 
getrocknete Saft der Stengel und Bl&tter wird mit Xutzen zu den Augen- 
mtttein« welche i*Qr die Schärfe des Gesichtes dienen, verwandt. Für die- 
felben Zwecke wird auch aus dem noch frischen Samen nebst den Zweigen 
ocd Blnttem sowie auch aus der Wurzel nach dem ersten Ausschlagen 
der Saft bereitet. Im abcndlündiscbeu Tberien scheidet, es einen gummi- 
ahülichen Saft ab, wobei die Eingeborenen den mittleren Stengel zur 
BlQthezeit abschneiden und ans Feuer stellen, damit durch die Wärme 
4u Gummi gleichsam ausschwitze und austrete. Dieses ist aber zum 
Qtlinutche für die Augenmittcl kräftiger als der Presssafl. 

Amethum Foeniculum L. (TmbeUiferae), Fenebel. Kr findet lich in Griechen- 
lud in allen feuchten Nie<teruDgen. aber entfernt ?on der MeereskiUte, wild. Theo- 
ffemt itfit TOD der Aaucheidang des Saftes beim Fenchel nichts. Die Früchte sind 
RÜfa fta ätbenschem Oel . -vrelches in seiner Zusammen !tet zu ng dem AniaQt gleicht. 

Cap. 75 (8'2). lUpl 'Insrotiaf/i^poo. Hippomarathron. Das 

Hippe marathron [Einige nennen es Mamthis, Ändere wilden Fenchel, die 

ÄiigTptcr Sampsos« die Propheten Tbymamolion, die Römer Foeniculum 

erraticum oder equinum^), auch Maruiu. die Qallier Sistrameor] ist wilder 

Fenchel, gross. Er trägt einen Samen ähnlich dem Kachrys'); die Wurzel 

darunter ist wohlriechend, getrunken heilt sie Harnzwang. Im Zäpfchen 

angelegt befördert sie die Menstruation. Der Same und die Wurzel, 

wenn sie getrunken werden, stellen den Durchfall, helfen gegen den Bisa 

giftiger Thiere, zertrümmern den Stein und vertreiben die Gelbsucht. 

Die Abkochung der Blätter als Trank befördert die Milchabsonderung 

und reinigt die Frauen nach der Geburt. 

£« wird auch noch ein anderes Hippomarathron genannt, mit schmalen, 
kleinen, länglichen Blättern. Die Frucht ist rund, fast wie Koriander, 
acbarf, wohlriechend, erwärmend. In seiner Kraft steht es dem vorigen 
wirkt aber schwächer. 






'1 WUd wachsender oder Pferdefenchel. *) Cwhrys Libanoth L., Wohl- 
ritohender Eacbrys, die Frucht davon nennt D. KachrT?. 

Pliniuü XX tJ55 beschreibt die Pflanze, die er auch MyrLineum nennt, ebenso 
knrs. sie soll sehr hoch, der Stengel stabdick sein und an wannen, felsigt^n Stellen 
wmcbaen. Die zweite Art fObrt er »of Diohles ab Autor zurück. 

Mit Sicherheit ist doa Hippomarathron nicht bestimmt. Anguillara hat 
Catkry JJori*onii\tHii, Kacbrys. hierher g^iogen, ihm schlieasen sich Sprengel 
und Fraa.8 an, der die Pflanze in Griechenland nicht fand. Die zweite Art wurde 
vcm TabernÜmontanus Cnidium Silauni genannt. Praai hält sie fflr Se»eU 
IJippomaraihnim L., Fenchelbl&ttcriger Seiel, oder Anelhum tfffetum b., 
Wilder Dill, der in BOotien auf SaHtfeldern häufig tat. 




Cap. 76 (83). ilspi Aa'Jxoo. Daukos. Der Daukos — Einige 
nennen ihn Daukeion — . Es gibt eine Art, den kretischen, welcher 
fencherähnliche ßltltttir hat, kleiner jedoch uni) zarter, eineu eine Spanne 
langen Stengel, eine dem Koriander ähnliche Dolde und weisse Bltlthen. 
lu diesen befindet sich die weisse, rauke, beim Kauen scharfe und wohl- 
riechende Frucht. Die Wurzel ist fingerdick, eine Spanne laug. Er steht 
an felsigen und sonnigen Stellen. Eine andere Art gleicht dem wilden 
Sellerie, ist gewiirzhaft, scharf, wohlriechend und bat brennenden Ge- 
schmack. Der kretische ist der bessere. Eine dritte Art gleicht in den 
Blüttom dem Koriander, hat auch weisse Blüthen, aber ein Köpfchen und 
eine Frucht wie der Dill, dabei eine Dolde wie die wilde Möhre, voll 
Ton scharfen und länglichen Samen wie beim Mutterktlmmel. Der Same 
aller Arten hat erwärmende Kraft. Getrunken befördert er die Men- 
struation, treibt den Embryo aus und den Harn, beseitigt Leibschneiden 
und lindert chronischen Hasten. Mit Wein getrunken hilft er gegen 
Spinnensiicbe und zertheilt im Kataplaama Oedeme. Von den beiden 
letzten ist nur der Same im Gebrauch, vom kretischen aber auch die 
Wurzel, welche meistens mit Wein gegen giftige Thiere getrunken wird. 



0ie erste Art Oaukoe wird ron den spätmittclalteih'chen SchriflstaHem, 
u. A. von Lobel und Matthiolu^ flir AthamaHthn eretennii L., KretiHohe 
Angt'nwurz, f^haUen. dem bisher nicht wideräpnxfaeu iat: die zweite für /'<«•*«' 
iianum Cervaria h. (Unibelliferae), Hirsfohwuri oder Haar-^tranff, «e kommt 
ganz Griechenland und IliiHen vor. Für die dritte Art zieht Sprengel SeHfli an 
moidea bierher, Fraas dagegen .^mim' mt^usL., bei dem Alles gut poost hia auf die 
Gestalt der FrQcbte. 

Dieses ganze Capitel findet Htcb nur bei Oribaaioa. es wird datier von Uat- 
tbiolui als uniLcht bezeichnet. 



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Cap. 77 (8-1). Utpi AeX^pivcoo. Delpfainion. Dos Delphinic 
[Einige nennen es Diachrais, Andere Diochytos, Paralvsis^), Kamaros'jj 
Hyakinthos, Delphinios, Nerion, Neriadion, Sosaudron^), Kronion, die 
Römer Bucinus minor*)] treibt aus einer Wurzel zwei Spannen lange und 
lungere Zweige mit eingeschnittenen Karten, länglichen Blättcben. Die 
Blüthe ist levkojenähnlich, purpurfarben, von der Gestalt des Delphins, 
woher auch der Name. Der Same sitzt in Kapseln und ist der 
gleich. Dieser hilft, mit Wein getrunken, gegen SkorpionsHche, wie keö 
anderes Mittel. Man sagt auch, dnss die Skorpione bei Annäherung de 
Pflanze gelähmt werden und kraftlo» und betäubt sind, nach Eutfemuc 
derselben wieder hergestellt werden. Es wachst an rauhen und soqiu^ 
Stellen. 

(Cap. 85.) Es gibt noch ein anderes De]j>hinion, ganz äbnlicli 
vorigen, aber mit viel feineren Blättern und Zweigen. £ä hat die 
Kraft, wie das vorher genannte, aber es wirkt nicht so energisch. 



in. Bnch. Ciip. 7ö IST). 



311 



') Lühmung. dieite drei SyDOurma beliehen sich wohl aaf die vermeintlicb^ 
Wlrlnmg auf den Skoqiion, ') Eine Krebsari (Hom&ru». Hummer), vieUeicht w^en 
der WGlbuiig der BlQthenbl&tter oder der Kektan>n. 'j Männer rettend. *) Be* 
Dong fQr Vacciniom. 

Sihiho Tfi zieht Detphiniuin Ajaeiah., Garten^Rittersporn. hierlicr, Frabt 
1 D/lfthinium p*reijri»um L. (RanuncuUceae), Fremder Kittersporo, wcf^en 
amam aoffallenden Aehnlichkcil dt^r BlDthe mit dem I)elpliin, &udi der Standort 
p«art, jedoch findet e« sich nur in der Nähe des Meeres. Auch an IMyhinium Cm- 
mkidQ L., Feld-Ritteriporn. welchem in ganz Griechenland und Italien hSnfi^ iit, 
kkt mao gedacht; es enthllt ein Alkoloid Caleatripin (von der früheren Bezeich- 
nung der Bltttfaen, Flore« Ciilcatripse so genannt). 

[Ho xweite Art (Cap. ^h) iat OrlfiJtinium tenuisgtmum h.. Zarter Bitt*r- 
■ poro, eine Pflanxe der höheren Xirobmien (DOrrberge) oder der Region der immer- 
grfl»en Gewadue, bei einer Höhe ron 700—800 m. 

Cap. 78 (8G). Ilepl Flyp^^pOD. Bertrarawurz. Das Pj-rethron 
[Einige nennen es Doryknion^), Andere Pyrinon, Pyroton, Pyrothron'), 
Anioa pyrites"), die Propheten Pyritee, die Römer Salivaris*)] ist eine 
Pflanze, welche einen Stenget und Blätter treibt wie die wilde Möhre oder 
der Fenchel f aber eine kreisrunde Dolde -'^) wie der Dill. Die Wurzel 
bat die Dicke eines grossen Fingers, ist lang, von sehr brennendem Oe* 
schmack und bewirkt Schleimabsondernng. Mit £ssig gekocht hilft sie 
diher als MundsptÜwossor bei Zahnschmerzen, bewirkt beim Zerkauen 
Sefaleimabsonderung und treibt mit Ool eingerieben den Schwciss. ist 
gegen anhaltende Frostechauer wirksam und ein aasgezeichnetes Mittel 
gegen erkältete und erschlaffte Kurpertheile. 

') Oaa Hallkakabon des Krateuas und Solanum furioBUiu bei Plinius; Lang- 
fcairel (Botanik der späteren Griechen 144. 2) h&lt ea fQr jPAymfix somniftra, Fraaa 
'•r O»nf0/rM/iM Dorycnium 1,., Strauchwi&de. ') Feorijf, die drei Synonyma be- 
lieben eich auf däti Brennende der Wurzel. *) Feuerstein des Lammee. *) Speichel 
«n^end. ') Der Aufldruck axiäSiou ist nicht wörtlich ab Cmbella, Dolde, aufso- 
fasen, sondern von D. auf den Acheil>enfömiig aus^jebreiteten BlQthenstand der Com- 
^MMriten belogen. 

Anihnni» Ptjrethrum L. <Conipoaitae-Anthemideae), G r o b a e Ä nth e m ts, 
^äertram-faiamille oder Speichelwurx [Anaeydu» Pt/rethrum D. C.). Kine Ftianxe 
«Ser Mittel mcerländer, daher wohl die kurze Beschreibung, weil D. dieselbe aU Allen 
'^wfcanwt Toreuaiietxt. 

Die Sch&rfe and den brennenden Geschmack verdankt die Wurzel dem ala 
T.Tretbrin bezeichneten Harze. Sie findet noch tuweilen in der Thierheilkunde 
^und al« Volk-smittel VervenduuK- 

Cap. 79 (87). Ilspi AtßavwtJ^oc- Libanotis. Es gibt zwei 

Art«n Libanotis; die eine ist fruchttragend — sie wird von Einigen Zea 

oder KAmpsanema genannt — , ihre Frucht beisst Kachrys. Sie hat fenchel- 

nliche, aber dickere und breitere, kreisförmig über die Erde sich aus- 

ade, wohlriechende Blätter; der Stengel ist etwa eine Elle hoch 
oder hdher, mit vielen Achseln und hat an der Spitze eine Dolde, in der 



■•»t 



zahlreiche weisse, Tvlrtelühnliche, runde, k»ntige, scharfe, harzartige, beim 
Kauen brennend schmeckende Früchte sich befinden. Die Wurzel isfci 
weiss, ruu ansehnlicher Länge, nach Weihrauch duftend. Die andere^ 
Art ist iu Allem der vorigen ähnlich, sie hat einen breiten schvrarzeu 
Samen vne Börenkliui, er ist wohlriechend, nicht brennend, und einaJ 
aussen schwarze, beim Zerstossen weisse Wurzel. Die aber als unfrucht-' 
bar bezeichnete Art ist in Allem den vorigen ähnlich, hat aber weder 
Stengel, noch BlUthe, noch Samen; sie wächst an felsigen und rauhen^ 
Stellen. Das Kraut von allen Arten fein gestossen als Umschlag hemmt ' 
den Hämorrhoidaläuss , lindert Entzündungen am After und bringt Qe- 
schwülste, Drüsen und hartnäckige Geschwüre zur Reife. Die trockenen 
Wurzeln reinigen mit Ilonig Geschwüre, helfen bei Leibschneiden und 
sind, mit Wein getrunken, ein gutes Mittel gegen den Biss giftiger 
Thiere. Sie befördern die Menstruation und den Harn, zertheilen auch 
als Kataplasma alte Oedeme. Der Saft des Krautes und der Wurzel, 
mit JJonig gemischt als Salbe, schärft das Gesicht. Die Frucht, ge- 
ti^nken, leistet dasselbe; sie hilft bei Epilepsie und alten Brustleideo, 
bei Gelbsucht, wenn sie mit Pfeffer und Wein gegeben wird. Mit Oel 
eingesalbt wirkt sie auch schweisstreibend. Femer ist sie ein gutes 
Mittel gegen innere Rupturen und Krämpfe, sowie gegen Podagra, wenn 
sie fein gestossen mit Taumellolchmehl und Essig umgeschlagen wird. 
Mit schärfstem Essig gemischt beseitigt sie weisse Flecken. Zu Tränken 
darf man aber die Libanotis nicht gebrauchen, welche die Kachrys trägt, 
denn sie ist scharf und macht die Luftrühre rauh. Tbeophrast berichtet, j 
eine Libanotis, welche dem wilden bitteren Güllattich ähnliche Blätt«r| 
habe, wachse zusammen mit der Heide, die Wurzel sei aber kurz, sie- 
führe nach oben und unten ab, ihre Blätter seien weisser und rauber alaj 
die des Giftlattichs. 



Die ente Art iat ohne Zweifel Caehryg JAhatuttia L. (ümbelliferae) , Wohl- 
riechende Kachrys. Sie bat eine lange, möhrenarttge Wurz^-l. einen aurrecht«D. 
beblätterten, kahlen Stengel, dreispaltige, lineale, fast stechende Blattabsehnitte, lahl- 
reicbe Hüllblütter , eine vielstrohlige Dolde mit au der Spitze eingerollten Blütfaea- 
blilttem und cifOniiLgü Früchte mit sehr dicken Riefen ; ihre Heimath ist das «nd- 
liebste Kuropa imd Nordafrika. Die iweite h&lt Sprengel för Ftrtüa nodiflom L., 
KnotenblühendeB Steckenkraut, es ist die vapdfjxia des Theophiatft :Hi»t.j 
pl. VI 2, 7). Ihre Wurzel igt echwarzbraan. tiefgebend, vielköpfig, der Stengel bii 
fast 2 in hoch, markig, in Eablreiche Blüthenä^te getheilt. Die Wurzel- und unteren 
Stengel blättcr sitzen auf gegen d&x Blatt xu dreikantigen Stielen, sie haben grosse, . 
breite Lappen, die übrigen Stengelblätter sitzen auf kurzen Scheiden, Terklcineru] 
sich nach oben und heätehen schlie8»lich nur noch aun lineiilea, »piUen, aurOck-l 
gekrümmten Scheiden. Die Dolden sind fluch, bis zwanzigstrahlig, die HfiUen sccfa»-] 
bl&tterig, die Blülhf-n dott«rgeUt. die Früchte rurftbratm. An Bteinigen Plfttaeu la 
Südeuropa. Die nadi Thoophraai (HisL pl. IX 11, 11) xrnschen der üeide wachMud« 
iflt nicht hesiimmt, ebenso nicht die als unfruchtbar bezeichnete Art. 



'Mtj^ 




(Cap. 88.) Das Kachry') hat erwärmende, stark austrocknende 
inXt, deshalb eifp^ei es sich als Zusatz zu reinigenden Salben; gegen 
iefende Augen wird es auf den Kopf gestreut und nach drei Tagen ab- 

HL 

') D. gebrancbt hier das Neutrum. 

(Cap. 89.) Die Libanotist welche die Römer Rosmarinus nennen, 
welche die Kranzbinder gebrauchen, bildet zarte Zweige mit zarten, 
länglichen, schmalen, unterseits hellen, oberseits aber grllneu, 
sttflEriech enden BliUtem. Sie hat erwärmende Kraft und heilt die Gclb- 
fliclit, wenn mau dieselbe in Wasser gekocht vor den körperlichen 
Vebangen zu trinken gibt, dann Qben, waschen und Wein trinken lässt. 
9ifl wird auch den kräftigenden Salben und der MosUalbe zugesetzt. 

ifovmir/iiiu offieinatü L. (Labiatae) , Rosmarin. Die nach dem Trocknea 

f |«iaihe nadelf^rmig zusommeogeachrumprten Bliltter des bis zu 2 m hohen SLraocbes 

der IfiUelmeergegenden finden nur noch betichränkie Anwenilan^;, besonders aU 

VoQsiiuttel. Sie haben einen kampferartigen , vom äthenechcn Ocl bedingten Qe- 

Liid, der ihnen, dank der g^escfaützten Oeldrüsen, sehr lange verbleibt. 

Cap. 80 (90). Ilipt JI^ovSuXCoo. Bärenklau. Das Sphondylion 
^[Einige nennen es Arange')« Andere Phalangion ') • Asterion'), Kisyris, 
Spbondylis , Cfaorodanon , Oinanthe , die Rrömer Herba rutinalis , die 
Aegypter Äpsapher, die Propheten Osiris] hat Blätter in etwa denen der 
I PkUuie ähnlich, denen des Steckenkrauts^) sich nähernd, Stengel von der 
^^fi^e einer Elle und auch grösser, dem Fenchel ähnlich, mit Dolden an der 
^B%iiize, in denen der dem Sesel gleichende doppolte Samen sitzt, der aber 
^breiter, weisser, mehr spreuartig ist und durchdringend riecht. £s hat 
^gelbe oder weisse BlQthen, eine weisse rettigähn liehe Wurzel und wächst 
in Stumpfen und an feuchten Stellen. Seine Frucht scheidet, getrunken, 
den Schleim durch den Stuhlgang aus; weiter heilt sie, getrunken, Leber- 
leiden . Gelbsucht , Orthopnoe , Epilepsie und Mutterkrumpfe. In der 
Rlncherung weckt sie die von Sclilafsucht Befallenen auf. Mit Oel auf 
den Kopf gestrichen ist sie ein gutes Mittel für solche, die an Gehim- 
krankheit. Lethargie und Kopfschmerzen leiden ; mit R^iute ilIs Umschlag 
beut sie Schlangenbisse. Auch die Wurzel wird GelbsUchtigen und 
eberleidenden gegeben. Ringsum abgeschabt und eingelegt bringt sie 
^nlste in Fiatein zum Verschwinden. Der Saft der frischen BlQthen 
ein gutes Mittel gegen geschwörige und eiterflü.Hsige Ohren. Nach 
ler Darstellung wird er aufbewahrt wie die übrigen Säfte. 

^ Arange hängt yielleicht mit Arocbne (ctp^X^)' Spiiuie, zusammen ; Pfaa- 
[ion. eine Pflanze, die besonders gegen deo Biis der giftigen Spinne dJeut«. 
Stemartig. tou der SOftmhligea Dolde. ') C. C. xani itooöv spi; tä toä önoisävaxa;, 
cJjRttvw^. beinahe denen des Opopanax ähnlich, platanenarlig. 



Heraehum Spliandylimn L. (ürabelliferae). Bärenklau. In GnVchenlont! 
scheint es sehr selten au aeio, im nördlichen lutieo iat ea liSufig. 



Cap. 81 (91). Ilspl Nip&TjXoc. Steckenkraut. Nflrttei [ 
den Römern Ferula]; das Mark der fp-üuen Pflauze hilft getrunken ge| 
Blutspeien und Mageuleiden, auch wird es mit Wein gegen Vipembisse 
geben, und wie Lampendocht eingelegt stillt es Nasenbluten. Die Sam 
besänftigen, getrunken, Leibschneiden und rufen, mit Oel eingesalbt^ 
Schweies henor. Der Genuas der Stengel bewirkt Kopfschmerzen; sie 
werden auch mit SalzbrUbe eingemacht. 

Der Narthex treibt also oft einen drei Ellen langen Stengel mit 
fencbelähnlichen , aber viel dickeren und grü-si^emi Bltittem; au« ihm 
wird auch das Sagapen gewonnen, indem er Ober der Wurzel ange- 
schlagen wird. 

Der letzte Satz kann wohl mit Sicherheit als ein Anhängsel ron framdi 
Hand hetrachtet werden, da D. auch selbnt sjjuter angiht, dosi das Saf^pea m 
einer Ferula-Arl in Medien gewonnen wird. Plinins XIII 12'1 sngt allerdinga auch, 
daati der Stengel beim Einsebneiden einen milchigen Saft abgibt, aber von S&g&|^eB 
spricht er nicht. 

F«r%tla eommunii L. (L'mbellilenie). Uempinea Steckenkrant. Der Stengel 
wurde wegen seiner lieichtigkeit zu Stäben gebniucht. Nach Sibthorp ist die 
Pflanze in GriechenUnd selten, aber atet« geeeUechaftlich aof fcUtgen Hügeln mit 
tief ausgefttUten Spalten. Sie hat eine starke "Wurael, einen bis Ober 2 m hob 
markigen, nach oben tätigen und dort nur Scheiden tragenden Stengel, grosse, h 
grflne, aber matte, vielfach -6 ederachnittige Bl